EM-Quali: DFB-Elf startet mit Sieg

Von am 17. September 2011 – 17.35 Uhr 31 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft ist in Augsburg mit einem klaren Sieg gegen die Schweiz in die EM-Qualifikation gestartet, ließ aber spielerisch in einer durchschnittlichen Partie gegen harmlose Schweizerinnen zu wünschen übrig.

Vor enttäuschenden 6 632 Zuschauern in der SGL-Arena kam die DFB-Elf zu einem 4:1 (1:0)-Sieg. Fatmire Bajramaj traf zur Halbzeitführung (32.) und erhöhte nach einem Konter zum 2:0 (65.), ehe Ramona Bachmann für den Schweizer Ehrentreffer sorgte (68.). Doch Linda Bresonik per Kopf (73.) und die eingewechselte Martina Müller (79.) sorgten für klare Verhältnisse.

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Die DFB-Elf begann mit Bresonik im offensiven rechten Mittelfeld sowie Alexandra Popp als einziger Sturmspitze, Inka Grings saß wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel nur auf der Bank.

Erste Chancen
Die deutsche Mannschaft hatte von Beginn an mehr Spielanteile, Bajramaj mit einem Heber aus 18 Metern (8.) und Melanie Behringer, deren Schussversuch auf der Linie geklärt wurde (14.), hatten bereits in der Anfangsviertelstunde gute Torchancen.

Deutsche Drangperiode
Aus zentraler Position vergab Bajramaj die größte Möglichkeit, ihr Schuss landete in den Armen von Torhüterin Marisa Brunner (24.). Doch die deutschen Spielerinnen drückten nun aufs Tempo, die italienische Schiedsrichterin Silvia Tea Spinelli verwehrte der DFB-Elf nach einem Fehler und anschließenden Foul von Caroline Abbé an Bajramaj einen Elfmeter, denn Abbé traf beim Versuch den Ball zu treffen nur die Spielerin (27.).

Fatmire Bajramaj

Fatmire Bajramaj (li.) war zweifache Torschützin gegen die Schweiz © Nora Kruse / ff-archiv.de

Führung durch Bajramaj
Nach einer halben Stunde hatte Bajramaj nach Vorarbeit von Bresonik noch Pech, das ihr Schuss aus fünf Metern übers Tor ging, doch zwei Minuten später machte es die Neu-Frankfurterin besser, als sie nach Vorarbeit von Behringer und vorausgegangenem Fehler von Rahel Graf den Ball im Netz unterbrachte (32.). Popp hatte vor der Pause die Chance, die Führung in einer durchschnittlichen ersten Halbzeit auszubauen, verzog aber aus 15 Metern (45.).

Bajramaj trifft erneut
In der zweiten Halbzeit flachte die Partie ab, ein Bresonik-Schuss aus rund 20 Metern war die erste gute Möglichkeit (59.). Einen schnellen Konter über Popp und Behringer schloss Bajramaj mit einem Drehschuss aus sechs Metern ab (65.). Doch die Schweiz machte es noch einmal spannend, Ramona Bachmann gelang nach einem deutschen Ballverlust im Mittelfeld und schöner Vorarbeit von Ana Maria Crnogorcevic der Anschlusstreffer (68.).

Klare Verhältnisse
Aber die DFB-Elf fand eine schnelle Antwort, eine Flanke von Lena Goeßling drückte Bresonik per Kopf ins Netz (73.) und stellte den alten Zwei-Tore-Abstand wieder her. Die eingewechselte Martina Müller sorgte bei einem Konter über die linke Seite für die endgültige Entscheidung (79.), auch in der Schlussphase mangelte es der DFB-Elf an der Chancenverwertung, so dass es beim 4:1-Sieg blieb.

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Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

31 Kommentare »

  • laasee sagt:

    Inka is still Germanys best player.
    You might not like that but it is true.

    This time next year you will still be predicting that ‚Grings is history’…….and repeating yourself again the following year.

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  • abschalter sagt:

    Ich war weder mit dem Spiel noch mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Deutlich war: Die WM ist noch nicht vergessen. Ich vermisste Kerstin Garefrekes schmerzlich, da fehlte viel von dem Druck, den sie gebracht hat. Mangelhafte Chancenverwertung ist allerdings ein altes Thema, neu war dieser tadelhafte Tändelei in der Abwehr.
    Das Spiel gegen die Schweiz war kein Maßstab für eine Einordnung des deutschen Teams in der Weltklasse, dafür waren die Schweizerinnen, u.a. mit gerade 2 Torchancen zu harmlos.
    Schade, dass es so viele Verletzungen im Vorfeld gab.

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  • Sheldon sagt:

    @abschalter:

    Was willst du bei der Mannschaft auch anderes erwarten? Bis jetzt habe ich immer noch geglaubt, Neid wolle die richtigen Leute nicht nominieren wegen persönlicher Abneigung, mittlerweile habe ich aber das Gefühl, dass sie gar nicht mehr fähig ist, die Leute und die Fähigkeiten zu erkennen, die das heutige Spiel in der Weltklasse erfordert.
    Sie wählt die Spielerinnen noch nach demselben Muster aus wie Theune-Meyer vor 20 Jahren, nach demselben Muster wie auch Neid ausgewählt wurde.

    Ich muss zugeben, so ein paar Dinge haben sich schon verbessert, aber das lag an der Schwäche des Gegners. Jeder einzige Mannschaftsteil ist eine einzige riesige Baustelle, sogar Angerer entpuppte sich als sehr nervös und wacklig in der ersten HZ. Die deutsche Mannschaft bedarf einer Grundsanierung und sei es nur, um die Gedanken an die WM aus den Köpfen zu bekommen.
    Man hat das Gefühl, bis auf Bajramaj und Behringer hat die Mannschaft noch nichts von der WM verarbeitet! Dadurch, dass sich so gut wie nix verändert hat, ist es derselbe, alte Trott! Frischer Wind Fehlanzeige! Eine Mannschaft, mit der man nur verlieren kann!

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  • Paul sagt:

    Welche Spielerinnen soll den SN auswählen ?
    Der jetzige Kader ist mit Abstand der beste.
    SN kann doch kein U20 aufstellen . In dem jetzigen Team ist
    von Jugend und Erfahrung alles vorhanden.
    Nächste Woche wird die U23 getestet da können sich weiter Spielerinnen empfehlen.
    Popp hatte in der U20 alles, jetzt in der Frauennationalmannschaft bei starken Gegnern konnte sie das noch nicht zeigen .
    Wie glaubt ihr geht es den anderen Küken auf dieser Ebene?
    Wir haben jetz 2 Jahre und die werden auch benötigt um etwas neues aufzubauen. Das geht nicht im ersten Länderspiel nach der WM.

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  • Sheldon sagt:

    @Paul:

    Naja, das stimmt so nicht. Da sehe ich mindestens 4, 5 Spielerinnen von Potsdam, 2 von Bayern, Malinowski von Essen, Leupolz von Freiburg, Ni.Rolser von Bad Neuenahr und selbst Schwab und Elsig weiter vorne.
    Außerdem kannst du ja mit dem aktuellen Kader eigentlich hervorragend aufstellen plus einigen Ergänzungen, die krankheitsbedingt ausfallen, ja sehr gut aufstellen:

    Sarholz/Längert – Schmidt, Peter, Goeßling, Kemme – Odebrecht, Hanebeck/Kulig – Bajramaj, Simic, Mittag – Maroszan

    Odebrecht als Anbindung für die Abwehr, Hanebeck und Simic als Bindeglieder nach vorne, wo Mittag, Bajramaj und Maroszan ständig rotierten.
    Die Mannschaft ist zugegebenermaßen etwas Potsdam/Frankfurt-lastig, normalerweise nicht meine Philosophie, doch im Moment spielt Potsdam hinten überragend und vorne sind einfach zu viele verletzt, auch noch längerfristig!

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  • Paul sagt:

    Was soll das? Die Verletzten Spielerinnen stehen SN nicht zur Verfügung.
    ok Odebrecht hätte ein Chance verdient.
    Für die anderen hat SN zwei jahre zeit.
    Die Spielerinnen benötigen diese Zeit auch. Mit Hut und Wensing erfolgt dieser Umbruch.
    Aber selbst die beiden müssen sich auf der Ebene erst bewähren.
    Es sind keine U19,U20,U23-Turniere mehr.

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  • Michele sagt:

    Ich bin normalerwiese kein großer Bajramaj-Anhänger, aber was sie gestern an Leidenschaft und Kampfkraft geleistet hat, war richtig stark. Ich glaube, die neue Position, passt zu ihr. Was mich aber extrem gestört hat, dass nach dem Spiel wieder nur über sie geredet wurde. Viele kritisieren hier oft Melanie Behringer. Dazu möchte ich jetzt mal was sagen. Sie ist keine Supertechnikerin, aber sie ist so wichtig für das deutsche Spiel. In fast jedem Spiel bereitet sie Tore vor und sucht auch oft den Abschluss. Gestern hätte sie zwar zwei Tore machen müssen, aber sie hat drei Tore vorbereitet. Sie gehört auch in Zukunft zu Neids Stammpersonal.

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  • Sheldon sagt:

    @Michele: Man mag Bajramaj einen schlechten Charakter zurecht oder zu Unrecht vorwerfen, man mag sie als Potsdam-Fan hassen, man mag ihr Verhalten als schäbig bezeichnen. Ich bin selbst Potsdam-Fan und ihr gegenüber natürlich deswegen auch nicht gerade positiv gestimmt. Ebenso auch bei Behringer, als Spielerin für Frankfurt fällt sie auch nicht gerade in die Kategorie „Liebling“ bei mir. Dennoch kann man zu keinem anderen Schluss kommen, als das ihre gestrige Leistung wirklich so war, wie man es von allen erwartete.
    Bei allem Mangel an Sympathie sollten wir nicht vergessen, dass die beiden begnadete Fußballerinnen sind, die nicht umsonst dort stehen, und zwar die einzigen, die ihre Nominierung gestern gerechtfertigt haben.

    @Paul: Ja, du magst recht haben. Vielleicht ist dieser Kader im Moment tatsächlich das Beste, was es im deutschen Fußball mit ein paar kleinen Abstrichen gibt.
    Man muss auch sagen, dass Sylvia Neid mit ein paar Nominierungen Wiedergutmachung betrieben hat, insbesondere bei den Spielerinnen Kemme, Simic und Längert. Das zeigt doch schon eine Menge guten Willen, gleich drei zu nominieren, die auf meiner Liste standen. Allerdings geht mir das noch nicht weit genug.
    Wir hatten jetzt EM-Quali, da kann man natürlich auch nicht 20 neue Spielerinnen nominieren und debütieren lassen. Doch werden auch Freundschaftsspiele kommen, beispielsweise gegen Schweden, wo es einfach an der Zeit wäre, ganz viele junge Spielerinnen einfach mal in die Waagschale zu werfen.
    Gerade in der Defensive kann man mit Wesely, Kemme, Elsig, Prießen, Simon, Schöne experimentieren, im Mittelfeld Maroszan, Simic, Hanebeck alle mal auf den verschiedensten Positionen durchrotieren lassen, dazu vorne mit Mittag, Popp, Malinowski (falls wieder fit), Schwab, Ni.Rolser etc. viele Kombinationen ausprobieren und aufeinander abstimmen.
    Ob das Spiel nun verloren geht oder nicht, schert eh niemanden mehr, aber es gäbe einfach sehr viele Erfahrungsberichte. Man wirft die Spielerinnen einfach mal ins kalte Wasser.

    Allerdings relativiere ich mal meine Kritik an Neid, für diese Situation hat sie ausnahmsweise doch mal sehr besonnen und gut benannt, nur die Aufstellung hat noch nicht gepasst.

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  • Eric sagt:

    Für mich ist es immer wieder unerklärlich, wie B. Peter als für mich beste IV in Deutschland auf der Außenbahn verschenkt wird. Gerade in der IV sehe ich große Probleme, da S. Bartusiak wieder mal ein Unsicherheitsfaktor war und A. Krahn nur eine einfache“ Zerstörerin“ ist, ohne das Spiel von hinten ordentlich eröffnen zu können.

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  • Pit sagt:

    Die Spielweise von A. Krahn ist nicht mehr zeitgemäß! Immer nur als Zerstöhrer auftreten ohne einen vernünftigen Spielaufbau nach vorne ist nicht mehr gefragt. Außer bei S.N.Ich hätte die Krahn auch nicht für die WM nominiert,da sie noch viel zu unbeweglich war und auch heute noch ist.

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  • Sheldon sagt:

    Neid hat es glaub ich einfach noch nicht mitbekommen, dass heute bei der Bewertung des Fußballs im taktisch-technischen Bereiches andere Maßstäbe zu setzen sind. Man hat sich hierzulande einfach an das technisch-taktisch hochwertige Spiel von Dortmund und München, aber auch an das von Barca gewöhnt. Weltklasse, dieses Prädikat verdient man sich nur, wenn man mit diesen Mannschaften mithalten kann.

    Und dazu gehört auch die Umstellung des Spielstils und damit die Besetzung der jeweiligen Positionen mit ganz bestimmten Spielertypen.
    Dies fängt in der IV an und zieht sich bis zum Sturm. Willst du heute mithalten, musst du entweder viele Spielerinnen aussortieren oder umschulen.
    Jede Spielerin muss technisch auf einem sehr hohen Level unterwegs sein, dazu müssen defensiv sehr gute Zweikampfwerte sowie eine hohe Passquote her, offensiv wird Flexibilität und Kreativität gebraucht, um sich möglichst viele Torchancen zu erarbeiten.

    Da stockt es doch gewaltig. Der Sprung, der gerade bei den Männern gemacht wird, ist so enorm groß. Bei den Frauen ziehen die allermeisten Vereine nach, nur Deutschland hat den nächsten, einen sehr entscheidenen Schritt verpasst und muss jetzt ganz stark nacharbeiten, um den Anschluss nicht zu verlieren.

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