Länderspiel-Bilanz 2008: Frauenfußball verzeichnet Rückgang
Bei der Wahl zur Weltfußballerin und zum Weltfußballer des Jahres am vergangenen Montag in Zürich verkündete Charmaine Hooper , ehemalige kanadische Nationalspielerin und FIFA-Botschafterin für Frauenfußball, dass sich „inzwischen rund 26 Millionen Mädchen und Frauen in den 208 Mitgliedsverbänden der FIFA“ dem Frauenfußball verschrieben haben. Eine imposante Zahl.
Doch trotz wachsender Beliebtheit und Akzeptanz in der Öffentlichkeit spricht die Länderspiel-Bilanz 2008 eine andere Sprache. Nur 364 A-Länderspiele fanden in den vergangenen 12 Monaten im Frauenfußball statt (2007: 448, 2006: 449), ein Rückgang von fast 20 Prozent. Und was noch bedenklicher stimmt: Immer weniger Nationen bestreiten überhaupt A-Länderspiele, hier liegt die Abnahme gar bei nahezu 30 Prozent.
So trugen im Jahr 2008 nur 94 Länder zumindest ein A-Länderspiel aus. 2007 waren es noch 130 Nationen, im Jahr 2006 gar 134. Heißt im Klartext, dass inzwischen nicht einmal die Hälfte aller der in der FIFA angeschlossenen Mitgliedsverbände mehr eine regelmäßig antretende Frauenfußball-Nationalmannschaft besitzt. Da kann auch nicht darüber hinweg täuschen, dass die durchschnittliche Anzahle Spiele pro Team (7,7) höher lag als in den Vorjahren.
Sorgenkind Südamerika Fazit: Immer weniger Teams bestreiten immer mehr Spiele, die Kluft wächst zwischen den großen, finanzkräftigen Verbänden, die den Frauenfußball stärker fördern und den kleineren, finanzschwächeren, in denen zum Teil auch weiter Vorurteile gegen den Frauenfußball bestehen, wie etwa in Südamerika, wo im Vorjahr abgesehen von Turnieren und Qualifikationsspielen kein einziges Frauenfußball-Länderspiel ausgetragen wurde.
Gleich fünf südamerikanische Nationen - Peru, Kolumbien, Chile (kürzlich Ausrichter der U20-WM), Venezuela und Bolivien – sind wegen mehr als 18-monatiger Inaktivität aus der FIFA-Weltrangliste gestrichen worden . Zu ihnen gesellen sich Länder anderer Kontinente, wie Usbekistan, Guatemala, Ägypten, Moldawien und die Malediven.
UEFA dominant Von den 364 Länderspielen im Jahr 2008 fand fast die Hälfte (161) innerhalb der UEFA statt. Asien (59), Afrika (41) Nord- und Mittelamerika (16), Ozeanien (8) und Südamerika (0) folgen dahinter, 86 Partien wurden interkontinental ausgetragen.
192 der 364 Partien waren Freundschaftsspiele, darüber hinaus fanden 110 kontinentale Qualifikationsspiele statt. In der Rangliste folgen die Partien bei den Olympischen Spielen in Peking (26), kontinentale Finalspiele (16) und Olympia-Qualifikationsspiele (14).
USA top Die meisten Länderspiele trug die Frauenfußball-Nationalmannschaft der USA aus (36), gefolgt von China (29), Kanada (24), Australien (22), Japan (20), Norwegen (18), Südkorea, Schweden (jeweils 17), Deutschland (16), Republik Irland und Italien (jeweils 15). Am erfolgreichsten war das US-Team, das sich in Peking olympisches Gold holte und 34 seiner 36 Länderspiele gewann, davon elf hintereinander (eines davon im Elfmeterschießen).
Die wertvollsten Partien für die FIFA-Weltrangliste waren Norwegens 2:0-Sieg gegen die USA zum Auftakt der Olympischen Spiele (40 Punkte) und Japans 5:1-Sieg gegen Norwegen (39 Punkte). Die torreichsten Partien waren Malaysia gegen Korea Republik (0:13), Thailand gegen Philippinen (12:0), Thailand gegen Malaysia (11:0), Taiwan gegen Japan (0:11) und Vietnam gegen Malaysia (11:0).
Die Anzahl der Frauenfußball-Länderspiele im Jahr 2008 war rückläufig. Woran liegt es? Ich freue mich auf Eure Meinungen und Kommentare.
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