Chronik 2007 — 2019 8451 Beiträge 513 Transfers145 Vereine 540 Profile
WomenSoccer

2013

Souveräner Sieg für die DFB-Elf

Nach dem schwachen EM-Auftakt gegen die Niederlande hat die deutsche Nationalmannschaft im zweiten Gruppenspiel einen souveränen 3:0-Erfolg gegen Island gefeiert. “Wir sind jetzt erst im Turnier angekommen”, kommentierte Lena Lotzen, die mit ihrem ersten Länderspieltor die Weichen auf Sieg stellte.

Die deutsche Mannschaft begann, wie von Bundestrainerin Silvia Neid angekündigt, im Vergleich zum Spiel gegen die Niederlande auf einer Position verändert. Für Anja Mittag rückte Melanie Leupolz in die Startformation – zum ersten Mal überhaupt.

Führung durch Lotzen Die DFB-Auswahl startete offensiv in die Partie, wenngleich zu Beginn noch viele Abspielfehler gemacht wurden und es an Präzision mangelte. Doch mit Verlauf der ersten Halbzeit wurden die Deutschen sicherer. Insbesondere Lena Lotzen sorgte für Wirbel. In der zehnten Minute flog sie an einer Hereingabe von Célia Okoyino da Mbabi knapp vorbei. Sieben Minuten später wurde ihr Kopfball von Islands Torhüterin Gudbjörg Gunnarsdóttir an die Latte gelenkt. Doch in der 24. Minute kam schließlich die Erlösung für die DFB-Elf. Nach einem schönen Zuspiel von Dzsenifer Marozsán spielte Lotzen Hallbera Gísladóttir aus und schloss souverän zum 1:0 ab.

Island in der eigenen Hälfte Von den Isländerinnen war hingegen nichts zu sehen. Die Deutschen arbeiteten gut gegen den Ball, machten die Räume eng und ließen sich von den langen Bällen der Isländerinnen nicht in Bedrängnis bringen. Die Niederländerinnen hatten zum Auftakt mit ihrer offensiven Verteidigung gezeigt, wie man die DFB-Auswahl unter Druck setzen konnte. Die Isländerinnen zeigten jedoch das Gegenteil, zogen sich bei deutschem Ballbesitz weit zurück und übten kaum Druck aus. Am Ende konnten sie nicht eine gute Torchance verbuchen, wohingegen die DFB-Elf schon in der ersten Halbzeit hätte nachlegen können, wenn nicht müssen. Okoyino da Mbabi scheiterte mit einem Drehschuss in der 42. Minute, in der Nachspielzeit sprang sie knapp an einem von Nadine Keßler verlängerten Eckball vorbei.

Doppelpack von Okoyino da Mbabi “Die Mannschaft hat alles umgesetzt, was wir wollten”, so Bundestrainerin Silvia Neid nach der Partie, in der ihre Mannschaft auch die zweiten 45 Minuten bestimmte und sich zahlreiche Möglichkeiten erspielte. In der 55. Minute erhöhte Okoyino da Mbabi auf 2:0. Den ersten Schuss von Leonie Maier hatte Hallbera Gísladóttir noch parieren können, gegen den Nachschuss der Neu-Frankfurterin war sie machtlos. In der 71. Minute scheiterte Okoyino da Mbabi nach einer von Marozsán verlängerten Flanke an der isländischen Torfrau. Zehn Minuten später verfehlte die eingewechselte Anja Mittag mit einem Schlenzer den Kasten knapp. Wenn man etwas kritisieren könne, sei es die Chancenverwertung, meinte Marozsán nach dem Spiel. Doch zumindest einmal war ihr Team noch erfolgreich. Nach einer Flanke von Fatmire Bajramaj erzielte Okoyino da Mbabi, die später zur besten Spielerin der Partie gewählt wurde, den 3:0-Endstand. “Nach vorne hat es riesenviel Spaß gemacht”, freute sich Marozsán, und auch Neid war zufrieden mit dem zweiten EM-Auftritt. “Wir wollten präsent sein im 16er und immer nachschieben. Das hat die Mannschaft ganz klasse gemacht.”

Gegen Norwegen ohne Cramer Die drei Punkte bedeuten nun die Tabellenführung in Gruppe B – wenngleich punktgleich mit den Norwegerinnen. Denn nach einem Unentschieden zum Auftakt gegen Island hat auch Norwegen sein zweites Gruppenspiel gewonnen. Gegen die Niederlande setzte sich die Mannschaft von Trainer Even Pellerud knapp mit 1:0 durch. Der Siegtreffer gelang Solveig Gulbrandsen in der 54. Minute. So entscheidet sich der Gruppensieg am Mittwoch im direkten Duell zwischen der DFB-Auswahl und den Norwegerinnen. Und auch dann wird Neid wieder mindestens auf einer Position wechseln müssen – diesmal allerdings gezwungenermaßen, denn Jennifer Cramer sah nach einem Foulspiel an Dóra Maria Lárusdóttir zurecht die Gelbe Karte und ist gegen Norwegen gesperrt.