Bayern München verpflichtet Laura Georges

Von am 8. Januar 2018 – 12.11 Uhr 38 Kommentare

Frauenfußball-Bundesligist FC Bayern München hat in der Winterpause die französische Abwehrspielerin Laura Georges von Paris Saint-Germain verpflichtet.

Bayern-Neuzugang Laura Georges (li.) mit Teammanagerin Bianca Rech

Bayern-Neuzugang Laura Georges (li.) mit Teammanagerin Bianca Rech © FC Bayern

Die 33-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2019. Nach Defensivspielerin Leah Galton und Torhüterin Fei Wang ist Georges der dritte Neuzugang in der Winterpause.

Anzeige

Große Persönlichkeit

Bayern-Trainer Thomas Wörle erklärt: „Durch den verletzungsbedingt längeren Ausfall von Simone Laudehr hat sich unsere ohnehin dünne Personalsituation in der Defensive weiter verschärft. Deshalb bin ich sehr froh, dass wir mit Laura eine sehr erfahrene, zweikampfstarke Innenverteidigerin und große Persönlichkeit verpflichten konnten.“

„Neues Abenteuer“

Georges meint: „Bayern München ist ein großer, legendärer Klub. Der Wechsel dorthin erfüllt mich mit Stolz und Ehre. Es ist ein neues Abenteuer und eine große Herausforderung für mich. Ich kann es kaum erwarten, mein neues Team, die Stadt München und die deutsche Kultur kennen zu lernen.“

Paris und Lyon als letzte Stationen

Seit Sommer 2013 stand Georges in Diensten von Paris Saint-Germain. Dabei traf sie in der vergangenen Saison im Champions-League-Viertelfinale auf den FC Bayern München. Zuvor war sie sechs Jahre lang (2007-13) für Olympique Lyon aktiv.

Jetzt lesen
Kim Fellhauer erleidet Kreuzbandriss

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

38 Kommentare »

  • FrankE sagt:

    Hey Holly,
    vielen Dank für Deinen Hinweis und entschuldige meine Ungenauigkeiten. Ich präzisiere also meine Wortwahl dahingehend, dass ich mit dem Begriff „Einkaufen von Spielerinnen“ auch die Verpflichtung und Abwerbung von Spielerinnen gemeint habe, selbst wenn diese, wie im Frauenfussball üblich, ablösefrei wechseln. Mit dem Begriff „teure Einkäufe“ ist als die Verpflichtung von re­nom­mierten Spielerinnen gemeint.

    (1)
  • Fan2 sagt:

    @Helmut: Mit wieviel Jahren sollen denn die Spielerinnen bitte zu den Topteams wechseln? Im Gegenteil, es gibt viele Argumente gegen einen zu frühen Wechsel:
    1. sollte man die Spielerinnen nicht zu früh aus den familiären Bindungen lösen, weil gerade in einem Geschäft wie dem Profifußball eine psychische Stabilität, zu der die Familie als Rückzugsort gehört, sehr mit beiträgt. Nimmt man den Spielerinnen das zu früh, dann kann sich das langfristig als große Belastung auswirken.
    2. kann man in einem zu jungen Alter noch gar nicht absehen, ob eine Spielerin körperlich und mental das Zeug dazu haben wird, irgendwann einmal Profifußballerin zu werden. Daher sollte man nicht zu früh Hoffnungen aufbauen, die dann unter Umständen nicht eingelöst werden können.
    3. bis jetzt hat noch jede Spielerin davon profitiert, solange wie möglich mit und gegen Jungs zu spielen, weil hier ganz andere Entwicklungsmöglichkeiten gegeben sind. Im Vergleich dazu ist die U17-Bundesliga vom Niveau her Gift für viele Topspielerinnen. Eine Spielerin, die bis 15 oder 16 noch in einer Jungsliga spielen kann, hat deutlich mehr davon, als von der U17-Bundesliga. Daher tun gerade Topklubs gut daran, Talente zwar schon durch Förderverträge etc. an sich zu binden, aber gerade dann, wenn sie in einem Jungsverein spielen können, wo sie auch entsprechend individuelle Förderung erhalten, die Spielerinnen dort möglichst lange spielen zu lassen.

    Daher sehe ich gerade die aktuelle Scoutingpraxis vieler Vereine, v.a. Potsdams und Freiburgs als sehr positiv an: Man tritt an Spielerinnen frühestens in dem Jahr heran, in dem sie ihr 13. Lebensjahr vollenden, und dann auch meist nur in der direkten Umgebung, um die Distanz nach Hause noch nicht allzu groß werden lassen.
    Diese Talente dürfen sich zunächst in der U17, aber auch später in der II. versuchen, bevor dann nach 3 Jahren kontinuierlicher und einigermaßen behüteter Aufbauarbeit meistens mindestens die Top 3 eines Jahrgangs mit 16 oder 17 die Möglichkeit und das Vertrauen bekommen, sich in der Bundesliga zu beweisen, selbst auf die Gefahr hin, dass es schief gehen sollte.

    Und das ist gut so. Mehr ist es gar nicht, was wir bei Bayern und Wolfsburg fordern. Doch um ehrlich zu sein, sind Bayern und Wolfsburg von einer solchen Praxis Lichtjahre entfernt, und das, obwohl die Ausgangssituation zumindest im Vergleich zu Freiburg deutlich besser ist. Denn sowohl Bayern als auch Wolfsburg haben in ihrem direkten Umfeld keinen wirklichen Kontrahenten, den sie ausstechen müssen, Freiburg mit Sand und Hoffenheim gleich zwei. Sie treffen auf weitgehend unerforschtes Scoutinggebiet. Und dennoch ist die Bilanz vernichtend: Denn woran es hängt, ist zunächst einmal die Durchlässigkeit: Wieviele Spielerinnen haben denn aus der eigenen U17 bei Wolfsburg oder Bayern den Durchbruch geschafft? Vielleicht alle 10 Jahre mal eine, und schon dieser Wert ist sehr, sehr hoch gegriffen. Und das, obwohl man beiden keine allzu schlechte Jugendarbeit bescheinigen kann. Doch beide holen lieber noch drei ausländische Spielerinnen mit großem Gehalt für die Bank, statt auch mal nur einer eigenen deutschen Spielerin eine echte Chance zu geben. Und selbst die U17 ist nicht einmal im eigenen Gebiet gescoutet, sondern schon teuer zusammengekauft, zumindest bei Wolfsburg, die ihre Spielerinnen mit Vorliebe aus Potsdam oder Neubrandenburg beziehen. Und dennoch steht Potsdam in der U17 regelmäßig vor den Wolfsburgerinnen.

    Das ist genau das, was wir hier anprangern.

    (0)
  • holly sagt:

    Ich würde auch noch unterscheiden bei der Verpflichtung ausländischer Spielerinnen die in wob meist sinn gemacht haben. In München ist die verweil dauer meist recht kurz

    (0)
  • Fan2 sagt:

    @holly: Meist ist da doch ein sehr dehnbarer Begriff. Und Sinn ein schwer definierbarer!
    Seit der Transferwahn bei Wolfsburg losgegangen ist 2011, wurden sage und schreibe 18 Ausländerinnen nach Wolfsburg transferiert (und zwar allein 2013-2016, da 2011, 2012 und 2017 nur Deutsche geholt wurden). Dabei sind die 3 neuesten Spielerinnen noch gar nicht miteingerechnet:

    Von diesen 18 Ausländerinnen waren allein folgende 8 Spielerinnen nahezu Totalausfälle:
    Nagasato, Bachmann, van Egmond, Damnjanovic, Jensen, Petrova, Oparanozie und Markussen, was 44% macht.

    Und von den restlichen 10 Spielerinnen würde ich auch nur Harder, Hansen und Fischer so eingeschlagen, dass sie für die Mannschaft unverzichtbar wären. Mit Abstrichen mag das auch noch für Gunnarsdottir und vllt zukünftig für Pajor gelten.
    Bei allen anderen (Maritz, Dickenmann, Bussaglia, Wullaert und Bernauer) kann man die Sinnhaftigkeit durchaus in Frage stellen, denn sie alle haben jetzt nicht unbedingt so gespielt, dass sie für die Mannschaft eine besondere Stärkung waren. Vor allen Dingen bei Dickenmann und Bussaglia kann man durchaus die Frage stellen, ob sie für das Geld, das sie bekommen haben und das trotz Abstrichen gegenüber ihren vorigen Vereinen sicherlich noch im oberen Gehaltssegment gelegen hat, wirklich eine adäquate Leistung abgeliefert haben.

    In Frage stellen kann und muss man bei Wolfsburg aber vor allen Dingen die Transfers der deutschen Spielerinnen in letzter Zeit: Baunach, Mittag, Kuznik, Simic, Kershowski – alles Spielerinnen, die den Verein nicht wirklich weitergebracht haben und die meiste Zeit auf der Bank saßen und den U17-Spielerinnen die Plätze weggenommen haben.

    So sieht aktuell auch der Kader aus: In Wolfsburg spielen nur Harder, Hansen, Popp und Gunnarsdottir so, dass sie unanfechtbar sind. Auch Pajor mag man da noch mit in die Aufzählung hineinnehmen. Hinter alle anderen, besonders hinter die Defensive, auch hinter Goeßling, Peter und Fischer muss man aktuell größte Fragezeichen machen.
    Dennoch kriegt die Jugend keine Chance, und wenn, dann maximal in der zweiten Mannschaft.

    Eine Jasmin Sehan, die mittlerweile 20 Jahre als ist, wurde 2013 extra aus Neubrandenburg losgeeist, damals als Topstürmerin in der U17-N11, wartet aber bis heute auf ihr Bundesliga-Debüt, obwohl sie weiterhin Juniorinnen-Nationalspielerin ist. Statt ihr mal die Chance zu geben, wurden der Reihe nach mit Ogimi, Wullaert, Mittag, Markussen, Jensen, Bachmann und Oparanozie Stürmerinnen geholt, die allesamt hinter den Erwartungen geblieben sind.

    Eine Michaela Brandenburg, auch 20 Jahre alt, auch U20-Nationalelfspielerin, früher sogar Stammspielerin in der U17, wurde ebenfalls 2013 von Holstein Kiel geholt. Auch sie wartet immer noch auf ihr Bundesliga-Debüt. Was macht man in Wolfsburg stattdessen? Holt Baunach und van Egmond, und funktioniert Dickenmann, Blässe und Kershowski zu Außenverteidigerinnen um, statt ihr mal das Vertrauen zu geben.

    Leonie Stenzel, sogar schon 2011 geholt, im Alter von 13 Jahren (!!!) ereilt dasselbe Schicksal. Beinahe 7 Jahre in Wolfsburg, U17-N11-Spielerin gewesen, aber auch sie wartet mit inzwischen 20 Jahren noch auf ihr Bundesligadebüt.

    Meret Wittje droht demnächst dasselbe zu passieren, auch wenn sie immerhin schon mal auf der Bank in Wolfsburg Platz nehmen durfte. Auch Katharina Runge, die über Jahre schon Stamm spielt in der U17 und in der 2. Mannschaft, hätte zumindest mal ne Chance verdient.

    Die Einzige, die sich noch einigermaßen wacker schlägt und sich als das eine Talent rühmen darf, dass bei Wolfsburg tatsächlich mal zumindest in den erweiterten Kreis der 1. Elf vorgedrungen ist, ist Joelle Wedemeyer. Doch auch sie bringt es gerade einmal auf 11 BL-Spiele – in 4 Jahren. Das heißt umgerechnet in jedem 8. Spiel, nicht einmal die Hälfte davon von Beginn an.

    Andere Spielerinnen haben mittlerweile schon Konsequenzen gezogen: Lyn Meyer, einst Turbines Toptalent im Sturm gewesen, dann über Leipzig nach Wolfsburg gewesen, hat den Verein im letzten Sommer nach Braunschweig verlassen. Bilanz für Wolfsburg in 5 Jahren: 2 Bundesliga-Spiele, insgesamte Einsatzzeit: 21 Minuten, eingewechselt gegen Sindelfingen beim Stand von 7:1 und gegen Duisburg beim Stand von 3:0. Eines der beiden Tore, die in diesen 21 Minuten gefallen sind, hat sie bei ihrem Bundesliga-Debüt sogar vorbereitet, trotzdem wurde sie später nicht mehr berücksichtigt. In einem Jahr bei Lok Leipzig hat sie es auf mehr Bundesligaspiele gebracht wie in fünf Jahren bei Wolfsburg.

    Samantha Dick, frühere U17-N11-Spielerin, einst medienwirksam gemeinsam mit Sascha Glass von Frankfurt abgeworben, heute 20 Jahre alt, hat den Verein im Sommer ebenfalls verlassen. Ihre Bilanz in drei Jahren Wolfsburg: 0 Bundesligaspiele. Wäre sie in Frankfurt geblieben, hätte sie dagegen womöglich ähnlich wie Hechler und Matheis ihre Chance erhalten.

    Laura Engler, Torwarttalent aus Potsdam, hat bereits 2016 nach nur einem Jahr den Verein wieder verlassen Richtung TuRa Meldorf wegen anhaltender Perspektivlosigkeit, nicht nur in der 1., sondern auch in der 2. Mannschaft.

    Das sind also alles selbstgemachte Probleme. Für Bayern spare ich mir die Mühe, aber dort wird es ganz ähnlich sein.
    Ich würde Michaela Brandenburg, Leonie Stenzel oder Jasmin Sehan empfehlen, es doch mal bei einem der Klubs auszuprobieren, wo man ihnen auch eine Chance gibt, wie Potsdam, Freiburg oder Essen, zumindest wenn es ihnen um den Fußball und nicht nur um das Geld geht! Sonst wird es ihnen ergehen wie Maren Tetzlaff und sie spielen auch noch mit 29 in der 2. Mannschaft, ohne jemals Bundesliga-Luft geschnuppert zu haben, statt mal bei einem richtigen Verein gespielt zu haben.

    (8)
  • bale sagt:

    Na ja ,so ist fussballer leben ich finde es schön so viele internationale stars zu haben und bei uns gibt es 3–4 vereine,die sich gegenseitig schlagen können in der Liga.eine gesunde Mischung von jung und älter und national und international wäre super.freue mich auf jedem fall,wenn der fussball endlich wieder losgeht.

    (4)
  • Fan2 sagt:

    @bale: Das hilft aber alles nichts, wenn die Überfrachtung mit internationalen Stars dazu führt, dass wir letztlich irgendwann kaum noch eigene Ausbildung von deutschem Nachwuchs haben. Wir steuern gerade auf eine Situation zu, die wir bis heute bei den Männern in der Premier League haben: Große Show, internationale Stars, hohe Eintrittspreise, kaum Stimmung, mehrere Mannschaften, die Meister werden können und die CL gewinnen könnten, während gleichzeitig die englische N11 schon lange nicht mehr zur Weltspitze gehört!

    Nur dass die N11 bei den Frauen noch einen viel größeren Stellenwert hat als der Vereinsfußball. Verliert man die N11 endgültig als Aushängeschild, dann wird der FF in Deutschland irgendwann auch für Sponsoren nicht mehr interessant sein, weil er eher rufschädigend und peinlich als ruffördernd sein wird.

    (-1)
  • bale sagt:

    Nun ja fan2 wie erklärst du dir,das der englische nachwuchs gerade Titel geholt hat?
    in der männerliga spielen auch viele internationale und der nachwuchs ist auch sehr erfolgreich.

    (3)
  • bale sagt:

    meine die Bundesliga der Männer bei uns

    (1)
  • Helmut sagt:

    Die Bundesliga der Männer ist gespickt von Ausländern und dennoch ist die Nationalmannschaft doch recht erfolgreich. Auch im Jugendbereich.

    Ich behaupte mal, würden in der Frauen-Bundesliga nicht so viele Ausländerin spielen, wäre sie nicht eine der Stärksten in Europa.
    Sie wäre eine Ansammlung von mittelmäßigen Mannschaften die in ihrer eigen Sphäre spielen wie in Österreich, der Schweiz oder in Ansätzen auch in den Niederlanden.

    Ich darf nur an die Zeiten erinnern wo Spielerinnen aus den USA oder Japan als wahre Exoten angesehen worden sind. Als Turbine und der 1.FFC die Meisterschaft unter sich ausgemacht haben während der Rest der Liga nur Staffage war. Waren es doch gerade diese Mannschaften die im größeren Umfang Ausländerinnen eigesetzt haben und damit die „Büchse der Pandora“ geöffnet haben.

    Und jetzt beschweren sich ausgerechnet die Fans dieser Mannschaften, wir hätten zu viele Ausländerinnen in der FBL. Was soll ich davon halten?

    (9)
  • Detlef sagt:

    @Helmut,
    100% Zustimmung zu Deinenem Beitrag!!!

    Es gibt Nationen, die schicken ihre besten Spielerinnen ins Ausland, um dort internationale Erfahrung zu sammeln!!!
    Die Schweiz, Österreich, Island und Holland sind da die besten Beispiele!!!
    Darunter leidet natürlich dann die eigene Liga, da dort nur noch mittelmäßige Kickerinnen spielen!!!

    Spanien und auch Tschechien probieren gerade den umgekehrten Weg, und versuchen internationale Erfahrung in die eigene Liga zu importieren!!!
    Sparta Prag hat sich zB gerade mit einigen US-Girls verstärkt, um den Rückstand auf Slavia wieder aufzuholen!!!
    In Jöllenbeck konnten wir einige davon bestaunen!!!

    Auch die Ligen in Skandinavien versuchen immer wieder internationale Verstärkung zu bekommen!!!
    Und so sehe ich die vielen ausländischen Spielerinnen in der Bundesliga eben auch als Garant dafür, daß sich der eigene Nachwuchskader immer wieder mit Topkräften messen muß!!!
    Man muß halt dafür sorgen, daß dies auch geschiet, und nicht die Jungen in Liga Zwei versauern lassen, während man den Erstligakader mit internationalen Spitzenkräften vollstopft!!!
    Dann funktioniert der Leistungstransfer nämlich nicht!!!

    (5)
  • Fan2 sagt:

    @Helmut: Das sollte man doch differenzierter betrachten. Ich habe gar nichts gegen Weltklassespielerinnen. Eine Pernille Harder darf ruhig in Deutschland spielen. Doch was da an Spielerinnen importiert wird, ist doch schon lange nicht mehr Weltklasse. Beispiel: Wir haben immer wieder tonnenweise US-Girls importiert, doch kaum N11-Spielerinnen. Auch finden sich kaum britische Mädels in unserer Liga. Von den siegreichen Holländerinnen, nun, da hatten wir Miedema und Martens, die Deutschland aber nur als Durchgangsstation genutzt haben. Gerade bei Martens hat man das Talent sträflich verkannt. Ansonsten dürfen vor allen Dingen alternde Stars ihre Karriere bei uns ausklingen lassen (z.B. Bussaglia, Georges, Dickenmann, Fischer, Masar).

    Um dein Argument zu entschärfen, Helmut: Bevor hier eine Mannschaft in der Bundesliga sich vorgenommen hat, die Verhältnisse neu zu ordnen, war Deutschland nicht nur eine der stärksten Ligen, Deutschland war DIE stärkste Liga. Zu dem Zeitpunkt hatte Deutschland 3, zum Teil 4 Mannschaften, die nicht nur die Meisterschaft, sondern auch die CL holen konnten, und da waren Ausländerinnen noch relativ selten gesehen in der Liga.
    Beispielsweise spielte 2009/10, dem Jahr, als Turbine die CL gewonnen hat, gerade mal eine Ausländerin bei Turbine, nämlich Yuki Nagasato. Bei Duisburg, immerhin Halbfinalist in der CL und Liga-2., spielten 4 Ausländerinnen, von denen eine in der eigenen Jugend ausgebildet wurde (Oliveira), und zwei Spielerinnen aus den direkten Nachbarländern kamen (Kiesel und Maes).
    Auch Frankfurt erlebte seine besten Zeiten, als der Kader fast nur aus deutschen Spielerinnen bestand: 2006 beim CL-Sieg standen gerade mal zwei Ausländerinnen im Kader, nämlich Louise Hansen und Torhüterin Marleen Wissink, 2008 drei (Krieger, Lewandowski und Hansen), 2013 fünf (Ando, Tanaka, Vero, Fishlock und Crnogorcevic).
    Das alles ist kein Vergleich zu den jeweils 14 (!!!) Ausländerinnen bei Wolfsburg und Bayern heute. Das steht in keinem Verhältnis…
    Bei den letzten vier CL-Titeln von Frankfurt, Potsdam und Duisburg standen dagegen insgesamt gerade mal 13 Ausländerinnen im Kader!

    Und was hat es gebracht: Seit Frankfurt 2015 hat keine deutsche Mannschaft mehr die CL gewonnen, ja, oft wurde nicht mal das Halbfinale mehr erreicht. Und sollte Wolfsburg die CL in diesem Jahr nicht gewinnen, dann wird es zum ersten Mal in der Geschichte des UEFA-Cup / der CL passieren, dass drei Jahre in Folge keine deutsche Mannschaft diesen Wettbewerb gewinnen konnte.
    Deswegen würde ich es umkehren und sagen: Die deutsche FF-BL wäre noch viel stärker, wenn sie, wie das in Freiburg oder Potsdam passiert, konsequent in der Breite auf die eigene Jugend und Nachwuchsarbeit setzen würde! Oder ist es nicht erstaunlich, dass bei dem einzigen reindeutschen UEFA-Cup-Finale der Geschichte 21 deutsche Spielerinnen und nur eine Ausländerin mit Louise Hansen jeweils in der Startelf stand?
    Dass damals Potsdam reihenweise in Ausländerinnen investiert hat, hat eine Vorgeschichte und war einer der Gründe, die zum Verfall dieser Mannschaft erst geführt hat. Schröder hatte das auch ganz richtig begründet: Uns gehen die Talente aus. Schaut man sich an, wieviele hochkarätige Talente in diesen Jahren aus Potsdam weggelockt wurden mit hohen Gehaltsversprechungen, so ist da auch einiges dran.
    Das kann man von hinten aufziehen:
    Dass Schumann weggegangen ist, war durchaus nachzuvollziehen, da sie hinter Sarholz einen schweren Stand hatte. Dann aber wurde mit Schmidt, Peter und Henning, wovon zwei aus der eigenen Jugend stammten, die gesamte Abwehrreihe innerhalb von zwei Jahren aufgekauft. Mit Keßler und Odebrecht sicherte sich Wolfsburg das Zentrum des Potsdamer Spiels. Und im Sturm kaufte Frankfurt Alushi, während Mittag nach Rosengard ging. Wich, Schröder und Kershowski, die zum erweiterten Kreis zählten und von denen zwei aus der eigenen Jugend kamen, gingen ebenfalls zu Vereinen, zumindest bei Wich und Schröder, die kurze Zeit später den Betrieb einstellen mussten.
    Einen solchen Aderlass muss man erstmal verkraften.

    Demgegenüber kann ich nicht sehen, wo Frankfurt in seinen besten Zeiten vermehrt auf Ausländerinnen gesetzt hat. Im Gegenteil: Auch hier fiel das Maximum an Ausländerinnen mit 8-9 in die mit Abstand schwächste Zeit um 2013/14. Unter Colin Bell wurde dieses mächtig reduziert. Die Ausmaße wie wir es heute bei Bayern und Wolfsburg haben, wo man sich freut, wenn unter all den Legionärinnen hin und wieder noch mal eine deutsche Flagge durchblitzt, hatte es aber noch bei keiner einzigen Mannschaft in Deutschland. Maximal bei Duisburg, nämlich 2013/14, um dieselbe Zeit, aber eben nicht, als sie eine Topmannschaft waren, sondern als sie sich im Abstiegskampf befanden: Da wurde alles verpflichtet, was irgendwie erschwinglich und bei drei nicht auf den Bäumen war. Aber auch die kamen lediglich auf 13 Ausländerinnen.

    Ähnlich sehe ich es auch im Männerbereich. Klar, dort sind vergleichsweise viel mehr Ausländer, gleichzeitig exportiert Deutschland aber auch wie nie zuvor: ter Stegen bei Barca, Kroos bei Real, Khedira bei Juve, Draxler und Trapp bei PSG, Özil, Mustafi und Mertesacker bei Arsenal, Rüdiger bei Chelsea, Sane und Gündogan bei City, Karius und Can bei Liverpool, Geis bei Sevilla, … Es gibt kaum noch internationale Topklubs, die ohne deutsche Spieler auskommen.
    Hierin liegt auch das Geheimnis: Deutschland hat bei den Männern sein komplettes Ausbildungssystem umgestellt. Dass immer schon viele Ausländer in der Bundesliga aktiv waren, ist nichts Neues, das war schon um die Jahrtausendwende so. Viel wichtiger ist, dass die Teams gleichzeitig ausgebildet haben und diese Spieler unter Umständen entweder arrivierte Spieler oder aber internationale Einkäufe verdrängt haben (Die Torwartwechsel sind dafür ein gutes Beispiel: Neuer, Adler etc.). Dadurch produziert Deutschland heute so ein Überschuss, dass selbst ohne die großen Transfers das Niveau immer etwa gleichbleibt.

    So ähnlich muss das auch im FF werden: Ein Teil Ausländer ist gut und schön, aber nicht nur Ausländer und schon gar nicht mit Stammplatzgarantie. Beispiel: Die U17 von Bayern gehörte im Juniorinnenbereich immer zu den besten Abwehrreihen überhaupt. Trotzdem kauft Bayern lieber drei internationale Torhüterinnen (Zinsberger, Weimar, Weng), als eine deutsche Juniorinnentorhüterin zumindest in den Kader hineinzunehmen. Aber auch im 2.-Ligakader spielt überhaupt nur eine einzige deutsche Torhüterin von dreien.

    Zu Wolfsburg ist in der Hinsicht glaube ich schon alles gesagt. Vielleicht noch das: Von den sechs Spielerinnen, die in dieser Spielzeit in jedem Spiel eingesetzt wurden, ist gerade mal eine deutsche: Die Torhüterin. Die anderen sind Hansen, Gunnarsdottir, Pajor, Maritz und Harder.

    Für diese ausländischen Spielerinnen mussten in der Vergangenheit immer wieder deutsche Spielerinnen weichen, die Liste ist prominent: Faißt, Magull, Simic, Wagner u.a. Alles Spielerinnen, deren Plätze von Ausländerinnen eingenommen wurden: Faißt von Dickenmann, Magull von Gunnarsdottir, Simic von Harder, Wagner von Pajor. Dabei zeigen gerade Magull und Simic, dass sie sich hinter Harder und Gunnarsdottir nicht verstecken müssen.

    (-3)
  • Detlef sagt:

    @sheldon,
    Deine Einwände sind mal wieder zum Haare raufen!!!

    „Deswegen würde ich es umkehren und sagen: Die deutsche FF-BL wäre noch viel stärker, wenn sie, wie das in Freiburg oder Potsdam passiert, konsequent in der Breite auf die eigene Jugend und Nachwuchsarbeit setzen würde!“

    Gleiches passiert in Essen, Hoffenheim, Bremen, Jena, Duisburg, Köln und nun auch endlich in Frankfurt!!!
    Selbst in München hat man bisher die Nachwuchsförderung nicht vernachlässigt!!!
    Immerhin sind sie aktuell Deutscher Meister im U17-Bereich!!!
    Nur die Einsatzminuten im Erstligakader sind leider sehr überschaubar, was ich uberhaupt nicht verstehe!!!
    Mehrere Stammspielerinnen ( Däbritz, Maier, Laudehr) haben seit ewigen Zeiten eine Formkrise, bekommen aber immer wieder den Vorzug vor den jungen, erfolgshungrigen Youngstern!!!

    Ähnlich sieht es in Wolfsburg aus!!!
    Zwar funktioniert dort die U17 nicht so gut wie in München!!!
    Aber in der Zweiten gibt es viele gute Talente, was auch an der Tabellensituation ablesbar ist!!!
    Doch auch hier fehlt der Mut der Verantwortlichen, diese Talente in der obersten Spielklasse einzusetzen!!!

    Die von Dir geforderte Nachwuchsförderung ist also längst Gang und Gäbe in der Bundesliga, auch weil viele Klubs sich finanziell nicht am Personalkarussell beteiligen können, wie Wolfsburg oder München!!!

    (3)
  • Helmut sagt:

    Ich möchte mal was zur Jugendarbeit des FC-Bayern wiedergeben. Im derzeitigen Kader der U-17 Nationalmannschaft sind derzeit fünf Spielerinnen des FCB. 11 Spielerinnen der aktuellen U-17 Meisterinnen, wenn ich Verena Wieder mit dazu zähle, spielen in der zweiten Mannschaft und sind derzeit Tabellenführer in der 2. Liga Süd. Für einen Verein der „kaum Wert“ auf Jugendarbeit legt ist das gar nicht mal so schlecht.

    Was mich aber etwas nachdenklich macht ist, das aus dem 2016er Kader der U20 WM bis jetzt nur eine es in den Dunstkreis der Nationalmannschaft gebracht hat. Aus dem 2014er waren/sind es 6, aus dem 2012er waren/sind es 10.

    (1)
  • Helmut sagt:

    Nachtrag

    Aber eines muss ich auch zugeben. Es gibt beim FCB derzeit keine Mädchenmannschaft jünger als U-17. Da haben aber die meisten Bundesligavereine noch Nachholbedarf. Da wird sich immer noch aus den umliegenden Vereinen bedient. Zum Glück dürfen da die Mädchen mit den Jungen noch zusammen spielen sonst wäre der Frauenfußball schon lange ausgestorben.

    Mann sollte aber den Jugendwahn mancher Vereine auch kritisch sehen. Für eine 16-17järige Spielerin mag das zwar ein unglaubliches Erlebnis sein in einer Stammformation zu stehen, womöglich sogar über 90 Minuten zu spielen. Wenn dann aber das Talent alleine nicht mehr ausreicht, dazu noch Verletzungen kommen besteht die Gefahr das sie in ein Loch fallen aus dem sie nur noch schwer rauskommen. Oder kann sich hier jemand noch an eine Kyra Malinowski erinnern?

    (0)
  • holly sagt:

    Helmut aus dem grund machen die Mädchen Frauen eine Ausbildung studium.
    In welches loch soll kyra denn gefallen sein. Es gibt schlimmeres wie das ende einer sportlaufbahn. Wenn ich mich nicht total irre studiert kyra was mit sport.

    (0)
  • ruhri sagt:

    @holly @Helmut:

    … und außerdem ist Kyra Malinowski Co-Trainerin der SGS Essen U20-Frauschaft !

    (1)
  • Fan2 sagt:

    @Detlef: Zunächst einmal habe ich hier vor allen Dingen gegenüber Bayern und Wolfsburg geschrieben. Dass es in anderen Mannschaften besser läuft, was die Durchlässigkeit betrifft, ist unbenommen, gleichzeitig gab es aber auch in Potsdam eben schon andere Zeiten, auch in Frankfurt.

    Was bei Bayern und Wolfsburg aber dazu kommt, ist einfach, dass diese seit neuestem die CL-Plätze dauerhaft blockieren, und somit gerade bei diesen Topklubs die Durchlässigkeit eben nicht gegeben ist.

    Deswegen sind wir da eigentlich meines Erachtens nicht so weit voneinander weg.

    @Helmut: Ich glaube, du hast das nicht ganz verstanden. Was nützt es denn bitteschön, wenn man in der U17 alles in Grund und Boden spielt, wenn man dann in den für die Entwicklung wichtigsten Jahren zwischen 17 und 20 nur auf der Bank sitzt bzw. in der zweiten Liga spielt, und damit die ganze gute Grundlage letztlich verkümmert.

    Deshalb mag die Jugendarbeit bei München noch so gut sein, spätestens mit 17 würde ich jedem Talent raten, das irgendwann mal N11 spielen möchte oder generell den Durchbruch schaffen will, spätestens mit 17 Bayern den Rücken zuzukehren und sich einen anderen Klub zu suchen, wie Freiburg, Potsdam, Essen, Hoffenheim usw.

    Ein weiteres Thema hast du auch schon angesprochen, was generell ein Problem darstellt in Deutschland. Die Qualität des Nachwuchses ist wegen der B-Jugend-Bundesliga extrem zurückgegangen, weil sie in diesem Alter nicht mehr gegen Jungs spielen. Dieses Prestige-Objekt ist das größte Problem des deutschen FFs.

    (-2)
  • bale sagt:

    WIE läuft es eigentlich in den anderen Ländern mit u-17 Mädels?wie machen die das?

    (2)

Kommentar schreiben