USA nach Galavorstellung neuer Weltmeister
Die USA haben zum ersten Mal seit 1999 den Titel bei der Frauenfußball-WM geholt. Im Finale gegen Japan spielten sich die Amerikanerinnen gleich zu Beginn in einen wahren Torrausch. Carli Lloyd war mit drei Treffern überragende Akteurin bei der gelungenen Revanche für die Final-Niederlage vor vier Jahren.
Vor 53 341 Zuschauern im ausverkauften BC Place Stadium in Vancouver feierten die USA einen 5:2 (4:1)-Sieg. Carli Lloyd (3., 5., 16.), Lauren Holiday (14.) und Tobin Heath (54.) erzielten die Treffer für die Amerikanerinnen, für Japan trafen Yuki Ogimi (27.) und US-Spielerin Julie Johnston per Eigentor (52.).
Schnellste Treffer der Finalgeschichte Die Amerikanerinnen erwischten einen Traumstart, wie ihn kein Hollywood-Drehbuch hätte besser schreiben können. Nach einer Ecke von Megan Rapinoe spritzte Carli Lloyd mit geschicktem Laufweg in den Ball und erzielte die frühe Führung (3.). Und kaum zwei Minuten später trat Lauren Holiday einen Freistoß halbhoch nach innen, wieder war die japanische Abwehr bei der eher flachen Hereingabe im Tiefschlaf und erneut war Lloyd zur Stelle (5.). Es waren die zwei schnellsten Tore in einem WM-Finale aller Zeiten.
USA im Torrausch Das Stadion traute seinen Augen nicht, als Holiday nach einem Querschläger von Azusa Iwashimizu mit einem Volleyschuss in den Winkel das 3:0 erzielte (14.), noch nicht einmal eine Viertelstunde war gespielt. Und nur Augenblicke später standen die US-Fans richtig Kopf, als Lloyd mit einem famosen Distanzschuss fast von der Mittellinie den vierten US-Treffer erzielte, Japans Torhüterin Ayumi Kaihori stand zu weit vor ihrem Tor (16.). Fast hätte die überragende Lloyd per Kopf gar ihren vierten Treffer erzielt (18.).
Solo und Angerer teilen sich Rekord Die Amerikanerinnen blieben weiter am Drücker, Alex Morgans Schuss hielt Kaihori sicher (25.). Doch Japan gab sich nicht geschlagen, Yuki Ogimi verkürzte mit einem Drehschuss nach Flanke von Nahomi Kawasumi, die US-Verteidigerinnen Meghan Klingenberg und Julie Johnston sahen ausnahmsweise nicht gut aus (27.). Damit wurde US-Torhüterin Hope Solo erstmals nach 540 Minuten wieder bezwungen, genauso lang wie Nadine Angerer bei der WM 2007. Die Japanerinnen fassten nun etwas Mut, Aya Miyama prüfte Hope Solo (30.), insgesamt war das Spiel bis zur Pause ausgeglichener.
Japan beweist Moral organ Brian setzte nach Vorarbeit von Lloyd den ersten Akzent der zweiten Halbzeit, Kaihori lenkte den Ball mit einer Faust übers Tor (50.). Japan sich aber nicht geschlagen. Einen weiten Freistoß von Miyama lenkte Johnston per Kopf ins eigene Tor (52.), das Spiel schien eine neue Dramturgie zu bekommen, doch nach Vorarbeit von Morgan stellt Tobin Heath postwendend den Abstand wieder her (54.). Rumi Utsugi versuchte es mit einem Distanzschuss, der knapp am Tor vorbeistrich (62.), auf der Gegenseite ließ Alex Morgan ihre Klasse bei einem Drehschuss aufblitzen (63.). Japans Moral war weiter bemerkenswert, die eingewechselte Yuika Sugasawa versuchte es per Kopf, doch Solo hielt (76.). Abby Wambach und Christie Rampone kamen in die Partie, die USA spielten die Partie nach Hause.