Souveräner Sieg für die DFB-Elf

Von am 14. Juli 2013 – 23.15 Uhr 40 Kommentare

Nach dem schwachen EM-Auftakt gegen die Niederlande hat die deutsche Nationalmannschaft im zweiten Gruppenspiel einen souveränen 3:0-Erfolg gegen Island gefeiert. „Wir sind jetzt erst im Turnier angekommen“, kommentierte Lena Lotzen, die mit ihrem ersten Länderspieltor die Weichen auf Sieg stellte.

Die deutsche Mannschaft begann, wie von Bundestrainerin Silvia Neid angekündigt, im Vergleich zum Spiel gegen die Niederlande auf einer Position verändert. Für Anja Mittag rückte Melanie Leupolz in die Startformation – zum ersten Mal überhaupt.

Führung durch Lotzen
Die DFB-Auswahl startete offensiv in die Partie, wenngleich zu Beginn noch viele Abspielfehler gemacht wurden und es an Präzision mangelte. Doch mit Verlauf der ersten Halbzeit wurden die Deutschen sicherer. Insbesondere Lena Lotzen sorgte für Wirbel. In der zehnten Minute flog sie an einer Hereingabe von Célia Okoyino da Mbabi knapp vorbei. Sieben Minuten später wurde ihr Kopfball von Islands Torhüterin Gudbjörg Gunnarsdóttir an die Latte gelenkt. Doch in der 24. Minute kam schließlich die Erlösung für die DFB-Elf. Nach einem schönen Zuspiel von Dzsenifer Marozsán spielte Lotzen Hallbera Gísladóttir aus und schloss souverän zum 1:0 ab.

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Island in der eigenen Hälfte
Von den Isländerinnen war hingegen nichts zu sehen. Die Deutschen arbeiteten gut gegen den Ball, machten die Räume eng und ließen sich von den langen Bällen der Isländerinnen nicht in Bedrängnis bringen. Die Niederländerinnen hatten zum Auftakt mit ihrer offensiven Verteidigung gezeigt, wie man die DFB-Auswahl unter Druck setzen konnte. Die Isländerinnen zeigten jedoch das Gegenteil, zogen sich bei deutschem Ballbesitz weit zurück und übten kaum Druck aus. Am Ende konnten sie nicht eine gute Torchance verbuchen, wohingegen die DFB-Elf schon in der ersten Halbzeit hätte nachlegen können, wenn nicht müssen. Okoyino da Mbabi scheiterte mit einem Drehschuss in der 42. Minute, in der Nachspielzeit sprang sie knapp an einem von Nadine Keßler verlängerten Eckball vorbei.

Frauenfußball - Célia Okoyino da Mbabi

Célia Okoyino da Mbabi meldete sich mit einem Doppelpack zurück. © Herbert Heid / girlsplay.de

Doppelpack von Okoyino da Mbabi
„Die Mannschaft hat alles umgesetzt, was wir wollten“, so Bundestrainerin Silvia Neid nach der Partie, in der ihre Mannschaft auch die zweiten 45 Minuten bestimmte und sich zahlreiche Möglichkeiten erspielte. In der 55. Minute erhöhte Okoyino da Mbabi auf 2:0. Den ersten Schuss von Leonie Maier hatte Hallbera Gísladóttir noch parieren können, gegen den Nachschuss der Neu-Frankfurterin war sie machtlos. In der 71. Minute scheiterte Okoyino da Mbabi nach einer von Marozsán verlängerten Flanke an der isländischen Torfrau. Zehn Minuten später verfehlte die eingewechselte Anja Mittag mit einem Schlenzer den Kasten knapp. Wenn man etwas kritisieren könne, sei es die Chancenverwertung, meinte Marozsán nach dem Spiel. Doch zumindest einmal war ihr Team noch erfolgreich. Nach einer Flanke von Fatmire Bajramaj erzielte Okoyino da Mbabi, die später zur besten Spielerin der Partie gewählt wurde, den 3:0-Endstand. „Nach vorne hat es riesenviel Spaß gemacht“, freute sich Marozsán, und auch Neid war zufrieden mit dem zweiten EM-Auftritt. „Wir wollten präsent sein im 16er und immer nachschieben. Das hat die Mannschaft ganz klasse gemacht.“

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Gegen Norwegen ohne Cramer
Die drei Punkte bedeuten nun die Tabellenführung in Gruppe B – wenngleich punktgleich mit den Norwegerinnen. Denn nach einem Unentschieden zum Auftakt gegen Island hat auch Norwegen sein zweites Gruppenspiel gewonnen. Gegen die Niederlande setzte sich die Mannschaft von Trainer Even Pellerud knapp mit 1:0 durch. Der Siegtreffer gelang Solveig Gulbrandsen in der 54. Minute. So entscheidet sich der Gruppensieg am Mittwoch im direkten Duell zwischen der DFB-Auswahl und den Norwegerinnen. Und auch dann wird Neid wieder mindestens auf einer Position wechseln müssen – diesmal allerdings gezwungenermaßen, denn Jennifer Cramer sah nach einem Foulspiel an Dóra Maria Lárusdóttir zurecht die Gelbe Karte und ist gegen Norwegen gesperrt.

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40 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    @jochen-or: Ich sehe es schon so, dass sich Deutschland vor Frankreich und Schweden nicht unbedingt verstecken muss. Bis dahin sind es 1. noch drei Spiele, und zweitens hat zumindest Schweden schon gezeigt, dass da nur mit Wasser gekocht wird.

    Und, sollte Deutschland sich im Vergleich zum vorigen Spiel immer so steigern können, wie sie es gegen Island getan haben, kann einem nun wirklich nicht angst und bange sein!

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  • Detlef sagt:

    Ich bin mir nicht sicher, ob die gestrige Leistung nun schon der große Durchbruch war!!!
    Island war deutlich schwächer als das Oranje-Team, und konnte seine gute Leistung vom ersten Spiel leider nicht bestätigen!!!
    Dort konnten sie die Norwegerinnen schon einige Male in Verlegenheit bringen, was ihnen gegen die DFB-Elf fast gar nicht gelang!!!
    Andererseits zeigten die Holländerinnen gestern in Kalmar, daß auch sie starken Leistungsschwankungen unterliegen!!!
    Spielerisch und technisch den Norwegerinnen zwar überlegen, fehlte ihnen doch der Zug zum Tor, den sie gegen Deutschland so eindrucksvoll demonstrierten!!!
    Den Norwegerinnen reichte am Ende eine starke Einzelaktion von Solveig Gulbrandsen, um sich ebenfalls schon mit mehr als einem Bein fürs Viertelfinale zu qualifizieren!!!
    Ihre Defensive steht relativ gut, nur Akerhauge scheint mir eine Schwachstelle in der Viererkette zu sein!!!
    Dazu helfen auch Stendsland und Gulbrandsen immer wieder hinten aus, und mit Hjelmseth haben sie eine erfahrene und gute Torfrau!!!

    In der Offensive spielt mir Norge viel zu statisch!!!
    Da ist zu wenig Bewegung drin, und ADA ist fast immer allein gegen die gegnerische Abwehr!!!
    Wenn sich Pellerud gegen Deutschland nicht etwas Besseres einfallen läßt, wird es wohl sehr schwer für sein Team!!!
    Bartusiak und Krahn dürften damit wohl wenig Probleme haben, wenn der Ball immer nur lang und hoch auf die mutterseelenallein stehende ADA kommt!!!

    Ich sehe Norwegen daher als ähnlich stark an, wie die Holländerinnen!!!
    Man wird sehen, ob die DFB-Elf nun besser klar kommt, denn die Ausreden vom „ersten Spiel“ und dem „immer schwierigen Auftaktmatch“ kann man sich dann schenken, falls das Ergebnis ähnlich ausfallen sollte!!!

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  • jochen-or sagt:

    Ich gestehe! Ich sehe Norwegen immer ein wenig durch die Vereinsbrille!

    Ich hatte aber gestern abgesehen von den wenigen Schlussminuten und anders als gegen Deutschland nie das Gefühl, dass die Holländerinenn ein Tor machen könnten.
    Ich fand das Zusammenspiel auch viel weniger gefällig als gegen uns.
    Allerdings tun sich auch die Norwegerinnen im Abschluss recht schwer, so dass ich fest daran glaube, dass die uns nicht schlagen können, auch wenn Pellerud dies laut Zeitungsberichten so verkündet.

    Übrigens spielt m.E. auch bei Norwegen deren überragendes Talent auf der falschen Position.
    Caroline Graham Hansen müsste wie im Verein aus der Halbposition im Mittelfeld kommen. Da ist sie wesentlich unberechenbarer und würde der deutschen Abwehr mit ihrer Schnelligkeit wesentlich mehr Probleme bereiten.

    Ich bin gespannt, wer auf links gegen sie spielt.

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  • Detlef sagt:

    @Sheldon,
    Schweden kocht ganz sicher nur mit Wasser!!!
    Denn das Remis gegen Dänemark, die ja auch nicht die Übermannschaft sind (siehe 1:2 gegen Italien), zeigte doch einige Probleme der Trekronors auf!!!
    Allerdings könnte das Publikum noch eine entscheidende Rolle spielen, denn die gute Stimmung schaukelt sich wohl so langsam in Rekordverdächtige Größen auf!!!
    Ich habe beide Spiele live in Göteborg gesehen, und ich bin fasziniert von den Gastgebern, und ihren super netten Leuten!!!

    Sverige hat ganz sicher noch nicht alles gezeigt was sie drauf haben, aber sie scheinen zumindest mit dem Druck besser klar zu kommen als Deutschland 2011!!!

    Frankreich scheint sich dagegen nicht mit Wasser zu begnügen, sie kochen wohl lieber mit Wein!!!
    Mal sehen, wie sie heute gegen die Überraschungsmannschaft von der iberischen Halbinsel klarkommen???

    @Jochen-or,
    Ich sehe es wie Stefan, daß eher Holland das spielerisch bessere Team war!!!
    Aber eine Manon Melis reichte eben nicht, um den Sieg perfekt zu machen!!!
    Die Entwicklung von Oranje ist aber trotzdem sehr positiv, und es wird sehr interessant sein, was da in Zukunft noch alles kommt!!!

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  • Hanah sagt:

    Endlich mal wieder ein Sieg der N11 😉 Ich bin mit der Leistung zufrieden aber alles andere gegen einen Gegner wie Island wäre lächerlich. Wer mich gestern am meisten überrascht hat ist Lotzen:) Leupolz war mir dagegen zu nervös. Bei den Einwechslungen muss ich jetzt mal wieder Lira loben:) Gestern war sie wieder fast in Form und hat mir richtig gut gefallen, besonders ihre Pässe,die immer genauer werden:D Sie ist und bleibt einfach die beste auch nach langen Verletztungspausen:) Trotzdem sollte sie es langsamer angehen lassen! Laudehr ist mir gestern nicht wirklich aufgefallen also das sagt alles…! In der Abwehr würd ich Wensing statt Krahn bringen!! Sonst kann ich nur sagen,dass für mich Lotzen die Spielerinn des Spiels war, trotz Célias Toren weil Lwna ihre Chance besser genutzt hat und Célia voll viele verhauen hat!!

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  • Tiberias sagt:

    @Noworever und andere,
    ich habe auch kein gutes Gefühl, was Lira betrifft. Bei allem, was sie an Unberechenbarem für den Gegner bringen könnte – ich finde es schlichtweg verantwortungslos, sie nach einem Jahr Pause gleich in dieses „highest level“ zu werfen. M.m.N. sollte die Gesundheit der Spielerin und des M e n s c h e n immer noch im Vordergrund stehen.
    Ist, zugegeben, nur ein Blick von außen.

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  • Jan sagt:

    Bei NOR – NED hat letztlich vllt. die Größe u. somit die Reichweite der Torfrauen den Ausschlag gegeben.

    Bei der EM 2009 hatte Island jeweils nur denkbar knapp 0:1 gegen Norwegen u. Deutschland verloren, sowie 1:3 durch 2 Elfmeter gegen Frankreich. Diesmal hatte Island in den Schlussminuten Norwegen am Rand einer Niederlage, das sie ja in der EM-Quali bereits besiegen konnten. Und stand Island nicht sogar mal im Algarve Cup Finale? Also soo schlecht ist Island eigtl. nicht. Vllt. gewinnt Island ja gegen die vorm Tor bislang harmlosen Niederlande u. kommt ins Viertelfinale? Und die Isländerinnen wollten wohl gegen Deutschland genauso agieren wie die Niederlande – was diesmal aber nicht gelang. Denn mit ihrer Spielstärke hätten die Deutschinnen an dem Tag wohl jeden der 3 Gruppengegner besiegt. Will heißen, man muss erst mal so stark spielen, dass ein Gegner schwach aussieht. Und die Torchancen besser zu nutzen, kann man sich ja für die wichtigen kommenden Spiele aufheben.

    Angerer als einzige (eingesetzte) Torfrau noch ohne Gegentor – evtl. wieder ein gutes Omen? Und all die dt. „Küken“ einzusetzen, gilt sicher auch schon im Hinblick auf die WM 2015.

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  • xyz sagt:

    Ich finde es verantwortungslos wi e Li ra mit ihrer Gesundheit umgeht.Für so ein Turnier ist es viel zu früh.Als ich gestern das band agierte knie gesehen habe,dachte ich an Kim die auch nicht auf ihren Körper gehört hat.Da wird sie wohl wieder nach dem Turnier dem Verein fehlen

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  • Maskal69 sagt:

    Glückwunsch N11 für diesen tollen und wichtigen Sieg. Die vier auf der Außenbahn waren die besten Spielerinnen im Team, was die abliefern ist einfach klasse. Man darf nicht vergessen wieviel Einsätze in der N11, die vier erst vorweisen können. Auch ein Glückwunsch an S. Neid dir Ihr Team mental wieder gestärkt hat.
    Das ist sicherlich noch Luft nach oben, aber das war richtig guter Fußball, nach dem schwachen Auftritt gegen Niederlande.

    Die beste Schiedsrichterleistung war, die der Schweizerin in der Partie England – Spanien!!

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  • Manny sagt:

    Eine klare Steigerung zum letzten Spiel, ohne zu glänzen. Die Isländerinnen waren natürlich sehr, sehr schwach und sind wohl die schwächste Mannschaft des Turniers. Lotzen, Leupolz und Mbabi waren richtg stark, der Rest o.k. Aber leider gab es auch wieder viele, zu viele einfach Fehler. Lira Bajramaj tut mir richtig leid, nicht fit, scheinbar zu früh wieder auf dem Platz und total außer Form. Na ja, mal sehen wie es weiter geht mit dem Team. Liebe Frau Neid, mit Regenschirm auf der Trainerbank, das war schon oberpeinlich.

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  • Fuxi sagt:

    @FFFan
    Grmpf. Ich meinte Island…

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  • Altwolf sagt:

    Wie heißt es so schön in den Büchern der Fußballweisen: „Man spielt so gut wie der Gegner es zuläßt“. Holland hat es unserer N11 in dem Spiel nicht gestattet ein besseres und erfolgreicheres Spiel abzuliefern, Island schon, da die deutsche N11 den Isländerinnen nicht gestattete besser zu spielen.Dadurch war der Eindruck,den die deutsche N11 hinterließ ein deutlich besserer als zuvor.Da immer noch nicht alles rund lief,hat man sich die Möglichkeit offengelassen sich weiter zu steigern,was in einem Turnier von entscheidender Bedeutung ist.
    N.Angerer souverän und solide in der Betrachtung des Spielgeschehens von hinten.Beide IV ebenfalls solide mit dem sichereren Part durch Bartusiak, da auch wiederum den besseren Spielaudbau bietend insbes. die nun entdeckten Eröffnungen über die AV.
    Hierbei war es zwar schön zu sehen,das man sehr deffensiv stehende Teams darüber angreifen kann,aber da hat mir L.Meier die Vorgabe der Eröffnung über Aussen oft zu stur versucht diese durchzuziehen, statt über kurze Pässe nach Innen mit den 6en die zugestellten Wege zu umgehen und dadurch das Spiel nach vorn im Tempo zu halten.Hier wurden viele Angriffe durch die Isländerinnen unterbrochen.Nicht ganz so aktiv war dabei Cramer auf d.andern Seite.L.Gössling hatte durch die tiefstehenden Isländerinnen wenig Möglichkeiten mit Tempo in die Räume vorzustoßen,so daß sie sich nur mit Defensivarbeit beschäften konnte,zumal diesmal N.Keßler sich erkennbar offensiver einbrachte und damit auch verbessert erschien.Leider ist immer noch erkennbar,daß die beiden 6er in die Verbindung von Defensive zu Offensive nicht in das Spiel so eingebunden werden,wie man sich das für ein gutes Umschaltspiel vorstellt.Auch hier spielen die Laufwege und das Verhalten unserer Stürmerinnen eine mitentscheidende Rolle.Wärend Leupolz ihre Position recht gut gehalten hat, dabei eine gute Leistung ablieferte und sich deutlich lebendiger als A.Mittag präsentierte (nur etwas mehr Ruhe beim Abschluß fehlt ihr noch)ist es zwar schön,wenn Celia um den 16er herum sehr aktiv ist und auch gut gegen den Ball arbeitet, doch sollte sie ihre Ausflüge etwas einschränken,zwar mit L.Lotzen rochieren,aber doch dort präsenter sein,wo sie eigentlich sein sollte.Es ist zwar ihre Art, wie auch in Bad Neuenahr wohl erforderlich, überall aufzutauchen und ihre kämpferischen Qualitäten einzubringen,jedoch hinterläßt es in mir den Eindruck, in den entscheidenden Momenten das Quentchen Konzentration u.Biss durch diese Dauerbewegungen nicht auf den Punkt bringen zu können.Ferner ist es dann auch als nachrückende Mittelfeldspielerin sehr schwer zu ahnen, wohin man bei ihr den letzten Paß hinspielen kann,wie das so toll von D.Marozsan auf L.Lotzen gelungen ist.Gerade L.Lotzen hat durch besser einzuschätzende Positionstreue auch D.Marozsan wieder mehr Ideen entwickeln lassen und das an Pässen zu kreieren, was wir uns alle von ihr wünschen. A.Mittag,S.Laudehr u.L.Bajramaj sehe ich weiterhin als Einwechselspieler, da sie sich nicht als deutlich bessere Alternativen anbieten.

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  • Neutraler Zuschauer sagt:

    Folgenden Leserkommentar fand ich im Tagesspiegel:

    „Deutschland schlägt Island! (?)
    Es geht doch eigentlich nur um Fussball – oder?
    Da sollte jeder, der sich dazu berufen fühlt, sich das Spiel mal völlig emotionsfrei und unparteiisch ansehen, bewerten und analysieren.
    Wenn ich dazu den Kommentar des selbsternannten Reporters und Spezialisten hören, denke ich oft, ich sehe ein anderes Spiel: Ballannahme, Ballkontrolle & Ballbeherrschung, Stellungsspiel ohne Ball, Spielübersicht, Abspielverhalten, Abspielgenauigkeit & Kurzpass-Spiel, genaues Zuspiel, Chancenverwertung, Kombinationen, Doppelpass & Strategien, Voraussicht & Abseitsfalle, sinnvolle und gut plazierte(erfolgreiche)Schüsse auf das gegnerische Tor & Ballabgaben an die dortige Torwart-Frau, fehlerhaftes Zuspiel auf engem Raum, Ballverlust durch Eigensinn – das ist das Ergebnis meiner Analyse des Spiels der deutschen Frauen-Fussballnationalmannschaft. Da müssten bei ca. 35 Angriffen und 15 Torschüssen, mehr als drei Tore möglich sein.
    Island war von Anfang an eine ganze Klasse schlechter und wir sollten endlich mal wieder höhere Ansprüche stellen. Diese Kritik wendet sich im Wesentlichen an die Trainer der Mannschaft. Die Fehler verfolge ich seit Jahren bei jedem Spiel, aber gerade in letzter Zeit bekomme ich immer nur die Bestätigung meiner Erkenntnis. Der Aufwand, die Leistung und der Einsatz der Mannschaft muss uneingeschränkt anerkannt und gelobt werden. Aber das Spiel und das Ergebis sind enttäuschend. Das Verhalten unserer Mannschaft im gegnerischen Strafraum ist gelinde gesagt, eine Blamage. Die drei Tore helfen nur jedem selbstverschuldet unmündigen Zuschauer darüber hinweg zu täuschen.
    Meine Frage ist darum noch immer: Was wird eigentlich trainiert?
    HJK.“

    Dem ist nichts hinzuzufügen…

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  • noworever sagt:

    @Altwolf
    … feine stimmige analyse.

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  • wrack sagt:

    @ altwolf: „Positionstreue“
    Ich habe mit Teile des Spiels eben noch einmal angesehen und stelle fest, dass von „Positionstreue“ weder bei Lotzen, Leupolz noch bei Celia die Rede sein kann, weil die tatsächlich alle munter um den 16er herumschwirrten. Es gibt zwei Szenen, von denen du in deiner Wahrnehmung vielleicht stark beeinflußt wurdest. Die eine ist das Tor von Lotzen, die andere ein entsprechender Fehler von Celia, als Maro über die Flanke kam und Celia, statt auf denn kurzen Pfosten zu laufen, hinter der isländischen Verteidigerin blieb und sich Richtung 5er orientierte, worauf die hereingabe Maros einfach abgefangen wurde. Das war aber m.E. die Ausnahme. Das Problem war nach meiner Beobachtung weniger die Positiontreue als vielmehr das unpräzise und oft überhastet wirkende Zuspiel vor das TOr bzw. an den 16er. Überhaupt sollte man es noch einmal betonen: Die Aktivitäten Celias außerhalb des 16ers haben in beiden Spielen wesentlich, um nicht zu sagen, fundamental zum deutschen Offensivspiel beigetragen. Sie macht da nicht selten den Job, den eigentlich die 10er oder 6er machen müsste(n). Und: Celia kommt durch Schnelligkeit und körperlichen Einsatz im Strafraum oft an Bälle, die andere Stürmerinnen nicht einmal annehmen könnten und macht Torchancen (Drehschüsse, hineingestocherte Schüsse, Schüsse am Gegner) daraus. Das wird dann als vergebene Torchance gezählt, obwohl es ohne Celia vermutlich nie eine Torchance geworden wäre. Für mich ist sie die beste Spielerin aus beiden Spielen und an ihr, da bin ich in dieser Form sicher, wird es nicht liegen.

    Resultat: Ich würde gerade an ihr und ihrem Spiel im Team nichts ändern.

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  • Jan sagt:

    Wie wrack sehe auch ich Celia als beste dt. Feldspielerin in beiden Partien. Bloß wenn’s überhaupt nicht läuft, wie im 1. Spiel, musste ohne Unterstützung ihr Bemühen weitgehend harmlos bleiben. Gerade durch ihre Positionswechsel war sie ja ständig ein unberechenbarer Unruheherd kreativer Art. Bliebe sie hingegen stets auf ihrer Position, wäre sie sicher die best bewachte Spielerin der EM und somit wohl deutlich wirkungsloser; zumal alle dt. Spielerinnen das Zeug haben (sollten), vorne Tore zu schießen. Zudem war Celia an allen 3 dt. Toren beteiligt. Dass nicht nur sie sich über vergebene Chancen bei der EM ärgert, möchte ich anerkennend auch den etlichen tollen Torwartleistungen bei der EM hoch anrechnen.

    Super fänd ich’s auch, wenn international – wie bei Brasilien, Island u. tlw. Spanien üblich – in Zukunft vermehrt nur die Vornamen der Spielerinnen auf den Trikots wie auch in den Einblendungen stünden. (wie bei Celia im Verein wohl schon üblich)

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  • Altwolf sagt:

    @wrack.Mit Positiontreue meine ich eine gewisse Grundausrichtung
    bei schnellem Umschaltspiel z.B.nach vorn.In diesen Situationen muß ich erkennen können,wer welche Position einnimmt,denn e. Celia in der zentralen Position ist anders anzuspielen als e.L.Lotzen oder M.Leupold in der gleichen Situation.Und wenn ich Laufwege im Training abstimme, muß ich diese auch im Spiel in vergleichbaren Konstellationen wiederfinden, um durch entsprechende Pässe auch das Tempo hochhalten zu können und letztendlich auch daraus eine Torchance zu generieren.Das bedeutet nicht,daß die Stürmerinnen nicht auch rochieren sollten.
    Ich sehe Celia stärker,wenn sie einen kleineren Bewegungsradius einnimmt und sich mehr dem Torabschluß widmen kann. Nicht selten haben wir Situationen,wo sich 2 Stürmerinnen bzw.OM-Spielerinnen im Wege stehen bzw. den Ball gleichzeitig verarbeiten wollen.Es sollte damit ein konstruktiver Hinweis gegeben werden,keine Leistungskritik.

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  • engel sagt:

    Zusammenfassung aller Kommentare aus „meiner“ Sicht:

    – schwache Isländer, keine Herausforderung
    – nicht beschäftigte rumpelnde Innenverteidigung mit Fehlern bei Pässen unter 3 m
    – ideenloses Mittelfeld 6 & 8(defensiv und offensiv)
    – Aussenpositionen => rechts gut, links gut
    – 10 Position=> Könnte schneller,laufstärker und präziser werden
    – Sturm => Kampfstark aber unglücklich trotz 2 Tore
    – Keine starke Kopfballspielerin bei Standards
    – Torausbeute zu minimal

    Fazit

    Mittelklassiges Spiel mit einem mittelklassigen bis schwachen Gegner und keinerlei Fingerzeig für die tatsächliche Spielstärke unserer Natio.

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  • NaviDrH sagt:

    und was das allgemein uebliche Hochjubeln speziell der beiden Fussball-Nationalmannschaften bei den oeffentlich-rechtlichen angeht, dieser Artikel spricht mir aus dem Herzen – pro Eurosport!

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  • Karl sagt:

    @NaviDrH: Zu dem Artikel kann man durchaus geteilter Meinung sein. Ich finde das geschriebene eher typisch fuer die Einstellung typischer Maennerfussballfans die immer noch glauben dass Maennerfussball besser sei. Ich jedenfalls schlafe beim ansehen von Maennerfussballspielen regelmaessig ein und der Artikel ist so etwa auf Mario Barth Niveau, finde ich. Weis nicht was daran gut sein soll.

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