DFB-Elf unterliegt England

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Die deutsche Nationalelf hat bei der Frauenfußball-WM in Kanada das Spiel um Platz 3 gegen England nach Verlängerung verloren. Dabei fruchten weder fünf Wechsel in der Startformation noch eine neue taktische Ausrichtung.

In Edmonton unterlag die DFB-Elf gegen England mit 0:1 (0:0) nach Verlängerung. Farah Williams erzielte per verwandeltem Foulelfmeter (108.) den einzigen Treffer des Tages. Tabea Kemme hatte zuvor Lianne Sanderson im Strafraum gehalten. Die Engländerinnen feierten somit im 21. Duell mit Deutschland den ersten Sieg.

Fünf Wechsel in der Startformation und neue Taktik
Bundestrainerin Silvia Neid nahm in der Startformation fünf Wechsel vor: Annike Krahn, Melanie Leupolz, Alex Popp, Leonie Maier und Anja Mittag nahmen auf der Ersatzbank Platz, es kamen Babett Peter, Melanie Behringer, Lena Petermann, Sara Däbritz und Bianca Schmidt. Dabei setzte Neid erstmals in diesem Turnier auf ein 4-4-2-System mit Petermann und Célia Sasic als Sturm-Duo.

Guter Beginn der DFB-Elf
Petermann hatte früh per Kopf die erste Chance, doch Englands Torhüterin Karen Bardsley parierte (1.). Die DFB-Elf begann gut, Bianca Schmidts Versuch klärte Englands Kapitänin Stephanie Houghton kurz vor der Linie (9.). Auch Däbritz hatte eine gute Aktion (18.), kurz nach der Pause zwang sie Bardsley zu einer neuerlichen Parade (53.).

Fara Williams
Fara Williams erzielte den Treffer des Tages (Archiv-Bild) © Nora Kruse / ff-archiv.de

England kommt besser ins Spiel
Doch in der Schlussphase kamen die Engländerinnen immer besser ins Spiel, Jill Scott verlor aber im deutschen Strafraum in aussichtsreicher Position die Orientierung (76.). Es ging in die Verlängerung, in der beide Teams sich nur wenige Chancen erarbeiteten.

Elfmeter entscheidet Partie
Die Schlüsselszene ereignete sich dann anfangs der zweiten Hälfte der Verlängerung. Tabea Kemme riss Lianne Anderson im Strafraum um. Die nordkoreanische Schiedsrichterin Ri Hyang Ok zeigte zurecht auf den Elfmeterpunkt. Williams verwandelte sicher (108.).

Späte Druckphase bringt keinen Erfolg
Die DFB-Elf versuchte zwar noch einmal dagegen zu halten, doch mehr als ein Freistoß der eingewechselten Anja Mittag (115.) und ein Kopfball neben das Tor von Schmidt (116.) sprang nicht mehr heraus.

Angerer beklagt mangelnde Chancenverwertung
DFB-Kapitänin Nadine Angerer, die ihr 146. und letztes Länderspiel absolvierte, meinte: „Wir haben uns das anders vorgestellt. Aber man kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen außer in der Chancenverwertung. Wenn man keine Tore schießt, kann man nicht gewinnen. Die Mannschaft wird künftig daran arbeiten.“

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Den reinigen Knall wird es leider nicht geben.Trotz Niederlage!

Spielerfrau
Spielerfrau

Congrats to the Brits – Kampf- und Teamgeist bewiesen.

Das Spiel hat Spaß gemacht, das deutsche Team durchaus mal durchgemischt.

Darf ich mich kurz über die Auswechslungen von Frau Neid aufregen?
Lässt sie bald Spielerinnen mit Krücken auflaufen?
Warum wird Alex eingewechselt, die oftmals so körperbetont spielt, dass man sie vor sich selbst schützen muss?

Und irgendwie tat mir auch die Auswechslung von Celia leid – undwürdig für eine sichtlich verunsicherte Spielerin.

Wolfsburg Fan
Wolfsburg Fan

Mit Blässe, Kuznik & Bremer wäre das nicht passiert.

herr schulze
herr schulze

Das war nun wirklich ein Spiel auf Augenhöhe mit einem recht glücklichen, aber nicht unverdienten Sieger, dem wir das als Underdog auch durchaus gönnen sollten. Nur fand das Ganze weit jenseits dessen statt, was ich mir unter Weltspitze oder wenigstens Topniveau vorstelle. Dafür gibt es ein Fleißkärtchen und den Zeugniseintrag: Die Mannschaft hat sich stets bemüht.

gerd karl
gerd karl

jetzt können sich ja alle freuen, besonders herr juchem.
ich werde weiterhin mit stolz zur deutschen nt stehen, aber
der elfmeter war keiner, gut gefallen, aber wer vorne die tore nicht macht verliert.
jetzt muss ich silvia neid auchmal kritisieren.
sie bringt petermann und däbritz die gut gespielt haben, aber meine frage lautet, warum stellt sie nicht auch pauline bremer auf, warum nicht, sie ist zweikampf stark, sie ist schnell und sie ist torgewährlich.
denn bianca schmitd war ein total ausfall, so larm arschig für eine ex leichtathletin.

ok, tom wöhrle for bundestrainer

Wolfsburg Fan
Wolfsburg Fan

Seit 2011 haben die deutschen Frauen nichts gelernt, die Nationalmannschaft hat sich spielerisch kaum weiter entwickelt. Zwar hat man mit Maier, Kemme, Leupolz etc. neue Talente geholt aber die Spielphilosophie blieb immernoch uralt.
Wir sollten uns ein Beispiel an Frankreich, USA & Japan nehmen, die einen modernen attraktiven one-touch Ballbesitzfußball spielen. Die deutschen Männer haben das in Brasilien vorgemacht…

H2O
H2O

Glückwunsch an die Engländerinnen, sie haben sich durchgebissen.
Ein Spiel das mir beim zuschauen nur wenig Freude bereitet hat und nur wenig neue Erkenntnisse liefert. Eigentlich alles mehr oder weniger wie befürchtet.

Beide Teams haben sich auf ähnlichen Niveau getroffen, was kein Lob für Deutschland ist.

Eine Frage:
Wurde hier „Martina Voss-Tecklenburg“ als mögliche Alternative zu Neid schonmal diskutiert? Ich halte relativ viel von ihr und wollte mal Fragen, was das Forum dazu meint.

Spielerfrau
Spielerfrau

Sorry, ich meinte natürlich, dass ich die Auswechslung von Celia unwürdig fand (hat sich sommerhitzebedingt noch der Tippteufel eingeschlichen).

Wow, was für ein Turnierende – auch ebenso unwürdig für Angerer – um Himmels willen, wer hat ihr denn die Kreide gegeben?

Sophia
Sophia

Die deutschen Mädels haben völlig zu recht verloren! Sinnloses herumgekicke …, lahme Bewegungen, ungenaues Passspiel – der ball wird irgendwohin befördert, hauptsache er ist weg. Die deutsche Nationalmannschaft befindet sich immer noch auf dem spielerischen Level von 2003/07. Hatte früher ausgereicht, denn mehr als 1 oder 2 ernsthafte Gegner gab es ja nicht …, bis 2011 eben. Aber Frau Neid und auch andere sahen nicht ein, dass die Deutschen völlig veralteten Rumpelfußball boten! 2013 wurden sie mit ach und krach nochmals Europameister und keider haben sich damals wohl zuviele auf die eigene Schulter geklopft und gedacht:“wir sind immer noch die… Weiterlesen »

Alles_nicht-OK
Alles_nicht-OK

ich werde die Schiedsrichter(innen) in unserer Regionalliga (geschweige denn Bundesliga) nie wieder kritisieren, wenn so etwas als Beispiel des Weltverbands dienen soll !
GRAUSAM !! (wann ist nochmal Abstoss, wann Eckball? als harmloseste – egal für wen). Schön, dass die Teams zumeist weitergespielt haben, und dass sich keine verletzt hat.
(wenn ein Trainer sein Team in die Verlängerung schickt und betont „es hat noch keine von Euch eine gelbe Karte“ – ganz klar vom „Oberseil“-mikrofon gefangen – dann kann ich den eigentlichen Fussball kaum noch geniessen. Lieber 4.Platz & heile Knochen!) .. SOMMERPAUSE !!

speedy75
speedy75

Leider werden viele jetzt mal wieder auf die Schiedsrichterleistung anspielen.

Das lenkt aber nur davon ab dass der Trend bei unserer Nationalmannschaft laufend abwärts geht und auch bei diesem Turnier wieder mehr als offensichtlich war.
Ich hab leider weniger Hoffnung dass sich das unter Neid noch zum besseren wendet geschweige denn mit Steffi Jones besser wird.
Die Herren im Elfbeinturm wachen wohl wiede erst auf wenn wirklich viel schief gelaufen ist.

FFFan
FFFan

Neue taktische Ausrichtung? 4-4-2-System? Höchstens auf dem Papier! Es wurde kein anderes System gespielt als sonst; L.Petermann hat 1-zu-1 die Position von A.Mittag übernommen. Was bedeutet nun dieser 4.Platz? Er ist Erfolg und Enttäuschung zugleich! Erfolg, weil man unter die besten Vier gekommen ist und bis zum Ende im Turnier war (das ist ja immer die Vorgabe beim DFB). Außerdem wurde die Olympia-Quali geschafft, was ebenfalls ein wichtiges Ziel war. Soweit das Positive. Dennoch ist es enttäuschend, dass am Ende nicht mal der 3.Platz (geschweige denn der „3.Stern“, von dem alle geträumt hatten) erreicht wurde. Das Turnier endet etwas unbefriedigend… Weiterlesen »

translate
translate

Was erwartet man eigentlich von einer Mannschaft, deren Trainerin schon vor dem Spiel klarstellt, dass sie auch mit einer Niederlage zufrieden ist („4.Platz“) – und das gegen ein Team, gegen das man noch nie verloren hat?

Zum Spiel selbst, nur die Situation, die das Spiel letztendlich endschied:
quasi ein 11-er mit Ansage und ein schönes Beispiel, wenn spielerische Defizite mit mehr oder weniger unbeholfenen Reaktionen kompensiert werden.
Konkret, in diesem Fall:
Tabea Kemme’s Schwäche in Schnelligkeit und (vor allem) Antritt – bei ihr, allgemein bekannt, kaschiert durch eine oft grenzwertige „gesunde Härte“.

Mit diesem ‚Verhaltensmuster‘ geht sie übrigens Hand in Hand mit Saskia Bartusiak.

Thomas1965
Thomas1965

Gratulation an England. Bei der letzten EM noch die Enttäuschung gewesen, waren sie diesmal die größte positive Überraschung gewesen. Da sieht man wieviel frischer Wind ein neuer Trainer bringen kann. Allerding kaum vorstellbar das der DFB davon lernt.

Maskal69
Maskal69

Oh Gerd Karl dir ist ein Licht aufgegangen! Da bin ich bei Dir auch ich hätte anstatt von A. Popp lieber P. Bremer eingewechselt.
Mir tun die Spielerinnen wirklich sowas von Leid, das haben sie alle nicht verdient.

Es gab mal im DFB Jugendbereich einen Trainer, der laut Aussage seiner Spielerinnen, sehr gute Leistung sowohl im taktischen sowie im spielerischen Element ablieferte.
Er kritisierte schon damals, das der DFB an nur einem Spielsystem festhält und so die Zukunft des deutschen FF in die falsche Richtung geht.
Heute wissen wir R. Peter hatte vollkommen recht.

Grace Kelly
Grace Kelly

Wenn man den ganzen Tunierverlauf betrachtet, sind die Engländerin absolut verdient Dritte geworden, Glückwunsch von meiner Seite.

Ich hoffe der Trainerstab zieht die richtigen Schlüsse aus dem Tunier und Deutschland spielt bei Olympia um die Medaillen mit. Ich gebe nicht so viel darauf, was Leute in eine Kamera sagen, da fand ich die Cheftrainerin schon immer nackenhaaresträubend, wichtiger ist die Aufarbeitung hinter den Kulissen.
Irgendwie befürchte ich, dass wir in den nächsten Jahren ins zweite Glied rutschen, aber vielleicht unterschätze ich Frau Jones auch komplett.

wolle
wolle

War es gegen Frankreich eine gefühlte Niederlage, war es für mich gestern ein gefühlter Sieg. Ich habe Eng-Jap nicht gesehen, aber in den Kommentaren wurde Eng ja mit Lob überschüttet. Daher bin ich von Eng enttäuscht. Die Meisten technisch limitiert, was mich richtig ärgert äußerst unfair. Jede Aktion wird diskutiert, verzögert, und war der Ball mal weg einfach mal fallen lassen. Dabei selber aber heftig am austeilen, oft m.M.n. grenzwertig. Highlight war kurz vor Hz als Carney sich den Ball gg. Gößling zu weitvorlegt, fallen läßt, schreit und auch prompt den Freistoß bekommt. Andere nennen es clever, bei mir ist… Weiterlesen »

egjowe
egjowe

@H2O

Ich hatte an anderer Stelle hier schon einmal das Thema
MVT angeschnitten.
Martina Voss wurde 2000 ganz plötzlich und unerwartet aus der Nationalmannschaft geworfen.
Ihrer eigenen Aussage zufolge ohne Erklärung oder Begründung seitens des DFB, obwohl sie seinerzeit unbestritten zu den besten Spielerinnen im Team gehörte.
Vorausgegangen war das Ende einer Liebesbeziehung zu einer Mitspielerin aus der Nationalmannschaft.
Eine Doris Fitschen soll zu den Antreiberinnen gehört haben.

Insofern erklärt sich wohl von selbst, warum Martina Voss-Tecklenburg nicht in die engere Wahl für die Nachfolge als Bundestrainerin einbezogen wurde.

egjowe
egjowe

@Sophia

„……und sich auch NIEMALS im Jugendbereich einmischen, so wie es eigentlich geplant ist.“

Ich hatte es vor einigen Tagen so umschrieben:
„Damit macht man den Bock zu Gärtner.“

egjowe
egjowe

@speedy75

Zu Deiner Erwähnung von „Steffie Jones“ mein Kommentar vom 3.7.2015 an anderer Stelle.
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Ich glaube, Steffie Jones hat all die Defizite bereits erkannt und sich auch deshalb vehement dafür eingesetzt, die Position als Bundestrainerin zu übernehmen.
Um Veränderungen durchzusetzen, muss man erst einmal am Schalthebel sitzen.
Ich bin überzeugt, dass sie bereits ganz klare Vorstellungen/Pläne hat, die sie in dieser Position dann auch umsetzen kann/darf.
Ob sie eine gute Trainerin wird, weiß ich nicht, kann es mir aber vorstellen, weil sie bisher jede neue Aufgabe mit Erfolg gemeistert hat.
Eine gute Managerin ist sie allemal.
Sie sollte allerdings schon vor den Olympischen Spielen das Ruder übernehmen.
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