Mexiko überrascht England
Die mexikanische Nationalmannschaft hat in ihrem WM-Auftaktspiel ein Unentschieden gegen Vize-Europameister England erreicht. Die Partie in Wolfsburg endete 1:1 – und am Ende haderte Nationaltrainer Leonardo Cuellar sogar noch mit den vergebenen Siegchancen.
Turnierauftakte sind nicht die Sache der Engländerinnen. Nach der WM 2007 und der EM 2009 gelang den „Three Lions“ erneut kein Erfolg zu Beginn, dabei war die Mannschaft nach 21 Minuten durch Fara Williams in Führung gegangen.
England zu Beginn tonangebend „Wir haben die erste Halbzeit dominiert“, so Englands Nationaltrainerin Hope Powell und hatte Recht damit. Die Mexikanerinnen präsentierten sich zu Beginn der Partie schwach. Die Defensive war nicht organisiert, im Spielaufbau gelang den Amerikanerinnen nichts. Die Führung durch Williams war daher hoch verdient. „Aber es ist gefährlich, wenn man kein Tor nachlegen kann“, so Powell weiter, „das baut den Gegner auf.“
Ausgleich aus dem Nichts Der Ausgleichstreffer der Mexikanerinnen in der 33. Minute fiel allerdings eher aus dem Nichts. Da Mexiko ein geordneter Spielaufbau nicht gelang, fasste sich Monica Ocampo, die auch zur besten Spielerin der Partie gewählt wurde, ein Herz und zog aus 25 bis 30 Metern ab. Torhüterin Karen Bardsley sah bei dem Weitschuss nicht gut aus und musste sich sogar später von Powell anhören, dass der Ball haltbar gewesen sei. Ein wunderschönes Tor der Mexikanerin war es dennoch – zu diesem Zeitpunkt zwar unverdient, doch wenn man den weiteren Verlauf der Partie betrachtet, war das 1:1 für Mexiko mehr als verdient.
Mexiko kommt besser ins Spiel Die Mexikanerinnen kämpften sich nach diesem Tor in die Partie und agierten in der zweiten Halbzeit sicherer. Der Aufwand, den Mexiko betrieb, wurde vom Publikum wahrgenommen – die Sympathien gehörten mehrheitlich dem vermeintlichen Außenseiter. Körperlich musste die Elf von Cuellar dem allerdings auch Tribut zollen. Superstar Maribel Dominguez musste eine Viertelstunde vor Ende der Partie mit einem Krampf ausgewechselt werden. „Ich wollte nicht riskieren, sie in zukünftigen Spielen nicht aufstellen zu können“, erklärte Cuellar.
Spannung zum Schluss Es war keine hochklassige Begegnung, die die 18.702 Zuschauer in Wolfsburg zu sehen bekamen, doch die letzten Minuten waren spannend. Sowohl England als auch Mexiko hatten ihre Chancen. „Ich hoffe, es wird sich nicht noch zeigen, dass wir die vergebenen Punkte brauchen werden“, haderte Cuellar trotz des Punktgewinns ein wenig mit dem Ausgang der Partie. Powell versuchte unterdessen, nach vorne zu schauen. „Wir haben nicht verloren, haben einen Punkt. Es gilt jetzt, sich zu erholen und das nächste Spiel anzugehen.“