VARum nur?

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Im März 2018 genehmigte der International Football Association Board (IFAB) die Einführung des Videobeweises. Doch was zu größerer Fairness im Sport führen soll, verkommt bei der Frauenfußball-WM in Frankreich zu einem ärgerlichen Akt der Willkür.

Kontrovers und willkürlich: VAR bei der WM in Frankreich war bisher keine Erfolgsgeschichte © imago / PanoramiC

Als „historischen Schritt für größere Fairness im Fußball“ bezeichnete der IFAB die Einführung des Videoschiedsrichter-Assistenten (VAR) im vergangenen Jahr.

Ziel des Videobeweises soll sein, irreguläre Tore zu identifizieren, die Verwechslung von Spielerinnen zu vermeiden, rotwürdige Tätlichkeiten zu entlarven und korrekte Elfmeterentscheidungen zu ermöglichen. Doch Problem des VAR ist in den bisherigen WM-Tagen von Frankreich vor allem seine willkürliche Anwendung.

Beim Spiel Frankreich gegen Norwegen traf die Norwegerin Ingrid Syrstad Engen, nachdem sie den Ball geklärt hatte, die Französin Marion Torrent unabsichtlich am rechten Knie. Nach Einschätzung von Videoschiedsrichter Felix Zwayer im Videoraum ein Fall für VAR, Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus zeigte auf den Elfmeterpunkt, nachdem sie zuvor die Situation nicht als elfmeterwürdig eingestuft hatte. Und sorgte damit maßgeblich für den Erfolg der Französinnen.

Das Handspiel der Nigerianerin Desire Oparanozie wurde nicht geahndet © Screenshot ZDF

Handspiel nicht geahndet

Nur wenige Stunden zuvor war Nigerias Führungstreffer gegen Südkorea trotz VAR-Checks anerkannt worden, obwohl Nigerias Spielerin Desire Oparanozie beim Eigentor der Südkoreanerin Kim Doyeon dem Ball zweifelsfrei mit der Hand den letzten Touch gegeben hatte.

Statt der einzig korrekten Entscheidung, den Treffer abzuerkennen und Operanozie mit der Gelben Karte zu verwarnen, zeigte Schiedsrichterin Anastasia Pustovoytova zur Überraschung aller auf den Anstoßkreis. „Dieses Tor dürfte nicht gegeben werden. Wer diesen Treffer gibt, hat im Videoraum nichts verloren“, meinte ZDF-Kommentator Béla Réthy süffisant.

Fragwürdige Szenen bleiben oft ungeprüft

Der Videobeweis soll laut IFAB die durch „klare und offensichtliche Fehler“ oder durch „ernsthafte verpasste Zwischenfälle“ verursachte Unfairness reduzieren, doch genau das will ihm in diesen Tagen bisher nicht so recht gelingen. Stattdessen wird VAR zum Emotionskiller, der den rasanten Spielen Frankreich gegen Norwegen und Spanien gegen Südafrika jeweils beim Stand von 1:1 den emotionalen Stecker zog. Das in Bezug auf Handspiel und Elfmeter absurde und wohl am Reißbrett entstandene praxisferne Regelwerk erhält durch VAR eine neue Dimension der Lächerlichkeit und führt zu nicht weniger kontroversen Diskussionen als in der Vergangenheit. Zahlreiche andere, oft fragwürdigere Spielszenen werden gar nicht erst überprüft.

Die Abseitsstellung der Italienerin Barbara Bonansea war nur mit Hilfe von Kalibrierungslinien zu erkennen © Screenshot ZDF

Millimeterentscheidung

Als „klarer und offensichtlicher Fehler“ wurde so auch eine Abseitsstellung der Italienerin Barbara Bonansea in der Anfangsphase des Spiels Italien gegen Australien eingestuft, die allerdings erst nach mehrminütiger Überprüfung und Einblendung von Kalibrierungslinien auf dem Spielfeld „offensichtlich“ wurde, sprich mit freiem Auge kaum zu erkennen war. Dem italienischen Treffer wurde die Anerkennung verweigert. Formell mag das eine richtige Entscheidung gewesen sein, dem Fußball erweist man mit derartigen Entscheidungen eher einen Bärendienst und solche Spielszenen dürfte auch der IFAB bei der Genehmigung des Videobeweises kaum gemeint haben.

VAR in jetziger Form unbrauchbar

Die Regelhüter des IFAB sollten sich für die Zukunft Gedanken über eine Modifizierung des VAR-Einsatzes machen: Nur auf Intervention der beteiligten Teams selbst und nicht auf Basis von Willkür und Gutdünken sollte er zum Einsatz kommen. Pro Spiel und Team sollte die Anzahl möglicher VAR-Interventionen beschränkt sein, um eine inflationäre Verwendung zu unterbinden und nur wirklich bei „klaren und offensichtlichen Fehlern“ oder bei „ernsthaften verpassten Zwischenfällen“ zum Einsatz zu kommen. Das funktioniert in anderen Sportarten, wie etwa Eishockey und Tennis, wesentlich besser, als im Fußball.

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57 KOMMENTARE

  1. @Markus Juchem:
    Frage zum Thema: Wer trifft in einer durch Videobeweis kontrollierten Szene die endgültige Entscheidung ? Die Schiedsrichterin oder der Videoassistent ? Kann eine Schiedsrichterin durch den Videoassistenten überstimmt werden ? Oder trifft sie die endgültige Entscheidung ?

    Im Spiel Frankreich-Norwegen war der Elfmeter meiner Meinung nach irregulär, da die Norwegerin klar den Ball gespielt und erst danach die französische Spielerin getroffen hatte.

  2. Stimme in der generellen Kritik am VAR absolut zu. Bei den hier dargestellten Situation muss ich aber widersprechen.
    Mit Einführung der kalibrierten Abseitslinie gibt es hier, und das wurde auch so kommuniziert, nur Schwarz und Weiß. Es kommt nicht darauf an, ob die Fehlentscheidung klar und offensichtlich war. Muss man nicht gut finden, tue ich auch nicht, ist aber so.
    Beim Handspiel der Nigerianerin: Durch die Bilder war auch für mich durch die jeweiligen Winkel nicht ganz klar ersichtlich, ob sie den Ball berührt hat. Habe daher der Wirkung einer Berührung gesucht und keine gefunden. Der Ball ändert weder Flugbahn noch Drall oder Geschwindigkeit.
    Beim Elfmeter gegen Norwegen hat hat Frau Engen zwar den Ball nicht wirklich geklärt, dennoch ein streitbarer Elfmeter. Krasser und deutlich offensichtlicher ist hier jedoch der zweite Elfer für Spanien gegen Südafrika.
    Die Probleme sind insgesamt, wie Sie korrekt schreiben, die Regelungen (bspw. beim Handspiel) und die unterschiedliche Anwendung. Der VAR gehört in dieser Art abgeschafft, denn eines steht für mich fest: Mehr Fairness bringt er eindeutig nicht.

  3. An dieser Stelle möchte ich gerne ein Statement pro VAR abgeben, auch auf die Gefahr hin, dass es vor Daumen runter hier nachher nur so hagelt …
    Auch wenn ich in einzelnen Punkten hier nicht überein stimme, finde ich diesen Artikel dennoch gelungen: Z.B. dem Fazit „VAR in jetziger Form unbrauchbar“ und den Verbesserungsvorschlägen möchte ich unbedingt zustimmen, nicht jedoch einer generellen Ablehnung des VAR. Trotz mannigfaltiger Probleme mit dem VAR waren sowohl in der abgelaufenen BL-Saison (der Männer) als auch bei der letzjährigen Herren-WM die deutliche Mehrzahl der Entscheidungen nach Einsatz des VAR korrekte Entscheidungen! (sei es Bestätigung der ursprünglichen Schiedsrichter-Entscheidung oder aber Korrektur nach VAR)
    Meiner Meinung nach ist der VAR sehr wohl geeignet, für mehr Gerechtigkeit auf dem Fußballplatz zu sorgen, dass er in der momentan praktizierten Form allerdings (noch) nicht optimal ist, finde ich allerdings bedauernswert. Es kann nur besser werden.
    Zu den angesprochenen Beispielen:
    1. Der Einsatz des VAR beim nicht gegebenen Treffer der Italienerinnen hat sich letztlich als korrekt erwiesen und so häufig kommen solch extrem knappe Entscheidungen in entscheidenden Spielsituationen auch wieder nicht vor (trotzdem habe auch ich mich über die Entscheidung aufgeregt).
    2. Das vermeintliche Foul der Norwegerin sehe ich von den aufgeführten Beispielen auch am kritischsten. Aber auch hier bin ich der Meinung, dass in der deutlichen Mehrzahl der Fälle von Schiedsrichter*innen, die auf dem Spielfeld eine solche Szene deutlich wahrnehmen, ein Elfmeter verhängt würde. Ich weiß nicht wieviele Elfmeter ich in jahrzehntelangem Fußball-schauen und auch selber spielen schon erlebt habe, bei denen (meist die Torhüter*innen) einen Elfmeter gegen sich bekommen haben nach einem Ballkontakt mit anschließendem Foulspiel – egal ob absichtlich oder unabsichtlich.
    3. Am kritischsten sehe ich jedoch die Szene aus dem KOR-NGA-Spiel! Ich habe mir die Szene x-mal auf dem TV-Bildschirm und im Internet angeschaut. Aus der vorhandenen Perspektive lässt sich eben NICHT eindeutig feststellen, dass die Spielerin den Ball noch mit den Händen berührt. Ebenso gab es auch keine sichtbare Veränderung der Flugbahn des Balles, die selbst bei leichter Berührung zumindest minimal zu erkennen sein müsste. Auch bei entsprechenden Standbildern wie dem auf dieser Seite als auch denen, die im Internet kursieren bzw. nach entsprechender Vergrößerung des Videobildes lässt es sich nicht mit 100%iger Sicherheit sagen, dass der Ball noch berührt wurde. Selbst wenn nur ein oder zwei Millimeter Luft zwischen den Fingern der Spielerin und dem Ball waren liegt keine Berührung vor und somit wäre das Tor regulär. Allein die Tatsache, dass die Hand Richtung Ball geht, ist noch kein Vergehen. Deshalb muss meiner Ansicht nach die Schiedsrichterin nach Ansicht der Szene bei ihrer Entscheidung bleiben, da es sich nicht um eine eindeutige Fehlentscheidung handelt, sondern um einen Fall, der selbst mit den vorhandenen technischen Mitteln nicht mit 100%iger Sicherheit geklärt werden kann.
    Was mich hier unterm Strich am meisten ärgert, ist die mediale Darstellung dieser Szene! In vielen Medien (allen voran das ZDF bei seiner Live-Berichterstattung und anschließenden Kommentaren) ist hier von einer klaren Fehlentscheidung gesprochen worden, was bei Ansicht der Bilder/Videoausschnitte mitnichten der Fall ist. Journalistisch würde ich es an der Stelle für geboten halten, die entsprechende Szene zu bewerten wie es z.B. der „kicker“ tat, der von einer „vermutlichen Fehlentscheidung“ schrieb und nicht von einer sicheren Fehlentscheidung … das musste ich jetzt doch mal loswerden zu dem Thema, sorry.

  4. Aus den „Vorschlägen“: „..Nur auf Intervention der beteiligten Teams selbst und nicht auf Basis von Willkür und Gutdünken sollte er zum Einsatz kommen. ..“

    Das kann doch nur scherzhaft gemeint sein. Wo sich doch schon seit ewigen Zeiten die Bänke mit operettenhaften Verzweiflungsszenen über jede vermeintliche Benachteiligung aufregen, sollen ausgerechnet diesen Schauspielern die Entscheidungen über den Einsatz des VAR zugebilligt werden???? Es ist doch wohl vollkommen klar, dass damit nur den „taktischen“ Spielchen der Bänke Vorschub geleistet und weiterer Auftrieb ermöglicht würde.

    Auf gar keinen Fall gehören schiedsrichterliche Aktionen in die Hände der beteiligten Parteien.

    (Und ja, ich weiß, dass in anderen Sportarten so etwas üblich ist. Keine Ahnung, wie genau da die Regelungsgrundlagen sind und wie das funktioniert/nicht funktioniert – aber bei dem Riesen-Event Fußball mit Millionen-Euro-Folgen selbst im Einzelfall, s.z.B. die widerlichen Sportwetten, und der verwirklichten hollwoodesken Drama-Inszenierung bei jedem Spiel schon ab der Kreisklasse ist das mit Sicherheit was vollkommen anderes)

  5. Wer hat denn erwartet, dass der VB nach so relativ kurzer Zeit bereits perfekt funktioniert? Natürlich muss der VB weiter verbessert werden, die Regeln angepasst, die Schieris entsprechend geschult (auf dem Feld und im „Keller“).
    Mehr Transparenz ist auch nötig. Der Zuschauer vorm Bildschirm UND der Zuschauer im Stadion muss sehen können aufgrund welcher Szene(n) die Entscheidungen getroffen werden. Gerne auch mit einer kurzen Erklärung dazu. Das erfordert natürlich Zeit (während des Spiels). Ich bin daher dafür, die Uhr solange anzuhalten.
    Das Leben ist Veränderung und FF ist ein Teil des Lebens.

  6. Die Diskussion um den Einsatz des VAR ist eine typisch deutsche. Und auch typisch, dass der Autor ein Deutscher ist.
    Ich kenne zwar keine Diskussionen in anderen Ländern, aber ich habe den Eindruck, dass hier
    der Fußball heiliger,
    das Bier reiner,
    das Brot dunkler und
    das Auto sauberer
    als anderswo ist.
    Zugleich führen sich deutsche traditionalistische Fußballfans auf wie die Schergen Savonarolas, Philipps des Vierten von Frankreich (der die Templer zerstörte) oder auch Bartolomeo de las Casas‘ (Inquisition) zusammen. Da existiert sogar in deren Mini-Hirnen die Vorstellung von der Vorhölle für RB Leipzig, TSG Hoffenheim, VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen.
    Nur in deutschen Landen konnte jemand wie Luther seine Thesen an die Tür nageln.
    Nur in Deutschland konnte jemand wie Max Weber seinen Unsinn vom protestantischen Arbeitsethos ausleben und Karl Marx sein kommunistisches Manifest verabschieden.

    Lasst es bitte gut sein, gebt dem VAR eine Chance, so wie es das Hawkeye im Tennis, Feldhockey oder sonstwo hatte und redet und schreibt nicht alles schlecht.

    Wer meiner Bitte nicht folge leistet, wird mit dem Lesen bzw. Schauen von Immanuel Kant, Harald Lesch und Mai Thi Nguyen Kim genötigt!

  7. Den VAR abzuschaffen wäre sicherlich die falsche Konsequenz aus den bisherigen Erfahrungen, wenn auch sicherlich Modifikationen in der Handhabung erforderlich sind.
    Grundsätzlich sollten allein die Schiris selbst den VAR in Anspruch nehmen und die Idee, das das andere tun sollten, wie bisher in einigen Sportarten, sehe ich eher als kontakarierend und eher als einen Rückschritt an.
    Das das von Spielern o. Spielerinnen nicht unbedingt eine geliebte Einrichtung ist, liegt da doch auf der Hand, da sie nicht selten um „ihre emotionalen Kicks“ durch die Korrekturen gebracht werden. Auch das beliebte „theatralische Geschehen“ wird doch schnell zur „Farce“ herabgewürdigt.

    Vom Grundsatz her sollte der VAR als mögliche „objektivierende“ Hilfe allein für den Schiedsrichter bzw. Schiedsrichterin selbst dienen, die eigene „Wahrnehmung“ bei Entscheidungen in Bruchteilen von Sekunden bei eigenem Zweifel oder auf Hinweis der VAR-Schiris nochmals mit technischer Hilfe überprüfen zu können.

    Ich sehe diese technische Möglichkeit in Zeiten der immer aggressiver werdenden Szenerie, gerade auch der sogg. Fußball-Fans gegenüber den Schiris, als Schutz vor unterstellten Manipulationen, bewußten Fehlentscheidungen und bevorteilender Parteinahme. Es stellt somit auch eine Möglichkeit dar eine weniger emotionale Ebene bei den Entscheidungen zu treffen.
    Man erinnere sich mal, was bei nicht genehmen Schiri-Entscheidungen so alles gegen die Schiris gepöbelt wird und wurde.

    Das bei Betrachtung der Videobilder auch immer noch ein Rest an „Wahrnehmungsfehler bzw. Wahrnehmungsinterpretationen“ bleibt, sollte allen klar sein. Man halte sich nur die Auslegungsdebatten im Doppel-Pass vor Augen.
    Bestes Beispiel bei der „Handspielszenerie“, wo z.B. K.Kulik noch 2 Finger der Hand am Ball gesehen haben will, jedoch ich, wie auch einige andere hier eine Berührung, die bei stärkerem Kontakt evtl.auch e. Veränderung die Richtung des Balles verändert haben könnte, dies weder bestätigen noch gänzlich ausschließen könnten.

    Da kann es nur heißen, die Schiri sollte ihre Entscheidung nur auf zweifelsfreie Fakten fällen und die Hand in der Nähe des Balles ohne zweifelsfreien Kontakt würde da für mich auch nicht ausreichen.

    Bei der Diskussion um die Einschätzung des dann nachträglich gegebenen 11-Meters bei F vs. N wurde nicht klar, was zu der Entscheidung geführt hat, denn getroffen hat I.Engen den Ball schon bevor sie die Französin dann allerdings mit gestrecktem Bein und Schuhsohle getroffen hat.
    Wenn es von Fr.Steinhaus dann genauso interpretiert wird, wie wenn eine Spielerin mit gestrecktem Bein u. „offener“ Sohle zum Ball geht auch wenn sie den Ball dabei trifft, dabei jedoch eine schwere Verletzung der Gegenspielerin riskiert, wäre das durchaus üblich dies als Foul und auch mit Gelb zu bewerten.

  8. Bei dieser Thematik sollte der FF mal ganz kleine Brötchen backen. Fakt ist: Der VAR wurde jetzt 15 Monate in unzähligen Spielen im MF getestet und hat sich trotz der Probleme, die es immer wieder gibt, so, wie er ist, durchgesetzt und zu einem gewissen Maße bewährt. Die größten Experten haben sich damit befasst, es gab zig Diskussionen nach zig Spielen mit zig Entscheidungen. Man hat es geschafft, bei diesen Diskussionen häufig weitgehend sachlich und abwägend zu bleiben.

    Wo war der FF bitte in all diesen Monaten? Ich habe hier oder anderswo niemanden aus der FF-Szene gesehen, der sich mit diesem Thema professionell, ausgewogen und auf dem Stand der Technik beschäftigt hätte, und schon gar nicht den Herrn Juchem. Und jetzt, nach nicht einmal 10 Spielen mit einer Handvoll Entscheidungen will man auf einmal alles besser wissen. Vielen Dank auch! Die Expertenmeinung und das Fachwissen der „FF-Experten“ mit all ihrer Erfahrung hat den Personen von der IFAB gerade noch gefehlt. Wenn die diese Vorschläge hören, werden sie dafür nur ein müdes Lächeln übrig haben. Haben sich ja auch erst hunderte, ach was tausende Personen Gedanken über die bestmögliche Umsetzung des VAR gemacht, aber auf den ultrainnovativen Vorschlag von Herrn Juchem ist dabei vermutlich noch keiner gekommen…

    Bevor man hier einem dem subjektiven Gefühl entspringende Debatte anzettelt, sollte man erst einmal an seinem gefährlichen Halbwissen arbeiten. Dann würden sich manch abstruse Vorschläge schon von ganz allein verflüchtigen. Z.B. den mit der Anforderung durch die Bank (würde zu zu häufiger Anforderung führen), genauso wie mit der Erklärung durch den Schiedsrichter (würde das Spiel unglaublich verzögern und zu Zuständen wie beim Eishockey mit dauerhaften Werbeunterbrechungen führen, was den Charakter des Fußballs kaputtmachen würde). Es hat auch nichts mit Schiebung oder so weiter zu tun, denn in anderen Sportarten werden noch ganz andere Summen gehandelt, in denen es diese Art des Videobeweises gibt (z.B. Eishockey, American Football etc.).

    Beim VAR wird es nur zwei Möglichkeiten geben: Friss oder stirb! Nehmen oder sein lassen! Will man ihn haben, dann bekommt man ihn so, wie er jetzt ist. Als ob es da für den FF Extrawürste gäbe…
    Man sollte doch froh und dankbar sein, dass er vielleicht dazu beiträgt, die haarsträubenden Schiedsrichter-Fehlentscheidungen, die uns noch alle von den letzten Weltmeisterschaften im Gedächtnis sind (ich sage nur, ein nichtgepfiffenes Ball-in-die-Hand-nehmen!), wenigstens etwas einzudämmen. Denn bevor man hier ernsthaft Kritik am VAR übt, sollte der FF zusehen, dass er es überhaupt mal schafft, für eine vernünftige Schiedsrichteracquise zu sorgen.

  9. mir kommt bei der WM der VAZ viel zu oft zu einsatz. meiner meinung nach macht so das spiel kaputt.

    mich nerven die ewigen spielunterbrechungen

  10. Altwolf sagt:
    13. Juni 2019 um 16.54 Uhr Uhr
    Bei der Diskussion um die Einschätzung des dann nachträglich gegebenen 11-Meters bei F vs. N wurde nicht klar, was zu der Entscheidung geführt hat, denn getroffen hat I.Engen den Ball schon bevor sie die Französin dann allerdings mit gestrecktem Bein und Schuhsohle getroffen hat.
    Wenn es von Fr.Steinhaus dann genauso interpretiert wird, wie wenn eine Spielerin mit gestrecktem Bein u. „offener“ Sohle zum Ball geht auch wenn sie den Ball dabei trifft, dabei jedoch eine schwere Verletzung der Gegenspielerin riskiert, wäre das durchaus üblich dies als Foul und auch mit Gelb zu bewerten.

    Das wäre auch meine Interpretation und daher bin ich für den Elfmeter. Der Ball ist wohl auch getroffen worden, aber nur leicht. Aber dieses mit „offener Sohle“ war für mich eindeutig.

  11. VAR an sich koennte ja schon helfen.
    Aber wenn FIFA/DFB oder wer statt Fachleuten eben eher, Event-Liebhaber oder bekumpelte Kollegen davor setzt, geht es eben mehr in Richtung Abenteuer-Event.
    Da war wohl auch etwas am Anfang (leider noch nicht gesehen) aber das Abseits 3:2 fuer AUS zu geben setzt dem Fass ohne Boden spielend noch die Krone auf.
    Fussball als Event-Circus. VAR/Schiri Entscheidungen als Slapstick-Clownerie. Linienrichter drum rum und 4. Offizielle. Allem Anschein nach eher alles bespassungs-orientierte Laien, die sehr teuer bezhlte Unterhaltung liefern aber, eben nicht mal eine Schiri-Aufnahmepruefung schaffen duerften, was ihre Fachkenntnis angeht.

  12. @bale
    Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich gleich total blamiere. Ich hatte das Spiel nebenher laufen, als ich noch auf der Arbeit war. In der Szene wäre wohl auf abseits entschieden worden, wenn Kerr tatsächlich den Ball berührt hätte (es sah für mich sehr nach abseits aus). Da der Ball aber allerdings von der Brasilianerin (Monica?) bei einem missglückten Klärungsversuch zuletzt berührt wurde, fiel „abseits“ plötzlich weg? Zumindest hatte ich es vorhin so verstanden. Habe mich aber bisher nicht weiter damit befasst.

  13. Mich überzeugt dieses System auch nicht.

    Zum einen stört es den Spielfluss und die Atmosphäre durch minutenlange Unterbrechungen, die dann teilweise nicht mal nachgespielt werden. Das ließe sich aber vielleicht noch verbessern.

    Bei der Überprüfung von Hand-, Abseits- und Torentscheidungen kann der Einsatz des VB hilfreich sein.

    Bei den verzögerten Abseitsentscheidungen dürfte es vor allem für die Zuschauer im Stadion oft gar nicht mehr nachzuvollziehen sein, wann eine Abseitsstellung vorgelegen haben soll. Spontaner Jubel verbietet sich fast, da nahezu jedes Tor überprüft wird und erst mit der Minuten später erfolgenden Entscheidung feststeht, ob Jubel angebracht ist oder nicht.

    Außerdem wird durch den VB der Fokus vom Platz, vom Sport und von den Akteuren in einem zunehmenden Maße auf die Hilfsmittel (die Schiedsrichter und die Technik) gelenkt. Die Schiedsrichter stehen mehr im Mittelpunkt als je zuvor, werden minutenlang eingeblendet. Es gab eine Zeit, da wurden Schiedsrichter gelobt, die es schafften ein Spiel so zu lenken, dass der Ball rollte und die nicht im Vordergrund standen, sondern möglichst wenig auffielen. Mit dem VB ist das nicht mehr möglich. Zumal die Schiedsrichterentscheidungen durch den VB nicht wirklich besser werden (2. Elfmeter Spanien-Südafrika, Elfmeter Norwegen-Frankreich, Abseitsentscheidung beim 3:2 bei Australien-Brasilien – Kerr ist bei Ballabgabe im Abseits und verhält sich nicht passiv, sondern bewegt sich zum Ball. Also geht die Torhüterin auch ein Stück mit und die Abwehrspielerin geht zum Kopfball, weil sie weiß, dass Kerr hinter ihr ist. Ohne Kerr wäre sie vielleicht gar nicht hingegangen. Von daher drei Entscheidungen, die im ersten Moment von den Schiedsrichterinnen richtig entschieden wurden und erst durch den VB falsch wurden.

    In gewisser Weise erinnert mich das auch an Gladiatorenkämpfe. Da ging es ja auch nicht nur um den Kampf, sondern genauso bedeutend war, ob der Daumen des Kaisers am Ende nach oben oder unten zeigte. Das Spektakel im und neben dem Spektakel.

    Was mich jedoch am meisten stört, ist, dass die Entscheidung, ob eine Überprüfung erfolgt oder nicht, arg willkürlich erfolgt. Weshalb wird das „Handspiel“ einer Schottin überprüft, das „Halten/Drücken/Hand auf Schulter“ einer Engländerin im Strafraum (28. Minute) aber nicht? Hätte die Schiedsrichterin das aus der Hintertorkameraperspektive gesehen, hätte sie womöglich auf Strafstoß entschieden. Es wurde ihr aber nicht gezeigt.
    Weshalb bekommt die Japanerin keine gelbe Karte für den Arm, der in das Gesicht der Gegnerin geht und ihr den Zahn ausschlägt?
    Weshalb wird das „Foul“ einer Südafrikanerin gegen eine Spanierin oder das „Foul“ einer Norwegerin gegen eine Französin überprüft, das „Foul“ einer Norwegerin an einer Nigerianerin oder das „Foul“ einer Kamerunerin an einer Kanadierin aber nicht? (Letzteres hier bei 1:51 zu begutachten: https://www.youtube.com/watch?v=-iGRTTmoreY )

    Durch diese willkürlich Auswahl wird letztlich der Manipulation Tür und Tor geöffnet, denn es lassen sich wahrscheinlich in jedem Spiel Strafraumszenen finden, die man, wenn man sie sich nur oft genug anschaut, als Foul interpretieren kann. Die Entscheidung, welche davon überprüft wird, bleibt subjektiv, soll aber durch den VideoBEWEIS objektiv erscheinen. Über den VB lassen sich Spiele womöglich sogar besser manipulieren, die genehmen Szenen nimmt man und die weniger genehmen lässt man weg. Und dann wird das ganze noch als „objektiv“ verkauft. Kennt man schon aus Zusammenfassungen oder aus der Entscheidung, ob eine Wiederholung gezeigt wird oder nicht. Nur das das jetzt Schiedsrichter machen.

    Bei Abseits-, Hand- und Torlinienentscheidungen finde ich die Unterbrechungen zwar nervig, könnte mich aber noch daran gewöhnen. Bei möglichen Fouls ist mir die Auswahl der überprüften Szenen zu willkürlich. Wollte man aber alle überprüfen, würde man bei manchen Spielen mehr Zeit für die Unterbrechungen benötigen als für das Spiel.

    @Fan2
    1. Nicht jeder schaut sich Männerspiele an. Für manchen Frauenfußballkonsumenten ist das der erste Kontakt mit dem VB. Also gibt es erst jetzt die Diskussion.
    2. Seit wann bist du denn so obrigkeitshörig? Nur weil die acht Männlein vom IFAB (dessen Zusammensetzung eh schon bedenklich ist) meinen, das VAR wäre toll, müssen alle anderen das genauso sehen?
    3. Die Entscheidungen sind aus meiner Sicht nicht grundsätzlich besser geworden. Drei spielentscheidende Fehlentscheidungen aufgrund des VB sprechen eine andere Sprache. Die Schiedsrichterinnen müssen besser werden, der VB trägt dazu nicht bei.

    PS: Man sollte auch bedenken, dass man sich mit der ganzen Technik um Wembley-Tore, die Hände Gottes und die damit verbundenen Geschichten und Legenden bringt. Und nicht zuletzt von diesen lebt der Fußball doch, oder?

  14. Ich bin generell kein Freund des Videobeweises, aber die bei dieser WM mit Unterstützung der VAR getroffenen Entscheidungen sind für mich bisher fast alle recht nachvollziehbar:

    – beim Abseits gibt es keinen ‚Graubereich‘, d.h. eine nachgewiesene Abseitsstellung ist immer „klar“, egal ob drei Millimeter oder drei Meter. Ein Kriterium wie „mit freiem Auge erkennbar“ wäre viel zu schwammig. Die Aberkennung der Tore in den Spielen AUS-ITA und KOR-NGA war daher korrekt.

    – ein Fußtritt gegen eine Gegenspielerin ist ein Foul, auch wenn vorher der Ball gespielt wurde. Die Foulelfmeter in den Spielen ESP-RSA und FRA-NOR waren beide berechtigt. Die Norwegerin hat den Ball nicht mal wirklich getroffen, von „geklärt“ kann schon gar keine Rede sein!

    – Das Thema Handspiel bleibt ein schwieriges, eben weil hier der ‚Graubereich‘ sehr groß ist. Die neuen Regeländerungen, welche die Absicht teilweise durch andere Kriterien ersetzen, stiften hier m.E. eher Verwirrung. Krasse Fehlentscheidungen gab es in diesem Bereich bei diesem Turnier aber noch nicht.

    Noch kurz zu zwei besonders ‚kniffligen‘ Fällen:

    1.) KOR-NGA: Das Tor zum 1-0 für Nigeria wurde möglicherweise von D.Oparanozie irregulär mit der Hand erzielt. Sollte das so gewesen sein, müsste der Treffer (auch nach den alten Regeln) aberkannt und die Spielerin verwarnt werden. Aber ich kann ehrlich gesagt auch nach mehrmaliger Betrachtung der Szene nicht eindeutig feststellen, dass die Spielerin tatsächlich mit den Fingerspitzen den Ball berührt hat, eine Änderung der Flugbahn des Balles ist jedenfalls nicht zu erkennen. Die gleichen Schwierigkeiten hatten wohl auch die Schiedsrichter im Videoraum und haben deshalb Frau Pustowojtowa kein ‚Review‘ empfohlen, so dass das Tor (als Eigentor der Koreanerin) Bestand hatte.
    Im TV (und auch hier im Artikel) wurde das als klare Fehlentscheidung hingestellt, aber so klar war es gar nicht!

    2.) AUS-BRA: Der Siegtreffer für Australien war ein Eigentor der Brasilianerin Monica. Die Schweizer Schiedsrichterin Staubli hat dieses Tor -nach durchgeführtem ‚Review‘- gelten lassen. Für mich eine zweifelhafte Entscheidung. Die erwiesenermaßen in einer Abseitsposition befindliche australische Stürmerin S.Kerr hat zwar den Ball nicht berührt und auch keinen direkten Zweikampf um den Ball geführt (hätte z.B. die mit ihr zum Kopfball hochgestiegene Kathellen das Eigentor erzielt, wäre der Fall völlig klar!), aber Monica wurde durch die in ihrem Rücken lauernde Gegenspielerin doch irgendwie beeinflusst. War Kerr da also wirklich „passiv“?

    @ ajki:
    „Auf gar keinen Fall gehören schiedsrichterliche Aktionen in die Hände der beteiligten Parteien.“

    Dem kann ich nur beipflichten! Eine Reform des VAR im Sinne einer „Challenge“ wäre ganz sicher keine Verbesserung.

  15. Ich antworte mal anstatt fan2 auf den Kommentar von @sonic

    Nur in Deutschland lebt der Fußball vom Gejammere um das Wembley-Tor. Stattdessen wurden Legenden gebildet, um deutsche Weltmeister von 1954, die mit „Panzerschokolade“ und technischem Vorsprung an den Schuhen Weltmeister wurden, garniert mit der Floskel vom „Fritz-Walter-Wetter“. Und plötzlich, 9 Jahre nach dem WKII, „sind wir wieder wer!“. Zugleich wurde der Fußball von Frauen innerhalb des Verbandes verboten. Dann wurde Druck auf die jeweiligen Städte und Gemeinden gemacht, dass ja niemand auf die Idee käme, Frauen ein Stadion zur Verfügung zu stellen.

    Nur in Deutschland lebt der Fußball von so Gestalten wie Berti Vogts, die Argentinien so sauber fanden, während nebenan eine deutsche Studentin qualvoll an ihren Folterungen verreckte.

    Ich kann gerne noch mehr Geschichten und Legenden um den deutschen Fußball erzählen, die auf Lug und Trug, Unterdrückung und Faschismus beruhen, aber kann auch gerne darauf verzichten.

  16. Ich finde den Videobeweis prinzipiell gut und richtig!!!
    Vor allem weil der Fußball auch bei den Frauen immer schneller geworden ist, und somit Fehler der Schiris immer wahrscheinlicher werden!!!
    Die zugegeben oft etwas lange Zeit, bis eine Entscheidung gefallen ist, kann mM mit mehr Training und Routine der Referees weiter verkürzt werden!!!
    Hier muß vor allem auch im Stadion besser kommuniziert werden, was da gerade im Hintergrund passiert!!!

    Der Großteil der Entscheidungen war auch nach meiner Einschätzung richtig!!!
    Nur den sogenannten „Tritt gegen das Bein“ habe ich anders gesehen, denn es erfolgte aus der Bewegung des Schusses heraus!!!
    Kritischer muß man sich dann auch als deutscher Fan fragen, wieso Verena Schweers nicht mit Notbremse vom Platz geflogen ist, sondern nur „Gnadengelb“ gesehen hat??? 🤔

  17. @ Detlef
    bei dem Foul von Schweers war Rot auch mein erster Gedanke. Aber vielleicht befand sich noch eine Spielerin näher zum Tor postiert, die u.U. hätte eingreifen können.
    Ein Einspruch des VAR ist hier m.M.n. nicht gegeben, weil die Schiedsrichterin das Foulspiel gesehen und auch geahndet hat.

  18. historischen Schritt für größere Fairness im Fußball“ Natürlich ist dieser Satz völliger Unsinn. An der immer Subjektiven Wahrnehmung des Menschen ändert auch ein Video Beweis Nichts. Der Gesichtsausdruck von Ingrid Engen zeigt es deutlich. Sie wollte die Situation klären aus ihrer Sichtweise hat sie also die richtige Entscheidung getroffen. Sie klärt, nur landet ihr Fuß am Oberschenkel der heranstürmenden Französin die aus ihrer Sicht genau die selbe richtige Entscheidung trifft indem sie es verhindern will. Für die eine ein Unfall für die Andere schmerzhaft. Löst man nun diese Individuelle Betrachtung und reduziert man diese auf ein zweidimensionales Bild erscheint der Tritt gegen den Oberschenkel im Mittelpunkt was sich durch mehrfaches wiederholen auch noch verstärkt. Hinzu kommt das die Schiedsrichterin sich für oder gegen den visuellen Effekt und gegen eine 4 zu 1 Sichtweise entscheiden muss. Wobei der Eindruck der bessern Übersicht das nächste Problem in der Beurteilung ist. Ich möchte mit diesem Beispiel zeigen das ein Videobeweis sogar das Gegenteil von dem erzeugen kann was er eigentlich soll. Sicher habe ich die Meinung der „Experten“ über das für und wider der 11 Meter Entscheidung ignoriert. Ist auch nicht der Gegenstand meiner Betrachtung. Ich hoffe das zumindest einige verstanden haben was ich ausdrücken will.

  19. @CarlyB: Erneut gefährliches Halbwissen! Der VAR greift auf bei rotwürdigem Foul ein.

    Insgesamt sehe ich es auch so, dass man alle diese Entscheidungen letztlich so vertreten kann. Bei Oparanozie lag mMn kein Handspiel vor, bei dem 3:2 der Matildas handelte es sich um ein Eigentor ohne aktives Eingreifen von Kerr (nur weil eine Spielerin durch die Anwesenheit einer anderen „irgendwie“ beeinflusst sein könnte, ist das noch lange kein Abseits), bei Spanien und Frankreich war es jeweils ein Foul, das einzige, was fehlte, mag die Gelbe Karte gegen die Norwegerin gewesen sein, weil sie mit offener Sohle in die Gegenspielerin reingeht.

    Alles also richtig gemacht soweit. Btw: Wer es meint besser zu können, der kann sich ja gerne bei der IFAB offiziell bewerben. Freue mich dann schon, wenn wir demnächst dann darüber sprechen, was die betreffende Person sich so alles für Fehlentscheidungen geleistet hat!

  20. Sehr geehrter Herr Juchem,

    ein prima Kommentar zum VAR, zu dem ich Sie nur beglückwünschen kann. Die Challenge, wie in anderen Sportarten bereits seit Jahren erprobt, ist das einzig richtige Mittel im Umgang mit dem VAR. Umso bedauerlicher, dass sich hier „Fachleute“ zu Wort melden, die absolut keine Kenntnis haben, wie dies in anderen Sportarten wunderbar klappt. Aber warum sollte der selbstherrliche Fußball mit den alten Männern der FIFA übernehmen, was woanders problemlos funktioniert. Zur Aufklärung: Jede Mannschaft hat in jeder Halbzeit maximal 2x die Möglichkeit, den Videobeweis in Anspruch zun nehmen. Liegt die Mannschaft mit ihrem „Einspruch“ richtig, verlängert sich der Anspruch für künftige Spielsituationen. Liegt man falsch, reduziert sich die Inanspruchnahme bis keine Möglichkeit mehr gegeben ist. Somit beschwert sich niemand über den Schiedsrichter bzw. den VAR, da mann/frau es selbst in der Hand hat, für korrekte Entscheidungen zu sorgen. Auch gut: Der Schiedsrichter erklärt per Mikrofon den Zuschauern seine Entscheidung, welche zusätzlich – so vorhanden – auf der Videowand zur Ansicht gegeben wird.Eine bessere Kommunikation mit den Zuschauern (und natürlich auch den Spielern) gibt es nicht!!! Dieses Beispiel aus dem Feldhockey zeigt, wie einfach es gehen könnte – wenn man denn nur wollte!!! Und um die Sache komplett zu machen: Ich würde im Fußball sofort die Zeit anhalten, sobald der Ball aus dem Spiel bzw. selbiges unterbrochen ist. Jegliches Zeitspiel wäre nutzlos und die lächerliche Nachspielzeit könnte frau/man sich schenken. Aktuell ist der Ball bei einer Spieldauer von 90 Minuten maximal 40 bis 50 Minuten im Spiel! Warum also nicht gleich mit einer reinen Spielzeit von z.B. 2 x 30 Minuten arbeiten?!?Alle Schauspielerei hätte endlich ein Ende, die Schnelligkeit von Ballkindern uninteressant!!!

  21. Mag sein, dass das vielen nicht gefällt, was ich jetzt hier schreibe, aber ich möchte jetzt an dieser Stelle auch mal meine Meinung abgeben, da mir der Artikel deutlich zu viel Populismus enthält.

    Um mal auf die strittigsten Szenen des VARs bisher einzugehen:
    2. Elfmeter für Spanien gegen Südafrika, hier muss auch ich als Beführworter des VARs zugeben, dass hier wohl eine Fehlentscheidung getroffen worden ist.

    Elfmeter für Frankreich gegen Norwegen, ich habe mir die Szene jetzt mehrfach angeschaut und je öfter ich draufschaue desto eher sieht es für mich so aus, als wenn Torrent den Ball zuerst berührt und ihn mit der Innenseite ihres rechten Beins wegspielt, bevor Engen dann über den Ball drischt und die Französin trifft. So haben, dass ja auch Steinhaus, Zwayer und Collinas Erben VARgenommen (kleiner Wortwitz). Absicht von Engen? Sicher nicht, aber es ist ja nicht die Absicht sondern das Ergebnis entscheidend und das war ein Treffer am Bein der Französin. Daher meiner Meinung nach richtig entschieden (und das sag ich als jemand der in diesem Spiel eher mit den Norwegerinnen sympatisiert hat)

    Abseibtsentscheidung bei Australien – Italien: Vorweg die Entscheidung war natürlich richtig den Treffer nicht zu geben, da Bonansea im Abseits stand, zwar knapp aber bei Abseits gibt es (wie Collinas Erben auch jedes mal betonen) nur schwarz oder weiß. Darüber hinaus kann man diese Entscheidung wohl kaum dem VAR ankreiden, den auf dem Feld wurde von der Assistentin (ganz ohne VAR) auf Abseits entschieden, wer mir nicht glaubt kann sich das Ganze in der Videothek des ZDF nochmal anschauen. Zur Zeiten ohne VAR wäre die Italienerin also zurückgepfiffen worden, ehe sie den Treffer erzielen konnte.

    Handspiel von Nigeria beim Treffer gegen Südkorea: War sie wirklich mit der Hand am Ball? ja sie fährt den Arm aus und versucht ihn zu berühren, aber der Versuch allein ist halt noch nicht strafbar und ich gehe mal davon aus das die Leute im Videoraum keine Einstellung gefunden haben, die eine Berührung zweifelsfrei nachweist und so blieb halt die auf dem Feld getroffene Entscheidung stehen. Schließlich ändert der Ball ja weder seine Flugrichtung noch wird er anderweitig dadurch (zumindest wahrnehmbar) beeinflusst.

    Australiens 3:2 gegen Brasilien: Hier haben sich Collinas Erben ausführlichst geäußert, Kurz zusammengefasst: Nach derzeitiger Regelauslegung war diese Entscheidung richtig (mir persönlich gefällt das zwar auch nicht, und ich hätte es besser gefunden, wenn auf Abseits entschieden worden wäre, den Kerr beeinflusst ihre Gegnerin hier doch schon sehr, aber so ist nunmal die Regel)

    Abschließend möchte ich noch jeden der auf den VAR eindrischt daran erinnern, dass er sich doch nochmal die beiden Halbfinals der WM2015 anschauen soll und sich dabei die Augen reiben für was damals sowohl die USA als auch Japan einen Elfmeter bekommen haben (Fouls klar!!! vor dem Strafraum nur sprangen die Stürmerinnen weit genug nach vorne um im Strafraum aufzukommen). So viel zum Thema mehr Fairness !!!

    Und weil es gerade läuft zu Italien Jamaika: Die Elfmeterwiederholung hat nichts mit dem VAR zu tun, das entscheidet die Schiedsrichterin ganz alleine (zum Nachhören hat Collinas Erben das in einer der letzten Folgen erklärt, dass hier der VAR nicht eingreift).

    • @Rago: Nur noch mal zur Klarstellung: Ich habe nichts gegen VAR grundsätzlich, ich finde nur die Art und Weise, wie er derzeit eingesetzt wird diskussions- und kritikwürdig.

      Wir hatten beispielsweise heute im Spiel Japan gegen Schottland gleich zwei zumindest überprüfenswerte Vorfälle, ein Foul an Erin Cuthbert und das Handspiel einer Japanerin. In beiden Fällen wurde nicht überprüft, VAR blieb stumm. Warum? Es bleibt einfach nangels Nachvollziehbarkeit und Willkür ein fader Beigeschmack.

      Zum Spiel Jamaika gegen Italien: Natürlich war die Elfmeterwiederholung eine VAR-Entscheidung, das war ja in der TV-Übertragung sogar eingeblendet. Die Regel ist und bleibt absurd, die VAR-Auslegung war hier jedoch korrekt.

  22. @ Altfan
    Du schreibst hier über die „Fachleute“ die absolut kene Kenntnis“ haben, aber Du weißt „das einzig richtige Mittel“.
    Dann vergleichst Du unterschiedliche Sportarten miteinander, übersiehst dabei aber die grundlegend anderen Voraussetzungen und Bedürfnisse.
    Um es vorweg zu sagen, ich kenne das einzig richtige Mittel nicht! Das ist auch grundsätzlich eher eine Frage der Prämissen jedes Einzelnen. Dem Traditionalisten geht es evtl. darum das Fussballspiel so einfach und ursprünglich wie möglich zu halten. Dem Gerechtigkeitsfanatiker geht es evtl. darum möglichst alle strittigen Szenen zu überprüfen. Dem Stadionbesucher geht es evtl. darum seine Emotionen ausleben zu können und nicht minutenlang warten zu müssen, ob er überhaupt jubeln und sich freuen darf. Evtl. erfährt er dann erst zuhause, warum ein Tor wieder aberkannt wurde. Es gibt noch mehr Perspektiven aus denen die Angelegenheit betrachtet werden kann. Daher empfinde ich es als etwas anmaßend von Dir zu meinen „das einzig richtige Mittel“ zu kennen. Dies kann es und wird es daher auch nicht geben. Es ist immer eine Abwägung der Vor- und Nachteile, bei der man natürlich zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen kann.
    Interpretationsspielraum und unterschiedliche Ansichten wird es immer geben.
    Es gibt für mich absolut sinnvolle Neuerungen wie das Hawk-eye um dem Schiedsrichter sofort zu signalisieren, ob ein Ball vollständig hinter der Torlinie war. Der Spielablauf wird dadurch praktisch nicht gestört. Diese Neuerung ist wohl auch weitgehend unumstritten, ausser evtl. bei Jenen die meinen in Deutschland würde alles kritisiert. Das Hawk-eye an den Linien im Tennis, ist für mich am ehesten mit der Torlinientechnologie im Fussball vergleichbar. Ansonsten halte ich den Vergleich des VAR mit Tennis allerdings für unzutreffed. Es gibt beim Tennis in der Regel keine Fouls und auch keine Abseits- oder Elfmeterentscheidungen. Kurzum die Punkte bei denen beim VAR gestritten wird spielen beim Tennis keine Rolle. Auch im Vergleich zum Eishockey gibt es viele Unterschiede, z.B. feste Abseitslinie, kein passives Abseits und vieles mehr, weshalb Vergleiche nicht so einfach sind. Auch im Feldhockey geht es zumeist um andere Dinge, hauptsächlich Strafecken. Mir gefällt es nicht, dass dauernd versucht wird des Gegners Füße zu treffen um Strafecken heraus zu holen und dies dann andauernd per Videobeweis überprüft wird, ob der Versuch erfolgreich war.
    Wenn es beim Fussball hauptsächlich darum gehen würde eine Hand des Gegners anzuschiessen und dies per VAR kontrollieren zu lassen, wäre es bestimmt auch mit meiner Fusbballliebe bald vorbei!

    • @Bernd: Als Trainer würde ich meinen Spielerinnen längst schon empfehlen, im Strafraum statt aufs Tor immer auf die gegnerische Spielerin zu schießen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Ball irgendwie an deren Hand springt und Elfmeter gepfiffen wird, ist erfolgversprechender, als direkt aufs Tor zu schießen.

  23. @ Markus Juchem Leider passiert das Hand abschiessen auch schon ab und zu, siehe Pokalfinale der Männer.
    Beim Feldhockey is das treffen der Füße allerdings der Hauptgrund für kurze Ecken, welche leider oft spielentscheidend sind.

    • @Bernd: Diese weltfremden Regeln werden leider offenbar von Leuten gemacht, die nie selbst Fußball gespielt haben. Das ist bedauerlich. Wenn etwa Handspiele gepfiffen werden, bei denen eine Spielerin aus 30 Zentimeter im Vollspann angeschossen wird, und das dann als Regelverstoß gewertet wird. Das Anlegen einer Zwangsjacke würde womöglich Abhilfe schaffen.

  24. Wer glaubt, dass die „kalibrierte Linie“ bei Abseitsentscheidungen genau ist, macht sich etwas vor. Laut einem Artikel der tz beträgt die Sprintgeschwindigkeit beim Frauenfußball ca. 20 km/h, also etwas mehr als 5,5 m/s. Die Aufnahmen, die vom VAR verwendet werden, haben laut diversen Artikel auch nur 25 Bilder pro Sekunden, d.h. zwischen zwei Bildern legt eine sprintende Spielerin ca. 22 cm zurück.

    Die Position der relevanten Linie ist von der Wahl des korrekten Bildes (Ballkontakt) abhängig, d.h. wenn ich ein Bild weitergehe, dann kann ich die Linie um 22 cm verschieben, d.h. man kann Abseitsentscheidungen nur mit einer sehr groben Auflösung untersuchen.

    Da von offizieller Seite und von Seite der Kommentatoren immer wieder das Gegenteil behauptet wird, bleibt nur die Möglichkeit, dass keiner Ahnung von Physik hat oder man versucht zu täu­schen.

  25. @Altfan: Auch mal wieder ein Beispiel für einen Kommentar, der nur in der Theorie denkt. Wir sind hier nicht beim Feldhockey, was niemanden interessiert und nahezu keine Medienwirksamkeit hat. Wir sind hier beim Fußball.

    Konsequenzen aus deinem Vorschlag:
    1. Insgesamt ständen 8 (!!) Videobeweise zur Verfügung, unter Umständen noch mehr, die natürlich auch im Normalfall alle genommen werden. Aktuell ist es schon viel, wenn wir mal 3 haben. Allein damit würde man das Spiel schon zerrupfen.
    2. Für mehr Gerechtigkeit würde dieser Videobeweis vermutlich auch nicht sorgen. Denn natürlich werden auch da Spieler versuchen, Videobeweise zu schinden, Szenen so aussehen zu lassen, als wären sie ein Foul, bloß, um dem anderen Team einen Videobeweis zu klauen.
    3. Wenn du im Fußball einmal die Zeit anhältst, dann garantiere ich dir, wirst du dich vor Unterbrechungen kaum noch halten können. Dann wird es werden wie beim American Football oder Eishockey, wo du Werbung am laufenden Band hast. Selbst mit einer Spielzeit von 60 Minuten wird da so manches Spiel schnell mal 3 Stunden dauern, und damit deutlich länger als beim Fußball.
    4. Beim aktuellen VAR haben nicht bloß alte Männer von der FIFA entschieden. Was diese WM betrifft vielleicht. Aber insgesamt hat sich der VAR mittlerweile in vielen Ligen, in der CL und EL sowie in Pokalwettbewerben etabliert. Und überall kommt man mit ihm zurecht? Nur die Frauen haben mal wieder was zu nörgeln.

    5. Zum Fußball gehören die Nickligkeiten, die du beschreibst, nunmal dazu. Auch daraus entstehen Legenden (Andi-Möller-Schwalbe, Balljunge bei Alexander-Arnold).

    Fußball ist nunmal nicht Feldhockey. Fußball ist ein Volkssport, Feldhockey ein Nischensport, den vielleicht einmal alle 4 Jahre wen interessiert, dann war es das aber auch. Beim Feldhockey kann man solche Sachen vielleicht ausprobieren, beim Fußball aber nicht. Dort muss man sehr behutsam reformieren, um den Charakter des Spiels nicht zu zerstören. Denn es gibt nichts, was schädlicher für den Fußball wäre.

  26. @Markus Juchem: Wenn hier einer der wenigen Artikel, der tatsächlich ein Kommentar ist und kein einfacher Bericht, sich schon der Thematik des VAR zuwendet, dann würde ich von ihnen deutlich mehr Recherche erwarten, denn ich sehe es genauso wie Rago: Dieser Artikel ist schlicht und ergreifend Populismus. Inzwischen ist klar geworden, dass man sich über alle Entscheidungen durchaus streiten kann.

    Wieso der VAR heute nicht eingegriffen hat, sollte klar sein, denn der VAR ist nicht dazu da, sich bei jeder subjektiv diskussionswürdige Entscheidung einzuschalten, sondern bei einer klaren Fehlentscheidung.

    Das einzige, was ich sehe, ist, dass man hier für jede Situation, die einem nicht passt, einen neuen Buhmann gefunden hat: Den VAR! Ich weiß nicht, ob es euch besser schlafen lässt, jetzt jede Entscheidung, die in euren Augen falsch war, auf den VAR zu schieben (vielleicht ist auch nur eure subjektive Meinung falsch, könnte ja sein, wie wir es bei den Beispielen im Artikel ja schon sehen konnten), wenn ja, dann tut es und belästigt nicht andere damit oder wiegelt sie auf.

    Vielleicht täte es dem ein oder anderen ganz gut, sich mal den Artikel von Deniz Aytekin durchzulesen, der sich nach einem Spiel (ich glaube Leverkusen gegen irgendwen anders) mit vielen kniffligen Aktionen, in denen er einige Fehlentscheidungen getroffen hätte, sehr dankbar für den VAR gezeigt hat. Dann ändert sich vielleicht der Blick mal.

    • @Fan2: Dieser Artikel ist schlicht und einfach meine Meinung. Manchmal würde es schon reichen, die Artikel auf Womensoccer durchzulesen und nicht nach Belieben zu interpretieren. Ich hatte die Beispiele ja nicht per se als Fehlentscheidungen aufgeführt, sondern wollte die willkürliche Anwendung und Auslegung dokumentieren, die sich bisher wie ein roter Faden durch das Turnier zieht. Hier wird das jetzt thematisiert, in den großen Medien dann vermutlich erst, wenn das erste Mal die deutsche Mannschaft negativ betroffen sein wird.

      Eine klarere Fehlentscheidung als den nicht gegebenen Handelfmeter im Spiel Japan gegen Schottland habe ich lange nicht gesehen. Wenn eine solche Szene von VAR nicht erfasst wird, dann kann man es auch gleich bleiben lassen. Früher gab es Fehlentscheidungen ohne VAR, heute mit VAR. Was hat sich jetzt genau verbessert? Die Fairness?

      Es möge sich jeder selbst ein Bild von der Handspielszene machen:
      Zu bewundern ab ca. 0.55: https://www.youtube.com/watch?v=7d5lurx1hz8

  27. @Markus Juchem: Noch einen Nachtrag: Dass die Handspielregel nicht schön ist, ist uns glaub ich allen klar, und sie wird ja auch geändert. Die Diskussionen werden vermutlich aber deswegen nicht weniger.

    Und dass es Personen gibt, die so unsportsmanlike sind, dass sie Regeln dahingehend bewusst ausnutzen, dazu braucht es gar keine Handregeln. Wir erinnern uns alle an das Schwalbentraining der Italiener. Solche Regeln wird es immer geben, ebenso wie die 6-Sekunden-Regel, die praktisch nie angewandt wird, dennoch den USA 2012 zum Olympia-Sieg verholfen hat. Ein solcher Kommentar wie ihrer sagt mehr über ihren Charakter als die Regel.

    Zudem: Wenn sie schon sagen, dass die Fußballregeln von Männern gemacht werden, die nie Fußball gespielt haben, dann würde ich mal die Rückfrage stellen, wieviel Fußballerfahrung sie bitteschön haben? Der Name Juchem ist mir als Spieler in der Fußballwelt jedenfalls noch nicht untergekommen. Soviel zum „Expertentum“.

  28. @Markus Juchem: Mag sein, dass noch nicht alles läuft. Lief am Anfang beim VAR bei den Männern auch nicht. Mittlerweile ist das aber deutlich besser geworden.
    Von den großen Medien wird nichts kommen, einfach, weil es schon viel krassere Fehlentscheidungen beim VAR gab in viel wichtigeren Spielen. Die Empörung für den VAR ist aufgebraucht.

    Mir erscheint das hier eher so, als ob sich einige ewig Gestrige dem Fortschritt entgegenstellen wollen und dabei versuchen, ein bisschen Aufmerksamkeit zu erhaschen, indem sie sofort auf diesen Zug aufspringen. Ein müdes Lächeln gibt es dafür nur.
    Als ob die FIFA auch nur auf irgendeine Klage aus dem FF reagieren würde, noch dazu von einem Provinzjournalisten. Es ist schon so, als ob jetzt die Glühbirne zu einem weit entlegenen Volk gebracht würde, und diese nun erst einmal darüber diskutieren, ob die Glühbirne (oder von mir aus auch Energiesparlampe) wirklich so sinnvoll ist, nachdem andere Völker 200 Jahre schon Erfahrungen damit gemacht haben.

  29. @ Markus:
    „Wir hatten beispielsweise heute im Spiel Japan gegen Schottland gleich zwei zumindest überprüfenswerte Vorfälle, ein Foul an Erin Cuthbert und das Handspiel einer Japanerin. In beiden Fällen wurde nicht überprüft, VAR blieb stumm.“

    Woher willst du wissen, dass es „nicht überprüft“ wurde? Es wird viel mehr überprüft als der Fernsehzuschauer mitbekommt! Aber wenn der VAR zu dem Schluss kommt, dass die vom Schiedsrichter auf dem Feld getroffene Entscheidung jedenfalls keine klare(!) Fehlentscheidung ist, schaltet er sich nicht ein, sondern „bleibt stumm“. Das bedeutet nicht, dass die Szene nicht angeschaut und begutachtet wurde!

    Bei dem Handspiel der Japanerin kann man sicherlich diskutieren, ob der VAR hier nicht hätte eingreifen müssen. Einiges spricht für ein strafbares Handspiel (Bewegung der Hand zum Ball, Vergrößerung der Körperfläche), es lassen sich aber auch Argumente dagegen finden (sehr kurze Distanz, Hand nicht über Schulterhöhe, insgesamt kein unnatürlicher Bewegungsablauf). Keine leichte Aufgabe für die Schiedsrichter im Videoraum, die unter großem Zeitdruck entscheiden müssen!

  30. @ Fan2
    „Ein solcher Kommentar wie ihrer sagt mehr über ihren Charakter als die Regel.“

    Jetzt lehnst Du Dich aber weit aus dem Fenster! Wie würdest Du denn Deinen Charakter gemäß Deinen Kommentaren beschreiben?

    Der VAR hilft dem Schiedsrichter in der Mehrzahl der Fälle zu richtigen Entscheidungen zu kommen, allerdings nicht immer!
    Die Kameras nehmen mehr Bilder pro Sekunde auf, als das menschliche Auge wahrnehmen kann, zudem kann man die Bilder anhalten, bzw. einzeln nacheinander abspielen. Meine Physikkenntnisse reichen völlig um zu wissen, dass durch die Bildabfolge eine Abseitsposition genügend klar zu erkennen ist.
    Die Zeitlupe verändert allerdings die menschliche Wahrnehmung. So sehen Foulspiele in Zeitlupe oft brutaler aus. Die Wirkung dieser Bilder auf den Schiri ist eine andere als im normalen Zeitablauf. Somit werden Fouls mit und ohne VAR oft unterschiedlich bewertet. Dies sorgt nicht unbedingt für mehr Gerechtigkeit.
    Mein Hauptkritikpunkt am VAR ist allerdings die große Veränderung für das Stadionerlebnis Fussball. Ich merke an mir selbst, dass ich einfach nicht mehr ausgelassen jubeln oder mich ärgern kann, da man in wichtigen Szenen teilweise mit einiger Verspätung damit rechnen muss, dass das Spiel unterbrochen wird!
    Dieser Eingriff in den Fussball ist für mich zu massiv! In Relation zu den teilweise verbesserten Entscheidungen geht mir dabei zuviel verloren. Ist es wirklich ein Gewinn für den Fussball, wenn Mannschaft A den Pokal nicht gewinnt, weil der VAR nach 2Minuten und 43Sekunden in der Nachspielzeit einen Treffer annuliert, weil bei einem Pass zuvor jemand zwei Zentimeter im Abseits stand? In vielen anderen Sportarten, wird die Zeit sowieso andauernd angehalten, oder ist wie beim Tennis nach einem Ballwechsel sowieso unterbrochen. Die Auswirkung bei einem Fussballspiel ist allein wegen den plötzlichen Spielunterbrechungen schon eine gravierendere als bei anderen Sportarten. Meine Meinung ist, dass man den Nutzen technischer Hilfsmittel je nach Sportart für sich betrachten muss. Die 1:1 Betrachtung und Übertragung von anderen Sportarten ist nicht hilfreich.

  31. Das Problem beim VAR ist die (scheinbar) willkürliche Anwendung. Und die fehlende Transparenz, warum er hier eingegriffen hat und da nicht (bei vergleichbaren Szenen).
    D.h. die Szenen müssen kurz, aber deutlich via TV und im Stadion auf der Videoleinwand gezeigt werden. Aufgrund dieser Szene(n) ist die Entscheidung so gefallen. Geschieht wohl zum Teil auch so.
    Das Problem beim Handspiel ist schlicht: Es gibt keine unnatürliche Hand(Arm)bewegung. Es gibt nur beabsichtigtes Handspiel (wie bei der Hand Gottes (Diego Maradona) oder unbeabsichtigtes Handspiel. Letzteres sollte straffrei bleiben, Absicht oder nicht wird aber trotzdem weiter diskutiert werden, auch mit VAR.
    Zu der Szene im Video (23:43 Uhr) von Markus Juchem: Nach aktueller Regelauslegung ein klares Handspiel, dass der VAR hätte melden müssen. Und damit sind wir wieder bei der Willkür.
    Auch so werden Spiele und Wettkämpfe entschieden/beeinflusst.

    Dazu noch eines: Wir haben 1 Feldschiedsrichter, 2 Linienschiedsrichter, 2 Torschiedsrichter und 1 Schiedsrichter bei der Trainerbank (alles richtig?) dazu 3 oder 4 Schiedsrichter im Kölner VAR-Keller. Und es kommt immer noch zu Fehlentscheidungen…

    Zum Abschluss noch der Beitrag von @Manuel: Manuel hat recht: Es ist technisch einfach nicht möglich Abseits bis etwa 20 cm genau zu bestimmen. Daher sollte das auch gar nicht versucht werden. Gleiche Höhe oder im Zweifel für den Angreifer…

  32. @Bernd: Nun, das Szenario, was du beschreibst, hatten wir auch schon vor VAR, ich sage bloß Schalke 2001. Da waren es sogar über 4 Minuten! Und so werden dann eben neue Legenden geboren. (Beispiel: ManCity-Tottenham)

    @Ritchie et. al.: Alles, was ich hier höre, ist ziemlich ich-bezogen. Nach dem Motto: Das Wichtigste am Spiel ist, dass der Fan alles mitbekommt. Tut mir leid, wenn der VAR so viel Zeit in Anspruch nimmt. Aber dann sollen die Mädels doch einfach reguläre Toreschießen und nicht so viel foulen. Dann braucht er sich auch nicht immer einzuschalten.

    Zur Abseitsfrage: Ihr verkennt hier die Realität: Man braucht es gar nicht bis auf 20 cm genau zu bestimmen. Es reicht schon nachzuweisen, dass der Ball auf jeden Fall noch am Fuß war, während die Spielerin bereits im Abseits stand. Denn in aller Regel bewegt sie sich normalerweise in der Folge nicht aus dem Abseits heraus, sondern tiefer ins Abseits hinein. Das heißt, selbst, wenn der Ball den Fuß später verlassen hat, wird die Entscheidung kaum eine andere sein.

  33. @Zaunreiter.
    Zum deutschen Teil hast, du natuerlich in den meissten Punkten sehr Recht. Und andere werden auch, wohl eher weniger ueber das Wembley-Tor jammern.
    Nur sind solche Probleme in keiner Weise auf den deutschen Fussballandschaft zu beschraenken. Das ist anderswo auch kein bisschen inteligenter.
    Grosse Ausnahme ist nur die Berichte und Kommentare im Fernsehen. Da ist in D nochmal meilenweit, unter dem international ueblichen Level. – Was aber natuerlich den durchschnittlichen deutschen Fernsehdonald in seinem schwarz-rot-goldenen Sessel hinter rosarot Brille auch im Leben gar nie mitbekommt und, daher nach dem Motto auch nicht interessiert.

  34. Markus Juchem: meinen Dank für den Link zum Artikel der TAZ ebenso für die Anregung zur Diskussion durch ihren Artikel. Mehr davon. Wussten Sie das eine Frau für das Amt des DFB Präsidenten kandidiert ?

  35. Fan2 sagt:
    15. Juni 2019 um 9.59 Uhr Uhr
    @Ritchie et. al.: Alles, was ich hier höre, ist ziemlich ich-bezogen. Nach dem Motto: Das Wichtigste am Spiel ist, dass der Fan alles mitbekommt.

    Nach welchen Kriterien soll ich hier diskutieren? Nach dem was mein Nachbar mitbekommen hat oder doch besser nachdem was ich mitbekommen oder was mir aufgefallen ist? Da schreibe ich – und andere – sicher „ichbezogen“. Und über etwas, was der Fan – kein Fan – mitbekommt, wird natürlich auch nicht geschrieben oder wurde gar nicht erst berichtet.

    Zitat: Es reicht schon nachzuweisen, dass der Ball auf jeden Fall noch am Fuß war, während die Spielerin bereits im Abseits stand. Denn in aller Regel bewegt sie sich normalerweise in der Folge nicht aus dem Abseits heraus, sondern tiefer ins Abseits hinein. Zitat Ende.

    „in aller Regel“… Und Ausnahmen bestätigen diese „Regel“? Immer? Und wenn z.B. der Fuß 5cm im Abseits war (Bild mit Linie) und eine Tausendstel Sekunde später nicht mehr? Dafür steht aber leider kein Bild mehr zur Verfügung…
    Es geht doch bei meiner Argumentation darum, dass diese Linien sich eben NICHT 100%ig korrekt legen lassen, aber genau das wird behauptet oder als sicher vorausgesetzt.

    Wir brauchen darüber auch nicht weiter diskutieren, die Technik kann vieles aber nicht alles. Und die Technik – der VB – muss weiter verbessert werden. Und wird sicher auch noch verbessert. Nur müssen die Verantwortlichen es auch so kommunizieren und es nicht wie jetzt als so gut wie perfekt verkaufen.
    Wir stehen beim VB erst am Anfang, können ihn auch bereits einsetzen, aber die Anfangsschwierigkeiten, die Mängel, müssen eben auch gesehen und angesprochen werden.

  36. Nicht der VAR bestimmt die Regeln des Fußballspiels, sondern er muß sich den bestehenden oder veränderten Regeln anpassen und das bedeutet, es kann immer nur eine „Annäherung“ der realen Abläufe geben, jedoch mit dem Vorteil gegenüber einer „rein“ menschlichen Wahrnehmung durch d. Schiri o. Assistentin, daß durch die Bildgebung eine Situation dokumentiert und wiederholbar ist.

    Auch wenn es am Beispiel abseits eine gewisse Zeittoleranz durch die Bildsequez gibt, ist es doch fast immer möglich in einem Bild den Zeitpunkt des Abspieles und den des Lösens aus der gedachten Abseitslinie zu erfassen.
    Der Linienassistentin ist dies eher seltener möglich, da sie nur eine Perspektive hat und insbes. auf Höhe der Abseitslinie oft den Abspielmoment gar nicht sehen kann, sondern diesen mehr oder weniger „interpoliert“, also die Bewegung die Balles, sofern ihr Blickwinkel dies zulässt, wahrnimmt u. dies dann auf den Körper der betreffenden Spielerin/nen in den eingenomenen Positionen übertragen u. entscheiden muß.

    Bei den anderen strittigen Fällen, wird die Einführung von zusätzlichen,rein vertikalen, also möglichst senkrecht von oben positionierten Kameras, die noch fehlenden Perspektiven ergänzen und so Berührungen des Balles von Hand oder Körperteilen miteinander noch besser differenzieren können ohne jedoch dadurch „perfekt“ zu sein. Der VAR wird immer nur eine „Hilfe der menschlichen Wahrnehmung“ sein und sollte deshalb auch nicht als etwas anderes gesehen werden. Entscheidend ist nicht die Technik, sondern was der „Mensch/Schiri“ dann daraus macht oder glaubt erkennen zu können.

    Bei „Foulspielen“ insbes. im 16er würden Kenntnisse oder zumindest Berücksichtigung biomechanischer Abläufe schon den gewollten oder zu Recht erhaltenen Strafstoß meist schon erkennen lassen.
    Denn jeder,der stolpert oder dessen Fuß/Bein blockiert wird hat den Reflex sich nach vorn hin mit dem nicht blockierten Bein abzufangen. Bei den gewollten 11-ern bleibt dieses „freie“ Bein jedoch meist stocksteif nach hinten gestreckt, was nur bewußt zu „machen“ ist.

  37. @Altwolf

    „Bei „Foulspielen“ insbes. im 16er würden Kenntnisse oder zumindest Berücksichtigung biomechanischer Abläufe schon den gewollten oder zu Recht erhaltenen Strafstoß meist schon erkennen lassen.
    Denn jeder,der stolpert oder dessen Fuß/Bein blockiert wird hat den Reflex sich nach vorn hin mit dem nicht blockierten Bein abzufangen. Bei den gewollten 11-ern bleibt dieses „freie“ Bein jedoch meist stocksteif nach hinten gestreckt, was nur bewußt zu „machen“ ist.“

    Da wäre ich mir nicht so sicher. Ich weiß nicht genau wie es beim Fußball ist, aber beim Handball wird Falltraining gemacht. Da soll man sich gerade nicht mit dem freien Fuß oder gar dem Knie abfangen, sondern mit den Händen etwas bremsen/abfangen, um dann auf einer möglichst großen Fläche des Körpers zu landen, um die Kräfte besser zu verteilen. Im Judo ist es wohl ähnlich. Fängst du dich nur mit dem Bein ab, ist die Verletzungsgefahr relativ groß. Kann also sein, dass diese natürliche Reaktion abtrainiert wurde.

  38. @Sonic

    Trainieren kann man das sicherlich, wobei es beim Handball vornehmlich die Kreisläufer und Aussen betrifft, doch da wird je nach Absprung das Standbein bzw. Absprungbein nicht blockiert und bei relativ flachem Hineinspringen mit dem Oberkörper voran ist es dann nätürlich sinnvoll die Beine bei der Landung bzw.vor dem Kontakt mit dem Boden bewusst gestreckt zu lassen, da, wie du schon angesprochen hast, die Verletzungsgefahr für die Kniee relativ groß ist.

  39. Man gewöhnt sich ja an allem (vor allem am …). Insbesondere vielleicht an katatastrophale Schiedsrichter*innen-Entscheidungen (dazu gleich mehr).

    Habe nach Argentiniens erstem WM-Tor bei dieser WM zum zum Spiel SCO-ARG geswitcht und das wurde dann tatsächlich noch ein Krimi! Argentinien drückte und spielte auf einmal auch richtig schön Fußball. Dann das wunderschöne Anschlusstor; wenn auch etwas glücklich, da die schottische Keeperin noch am Ball war, aber das Leder nicht mehr über die Latte lenken konnte. Dann weiter Offensivpower und ein Foul der Schottinen im Strafraum, das die Schiedsrichterin erstmal nicht als solches bewertete. Dann der VAR und nach langer Wartezeit und Begutachtung der Szene durch die Schiedsrichterin doch der 11m-Pfiff (zu Recht!). Und wie sollte es anders sein: Trotz mehrminütiger Regelkunde durch die Schiedsrichterin hat sich die schottische Keeperin doch tatsächlich den Bruchteil einer Sekunde zu früh von der Linie bewegt, der ursprünglich gehaltene Strafstoß wurde wiederholt und die Keeperin bekam gelb! So weit so (nicht) gut. Den Wiederholungselfer verwandelte die Argentinierin schließlich zum 3:3, womit Schottland sicher und Argentinien sehr wahrscheinlich ausgeschieden sind. (nur wenn CMR-NZL UND CHI-THA unentschieden spielen, qualifiziert sich ARG fürs Achtelfinale).
    Das aus meiner Sicht Skandalöse ist jetzt allerdings die Nachspielzeit: Von dem Zeitpunkt, zu dem die Schiedsrichterin auf den VAR aufmerksam gemacht wurde, bis zur Vollendung des Wiederholungs-11m waren sage und schreibe 8 Minuten (ich habe im live-stream extra nochmal zurückgespult und nachgeschaut) vergangen. In der 4. Minute der Nachspielzeit wurde das Spiel schließlich fortgesetzt und ca. eine Minute später auch schon abgepfiffen mit dem Hinweis der Schiedsrichterin, dass ja nur 4 Minuten angezeigt worden waren.
    Also meines Erachtens hätte die Schiri mindestens die 8 Minuten, die für den Videobeweis ins Land gegangen sind, nachspielen lassen MÜSSEN, um beiden Mannschaften noch die Chance zu geben, das entscheidende Siegtor schießen zu können und sich damit evtl. noch für die nächste Runde zu qualifizieren. So wurden letztlich beide Mannschaften indirekt durch die Dauer des VAR benachteiligt und die Endphase dieses Spiels, das an Spannung kaum mehr zu überbieten war letztlich zerstört. So etwas kann wohl nicht im Sinne des Fußballs sein – schade 🙁

  40. Wie will die FIFA in der KO-Runde eigentlich die Elfmeterschießen über die Runden kriegen? Entweder dauert das ewig, weil sich keine Torhüterin mehr bewegen mag oder sie werden mit Gelb-Rot vom Platz gestellt.

  41. So wie der VAR aktuell angewendet wird macht er die ganze WM kaputt. Was denken die sich dabei eigentlich?

  42. Jürgen:
    diese gar nicht so abwegige überlegung ist mir bisher gar nicht in den sinn gekommen.
    aber, eine wirklich sehr gute frage!!!

    ich freue mich auf das erste elfmeterschiessen…

  43. @Jürgen: Ganz einfach. Es werden der Reihe nach sämtliche Spielerinnen eines Teams ins Tor gestellt und mit Gelb/Rot vom Platz gestellt. Und keine 3 Stunden später, wenn dann das Tor endlich leer ist, gewinnt die Mannschaft, die es als erste schafft, am Tor vorbei zu schießen.

  44. Was passiert eigentlich, wenn eine Torhüterin beim Elfmeterschiessen mit Gelb-Rot vom Platz fliegt. Ist dann noch ein Wechsel möglich, oder muss eine Feldspielerin ins Tor? Was passiert, wenn diese auch auf der Liste steht, aber ihren Elfmeter nicht mehr schiessen kann, weil sie auch Gelb-Rot im Tor sieht. Darf man beim Elfer eigentlich auch hinter der Linie stehen, oder muss man drauf stehen?
    Die Kontrolle der Torhüterin durch den Videobeweis, macht das Stadionerlebnis nur noch mehr kaputt. Jetzt darf man selbst nach Elfmetern nicht mehr jubeln, sondern muss erst den Videobeweis anwarten. Die Leute im Keller bekommen zuviel Macht!
    Stelle mir gerade vor wie das Finale nach dem sechsten Platzverweis beim zwölften Elfmeter entschieden wird. So ein spannendes Spiel gestern zwischen Schottland und Argentinien und am Ende entscheidet man im Keller. Traurig für den Fussball.

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