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2012

Olympia: Setzt sich US-Dominanz fort?

Am Mittwoch um 17 Uhr wird im walisischen Cardiff mit der Partie Großbritannien gegen Neuseeland das olympische Frauenfußballturnier angestoßen. Es ist die fünfte Auflage, denn erst 1996 wurde die Sportart olympisch. Nahezu immer hieß der Goldmedaillengewinner am Ende USA.

Bei vier Olmpischen Spielen haben die USA überhaupt erst zwei Partien verloren – beide Male gegen Norwegen, das im Jahr 2000 olympisches Gold holte; doch die Skandinavierinnen sind in diesem Jahr nicht dabei. Die Hauptkonkurrenten im letzten Turnier mit Pia Sundhage als Cheftrainerin dürften Frankreich und Japan sein. In 16 Spielen, die die US-Amerikanerinnen in diesem Jahr absolviert haben, gingen sie nur gegen Japan zweimal nicht als Sieger vom Platz (0:1 und 1:1). Kurz darauf folgte allerdings auch ein deutliches 4:1.

USA gegen Frankreich zum Auftakt Die Französinnen haben sich in den vergangenen Jahren auf allen Ebenen verbessert. Bei der WM im vergangenen Jahr erreichten “Les Bleues” den vierten Platz, im Testspiel in der vergangenen Wochen gewannen sie gegen Weltmeister Japan. Einen ersten Fingerzeig könnte es am Mittwoch im schottischen Glasgow geben. Dort treffen die USA und Frankreich im ersten Gruppenspiel aufeinander. Das Potenzial, im ersten Spiel zu pokern, hält sich in Grenzen. Ins Viertelfinale ziehen die beiden besten Mannschaften der drei Gruppen ein, hinzu kommen die beiden besten Gruppendritten. Mit den Nordamerikanerinnen und der “Équipe Tricolore” ist aber auch noch Nordkorea in der Gruppe. Hinzu kommt Kolumbien. Für die Südamerikanerinnen ist es nach der WM das zweite Großereignis in Folge, bei dem man auf der Weltbühne mitspielen kann. Ein großer Erfolg, doch mit dem Ausgang des Turniers wird Kolumbien kaum etwas zu tun haben.

Neue Teams aus Afrika Gleiches gilt für die beiden afrikanischen Vertreter – erstmals sind dies Kamerun (Weltranglistenplatz 50) und Südafrika (Platz 61). Das Team aus Kamerun hält sich seit Anfang des Monats in Großbritannien auf und hat Testspiele gegen Nordirland (2:0) und Schottland (0:2) ausgetragen. Die Südafrikanerinnen haben sich schon im Frühjahr beim Cyprus Cup mit Teams außerhalb des afrikanischen Verbandes gemessen – allerdings ebenfalls mit mäßigem Erfolg. Es gelang einzig ein Sieg gegen Nordirland. Hinter verschlossenen Türen traten sie in der vergangenen Woche gegen die Auswahl Großbritanniens an und unterlagen 1:3.

Team GB gegen Brasilien in Wembley Kamerun misst sich in der Gruppe E mit Großbritannien, Brasilien und Neuseeland. Das Team GB trifft im Eröffnungsspiel in Cardiff auf Neuseeland (17 Uhr live in der ARD), Kamerun direkt im Anschluss an gleicher Stelle auf Brasilien. Der Showdown der Gruppe dürfte das Duell zwischen Großbritannien und Brasilien am letzten Gruppenspieltag sein. Die Angaben variieren, doch für die Partie im Londoner Wembley Stadion sollen bereits um die 60.000 Tickets verkauft worden sein.

Wie stark ist die “Seleçao”? Die Brasilianerinnen gewannen bei den vergangenen beiden Olympischen Spielen die Silbermedaille. Wie stark sie in diesem Jahr einzuschätzen sind, ist schwierig. Die Länderspielergebnisse sind eher mäßig, doch das ist bei den Südamerikanerinnen im Vorfeld eines Großereignisses nichts Ungewöhnliches. Im Frühjahr unterlag die “Seleçao” Kanada, den USA und Japan. Beim Vorbereitungsturnier in der Schweiz gewannen die Brasilianerinnen in diesem Monat dann knapp mit 2:1 gegen Kolumbien und Kanada.

Kanada will Wiedergutmachung für WM Die Kanadierinnen haben bei der vergangenen Weltmeisterschaft ein sportliches Debakel erlebt und schieden mit drei Niederlagen nach der Gruppenphase aus. Trainerin Carolina Morace trat kurze Zeit später zurück, es übernahm der Engländer John Herdman, vorher Nationaltrainer Neuseelands. Seit Mittwoch ist er mit dem Team in England und hat ambitionierte Ziele : “Wir arbeiten an den Dingen, die uns hoffentlich bis aufs Podium bringen.” 16 Spiele hat das Team in diesem Jahr absolviert, zehn gewonnen und sechs verloren – bis auf Brasilien hat die Herdman-Elf dabei gegen keine Mannschaft gewonnen, die in der Weltrangliste besser platziert ist.

Verletzungsgeplagte Schwedinnen In Gruppe F misst sich die Mannschaft mit Schweden, Japan und Südafrika. Gleich zum Auftakt kommt es am Mittwoch in Coventry zum Duell mit Weltmeister Japan. In der anderen Partie stehen sich Schweden und Südafrika gegenüber. Die Schwedinnen müssen die Kreuzbandrisse von Therese Sjögran und Charlotte Rohlin verkraften, im Test gegen Großbritannien am vergangenen Freitag zeigte die Mannschaft von Trainer Thomas Dennerby eine durchschnittliche Leistung. Beide Teams trennten sich am Ende 0:0, wobei die junge Stürmerin Sofia Jakobsson einen guten Eindruck hinterließ. Gegen Großbritannien fehlte verletzungsbedingt auch Lotta Schelin, doch die Stürmerin von Olympique Lyonnais ist mittlerweile wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen.

Olympia erstmals ohne die DFB-Elf Die deutsche Mannschaft konnte sich erstmals nicht für die Olympischen Spiele qualifizieren. Dafür hätte die DFB-Auswahl bei der WM unter die besten zwei europäischen Mannschaften kommen müssen.

Der Spielplan des Turniers

Welches Team wird Olympiasieger?