WM-Bilanz: Gestiegenes Niveau, zunehmende Politisierung

Von am 8. Juli 2019 – 13.02 Uhr 88 Kommentare

Die achte Frauenfußball-WM ist am Sonntag in Lyon mit dem Titelgewinn der favorisierten USA zu Ende gegangen. Zum Ausklang einer sportlich guten WM stand aber nicht der Sport, sondern einmal mehr das Thema gerechte Bezahlung im Mittelpunkt.

Logo der FIFA Frauenfußball-WM 2019 in Frankreich

Logo der FIFA Frauenfußball-WM 2019 in Frankreich © FIFA

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Das hatten sich FIFA-Präsident Gianni Infantino und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron wohl anders vorgestellt. Erst mussten sie beim Einlauf ins Stade de Lyon die ohrenbetäubenden Pfiffe der vorwiegend amerikanischen unter den 57.900 Zuschauern ertragen und dann sah sich Infantino vor der Siegerehrung auch noch „Equal Pay“-Sprechchören von den Rängen ausgesetzt.

Kampf um Gleichbehandlung

Hintergrund sind einerseits die Ungleichbehandlung von Fußballerinnen und Fußballern seitens des Weltverbands, der für das Turnier in Frankreich ein Gesamtpreisgeld von rund 30 Mio. Euro ausschüttete, während bei der Männer-WM in Russland allein Weltmeister bereits 38 Mio. Euro bekam. Zudem haben 28 amerikanischen Nationalspielerinnen im März eine Klage gegen den US-Verband wegen Diskriminierung eingereicht, in der sie um gleiche Bezahlung kämpfen. Der bezahlt nämlich seinen deutlich weniger erfolgreichen Männern mehr Geld. Auch die DFB-Frauen hätten im Falle eines Titelgewinns 275.000 Euro weniger Geld als die Männer bei der WM 2018 in Russland erhalten.

Megan Rapinoe und Alex Morgan jubeln

Megan Rapinoe (re.) brachte mit dem ersten in einem WM-Finale verwandelten Elfmeter ihr Team auf Kurs © imago / PA Images

Megan Rapinoe als Vorreiterin

Als Vorreiterin dieser Bewegung gilt US-Star Megan Rapinoe, der neben starken Worten außerhalb des Platzes auch auf dem Rasen eine Klasse für sich war. Die zur Besten Spielerin der WM gekürte 34-Jährige, die zugleich dank ihres Treffers beim 2:0-Sieg gegen die Niederlande im Finale Beste Torschützin des Turniers wurde, nutzt ihre starke Position mit überbordendem Selbstbewusstsein und gewinnendem Lächeln zur Verbreitung ihrer Botschaft und den Kampf um mehr Gerechtigkeit. „Wir haben jetzt lange genug geredet, es ist an der Zeit Taten folgen zu lassen.“ Sie forderte die FIFA während des Turniers in mehreren Pressekonferenzen auf, mehr für die Entwicklung des weltweiten Fußballs, die Verbesserung der Infrastruktur und der Ligen zu unternehmen. „Unser Team ist im Begriff, die Welt um sich herum zu verändern, das ist unglaublich“, frohlockte Rapinoe nach dem Titelgewinn.

Starke Worte, starke Taten

Vor dem WM-Achtelfinale gegen Spanien hatte sie Schlagzeilen mit ihrer Ankündigung gemacht, bei einem Titelgewinn nicht ins „Fucking White House“ zu gehen. US-Präsident Donald Trump antwortete prompt mit einem Stakkato aus mehreren Tweets, Rapinoe möge erst einmal den Titel holen und Respekt vor Flagge und Hymne zeigen. Rapinoe ließ sich nicht beeindrucken und lief unter dem öffentlichen Druck und wachsender Erwartungshaltung erst richtig zur Höchstleistung auf. Das hinterließ offenbar auch Eindruck bei der FIFA: Infantino kündigte zwei Tage vor dem Finale eine Verdoppelung des Preisgelds für die WM 2023 an und plant eine Aufstockung des Teilnehmerfelds auf 32 Teams.

Sportlich gut, aber wenig Überraschungen

Rein sportlich war das Turnier trotz seines vorhersehbaren Siegers und nur wenigen Überraschungen durchaus dazu geeignet, den Forderungen der Fußballerinnen Nachdruck zu verleihen. Denn Highlight-Spiele wie das weltweit stark beachtete Duell zwischen den USA und Gastgeber Frankreich oder das US-Halbfinale gegen England lieferten genauso hochklassigen Sport wie etwa das Achtelfinale zwischen Australien und Norwegen. Neben dem WM-Sieg der USA waren auch der Finaleinzug von Europameister Niederlande sowie der starke Auftritt Englands mit seiner fortschreitenden Professionalisierung keine Überraschung. Einzig den dritten Platz Schwedens mit einer kompakten, aber doch recht unattraktiven Spielweise dürften nicht alle auf dem Zettel gehabt haben. Zu den positiven Überraschungen des Turniers gehörte Italien, das erst im Viertelfinale gestoppt wurde. Und auch Spanien deutete trotz des frühen Achtelfinal-Ausscheidens gegen Weltmeister USA an, in den kommenden Jahren zum direkten Angriff auf die Spitze zu blasen.

China und Japan enttäuschen

Zu den Verlierern des Turniers gehörten dagegen die asiatischen Mannschaften. China verabschiedete sich erstmals bei einer WM bereits im Achtelfinale, Japan schied ebenfalls gleich zu Beginn der K.-o.-Runde aus und zeigte nur eine Halbzeit lang gegen die Niederlande seinen gefürchteten Kombinationsfußball. Doch in beiden Ländern hat man die Zeichen der Zeit erkannt. So planen China ab 2020 bzw. Japan ab 2021 die Einführung einer Profiliga, Alibaba-Gründer Jack Ma will den Frauenfußball in seinem Heimatland China in den kommenden zehn Jahren mit rund 130 Millionen Euro unterstützen. Noch größer ist der Rückstand der südamerikanischen Teams. Einzig Brasilien war in der Lage, seine Gegner auch offensiv zu fordern, wie etwa im etwas unglücklich verlorenen Achtelfinale gegen Frankreich. Das Land wird aber in den kommenden Jahren den Nachwuchs stärker fördern müssen, wie auch Marta in ihrem flammenden, emotionalen Appell nach dem WM-Aus klar machte. Argentinien und Chile haben zwar gelernt, zu verteidigen und stellten in Vanina Correa und Christiane Endler zwei der besten Torhüterinnen des Turniers, doch offensiv blieben beide Teams harmlos. Alle 24 Teams zeigten sich in puncto Athletik, Technik und Taktik verbessert, doch Topteams wie die USA, Niederlande oder England haben ihre führende Position weiter zementiert.

Die Erlösung: Giulia Gwinn (Mi.) erzielt den Siegtreffer gegen China © imago / HMB-Media

DFB: Konzepte statt Lippenbekenntnisse gefragt

Auch der DFB wird in den kommenden Jahren vergrößerte Anstrengungen unternehmen müssen, um nach dem Viertelfinal-Aus gegen Schweden nicht weiter den Anschluss an die Weltspitze zu verpassen. So gilt es, nicht nur grundsätzliche Dinge, wie die systematische Talentsichtung, die Trainerausbildung oder die Spielplangestaltung der Bundesliga zu optimieren. Darüber kann auch die Auszeichnung von Giulia Gwinn zur besten jungen Spielerin des Turniers nicht hinwegtäuschen. Es werden Verband, Bundesligateams und Spielerinnen gleichermaßen gefragt sein, ihren Sport mit einer größeren Ernsthaftigkeit in die Öffentlichkeit zu tragen. Konzepte müssen Lippenbekenntnisse ersetzen. Dazu wird es auch gehören, mit hartnäckiger Überzeugungskraft um mehr TV-Übertragungen bei den Fernsehsendern zu werben, die Medien besser mit Informationen zu versorgen und nicht wie in der Vergangenheit, Chancen zu verpassen. So blieb etwa während der WM in Frankreich der neue Bundesligasponsor Flyeralarm in Sachen Frauenfußball stumm, anstatt die Gelegenheit zu nutzen, Werbung in eigener Sache für die am 16. August beginnende Bundesligasaison zu betreiben.

Noch keine Tickets für EM-Quali

Und auch die Spielerinnen werden sich ihrem Sport mit noch größerer Verve verschreiben und auch öffentlich mit mehr Nachdruck Stellung beziehen müssen, um den Frauenfußball anzuschieben. Es gilt nicht zwangsläufig, nach deutschen Megan Rapinoes, Ada Hegerbergs oder Pernille Harders Ausschau zu halten, aber ein bisschen meinungsstärker dürften auch die DFB-Spielerinnen öffentlich auftreten. Doch es scheint erst einmal unverändert weiter zu gehen: Am 31. August tritt die DFB-Elf in Kassel zu ihrem ersten EM-Qualifikationsspiel gegen Montenegro an. Tickets kann man für die Partie bisher nicht kaufen. Anders als in England, wo etwa für das Duell gegen Deutschland in Wembley am 9. November der Vorverkauf längst läuft und bereits über 20.000 Tickets abgesetzt wurden. Und auch für das erste EM-Quali-Heimspiel des WM-Dritten Schweden gegen die Slowakei am 8. Oktober in Göteborg hat der Ticketvorverkauf längst begonnen.

Statistiken zum Turnier

Zuschauerzahl: 1,13 Mio.
Zuschauerschnitt/Spiel: 21.756
Tore: 146
Tore/Schnitt: 2,81
Meiste Tore: 26 (USA)
Wenigste Tore: 1 (China, Jamaika, Südkorea, Neuseeland, Südafrika, Thailand)
Meiste Gegentore: 20 (Thailand)
Wenigste Gegentore: 2 (Deutschland)
Elfmeter: 26 (18 verwandelt, 8 verschossen)
Eigentore: 8
Tore durch Einwechselspielerinnen: 12 von 146 (8,22%)
Beste Torschützinnen: 6 (Megan Rapinoe, Alex Morgan, Ellen White)
Jüngste Torschützin: 19 Jahre, 11 Monate, 6 Tage (Giulia Gwinn am 8. Juni beim 1:0-Sieg gegen China)
Schnellstes Tor: 2 Minuten, 10 Sekunden (Jill Scott am 27. Juni beim 3:0-Sieg gegen England)
Höchster Sieg: 13:0 (USA gegen Thailand am 11. Juni)

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Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

88 Kommentare »

  • Fan2 sagt:

    Ich gebe mal ein Beispielsweise dafür, wieso ich denke, dass diese Weltrangliste viel zu träge ist.

    Wenn man mal Holland mit Deutschland zwischen Dezember 2016 und heute vergleicht, so ergibt sich dafür Folgendes:

    Holland WM-Finalist und Europameister, Deutschland jeweils im Viertelfinale ausgeschieden.

    Holland mit einer Länderspielbilanz von 36 Siegen, 4 Unentschieden und 8 Niederlagen, Siege dabei unter anderem gegen die besser gerankten Kanada, England, Japan und Schweden (je 3x bei diesen beiden) (Punkteschnitt von 2,33).

    Deutschland im selben Zeitraum mit einer Länderspielbilanz von 23 Siegen, 5 Unentschieden und 6 Niederlagen. (Punkteschnitt von 2,17). Niederlagen unter anderem gegen die deutlich schlechter gerankten Dänemark und Island.

    Trotzdem macht Holland lediglich 180 Punkte in dieser Zeit gut.

    Anderes Beispiel England: 2x Halbfinale in 2017 und 2019. Ihre Länderspielbilanz ist mit 21 Siegen, 7 Unentschieden und 8 Niederlagen zwar geringfügig schlechter als die von Deutschland (1,95 Punkte), man muss dazu aber sagen, dass England in dieser Zeit weit häufiger gegen die höher gerankten USA, Deutschland und Frankreich gespielt hat und gegen sie dabei sogar gewinnen konnte. 1 Sieg und 1 Unentschieden gegen die USA, zwei Siege gegen Frankreich, 1 Unentschieden gegen Deutschland.

    Trotzdem konnte England gerade mal 30 Punkte gut machen. Und dass in 30 Spielen. Niederlande 180 Punkte in 50 Spielen.

    Und wir sprechen hier von den besten Teams der Welt. Wenn es da in 2 1/2 Jahren trotz zweier großer Turniere keine wesentlichen Änderungen in der Weltrangliste gibt, dann ist das schon bedenklich träge.

    Ein weiteres Beispiel ist übrigens die Tatsache, dass Italien nach der besten WM-Platzierung aller Zeiten und nach einem Sieg gegen Schweden bei der EM drei Jahre später kaum besser da steht als 2016 und sogar schlechter als 2011.

    Das Gegenbeispiel ist Nordkorea, die sich für keines der letzten 3 Großereignisse und zwei Asienmeisterschaften qualifizieren konnten und trotzdem in der Weltrangliste nicht nur besser da stehen als 2011, und zwar nicht nur 3 Plätze, sondern auch 15 Punkte besser, sondern auch als Japan, die sich für fünf der letzten sechs Turniere qualifizieren konnten und dabei einmal Vize-WM, einmal Olympia-Silber sowie zweimal die Asienmeisterschaft holen konnten.

    Da hört einfach die Verhältnismäßigkeit auf.

    (1) 9 Gesamt – 5 hoch – 4 runter
  • Bernd sagt:

    @Fan2
    Du schreibst:
    „Trotzdem macht Holland lediglich 180 Punkte in dieser Zeit* gut.“
    (*Dez.2016)

    Lediglich 180 Punkte?
    Der Unterschied zwischen den USA auf Platz 1 und Schweden auf Platz 6 beträgt derzeit beispielsweise 159 Punkte.

    Die Niederlande haben allein seit der letzten Weltrangliste von Ende März 2019, 70 Punkte und fünf Plätze in der Weltrangliste gut gemacht! Das in nur dreieinhalb Monaten!
    Damit kann man vieles belegen, aber ganz sicher nicht, dass die „Weltrangliste viel zu träge ist.“

    Zu Deinen anderen Beispielen könnte man ähnliches schreiben.
    FFFan hat es so gut erklärt. Für mich bleibt nur die Frage, ob Du es nicht verstehen willst, oder nicht verstehen kannst. Deine Betrachtungen sind nunmal sehr persönlich, die Weltrangliste ist hingegen sachlich, unvoreingenommen und unparteiisch.

    (2) 8 Gesamt – 5 hoch – 3 runter
  • Fan2 sagt:

    @Bernd: Bei einem Abstand von 1500 Punkten vom ersten bis zum letzten muss ich sagen, ja, das sind lediglich 180 Punkte (in 2 1/2 Jahren). Wie lange soll Madagascar denn bitte brauchen, bis sie die Weltspitze erreichen sollen? Das sind mindestens 25 Jahre.

    Wie gesagt, worüber wir hier streiten, ist letztlich nicht viel. Keine Weltrangliste, sei sie noch so gut, ist sachlich, unvoreingenommen oder unparteiisch. Von dieser Weltrangliste in ihrer Trägheit, die im Normalfall nur Verschiebungen im 10 Punkte-Bereich zulässt, profitieren vor allem die Teams, die schon immer oben standen (USA, Deutschland, Nordkorea, Norwegen, Schweden usw.).

    USA und Deutschland machen seit Jahren unter sich die Top 2 aus, dahinter waren Frankreich, Schweden und Brasilien nie schlechter als Top 10, Kanada, England, Australien (seit 2014), Nordkorea, Japan und Norwegen nie schlechter als Top 15, Niederlande, Spanien, Italien, China und Dänemark nie schlechter als Top 20.

    Dass Niederlande innerhalb von 3 Monaten 70 Punkte gut gemacht hat, ist insgesamt auch mit der größte Sprung, den eine Mannschaft je hingelegt hat. Dazu mussten sie ja auch nur fast Weltmeister werden.

    Ich bleibe dabei: Nach einer WM sollten die Sprünge deutlich größer sein!!! Wozu heißt es denn sonst Weltmeisterschaft, wenn diese nicht der Gradmesser für die Leistungsfähigkeit eines Teams ist?

    Noch was zur Elo-Zahl: Diese wird sonst beim Boxen oder beim Schach angewandt, Sportarten, die von Einzelpersonen betrieben werden. Dies ist aber ja gerade im Fußball nicht der Fall. Daher sollte eine Weltrangliste auch keinen größeren Zeitraum einbeziehen als den, über den eine Spielerin maximal aktiv ist (15-20 Jahre).

    @FFFan hat ja behauptet, dass die früheren Ergebnisse keine Rolle mehr spielen. Das würde ich mal bestreiten und die Gegenprobe stellen, die sich jemand gerne zu Gemüte führen mag: Die Aufgabe besteht darin, eine Weltrangliste zu erstellen, bei der alle Ergebnisse von vor 2003 rausgerechnet werden und alle 2003 mit demselben Koeffizienten von 1500 Punkten beginnen. Wenn dem Argument von FFFan tatsächlich so wäre, müssten exakt dieselben Zahlen, die heute in der Weltrangliste stehen, dabei herauskommen.
    Viel Spaß beim Rechnen und Staunen. Ich wette, dass vielleicht eine ähnliche, aber durchaus deutlich veränderte Rangliste herauskäme!

    (0) 8 Gesamt – 4 hoch – 4 runter
  • Bernd sagt:

    @ Fan2 Du und Deine Beispiele (irgendwie schon echt süss)
    „Bei einem Abstand von 1500 Punkten vom ersten bis zum letzten muss ich sagen, ja, das sind lediglich 180 Punkte (in 2 1/2 Jahren). Wie lange soll Madagascar denn bitte brauchen, bis sie die Weltspitze erreichen sollen? Das sind mindestens 25 Jahre.“

    Madagaskar wäre sicherlich sehr froh, wenn Sie in 25 Jahren die Weltspitze erreichen könnten! In der Relation sind die 1500 Punkte Abstand zwischen Madagaskar und den USA sehr stimmig!
    Der Abstand der USA zu Schweden beträgt derzeit z.B. 159 Punkte!
    Um wieviel weiter entfernt von einem WM-Finale, oder überhaupt von einer Teilnahme an einer WM ist wohl Madagaskar?

    Du schreibst weiter:
    „Wozu heißt es denn sonst Weltmeisterschaft, wenn diese nicht der Gradmesser für die Leistungsfähigkeit eines Teams ist?“

    Ist doch ein bedeutender Gradmesser, sonst wären die Niederlande nach der WM nicht von Platz 8 auf Platz 3 geklettert! Allerdings gibt es auf der Welt noch ein paar mehr als die 24 WM-Teilnehmer!
    Daher heißt es auch Weltrangliste und nicht WM-Rangliste.

    Mit jedem Deiner Beispiele belegst Du, dass Du, im Gegensatz zu FFFan, nicht verstehst wie die Weltrangliste funktioniert!
    Gerade für den Tabellenletzten ist es theoretisch am einfachsten ganz große Schritte in der Weltrangliste nach vorne zu machen, da dieses Team die meisten Punkte für einen Sieg z.B. gegen die USA erhalten würde und umgekehrt die USA mit dieser Niederlage die höchste Verlustpunktzahl erhielt.
    Der von Dir gewünschte Sturz des deutschen Teams auf Platz 5 oder 6 und noch tiefer, wäre ganz schnell passiert, wenn wir mal Heimspiele gegen Madagaskar und Andorra verlieren würden.
    Dies wird aber niemals passieren und deshalb ist der Punktabstand auch in dieser Größenordnung absolut realistisch, beschreibt er doch genau die Wahrscheinlichkeiten des zu erwartenden Ergebnisses!

    Fan2, ich bin Dir ehrlich sehr dankbar, denn durch Dich habe ich mich mit der Funktionsweise der FIFA-Weltrangliste noch intensiver auseinandergesetzt und bin seither noch mehr beeindruckt was diese Liste berücksichtigt und welche Dynamik sie beinhaltet. Richtig gut! Werde sie zukünftig ganz sicher noch mehr beachten, weil sie die Entwicklung des Frauenfussballs so gut spiegelt. Das von Dir kritisierte Punkterating, ist gerade die große Stärke der Rangliste, ermöglicht es doch erst die dynamische, sachliche und unparteiische Wiedergabe der Entwicklung der einzelnen Länder im Frauenfussball. Zum anderen werden auch die Teams berücksichtigt, welche nicht bei den grossen Turnieren sowieso dauernd im Fokus stehen. Klasse!

    https://de.fifa.com/fifa-world-ranking/procedure/women
    Unterschiede bei Rating-Punkten
    Die Unterschiede bei den Rating-Punkten zweier Gegner werden benutzt, um das Ergebnis des Spiels vorherzusagen. Für jede Mannschaft wird der vorhergesagte Spiel-Prozentsatz „P“ als ein Wert zwischen 0 und 1 als Funktion des Unterschiedes in den Rating-Punkten ausgedrückt.
    Die Skala der Rating-Punkte wurde so gewählt, dass die Top-Mannschaften der Welt mehr als 2.000 Rating-Punkte besitzen können, während absolute Neulinger um die 1.000 Punkte liegen.

    Schlussfolgerung
    Nachdem die FIFA Frauenfussball-Weltmeisterschaft mittlerweile ein etabliertes Ereignis im internationalen Wettkampfkalender ist und in Kanada 2002 auch die erste FIFA U19-Frauenfussball-Weltmeisterschaft erfolgreich ausgetragen wurde, stellt die FIFA Frauenfussball-Weltrangliste das jüngste Projekt der FIFA dar, um einen der sich am schnellsten entwickelnden Bereiche im Fussball noch stärker zu fördern. Die FIFA-Frauen-Weltrangliste dient dem Zweck, einen umfassenden Einblick in die aktuelle Stärke der jeweiligen Nationalmannschaften im Frauenfussball zu bieten – denn:“Die Zukunft des Fussballs ist weiblich.“
    * *

    (1) 5 Gesamt – 3 hoch – 2 runter
  • FFFan sagt:

    @ Fan2:
    „FFFan hat ja behauptet, dass die früheren Ergebnisse keine Rolle mehr spielen.“

    Nein, das hat FFFan nicht behauptet!!!
    Sondern: der Einfluss älterer Ergebnisse nimmt kontinuierlich ab, je länger sie zurückliegen bzw. je mehr Spiele seitdem ausgetragen wurden.
    Das ist so (ob du das nun so sehen willst oder nicht) und ist in der mathematischen Formel begründet, die der Berechnung zugrundeliegt.

    Ansonsten mache ich mir jetzt nicht die Mühe, jedes deiner Beispiele zu widerlegen, und die ‚alternative‘ Weltrangliste, die nur die Ergebnisse seit 2003 berücksichtigt, darfst du auch gern selbst ausrechnen!

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  • sonic sagt:

    „Gerade für den Tabellenletzten ist es theoretisch am einfachsten ganz große Schritte in der Weltrangliste nach vorne zu machen, da dieses Team die meisten Punkte für einen Sieg z.B. gegen die USA erhalten würde und umgekehrt die USA mit dieser Niederlage die höchste Verlustpunktzahl erhielt.“

    Würde Madagaskar (Rang 158 / 693 Punkte) ein Freundschaftsspiel gegen die USA (Rang 1 / 2180 Punkte) mit 6:0 auf neutralem Boden gewinnen, würden sie 14,85 Punkte hinzubekommen und die USA 14,85 Punkte verlieren. Madagaskar bliebe Letzter und die USA Erster der Weltrangliste.

    Würde Papua-Neuguinea (Rang 50 / 1479 Punkte) das Freundschaftsspiel mit 6:0 gewinnen, würde Papua-Neuguinea 14,59 Punkte bekommen und die USA 14,59 Punkte verlieren.

    Würde Deutschland (Rang 2 / 2059 Punkte) das Freundschaftsspiel mit 6:0 gewinnen, würde Deutschland 9,86 Punkte bekommen und die USA 9,86 Punkte verlieren.

    Nach 21 solchen Freundschaftsspielen würde Madagascar die 1000-Punkte-Marke knacken (etwa Rang 130). Die USA lägen noch bei 1869 Punkten (Rang 15).

    (0) 2 Gesamt – 1 hoch – 1 runter
  • Fan2 sagt:

    @sonic: Vielen Dank, genau das ist es, was ich meinte. Endlich einer, der meine Kritik versteht.

    Zudem sollte man dazu noch festhalten, dass beispielsweise Afrika gar keine WM-Quali hat, weil der Afrika-Cup gleichzeitig als WM-Quali zählt. Dadurch gehen den afrikanischen Teams jede Menge Chancen auf Verbesserungen verloren.

    Und man muss zudem auch noch festhalten, dass dadurch, dass Madagaskar viele der Pflichtspiele gegen afrikanische Teams spielt, der MExp selten bei 0%, sondern meist eher bei 20%-30% liegt. Damit gehen aber von den potentiellen 30 oder 45 Punkten gleich schonmal in den meisten Spielen 10 bis 15 Punkte weg, sodass die Änderungen am Ende doch nur sehr zaghaft sind. Im Schnitt machen selbst die Teams, die die stärksten Sprünge machen, im Jahr weniger als 2-3 Plätze in der Weltrangliste gut.

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  • sonic sagt:

    Ich muss mich korrigieren, da die Partie Deutschland-USA (Top10-Teams) doppelt gewertet werden würde.

    Muss also heißen:

    „Würde Deutschland (Rang 2 / 2059 Punkte) das Freundschaftsspiel mit 6:0 gewinnen, würde Deutschland 19,72 Punkte bekommen und die USA 19,72 Punkte verlieren.“

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