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2012

Oly-Halbfinale: Wembley-Emotionen und Psychospielchen

Beim Olympischen Frauenfußball-Turnier stehen am Abend die beiden Halbfinals auf dem Programm. Den Auftakt macht im altehrwürdigen Londoner Wembley-Stadion das Duell Frankreich gegen Japan. Danach will Außenseiter Kanada den Favoriten USA stürzen – und Kanadas Trainer John Herdman greift dafür in die Trickkiste.

Im Londoner Wembley-Stadion eröffnen ab 18 Uhr ( live in der ZDF-Mediathek ) Frankreich und Weltmeister Japan die Jagd auf die Medaillen.

Die beiden Teams dürften ziemlich genau wissen, was sie erwartet, denn erst vor wenigen Wochen trafen sie im Stadion Charléty in Paris in einem Testspiel aufeinander. Am 19. Juli hatten die Französinnen beim 2:0-Sieg gegen den Weltmeister das bessere Ende für sich.

Testspiel als Muster ohne Wert Doch heute werden die Karten neu gemischt und die Japanerinnen haben beim 2:0-Sieg gegen Brasilien im Viertelfinale wie schon im Vorjahr bei der WM in Deutschland gezeigt, dass sie auf den Punkt fit und hoch konzentriert sein können. Trainer Norio Sasaki dürfte zudem seine Lehren aus dem Testspiel gezogen und mehr über die französische Spielweise gelernt haben. „Das Ergebnis wird diesmal anders aussehen“, ist sich Weltfußballerin Homare Sawa sicher.

Frankreich entwickelt sich zur Macht Dass neben dem Weltmeister auch die Französinnen das Halbfinale erreicht haben, dürfte wohl nur die wenigsten überrascht haben. Denn der WM-Vierte hat sich in den vergangenen 12 Monaten kaum eine Blöße gegeben und sich kontinuierlich weiterentwickelt. Doch bei der 2:4-Auftaktniederlage gegen die USA sah man auch, dass der Elf auf höchstem Niveau in einigen Situationen noch eine gewisse Cleverness und Abgebrühtheit fehlt.

Erlebnis Wembley Die Spielerinnen freuen sich vor allem auf das Erlebnis, im Wembley-Stadion spielen zu dürfen. „Da sind viele Emotionen im Spiel, ich hoffe, der Rasen bringt uns Glück“, so Frankreichs Abwehrspielerin Wendie Renard. Und Trainer Bruno Bini ergänzt: „Das ist ein mythisches Stadion.“ Doch bei aller Euphorie soll eines nicht vergessen werden: „Wir sind vor allem hier, um zu gewinnen“, so Laura Georges .

Alte Bekannte Ab 20.45 Uhr ( live in der ZDF-Mediathek ) stehen sich dann im Old Trafford von Manchester Kanada und die USA gegenüber. Und auch dies ist das Duell zweier Teams, die kaum Geheimnisse voreinander haben. Denn das olympische Halbfinale ist bereits das dritte Aufeinandertreffen in diesem Jahr. Ende Januar gab es im Finale der Olympia-Qualifikation in Vancouver einen klaren 4:0-Erfolg der Amerikanerinnen, Ende Juni siegte das US-Team in Sandy mit 2:1. Zudem ist Kanada seit 26 Spielen bei 22 Niederlagen und 4 Remis sieglos gegen das US-Team, den letzten Erfolg gab es beim Algarve Cup 2001 in Portugal.

USA klarer Favorit Und so gehen die Amerikanerinnen von der Papierform her als klarer Favorit in das Duell mit den Kanadierinnen, auch wenn diese sich unter ihrem neuen Trainer John Herdman sichtlich weiterentwickelt haben. Der eröffnete in der Pressekonferenz am Tag vor dem Spiel das Psychoduell und warf den Amerikanerinnen unlautere Methoden vor.

Herdman greift US-Team an „Eine der größten Bedrohungen, denen wir uns stellen und auf die wir aufpassen müssen, ist, wie sie uns im Strafraum bei Ecken und Freistößen markieren. Sie versuchen damit offensichtlich, ihren Schlüsselspielerinnen Platz zu schaffen, aber auf eine sehr illegale Art und Weise“, so Herdman.

Bewusstsein der Schiedsrichter schärfen Und er ergänzte: „Auf diese hoch illegalen Block-Taktiken werden wir ein Auge haben müssen und wir haben daran schon im Training gearbeitet.“ Herdman brachte auch seine Hoffnung zum Ausdruck, mit seinen Aussagen, im Hinblick auf das Schiedsrichtergespann das „Bewusstsein zu schärfen.“

Sundhage zuversichtlich US-Trainerin Pia Sundhage ist zuversichtlich, dass ihr Team die Hürde Kanada nehmen wird, die mangelnde Chancenverwertung ihres Teams bereitet ihr kein großes Kopfzerbrechen. „Natürlich wäre es einfacher, wenn wir unsere Chancen schon in der ersten Halbzeit verwerten würden, aber solange wir uns Chancen erarbeiten, mache ich mir keine Sorgen.“

Wambach warnt Stürmerin Abby Wambach warnt davor, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. „Das sind historisch enge Spiele und aufgrund der physischen Art des Spiels sind die Ergebnisse oft knapper, als uns das lieb ist.“