EM-Quali: Die Schweiz müht sich zum Sieg

Von am 21. September 2011 – 23.34 Uhr 29 Kommentare

In den Mittwochspielen der Qualifikation zur Europameisterschaft 2013 haben einige der am Wochenende ins Straucheln geratenen Teams zurück auf die Erfolgsspur gefunden. Die Isländerinnen haben jedoch wertvolle Punkte eingebüßt, und die Schweiz musste zittern.

Nach der 1:4-Niederlage gegen Deutschland konnten sich die Schweizerinnen gegen Rumänien rehabilitieren und siegte auf heimischem Platz mit 4:1 – ein Ergebnis, das deutlicher war als der Spielverlauf.

Schweizerinnen haben Mühe
Die Eidgenössinnen mussten auf Lara Dickenmann verzichten, die sich gestern im Training einen Muskelfaserriss zuzog. Gegen die Rumäninnen war man auf dem Feld zwar optisch überlegen, zeigte sich im Spielaufbau aber zu umständlich und langsam. So ließ der erste Treffer bis zur 43. Minute auf sich warten. Ana Maria Crnogorcevic verwandelte einen Eckball von Martina Moser per Kopf zur Pausenführung. Die hielt unter den Augen der in die Schweiz gewechselten Inka Grings und Sonja Fuss allerdings nur bis zur 54. Minute. Nach einem Torwartfehler von Marisa Brunner, die den Ball am Fuß vertändelte, netzte Cosmina Duşa zum 1:1 ein.

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Ramona Bachmann gelangen zwei wichtige Treffer. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Bachmann rettet den Sieg
Die Schweizerinnen hatten weiter Mühe und zeigten sich erst in den letzten zwanzig Minuten klar überlegen. Nach Vorarbeit der eingewechselten Isabelle Meyer brachte Ramona Bachmann mit einem Schrägschuss (73.) ihr Team auf die Siegerstraße und erhöhte elf Minuten später auf 3:1. Den Schlusspunkt zum 4:1 setzte Crnogorcevic in der 87. Minute.

Gruppe 1: Russland übernimmt Tabellenführung
Mit einem 2:0-Erfolg in Polen ist das russische Team in die EM-Qualifikation gestartet. Damit feierte der neue Trainer Farid Benstiti, der früher Olympique Lyonnais betreute, einen erfolgreichen Einstand, und Russland ist neuer Tabellenführer. Punktgleich auf dem zweiten Rang liegen die Italienerinnen, die am Wochenende mit 1:0 in Bosnien Herzegowina gewannen. Mazedonien und Griechenland haben noch nicht ins Geschehen eingegriffen.

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Gruppe 3: Norwegen zurück auf der Siegerstraße
Nach der überraschend deutlichen 1:3-Niederlage gegen Island hat Norwegen zurück auf die Erfolgsspur gefunden. Der Weltmeister von 1995 gewann in Oslo mit 6:0 gegen Ungarn. Die Treffer erzielten Isabell Herlovsen (2), Ingvild Stensland, Marita Lund, Solfrid Andersen und Gry Tofte Ims.

Im zweiten Spiel der Gruppe kamen die Isländerinnen nicht über ein 0:0 im heimischen Reykjavík gegen Belgien hinaus. Mit sieben Punkten – und einem Spiel mehr als Norwegen – bleibt Island allerdings an der Tabellenspitze. Erst in der Endabrechnung wird sich zeigen, wie schmerzhaft dieses Unentschieden sein wird.

Gruppe 6: Niederlande gelingt Kantersieg gegen Serbien
Nachdem die englische Nationalmannschaft zum Qualifikationsauftakt am Wochenende gegen Serbien nicht über ein 2:2 hinaus gekommen war, gelang den Niederlanden nun ein deutlicher 6:0-Erfolg gegen die Serbinnen. Erfolgreichste Torschützin war Manon Melis, der allein vier Treffer gelangen. Damit haben die Niederländerinnen einen „Big Point“ gegen England im Kampf um den ersten Platz in der Gruppe eingefahren. Die „Three Lions“ stehen morgen gegen Slowenien auf heimischem Platz unter Druck, nicht noch ein weiteres Mal gegen einen vermeintlichen Außenseiter Punkte zu verlieren.

Gruppe 7: Dänemark lässt keine Zweifel aufkommen
Mit einem deutlichen 5:0-Sieg gegen Armenien ist die dänische Nationalmannschaft in die Qualifikation gestartet. Eine weitere Partie fand in der Gruppe nicht statt, aufgrund des besseren Torverhältnisses behalten die Portugiesinnen die Tabellenführung.

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29 Kommentare »

  • laasee sagt:

    The problem is simple – FF will not make real progress while under the control of MF.
    The solution is simple – FF has to create its own identity, structures, organisations etc.

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  • Sheldon sagt:

    Ja, genau, es mangelt dort an einer funktionierenden Liga. Da geht es nicht nur um Wirtschaftsfragen, jemand, der in Argentinien oder Brasilien spielt, wird einfach nicht derartig wahrgenommen, diese Ligen haben kein Prestige.

    Weiß einer, wer die Copa Libertadores gewonnen hat, welche einzelnen Spieler? Bei der CL wissen das alle weltweit.

    Doch genau diese Entwicklung wird gerade massiv geschädigt. Der Schwerpunkt der medialen Wahrnehmung wird, wenn wir nicht aufpassen, ganz schnell nach Japan oder USA rücken, Spiele in diesen Ligen werden bald attraktiver werden als Spiele der eigenen Ligen. Ähnlich wie bei der NHL oder der NBA.

    Und dann kommen wir auch schon zu unseren zwei bis drei Personen, nämlich Neid, Zwanziger und vielleicht noch Fitschen oder Jones. Diese Personen bestimmen über wohl und wehe der Wahrnehmung des deutschen Frauenfußballs. Das darf nicht sein! Gerade jetzt sehen wir die katastrophalen Auswirkungen davon.
    Wären vorher die Vereine medial gestärkt worden, hätte man den Fokus vor der WM auf den gesamtdeutschen Frauenfußball gelenkt, so hätte man selbst in der Gruppenphase punkt- und torlos ausscheiden können und die langfristige Begeisterung der Zuschauer wäre deutlich leichter gefallen als jetzt.

    Man kann es doch nicht hinnehmen, dass mit einem solchen Kurs der Frauenfußball nur punktuell wahrgenommen wird wie beispielsweise Hockey, immer wenn mal ein Länderspiel stattfindet, man muss doch dafür sorgen, dass gerade so etwas nicht passiert!
    Denn dann wird man nur solange Zuschauer haben, wie der Erfolg stimmt und wird in zehn Jahren wieder zweimal die WM gewinnen müssen, um auf dem Stand der Wahrnehmung von heute zu sein!

    Jetzt ist es doch einmal an der Zeit, Klartext zu reden, auch wenn es wehtut, auch wenn dabei vielleicht Unschuldige getroffen werden.
    Diese Schönrednerei, die hier immer stattfindet, dieses bedingungslose Konsumieren der immergleichen populistischen Floskeln, das führt zu nix.

    Wenn man echter Fan ist, dann wird man nicht einfach nur dabei sitzen und zusehen, wie die Nationalmannschaft zugrunde geht, sondern dann versucht man einerseits wirklich absolut alles zu tun, was in der persönlichen Macht steht, um Frauenfußball medientechnisch aufgewertet wird, aber man muss dann auch die anderen verpflichten.
    Und im Moment sehe ich in der FF-Abteilung beim DFB nicht eine einzige Person, die sich ihrer Verantwortung bewusst ist und die weiß, dass auch das Amt einer Nationaltrainerin beispielsweise Arbeit, echte Knochenarbeit verlangt!
    Das wird man doch mal fordern dürfen, dass die Herren und Damen ihren Job richtig ausführen!

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  • karl sagt:

    @sheldon: Du schreibst ‚Weiß einer, wer die Copa Libertadores gewonnen hat, welche einzelnen Spieler? Bei der CL wissen das alle weltweit. ‚ .
    Also ich hab weder ne Ahnung wer die CL gewonnen hat und wie die Spieler heissen weis ich schon garnicht, und die Copa Libertadores auch nicht. Ich interresiere mich nicht besonders fuer Maennerfussball (ausser bei welt und europameisterschaften) und fuer Vereinsfussball schon garnicht. Beim Frauenfussball ist das etwas anders , aber auch hier finde ich vorwiegend die Nationalmannschaft interresant , no matter what ( ob sie nun Weltmeister werden oder im Viertelfinale rausfliegen) . Natuerlich hab ich da auch schon meine Lieblingsmannschaften (USA Deutschland Frankreich England Schottland Norwegen(haengt ein bisschen mit meinen Arbeitsorten zusammen)) und Mannschaften die ich nicht so mag , wie etwa Brasilien. Aber seit einiger Zeit verfolge ich schon auch den Vereins FF und weis sogar wer da der letzte CL Sieger war und ich koennt da auch ein paar Spielerinnen benennen, sogar von der Mannschaft die das Finale verlorn hat, aber nochmal – ich kenn keinen einzigen Verein oder Spieler vom Maenner CL Finale, das kann ich beschwoeren.

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  • Sheldon sagt:

    @karl: Ich meine ja auch den normalen Männerfußballfan.

    Ich habe den Männerfußball mit dem Frauenfußball verglichen. Ist klar, dass das auch Leute wie dich nicht zutrifft, dennoch würde ich zu 100% wetten (solltest du nicht ganz hinterm Mond sein), dass du Mannschaften wie Barca, Real, ManU, Milan oder Porto kennst und wenigstens die Mannschaft, die letztes Jahr die CL gewonnen hat: Messi, Villa, Iniesta, Xavi etc.

    Doch im FF kennst der durchschnittliche Fan nicht die CL- oder UEFA-Cup-Sieger, er weiß vielleicht noch, dass Potsdam die CL gewonnen hat.

    Doch selbst ich bin jetzt soweit, dass ich, wenn ich es mal irgendwie einrichten kann, per Internet irgendwo lieber Japan oder die japanische Liga im Fernsehen schaue als ein Länderspiel der deutschen Mannschaft im FF. Und sollte es vom DFB kein positives Signal des Respekts und der Anerkennung geben, dann sind sehr viele gute Spielerinnen ganz schnell weg, in Japan, Schweden oder USA.

    Und dann wars das größstenteils mit dem guten deutschen FF!

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  • karl sagt:

    Selbst wenn einige gute Spielerinnen ins Ausland verschwinden werden noch genug hier sein fuer eine Konkurenzfaehige Nationalmannschaft.Und auch wenn gute Spielerinnen nach Japan, schweden oder in die USA gehn koennen die doch trotzdem in der deutschen Nationalmannschaft spielen solange sie die deutsche staatsbuergerschaft behalten.

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  • Sheldon sagt:

    Das schon. Aber sage mir, wieviele Leute interessieren sich hierzulande wirklich für Basketball, wieviel für Eishockey?
    Auch in diesen Sportarten haben wir einige gute Spieler. Doch wirklich interessieren tut man sich beim Basketball nur wegen Überspieler Nowitzki, ansonsten gar nicht.
    Ich sag dir: Wenn Deutschland ein paar Jahre nix mehr gewinnt und danach sieht es aus, werden viele Spielerinnen ins Ausland wechseln und hier in Deutschland wird sich keine Sau mehr für Frauenfußball interessieren!

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  • karl sagt:

    Vom Basketball hab ich keine Ahnung, das war mir immer irgendwie zu langweilig , aber Hockey ist doch ziemlich populaer auch wenn die Deutsche Nationalmannschaft da unter ferner liefen spielt und selten mal uebers Viertelfinale hinauskommt(kommt bei mir gleich nach Frauenfussball). Naja und wenn die N11 ein paar Jahre nix mehr gewinnt isses auch nicht schlimm, was hat Schweden denn schon gross gewonnen und die haben doch wohl auch ne ordentliche Liga. In den letzten Jahren waren wir halt etwas verwoehnt, jetzt gehts wieder zurueck zur Normalitaet.
    Und Vielleicht wars ja nur ein einmaliger Ausrutscher wegen Inka Grings – immer wenn sie dabei ist ist im WM Viertelfinale schluss (1999 und 2011) – bei der naechsten WM wird sie wohl nicht mehr dabei sein , es gibt also Hoffnung 🙂 🙂

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  • Sheldon sagt:

    Die Eishockey-N11 war nur einmal populär, weil die N11 ne Heim-WM gehabt hat. Damals war AufSchalke und die N11 hat danach ne fantastische WM gespielt.
    Diese WM war schon fast gar nix mehr los oder weiß jemand, wo die Natio dieses Jahr gelandet ist?
    Oder, eine beliebte Fangfrage: Wie heißt der letzte deutsche Stanley Cup-Sieger?

    Weiß kein Schwein, vielleicht 10000 Deutsche überhaupt nur.

    Der Basketball hat sich besser verkauft, da kennt man Nowitzki. Aber frag mal die Leute, wer dieses Jahr Deutscher Meister geworden ist.

    Bei Schweden sieht das anders aus, die haben vielleicht so ne Liga wie mittlerweile Dänemark oder Italien. Im letzten Jahr nicht mal mehr eine Mannschaft im Halbfinale.
    Wollen wir in Deutschland ähnlich enden? Zum Vergleich, der Zuschauerdurchschnitt bei der WM in Schweden 1995 lag bei unterirdischen 4.316, wohl gemerkt, bei einer WM!

    Ich stehe für kontinuierlichen, qualifizierten Vereinsfußball! Oder, wie sagt Schröder so treffend: Kein Ei ohne Henne!
    Wenn es keinen starken Vereinsfußball in Deutschland gibt, dann gibt es auch keinen guten Nachwuchs. Wenn es diesen nicht gibt, gibt es auch keine gute Nationalmannschaft. Gibt es diese nicht, gibt es auch keine Fans mehr! So einfach funktioniert das!

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  • Andreas sagt:

    @sheldon: Ganz richtig mit der Nachwuchsarbeit. Die Vereine müssen da ran. Warum ist die Männer-N11 momentan so erfolgreich, doch nur, weil fast alle großen Vereine mittlerweile eine systematische Nachwuchsarbeit betreiben, so dass ständig herausragende Talente nachkommen. Ich bin da aber auch beim Frauenfussball optimistisch, da immer mehr Mädchen mit dem Fußball spielen beginnen. Deutschland wird m.M.n. seine Spitzenstellung auch in der Zukunft behalten, wenn auch mehr andere Nationen oben mitmischen. Da war 2011 eher ein Betriebsunfall, wenn auch ein ärgerlicher. Talente sind doch genug vorhanden.

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