USA und Niederlande Gruppensieger

Von am 20. Juni 2019 – 23.47 Uhr 2 Kommentare

Die USA und die Niederlande haben sich mit je drei Siegen aus drei Spielen als Gruppensieger für das Achtelfinale qualifiziert. Nur knapp daran vorbei schrammte Chile, während Kamerun in letzter Sekunde jubeln durfte.

Lineth Beerensteyn (Mi.) bejubelt ihren Siegtreffer gegen Kanada

Lineth Beerensteyn (Mi.) gelang der Siegtreffer für die Niederlande © imago / VI Images

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Die USA gewannen zum Abschluss der Gruppe F im Stade Océane in Le Havre vor 22.418 Zuschauern mit 2:0 (1:0) gegen Schweden.

USA souverän, aber ohne Glanz

Lindsey Horan brachte die Amerikanerinnen früh in Führung (3.), ein Eigentor von Jonna Andersson (50.) sorgte für den Endstand in einer Partie, in der die USA nach der frühen Führung einen Gang zurückschalteten, Schweden aus einigen Chancen aber kein Kapital schlagen konnte.

Chiles Achtelfinaltraum zerplatzt an der Latte

Im zweiten Spiel der Gruppe hätte Chile einen Sieg mit drei Toren Vorsprung gegen Thailand zum Einzug ins Achtelfinale benötigt, doch am Ende reichte es nur zu einem 2:0 (0:0)-Erfolg. Im Roazhon Park von Rennes sorgte ein Eigentor von Thailands Torhüterin Waraporn Boonsing (48.) für die chilenische Führung, die Maria Jose Urrutia per Kopf ausbaute (80.). Doch erst nach dem zweiten Treffer drückten die Chileninnen richtig aufs Tempo. Zur tragischen Heldin wurde Francisca Lara, die einen per VAR gegebenen Foulelfmeter an die Latte setzte (86.).

Beerensteyn lässt Oranje jubeln

In Gruppe E holten sich die Niederlande mit einem 2:1 (0:0)-Sieg gegen Kanada den Gruppensieg. Im Stade Auguste-Delaune von Reims sorgte Anouk Dekker für die Führung (54.), die Christine Sinclair ausglich (60.). Die eingewechselte Lineth Beerensteyn sorgte für die Entscheidung (75.).

Kamerun in letzter Sekunde ins Achtelfinale

Im zweiten Spiel der Gruppe sicherte sich Kamerun in einem Herzschlagfinale durch einen 2:1 (0:0)-Erfolg gegen Neuseeland die Teilnahme an der K.-o.-Runde. Ajara Nchout brachte Kamerun in Führung (57.), doch ein Eigentor von Aurelle Awona schien die Träume platzen zu lassen (80.). Doch in der fünften Minute der Nachspielzeit fasste sich Nchout ein Herz und setzte den Ball zum viel umjubelten Siegtreffer ins Netz (90.+5).

Alle Achtelfinalpartien im Überblick

Samstag, 22. Juni 2019 (17.30 Uhr) in Grenoble – Deutschland – Nigeria (ZDF/DAZN)
Samstag, 22. Juni 2019 (21.00 Uhr) in Nizza – Norwegen – Australien (ZDF)
Sonntag, 23. Juni 2019 (17.30 Uhr) in Valenciennes – England – Kamerun (ARD)
Sonntag, 23. Juni 2019 (21.00 Uhr) in Le Havre – Frankreich – Brasilien (ARD Livestream)
Montag, 24. Juni 2019 (18.00 Uhr) in Reims – Spanien – USA (ARD)
Montag, 24. Juni 2019 (21.00 Uhr) in Paris – Schweden – Kanada (ARD)
Dienstag, 25. Juni 2019 (18.00 Uhr) in Montpellier – Italien – China (ZDF)
Dienstag, 25. Juni 2019 (21.00 Uhr) in Rennes – Niederlande – Japan (ZDF)

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

2 Kommentare »

  • Ingrid Novosad sagt:

    Uncle Jack ein Dankeschön für die wohlwollenden Worte. Ist also aus meinem Erfahrungsschatz meiner 35 Jahre auf deutschen Fußballplätzen doch etwas Brauchbares hängen geblieben.

    Aber ich möchte mich da auch gleich seinen Dankesworten an Herrn Juchem anschließen, der seit vielen Jahren sein Engagement in den Dienst des Frauenfußballs stellt. Gerade solche Plattformen tragen doch dazu bei, dass sich immer mehr Mädchen und Frauen für diese Sportart interessieren.

    Auch wenn die Zuschauerzahlen bei der WM recht gut sind, ist aber weiterhin auch nicht damit zu rechnen, dass sich das auf den heimischen Fußballplätzen widerspiegeln wird. Enorm große Zuschauerzahlen, wie zuletzt in Spanien und Italien, werden weiterhin die Ausnahmen bleiben. Beim Frauenfußball ist das mehr ein Familienereignis.

    Aber so sehr viel anders ist das – sieht man mal von der Bundesliga ab – bei den Herren auch nicht. Es ist doch ein trauriges Abbild unserer Gesellschaft, wenn man sieht, dass Tausende in die großen Stadien rennen, aber daheim die Mannschaften (und nicht nur beim Fußball) fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit ihrem Sport nachgehen. Dabei wird doch da erst der Grundstock für die großen Clubs gelegt.

    Das große Geld wird auch weiterhin bei den männlichen Fußballprofis bleiben, womit sich die Fußballerinnen weiterhin werden abfinden müssen – auch wenn jetzt ein paar Großvereine mehr Geld in den Frauenfußball stecken – mit der Folge, dass der Abstand zu den anderen Vereine immer größer wird und Meisterschaften nur noch zwischen ein paar Vereinen (man kann sie ruhig als Firmen bezeichnen) entschieden werden. Aber das ist ja auch im übrigen Sportbereich so – und leider auch im normalen Berufsleben.

    Beim Frauensport bedaure ich das aber nicht einmal. Man sieht doch schon an den fast täglichen Schlagzeilen, wohin das führt. Je mehr Geld im Spiel ist, desto weniger spielt die Gesundheit der SpielerInnen eine Rolle – also die Achtung vor dem Gegenüber. Und so etwas spiegelt sich dann auch im Verhalten den SchiedsrichterInnen gegenüber ab. Es ist mir nicht verständlich, an welche Anweisungen von den obersten Regelhütern sich diese halten müssen, wenn sie von SpielerInnen wegen ihrer Entscheidungsfindungen angegangen werden. Ich habe immer versucht, auch mit einzurechnen, dass die SpielerInnen ja mit Leidenschaft bei der Sache sind. Aber die Aggressivität, die man jetzt oft zu sehen bekommt, geht schon nicht mehr auf die berühmte Kuhhaut. Eine Popp, eine Martha oder auch Christiane sind da nicht gerade leuchtende Beispiele von Fairness – mit Auswirkung auf andere Spielerinnen.

    Und wenn ich dann von „internationaler Härte“ reden höre, schwillt mir vollends die Gallenblase. Das führt auch im Frauenbereich immer mehr dazu, dass es zu Fouls, wie schon seit langem im Herrenbereich kommt, Grätschen von hinten in die Beine, auch wenn dabei der Ball getroffen wird, mit Anlauf ein Sprung in den Rücken bei Kopfbällen, Ellbogenstöße, das Zerren an Trikots. Es finden regelrechte Ringkämpfe statt und dann beschweren sich SpielerInnen noch lautstark darüber, wenn sie zurück gepfiffen werden.

    Aber damit geht geht die Schönheit des Fußballspiels immer mehr verloren. Und leider wirkt sich all das auf die unteren Ebenen und den Jugendbereich aus.

    Ich muss hier allerdings anmerken, dass ich seit dem abgekarteten WM-Spiel Deutschland – Österreich in den 80er Jahren kein Spiel der männlichen Profis mehr angeschaut habe, kann das also nicht im Detail bewerten. Damals sind die für mich gestorben. Ich habe lediglich bei einem Jubiläum der FIFA nach dem Spiel der deutschen Frauen (damals als Weltweister) gegen eine Weltauswahl auch versucht, mir das nachfolgende Spiel der Weltauswahl der Herren gegen (ich glaube Frankreich) anzuschauen. Ich hoffte, hier brillianten Fußball zu sehen; es ging ja um nichts. Aber als dann nach 5 Minuten einer der Herren mit einem getreckten Bein mit Anlauf angesprungen kam, war diese Thema endgültig für mich erledigt. Ob immer noch so rauhe Sitten herrschen, kann ich also nicht wirklich beurteilen. Doch die Entwicklung im Frauenfußball in dieser Beziehung lässt erahnen, dass sich dan nichts gebessert hat.

    Besonders frustriert bin ich über die Art und Weise, wie mit dem VAR verfahren wird. Die Damen auf dem Spielfeld geben ihr Möglichstes. Aber da kann natürlich nicht alles perfekt sein. Und das ist auch gut so. Würde niemand Fehler machen, gingen alle Spiele 0:0 aus.

    Trotzdem man muss hier auch einmal die Leute vom VAR in Schutz nehmen. Sie haben auf ihren Bildschirmen (soweit wir das als Zuschauer mitbekommen) immer nur eine zweidimensionale Sichtweise. Um wirklich genau beurteilen zu können, ob tatsächlich Körper- oder Ballkontakt vorhanden war, bräuchte man jeweils mehrere Blickwinkel. Mehrfaches Abspielen einer Spielszene bringt da wenig Klarheit.

    Die SchiedsrichterInnen haben aber im Gegensatz zu Zuschauern und Kommentatoren an den Bildschirmen noch die Möglichkeit, ihre eigene Sichtlinie und auch die wahrgenommenen Geräusche (auch danach muss man manchmal gehen) mit der Bildschirmdarstellung in Einklang zu bringen. Sie stehen dabei aber auch immer unter Zeitdruck und dem Druck der Massen, die ja in den Stadien auch diese zweidimensionalen Bilder geliefert bekommen. Und wenn dann das Bild dominiert ……

    Dann fallen eben die Entscheidungen so aus, wie sie ausfallen – und dann kann ich mich drüber aufregen, wie ich will.

    Das musste ich mich allerdings nochmals beim 2. Treffer der USA gegen Schweden ärgern. Mir war hinterher absolut nicht klar, ob der VAR wegen der klaren Abseitsstellung der USA-Spielerin an der Strafraumgrenze der Grund dafür war. Es wurden keine Linien eingeblendet und die Schiedsrichterin bestätigte durch ihr Handzeichen den Videobeweis – aber als Torerfolg. Dabei hatte die in der Abseitsposition befindliche Amerikanerin richtig ins Spiel eingegriffen, auch wenn sie den Ball nicht gespielt hatte. Aber sie erzwang dadurch den Querschläger der Schwedin, von der der Ball zu der anderen Amerikanerin kam. Hätte also, wie es richtig wäre, die Linienrichterin sofort die Abseitsposition angezeigt, wäre es gar nicht mehr zur Ballverlängerung durch die Schwedin gekommen. Aber diese Fehlinterpretierung der Spielsituation hatte keinen so großen Einfluss mehr auf den Spielausgang. Denn die Schwedinnen hätten wohl noch den ganzen Abend spielen können, ohne dass sie ein Tor erzielt hätten.

    Wie unterschiedlich die Schiedsrichterinnen mit dem VAR umgehen, zeigen die beiden Foulelfmeter-Entscheidungen an den beiden ersten Tagen der letzten Gruppenspielen.

    Glücklicherweise gab es bei den jetzigen Spielen der letzten Gruppenphase wenig Anlass, sich über VAR aufzuregen. Mein Eindruck beim Elfmeter für Frankreich war, dass sich hier die Schiedsrichterin auf den VAR verlassen hatte, denn es war schon schwierig für sie zu erkennen, was da wirklich der Fall war. Doch laut Regelbuch ist auch der Versuch schon strafbar.

    Ähnlich verlief es in der Nachspielzeit beim Spiel Argentinien gegen Schottland, was dann zu dem Elfmeter führte.

    Darum ärgert es mich auch immer wieder, wenn die TV-Kommentatoren darüber urteilen wollen, ob ein Foul elfmeterwürdig war oder nicht. Foul ist Foul, egal, wo es stattfindet und im Strafraum führt das eben zu einem Strafstoß.

    Dabei spielt auch immer der Ablauf des Spielzuges eine Rolle. Kommt jemand mit großem Schwung zum Ball, so spielt eine kleine Körperberührung durch AbwehrspielerInnen keine große Rolle mehr. Steigt aber jemand aus dem Stand zu einem Kopfstoß hoch, so reicht sogar ein kleiner Stich mit dem Finger in die Rippen aus, um einen aus der Konzentration zu bringen. Meistens ist so etwas für die SchiedsrichterInnen gar nicht erkennbar, höchstens an einer entsprechenden Reaktion. Und das sieht dann in der Regel auch keine Kamera.

    Was mir auch immer öfter auffällt, ist, dass viele Spielerinnen Fouls begehen, weil sie nur mehr auf den Ball fokusiert sind und überhaupt nicht mehr im Auge haben, wenn es da auch noch Gegenspielerinnen gibt.

    Beim Elfmeter für Brasilien tat die Schiedsrichterin gut daran, sofort zu entscheiden. Es war der typische Fall, wie man es drauf anlegen kann, einen Strafstoß heraus zu holen. Mir war das schon in dem Moment klar, wie das enden würde, als die Brasilianerin in den Strafraum eindrang,. Eine der beiden Italienerinnen, zwischen denen sie durchzubrechen versuchte, würde schon ein Foul begehen. Die Situation, dass sich jemand den Ball vorlegt und möglichst eng am Gegner vorbei geht, hatte ich schon öfters und da bleibt SchiedsrichterIn gar nichts anderes mehr übrig, als auf den Punkt zu zeigen. Bei den Männern passiert sowas öfters. Die Frauen probieren dann doch noch eher vorbei zu kommen.

    Übrigens: Natürlich ist es Absicht, dass mit der Bedingung, dass sich TorhüterIn erst von der Linie bewegen darf, wenn der Ball gespielt ist, wenig Chancen bestehen, den Ball zu halten. Das Ding heißt ja auch Strafstoß.

    Praktisch gesehen hat damit TorhüterIn keine Chance, einen Ball abzuwehren – es sei denn der Strafstoß wurde miserabel ausgeführt.

    So, wie das von VAR bewertet wird, ist das eh noch zu Gunsten von TorhüterIn. Denn die Regel besagt (und das gilt für alle Freistöße), dass der Ball erst eine volle Umdrehung gemacht haben muss, bis der „Ball im Spiel“ ist, also auch bevor sich TorhüterIn von der Linie bewegen darf. Gemessen wird vom VAR aber, wenn der Ball getreten wird.

    Denn eigentlich müssten SchiedsrichterInnen auch noch danach schauen, ob nicht Spielerinnen, von der Strafraumgrenze her schon vor dem Spielen des Balles in den Strafraum eindringen, um entweder einen Nachschuss anbringen zu können oder das zu verhindern. Davon ist man also schon längst abgekommen das zu bewerten. Ob da einmal VAR zur Anwendung kommt, wenn es mal zu einem Nachschuss durch MitspielerIn kommt?

    Was ich selbst noch nicht erlebt habe, worauf man aber als SchiedsrichterIn auch noch zu achten hat, ist die Ausführung des Strafstoßes selbst. Es ist durch die Regel untersagt, kurz vor dem treten des Balles noch kurz inne zu halten, um das Gegenüber in die falsche Ecke „zu schicken“.

    Hier ist VAR schon eine Hilfestellung, denn es ist äußerst schwierig, gleichzeitig Ausführende/n, TorhüterIn, SpielerInnen an der Strafraumgrenze zu beobachten.

    Was mich auch etwas frustriert, ist, dass ARD und ZDF es nicht schaffen, von den anderen Spielen in einem kleinen, auch im Programmhinweis gekennzeichneten Block zu berichten. Nicht jeder Interessierte hat die Möglichkeit, den Livestream zu nutzen. Ich kann das hier in Österreich, wo ich seit einem Jahr im wunderschönen Mölltal südlich des Großglockners leben darf, wegen Goeblocking nicht. Dafür brachte der ORF von allen Gruppenentscheidungen immerhin ein Spiel und davon sogar Wiederholungen.

    Hier habe ich es auch vorgezogen, mir statt dem Spiel der deutschen Mannschaft das spannendere Parallelspiel anzuschauen, kann also zu Deutschland gegen Südafrika keine Aussage machen. Aber den Kommentaren im Internet nach zu urteilen, war es wohl der erwartete Spielverlauf. Man tat sich wieder schwer gegen einen tief stehenden Gegner, vergab klare Chancen und hatte trotzdem Lücken in der Abwehr.

    Doch sollte man bei aller Kritik an der deutschen Mannschaft schon auch anmerken, dass sie schließlich 9 Punkte geholt haben und das bei einem Torverhältnis von 6:0. Die hochgelobten Spanierinnen haben grad mal 4 Punkte geschafft, Japan ja auch nur. Die Spanierinnen haben trotz guter Spielanlage gerade mal ein Tor aus dem Spiel heraus erzielen können.

    Ob das gegen die Amerikanerinnen reichen wird, ist doch sehr fraglich. Zwar ist die amerikanische Abwehr recht anfällig, wenn es über die Flügel geht, dafür ist deren robuster Sturm wohl doch dem der Spanierinnen bei der Chancenverwertung überlegen. Nigeria ist ein knochenharter Gegner. Wenn sich die deutsche Mannschaft davon nicht beeindrucken lässt und sich nicht von schnellen Kontern überraschen lässt, hat sie gute Chancen, weiter zu kommen.

    Die Japanerinnen zeigten sich zwar verbessert, allerding lebten sie, wie auch die Engländerinnen vorwiegend von den Fehlern der anderen. Und bei der Chancenverwertung waren die Engländerinnen einfach effektiver. Und das sollte auch gegen Kamerun reichen, während Japan nur dann wird bestehen können, wenn sie die niederländischen Sturmspitzen in den Griff bekommen können – was doch sehr fraglich ist.

    Brasilien ist ja auch nur dann stark, wenn eine Christine gut eingesetzt werden kann. Aber dass diese Routine gegen die Routine einer Renard ausreiche wird, wage ich zu bezweifeln. Sollte Formigas Kampfkraft fehlen schaut es gegen die wirbelnden Stürmerinnen Frankreichs auch nicht gut für Brasiliens Abwehr aus.

    Bei Norwegen gegen Australien und Schweden gegen Kanada wird wohl entscheidend sein, wie hoch die Fehlpassquote sein wird und wie die Chancenverwertung aussieht, denn viele davon dürfte es nicht geben. Da wird viel nach dem Motto „hoch und weit“ ablaufen. Kampfkraft ist bei allen genügend vorhanden und es wird bis zur letzten Spielminute gerungen werden. Italien sollte gegen China seine Chance über die Flügel suchen, muss aber bei einer doch nicht si sicheren Abwehr vor deren Konter auf der Hut sein.

    Jedenfalls verspreche ich mir spannende Partien und hoffe, dass es nicht zu vielen VAR-Entscheidungen kommt.

    Die Spiele haben ja bei den K.O.-Runden auch einen anderen Charakter, was jetzt auch noch durch die VAR-Entscheidungen verstärkt wird. Denn es wird wohl keine Mannschaft mehr drauf hoffen, durch ein Elfmeterschießen weiter kommen zu wollen. Dazu sind die Chancen, einen Elfer halten zu können, doch sehr gesunken.

    Aber, wie gesagt, niemand macht absichtlich Fehler, säbelt an einem Ball vorbei oder verfehlt das gegnerische Tor – auch wenn man als Zuschauer darüber verzweifeln mag. Die Spielerinnen ärgern sich aber selber am meisten darüber. Absichtliche Fehler werden nur gemacht, wenn Bestechung vorliegt (was es ja bei den Herren durchaus vorgekommen ist und scheinbar immer noch vorkommt – da spielt einfach zu viel Geld eine Rolle) oder man nutzt das im Training.

    Kleine Anmerkung am Rande: Ich habe tatsächlich einmal absichtlich einen „Fehler“ eingebaut. Und da denke ich in meiner Erinnerungskiste immer noch mit Schmunzeln daran. In einem Freundschaftsspiel, das wir bei einer unterklassigen Mannschaft zweistellig gewonnen hatten und in dem unsere Torfrau unterbeschäftigt war, wollte ich die auch mal prüfen. Und so habe ich mich als Libero „etwas dumm verhalten“, als gegen Spielende eine Gegnerin alleine auf mich zu kam. Da unsere gute Torfrau mit meinem „Versagen“ nicht gerechnet hatte, war sie fast chancenlos und die Heimmannschaft hatte eine Riesenfreude über den Ehrentreffer – so wie auch die Thailänderinnen gegen die Schwedinnen.

    Ich durfte mir dann die Vorwürfe meiner Torhüterin anhören und musste ihr mein Motiv erläutern – aber die „Leidtragende“ war eben sie.

    Immer wieder stört mich auch, dass einige Kommentatoren im TV wohl immer noch nicht begriffen haben, dass Frauen dem Zweck eines Fußballspiels huldigen und Tore erzielen wollen und auch möglichst viele. Auch wenn es unter den Frauen schon einige gibt, die glauben, ein Spiel an der Eckfahne der gegnerischen Mannschaft beenden zu müssen, von den meisten wird doch bis zum Schlusspfiff noch versucht, ein Tor zu erzielen – egal, wie weit man vorne oder hinten liegt.

    Und das ist doch schön und ruft dann doch bei den Kommentatoren ein Lob hervor, dass eine Mannschaft nicht aufgibt.

    Ärgerlich in meinen Augen sind diese Rechenkunststücke dieser Kommentatoren, wer nach der Gruppenphase auf wen treffen könnte und wie man es vermeiden könnte, auf einen starken Gegner zu treffen, nötigenfalls sogar ein Spiel zu verlieren!

    Was soll das? Wer Weltmeister werden will, muss gegen jeden Gegner bestehen können! Solche Gedankengänge scheinen den Frauenmannschaften doch noch ferne zu liegen.

    Noch machen sich die Spielerinnen auf dem Feld darüber keine großen Gedanken und bemühen sich bis zum Schlusspfiff um eine Ergebnisverbesserung. Und da ist Angriff einfach auch die beste Verteidigung. Das besonders im Hinblick darauf, dass doch viele Abwehrreihen Schwächen aufweisen, wenn sie unter Druck gesetzt werden.

    Und dass Spiele immer länger als die 90 Minuten gehen, mussten ja schon einige Mannschaften zu ihrem Leidwesen erfahren.

    Es zeigt sich immer mehr, welch Unfug den obersten Regelhütern einfällt, weil sie wohl ihren Existenznachweis erbringen müssen.

    Was soll das bezwecken, dass nach einem Abstoß der Ball nicht mehr aus dem Strafraum gespielt werden muss, bevor ihn die SpielerInnen annehmen dürfen? Oder sollten es einige Herren dazu genutzt haben, Zeit zu schinden.

    Was soll das eigentlich, dass der Anstoß nach hinten ausgeführt werden muss? Damit verhindert man doch ein schnelles Durchspielen nach einem Anstoß. Damit wäre mir damals mein sofortiger Ausgleichstreffer nach dem Anstoß nach einem Superpass nicht möglich gewesen.

    Dass nach einem Schiedsrichterball nicht mehr SpielerInnen beider Mannschaften zugegen sein dürfen, sondern nur die der Mannschaft, die beim Schiedsrichterpfiff am Ball war, ist noch einigermaßen verständlich. Aber man kann nur hoffen, dass das dann nicht im gegnerischen Strafraum passiert, da die anderen ja Abstand halten müssen. Das könnte ja durchaus passieren, wenn SchiedsrichterIn da angeschossen wird, nachdem sie ja nicht mehr „Luft“ sind.

    Und was soll das bezwecken, dass sich AngreiferInnen nicht mehr in eine Mauer stelle dürfen, sondern eine Meter davor? Wo war denn vorher das Problem? Da hat sich halt jemand hinter die Person gestellt, welche in der Mauer stand, um damit eine Lücke zu schaffen. Und schon war die Lücke dicht?

    So, das war es von meinem Frust. Ich werde diese WM wohl noch durchstehen. Aber da sich bei dem Angesprochenen bis zu nächsten EM / WM / Olympiade wohl nichts bessern wird, war es das dann wohl bei mir mit solchen Turnieren.

    Ich wünsche allen Fans noch schöne Spiele ohne große Aufregungen. Bei mir (69) wird es wohl nicht ohne abgehen. Ich hoffe aber ich muss da nicht viel mehr dazu schreiben.

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  • bale sagt:

    Hallo Ingrid, habe deinen subjektiven Text gelesen
    Sei bitte ein bisschen optimistischer beim Frauenfußball
    Es kommen immer neue Generationen von mädels in den fussball und ich freue mich schon auf EM in England und mal sehen wo die nächste WM stattfindet
    Women Football Rilkes

    (1) 1 Gesamt – 1 hoch – 0 runter

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