Mexiko überrascht England

Von am 27. Juni 2011 – 22.30 Uhr 18 Kommentare

Die mexikanische Nationalmannschaft hat in ihrem WM-Auftaktspiel ein Unentschieden gegen Vize-Europameister England erreicht. Die Partie in Wolfsburg endete 1:1 – und am Ende haderte Nationaltrainer Leonardo Cuellar sogar noch mit den vergebenen Siegchancen.

Turnierauftakte sind nicht die Sache der Engländerinnen. Nach der WM 2007 und der EM 2009 gelang den „Three Lions“ erneut kein Erfolg zu Beginn, dabei war die Mannschaft nach 21 Minuten durch Fara Williams in Führung gegangen.

England zu Beginn tonangebend
„Wir haben die erste Halbzeit dominiert“, so Englands Nationaltrainerin Hope Powell und hatte Recht damit. Die Mexikanerinnen präsentierten sich zu Beginn der Partie schwach. Die Defensive war nicht organisiert, im Spielaufbau gelang den Amerikanerinnen nichts. Die Führung durch Williams war daher hoch verdient. „Aber es ist gefährlich, wenn man kein Tor nachlegen kann“, so Powell weiter, „das baut den Gegner auf.“

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Beste Spielerin der Partie im Fokus: Monica Ocampo bejubelt ihr 1:0. © Nora Kruse, ff-archiv.de

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Ausgleich aus dem Nichts
Der Ausgleichstreffer der Mexikanerinnen in der 33. Minute fiel allerdings eher aus dem Nichts. Da Mexiko ein geordneter Spielaufbau nicht gelang, fasste sich Monica Ocampo, die auch zur besten Spielerin der Partie gewählt wurde, ein Herz und zog aus 25 bis 30 Metern ab. Torhüterin Karen Bardsley sah bei dem Weitschuss nicht gut aus und musste sich sogar später von Powell anhören, dass der Ball haltbar gewesen sei. Ein wunderschönes Tor der Mexikanerin war es dennoch – zu diesem Zeitpunkt zwar unverdient, doch wenn man den weiteren Verlauf der Partie betrachtet, war das 1:1 für Mexiko mehr als verdient.

Mexiko kommt besser ins Spiel
Die Mexikanerinnen kämpften sich nach diesem Tor in die Partie und agierten in der zweiten Halbzeit sicherer. Der Aufwand, den Mexiko betrieb, wurde vom Publikum wahrgenommen – die Sympathien gehörten mehrheitlich dem vermeintlichen Außenseiter. Körperlich musste die Elf von Cuellar dem allerdings auch Tribut zollen. Superstar Maribel Dominguez musste eine Viertelstunde vor Ende der Partie mit einem Krampf ausgewechselt werden. „Ich wollte nicht riskieren, sie in zukünftigen Spielen nicht aufstellen zu können“, erklärte Cuellar.

Spannung zum Schluss
Es war keine hochklassige Begegnung, die die 18.702 Zuschauer in Wolfsburg zu sehen bekamen, doch die letzten Minuten waren spannend. Sowohl England als auch Mexiko hatten ihre Chancen. „Ich hoffe, es wird sich nicht noch zeigen, dass wir die vergebenen Punkte brauchen werden“, haderte Cuellar trotz des Punktgewinns ein wenig mit dem Ausgang der Partie. Powell versuchte unterdessen, nach vorne zu schauen. „Wir haben nicht verloren, haben einen Punkt. Es gilt jetzt, sich zu erholen und das nächste Spiel anzugehen.“

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18 Kommentare »

  • laasee sagt:

    England do not have the same high quality pool of players that Germany and USA have.
    Therefore the loss of Katie Chapman is very difficult to compensate for.
    Also, when Faye White was substituted England lost their composure.
    I still think England will get out of the Group.

    Mexico continue to impress. They will not be easy to beat during WM.

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  • Ralf sagt:

    @laasee

    Should I say: „México, México Ra Ra Ra!“ 😉

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  • mrx sagt:

    Also ich bin nicht überrascht 😉

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  • Detlef sagt:

    Also ich hätte der Powell-Truppe durchaus mehr zugetraut!!!

    Aber wenn ich so an Finnland zurückdenke, wie sie sich mit gruseligen Spielen (gegen den Gastgeber, und am Schlimmsten gegen Holland) bis ins Finale „vorgeschummelt“ haben, da ist wohl an Weltklasse doch noch nicht zu denken!!!

    Aber vielleicht steigern sich die Three-Lions noch???

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Da ich mich in aller Regel auch mit einzelnen Spielerinnen, die mir besonders auffallen, befasse, möchte ich mal meiner Begeisterung über eine, wie ich finde, starke Leistung einer Mexikanerin freien Lauf lassen: Die Nr. 3 namens Sandoval und in der Innenverteidigung spielend, hatte ich das gesamte Spiel über im Fokus und sie hat mich vollends überzeugt – die würde ich vom Fleck weg verpflichten!
    Und da ich persönlich es für schade empfinde, wenn immer nur über die enttäuschende Leistung der Engländerinnen geschrieben wird und die Underdogs wenig bis gar keine Beachtung finden, möchte ich dies mal hier in die Runde werfen…
    Vielleicht gibt es ja den Einen oder Anderen, dem dies auch oder ähnliches aufgefallen ist! 🙂

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  • Ralf sagt:

    Und ich hab die ganze Zeit gedacht, wir diskutieren hier über Frauenfußball!

    Die Three-Lions ist doch die männliche Squad von der Insel? 🙂

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  • laasee sagt:

    @Ralf

    I am in Wales but I want the English girls to have a good WM.
    For FF in Wales it helps if the England team gets a bigger media and TV profile.

    @Detlef

    England will get better with each game.
    Kelly Smith is one of the two best players in the world (along with the German girl).
    Hope Powell is a special coach.
    I think they will have a good WM.

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  • Schnappa sagt:

    Tja, aller Anfang ist schwer, das mussten nicht nur die deutschen Frauen feststellen. Auch für Japan und vor allem England war das ein zäher Auftakt, da muss man wohl erst mal ins Turnier finden.

    Ich denke mal, dass Nordkorea, USA, Schweden und Brasilien ähnliche Erfahrungen machen könnten.

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  • intersoccer sagt:

    Ich kann da Schenschtschina Futbolista nur zustimmen. Die Mexikanerinnen haben vor allem in der zweiten Halbzeit wirklich eine gute Leistung hingelegt und zum Teil auch ein ansehnliches Kombinationsspiel gezeigt, im Gegensatz zu den Engländerinnen, denen gar nichts mehr gelingen wollte. Kein hochklassiges Spiel, aber sehr spannend und packend. Drücke jedenfalls den Mexikanerinnen die Daumen, sie haben meine Sympathie gewonnen. Ich bin gespannt, wie sich heute Kolumbien macht!

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  • waiiy sagt:

    Ist schon traurig, dass sich der Vize-Europameister so präsentiert hat und dass es von Hope Powell (siehe direkter Beitrag) noch schön geredet wird.

    Da wir bei Einzelkritik sind: Ich fand es ganz schlimm, welche Körpersprache Kelly Smith nach dem Gegentor im weiteren Spielverlauf an den Tag gelegt hat. Da war viel Frust dabei. Sie konnte die Mannschaft nicht nochmal pushen. Sie hat versteckt viele Frustfouls begangen. Das fand ich schon traurig.

    Ich denke auch nicht, dass es für England möglich sein wird, einen Rückstand aufzuholen.

    Auch wenn England jedes Spiel besser wird, haben sie so im Viertelfinale (so wie es jetzt aussieht, gegen Deutschland) keine Chance.

    waiiy

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  • laasee sagt:

    Mexico are a good team. They have beaten USA in qualifying.
    I think that FF in Mexico has very good potential.
    Japan and New Zealand will also find it very difficult against Mexico.

    England have also beaten USA, so they are also a very good team.

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  • Mika sagt:

    @Iaasee:

    Since I also live in the UK, I sympathise with your hopes for English women’s football. But don’t you think that Hope Powell has caused the team to stagnate since the Euro? She seems to use all the same players even though many of them are quite old. And tactically not much has changed either. Moreover, her substitutions (or lack thereof) were plain weird and her complacency after the match was not exactly inspiring. I’m sorry, but to me she looked really bad yesterday.

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  • WalesGER sagt:

    I agree partly with @mika cos I think the Problem is a little bit the same as in germany with the so-called „old“ players 🙂
    its just that england has produced a lot of young talented players and without beeing disrepectless ( even as a huge Kelly Smith FAN) Powell should hab subbed Kel and ALUKO that game – ELLEN WHITE came far to late into the game and easiely was frustrated of that ( not 5 min on the pitch and pushing the mexican player is untypical for her!) Powell is still depending to much on players as Fay White and Kelly Smith and even Fara Williams… and as we could see yesterday, the moral of the team has to be re-build… in Spain there were 0-2 behind and came back and fighted to get it equalized 2-2 ( WCQuali) and yesterday they got a ( stupid) goal to 1-1 and where totally shocked and paralysted?

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  • laasee sagt:

    @Mika

    Yeah, I understand what you are getting at.
    I think the biggest problem that Powell has is that the development of English football is still way behind Germany and USA.
    The consequence of historic neglect by the FA.
    The DFB are not angels but the organic development of FF has forced them to be more proactive in support of FF.

    Yesterday, England were very comfortable until Mexico equalised.
    Bardsley could have done better but that goal changed the dynamics of the game.
    England had the opportunities to win but I think that credit must be given to Mexico – they are a good team.

    Powell refused to replace Aluko. That was very interesting because Aluko did not have a good game.
    Either it was good psychology by Powell or a mistake. The New Zealand game will provide the answer.

    Powell is always like that after each game. She has a certain ‚attitude‘ with the media.
    That is because the media only shows interest at WM and EM tournaments.

    Against New Zealand we will get a better understanding of Englands potential.
    NZ style of plays is more suited to the English.
    Mexico are a good team and even Brazil, Germany and USA will not find it easy to beat them.

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  • laasee sagt:

    @WalesGER

    Why this sudden fascination in Germany with the age of players?

    If they are good enough then they should play.

    Kristine Lilly is the perfect example that age at top level football is no barrier.

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  • speedcell sagt:

    für mich war aluko gestern ein totalausfall. abgesehen davon hätte ich ellen white schon von anfang an spielen lassen,da sie einfach eine top saison für arsenal gespielt hat. nach ihrer einwechslung kam wieder ein bisschen mehr schwung in die offensive,aber die flanken einer karen carney haben dann einfach gefehlt und aluko hat fast jeden ball verstolpert. anstelle von carney hätte ich also aluko ausgewechselt. ich hoffe,dass es am freitag gegen neuseeland besser wird.

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  • Mika sagt:

    Can’t blame Powell for disliking the English media. 😉 I’ve long felt that they are one of the main reasons why the English national teams do so horribly in the competitions. All they ever do is criticise and create unnecessary pressure.

    Well, I’ll be curious to see how Powell reacts. They should do better against New Zealand, but it would be a mistake to underestimate the Kiwis. Just judging by the form they produced yesterday, I would bet on NZ to win. But you’re right: England crumbled after the Mexican goal. So if they can be psychologically stronger, they should do better.

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  • laasee sagt:

    „Can’t blame Powell for disliking the English media“

    haha, yeah I totally agree. The English media are the pits.

    I think that women in Saudi Arabia will be allowed to drive cars long before Sky Sports shows an interest in FF.

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