DFB-Elf gewinnt WM-Generalprobe

Von am 27. Mai 2015 – 19.30 Uhr 43 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball Nationalmannschaft hat das letzte Länderspiel vor der am 6. Juni beginnenden Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Kanada gewonnen. Gegen die Schweiz brauchte die DFB-Elf allerdings eine Halbzeit, um ins Spiel zu finden.

3:1 (0:1) hieß es im schweizerischen Baden nach 90 Minuten. Die erste Halbzeit gehörte den Gastgeberinnen, nach dem Seitenwechsel und einigen Wechseln machte die DFB-Elf dann Ernst.

Schweiz überrumpelt deutsche Mannschaft
Bereits in der zweiten Minute gingen die Gastgeberinnen in Führung. Nach einem Eckball passte Martina Moser zu Ana-Maria Crnogorcevic, die am langen Pfosten nur noch einschieben musste. Die Schweizerinnen spielten selbstbewusst weiter. Den Deutschen, bei denen Dzsenifer Marozsan zunächst nur auf der Bank saß, fehlten in der ersten Halbzeit die Ideen im Spiel nach vorne. „Da waren wir zu ängstlich“, so DFB-Torhüterin Nadine Angerer.

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Bachmann verpasst nur knapp
Symptomatisch waren die häufigen Versuche aus der zweiten Reihe, die allerdings allesamt erfolglos blieben. Zwar lief auch bei den Schweizerinnen nicht alles rund, doch die Taktik, den Gästen wenig Raum zu lassen, ging auf. Und in der Nachspielzeit der ersten Hälfte hatte dann Ramona Bachmann sogar noch die Chance, die Führung zu verdoppeln, doch die Offensivspielerin rutschte an einem Zuspiel von Noelle Maritz vorbei.

Leistungssteigerung
Bundestrainerin Silvia Neid reagierte auf die erste Halbzeit mit zahlreichen Wechseln. Unter anderem kam Marozsan neu ins Spiel, die in der Folge der größte Aktivposten im Spiel der deutschen Mannschaft und an allen weiteren Toren beteiligt war. Zunächst wurde ein Schuss von ihr abgefälscht und landete so vor den Füßen von Simone Laudehr. Die Frankfurterin ließ sich nicht zweimal bitten und verwandelte in der 59. Minute zum Ausgleich.

Dzsenifer Marozsan

Dzsenifer Marozsan durfte sich über zwei Treffer freuen © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

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Schweiz muss umstellen, Deutschland immer stärker
Durch die verletzungsbedingte Umstellung in der Innenverteidigung brachte sich die Schweiz ein wenig außer Tritt. Fünf Minuten später klärte die Schweizer Torhüterin Gaelle Thalmann zunächst noch gegen Pauline Bremer. Marozsan verwandelte den Nachschuss. In der 75. Minute erzielte sie auch das nach der Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit verdiente 3:1 gegen die mit fortdauernder Spielzeit immer weiter physisch abbauenden Gastgeberinnen. Marozsan meinte: „MIr war wichtig, wenn ich reinkomme, Vollgas zu geben und mit den zwei Toren habe ich das auch gemacht. Jetzt können wir mit Selbstvertrauen nach Kanada reisen.“

Neid nur mit zweiter Halbzeit zufrieden
Bundestrainerin Silvia Neid erklärte nach der Partie: „Wir haben in der ersten Halbzeit lange gebraucht, um ins Spiel zu finden. Wir waren viel zu schläfrig und kamen nie ins Gegenpressing, Die erste Halbzeit war aus unserer Sicht eine Katastrophe. Die Schweiz hat es gut gemacht und war robust in den Zweikämpfen. Mit der zweiten Halbzeit bin ich aber sehr zufrieden. Wir haben es dann geschafft, eine Kompaktheit herzustellen, gut agiert und auch besser nach vorne gespielt.

Voss-Tecklenburg: „Wieder Schritt nach vorn gemacht“
Die Schweizer Trainerin Martina Voss-Tecklenburg meinte: „Wir nehmen das Positive aus der ersten Halbzeit. Da haben wir wieder einen Schritt nach vorne gemacht. Wir waren heute sehr nah an einem Niveaus, das wir noch nicht gespielt haben. Wir haben jetzt noch ein paar Tage Zeit die Kraft für den WM-Auftakt gegen Japan aufzubauen.“

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43 Kommentare »

  • Michele sagt:

    @Dori

    Volle Zustimmung!

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  • Schröder-Versteher sagt:

    Man hat schon einmal teilweise vergeblich versucht anzudeuten, dass es keine 30jährigen C-Schiris gibt.
    Man hat schon einmal reichlich vergeblich versucht anzudeuten, dass eine Spielerin Form (oder Schnelligkeit) nicht einfach so in der Halbzeitpause unter dem Kabinentisch wiederfindet.

    Man hat schon einmal noch vergeblicher versucht anzudeuten, warum Däbritz gegen China zur neuen Traumlösung im Mittelfeld wurde. (Danke FFFan für die Unterstützung).
    Immerhin schwant ein paar schon, dass Maro nun auch nicht über Nacht zur neuen Traumtorjägerin geworden ist.

    Deshalb altwolf, deshalb habe ich das oben so geschrieben, und du mich sehr wohl verstanden.

    Es war allerdings schon vielversprechend, wieviel Komms hier die Wechselwirkung zwischen eigener und gegnerischer Leistung erkannt haben.

    Beurteilen zu können, was oder wie sich das Hinzufügen oder Weglassen einzelner Spieler/innen auf das Spielgeschehen auswirkt, ist aber wirklich oft nicht einfach.
    Ich fürchte es ist viel einfacher zu verstehen, warum Däbritz nicht in einem Spiel die neue Mittelfeldwaffe wurde.
    Es wäre aber ein erster Schritt zu verstehen, dass nur zum Beispiel mal Popp nicht ausser Form ist, wenn in einem Spiel keine hohen Flanken vor das Tor kommen.

    Wobei man sich ja dann überlegen könnte, ob überhaupt Flanken kommen sollen, und wenn ja, welche Spielerinnen die denn überhaupt anbringen sollen.
    Ich fürchte, auch da würden bereits erste Aufgaben zu verzeichnen sein.

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  • Schweiz-Entwicklungs-Verfolger sagt:

    Das war ein guter Test für die Schweiz und es gab sehr viele Rückschlüsse, die man – wie man aus der Fortentwicklung der letzten Jahre sieht – dort wohl besser nutzt als anderswo.
    Sehr gut mitgehalten hat Rinast in Anbetracht der Tatsache, dass sie in der zweiten Liga weder im Spiel noch im Training ähnliches Niveau „üben“ kann.
    Auch wenn spielerische Defizite vorhanden sein dürften – es ist gut, dass wenigstens MVT Talente in der zweiten deutschen Liga erkennt, während die Buli-Clubs da scheinbar nur nach U-Nati Einsätzen einkaufen, anstatt die guten Spielerinnen herauszufiltern.
    Abbe hat ihre Fitness gesteigert, (wie einige in München) und ist ebenfalls kein Schwachpunkt mehr. Allerdings natürlich auch weit davon entfernt, einer Abwehr alleine Stabilität zu verleihen (s.Hz2) Das bleibt die grosse Frage. Kann man es gegen grosse Gegner mit Abbe/Kiwic probieren?
    Das sah in der Hz2 doch sehr wackelig aus, wobei man bedenken muss, dass Wälti im MF natürlich auch einigen Druck vor der Innenverteidigung abfedern kann.

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