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2013

Frauenfußball-EM: Welches Team kommt wie weit?

Heute Abend rollt in Schweden bei der Frauenfußball-EM erstmals der Ball. Zwölf Teams kämpfen in den kommenden 18 Tagen um die europäische Krone. Womensoccer wirft im ersten Teil einen Blick auf die Teams der Gruppe A und bewertet ihre Erfolgschancen.

Große Erwartungen Die Erwartungen bei Gastgeber Schweden sind vor der Heim-EM groß. Zahlreiche, teils 140 Seiten starke Sonderhefte sind zum Turnier erschienen und auf den Covers findet sich fast immer das Konterfei von Trainerin Pia Sundhage. Alle Hoffnungen ruhen auf der Schwedin, die die USA zweimal zu Olympischem Gold führte und Vizeweltmeisterin wurde.

Top-Sturmduo Schelin/Asllani Auf den ersten Blick scheinen die Hoffnungen auf den EM-Sieg nicht ganz unberechtigt, denn im 23-er Kader stehen klangvolle Namen. In Lotta Schelin hat Schweden eine der Topstürmerinnen des Turniers, ihre bei Paris Saint-Germain spielende, technisch versierte Sturmpartnerin Kosovare Asllani vom Typ Lira Bajramaj gilt als aufgehender Stern am Frauenfußball-Himmel.

Fragezeichen auf der Außenbahn Dazu kommen Spielgestalterin Caroline Seger und Abwehrchefin Nilla Fischer. Schwachstelle im Team ist jedoch die Außenverteidigung. Rechtsverteidigerin Jessica Samuelsson leistet sich häufiger unnötige Fehlpässe, Sara Thunebro ist nicht mehr die schnellste, ist aber im Spiel nach vorne gefährlich mit Distanzschüssen. Hinzu kommen Druck, hohe Erwartungshaltung und die Frage, wie gut und schnell das Team Sundhages Vorstellungen umsetzen kann.

Fazit: Schweden erreicht zumindest das Halbfinale, holt aber nicht den Titel.

Italiens Defensive zerrissen Italien gilt seit jeher wegen seiner teils ruppigen Spielweise als unbequemer Gegner. Das bekamen auch die Gegner in der Qualifikation zu spüren. Trainer Antonio Cabrini kann auf eine starke Defensive bauen, die in zehn Qualifikationsspielen keinen einzigen Gegentreffer zuließ. Doch die erfolgreiche Viererkette wurde kurzfristig durch die Verletzung von Elisabetta Tona auseinandergerissen, die wegen eines Muskelfaserrisses für das Turnier ausfallen wird. Vom FCR 2001 Duisburg bekannt ist Innenverteidigerin Laura Neboli, auf außen kommt die spielstarke und schnelle Sara Gama zum Einsatz.

Panico immer noch der Star, starke Parisi Im Mittelfeld gilt es vor allem auf Alice Parisi zu achten, die in den vergangenen Monaten in Verein und Nationalmannschaft auch durch ihre Torjägerqualitäten glänzte. Sie erzielte für ihren Verein UPC Tavagnacco in der abgelaufenen Saison 19 Treffer. Über die Außenbahn versuchen die schnelle Melania Gabbiadini und die passstarke Elisa Camporese Topstürmerin Patrizia Panico zu bedienen, die im Alter von 38 Jahren immer noch der Star des Teams ist und von ihrer Torgefährlichkeit nichts eingebüßt hat.

Fazit: Italien erreicht das Viertelfinale.

Dänemark setzt auf Offensive und Erfahrung Zweimal in Folge überstand Dänemark bei den Europameisterschaften 2005 in England und 2009 in Finnland überraschend nicht die Vorrunde, als man jeweils nur Dritter in seiner Gruppe wurde und den Aufstieg in die K.-o-Runde verpasste. Doch Trainer Kenneth Heiner-Møller hält vor seinem letzten Turnier sein Team für besser vorbereitet als je zuvor. An guten Spielerinnen mangelt es im Team nicht.

Knipserin Pernille Harder Im Sturm sorgen Pernille Harder und Sanne Troelsgaard Nielsen für die Tore, im Mittelfeld setzt die Elf auf die Dienste von Katrine Søndergaard Pedersen, die bereits mehr als 200 Länderspiele bestritten hat und die spielstarken Katrine Veje und Johanna Rasmussen . Und auch in der Verteidigung hat Dänemark in der bei Tyresö FF spielenden Line Röddik Hansen eine Ausnahmespielerin in seinen Reihen. Doch insgesamt kommt die Hintermannschaft nicht an die Qualität der anderen Mannschaftsteile heran und auch das Leistungsgefälle ist im 23-er Kader größer als in anderen Teams.

Fazit: Dänemark erreicht das Viertelfinale.

Verletzungen trüben Finnlands Hoffnungen Finnlands schwedischer Trainer Andrée Jeglertz ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden. Denn in Topstürmerin Linda Sällström und Kapitänin Maija Saari muss das Team ausgerechnet auf seine zwei wichtigsten Spielerinnen verzichten. Und so ruhen die Hoffnungen nun vor allem auf Spielerinnen wie Stürmerin Sanna Talonen und Mittelfeldregisseurin Annika Kukkonen. Im Tor kann sich das Team auf die starke Tinja-Riikka Korpela verlassen. Aus der Bundesliga bekannt ist die erfahrene Verteidigerin Katri-Nokso-Koivisto. Doch insgesamt mangelt es dem Team an Routine und Durchschlagskraft.

Fazit: Finnland scheidet in der Vorrunde aus.