Neid plant Veränderung gegen Island

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Im ersten Gruppenspiel gegen die Niederlande konnte die deutsche Nationalmannschaft bei dieser Europameisterschaft wenig überzeugen. Dennoch will Bundestrainerin Silvia Neid dem Kader gegen Island heute Abend (20.30 Uhr, live im ZDF) eine zweite Chance geben – nur auf einer Position will sie wechseln, „um in der zweiten Halbzeit eine weitere Option zu haben“, wie sie erklärt.

Taktisch werde das Spiel nicht verändert, es handele sich um einen 1:1-Wechsel auf einer Position, wie Neid erläuterte. Näher wollte sie auf die Personalie nicht eingehen, wenngleich der Personenkreis eingeschränkt sein dürfte.

Wechsel auf den Flügeln oder der Doppelsechs?
Wechsel im Tor und in der Viererkette sind ebenso unwahrscheinlich wie ein Austausch von Célia Okoyino da Mbabi oder Dzsenifer Marozsán. Bleibt die Frage nach der Doppelsechs oder den Flügeln, wo sich Simone Laudehr, Melanie Leupolz und Fatmire Bajramaj anbieten würden.

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Haben die Fans im Island-Spiel wieder Grund zum Jubeln? © Nora Kruse, ff-archiv.de

Holland-Spiel analysiert
Klar ist, dass sich nach dem Spiel gegen die Niederlande etwas ändern muss. „Dass nicht alles rund lief – auch bei mir nicht, hat man gesehen. Wir wissen, was wir besser machen müssen und können“, so Innenverteidigerin Annike Krahn. „Wir haben das Spiel analysiert und sind auf unsere Stärken und Schwächen eingegangen“, sagt Neid.

„Wir haben festgestellt, dass wir im Spiel gegen die Niederlande nicht so präsent waren in den Zweikämpfen, dass wir uns schwer getan haben mit unserer Zielstrebigkeit Richtung gegnerischem Tor und dass wir zu viele einfache Fehlpässe gemacht haben und dadurch unser Spiel nicht nicht in die Form kam, dass wir auch mal in Ballbesitz blieben und etwas kreieren konnten. Das wollen gegen Island verändern.“

Erster Punktgewinn für Island
Die Isländerinnen, die bei der vergangenen Europameisterschaft nach drei Niederlagen in der Vorrunde frühzeitig die Heimreise antreten mussten, haben im Auftakt beim 1:1 gegen Norwegen ihren ersten Punktgewinn gefeiert. Der Ausgleich fiel allerdings erst in der Schlussphase durch einen verwandelten Strafstoß von Margret Lara Viðarsdottír. Der Star des Teams ist in Deutschland keine Unbekannte, Viðarsdottír hatte kurze Gastspiele für den FCR 2001 Duisburg und den 1. FFC Turbine Potsdam. „Sie ist sehr robust und zweikampfstark“, lobt ihre ehemalige Duisburger Teamkollegin Krahn.

Robustheit und Zweikampfstärke zeichne das gesamte isländische Team aus, so die Bundestrainerin, die eine Mannschaft sieht, die „bei Standards sehr gefährlich ist und viel Power hat.“ Insbesondere die linke Seite mit Hólmfrídur Magnúsdóttir und Sara Bjork Gunnarsdóttir hat sie als Gefahrenherd ausgemacht.

Gesund und kämpferisch
Viðarsdottír warnt die DFB-Elf: „Ich fühle mich großartig und nähere mich meiner Bestform.“ Nach einer mehrmonatigen Zwangspause wegen Oberschenkelproblemen hatte sie auch in der Hinserie der Damallsvenskan bei Kristianstads DFF mit sieben Toren in elf Spielen ihre aufsteigende Form angedeutet. Doch sie verneint, nach zwei wenig erfolgreichen Bundesliga-Engagements beim FCR 2001 Duisburg und dem 1. FFC Turbine Potsdam, extra motiviert zu sein. „Ich muss niemandem etwas beweisen, ich weiß, wie gut ich bin und mein Trainer weiß das hoffentlich auch.“

Vorbild Schweden
Die deutsche Mannschaft ist nach dem Remis zum Auftakt unter ähnlichem Zugzwang wie die Schwedinnen nach ihrem 1:1 gegen Dänemark. Doch der EM-Gastgeber meldete sich gestern mit einem überzeugenden 5:0-Sieg gegen Finnland zurück, bei dem auch Kosovare Asllani und Lotta Schelin trafen – beide hatten gegen Dänemark Elfmeter verschossen.

Dabei spricht die Bilanz klar für die DFB-Elf, die alle bisherigen zwölf Aufeinandertreffen mit Island für sich entscheiden konnte und ein Torverhältnis von 48:3 aufweisen kann. Auch bei der vergangenen EM in Finnland traf man in der Gruppe aufeinander. Damals siegte Deutschland knapp mit 1:0.

Doch auch die Isländerinnen haben nach dem eigenen Punktgewinn und dem Remis Deutschlands gegen die Niederlande den Respekt abgelegt. „Natürlich sind wir Außenseiter, aber die Niederlande sind für uns eine Quelle der Inspiration. Wir sind gut vorbereitet und eine Chance haben wir immer“, so Islands Trainer Siggi Eyjolfsson. Die Partie am Abend steht unter der Leitung der erfahrenen finnischen Unparteiischen Kirsi Heikkinen.

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Michele
Michele

Nicht nur Bajramaj, Leupolz oder Laudehr würden sich anbieten! Ich denke, Behringer oder Huth hätten auch mal eine Chance verdient! Schmidt könnte auch auf den Flügel spielen. Aber wahrscheinlich wird Super-Lira, für Lena Lotzen beginnen.

Steffi
Steffi

Da kann ich dir nur zustimmen! Alleine die Tatsache, dass Melanie Behringer bislang noch keine Minute für die DFB-Elf gespielt hat, ist für mich unverständlich, schließlich war und ist sie eine feste Größe im Frauenfußball, da könnte ich mir auch einen 1:1 Wechsel zwischen Mittag und Behringer vorstellen…

Maskal69
Maskal69

Mein Tipp: Sie wird bei der Viererkette rechts ein Wechsel vornehmen.

Altwolf
Altwolf

Auf den ersten Blick scheint Alles für einen Wechsel von L.Lotzen durch L.Bajramaj zu sprechen,jedoch könnte auch der Wechsel auf der 6er-Position erfolgen,je länger man über diese Option nachdenkt.Wenn S.Laudehr N.Keßler ersetzt hätte S.Neids Vorliebe für das Frankfurter Spiel Bedeutung,nämlich Z.Maroszan mehr ins Spiel zu bringen,da sie wohl mit S.Laudehr mehr harmonieren könnte als mit N.Keßler,die,nach meinem Eindruck, wohl aus spieltaktischen Gründen rel.verhalten und fast nur defensiv in dieser Konstellation spielt,da sie in WOB überwiegend den Maro-Part innehat.Die Option könnte dann in der 2.Halbzeit, falls der Spielstand es erfordert, die kämpferische und durchsetzende Fähigkeit von N.Keßler (z.B Frankreich-Spiel) sowohl für… Weiterlesen »

Dirk
Dirk

Behringer? oh mein Gott, nur das nicht 😉

Auch Bajramaj wird’s wohl nicht werden, da verfolgt Silv konsequent die WM Strategie. Wäre Lira für sie eine ernst zu nehmende Option, wäre sie schon gegen die Niederlande in HZ 2 für die völlig wirkungslose Schönspielerin Maro gekommen. Für mich ist eins sicher: zwischen EM und WM hat und wird es keinerlei Fortschritte geben, nur die Konsequenz daraus wird weiterhin ausbleiben. Warum? Leistungsprinzip! 😀 😀

KarlMai
KarlMai

Von der Leistung her müsste natürlich Annike Krahn als erste ausgetauscht werden.

Sheldon
Sheldon

Hier kommt wieder jeder mit seinen Lieblingsspielerinnen an! Ich sehe zwei Optionen für einen Wechsel:

Mittag raus, Lotzen auf links und Bajramaj auf rechts, ansonsten vielleicht Leupolz positionsbezogen (Behringer hat zuviel Konkurrenz auf Linksaußen, als dass sie dort auch nur irgendeine Chance hätte).

oder

Krahn raus, Wensing rein.

Alle anderen haben zwar schlecht gespielt, doch scheinen in der Lage, den Schalter umzulegen.

Herausnahmen von Maier und Lotzen wären total unlogisch, ebenso wie die von Keßler. Damit zerstört man bloß das Mannschaftsgefüge!

Hanna Hinrich
Hanna Hinrich


Vielleicht so:

        Okoyino da Mbabi

Bajramaj    Marozsán    Mittag

       Goeßling  Laudehr

Cramer  Henning  Krahn  Maier

          Angerer

Sheldon
Sheldon

@Hanna: Es gibt nur einen Wechsel, nicht drei. Außerdem wird Bartusiak ganz sicher nicht rausgenommen werden und Krahn drin gelassen. Gegen das, was Krahn gegen Holland in Halbzeit zwei geleistet hat, war Bartusiak Weltklasse. Schon mal überlegt, dass dieser Wechsel nicht allein taktisch sein könnte? Krahn hat schließlich gegen Holland ordentlich was aufs Knie bekommen, was hier einige anscheinend viel zu schnell wieder vergessen haben. Gerade wenn es sich um einen Positionsbezogenen Wechsel handelt (Laudehr war zwar motiviert, aber unstrukturiert), so wäre dies der logischte. Denn Lotzen war von den genannten (Mittag, Keßler, Goeßling, Lotzen) die noch mit Abstand beste.… Weiterlesen »

Mosan
Mosan

Am ehesten sehe ich einen seitwärts Wechsel a la Wensing oder Schmidt für Cramer. Wenn sie anfängt bei der Doppel 6 herumzudoktorn, wird mir schlecht. Ironischerweise ist die Partie gegen Island wohl die einzige in der Laudehr auf der Vorstopperposition nicht weh tun würde.

Grace Kelly
Grace Kelly

Bei heute sagten sie grade Leupolz für Mittag. Das wäre milde ausgedrückt eine etwas unerwartete Entscheidung…

Till
Till

Danke Markus!

Mhh Bajiramai und Laudehr hätte ich als noch nicht fit genug für die Startelf angesehen und Krahn raus für Wensing, hätte nicht diese zusätzliche taktische Option gehabt… .

Macht also Sinn so.

never-rest
never-rest

Kleine Überaschung: Mittag raus – Leupolz rein.

Wichtiger ist für mich aber die Raum- und Aufgabenaufteilung im zentralen Mitelfeld. Schaun mer mal.

Mosan
Mosan

^^
Das und ob Krahn und Bartusiak wieder das Aufbauspiel korrumpieren.

Ich würde gerne mal Lotzen und Celia die Positionen tauschen sehen im Spiel.

Svensson
Svensson

I haven’t seen LEUPOLZ play. Can someone please tell me the difference between her and MITTAG?

Berserker
Berserker

Das Krahn weiter in der Anfangsaufstellung spielt ist ein ganz schlechter Scherz,die war gegen die Niederlande ein total Ausfall.
Mal sehen wie es heute Abend läuft,ein 1:0 für Island könnte schlecht sein.

schnappa
schnappa

Mal sehen ob das reicht. Ich als einer von 80 Mio hochqualifizierten Bundestrainern 😉 hätte zumindest noch Wensing für Krahn gebracht. Bei Laudehrs Verfassung wäre ich noch skeptisch hinsichtlich der Fitness, würde aber dennoch einen Tausch mit Keßler probieren.
Hauptsache erst mal 3 Punkte, über das „wie“ kann man dann immer noch lebhaft diskutieren.

Svensson
Svensson

What is the status of HENNING?
Isn’t she a good alternative in central defence?