EURO: Siege für Frankreich und Spanien
Nach vier Unentschieden in Serie gab es am dritten Spieltag der Europameisterschaft die ersten Siege. Während Frankreich einen ungefährdeten Erfolg gegen Russland feierte, entschied Spanien die Partie gegen England erst in der Nachspielzeit.
Mit 3:2 gewannen die Spanierinnen gegen den Vize-Europameister, der damit seiner Serie bei großen Turnieren treu bleibt und im ersten Spiel nicht als Sieger vom Platz geht. Frankreich gewann gegen Russland souverän mit 3:1.
Ereignisreicher Start Dabei sah man im Spiel zwischen England und Spanien die bislang schnellsten Tore des Turniers. Schon in der vierten Minute setzte Sonia mit einer schönen Kombination Teamkollegin Verónica Boquete in Szene, und der spanische Stürmerstar schloss souverän zum 1:0 ab. Doch die Engländerinnen fanden die richtige Antwort. Nur vier Minuten später war es Jill Scott, die Eni Aluko mit einem schönen Pass bediente. Aluko, die oftmals zu viele Chancen für ein Tor benötigt, behielt im Duell mit Torhüterin Ainhoa Tirapu die Nerven und erzielte überlegt das 1:1.
Boquete stets gefährlich In der Folge übernahmen die “Three Lions” mehr die Initiative. In der 13. Minute versuchte es Fara Williams mit einem Schuss aus gut 25 Metern, aber Tirapu klärte zur Ecke. Doch die Spanierinnen blieben gefährlich. Boquete stellte insbesondere Laura Bassett, die in der englischen Innverteidigung den Platz von Sophie Bradley einnahm, immer wieder vor Probleme. In der 20. Minute musste Bassett Sonia ziehen lassen, doch Torhüterin Karen Bardsley war wach.
Chancen auf beiden Seiten Es entwickelte sich eine ausgeglichene erste Halbzeit, in der beide Mannschaften noch hätten in Führung gehen können. In der 39. Minute traf Adriana jedoch nur das Außennetz, auf der anderen Seite konnte Ellen White drei Minuten später eine Flanke von Steph Houghton nicht verwandeln.
Dramatische Schlussphase In der zweiten Halbzeit übernahmen die Spanierinnen mehr und mehr das Kommando. Sie machten die Räume eng für die Engländerinnen, die dadurch zu Fehlpässen gezwungen wurden und die Bälle kaum in den eigenen Reihen halten konnten. Dennoch war es erst ein Eckball in der 85. Minute, den Jennifer Hermoso nach schlechter englischer Verteidigung zum 2:1 verwandeln konnte. Doch wieder fanden die Engländerinnen zurück in die Partie. Vier Minuten später erzielte Bassett ebenfalls nach einer Ecke den erneuten Ausgleich. Aber auch dieser Treffer war noch nicht das letzte Wort. Das gehörte der eingewechselten Alexia Putellas, die nach Zuspiel von Adriana und Unterstützung Bardsleys in der vierten Minute der Nachspielzeit das insgesamt verdiente 3:2 erzielte.
Frankreich ohne Mühe Bereits um ab 18 Uhr standen sich in Norrköping Frankreich und Russland gegenüber. Dabei zeigten sich die Französinnen in guter Verfassung und kamen zu einem 3:1 (2:0)-Erfolg. Bereits von Beginn an übernahm die “Équipe Tricolore” das Kommando. Insbesondere über rechte Seite mit Eugenie Le Sommer machte Frankreich Dampf, kaum in den Griff zu bekommen für die Russinnen war Marie-Laure Delie , die schließlich mit einem Doppelschlag die 2:0-Halbzeitführung herstellte. Zunächst setzte sich Delie in der 21. Minute im Laufduell gegen Alla Sidorovskaya durch und schloss überlegt zum 1:0 ab. Nicht weniger überlegt nahm sie in der 32. Minute eine Vorlage von Le Sommer an und erhöhte auf 2:0.
Russlands Trainer Sergei Lavrentyev reagierte in der 35. Minute mit einem Doppelwechsel, doch spürbare Auswirkungen zeigten sich nicht. Die Russinnen zeigten sich überfordert, konnten kein geordnetes Angriffsspiel aufziehen, denn nach vorne fehlte sowohl System als auch Tempo.
Thomis spielt Schnelligkeit aus Nach dem Seitenwechsel schalteten die Französinnen einen Gang zurück, hatten die Partie aber weiter fest im Griff. In der 61. Minute nahm Frankreichs Trainer Bruno Bini Delie aus dem Spiel und brachte Elodie Thomis . Die sorgte für neuen Dampf auf der rechten Seite. In der 67. Minute war sie nicht aufzuhalten, legte ab auf Le Sommer, die erfolgreich zum 3:0 einnetzte. Der letzte Treffer gehörte schließlich den Russinnen, die aus dem Nichts zum Ehrentreffer kamen. Nach einem Fehler von Wendie Renard behielt Elena Morozova (84.) im 1:1-Duell mit Torhüterin Sarah Bouhaddi die Oberhand. Diese Unkonzentriertheit von Renard war nicht die einzige der Französinnen in der Schlussphase. In der Nachspielzeit hatte Morozova noch ihren zweiten Treffer auf dem Fuß, aber Bouhaddi zeigte sich hellwach und hielt den letztlich hochverdienten 3:1-Erfolg fest.