Schweden muss zittern, Schweiz im Achtelfinale

Von am 17. Juni 2015 – 11.20 Uhr 14 Kommentare

Die schwedische Frauenfußball-Nationalelf hat durch das dritte Remis im dritten Spiel die Chance verpasst, sich vorzeitig für die K.-o.-Runde zu qualifizieren. Dabei besteht sogar die Gefahr, nach der Vorrunde die Heimreise antreten zu müssen. Dagegen steht die Schweiz trotz der zweiten Turnierniederlage schon im Achtelfinale.

Schweden kam in Edmonton gegen Australien nach einer schwachen Leistung nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus.

Australien im Achtelfinale gegen Brasilien
Lisa de Venna brachte Australien früh in Führung (5.), Sofia Jakobsson gelang nach schöner Einzelleistung der Ausgleich (15.) einer ansonsten auf ganzer Linie enttäuschenden schwedischen Mannschaft, die nun als Dritter der Gruppe D gar um den Verbleib im Turnier bangen muss, da sie derzeit nur der drittbeste Gruppendritte ist und heute Abend noch zwei Teams an Schweden vorbeiziehen könnten. Australien qualifizierte sich hingegen als Gruppenzweiter für das Achtelfinale, wo es nun zum Duell mit Brasilien kommen wird.

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Wambach jagt Marta
Im zweiten Spiel der Gruppe D kamen die USA in Vancouver zu einem 1:0 (1:0)-Sieg gegen Nigeria. Abby Wambach machte kurz vor der Pause mit ihrem 14. WM-Treffer aller Zeiten den Gruppensieg perfekt (45.), während die Nigerianerinnen vorzeitig die Heimreise antreten müssen. Wambach liegt damit in der ewigen WM-Torschützinnenliste nur noch einen Treffer hinter der führenden Brasilianerin Marta.

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Kamerun schockt Schweiz
In Gruppe C hat die Schweiz trotz der 1:2 (1:0)-Niederlage gegen Kamerun bereits sicher als einer der vier besten Gruppendritten das Achtelfinale erreicht. Ana-Maria Crnogorcevic brachte die Schweizerinnen verdient in Führung (24.), doch mit dem Ausgleichstreffer der starken Aboudi Onguene (47.) riss der der Faden im Schweizer Spiel völlig. Kamerun nutzte die Konfusion zu einem zweiten Treffer durch die eingewechselte Madeleine Ngono Mani (62.) und trifft als Gruppenzweiter im Achtelfinale nun auf China.

Ogimi schießt Japan zum Sieg
Im zweiten Spiel der Gruppe C kam Japan zu einem 1:0 (1:0)-Sieg gegen Ecuador, das nach drei Niederlagen und einem Torverhältnis von 1:17 die Heimreise antreten muss. Der einzige Treffer des Weltmeisters gelang Yuki Ogimi (5.). „In diesem Spiel haben wir gezeigt, warum wir es verdient hatten, hier zu sein. Wir werden die Erfahrung mitnehmen und den Frauenfußball in Ecuador weiterentwickeln“, so Trainerin Vanessa Arauz.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

14 Kommentare »

  • Rainer sagt:

    Es ist schon a bisserl verrückt, dass der Schweiz ein Sieg gegen das schwächste Team des Turniers reicht und danach zwei Niederlagen (u.a. gegen die Nummer 53 der Welt)nichts bedeuten.
    Schweden hat kein Spiel verloren und gegen die Nummern 2, 10 und 33 der Weltrangliste gespielt und kann ausscheiden.

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  • GG sagt:

    Eine Frage an den/die Modus-Experten:
    In diversen (einschlägigen) Kommunikationsforen und -kanälen wird behauptet, die Schweiz würde bereits als Achtelfinalgegner von Kanada feststehen – für die deutsche Mannschaft blieben lediglich noch die Niederlande bzw. Schweden ?

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  • waiiy sagt:

    Ich persönlich bin enttäuscht von Ramona Bachmann. In meinen Augen zeigt sie während des gesamten Turniers keine Führungspersönlichkeit. Sie hat in den entscheidenden Situationen kein Auge für ihre Mitspielerinnen und die Torschüsse sind von keiner hohen Qualität. Vielleicht wurde sie auch zu sehr gelobt im Vorfeld.

    Meiner Meinung ist es das, was der Schweiz fehlt, die Führung auf dem Feld und eine ordnende Hand in der Offensive.

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  • holly sagt:

    das Zweikampfverhalten der Schweizerinnen war echt peinlich.
    Ich habe erst auf dem ZDF geschaut wo die Reporterin voll des Lobes für die Schweizerinnen war.
    Noch während der ersten HZ habe ich dann auf ES umgeschaltet, wo der Reporter in der ersten HZ schon ein gutes Spiel von Kamerun gesehen hat im Gegensatz zur Frau vom ZDF.
    An solch kleinen Sachen kann man schon sehen wie Unterschiedlich einzelne Menschen ein Spiel beurteilen.

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  • Ossi sagt:

    @GG: Das dürfte so passen. Wenn ich das richtig sehe, bleiben nur noch die Kombinationen ABCD (sehr unwahrscheinlich), ACDE, ACDF oder ACEF als beste Dritte übrig. Kanada-Schweiz steht demnach schon fest. Wenn Schweden weiterkommt, spielt Deutschland gegen Schweden und Japan gegen Holland. Wenn Schweden nicht weiterkommt, spielt Deutschland gegen Holland und Japan gegen den Dritten aus F.

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  • Rainer sagt:

    Auf https://resources.fifa.com/mm/document/tournament/competition/02/07/47/91/regulationsfwwccanada2015e_neutral.pdf gib es auf Seite 40 die offizielle Tabelle aus der hervorgeht, wie die Gruppendritten verteilt werden.
    Kanada – Schweiz steht fest, nur wenn Thailand einer der besten Dritten gewesen wäre, hätte es anders sein können.
    Abhängig davon, ob sich nun die Dritten aus Gruppe ACDE qualifizieren oder aus ACEF trifft Deutschland im ersten Fall auf Schweden und im zweiten auf die Niederlande.

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  • egjowe sagt:

    @GG
    die schweiz als feststehender dritter hat mit drei punkten, wie thailand und schweden auch, das bessere torverhältnis.
    liegen also vor diesen beiden und da nur zwei ausscheiden sind sie in der nächsten runde.

    wie hieß es in einem tv-kommentar:
    die trainerin hat die schweizerinnen germanisiert.
    daraus folgt, dass auch sie nur in einer halbzeit ein gutes spiel abliefern (können).

    @holly
    was die claudia neumann als wm-kommentatorin des zdf abliefert, ist m.m.n. wirklich eine zumutung.
    nicht erst seit gestern.
    schade, dass ich bei meinem tv-system (schaue meist etwas zeitversetzt) nicht den kommentar eines anderen senders zuschalten oder nur die sprache abschalten kann.
    und eurosport kann ich nicht in hd-qualität empfangen.

    für mich kann unser nächster gegner im achtelfinale nur schweden heißen, weil ich überzeugt bin, dass es eine mannschaft aus der gruppe „e“ erwischen wird.

    bei kamerun hat wohl eher g.enganamouit in der halbzeitpause das wort ergriffen und nicht der trainer.
    sie hatte schon kurz vor der pause ordentlich auf ihre mitspielerinnen eingeredet und angewiesen, wie sie stehen und spielen sollen.
    für mich eine echte „leaderin“!!

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  • Andreas sagt:

    Deutschland kann die Gruppendritten von A, C und D als Gegner bekommen.Welchen der Drei hängt dann davon ab, aus welchen der Gruppen sich die vier Gruppendritten rekrutieren. Die Schweiz (aufgrund des Torverhältnisses bereits qualifiziert) als Deutscher Gegner nur dann, wenn sich der Gruppendritte aus der Deutschen Gruppe qualifiziert hätte (sowie aus E), was aufgrund von Thailands Torverhältnis wohl nicht mehr möglich ist. Schweden ist in allen noch verbliebenen möglichen Kombinationen unser Gegener, sofern Sie sich qualifizieren. Sollten die Schweden noch rausfallen, wären dann die Niederlande unser Gegner. Kanada wiederrum spielt gegen einen Dritten aus C, D und E. D wäre ja bekanntlich Schweden und falls die gegen Deutschland spielen, trifft Kanada in allen wohl noch möglichen Kombinationen (d.h. ohne B) auf C also die Schweiz. Im Fall, dass Schweden noch rausfliegt, kämen die besten Gruppendritten dann aus A, C, E und F und auch in dieser Konstellationen hieße der Gegner für Kanada Schweiz. Also steht es wohl fest, dass Kanada gegen die Schweiz antritt.

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  • sam2009 sagt:

    Wie ist doch letztendlich egal, Hauptsache die Schweiz ist weiter 🙂

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  • egjowe sagt:

    @sam2009
    ist das jetzt eine sichtweise, die typisch für einen schweizer ist??
    so nach dem motto aus dem finanzwesen und der fifa:
    „ist doch egal, woher das geld kommt, hauptsache es kommt!“

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  • Stahlratte sagt:

    @egjowe

    Man sollte Äpfel nicht mit Birnen vergleichen, das geht immer schief.

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  • sam2009 sagt:

    @egjowe
    Oh nein, das ist einfach große Freude, daß die
    kleine Schweiz die Qualifikation und
    jetzt das Weiterkommen geschafft hat!
    Ich bin kein Schweizer.

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  • FFFan sagt:

    In ihrem dritten WM-Spiel zeigte die Schweiz ihre mit Abstand schwächste Turnierleistung: schon die erste Halbzeit fand ich (trotz Führung) nicht besonders überzeugend, aber nach der Pause wirkte die Mannschaft wie ‚zweigeteilt‘. Die fünf Offensivspielerinnen blieben vorne stehen, die fünf hinten rückten nicht nach, dadurch wurde dem Gegner das gesamte Mittelfeld überlassen. Auch die Wechsel, die ‚MVT‘ vornahm, brachten keine nennenswerte Verbesserung. Am Ende mussten die ‚Eidgenossinnen‘ noch froh sein, dass Kamerun mit seinen Chancen so verschwenderisch umging, sonst hätte es für die Schweiz ein richtiges ‚Debakel‘ geben können.

    P.S.: Gabrielle Onguene ist eine der Entdeckungen des Turniers. Erstaunlicherweise spielt sie noch in der Heimat, aber wahrscheinlich nicht mehr lange…

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  • Kodiak sagt:

    @Holly: „ZDF.. wo die Reporterin voll des Lobes für die Schweizerinnen war.“
    Habe ‚zufällig‘ die spätere 2.Halbzeit im ZDF gesehen – da hat dieselbe Reporterin die Schweiz komplett schlecht geredet, also anscheinend „nur die eine Mannschaft kommentiert“! bzw. wieder ein Team mit zwei krass unterschiedlichen Hälften.
    (Dagegen muss man die Stimme von Stephanie Baczyk vom ARD leider unabhängig vom ‚Inhalt‘ schleunigst stummschalten, sowie bei einem der ZDF-Männer genug Kaffee parat haben.)
    Gut dass die Schweiz weiter ist, und dass es Eurosport gibt!

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