EM-Quali: Trio kämpft um Spitzenplatz
Die Woche der EM-Qualifikationsspiele geht in die nächste Runde. Nach den Partien am Wochenende , die bereits zu einigen Entscheidungen und Vorentscheidungen geführt haben, finden am Mittwoch und Donnerstag weitere 14 Begegnungen statt. Besonders eng geht es dabei in Gruppe 3 zu, wo ein Trio um die Tabellenführung kämpft.
Island, Norwegen und Belgien liegen mit 16, 15 und 14 Punkten auf den ersten Plätzen. Sie alle greifen dieser Tage ins Geschehen ein.
Norwegen will Revanche Die Norwegerinnen empfangen am Abend Nordirland – die Mannschaft, der sie im Hinspiel völlig überraschend mit 1:3 unterlagen. Der Fehler ist mittlerweile korrigiert, das Erreichen der EM wieder aus eigener Kraft möglich. Doch einen erneuten Ausrutscher darf sich die Mannschaft von Trainerin Eli Landsem im Schlussspurt der Qualifikation nicht erlauben. Allerdings sprechen die letzten Ergebnisse des Weltmeisters von 1995 eine deutliche Sprache: drei Siege und 19:0 Tore gelangen in den drei Qualifikationsspielen nach der Schmach von Nordirland. „Die Mädels haben im Winter einen Superjob gemacht und sind jetzt in Form“, so Landsem, die gegen Nordirland auf Ingvild Stensland verzichten muss. Die Spielführerin liegt mit einer Virusinfektion im Krankenhaus. Die Partie steht unter der Leitung der deutschen Unparteiischen Christine Beck .
Im Fernduell mit den Norwegerinnen kämpfen Island und Belgien um die Tabellenführung. Die Isländerinnen gastieren am Donnerstag in Bulgarien. Die belgische Mannschaft ist heute Nachmittag in Ungarn zu Gast.
Schottland will in die Playoffs Das Hinspiel zwischen Schottland und der Republik Irland dürfte eines der dramatischsten dieser Qualifikation gewesen sein. Man altere mehr als nur 90 Minuten in solchen Spielen, erklärte Schottlands Nationaltrainerin Anna Signeul nach dem knappen 2:1-Sieg ihrer Mannschaft. 82 Minuten lang führten die Irinnen, ehe Schottland durch Rhonda Jones zum Ausgleich kam. „Was danach passierte, darf auf diesem Level nicht passieren,“ rekapituliert Irlands Nationaltrainerin Sue Ronan gegenüber Womensoccer . Nur eine Minute später gelang Christie Murray der Siegtreffer. Die Niederlage beschäftigte die Irinnen noch lange, „enttäuscht und tief erschüttert“ sei man gewesen, so Ronan.
Verloren war in der Gruppe allerdings noch nichts, erst die Niederlage am Samstag gegen Wales hat die Chance auf die Playoffs auf ein Minimum schrumpfen lassen. Und Schottland ist im Rückspiel am Donnerstag das favorisierte Team. Seit sieben Jahren wird die Mannschaft von Signeul trainiert. Die Schwedin hat strukturell und im Nachwuchsbereich viel verändert und bewegt. Schon vor vier Jahren wurden die Playoffs erreicht. Dort scheiterte die Mannschaft an Russland aufgrund der weniger erzielen Auswärtstore. „Sie stehen in der Weltrangliste nicht ohne Grund elf Plätze vor uns. Sie sind als Team zusammen gewachsen und haben in den letzten zwei, drei Jahren ihre Struktur verbessert – dem hinken wir hinterher“, so Ronan.
Finnland im Spitzenspiel gegen Weißrussland Gelingt den Finninnen am Abend ein Sieg gegen Verfolger Weißrussland, könnten sie ihre Tabellenführung in Gruppe 5 auf sechs Punkte ausbauen. Spannend dürfte dann in der Folge vor allem der Kampf um den zweiten Rang werden. Das Überraschungsteam aus Weißrussland hat momentan drei Punkte Vorsprung auf die Konkurrenten aus der Ukraine und der Slowakei, die im direkten Duell am Abend ebenfalls aufeinander treffen. Weißrussland muss im September noch gegen beide antreten. Das Hinspiel gegen die Ukraine konnte mit 1:0 gewonnen werden, gegen die Slowakei unterlag man allerdings deutlich mit 0:3.
Niederländerinnen gastieren in Serbien Nach der knappen 0:1-Niederlage gegen England treten die Niederländerinnen am Abend in Serbien an. Das Hinspiel konnte deutlich mit 6:0 gewonnen werden. Noch führt „Oranje“ die Tabelle in Gruppe 6 an, hat aber ein Spiel mehr absolviert als England. „Wir sind im Fahrersitz“, so Englands Nationaltrainerin Hope Powell nach dem Sieg gegen die Niederlande, „aber wir dürfen uns gegen Slowenien keinen Ausrutscher erlauben.“ Ein solcher gegen Serbien zum Auftakt der EM-Qualifikation hatte die Gruppe überhaupt erst spannend werden lassen.
Dänemark mit „weißer Weste“ Neben den bereits für die EM qualifizierten Italienerinnen ist Dänemark bislang das einzige Team, das alle Spiele „zu Null“ gewinnen konnte. Gelingt am Abend ein Erfolg gegen Tschechien, würden die Däninnen in Gruppe 7 wieder die Tabellenführung übernehmen. Die hat momentan Österreich inne, allerdings hat die Mannschaft von Trainer Dominik Thalhammer bereits zwei Spiele mehr absolviert.
Alle Spiele am 20./21. Juni im Überblick
Gruppe 1 Mi, 17.00 Uhr: Polen – Mazedonien Do, 17.00 Uhr: Bosnien und Herzegowina – Russland
Gruppe 2 Do, 11.30 Uhr: Spanien – Türkei Do, 18.00 Uhr: Rumänien – Schweiz
Gruppe 3 Mi, 17.00 Uhr: Ungarn – Belgien Mi, 18.00 Uhr: Norwegen – Nordirland Do, 17.00 Uhr: Bulgarien – Island
Gruppe 4 Mi, 19.00 Uhr: Wales – Israel Do, 20.30 Uhr: Republik Irland – Schottland
Gruppe 5 Mi, 18.00 Uhr: Finnland – Weißrussland Mi, 19.00 Uhr: Slowakei – Ukraine
Gruppe 6 Mi, 17.00 Uhr: Serbien – Niederlande Do, 20.00 Uhr: Slowenien – England
Gruppe 7 Mi, 19.30 Uhr: Dänemark – Tschechien
Alle Spiele und Tabellen