EURO: Frankreich steht im Viertelfinale

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Die französische Nationalmannschaft hat bei der Europameisterschaft in Schweden als erstes Team das Viertelfinale erreicht. Nach einem 1:0-Sieg gegen Spanien hat sich die „Équipe Tricolore“ vorzeitig für die Runde der letzten acht qualifiziert. Immer dünner wird die Luft hingegen für die Engländerinnen.

Nach der 2:3-Niederlage gegen Spanien brauchte England gegen Russland unbedingt einen Sieg. Der wäre in einer überlegen geführten Partie auch möglich gewesen, doch die Engländerinnen zeigten eine katastrophale Chancenverwertung und mussten am Ende froh sein, durch einen Treffer in der Nachspielzeit noch ein Unentschieden erreicht zu haben.

England macht das Spiel, Russland das Tor
Die Engländerinnen begannen offensiv. Nach Vorarbeit von Rachel Yankey hatte Ellen White schon in der zweiten Minute die erste Möglichkeit, schoss jedoch über den Kasten. In der neunten Minute klärte Russlands Torhüterin Elvira Todua gegen Jill Scott. England zeigte die bessere Spielanlage und dominierte das Mittelfeld, aber mit den Chancen wurde fahrlässig umgegangen. Ein Kopfball von Steph Houghton (22.) verfehlte den Kasten ebenso wie ein Schuss von Alex Scott, die in der 33. Minute wunderbar von Eni Aluko bedient worden war. Russlands Angriffsspiel war über weite Strecken zu ungenau, wobei ein eben solcher Spielzug schließlich für die Führung sorgte. Elena Terekhovas Schussversuch missglückte, landete eher zufällig bei Nelli Korovkina, und die netzte zum 1:0 ein (38.).

Wechsel machen sich bezahlt
Nach dem Seitenwechsel blieben die Engländerinnen überlegen, doch die Chancen wurden weiter liegengelassen. In der 64. Minute entschied Trainerin Hope Powell, auf Dreierkette umzustellen, nahm Houghton vom Feld und brachte Offensivspielerin Toni Duggan. Dadurch wurde England hinten anfällig, was Russland weiter mit einzelnen Aktionen auszunutzen versuchte. Und auf englischer Seite ließen Konzentration und Kondion mit Verlauf der Partie nach, wodurch eine letzte Offensive ausblieb. Eine Viertelstunde vor dem Ende brachte Powell noch Kelly Smith. Der angeschlagene Star der Mannschaft sollte mit der ganzen Erfahrung noch einmal das Runder rumreißen. Und tatsächlich war es das eingewechselte Duo, was in der Nachspielzeit für den Ausgleich sorgte. Nachdem Duggan in der 90. Minute noch die Latte getroffen hatte, gelang ihr nach abgefälschtem Zuspiel von Smith in der 93. Minute das verdiente 1:1.

Erfolgsdruck gegen Frankreich
Wieviel dieser Punkt tatsächlich wert ist, zeigt sich am Donnerstag im abschließenden Gruppenspiel gegen Frankreich. Denn was die Engländerinnen unbedingt vermeiden wollten, ist nun eingetreten: Das Weiterkommen wird gegen Frankreich entschieden. Nur mit einem Sieg ist das Viertelfinale noch möglich – zweifellos nicht die leichteste Aufgabe. Fraglich ist dann außerdem der Einsatz von Rachel Yankey: Die englische Rekordnationalspielerin musste verletzungsbedingt bereits in der 17. Minute ausgewechselt werden.

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jochen-or
jochen-or

Lese gerade ein Kuriosum. Pellerud soll von der UEFA darauf aufmerksam gemacht worden sein, dass bei einer Entscheidung über die Qualifikation des letzten Dritten bzw. der beiden von 3 punktgleichen Dritten nicht die Tordifferenz usw. entscheiden wird, sondern das Los! Tatsächlich regeln Article 8.05 und 8.06 der VI Competition Section der UEFA eine Reihenfolge nach diesen üblichen Kriterien nur innerhalb einer Gruppe. Nach den derzeitigen Ergebnissen ist es für den Fall, dass England gegen Frankreich, für die alles gelaufen ist, gewinnt, sehr wahrscheinlich, dass zumindest 2 (bei Sieg Spaniens)oder gar 3 Mannschaften mit 4 Punkten sich um einen bzw. die… Weiterlesen »

Therese
Therese

zur Kompletierung: ÄNDERUNGEN Folgende Änderungen am Reglement der UEFA-Frauen-Europameisterschaft 2011-13 wurden vom Exekutivkomitee bei seiner Sitzung am 20./21. März 2012 mit sofortiger Wirkung genehmigt. 8.06 bis (neu) Die beiden drittplatzierten Teams mit der grösseren Anzahl Punkte qualifizieren sich für das Viertelfinale. Haben zwei oder drei drittplatzierte Teams gleich viele Punkte, entscheidet das Los, welche Teams sich für das Viertelfinale qualifizieren. Als moegliches Vorbild: Gruppe A: Daenemark gewinnt von Finnland und wird mit 4 Punkte dritter (oder Finnland gewinnt von Daenemark) 1. Schweden 2. Italien 3. Daenemark oder Finnland Gruppe B: Niederlande gewinnt von Island und wird mit 4 Punkte dritter… Weiterlesen »

FFFan
FFFan

@ jochen:
„Das wäre dann wirklich ein Hohn; dann werden Norwegen und Deutschland bei Gleichstand gegen Schluss vernünftigerweise mit angezogener Handbremse spielen.“

Das ist gut vorstellbar. Silvia Neid hat sich auf der PK nach dem Island-Spiel um eine klare Antwort auf diese Frage gedrückt…

Dasselbe könnte auch bei Schweden-Italien passieren. Da die Gruppe A als erste spielt, sind diese Teams noch mehr im Ungewissen. Wobei ich aber eher glaube, dass Schweden den Gegner überrennen wird.

Zaunreiter
Zaunreiter

Gestern sah ich, neben der Begegnung Schweden – Dänemark, mit Spanien – Frankreich eines der besten Spiele dieser EM. Zwei Mannschaften, die technisch stark sind, haben sich weitgehend im Mittelfeld neutralisiert und wenn dann doch mal ein Ball durchkam in den Angriff, war die jeweilige Abwehr zur Stelle. Und man muß auch mal loben, dass die Frauen von der iberischen Halbinsel eine gute Passarbeit und ein gutes Ballgefühl an den Tag legten, an dem sich unsere teutonischen Frauen mal ein Beispiel nehmen könnten. Für mein Gefühl wurde das französische Spiel ein wenig besser, als Necib raus musste und Abily zentraler… Weiterlesen »

Schenschtschina Futbolista
Schenschtschina Futbolista

@Zaunreiter
Das von Dir genannte Spiel FRA-ESP hat auch meine Bewunderung herausgefordert und die von Dir genannten Kriterien lassen einen FF-Kenner schon teilweise Bauklötzer stauen. Dennoch gab es einige Pässe und Zu- bzw. Anspiele zuviel, die nicht ihren Adressaten fanden. Vornehmlich beim letzten Paß fehlte oftmals die Präzision, dafür ist allerdings das Spiel heraus über die Abwehr dafür i.d.R. klasse eingefädelt. Das Spiel entlang den Seitenlinien sollten sich andere Teams auch mal als Beispiel nehmen. Da geht kaum mal ein Ball verloren, weil u.a. auch das Freilaufen für den öffnenden Doppelpaß zu den vorhandenen, funktionierenden Automatismen gehört.

wrack
wrack

@ Zaunreiter: „Wäre nicht der Turm in der Abwehr, “Air” Renard, zum Kopfball hingegangen, hätte dieses Spiel auch unentschieden ausgehen können.“ Meine Wahrnehmung war, dass Frankreich nach dem Führungstreffer jederzeit das Spiel kontrollierte und wohl noch einen Gang höher hätte schalten können. Die spanische Ballsicherheit sah schön aus, allein, sie brachte keinen Erfolg. In Schönheit gestorben, könnte man auch titeln. „Da können sich die CBE Hope Powell und Silvia Neid die Hand reichen.“ Keine Ahnung, was mit den Engländerinnen los ist. Sie hätten Russland eigentlich aufmischen müssen. Aber sie haben die Tore nicht gemacht und hatten ja nun wirklich genug… Weiterlesen »

balea
balea

Ich fand das Spiel ESP – FRA auch sehr gut. Und wenn man bedenkt, dass beide Teams jetzt jeweils zwei Spiele sehr ordentlich abgeliefert haben, sieht mein vorläufiger Eindruck nach zwei Spielen von allen Teams:

Ganz vorn Schweden und Frankreich, dahinter Deutschland, dann schon Spanien. Wenn ich das richtig gesehen habe,könnte es durchaus passieren, dass D im VF gegen Spanien, dann evt FR und wenn das alles gut ausgeht, gegen Schweden antreten müsste. Also da müsste jetzt eindeutig die berühmte „Wettkampfstärke“ zum Zuge kommen.

Dummkopf
Dummkopf

@wrack Wie bitte? Dein letzter Absatz ist ja lustig. Einerseits meinst du, mit den Verletzten wäre Deutschland EM geworden. Andererseits lobst du Neid, weil sie mutig ist und zB Leupolz bringt und die Erbhöfe abgeschafft hat? Nun: WEGEN der 6 Verletzten MUSSTE sie notgedrungen deren Erbhöfe abschaffen, das war keine freiwillige Entscheidung. Und nur WEGEN der Verletzten spielen heute Leupolz und Cramer. Und dann warte einmal ab, ob nicht die (trotz 6 Verletzten) verbleibenden Neid-Erbhöfe Krahn und Bartusiak am Ende ausreichen, um in den entscheidenden Momenten genug zu schwächen. Ich habe nur zB jedenfalls im Champions-League Endspiel eine Abwehr gesehen,… Weiterlesen »

grammofon
grammofon

@wrack: „Schade, dass man Herrn Schröder, der ja Titel oder Rücktritt gefordert für Neid hat, nicht einfach einmal 6 Spielerinnen aus seinem BL-Kader rausnehmen kann und dann den Meistertitel von ihm fordert.“ …schreibst du das explizit weil Schröder bekannter weise immer wieder Spielerinnen abgeben muss und dann trotzdem noch Titel holt? Oder habe ich da etwas nicht verstanden? Aber ja, Schröder war da schon ein bisschen fies. Man muss ihn auch nicht so ernst nehmen. So ist er halt. Aber den Rückzug Neids hat er nur im Falle eines Ausscheidens in der Vorrunde gefordert. Den Titel hat er auch gefordert,… Weiterlesen »

wrack
wrack

@ Dummkopf: „Einerseits meinst du, mit den Verletzten wäre Deutschland EM geworden.“ Ausdrücklich betont schrieb ich, ich GLAUBE. Das ist also unwiderlegbar. Eine Meinung dagegen kann man widerlegen, weil sie zumindest z.T. auf falsifizierbarem Wissen bzw. Informationen basieren SOLLTE. Zu Leupolz: Frau Neid hätte z.B. an Mittag festhalten können. Leugnest du, dass es mutig ist, eine junge Spielerin mit derartig wenig internationaler Erfahrung in ein so wichtiges Spiel zu bringen ? Ich war nie der Meinung, dass „Erbhöfe“ existieren, das kam meistens aus einer dunklen verschwörungstheoretischen, explizit „Mainhattan“-feindlichen Ecke des FF und ist längst durch die Fakten widerlegt bzw. nie… Weiterlesen »

FFFan
FFFan

Auch ich war von Spanien-Frankreich wegen des technischen und taktischen Niveaus beider Mannschaften sehr angetan, auch wenn es kaum spektakuläre Torraumszenen gab. Sicher eins der besseren Spiele bei dieser EM!
Um so erstaunter war ich, dass dieses Spiel im Liveticker von dfb.de als langweilig und niveauarm charakterisiert wurde.