Chronik 2007 — 2019 8451 Beiträge 513 Transfers145 Vereine 540 Profile
WomenSoccer

2013

EURO: Frankreich steht im Viertelfinale

Die französische Nationalmannschaft hat bei der Europameisterschaft in Schweden als erstes Team das Viertelfinale erreicht. Nach einem 1:0-Sieg gegen Spanien hat sich die “Équipe Tricolore” vorzeitig für die Runde der letzten acht qualifiziert. Immer dünner wird die Luft hingegen für die Engländerinnen.

Nach der 2:3-Niederlage gegen Spanien brauchte England gegen Russland unbedingt einen Sieg. Der wäre in einer überlegen geführten Partie auch möglich gewesen, doch die Engländerinnen zeigten eine katastrophale Chancenverwertung und mussten am Ende froh sein, durch einen Treffer in der Nachspielzeit noch ein Unentschieden erreicht zu haben.

England macht das Spiel, Russland das Tor Die Engländerinnen begannen offensiv. Nach Vorarbeit von Rachel Yankey hatte Ellen White schon in der zweiten Minute die erste Möglichkeit, schoss jedoch über den Kasten. In der neunten Minute klärte Russlands Torhüterin Elvira Todua gegen Jill Scott. England zeigte die bessere Spielanlage und dominierte das Mittelfeld, aber mit den Chancen wurde fahrlässig umgegangen. Ein Kopfball von Steph Houghton (22.) verfehlte den Kasten ebenso wie ein Schuss von Alex Scott, die in der 33. Minute wunderbar von Eni Aluko bedient worden war. Russlands Angriffsspiel war über weite Strecken zu ungenau, wobei ein eben solcher Spielzug schließlich für die Führung sorgte. Elena Terekhovas Schussversuch missglückte, landete eher zufällig bei Nelli Korovkina, und die netzte zum 1:0 ein (38.).

Wechsel machen sich bezahlt Nach dem Seitenwechsel blieben die Engländerinnen überlegen, doch die Chancen wurden weiter liegengelassen. In der 64. Minute entschied Trainerin Hope Powell , auf Dreierkette umzustellen, nahm Houghton vom Feld und brachte Offensivspielerin Toni Duggan. Dadurch wurde England hinten anfällig, was Russland weiter mit einzelnen Aktionen auszunutzen versuchte. Und auf englischer Seite ließen Konzentration und Kondion mit Verlauf der Partie nach, wodurch eine letzte Offensive ausblieb. Eine Viertelstunde vor dem Ende brachte Powell noch Kelly Smith . Der angeschlagene Star der Mannschaft sollte mit der ganzen Erfahrung noch einmal das Runder rumreißen. Und tatsächlich war es das eingewechselte Duo, was in der Nachspielzeit für den Ausgleich sorgte. Nachdem Duggan in der 90. Minute noch die Latte getroffen hatte, gelang ihr nach abgefälschtem Zuspiel von Smith in der 93. Minute das verdiente 1:1.

Erfolgsdruck gegen Frankreich Wieviel dieser Punkt tatsächlich wert ist, zeigt sich am Donnerstag im abschließenden Gruppenspiel gegen Frankreich. Denn was die Engländerinnen unbedingt vermeiden wollten, ist nun eingetreten: Das Weiterkommen wird gegen Frankreich entschieden. Nur mit einem Sieg ist das Viertelfinale noch möglich – zweifellos nicht die leichteste Aufgabe. Fraglich ist dann außerdem der Einsatz von Rachel Yankey: Die englische Rekordnationalspielerin musste verletzungsbedingt bereits in der 17. Minute ausgewechselt werden.

Wendie Renard köpft Frankreichs Siegtreffer Den Französinnen ist nach dem 1:0 gegen Spanien der Viertelfinaleinzug als Sieger der Gruppe C nicht mehr zu nehmen. Die Führung fiel bereits in der fünften Minute, als Wendie Renard einen Eckball von Louisa Nécib zum 1:0 einköpfte. Nécib selbst hatte zehn Minuten später das 2:0 auf dem Fuß, als sie aus etwa zwanzig Metern abzog – doch Ainhoa Tirapu im spanischen Kasten war hellwach und lenkte den Ball über die Latte.

Frankreich kontrolliert Zu Beginn der zweiten Halbzeit erarbeiteten sich die Spanierinnen mehr Spielanteile, doch wirklich gefährlich werden konnten sie Frankreich nicht. Die “Équipe Tricolore” fand nach etwa einer Viertelstunde zum kontrollierten Spiel zurück, Trainer Bruno Bini versuchte darüber hinaus, durch die Einwechselung von Eugenie Le Sommer , die für Nécib aufs Feld kam, für neue Impulse zu sorgen. Doch wirklich zwingende Möglichkeiten konnten sich die Französinnen in dieser Phase nicht erarbeiten, obwohl sie die Partie im Griff hatten, die Räume eng machten und Spanien immer wieder zu Fehlpassen zwangen. Doch vorne fehlten Präzision und der entscheidende Zug zum Tor – auch, weil die spanische Defensive durchaus sicher stand.