Schiedsrichterin Nicole Petignat erklärt Rücktritt

Von am 2. Dezember 2008 – 18.21 Uhr 2 Kommentare

Sie leitete das unvergessene Finale der Frauenfußball-WM 1999 zwischen den USA und China vor über 90.000 Zuschauern in der Rose Bowl von Pasadena, das EM-Finale der Frauen 2001 zwischen Deutschland und Schweden, in dem Claudia Müller mit ihrem Golden Goal und ihrem anschließenden Trikotlupfer Geschichte schrieb, und sie pfiff als erste Frau ein UEFA-Pokal-Spiel der Männer.

Die Schweizer Schiedsrichterin Nicole Petignat galt als Vorreiterin ihrer Zunft, doch jetzt hat die 42-Jährige für viele überraschend ihren Rücktritt erklärt und einen Schlussstrich unter ihre Karriere gezogen.

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„Das ist der richtige Zeitpunkt für den Rücktritt“, so Petignat. „Als ich für Xamax – Basel am vergangenen Sonntag aufgeboten wurde, wusste ich: Das ist er.“ Mit ihrem Rücktritt reagierte sie unter anderem auf die wachsende Kritik an ihrer Person und ihren Leistungen auf dem Feld.

Herbe Kritik
Denn häufig wurden in der Vergangenheit Fehler von ihr in den Medien thematisiert, erst vor einer Woche hatte sie im Pokalspiel zwischen Grasshoppers und Bellinzona drei Tessiner Spielern zurecht die Rote Karte gezeigt. Hinterher kritisierte man dennoch, sie habe die Kontrolle über das Spiel verloren. Insgesamt war sie 91 Mal in der Schweizer Nationalliga im Einsatz.

„WM, EM, Olympische Spiele, Uefa-Cup, Super League – das ist eine unglaubliche Karriere. Nicole Petignat wird als Pionierin des Frauen-Schiedsrichtertums in die Geschichtsbücher eingehen“, sagt ihr früherer Lebensgefährte Urs Maier, selbst einer der bekanntesten Schweizer Schiedsrichter der Vergangenheit.

Eine echte Nachfolgerin, die in Petignats Fußstapfen treten könnte, ist in der Schweiz noch nicht in Sicht. Eine potenzielle Kandidatin könnte die 19-jährige Bernerin Esther Staubli sein, die im Vorjahr bei der U19-Europameisterschaft auf Island im Einsatz war und dort unter anderem den 4:2-Sieg Deutschlands im Halbfinale gegen Frankreich leitete.

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

2 Kommentare »

  • Steffen sagt:

    Was mir leider immer in Erinnerung bleiben wird ist die ungerechtfertige rote Karte für Shannon Boxx im WM Halbfinale 2007 gegen Brasilien, als Cristiane der Shannon Boxx von hinten auf die Fersen gerannt ist, sich dann noch so hinfallen lassen hat, dass es aussah, wie als wenn sie gefoult worden ist, wissend das Shannon Boxx die gelbe Karte schon gesehen hat, und dann zusammen mit Marta Nicole Petignant beklatscht haben, als sie Rot zeigte. Für mich unverständlich, da sie zum Zeitpunkt der Aktion nur wenige Meter nebenher lief. Das verstehe ich bis heute nicht. Und die Shannon Boxx hat’s auch nicht verstanden.

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  • thoddey sagt:

    Und ich frage mich immer noch, warum Marta und Christiane für dieses unfaire Klatschen keine Karte bekommen haben…

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