Brasilien: Mit Samba-Fußball und Salto-Einwürfen die DFB-Elf knacken

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Vor dem Viertelfinale gegen Deutschland bei der U20-WM in Chile (live ab 23.00 Uhr auf Eurosport und im Womensoccer-Liveblogging) hat die brasilianische U20-Frauenfußball-Nationalmannschaft für eine Menge Schlagzeilen gesorgt.

Einerseits durch ihre attraktive, offensive Spielweise, mit der das Team in drei Spielen bereits elf Treffer erzielte. Andererseits durch die artistischen Einwurf-Einlagen von Leah Lynn Gabriela Fortune, die das chilenische Publikum ein ums andere Mal in Entzücken versetzten.

Auf die DFB-Elf dürfte also eine äußerst schwere Aufgabe warten, denn in den brasilianischen Frauenfußball ist in den vergangenen zwei Jahren eine vorher unbekannte Ernsthaftigkeit eingezogen, mit der man in Südamerika eine Vorreiterrolle einnimmt.

Mit einer Mischung aus jungen Spielerinnen und bereits routinierten Kräften mit WM- und Olympia-Erfahrung wie Erika und Francielle soll die DFB-Elf geknackt werden und der WM-Titel in die Heimat geholt werden. Trainer Kleiton Lima erklärt: „Es ist sehr wichtig, dass wir uns als eine der besten Mannschaften etablieren, denn nur so können wir die Arbeit weiterführen, die man in Brasilien in den Fußball steckt.“

Große Entwicklung dank Marta
Ein Erfolg bei der U20-WM in Chile könnte im Land eine weitere Initialzündung für die Wahrnehmung und Anerkennung des Sports bewirken.  „Wir haben weder eine Marta noch eine Cristiane im Team, doch unserer Generation gehört die Zukunft. Das sind alles großartige Spielerinnen, die einmal in die Fußstapfen von Marta treten können“, so Fortune.

Seit den Silbermedaillen der A-Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen 2004 und 2008, dem Vizeweltmeistertitel 2007 und vor allem der zweifachen Wahl von Marta zur Weltfußballerin hat der Frauenfußball in Brasilien einen starken Aufschwung genommen. Inzwischen werden die nationalen Meisterschaftsspiele sogar im Fernsehen übertragen, mit großer Seriosität wird inzwischen an der Weiterentwicklung des Sports gearbeitet.

Doch abgesehen von Brasilien steckt der Frauenfußball in Südamerika nach wie vor in den Kinderschuhen. So schied etwa Gastgeber Chile bei der U20-WM im eigenen Land mit drei Niederlagen in drei Spielen bereits nach der Vorrunde aus, konnte mit seiner engagierten Spielweise aber zumindest einige Sympathiepunkte gewinnen.

Nachholbedarf
Mehr aber auch nicht, denn noch immer mangelt es an Rückendeckung seitens des Verbands, zeigen Sponsoren nur mäßiges Interesse, ist man von einer systematischen Jugendarbeit noch weit entfernt. Der Frauenfußball ist vor allem in den sozial ärmeren Schichten beliebt, Auswahlspiele der Nationalmannschaft bleiben aus finanziellen Gründen nach wie vor meist eine Seltenheit, abgesehen von offiziellen Qualifikationsturnieren.

Doch ein brasilianischer Erfolg bei der U20-WM in Chile könnte möglicherweise auch andere Länder beflügeln, den Frauenfußball in Zukunft mit größerer Ernsthaftigkeit anzugehen. Und dann könnten mittelfristig auch andere Teams außer Brasilien und Argentinien einen bleibenden Eindruck auf internationaler Bühne hinterlassen.

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40 KOMMENTARE

  1. Ein Erfolg der Deutschen U20 Nationalmannschaft würde dem weiblichen Fußball vielleicht noch mehr Bekanntheit verschaffen und viele junge Mädchen dazu bringen sich für den Fußball zu entscheiden – also Daumen drücken und hoffen, dass wir erfolgreich sind 🙂

  2. wie das Spiel ausgeht, ist mir ehrlich gesagt nicht sooo wichtig. Ich hoffe einfach, daß die Mädels eine ordentliche Leistung abliefern, sich auf ihre Stärken besinnen und die Nachlässigkeiten aus den letzten Spielen abstellen- lieber in einer tollen Partie viell. eventuell trotzdem ausscheiden als irgendein glücklich herbei gestochertes Siegtor in einer ansonsten schlechten Partie. Auch wenn die meisten das jetzt wahrscheinlich anders sehen…

  3. Schade, denke die Gegner in der anderen Hälfte ,sprich England.Frankreich, Nigeria und USA wären einfacher gewesen als die Asiatinnen oder Brasilien. ich sehe die Chancen 50:50

  4. also das diese Flicflac-Nummer erlaubt ist, wundert mich ja. Wo es bei den Herren schon so ein Drama um zwei parallel gezückte gelbe Karten gab…

  5. boah, schon wieder das gebälk nach ein paar minuten.
    und der englische kommentator kann diesmal die deutschen namen aussprechen! 😀

  6. ah, das brasilianische gehadere mit den Schiri-Leitungen geht auch schon wieder los. Obwohl die Ecke diesmal berechtigt gewesen wäre…

  7. Also ich finde, nachdem die ersten 10 minuten vorbei sind, zeigt sich die deutsche mannschaft selbstbewusster als gegen kanada.

  8. Die Deutschen stören diesmal wenigstens früher, denn diese Mädels sollte man auch garnicht bis vor den eigenen Strafraum kommen lassen

  9. Glück für die Deutschen, nach einem Foul an Leah an der Strafraumgrenze hätte es eingentlich Freistoß für die Samba-Frauen geben müssen

  10. Auch wenns nur zur Überschrift „Salto-Einwurf“ passt, hier mal ein kurzer „Einwurf“ meinerseits und eine Frage:

    Die besagte Leah ist meines Wissens nach keineswegs die einzige, die diese Art Kunststück vollbringt – eine Isländerin macht dies genauso, aber keinen kümmerts … 🙂

    Weiss leider nicht den Namen, vielleicht kann mir jemand auf die Sprünge helfen?? Habe dies im Qualifikationsspiel zur Euro der Isländerinnen gesehen …

    Fragt sich nur: wer hat jetzt von wem abgeschaut?

  11. Hallo Manne, diese Salto-Einwürfe sind gar nicht so selten, wie man meinen könnte. Hat es auch in der Vergangenheit im Männerfußball schon gegeben.

    Leah macht das schon länger, die Isländerin wohl auch. Ich meine, es ist Ásta Árnadóttir, bin mir aber nicht hundertprozentig sicher.

  12. Auch interessant, die Engländer, ja diese europäische Schnarchzapfen-Vereinigung von Pseudo-Fußballern, zumindest wenn sie nicht gegen eine deutsche Mannschaft antreten müssen und von ihrer Yello-Press befeuert werden, also diese Engländer verfügen über einen angeblich genialen Einwurfspezialisten. Die FAZ berichtet darüber.

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