Frauen-Bundesliga: Sportlich hui, Außenwirkung pfui

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Heute Abend startet die Frauenfußball-Bundesliga in ihre 30. Jubiläumssaison. Während die Liga trotz des Weggangs einiger namhafter Spielerinnen an Attraktivität kaum eingebüßt hat, bereitet vor allem die Außendarstellung Sorgen.

Logo der FLYERALARM Frauen-Bundesliga
Logo der FLYERALARM Frauen-Bundesliga © DFB

Manager Siegfried Dietrich lässt sich nicht lumpen. Auch wenn der 1. FFC Frankfurt, der 2015 als bisher letzter deutscher Verein die Champions League und somit einen internationalen Titel gewann, sich sportlich derzeit nicht mehr auf Augenhöhe mit dem VfL Wolfsburg und dem FC Bayern München befindet, wird im Stadion am Brentanobad heute Abend mit VIP-Zelt, reichhaltiger Prominenz und mehreren Talkrunden die 30. Jubiläumssaison der Frauenfußball-Bundesliga gebührend eingeläutet, ehe dann ab 18.30 Uhr (Eurosport und Magenta Sport live) zwischen dem 1. FFC Frankfurt und Turbine Potsdam der Ball rollt, zwei Teams, die vor einem Jahrzehnt noch die Frauenfußball-Landschaft in Deutschland geprägt haben.

Sportlicher weiter attraktiv

Auch wenn die Bundesliga einige klangvolle Namen verloren hat – so zog es etwa Bayern Münchens Sara Däbritz zu Paris Saint-Germain oder VfL Wolfsburgs Caroline Hansen zum FC Barcelona – gehört sie sportlich nach wie vor zu den attraktivsten in Europa, wenn nicht gar auf der Welt. Hinter dem Top-Duo VfL Wolfsburg und FC Bayern München, die den deutschen Meistertitel dank der in der Breite mit Abstand stärksten Kader unter sich ausmachen werden, gibt es einen doch recht großen Kandidatenkreis, der um die Plätze dahinter kämpfen kann, wie etwa Turbine Potsdam, die SGS Essen, der SC Freiburg oder der 1. FFC Frankfurt. Alles Teams, die an einem guten Tag für die beiden Topteams zum Stolperstein werden können. Und es besteht Hoffnung, dass sich ab der kommenden Saison nach dem Zusammenschluss des 1. FFC Frankfurt mit Eintracht Frankfurt ein starker dritter Konkurrent etablieren kann.

Mangelhafte Außendarstellung

Und auch das frühe Aus der deutschen Mannschaft gegen Schweden im Viertelfinale der WM im Frankreich sowie die verpasste Olympia-Teilnahme haben eher marginalen Einfluss auf die Entwicklung der Liga und ihrer Zuschauerzahlen. Mehr Sorge als um die sportliche Wertigkeit muss sich die Frauenfußball-Bundesliga um ihre Außendarstellung machen. So wurden etwa von wenigen positiven Ausreißern abgesehen in den Wochen der Saisonvorbereitung Vereinswebseiten schlecht oder gar nicht gepflegt oder Informationen, wenn überhaupt verfügbar, willkürlich über verschiedene Plattformen wie Internet, Facebook, Twitter und Instagram verstreut. Für Fans ein nahezu unmögliches Unterfangen, auf der Höhe des Geschehens zu bleiben und die Bindung zu ihrem Lieblingsverein zu verfestigen. Und auch für Journalisten eine unbefriedigende Situation, wenn jeder einzelne Informationsbrocken mühsam zusammengeklaubt werden muss.

Grobe Defizite

So konnte mancher Bundesligist selbst auf Nachfrage keine Aufstellungen seines Vereins für ein Testspiel zur Verfügung stellen. Selbst Torschützinnen geschweige denn weitere Details zu den Spielen waren oft nicht herauszufinden. Und auch Informationen zum Bezug von Dauerkarten oder die Aktualisierung der Kader zur neuen Saison ließen bei einigen Vereinen lange auf sich warten. So entsteht oftmals der Eindruck, dass man den eigenen Verein bzw. das eigene Produkt nicht ernst nimmt. Um sich dann zu wundern, wenn es die Öffentlichkeit auch nicht tut und dem Stadion fernbleibt. Auch der DFB ist gefragt, durch strengere Zulassungskriterien und ihre penible Einhaltung sowie die Auflage eines Mindestbudgets dafür Sorge zu tragen, dass zukünftig nur noch Vereine mit Ernsthaftigkeit am Spielbetrieb teilnehmen.

Kaum Neues bei den TV-Rechten

Auch bei den Fernsehübertragungen dreht sich die Liga seit ein paar Jahren im Kreis. Immerhin erhofft man sich durch den Sender Eurosport, der die Rechte für die Ausstrahlung eines Freitagabendspiels zu fester Anstoßzeit erworben hat, eine gewisse Schubwirkung, nachdem SPORT1 in der Vorsaison die Liga stiefmütterlich behandelt hat. Hinter den Kulissen brodelt es allerdings, da auf den letzten Drücker auch die ARD ihr Interesse an der regelmäßigen Ausstrahlung von Highlights in der Sportschau am Samstagabend bekundet hat.

Pernille Harder (Mi.) ist eines der Aushängeschilder der Bundesliga © imago / foto2press

ARD als Damoklesschwert für Eurosport

Was grundsätzlich begrüßenswert ist, entbehrt nicht der Pikanterie, weil die ARD über ihre Rechteagentur SportA das Erstzugriffsrecht genießt und somit grundsätzlich in der Lage ist, Eurosport die jeweils attraktivste Partie eines Spieltags relativ kurzfristig vor der Nase weg zu schnappen.

Viel Diskussionsbedarf zwischen allen Beteiligten. Magenta Sport streamt weiterhin zwei Partien pro Spieltag mit einem Fokus auf die Partien des FC Bayern München. Die wünschenswerte Ausstrahlung aller Bundesligapartien zumindest als Livestreaming scheitert bis jetzt an den Kosten, die sich geschätzt pro Saison auf rund eine Million Euro belaufen würden.

Dritter Champions-League-Startplatz vonnöten

Mit der fortschreitenden Entwicklung der nationalen Ligen in den großen europäischen Frauenfußball-Ländern und dem Einstieg finanzkräftiger Akteure wie Juventus Turin, Real Madrid oder Manchester United dürfte auch der Champions League in den kommenden Jahren eine größere Reform bevorstehen. So werden die großen Nationen wie Deutschland, England, Frankreich, Spanien und Italien bei der UEFA verstärkt darum werben, einen festen dritten Startplatz in der Champions League zu erhalten, der dann auch die nationale Liga aufwerten würde.

Planungssicherheit gefragt

Zudem wäre es für die Topvereine wünschenswert, dank einer Strukturreform mit einer Gruppenphase belohnt zu werden, die drei Heimspiele gegen überwiegend gutklassige Gegner und eine entsprechende Planungssicherheit garantieren würde. Ein Pfund, das sich auch gut in Verhandlungen mit Sponsoren und TV-Sendern einbringen ließe. Auch wenn eine derartige Reform den nationalen Spielplangestaltern weiteres Kopfzerbrechen bereiten dürfte, dürfte sie ein wesentlicher Bestandteil der Fortentwicklung werden.

Mein Leben als Hope Solo
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Mein Leben als Hope Solo
  • 340 Seiten - 01.07.2013 (Veröffentlichungsdatum) - Edel Books - Ein Verlag der Edel Germany GmbH (Herausgeber)

Letzte Aktualisierung am 18.01.2020 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

29 KOMMENTARE

  1. Ich gebe selbst als SCF Fan @ Enrico tettnang vollkommen recht.Von mir erhält der SCF was die Informationspolitik diesen Sommer betrifft eine glatte 6 !!!

    Zu den Testspielen gab es weder Vor- noch Nachberichte und auch keine Ergebnisse.Wer nicht vor Ort sein konnte und sich darüber informieren wollte musste sich mühsam durch Fußball.de klicken um wenigsten Einsicht über die Aufstellung und Torschützinnen zu bekommen.

    Eien Tag nach dem Trainingsauftakt erschien ein Bericht auf der HP in dem kurz über den Trainingsstart berichtet wurde,aber sonst wie in den Vorjahren üblich auf die Vorstellung der Neuzugänge verzichtet wurde.Bis jetzt wurde noch nicht mal Daniel Kraus als neuer Trainer vorgestellt.

    Die wenigen Artikel aus unserer Regionalzetung der BZ verbergen sich alle hinter einer Paywall,für die man sich zuerst regiestrieren muss und danach fünf Artikel kostenlos zu lesen sind.Übersteigt man das Kontingent der frei lesbaren Artikel muss man ein kostenpflichtiges Abo abschliessen oder man verzichtet auf den Artikel.

    Kurz vor der Abreise ins Trainingslager hat der Regionalsender und Medienpartner des SCF auf seiner HP ein Videointerview mit Kraus und den Spielerinnen Bühl,Frohms und Kayikci veröffentlicht,aber weder auf der FB Seite des SCF noch auf ihrer HP gab es keinen Hinweis darüber.

    Vom Trainingslager selbst wurden auf der FB Vereinsseite zwar jeden Abend Bilder vom täglichen Training veröffentlicht,aber auch diese ohne jeglichen Kommentar.

    Seit gestern ist auf der HP ein Vorbericht zum Spiel gegen den FCB eingestellt,es werden aber nach wie vor weder der/die Trainer noch die Neuzugänge vorgestellt.

    Wenn ich das mit Hoffenheim und selbst Sand vergleiche,auf deren HP auch Sommerpause herrscht,die aber wenigstens über die Testspiele informierten ist der Mediale Auftritt der SC Frauen mehr als nur peinlich.

  2. Ich schließe mich der Meinung von @SCF Klausi an. Obwohl der SCF seine Frauen-Abteilung eigentlich gut gefördert hat, wird das Team auf der Website total links liegen gelassen. Dagegen bei den Männern: Vorbericht, Nachbericht, Analyse, Interviews… Für mich als Freiburg-Fan wirklich sehr schade, da muss viel mehr kommen!

  3. @Markus,

    ein sehr guter Artikel von ihnen dem ich mich in allen Punkten voll anschließen kann. Ich hatte gestern per Mail an DFB geschrieben und gefragt ob der DFB sich bei der UEFA einsetzt dass Deutschland einen 3. Startplatz bei WCL bekommt und folgende Antwort heute erhalten:“Die UWCL wird von der UEFA verwaltet und gestaltet. Sie legt damit die Teilnahmebedingungen fest. Der DFB bringt sich bestmöglich ein, kann aber nicht entscheiden. Die Anpassung der Startplätze auf 3 für die absoluten Top-Verbände vertreten wir bei jeder Gelegenheit gegenüber der UEFA. Auch wir sehen darin eine Möglichkeit, die Spannung und den Wettbewerb in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga zu erhöhen“. Ich wollte auch an die UEFA und hier speziell an Nadine Kessler schreiben, habe aber auf der Web-Seite der UEFA keine Mailadresse finden können. Nur so viel zu diesem Thema. Ich denke das sich da so schnell nichts ändern wird, leider. Zum Thema TV-Übertragungen, ich hätte als DFB der ARD kein Spiel am Samstag zugestanden nur um 8 bis 10 Minuten Zusammenfassung in dieser Sportschau genannten Fußballsendung. Eine Zusammenfassung hätten Sie auch von den Sonntags-Spielen in ihrer Sportschau um 18:00 Uhr ( was auch schon mal geschehen ist ) oder/und in den 3. Programmen am Sonntag Abend. So wie es jetzt läuft wird der ganze Spieltag zerrissen und bis jetzt weis niemand welche Spiele wann ab dem 4.Spieltag stattfinden. Eine Super-Aussicht für Fans welche gerne zu den Spielen fahren wollen und planen müssen. Weis vielleicht jemand welcher TV-Sender diese Saison die Spiel unserer Teams in WCL übertragen wird?

  4. Internet ist „Neuland“ für Deutschlands Frauenfussball-Funktionäre. Deshalb, und weil Frauenfussball auch für den GEZahlten Staatsfunk immer noch „Neuland“ ist, sind die deutschen Stadien und Vereinskassen gähnend leer.
    An diesem unfassbar blamablen Zustand können auch die aktiven Spielerinnen nichts ändern, obwohl deren Generation längst im Digitalen Zeitalter zu Hause ist!

    Dass sich die deutschen Sport-Manager und TV-Sportredakteure obendrein über die „unglaublichen“ Rekordzahlen in Frankreich, Spanien, England, etc., „wundern“, ist an Heuchelei und Weltfremdheit nicht zu überbieten.

    Vom grossen Vorbild USA gar nicht reden, das sonst so gern als Maß aller Dinge gepriesen wird — und wo echte „Revoluzzer“ wie Rapinoe & Co. längst die ewig-gestrige Funktionärs- & Politiker-Kaste vor sich hin treiben.

    FAZIT: Die KRISE im deutschen Frauenfussball ist hausgemacht und nutzt allein den beiden Konzern-Filialen Volkswagen Wolfsburg und Allianz München…

  5. (achsoja… meine two cent zum leidigen CL-Startplatz-Thema:)

    Hätte die FBL mittlerweile 14 oder gar 16 Plätze (was mit ausreichend Engagement vor fuffzehn, zwanzich Jahren heute möglich gewesen WÄRE)

    UND (gleichtzeitig!)

    wenn es circa 4 bis 5 Clubs *gäbe*, die konstant über mehrere Saisons aussichtsreich um den ersten Platz kämpfen würden (d.h., die am letzten Spieltag in einem engen Punkteband knapp untereinander liegen)

    DANN

    würde ich auch für einen dritten CL-Platz der FBL eintreten.

    So nicht. Offensichtlich noch lange nicht.

    Es bringt doch gar nichts, wenn man einen europäischen Wettkampf aufbläht und den Spielerinnen falsche Möglichkeiten vorgaukelt, wenn man in der ersten KO-Runde achtkantig rausfliegt.

  6. @ Enrico und Co.

    Stimme Euch allen zu. Da dürfte von Seiten des SC Freiburg tatsächlich vielmehr an Informationen kommen. Wenn ich wie SCF Klausi Zensuren vergeben würde, fände ich die glatte 6 mit drei Ausrufezeichen aber mal wieder ein wenig übertrieben. Wenn es kein Update bei den Spielerinnen, keinen Sommerfahrplan, keine Hinweise auf Testspiele und den Bundesligastart und keinen neuen Spielplan zu Saisonbeginn gegeben hätte, könnte ich so eine Bewertung evtl. nachvollziehen. Für mich war die Berichterstattung mangelhaft, deshalb eine 5 ohne Ausrufezeichen, denn leider geht es auch noch schlechter, wie es das Frauenbasketballbundesliga-Team der Eisvögel Freiburg Jahr für Jahr auf deren homepage deutlich beweist! Wenn ich eine 6 mit drei Ausrufezeichen vergebe, habe ich keinen Spielraum mehr nach unten, wenn es sich noch weiter verschlechtert. Deshalb von mir etwas weniger extrem die 5.

  7. „Sportlicher weiter attraktiv“
    Die sportliche Attraktivität sehe ich allerdings immer weiter schwinden. In der letzten Saison betrug der Rückstand der Verfolger auf die beiden Spitzenteam bereits 13 Punkte, und da nahezu alle der Verfolger mindestens eine Schlüsselspielerin an die beiden Großen verloren haben, ist nicht davon auszugehen, dass sich das groß ändert. Zu den Verfolgern würde ich neben Potsdam, Frankfurt, Essen und Freiburg auch noch Hoffenheim zählen. Die mussten zwar ihre Stammtorhüterin nach Wolfsburg ziehen lassen, haben ansonsten aber die größte Kontinuität im größtenteils selbst ausgebildeten Kader. Wobei der Begriff „Verfolger“ unter den gegebenen Umständen natürlich ein Euphemismus ist…

    „ARD als Damoklesschwert für Eurosport“
    Das war auch mein erster Gedanke, als ich vom Erstzugriffsrecht der ARD las. Im Extremfall könnte es z.B. von den beiden Spitzenspielen zwischen Bayern und Wolfsburg keine Live-Übertragung geben, falls die ARD sich diese für die Sportschau „schnappt“. Dann müsste Eurosport jeweils das zweitattraktivste „Top-Spiel“ übertragen.

    „Dritter Champions-League-Startplatz vonnöten“
    Ich kann den Ruf der Top-Nationen nach einem dritten Startplatz zur Aufwertung der eigenen Ligen zwar verstehen, würde darin momentan aber keinen großen sportlichen Mehrwert sehen. In Deutschland gibt es zwei Spitzenteams, die sich ohnehin jedes Jahr für die UWCL qualifizieren. Dahinter kommt sehr lange Nichts. In Spanien und Frankreich ist die Situation ähnlich, mit der Besonderheit, dass in Frankreich Montpellier vielleicht einen Tick näher dran ist, und in Spanien Atletico, ungeachtet der nationalen Erfolge, den Nachweis internationaler Klasse bislang schuldig blieb.

    Lediglich in England und Italien haben sich mit Arsenal und Milan in der letzten Saison dritte Kräfte mit in die Spitzengruppe gespielt. Allerdings würde ich die italienischen Teams generell (noch) nicht zur europäischen Spitze zählen. Von daher würde ich momentan eben noch keinen großen sportlichen Mehrwert sehen, wenn die Drittplatzierten dieser Nationen auch noch in die UWCL kämen.

    Momentan würde ich daher einen zweiten internationalen Wettbewerb, nach dem Vorbild der Europa League der Männer, als die bessere Alternative ansehen. Dort könnten z.B. die Pokalsieger spielen. Ist der Pokalsieger für die UWCL qualifiziert, rückt der Nächstbeste der Liga nach, und aus den Top-Nationen könnte jeweils noch der Tabellendritte dabei sein, eventuell auch die Zweiten der UWCL-Qualiturniere. Der Sieger dieses neuen Wettbewerbs könnte dann – auch nach dem Vorbild des Pendants der Männer – einen direkten Startplatz für die folgende UWCL-Saison erhalten, der nicht zulasten der sonstigen Startplätze seines Landes geht. Diese Variante hielte ich insgesamt für besser, als die UWCL mit noch mehr mittelprächtigen Teams aufzublähen.

  8. Weil es meiner Meinung nach hierhin passt, möchte ich Frau Dallmann aus einem Interview bei dfb.de kurz zitieren:

    „… In Essen arbeiten alle bis abends und hetzen sich danach ab, um pünktlich beim Training zu sein. Beim FC Bayern bin ich oft den ganzen Tag am Campus, kann Fußball spielen und damit das machen, was mir am meisten Spaß macht. Mein Alltag ist völlig anders als noch in Essen. …“

    Herr Juchem hat die Teilüberschrift „Sportlich hui…“ gewählt als Beschreibung der FBL.

    Aber wie in Essen (gem. Dallmann) sieht es natürlich auch noch in mindestens 6, wahrscheinlich eher 8 oder 9 anderen FBL-Vereinen aus. Oder andersrum: ausser in Wolfsburg, München und vielleicht Hoffenheim / Frankfurt… (z.T.) ist die Scherenspanne zwischen (Semi-) Profitum und (Semi-) Amateurstatus noch weit offen. Wenn da auch im internationalen Vergleich mehr „hui“ rein soll in die Liga, dann muss die Spanne Richtung (Semi-) Professionalität ligaweit geschlossen oder wenigstens deutlich verringert werden.

  9. Einen sportliche wie auch finanziellen Mehrwert sehe ich auf jeden Fall. Und das hat gleich mehrere Gründe. Der 3. Startplatz würde vielleicht keinen so großen Abgang von Spielerinnen zu den beiden Topclubs haben, da sie auch bei ihrem jetzigen Verein eine Chance haben bei Qualifikation international zu spielen. Diese Vereine hätten dadurch mehr finanzielle Möglichkeiten auch mal die eine oder andere gute Spielerin zu verpflichten. Dadurch könnte der Abstand zu den beiden Topclubs in der Liga verringert werden weil es für diese beiden Topclubs wesentlich schwerer wäre einen Sieg einzufahren. Auch die Zuschauerzahlen würden angesichts der Spannung zumindest bei den Teams mit Chance auf den 3.Tabellenplatz zunehmen, denn wer hat schon groß Interesse an einem Spiel wo es um nix mehr geht, außer den eingefleischten Fans? Die Liga würde dadurch interessanter und spannender. Ich traue unseren Vereine auf den Plätzen 3 bis 6 auch sportlich zu in der WCL zu bestehen. Vor Allem wenn man sich die Liste der 22 Vereine anschaut welche ein Freilos für das 16tel-Finale erhalten haben. Ich fordere nur für die Spitzen-Nationen wie Frankreich, Deutschland und England einen 3. Startplatz. Da geht es meiner Meinung nach auch um sportliche Gerechtigkeit. Denn wenn man sich anschaut dass manche Nationen genauso 2 Startplätze bekommen wie diese 3 Spitzen-Nationen ist das einfach nicht gerecht. Da bekommen Länder, um nur mal ein Beispiel zu nennen, wie Russland genauso 2 Startplätze wie die o.g. 3 Top-Nationen.Ich will diesen schwächeren Nationen keinen Startplatz weg nehmen sondern nur den Spitzennationen einen weiteren Startplatz zugestehen.Bei den Männern ist ja genauso da bekommen aus der Bundesliga die ersten 4 Platzierten in die CL. Dann 2 Vereine kommen in die EL und ein zusätzlicher Verein kann sich noch dafür qualifizieren. Auch dadurch ist die Spannung in der Männerbundesliga garantiert. Das Mittelfeld zwischen Abstieg und Chance international zu spielen wird klein gehalten. Das wäre bei den Frauen genauso!

  10. Hält es hier wirklich jemand für gerecht, wenn (im MF)der deutsche Tabellenvierte sicher CL spielt und andere Landeserste sich erst noch dafür qualifizieren müssen?
    Und in Richtung dieser Entwicklung wollen einige hier auch den FF treiben?
    Doch wohl nur, weil da deutsche Vereine von profitieren und ihr dann einem weiteren deutschen Verein die Daumen drücken könnt.
    Wen interessieren denn auch die anderen…?

  11. @Ritchie,
    ich nehme mal an du beziehst dich auf meinen Beitrag. Dürfte dann deiner Meinung nach nur der Meister von jedem Land an der WCL teilnehmen? Willst du das? Wieso sollen nur deutsche Vereine davon profitieren? Auch andere Länder würden davon profitieren und nicht nur die von mir genannten Top-Nationen mit einem weiteren Startplatz, sondern auch schwächere Nationen. Denn ich glaube wenn ein Verein aus einem schwächeren Land einen Tabellendritten im 16tel- oder Achtelfinale zu gelost bekommt ist dies für den Verein sportlich und vielleicht finanziell attraktiver als irgend ein Verein aus einem Land den keiner kennt. Ich hatte ja schon geschrieben dass ich keinem Land einen Startplatz weg nehmen will, nur den drei oder vielleicht auch 4 Top-Nationen einen weiteren Startplatz zugestehen würde. Ich will den FF bestimmt nicht bei WCL soweit treiben wie bei den Männern.Auf jeden Fall so wie jetzt die WCL gespielt wird hängt das Weiterkommen mitunter auch viel vom Losglück oder Lospech ab.

  12. Rudi sagt:
    „Die Liga würde dadurch interessanter und spannender.“

    Die Bundesliga vielleicht, in England, wo derzeit 3 Teams leistungsmäßig deutlich vorneweg sind, würde damit dieselbe Situation geschaffen, die jetzt in Deutschland besteht, dass die UWCL-Teilnehmer mehr oder weniger vor der Saison feststehen.

    „Ich fordere nur für die Spitzen-Nationen wie Frankreich, Deutschland und England einen 3. Startplatz…Ich will diesen schwächeren Nationen keinen Startplatz weg nehmen sondern nur den Spitzennationen einen weiteren Startplatz zugestehen.“

    Es dürfte schwierig werden, 3 zusätzliche Vereine ins Sechzehntelfinale zu bringen, ohne dafür 3 anderen einen Platz für Selbiges zu entziehen.

    „Auf jeden Fall so wie jetzt die WCL gespielt wird hängt das Weiterkommen mitunter auch viel vom Losglück oder Lospech ab.“

    Daran würden auch 3 zusätzliche Teams nichts ändern. Es sei denn, man würde bis einschließlich des Halbfinals mit Töpfen nach Setzliste losen, und so ein Aufeinandertreffen der beiden ersten Teams der Club-Rangliste vor dem Finale ausschließen. Das fände ich dann aber irgendwie langweilig…

    Für mich wäre nach wie vor ein zweiter internationaler Wettbewerb die bessere Alternative, weil damit viel mehr Nationen geholfen wäre, und die Entwicklung vielleicht europaweit etwas angekurbelt würde.

  13. @Rudi: Auch dein Beitrag war gemeint. 🙂
    Ja, ich würde gerne wieder zum „Landesmeisterpokal“ zurück. JEDER Landesmeister (und nur diese) nimmt daran teil und zwar ohne Setzlisten (verschiedene Töpfe) gleich im KO-Spiel-Modus. Keine Gruppenspiele mehr, die ja „nur“ für TV-Einnahmen sorgen sollen, aber sportlich für mich oft fragwürdig sind.
    Wie bei den Männer auch bei den Frauen. Ist natürlich alles unrealistisch.
    Zum sportlichen Mehrwert eines festen 3.WCL-Teilnehmers hat @Aldur bereits geschrieben. Damit wird nur die Vormachtstellung der „großen Drei, oder Vier“ Nationen zementiert. Und das zerstört die sportliche Vielfalt mMn.

  14. @Ritchie,

    als diese CL bei den Männern so eingeführt wurde wie sie jetzt ist, war ich auch für die Beibehaltung des Landesmeisterpokal und stand mit der Meinung auch nicht alleine da. Auch Rudi Assauer als Schalke-Manager war damals gegen diese Art der CL. Die Vereine haben diese CL damals aber sehr massiv gefordert. Auch die Vertreter von Frauenteams, wie z.B. Turbines Trainer Rudolph und Siggi Dietrich vom 1.FFC Frankfurt, sowie der DFB fordern ja auch einen 3. Startplatz. Was das mit einer Vormachtstellung der „großen Drei oder Vier“ zu tun hat kann ich nicht nach voll ziehen. Es zerstört auch nicht die sportliche Vielfalt da ja niemand einen Startplatz verliert.

  15. @Rudi: Danke für deine Antwort!
    Sportliche Vielfalt – oder wie man es nennt… Im 16tel Finale hast du 16 Mannschaften. Wenn du den „großen Drei“, wie von dir angedacht je einen Startplatz mehr – also insgesamt 3 mehr – geben möchtest kommst du auf 19 Mannschaften. Daher musst du dann den anderen Nationen 3 Plätze wegnehmen. Oder du erhöhst auf eine höhere Teilnehmerzahl…, also 20 oder 24.
    Sportliche Vormacht: Je drei Mannschaften treten doch sportlich anders auf als 1 oder 2 Mannschaften der „kleineren“ Nationen.

  16. @Ritchie,
    im 16tel-Finale hast du 32 Teams mit 16 Spielen, da hast du dich vertan.Jeder der dieses Jahr teilnehmenden 62 Vereine aus den 50 Ländern kann doch teilnehmen. Ich würde entweder eine Gruppenphase wie bei den Männern einführen, nur nicht so aufgebläht, oder diese Setzliste auf 16 Vereine verringern. Mir geht es nur um diese Setzliste wo nicht nur Meister, sondern auch Vizemeister drin sind. Die restlichen 46 Vereine müssten sich sich in Quali-Runden so wie jetzt ja auch für das 16tel-Finale qualifizieren. Auch bei der CL und EL der Männer finden ja Quali-Runden im k.o-Modus statt und gewisse Vereine sind schon für die Gruppenphase gesetzt. Es wird von mir kein gemeldeter Verein ausgeschlossen an dem Wettbewerb, nur die Setzliste würde ich auf das 16tel-Finale verkleinern. Alle anderen Vereine müssten sich, wie jetzt ja auch schon für das 16tel-Finale oder einer Gruppenphase qualifizieren.

  17. @Rudi: Ja, da habe ich mich mit vertan.
    Aber meine Kernaussage bleibt. Gibst du den „großen Drei“ drei feste Plätze mehr, dann haben die anderen insgesamt 3 Plätze weniger.

  18. Rudi sagt:
    21. August 2019 um 15.19 Uhr Uhr
    Jeder der dieses Jahr teilnehmenden 62 Vereine aus den 50 Ländern kann doch teilnehmen.

    Ist es denn so, dass bei deinem Gedanken aus den teilnehmenden 62 Vereinen 65 Vereine werden würden?
    Die dann die Teilnahme am 16tel-Finale ausspielen?
    Irgendwie verstehe ich das nicht. Da hakt es bei mir.

  19. @Ritchie,
    ich habe nicht gesagt dass ich den „großen Drei“ je einen Startplatz in der Setzliste die wo heuer 22 Vereine enthält,vergeben würde, da hast du mich ein bißchen falsch verstanden. Ich will denen nur einen 3. Startplatz insgesamt geben und damit wären wir dann bei 65 Teilnehmern. Diese Setzliste würde ich von 22 auf 16 Teams verringern und zwar nach einem Schlüssel wo ich nur die letzte, vielleicht noch die vorletzte Saison berücksichtigen würde, mehr aber auch nicht. Diese Setzliste so wie sie der Zeit mit 22 Teams besteht, ist ja nicht nur mit zur Zeit 10 Landesmeistern besetzt, da sind etliche, nämlich auch noch 10 Zweit-platzierte dabei. Bei einer Setzliste von 16 Vereinen würde ich den „großen Drei“ und mehr wären es zur Zeit nicht, dort zwei Plätze wie jetzt auch schon fest vergeben und die anderen 10 Plätze an Landesmeister der vergangenen Saison. Dann wären 13 Landesmeister und 3 Vizemeister für das 16tel-Finale fest.Die Drittplatzierten der „großen Drei“ müßten sich für dieses 16tel-Finale erst qualifizieren, genauso wie alle Anderen. Dies könnte man in den Mini-Turnieren wie sie jetzt schon bestehen, machen, oder durch Quali-Spiele mit Hin- und Rückspiel bis 16 weitere Mannschaften übrig bleiben. Bei 65 gemeldeten Mannschaften müßte man dann 31 Spielpaarungen und 1 Mini-Turnier mit 3 Teams machen um auf den Spielplan von 16 Spiele zu kommen. Ich hoffe ich hab meinen Plan einiger Maßen verständlich erläutern können.

  20. Ich weis jetzt nicht an was es liegt, aber mir kommt es vor als wenn die Beteiligung durch Diskussionsbeiträge von Lesern hier im Forum in letzter Zeit stagniert. Um dies ein bißchen zu ändern möchte ich einen Artikel den ich bei Soccerdonna gefunden habe zur Diskussion stellen. Hier hat der wohl nächste DFB-Präsident Keller in einem Interview bei der WAZ die Männer-Profi-Vereine der 1. und 2. Bundesliga aufgefordert sich , sich verstärkt in den Frauenfußball einzubringen. Ein weiterer Satz von Fritz Keller dürfte noch mehr Intensität haben:“Wir sollten eine Verpflichtung eingehen, dass alle Profivereine in der ersten und zweiten Bundesliga in Zukunft zumindest einen anderen Frauenverein richtig groß unterstützen.“, so Keller weiter.
    Laut Keller sollte auch diese Bedingung Teil des Lizenzierungsverfahren werden. Er sehe dies als „essenziellen Schritt für die Zukunft“ an.
    Soweit Auszüge aus dem Artikel bei Soccerdonna. Was mich wundert dass davon hier bei Womensoccer nicht berichtet wurde. Was ich allerdings nicht als Kritik verstanden haben will. Man kann schließlich nicht alles lesen was in der Presselandschaft so verbreitet wird. Ich finde diese Sätze von Keller durchaus interessant und diskussionswürdig. Vor Allem aber bin dann gespannt ob sich in diese Richtung, welche ich für richtig und gut halte, dann auch was tut.

    • Ich habe eher den Eindruck, dass hier aktuell (nach dem Upgrade) weniger diskutiert wird. Stagnieren bedeutet ja gleichbleibend weiter, aber nicht weniger. Immer mehr wird aber auch nicht gehen. Tschaun wir mal.
      Die Worte von Fritz Keller: Das Lizenzierungsverfahren ist ja aktuell bereits an eine Förderung des (Herren)Nachwuchses verknüpft. Die Vereine sollen ein NLZ (Nachwuchsleistungszentrum) vorweisen. So in etwa.
      Natürlich kann man die Lizenzierung auch mit einer Förderung des Frauenfußballs verknüpfen. Aber macht das Sinn?
      Die wichtigere Frage ist doch nicht, ob der Verein den Frauenfußball fördert, sondern wie er ihn fördert.

      • Naja, das Wie schließt sich ja natürlich an das Ob an. Ich weis jetzt nicht wieviel Vereine der 1. und 2. Bundesliga der Männer eine Frauenfußballabteilung betreiben und/oder einen Frauenfußballverein unterstützen,aber bei manchen Vereinen wäre die Lizenzierungsvoraussetzung schon ein gewisses Druckmittel. Ich denke da auch an Schalke und vor Allem an Dortmund. Ob das Herr Keller durchsetzen könnte wage ich aber zu bezweifeln.

    • Zu den Diskussionsbeiträgen: anscheinend ist Sheldon nicht mehr da, das macht schon viel aus.

      Zu Keller, bei seiner Vorstellung: An das Thema Frauenfußball musste er vom Pressesprecher erinnert werden (Orginalzitat aus der Zeit).
      Zu sagen hat er eh wenig, von daher wird es wohl eher schlechter um den FF beim DFB bestellt sein als es momentan schon ist.

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