Die letzten EM-Plätze werden vergeben
Drei Plätze bei der Europameisterschaft 2013 in Schweden sind noch zu haben, und sechs Teams kämpfen am Wochenende in den Playoff-Hinspielen um die letzte Chance, sie zu ergattern. So auch die mit Bundesligaspielerinnen gespickte österreichische Mannschaft.
Die Österreicherinnen spielen in den Playoffs gegen Russland; zunächst treten sie am Sonntag im heimischen St. Pölten (Anstoß 18.30 Uhr) an.
Der größte Erfolg bislang “Russland ist ein harter Brocken, aber wir haben nichts zu verlieren. Allein die Tatsache, dass wir es so weit geschafft haben ist schon eine Sensation”, sagt Nationaltrainer Dominik Thalhammer, denn seine Mannschaft erreichte in der Gruppenphase den zweiten Rang hinter Dänemark – und das mit einem überraschend großen Sechs-Punkte-Vorsprung auf die drittplatzierten Tschechinnen.
Noch nie haben die Österreicherinnen die EM-Endrunde erreicht, noch nie standen sie in den Playoffs. Es geht also um den größten Erfolg für den österreichischen Frauenfußball bislang, aber “wir können jetzt befreit gegen die Favoritinnen antreten. Alles, was jetzt noch kommt, ist eine Draufgabe”, so Thalhammer.
Bundesliga-Spielerinnen Dabei setzt der Trainer auf insgesamt neun Spielerinnen, die in Deutschland aktiv sind – beim FC Bayern München, dem VfL Sindelfingen sowie beim BV Cloppenburg . Sowohl das Hinspiel als auch das Rückspiel am 25. Oktober werden auf ORF Sport+ übertragen.
Der Kader der Österreicherinnen
Schottland gegen Spanien Der Auftakt in die Playoffs wird allerdings bereits am Samstag gemacht. Ab 15 Uhr (MESZ) empfängt die schottische Mannschaft die Auswahl aus Spanien. Beide Mannschaften standen schon vor vier Jahren in den Playoffs. Die Spanierinnen scheiterten am späteren EM-Halbfinalisten Niederlande, die Schottinnen mussten sich aufgrund der Auswärtstorregelung den Russinnen geschlagen geben.
Erstmals im Hampden Park Für die schwedische Trainerin der Schottinnen, Anna Signeul, wäre es ein Heimspiel, das sie nur zu gern bestreiten würde. 2005 trat sie die Nachfolge von Vera Pauw an, und für die Mannschaft ging es in der Vergangenheit kontant nach oben. Doch der entscheidende Schritt zur Endrunde fehlt. “Wenn wir uns für die Endrunde qualifizieren können, glaube ich, dass es dem Frauenfußball im Land einen großen Schub verleihen würde – vor allem, was das Interesse junger Spielerinnen, der Öffentlichkeit und der Medien angeht”, so Signeul . Ein großer Schritt in Richtung besserer Wahrnehmung wurde bereits durch den Austragungsort des Hinspiels gemacht – die Frauen spielen (bei freiem Eintritt) erstmals im imposanten Hampden Park in Glasgow.
Ähnliche Ausgangslage Dabei sind die Schottinnen und Spanierinnen in ihrer Entwicklung durchaus zu vergleichen. Während die Liga in beiden Ländern noch deutlich hinter der europäischen Spitze zurückliegt, haben sich die Nationalmannschaften konstant weiterentwickelt. Für beide Länder wäre die Qualifikation enorm wichtig, um die Investitionen mit einem Erfolg zu krönen und zum Kreis der Top-Teams aufzuschließen. Während Schottland die Duelle mit den “Großen” in der Vergangenheit immer wieder gesucht hat – u.a. durch die Mitorganisation des Cyprus Cups und hochkarätige Testspiele – hat Spanien kaum Freundschaftsspiele mit den Top-Teams absolviert. Dennoch dürften leichte Vorteile auf Seiten der Spanierinnen liegen, die nicht nur in der Weltrangliste besser platziert sind. Auch fehlt Schottland mit Olympiateilnehmerin Ifeoma Dieke (Kreuzbandriss) eine der wichtigsten Akteurinnen.
Ukraine und Island wollen Erfolg wiederholen Mit der Ukraine und Island treffen zeitgleich zwei Mannschaften aufeinander, die vor vier Jahren ihre EM-Premiere feierten. Favorisiert sind sicherlich die Isländerinnen, die eine sehr gute Gruppenphase spielten und zeitweise beste Möglichkeiten hatten, die Gruppe gar zu gewinnen. Denn das erste Duell mit Norwegen konnten sie für sich entscheiden. Im Rückspiel hätte ihnen ein Unentschieden zur direkten Qualifikation gereicht, doch sie mussten sich Norwegen mit 1:2 geschlagen geben.
Beide Mannschaften sind Playoff-erfahren, denn vor vier Jahren schafften sie ihre erstmalige EM-Qualifikation ebenfalls erst auf den letzten Drücker. Island setzte sich gegen die Republik Irland durch, die Ukraine behielt gegen Slowenien die Oberhand. Das Hinspiel findet in Sevastopol an der Schwarzmeerküste statt, das Rückspiel am 25. Oktober in Reykjavík.