DFB-Elf gewinnt WM-Generalprobe
Die deutsche Frauenfußball Nationalmannschaft hat das letzte Länderspiel vor der am 6. Juni beginnenden Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Kanada gewonnen. Gegen die Schweiz brauchte die DFB-Elf allerdings eine Halbzeit, um ins Spiel zu finden.
3:1 (0:1) hieß es im schweizerischen Baden nach 90 Minuten. Die erste Halbzeit gehörte den Gastgeberinnen, nach dem Seitenwechsel und einigen Wechseln machte die DFB-Elf dann Ernst.
Schweiz überrumpelt deutsche Mannschaft Bereits in der zweiten Minute gingen die Gastgeberinnen in Führung. Nach einem Eckball passte Martina Moser zu Ana-Maria Crnogorcevic, die am langen Pfosten nur noch einschieben musste. Die Schweizerinnen spielten selbstbewusst weiter. Den Deutschen, bei denen Dzsenifer Marozsan zunächst nur auf der Bank saß, fehlten in der ersten Halbzeit die Ideen im Spiel nach vorne. “Da waren wir zu ängstlich”, so DFB-Torhüterin Nadine Angerer.
Bachmann verpasst nur knapp Symptomatisch waren die häufigen Versuche aus der zweiten Reihe, die allerdings allesamt erfolglos blieben. Zwar lief auch bei den Schweizerinnen nicht alles rund, doch die Taktik, den Gästen wenig Raum zu lassen, ging auf. Und in der Nachspielzeit der ersten Hälfte hatte dann Ramona Bachmann sogar noch die Chance, die Führung zu verdoppeln, doch die Offensivspielerin rutschte an einem Zuspiel von Noelle Maritz vorbei.
Leistungssteigerung Bundestrainerin Silvia Neid reagierte auf die erste Halbzeit mit zahlreichen Wechseln. Unter anderem kam Marozsan neu ins Spiel, die in der Folge der größte Aktivposten im Spiel der deutschen Mannschaft und an allen weiteren Toren beteiligt war. Zunächst wurde ein Schuss von ihr abgefälscht und landete so vor den Füßen von Simone Laudehr . Die Frankfurterin ließ sich nicht zweimal bitten und verwandelte in der 59. Minute zum Ausgleich.
Schweiz muss umstellen, Deutschland immer stärker Durch die verletzungsbedingte Umstellung in der Innenverteidigung brachte sich die Schweiz ein wenig außer Tritt. Fünf Minuten später klärte die Schweizer Torhüterin Gaelle Thalmann zunächst noch gegen Pauline Bremer. Marozsan verwandelte den Nachschuss. In der 75. Minute erzielte sie auch das nach der Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit verdiente 3:1 gegen die mit fortdauernder Spielzeit immer weiter physisch abbauenden Gastgeberinnen. Marozsan meinte: “MIr war wichtig, wenn ich reinkomme, Vollgas zu geben und mit den zwei Toren habe ich das auch gemacht. Jetzt können wir mit Selbstvertrauen nach Kanada reisen.”
Neid nur mit zweiter Halbzeit zufrieden Bundestrainerin Silvia Neid erklärte nach der Partie: “Wir haben in der ersten Halbzeit lange gebraucht, um ins Spiel zu finden. Wir waren viel zu schläfrig und kamen nie ins Gegenpressing, Die erste Halbzeit war aus unserer Sicht eine Katastrophe. Die Schweiz hat es gut gemacht und war robust in den Zweikämpfen. Mit der zweiten Halbzeit bin ich aber sehr zufrieden. Wir haben es dann geschafft, eine Kompaktheit herzustellen, gut agiert und auch besser nach vorne gespielt.
Voss-Tecklenburg: “Wieder Schritt nach vorn gemacht” Die Schweizer Trainerin Martina Voss-Tecklenburg meinte: “Wir nehmen das Positive aus der ersten Halbzeit. Da haben wir wieder einen Schritt nach vorne gemacht. Wir waren heute sehr nah an einem Niveaus, das wir noch nicht gespielt haben. Wir haben jetzt noch ein paar Tage Zeit die Kraft für den WM-Auftakt gegen Japan aufzubauen.”