EM-Quali: DFB-Elf will ersten Dreier einfahren

Von am 17. September 2011 – 9.10 Uhr 23 Kommentare

Unter der neuen Kapitänin Nadine Angerer will die deutsche Frauenfußball-Nationalelf heute in Augsburg seine Fans versöhnen, wenn es zum Start in die Qualifikation zur EM 2013 gegen die Schweiz (ab 15.45 Uhr live in der ARD) geht. Doch die Tickets waren im Vorverkauf Ladenhüter.

Nicht viel mehr als 5 000 Tickets wurden im Vorfeld der Partie abgesetzt, „kurzfristig werden sicher noch Fans kommen“, hofft Managerin Doris Fitschen. Die Anstoßzeit und Live-Übertragung der Partie in Konkurrenz zur Männer-Bundesliga und zahlreichen Amateurligen verspricht zudem nicht gerade hohe Einschaltquoten.

Mini-Umbruch in der DFB-Elf
Dabei ist die sportliche Wertigkeit nicht zu unterschätzen, denn für die DFB-Elf geht es darum, den Grundstein für eine erfolgreiche EM-Qualifikation zu legen. Nach den Rücktritten von Birgit Prinz, Ariane Hingst und Kerstin Garefrekes befindet sich das Team von Bundestrainerin Silvia Neid in einem Mini-Umbruch.

Anzeige
Inka Grings

Inka Grings (re.) und Neu-Kapitänin Nadine hoffen auf einen erfolgreichen EM-Quali-Auftakt © Nora Kruse /FF-Archiv

Kein Team mehr für Titel?
Neid erklärt: „Unsere Mannschaft wird auf jeden Fall ein anderes Gesicht bekommen. Eine Kerstin Garefrekes wird uns sicher fehlen. Ich glaube aber, dass wir relativ schnell wieder dahin kommen, dass wir gute Leistungen abrufen können.“ Bis zur EM-Endrunde 2013 soll eine schlagkräftige Einheit geformt werden, die um den Titel mitspielen kann. „Im Moment ist doch ganz klar Schweden Favorit und Frankreich. Wir nicht“, schraubt Neid die Erwartungen herunter.

Wundertüte Schweiz
Die Schweiz deutete in der WM-Qualifikation an, an einem guten Tag ein unbequemer Gegner sein zu können, wie etwa beim überraschenden 3:1-Auswärtssieg in Dänemark in den Play-offs, kassiert aber in Testspielen auch gerne einmal hohe Niederlagen, wie in diesem Jahr gegen die Niederlande oder Schottland. Die Schweizerinnen gehen als großer Außenseiter in die Partie gehen und haben nichts zu verlieren. Trainerin Béatrice von Siebenthal meint: „Für uns geht es nur um Platz 2 in der Gruppe.“

Jetzt lesen
U20-WM: DFB-Frauen vorzeitig im Viertelfinale

Ehrgeizige Crnogorcevic
Stürmerin Ana Maria Crnogorcevic spricht hingegen von „Platz 2 als Minimalziel“. Sie ist von der Stärke der deutschen Mannschaft allerdings weiterhin überzeugt: „Auch wenn einige Spielerinnen zurückgetreten sind, ist das Gerüst der DFB-Elf erhalten geblieben, das wird eine gute Mannschaft sein.“

Schlagwörter: ,

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

23 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    @Detlef: Die Tatsachen um die deutsche IV leugne ich auch nicht. Doch Crno hat den Ball von einer Position aus gespielt, wo Schmidt hätte stehen müssen, da sie dort aber nicht war, konnte Crno auf links ausweichen, beide IVs auf sich ziehen und den Ball zwischen ihnen hindurchpassen.

    Ich habe ja auch nirgendwo behauptet, dass Bianca die Hauptschuld trifft. Doch Fakt ist, dass der Fehler schon vor dem ersten Punkt passierte: Schmidt stand 10-12 Meter von Crno weg, viel zu weit.

    Damit wird ein Problem ganz deutlich: Wenn ich als AV mit nach vorne gehe, trage ich auch die Verantwortung mit, wenns hinten beim Konter brennt.
    Ansonsten muss sich die Defensive verschieben, indem die DMs in die Innenverteidigung rücken und die IVs zur Seite, damit die defensive Stabilität gewährleistet wird.
    Ist dieses aber nicht möglich oder nicht gegeben, trage ich als AV das Risiko, wenn ich nach vorne gehe, in den schnellen Konter zu laufen und hinter mir eine Lücke zu reißen.

    Das grundlegende Problem ist aber, dass Schmidt bei Ballannahme auf der linken Seite von Crno, also auf ihrer Seite (von deutscher Seite aus rechts) immer noch 7-8 Meter von ihr entfernt steht. Das ist nunmal einfach zu weit entfernt. Gerade, wenn du weißt, wer da bei dir sonst noch in der Abwehr steht!

    (0)
  • waiiy sagt:

    Nun muss ich auch noch einmal meinen Senf dazugeben:

    Ich selbst habe Bianca Schmidt auch nicht negativ gesehen. Die Szenen, in denen sie zu spät kam, hat sie in der Mitte ausgeholfen. Das kann man ihr kaum ankreiden, da wohl in ihren Aufgaben nicht enthalten war, auch Krahn und Bartusiak zu ersetzen. In der Innenverteidigung haben wir ein echtes Problem. Diese Beiden sollten eigentlich mittlerweile eingespielt sein und sich aufeinander verlassen können. Aber irgendwie können Sie es nicht. Meiner Meinung sollte man Babett Peter endlich in die Mitte nehmen, ihr die Binde geben und um sie herum Goeßling/Henning innen und außen Kemme und Schmidt formieren. Dann brauchen wir uns trotz Angerer kaum noch Sorgen hinten zu machen.

    Vorn sah ich Bajramaj sehr positiv. Klar, wer viel macht, macht auch viele Fehler. Aber endlich durfte sie mal von Anfang an zeigen, dass sie durchaus in der Mitte das Spiel machen kann. Von ihr kamen viele Impulse. Ja, sieh hätte auch 2 Tore mehr machen können. Aber auch viele andere machen nicht 100% ihrer Chancen rein.

    In dem Zusammenhang will ich auch die Leistung von Alexandra Popp relativieren. Klar, sie fand im Spiel mit Ball kaum statt, schaffte aber für Bajramaj immer wieder die Lücken, die diese nutzte, um bis zum Tor zu ziehen. Ich denke, das braucht ein paar Spiele und Trainingseinheiten, damit vorn die Laufwege und Passspiele an die richtigen Stellen kommen, da wir so eien Spielgestalterin bisher nicht hatten. Da kann es für eine Stürmerin schon eng werden mit dem Platz.

    Das Gleiche würde übrigens auch für Inka Grings gelten, die man vor genauso einsetzen kann und eingesetzt werden sollte. Man sollte nie nur auf eine Stürmerin setzen.

    Aber immerhin freue ich mich, dass Bajramaj nun endlich für Deutschland in der Mitte spielen durfte. Da kann noch viel passieren.

    waiiy

    (0)
  • ballander sagt:

    genau: babett als abwehrchefin in die mitte wie bei turbine und dann ist ruhe im karton.

    (0)