Sieg für Frankreich, Brasilien bricht Rekorde

Von am 10. Juni 2015 – 10.27 Uhr 16 Kommentare

Zwei der Titelfavoriten kamen am Dienstag in ihren Auftaktspielen bei der Frauenfußball-WM in Kanada zu Erfolgen. Spanien kam hingegen über ein Remis nicht hinaus. Dafür brachen die Brasilianerinnen gleich zwei Rekorde.

Die französische Frauenfußball-Nationalelf kam in einer recht unansehnlichen und durch starken Wind beeinflussten Partie zu einem 1:0 (1:0)-Sieg gegen England. Eugenie Le Sommer erzielte mit einem 20-Meter-Schuss den einzigen Treffer der Partie (29.) einer ansonsten an Highlights armen Auseinandersetzung zwischen dem Weltranglistendritten und dem Weltranglistensechsten.

Bergeroo mit Auftakt zufrieden
„Wir haben drei Punkte geholt, sind ohne Gegentreffer geblieben und keine Spielerin hat sich verletzt“, zog Frankreichs Trainer Philippe Bergeroo ein positives Fazit. Englands Trainer Mark Sampson hatte seiner seinerseits ein „wirkliches Spitzenspiel auf internationalem Niveau“ gesehen „Trotz der Niederlage können wir eine Menge Positives aus diesem Spiel ziehen“, so Sampson.

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Brasilien bricht zwei Rekorde
Brasilien kam im dünn besetzten Olympiastadion von Montreal gegen Südkorea zu einem ungefährdeten 2:0 (1:0)-Sieg. Formiga nutzte einen zu kurz geratenen Pass von Kim Doyeon zur Führung (33.) und wurde damit mit 37 Jahren, 3 Monaten und 5 Tagen zur ältesten WM-Torschützin aller Zeiten. In der zweiten Halbzeit fädelte sie dann geschickt im Strafraum bei Südkoreas Kapitänin Cho Sohyun.ein, so dass Schiedsrichterin Esther Staubli auf den Elfmeterpunkt zeigte.

Marta schreibt WM-Geschichte
Marta verwandelte sicher (53.) und setzte sich mit ihrem Treffer in der ewigen WM-Torschützinnenliste mit nun 15 Treffern an die Spitze vor Birgit Prinz (14). Brasilien deutete erst in der zweiten Halbzeit phasenweise sein Potenzial an, die Südkoreanerinnen waren hingegen zwar gut organisiert, aber im Spiel nach vorne zu harmlos.

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Spanien lässt Punkte liegen
Die beiden anderen Spiele des Tages endeten jeweils unentschieden. Spanien kam gegen Costa Rica trotz einem deutlichen Chancenplus in Halbzeit zwei nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus. Vicky Losano brachte die Spanierinnen zwar in Führung (13.), doch postwendend gelang Costa Rica durch Raquel Rodriguez Cedeno der Ausgleich (14.). Auch die Partie zwischen Kolumbien und Mexiko endete mit einem 1:1 (0:1).

Mexiko verpasst ersten WM-Sieg
Beim mexikanischen Führungstreffer durch Veronica Perez (36.) griff Kolumbiens Torhüterin Stefany Castano am Ball vorbei. Erstmals bei der WM kam die Torlinientechnologie zum Einsatz, der Ball war klar hinter der Linie. Die Mexikanerinnen waren die Spiel bestimmende Mannschaft, doch Daniela Montoya sorgte mit einem Sonntagsschuss, der von der Unterkante der Latte ins Tor ging, dafür, dass Mexiko sein erster WM-Sieg verwehrt blieb (82.).

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

16 Kommentare »

  • Andreas sagt:

    Frankreich – England
    Was für ein langweiliger Grottenkick, Wetter hin oder her. Das war absolut ungenießbar. Solche Spiele sorgen immer wieder dafür, dass bei eher neutralen Zuschauern keine Begeisterung für den Frauenfußball aufkommen kann.
    Frankreich hat zwar eine gute Passsicherheit gehabt, war aber null zielstrebig und im Angriff komplett ohne Durchschlagskraft. Da passte es, dass das einzige Tor unter Mithilfe des Gegners zustande kam. Frankreich ist noch weit von den eigenen Ansprüchen entfernt.
    Das einzig positive was man von den Engländerinnen sagen kann, sie haben vorgemacht, wie man defensiv gegen Frankreich spielen kann. Im Angriff aber war da absolut nichts. Im ganzen Spiel keine einzige auch nur halbwegs nennenswerte Torchance. Da gab es auch überhaupt kein vernünftiges Passspiel. England war kaum in der Lage, einen vernünftigen 3 Meter Pass zu spielen. Und als der Kommentator dann noch kundtat, dass England sich für einen Titelkandidaten hält, war ich völlig von den Socken. Was für eine Selbstüberschätzung. Mit dieser Leistung wird England Probleme haben, überhaupt die Vorrunde zu überstehen.
    Tut mir geradezu leid für diesen Kommentar, aber ich konnte an diesem Spiel wirklich gar nichts positives finden.

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  • Towatei77 sagt:

    Ich kann Andreas nur zustimmen. Was für eine Verschwendung von kostbarer Zeit. Ich kann immer noch nicht glauben, dass das ein Match zwischen einem Favoriten und einem selbsterklärten Titelaspiranten gewesen sein soll. Nicht eine Chance zu erarbeiten, ist wirklich peinlich für das englische Team. Und die Französinnen haben sich ja nun auch mehr mittels Einzelaktionen durchgewurschtelt. Ich hoffe, dass war das schlechteste Spiel dieser WM. Noch so etwas in der Art möchte ich nicht sehen.

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  • holly sagt:

    Frankreich spielt nur schön wenn sie auf Gegner treffen die mit spielen und sie kontern können.
    Und das England vom WM Gewinn träumt bzw die Spielerinnen daran glauben, macht ihr Spiel nicht besser. Wie schonmal geschrieben sie sind für mich neben den NL das schwächste europäische Team.
    Mich würde es nicht wundern wenn die englischen Mädels nach der Vorrunde nach hause müssen.

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  • never-rest sagt:

    Volle Zustimmung Andreas. Mehr gibt`s zu diesem Spiel auch nicht zu sagen.

    Die 2. Begegnung in dieser Gruppe war da schon wesentlich kurzweiliger. Teilweise gutes, technisch anspruchsvolles Spiel der Spanierinnen gegen aufopferungsvoll kämpfende und das Remis verteidigende Ticas. Die Spanierinnen haben beste Chancen nicht genutzt, was auch an der hervorragenden Torhüterin Costa Ricas lag.

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  • Zaunreiter sagt:

    Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es eben muss. Fertig!
    Als frankophiler Mensch könnte ich jetzt zwar für zwei Stunden Grottenkick Schmerzensgeld verlangen, kann aber sehr gut verstehen, dass das Spiel französischerseits von Taktik geprägt war. Die einen wollten eben nicht – mehr – und die anderen konnten es eben nicht.
    Ich geh mal davon aus, dass wir noch bessere Spiele der Equipe tricolore sehen.

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  • Jan sagt:

    Von Martas 15 WM-Toren sind 4 Elfmetertore – von Birgit Prinz‘ 14 WM-Toren war hingegen kein einziges Elfmetertor ; vllt. ja auch, weil es meist sie war, die da im Strafraum gefoult wurde u. u.a. deshalb kaum bzw. keine 11m trat?

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  • Ellen sagt:

    Frankreich – England blieb wirklich weit hinter den Erwartungen zurück. Und der Elfmeter für Brasilien war eine Fehlentscheidung (die ich aber aufgrund des hohen Tempos der Schiedsrichterin nicht ankreiden möchte). Das war eine Schwalbe und fügt sich leider ziemlich gut in die nicht unbedingt faire Spielphilosophie der Brasilianerinnen ein. Sympathisch geht anders.

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  • Altwolf sagt:

    @Zaunreiter.

    Das mit dem „Pferd“ ist eine ziemlich hohle Phrase, um eine schlechte Leistung durch das Ergebnis (die berühmten 3 Punkte) erträglicher zu machen. Wenn man so spielt um einen 3:0 oder zumindest 2:0 Vorsprung über die Runden zu bekommen, kann das ja noch gelten.
    Was aber insbes. die Französinnen, wie Abily,Necib u. andere sogenannte Top-Stars da abgeliefert haben, war „meilenweit“ von ihren Möglichkeiten entfernt.
    Wenn durch welchen „Zufall“ auch immer, die defensiv sehr intensiv kämpfenden aber spielerisch sehr begrenzten Engländerinnen den Ausgleich geschafft hätten, glaube ich nicht, daß an diesem Tag noch eine Steigerung der Französinnen möglich gewesen wäre.
    Obwohl sie fast nur aus 2 Clubs kommen und sich auch vom Spielsystem her gut kennen, fehlte sämtlichen Teilehmerinnen der Esprit bis auf die Torhüterin S.B. die durch ihre „Einlagen“ immer mal wieder für „Aufsehen“ sorgte.

    Das einzige Spiel was wirklich die Bezeichnung Fußball-Spiel verdiente, war das Match Schweden:Nigeria, auch wenn es dort Fehler gab, aber richtig Spannung bot, im Gegensatz zur Partie D:E. Möglicherweise auch das Spiel USA:Ausstralien, wenn man das interpretiert, was man in den Medien so mitgeteilt bekommt.

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  • holly sagt:

    @ Altwolf, als Kenner des FF hat man an dem Spiel Frankreich vs. England keine hohen Erwartungen. Gut vielleicht von Frankreich, aber die sehe ich auch spätestens im HF auf der Verliererseite
    Das ist genauso wie sie immer Brasilien zu den Favoriten zählen.
    Manche FF N11 Mannschaften leben da halt vom Ruf der MF N11.

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  • vikkybummsy sagt:

    as mich an diesem Spieltag störte war die „professionelle“ Berichterstattung der ARD. Was für ein Fauxpas. Wenn Mann davon ausgehen kann das es Menschen gibt die sich nicht die ganze Nacht um die Ohren schlagen können und dadurch auf eigene Auzeichnung zurückgreifen sollte es doch möglich sein nicht bei der ersten sich bietenden Möglichkeit (in der HZ Brasilien-Korea) alle Ergebnisse des kompletten Spieltags ohne Vorwarnung rauszuposaunen um anschl. das Spiel FRA-ENG mit dem bereits bekannten Ergebnis in voller Länge auszustrahlen. Dümmer gehts nimmer.

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  • egjowe sagt:

    Englands Trainer Mark Sampson hatte seiner seinerseits ein „wirkliches Spitzenspiel auf internationalem Niveau“ gesehen.

    da bin ich ja richtig traurig, dass ich nach der 1. Halbzeit den kanal gewechselt habe.

    für die französinnen spricht, dass sie in den vorherigen turnieren in den gruppenphasen immer geglänzt haben, aber sich dann in der ko-phase schnell verabschiedeten.
    vielleicht wollen sie es dieses mal anders machen.
    und haben sich die worte von per mertesacker nach dem algerienspiel 2014 auf die fahnen geschrieben.

    brasilien fällt immer wieder auf,
    besonders durch ihre frei- und strafstoß-schinderei.

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  • Detlef sagt:

    Ich habe nur die erste Halbzeit, und ein paar Minuten der Zweiten vom Spiel Spanien gegen Costa Rica gesehen und war begeistert!!! 🙂

    Beide Mannschaften spielten einen technisch starken Fußball, und auch das Tempo war hoch!!!
    Beide Tore waren sehr gut herausgespielt, und sicher verwandelt!!!

    Das war wirklich Werbung für den FF!!!

    Beide Teams müssen aber noch ihre Chancenverwertung verbessern, denn nur fürs Schönspielen gibt’s leider nix!!! 😉

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  • holly sagt:

    wenn ich mich richtig erinner hat doch Costa Rica auch schon letztes Jahr bei der U20 WM mit den technisch besten Fussball gespielt.

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  • egjowe sagt:

    @holly
    2014 waren es die männer costa ricas, die begeistern konnten.
    von nix kommt eben nix.
    dort scheint fußballerisch wirkliche geichberehtigung gelebt zu werden.

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  • Andreas sagt:

    Bei Spiel USA Australien haben mich vor allem die Australierinnen überzeugt. Sie hatten einige sehr gute Spielzüge, sind aber immer wieder an Hope Solo gescheitert, die die beste Amerikanerin war. Das 1:0 der USA war dann ein abgefälschtes Duseltor. Der Ausgleich für Australien war wieder schön herausgespielt. In HZ 2 haben die Australierinnen dann abgebaut und die US Girls sind besser ins Spiel gekommen. Trotz der 2 Tore in HZ 2 haben sie aber insgesamt eher enttäuscht, allerdings auch gezeigt was sie gefährlich macht. Spielerisch schwach, aber mit ihrer großen Willenskraft doch gewonnen.

    Schweden wird es jedenfalls schwer haben. Am 1. Spieltag waren sie das schwächste Team ihrer Gruppe.

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  • holly sagt:

    @egiowe, ich meinte schon die U20 WM der Frauen, bei der MF WM hab ich fast nix geguckt.

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