EURO: Keine Sieger zum Auftakt

Von am 10. Juli 2013 – 22.25 Uhr 29 Kommentare

Die dänische Nationalmannschaft hat zum Auftakt der Europameisterschaft in Schweden den Gastgeberinnen einen Punkt abgerungen. In einem hochklassigen Spiel trennten sich beide Mannschaften 1:1. Zur dänischen Heldin avancierte Torhüterin Stina Petersen, die gleich zwei Elfmeter hielt. Auch die Partie zwischen Italien und Finnland endete remis.

Dabei begannen die Schwedinnen wie die Feuerwehr, denn schon nach nicht einmal drei Minuten hatten die Gastgeberinnen bereits zwei Möglichkeiten zur Führung. Doch zunächst vergab Kosovare Asllani, kurz darauf Caroline Seger mit einem Schuss aus etwa zwölf Metern.

Temporeiche Begegnung
Dänemark ließ sich von diesem Start der Gegnerinnen jedoch nicht beeindrucken – ganz im Gegenteil. In der achten Minute rutschte Katrine Veje nur knapp an einer Flanke von Mia Brogaard vorbei. Überhaupt lief sehr viel bei Dänemark über die linke Außenverteidigerin, die sich immer wieder ins Spiel nach vorne einschaltete. Schweden arbeitete zunächst mit vielen langen Bällen auf Lotta Schelin, was allerdings kaum Erfolg brachte. Dänemark kam hingegen immer besser in die Partie.

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Frauenfußball - Dänische Fans

Die dänischen Fans sahen ein gutes Spiel ihrer Mannschaft. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Erstes Turniertor von Mariann Knudsen
In der 25. Minute fiel schließlich das erste Tor dieser Europameisterschaft. Mariann Knudsen setzte sich auf der linken Seite gegen insgesamt vier Schwedinnen durch und schloss erfolgreich zum 1:0 für Dänemark ab. Drei Minuten später hätten die Däninnen die Führung fast ausgebaut, doch die Flanke auf Pernille Harder klärte Jessica Samuelsson ins Toraus. Die Schwedinnen waren aus dem Konzept gebracht, doch eine Standardsituation brachte sie wieder in die Partie. Einen Freistoß von Sara Thunebro köpfte Nilla Fischer erfolgreich zum Ausgleich ein (36.). Mit diesem 1:1 ging die temporeiche und unterhaltsame Begegnung in die Halbzeitpause.

Schelin verschießt Elfmeter
In den zweiten 45 Minuten hatten beide Mannschaften die Möglichkeiten zur Führung. In der 55. Minute klärte Schwedens Torhüterin Kristin Hammarström einen Flugkopfball der eingewechselten Nadia Nadim. Vier Minuten später hätte sich eine Flanke der Potsdamerin Antonia Göransson fast ins Tor gesenkt. Die größte Möglichkeit vor 16.128 Zuschauern gehörte Lotta Schelin. Nach einem Foul von Christina Ørntoft an Kosovare Asllani zeigte Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus auf den Elfmeterpunkt, doch Dänemarks Torhüterin Stina Petersen hielt den Schuss von Schelin.

Petersen hält zweiten Elfmeter
In der Schlussviertelstunde übernahmen die Schwedinnen mehr und mehr das Kommando, aber im Abschluss fehlte die letzte Präzision. Die Däninnen wurden in die eigene Hälfte gedrängt und kämpften um den Punktgewinn. Bedanken konnten sich sich letztlich bei ihrer Frau des Abends: Stina Pedersen. Denn nach einem Handspiel von Theresa Nielsen (84.) zeigte Steinhaus erneut auf den Elfmeterpunkt. Diesmal schoss Asllani, doch wieder blieb Petersen Siegerin im Duell.

Remis zwischen Italien und Finnland
Vor der offiziellen Eröffnungsfeier im Rahmen des skandinavischen Duells standen sich am frühen Abend bereits Italien und Finnland gegenüber. Nach 90 Minuten hieß es 0:0. Die Italienerinnen, die kurz vor Turnierbeginn den Ausfall von Verteidigerin Elisabetta Tona hatten hinnehmen müssen, erwischten den deutlich besseren Start und dominierten die erste Halbzeit, wenngleich von Kapitänin Patrizia Panico nicht allzu viel zu sehen war. Die größte Möglichkeit zur Führung hatte Melania Gabbiadini (28.), doch die Stürmerin schoss knapp am Kasten von Tinja-Riikka Korpela vorbei.

Finnland erwacht zu spät
Nach dem Seitenwechsel brauchte die Partie etwas Zeit, um wieder in Gang zu kommen. Auf italienischer Seite zeigte sich Gabbiadini weiter gut aufgelegt, doch die letzte Konsequenz fehlte. Stattdessen erspielten sich die Finninnen in der 77. und 78. Minute zwei Möglichkeiten. Beim ersten Angriff blockierte sich die Offensive beim Abschluss jedoch selbst, eine Minute später schoss Jaana Lyytikäinen aus etwa zwanzig Metern über den Kasten. Die beste Chance der zweiten Halbzeit gehörte allerdings wieder den Italienerinnen. In der 79. Minute setzte Gabbiadini Alessia Tuttino in Szene. Die Mittelfeldspielerin scheiterte frei vor Korpela allerdings an einer Glanzparade der finnischen Schlussfrau. In der Nachspielzeit wäre dann Panico doch noch fast zur Matchwinnerin für die Italienerinnen geworden, aber die Stürmerin brachte ihren Kopfball nicht im Tor unter. So blieb es beim insgesamt für die Finninnen etwas glücklichen 0:0.

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29 Kommentare »

  • Thomas sagt:

    Was mich hier etwas wundert ist das niemand bisher die Schiedsrichterleistung von B. Steinhaus kommentiert. Ich konnte nur einen Teil des Spiels auf dem Englischen Eurosport anschauen und die Kommentatorin sprach von einer ziemlich schlechten Leistung. Das Foul das zum ersten Elfer führte sei vor dem Strafraum gewesen und auch bei anderen Entscheidungen hätte sie wohl eine schwedische Brille aufgehabt.

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  • Krissi sagt:

    @Grace Kelly: Um Gottes Willen, „mit Glashäusern werfen“ wird hoffentlich keiner 🙂 – aber ich denke, jeder weiß, was du damit sagen möchtest 😉 – ich bin auch gespannt, wie Schweden im weiteren Verlaufe des Turniers mit dem Druck und der Erwartungshaltung eines Heimteams klarkommen wird…Aber mal sehen wie unsere Mädels sich heute abend schlagen werden, der Druck ist auch für unsere N11, trotz des jungen Teams, durchaus vorhanden…

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  • balea sagt:

    @Thomas

    Da stimme ich Dir zu, obwohl es manchmal vielleicht mindestens ebenso ein Job der Linienrichterin gewesen wäre. Aber durch die gehaltenen Elfer ist das „Problem“ in den Hintergrund getreten.

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  • Mosan sagt:

    Nuja besagte Co-Kommentatorin bei Eurosport hatte sich irgendwann im Laufe des Spiels darauf ein- und später weit übers Ziel hinausgeschossen. Bibi hatte wirklich nicht ihr bestes Spiel gepfiffen, aber so dürftig, wie es im Kommentar anklang, war es nu nicht. Am ehesten hat noch die pro-schwedische Tendenz bei den Entscheidungen nachgeschmeckt. Der erste Elfer war bei vollem Tempo knapp am 16er und den zweiten werden die meisten Schiris geben.

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  • Sheldon sagt:

    @wrack: Wieso? Verteidigen konnten doch anscheinend wohl beide Teams. Und mehr musst du gegen Schweden nicht machen. Und wenn Schweden gegen Finnland nicht über ein 0:0 hinauskäme, würde es schon sehr kritisch werden.

    Dafür, dass Schelin und Asslani als Wirbelwind angekündigt wurden, ist die Torquote ziemlich mickrig. Bisher sind beide nur durch je einen verschossenen Elfmeter aufgefallen. Wenn man schon solche Chancen vergibt, wie will man dann gegen ein Team Tore schießen, dass mit 10 Frauen mauern wird?

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  • wrack sagt:

    Sheldon schrieb:“Nun, wer sagt dir, dass Finnland oder Italien gegen Schweden nicht genauso spielen wie Dänemark gestern?”

    Wrack schrieb: „Das ist nach den Leistungen im ersten Spiel der EM für mich fast nicht vorstellbar. Man braucht dazu in jedem Fall eine ganz,ganz große, nein, noch größere Menge an Phantasie.“

    @ Sheldon: „Wieso?…“

    Nun, Sheldon schrieb: „Habe das Spiel leider nicht gesehen…“

    Deswegen kennst du die Antwort auf deine Frage nicht. Schau dir Italien gegen Finnland 90 Minuten an und auch deine Phansatie wird nicht ausreichen. 🙂

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  • Maskal69 sagt:

    Also ich fand das Spiel Schweden- Dänemark sehr Unterhaltsam und Aufschlußreich. Das was sich im Vorbereitungsspiel der Schwedinnen gegen England abgezeichnet hatte, wurde im Auftaktspiel nun sehr deutlich. Die Schwedinnen haben große Probleme in der Defensive, die Abwehr wackelt bei der Erfahrung doch bedenklich. Nimmt man Schelin aus dem Spiel, ist die Offensiv nicht vorhanden. Das werden noch zwei sehr schwere Spiele für Schweden in der Vorrunde. Vorallem gegen bissige Italierinnen kann es ein böses Erwachen geben, da Schweden Pressing überhaupt nicht schmeckt.
    Ja lieber DFB und Frau Neid, die Dänninen mit einer sehr gut funktionerenden 3 Abwehrkette, das ist nicht nur modern ( O-Ton Kommentator) sondern die Zukunft im FF.

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  • shane sagt:

    @Maskal69: wie? 3er-kette modern? das lässt doch schröder spielen und der ist doch per se antiquiert, oder? 😉

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  • FFFan sagt:

    @ Maskal69 & shane:

    Dänemark spielt eigentlich mit einer Viererkette. Im Spielaufbau rücken allerdings die Außenverteidiger weit auf, die Innenverteidiger schieben auseinander, während sich aus dem defensiven Mittelfeld K.Pedersen zwischen die Innenverteidiger zurückfallen lässt. Dadurch entsteht ’situativ‘ eine Art Dreierkette.

    Mit dem System von Turbine Potsdam ist das nur sehr bedingt vergleichbar.

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