EM-Quali: DFB-Elf startet mit Sieg

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Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft ist in Augsburg mit einem klaren Sieg gegen die Schweiz in die EM-Qualifikation gestartet, ließ aber spielerisch in einer durchschnittlichen Partie gegen harmlose Schweizerinnen zu wünschen übrig.

Vor enttäuschenden 6 632 Zuschauern in der SGL-Arena kam die DFB-Elf zu einem 4:1 (1:0)-Sieg. Fatmire Bajramaj traf zur Halbzeitführung (32.) und erhöhte nach einem Konter zum 2:0 (65.), ehe Ramona Bachmann für den Schweizer Ehrentreffer sorgte (68.). Doch Linda Bresonik per Kopf (73.) und die eingewechselte Martina Müller (79.) sorgten für klare Verhältnisse.

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Die DFB-Elf begann mit Bresonik im offensiven rechten Mittelfeld sowie Alexandra Popp als einziger Sturmspitze, Inka Grings saß wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel nur auf der Bank.

Erste Chancen
Die deutsche Mannschaft hatte von Beginn an mehr Spielanteile, Bajramaj mit einem Heber aus 18 Metern (8.) und Melanie Behringer, deren Schussversuch auf der Linie geklärt wurde (14.), hatten bereits in der Anfangsviertelstunde gute Torchancen.

Deutsche Drangperiode
Aus zentraler Position vergab Bajramaj die größte Möglichkeit, ihr Schuss landete in den Armen von Torhüterin Marisa Brunner (24.). Doch die deutschen Spielerinnen drückten nun aufs Tempo, die italienische Schiedsrichterin Silvia Tea Spinelli verwehrte der DFB-Elf nach einem Fehler und anschließenden Foul von Caroline Abbé an Bajramaj einen Elfmeter, denn Abbé traf beim Versuch den Ball zu treffen nur die Spielerin (27.).

Fatmire Bajramaj
Fatmire Bajramaj (li.) war zweifache Torschützin gegen die Schweiz © Nora Kruse / ff-archiv.de

Führung durch Bajramaj
Nach einer halben Stunde hatte Bajramaj nach Vorarbeit von Bresonik noch Pech, das ihr Schuss aus fünf Metern übers Tor ging, doch zwei Minuten später machte es die Neu-Frankfurterin besser, als sie nach Vorarbeit von Behringer und vorausgegangenem Fehler von Rahel Graf den Ball im Netz unterbrachte (32.). Popp hatte vor der Pause die Chance, die Führung in einer durchschnittlichen ersten Halbzeit auszubauen, verzog aber aus 15 Metern (45.).

Bajramaj trifft erneut
In der zweiten Halbzeit flachte die Partie ab, ein Bresonik-Schuss aus rund 20 Metern war die erste gute Möglichkeit (59.). Einen schnellen Konter über Popp und Behringer schloss Bajramaj mit einem Drehschuss aus sechs Metern ab (65.). Doch die Schweiz machte es noch einmal spannend, Ramona Bachmann gelang nach einem deutschen Ballverlust im Mittelfeld und schöner Vorarbeit von Ana Maria Crnogorcevic der Anschlusstreffer (68.).

Klare Verhältnisse
Aber die DFB-Elf fand eine schnelle Antwort, eine Flanke von Lena Goeßling drückte Bresonik per Kopf ins Netz (73.) und stellte den alten Zwei-Tore-Abstand wieder her. Die eingewechselte Martina Müller sorgte bei einem Konter über die linke Seite für die endgültige Entscheidung (79.), auch in der Schlussphase mangelte es der DFB-Elf an der Chancenverwertung, so dass es beim 4:1-Sieg blieb.

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Sheldon
Sheldon

Mal meine Noten zum Spiel: Angerer: 4 – Sehr viele heikle Aktionen, die auch mal ins Auge gehen hätten können, wurde ansonsten nicht gefordert, außer von den eigenen Leuten Schmidt: 4 – In der 1.HZ sehr schlecht gegen Bachmann, wurde immer wieder überlaufen und verlor viele Zweikämpfe. In der zweiten Halbzeit besser und souveräner Krahn: 4 – kein Spielaufbau, sah beim Gegentor nicht gut aus, forderte Angerer eins, zweimal heraus. Bartusiak: 4,5 – noch schwächer als ihr Pendant, wackelte sehr stark und hat Glück, dass aus ihren riskanten Zuspielen kaum eine Torchance entstand. Peter: 3 – noch die beste Spielerin… Weiterlesen »

P.Enalty
P.Enalty

@Sheldon: Dem Großteil deiner Noten kann ich nur absolut zustimmen, Simone Laudehr sah ich aber lange nicht so stark wie du. Ich hätte ihr und Lena Goeßling eine 3,5 oder 4 gegeben. Generell fand ich den Auftritt unserer Defensive mal wieder alles andere als überzeugend. Bartusiak hatte (wie in so ziemlich jedem Spiel) mal wieder ihre ein, zwei kapitalen Aussetzer. Leider war auch Bianca Schmidt, nach zuletzt wirklich guten Leistungen in Potsdam, immer wieder ein Unsicherheitsfaktor. Was ich aber auch nicht verstehen kann ist, dass Frau Neid erst so spät gewechselt hat. Gerade Alexandra Popp hatte heute nicht ihren besten… Weiterlesen »

Striker
Striker

Ich würde nicht mal sagen „harmlose Schweizer“. Wann immer die den Ball nach vorne bekommen haben, wackelte es auch dank einer sehr guten Bachmann (die Noten von Sheldon würde ich fast komplett so unterschreiben, nur Crnogorcevic habe ich jetzt nicht so ’stark‘ gesehen). Die Schweiz war taktisch desolat – man kann ja ein, zweimal überlaufen werden, aber irgendwann darf man das auch merken, sich darauf einstellen und die Räume dicht machen anstatt sich 90 Minuten im immer gleichen Strickmuster veräppeln zu lassen. Im Einzelnen sind die Schweizer Spieler gar nicht so schlecht, aber als Teamleistung war das gar nichts.

Ulf
Ulf

„muskuläre Probleme“ ? ach was, „humiliation“ ! Wieso muß ich das schon wieder anbringen ? Hat es jemandem die Sprache verschlagen ?

laasee
laasee

@Ulf

Why do you hate Inka?

Bobbele
Bobbele

Die deutsche Mannschaft wirkte zu Beginn ein wenig arg gehemmt. Vielleicht war die verkorkste WM noch in den Köpfen… Bajramaj schien tatsächlich bemüht, ihre schwache Leistung bei der WM vergessen zu machen. Auch wenn nicht alles klappte, war sie heute die entscheidende Spielerin auf dem Platz (@shelden: Note 1 ist aber ne Spur zu übertrieben, ne gute 2+ hätt’s auch getan). Popp hat mich dagegen einmal mehr enttäuscht, sie stand fast völlig neben sich. Neben Bartusiak für mich die schlechsteste deutsche Akteurin auf dem Feld heute. Man hätte Müller sicher auch schon zur Halbzeit einwechseln dürfen – kaum im Spiel,… Weiterlesen »

Sheldon
Sheldon

@P.Enalty: Gut, Laudehr hat recht unauffällig gespielt, dafür hat sie ihre Position gehalten und ihre Pässe zu Bajramaj kamen wenigstens an. Sie ist auch ein, zwei Male mit nach vorne gegangen, wo sie in diesem Spielsystem eigentlich auch hingehört (dafür Bresonik ins DM). Außerdem musste sie während der WM ziemlich unter meinen Schelten leiden, daher wollte ich sie heute mal für einige Dinge belohnen, die sehr wichtig sind auf der Position und die sie heute im Gegensatz zur WM besser gemacht hat. Allgemein würde ich aber auch deine Einschätzung unterschreiben. @Striker: Crno kam in der zweiten Halbzeit sehr stark, gab… Weiterlesen »

ballander
ballander

warum hat grings eigentlich gefehlt? gab es dazu ne erklärung von frau neid? das ist irgendwie an mir vorbeigegangen.

ballander
ballander

ah danke! wie konnte ich das übersehen? hab mich nur gewundert, weil es in der moderation im tv kein thema war. oder habe ich da auch nicht richtig hingehört und/oder hingesehen? inka schont sich eben für die schweizer. man muss ja prioritäten setzen 😉

Striker
Striker

@Sheldon: Grings hat in ein paar Wochen in der Schweiz nicht das Fußballspielen verlernt, sie ist definitiv noch eine Topstürmerin. Genauso sicher wird sie das Niveau dort nicht halten können. Drei der Schweizer Spieler aus der Startaufstellung spielen noch in der Schweiz, dazu eine der eingewechselten Spielerinnen. Die Spieler verlassen alle ihr Land, weil das Level zu niedrig ist. Mehr braucht man zu dem Thema nicht sagen. Zur Schweizer Defensive: die Spieler und die einzelnen Mannschaftsteile standen viel zu weit voneinander weg. Wenn das Mittelfeld nicht defensiv arbeitet und die Spieler passieren lässt, wird es für jede Abwehr hart, die… Weiterlesen »

Paul
Paul

sheldon@ setzt dir mal eine neue Brille auf. Die Schweizer N11 ist eine junge- und sehr gut besetzte Mannschaft. Auch die Mädels können Fu?ball spielen. Jeder Gegner wird unser N11 so einiges abverlangen. Es werden keine einseitigen Spiele mehr (WM hat es gezeigt). SN hat jetzt nicht mehr den Vorlauf, wie vielleicht vor 4 Jahren. Was sie hat,sind sehr gute Leistungssportler und die heiste es so einzustellen das sie jedem Gegner gewachsen sind. Auf dem Weg sind wir. Mit einstellen, mein ich das die Spielerinnen sich blind verstehen (Laufwege),oder mann den Ball nicht umständlich zur Vereinspielerin spielt sondern die Spielerin… Weiterlesen »

kleinschwarz
kleinschwarz

Mich hat das Spiel gestern sehr an die Spiele bei der WM erinnert. Schnelles, überlegtes Spiel nach vorne war nur ansatzweise zu erkennen. Man hat gemerkt, dass die WM noch in den Köpfen der Spielerinnen steckt. Sie haben nicht frisch und frei aufgespielt.

Ich finde den geringen Zuschauerzuspruch nicht sehr überraschend. Er hängt bei der Frauen-Nationalmannschaft stark vom Erfolg ab. Sie sind nun mal bei der Heim-WM im Viertelfinale rausgeflogen. Wenn sie Weltmeister geworden wären, dann wäre das Stadium in Augsburg voll gewesen. Die Nationalmannschaft muss jetzt auch ihr Publikum durch ansprechende Leistungen zurückgewinnen.

P.Enalty
P.Enalty

@Bobbele: Der Termin für das Spiel wurde von der UEFA so festegesetzt. Die Anstoßzeit dürfen die Verbände festlegen. Der DFB muss also mit den Fernsehsendern, die die Spiele übertragen, (beim gestrigen Spiel war das die ARD)über die Anstoßzeit verhandeln. Beim DFB hatte man die Problematik dieses Spieltages durchaus erkannt und wollte deshalb das Spiel am Abend, am besten zur Prime-Time stattfinden lassen. So weit so gut. Da wir allerdings alle wissen, was für ein fortschrittlicher und auch mutiger Sender das Erste ist, hat man sich bei der ARD stattdessen dafür entschieden, lieber das allseits beliebte Musikantenstadl zu bringen… Zu WM-Zeiten… Weiterlesen »

Frank W.
Frank W.

Die UEFA setzt nur den Rahmentermin fest. Wer und wo gespielt wird machen die Verbände untereinander aus.

sodalith7
sodalith7

Im Vergleich zum Spiel Kanada – USA (lief heute Nacht) kann ich nur festhalten, dass wir immer mehr den Anschluss zu den Top-Mannschaften verlieren … :-/

Sheldon
Sheldon

@Paul: Das einzige, was ich sehe, ist der Fakt, dass wir das einzige Team in der Welt sind, das fußballerisch bei den Frauen auf der Stelle tritt bzw. sich sogar zurückentwickelt. Solche Querschläger, wie Nadine Angerer sie gestern fabrizierte, wären vor 4 Jahren undenkbar gewesen. Die Schweiz haben ein sehr gutes Team, doch sie scheinen das nicht umsetzen zu können. Gerade in Sachen Laufwege und Stellungsspiel war es gestern einfach viel zu einfach, die Mannschaft auszuhebeln. Eins, zwei Doppelpässe und die Abwehr war geschlagen. Außerdem stimmt die Fitness noch nicht, die Abwehrspielerinnen waren einfach zum Teil viel zu langsam. Dagegen… Weiterlesen »

labrys
labrys

Hm, ich weiss nicht, was hier einige von der schweizer Mannschaft erwartet haben. Sie haben sich, meiner Meinung nach, gut geschlagen. Aber man sollte mal die „Namen“ weglassen und mal auf das Alter schauen: Bachmann, Crnogorcevic, Mehmeti, Keller, Kuster und Wälti waren bei der U20 dabei und gehören zu den Stammspielerinnen in der N11… wie sieht das in der deutschen Mannschaft aus? Momentan ist Popp die jüngste, dazu noch Schmidt und KK, danach haben keine Spielerinnen aus dem Jugendbereich eine Stammfunktion, wobei Popp langsam darauf hingeführt wird. Die meisten schweizer Leginärinnen spielen im offensiven Bereich: Dickenmann, Crnogorcevic, Bachmann, Moser und… Weiterlesen »

Sheldon
Sheldon

@labrys: Naja, unser Enthusiasmus vor dem Spiel war auch von dir und CSLini geschürt. Ich habe von der Schweiz wenigstens eine solide Abwehrleistung erwartet. Da kam gar nix. Überzeugt haben mich nur Bachmann und Brunner, selbst Dickenmann hat über weite Strecken fast gar nix angeboten, von Mehmeti und Zumbühl ganz zu schweigen. Ich hatte da doch ein bisschen mehr Gegenwehr erwartet, die aber einzig und allein vom Sturm kam. So heißt die Bilanz aber: Zwei gegen mind. ein Dutzend Torchancen. Für die Lobeshymnen, die hier vorher verbreitet wurden, war das gegen einen sehr, sehr schwachen Gegner Deutschland (der sich vor… Weiterlesen »

laasee
laasee

Inka is still Germanys best player.
You might not like that but it is true.

This time next year you will still be predicting that ‚Grings is history’…….and repeating yourself again the following year.

abschalter
abschalter

Ich war weder mit dem Spiel noch mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Deutlich war: Die WM ist noch nicht vergessen. Ich vermisste Kerstin Garefrekes schmerzlich, da fehlte viel von dem Druck, den sie gebracht hat. Mangelhafte Chancenverwertung ist allerdings ein altes Thema, neu war dieser tadelhafte Tändelei in der Abwehr.
Das Spiel gegen die Schweiz war kein Maßstab für eine Einordnung des deutschen Teams in der Weltklasse, dafür waren die Schweizerinnen, u.a. mit gerade 2 Torchancen zu harmlos.
Schade, dass es so viele Verletzungen im Vorfeld gab.