WM-Playoffs: Schweden und Frankreich müssen zittern, Norwegen auf Kurs

Von am 11. September 2010 – 22.52 Uhr 5 Kommentare

In den ersten drei Hinspielen der WM-Playoffs taten sich die Favoriten schwer. Schweden und Frankreich können sich ihrer Sache alles andere als sicher sein, die besten Karten erarbeitete sich Norwegen mit einem Auswärtssieg in der Ukraine.

Schweden gewann zwar in Göteborg das skandinavische Duell mit 2:1 (2:0) gegen Dänemark, doch der Gegentreffer von Cathrine Paaske-Sørensen (64.) könnte Schweden noch teuer zu stehen kommen, denn den Däninnen reicht im Rückspiel am kommenden Donnerstag in Vejle bereits ein 1:0-Sieg zur WM-Teilnahme.

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Dabei schien für das Team von Trainer Thomas Dennerby zunächst alles rund zu laufen, die dänische Taktik, den Gegner mit einer gegenüber dem Spiel gegen Schottland auf sechs Positionen veränderten Startformation zu verwirren, ging zunächst nach hinten los.

Schweden verpasst frühe Entscheidung
Von Beginn an machten die Schwedinnen vor 1 567 Zuschauern Druck und wurden durch den Treffer von Linda Forsberg nach Vorarbeit von Nilla Fischer schnell belohnt (12.). Allein vor der dänischen Torhüterin Heidi Johansen vergab Lotta Schelin die Chance auf 2:0 zu erhöhen, im Verlaufe der ersten Halbzeit ließen die Schwedinnen weitere gute Gelegenheiten aus.

Nach der Pause kam zwar Dänemark besser ins Spiel, doch Schelin machte es diesmal besser und baute die Führung mit einem Schuss durch Johansens Beine aus, Josefine Öqvist hatte die Stürmerin von Olympique Lyonnais perfekt in Szene gesetzt (61.).

Paaske-Sørensen hält Dänemark im Rennen
Doch drei Minuten später verdarb Paaske-Sørensen die Stimmung im Gamla-Ullevi-Stadion mit einem Volleytor, als Schwedens Torhüterin Hedvig Lindahl einen abgefälschten Freistoß von Katrine Pedersen nicht festhalten konnte und Paaske-Sørensen am schnellsten reagierte (64.). Beide Teams ließen in der Folge gute Chancen auf weitere Treffer aus, das Ergebnis lässt sowohl Schweden als auch Dänemark alle Chancen.

Schweden optimistisch
Schwedens Trainer Thomas Dennerby war zufrieden: „Wir haben für das Rückspiel ein gutes Gefühl, denn Dänemark muss nun gegen uns gewinnen, um die WM-Teilnahme zu sichern. Sie haben jetzt den Druck gewinnen zu müssen, und das ist eine der schwersten Sachen auf der Welt.“ Dänemarks Trainer Kenneth Heiner-Møller erklärte: „Dass Schweden 2:1 gewonnen hat, ist natürlich nicht so toll, aber wir haben gut gekämpft.“ Paaske-Sørensen meinte: „Von 20 Spielen gegen Schweden gewinnen wir vielleicht fünf, nächsten Donnerstag wird eines davon sein.“

Gute Karten für Norwegen
Auf klarem WM-Kurs befindet sich hingegen Norwegen nach dem hart erkämpften 1:0 (1:0)-Auswärtssieg gegen die Ukraine. Maren Mjeldes erster Länderspieltreffer durch einen Abstauber nach Ecke von Ingvild Stensland (32.) bescherte dem Team von Eli Landsem eine optimale Ausgangsposition für das Rückspiel. Doch die Norwegerinnen ließen die Chance auf einen höheren Sieg aus.

Rønning vergibt Elfmeter
Denn für eine Notbremse gegen Cecilie Pedersen sah Tetyana Chorna kurz nach der Pause die Rote Karte (46.), doch Trine Rønning vergab den daraus resultierenden Elfmeter und scheiterte an Torhüterin Nadiya Baranova (47.). Auch in der Folge gelang es den Norwegerinnen nicht, ihre personelle Überlegenheit in weitere Tore umzumünzen. Die Ukraine hatte gar einige gute Ausgleichsmöglichkeiten, allen voran durch Olena Khodyreva, doch die norwegische Verteidigung hielt stand.

Norwegens Trainerin Landsem erklärte: „Meine Spielerinnen waren nervös, aber das Ergebnis ist gut für uns. Ihr Gegenüber Anatoliy Kutsev hofft: „Wir haben gegen einen der stärksten Gegner gespielt, aber unsere Chancen sind noch intakt.“

Italien verschafft sich gute Ausgangsposition
Die italienische Frauenfußball-Nationalmannschaft darf nach dem 0:0 in Frankreich vor 9 154 Zuschauern in Besançon weiter von der WM-Teilnahme träumen. Die Gastgeberinnen, die in der Gruppenphase 50 Treffer in zehn Spielen erzielten, schafften es an diesem Abend nicht, die italienische Torhüterin Anna Maria Picarelli zu überwinden. In einer insgesamt ausgeglichenen Partie mit nur wenigen Torchancen hatten die Französinnen zwar in der ersten Halbzeit mehr vom Spiel, doch die italienische Defensive leistete sich keine Schnitzer, so dass die Italienerinnen mit einem leichten Vorteil ins Rückspiel gehen.

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

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