Frauen-WM 2019: die Quali im Überblick

Von am 13. Juni 2018 – 14.59 Uhr

Seit vergangenen Donnerstag wurden in Europa 24 weitere Qualifikationsspiele zur Frauenfußball-WM 2019 ausgetragen. Italien und Spanien haben ihr WM-Ticket bereits sicher. Hier ein Überblick über den Stand der Dinge.

Logo der FIFA Frauenfußball-WM 2019 in Frankreich

Logo der FIFA Frauenfußball-WM 2019 in Frankreich © FIFA

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Der Modus sieht vor, dass sich die sieben Gruppensieger direkt für die Frauenfußball-WM in Frankreich (7. Juni bis 7. Juli) qualifizieren, die vier besten Gruppenzweiten kämpfen dann in einer doppelten Play-off-Runde in Hin- und Rückspielen um den letzten freien europäischen Startplatz.

Gruppe 1

Russland – England 1:3 (1:3)
Tore: Danilova (31.); Parris (22.), J. Scott (27., 36.)

Bosnien-Herzegowina – Kasachstan 0:2 (0:1)
Tore: Am. Spahić (33. Eigentor), Babshuk (74.)

Wales – Bosnien und Herzegowina 1:0 (0:0)
Tore: K. Green (62.)

Wales – Russland 3:0 (0:0)
Tore: K. Green (48., 62.), Harding (68.)

Wales hat sich mit den beiden Heimsiegen gegen Bosnien-Herzegowina und Russland eine gute Ausgangsposition verschafft und führt die Tabelle (17 Punkte) vor England (16 Punkte) an. Am 31. August treffen die beiden Teams im direkten Duell in Wales aufeinander. Der Sieger des Duells hat als Gruppensieger das WM-Ticket sicher, bei einem Remis reicht England in Kasachstan am 4. September ein Punkt zum Gruppensieg.

Gruppe 2

Schottland – Weißrussland 2:1 (1:1)
Tore: Cuthbert (45.+2, 65.); Olkhovik (27.)

Polen – Schottland 2:3 (1:0)
Tore: Jaszek (6.), Howard (66. Eigentor); Little (78.), J. Ross (80.), Evans (90.)

Weißrussland – Schweiz 0:5 (0:3)
Tore: Crnogorčević (5. Elfmeter), Dickenmann (18., 55.), Karachun (34. Eigentor), Calligaris (76.)

Die Schweiz führt die Gruppe souverän mit sechs Siegen aus sechs Spielen an (18 Punkte), doch Schottland liegt dank des Comeback-Siegs in Polens nach wie vor auf der Lauer (15 Punkte). Am 30. August kommt es zum Duell Schottland gegen Schweiz, die Schottinnen benötigen aufgrund der 0:1-Niederlage im Hinspiel einen Sieg mit zwei Toren Unterschied, um an den Schweizerinnen vorbeizuziehen. Bei einem 1:0-Sieg Schottlands käme es (sollten beide Teams gewinnen oder verlieren) am 4. September in den Spielen Polen gegen Schweiz und Albanien gegen Schottland auf die Tordifferenz an, die Schweiz hätte zu Beginn des Spieltags einen Vorsprung von fünf Toren.

Gruppe 3

Irland – Norwegen 0:2 (0:1)
Tore: L-M. Utland (21., 61.)

Nordirland – Niederlande 0:5 (0:1)
Tore: Beerensteyn (37.), Van De Donk (61.), Van De Sanden (65.), Spitse (75. Elfmeter), Groenen (89.)

Norwegen – Irland 1:0 (1:0)
Tore: Graham Hansen (25. Elfmeter)

Niederlande – Slovakei 1:0 (0:0)
Tore: Martens (90.+2)

Tabellenführer Niederlande hat dank des Last-Minute-Treffers von Lieke Martens gegen die Slowakei weiterhin alle Trümpfe in der Hand (19 Punkte). Doch auch Norwegen (15 Punkte) hat den Gruppensieg noch fest im Visier. Denn sollten die Norwegerinnen am 31. August in der Slowakei und am 4. September das Heimspiel gegen die Niederlande gewinnen, würden sie am Oranje-Team vorbeiziehen. Spielt Norwegen in der Slowakei nur remis, benötigen sie gegen die Niederlande einen Sieg mit zwei Toren Unterschied zum Gruppensieg.

Gruppe 4

Schweden – Kroatien 4:0 (1:0)
Tore: Blackstenius (16., 67.), Rubensson (63.), Folkesson (90.)

Ukraine – Dänemark 1:5 (0:2)
Tore: Ovdiychuk (90.+3); Nadim (6., 52. Elfmeter), Harder (33.), S. Troelsgaard (81., 90.+4)

Ukraine – Schweden 1:0 (1:0)
Tore: Apanaschenko (41.)

Dänemark – Ungarn 5:1 (2:1)
Tore: Nadim (44., 45.+1), Boye Sørensen (47.), Nielsen (57.), Harder (90.+4); Jakabfi (24.)

Die überraschende Niederlage Schwedens in der Ukraine hat die Chancen Dänemark auf den Gruppensieg drastisch verbessert. Sollten am 30. August Dänemark (Heimspiel gegen Kroatien) und Schweden (Heimspiel gegen Ukraine) gewinnen, reicht den Däninnen ein Sieg im Heimspiel gegen Schweden am 4. September zum Gruppensieg. Ohne den schwedischen Patzer hätten die Däninnen das Spiel gegen den skandinavischen Rivalen aufgrund der 0:3-Hinspielniederlage am grünen Tisch mit vier Toren Unterschied gewinnen müssen. Ein Remis reicht den Schwedinnen zum Gruppensieg. Die Ukraine benötigt zwei Siege aus den letzten beiden Spielen, um die Playoff-Chance zu wahren.

Die DFB-Frauen bejubeln ein Tor gegen Frankreich

Unter Druck: Die DFB-Elf braucht in Island am 1. September einen Sieg © imago / Sven Simon

Gruppe 5

Färöer-Inseln – Slowenien 0:4 (0:2)
Tore: Ivanuša (10.), Zver (21. Elfmeter, 65.), Prašnikar (88.)

Tschechien – Färöer Inseln 4:1 (1:0)
Tore: Svitková (14.). L. Martínková (52.), Voňková (63.), Stárová (75.); Simonsen (89.)

Island – Slowenien 2:0 (0:0)
Tore: Glódis Viggósdóttir (55., 68)

Tabellenführer Island (16 Punkte) hat dank des Sieges gegen Slowenien nach wie vor gute Karten, sich direkt für die WM zu qualifizieren. Dazu brauchen die Isländerinnen am 1. September gegen Deutschland einen Sieg. Ein Remis reicht, sollte Island am 4. September das Heimspiel gegen Tschechien gewinnen. Gewinnt Deutschland (15 Punkte) in Island hat die DFB-Elf den Gruppensieg mit einem Erfolg am 4. September auf den Färöer-Inseln wieder in der eigenen Hand. Tschechien hat noch Hoffnung auf die Play-offs, braucht aber gegen Slowenien (31. August) und in Island (4. September) zwei Siege, dazu darf die Partie Island gegen Deutschland nicht remis ausgehen.

Gruppe 6

Italien – Portugal 3:0 (2:0)
Tore: Girelli (4.), Salvai (13.), Bonansea (90.+1)

Rumänien – Portugal 1:1
Tore: Mihail (34.), Andreia Norton (39.)

Italien (21 Punkte) hat sich durch den Erfolg gegen Portugal als Sieger der Gruppe 6 zum ersten Mal seit 1999 für die WM qualifiziert. Belgien braucht aus den verbleibenden Spielen (am 31. August in Rumänien und am 4. September gegen Italien) womöglich zwei Siege, um zu den vier besten Zweitplatzierten zu gehören.

Gruppe 7

Spanien – Israel 2:0 (0:0)
Tore: María Paz (51.), Alexia (88. Elfmeter)

Finnland – Österreich 0:2 (0:1)
Tore: Koivisto (6. Eigentor), Schiechtl (72.)

Serbien – Finnland 0:2 (0:1)
Tore: Hyyrynen (17.), Kostić (82. Eigentor)

Israel – Österreich 0:6 (0:2)
Tore: Schiechtl (5.), Wenninger (19.), Billa (49.) Puntigam (56. Elfmeter), Aschauer (69.), Feiersinger (88.)

Spanien (18 Punkte) hat sich durch die Niederlage Finnlands gegen Österreich als Sieger der Gruppe 7 für die WM qualifiziert. Sowohl Österreich (13 Punkte, 7 Spiele) als auch Finnland (10 Punkte, 6 Spiele) können noch ins Play-off einziehen, allerdings sieht es derzeit danach aus, als wenn der Zweite dieser Gruppe nicht zu den vier besten Gruppenzweiten gehören wird.

Auf einen Blick

Aus Europa bereits qualifiziert: Italien, Spanien

Können noch Gruppensieger werden: Wales, England, Schweiz, Schottland, Niederlande, Norwegen, Schweden, Dänemark, Island, Deutschland

Können noch die Play-offs erreichen: Ukraine, Tschechische Republik, Belgien, Österreich, Finnland

Feststehende WM-Teilnehmer: Australien, Brasilien, Chile, China, Frankreich (Gastgeber), Italien, Japan, Südkorea, Spanien, Thailand

Noch zu vergebende Startplätze: Afrika (3), Europa (6), Nord- Mittelamerika (3), Ozeanien (1), Play-off Argentinien gegen den 4. aus Nord- Mittelamerika (1)

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

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