Lyon-Spielerinnen wollen DFB-Elf ärgern
Am Dienstag, 5. Juli (20.45 Uhr live in ZDF und Eurosport), geht es in Mönchengladbach zwischen Frankreich und Deutschland um den Sieg in der Gruppe A. Und die Spielerinnen von Champions-League-Sieger Olympique Lyonnais sind sich im Gespräch mit Womensoccer sicher, ein weiteres deutsches Team ärgern zu können.
Gleich zehn von ihnen haben den Sprung in den WM-Kader von Trainer Bruno Bini geschafft. „Ich glaube zwar, dass Deutschland die beste Mannschaft der Welt ist“, so Spielmacherin Camille Abily. „Aber wir haben ein gute Chance und der Sieg mit Lyon gegen Potsdam hat uns eine Menge Selbstvertrauen gegeben“, spielt sie auf den 2:0-Sieg von Olympique Lyonnais gegen den 1. FFC Turbine Potsdam vor einigen Wochen im Champions-League-Finale in London an.
Riesenspaß gegen Deutschland Auch Sonia Bompastor, ihre Teamkollegin in Verein und Nationalmannschaft, ist nach den zwei WM-Siegen in den ersten beiden Spielen gegen Nigeria und Kanada optimistisch, zumal bereits ein Remis zum Gruppensieg reichen würde. „Natürlich wird es schwer, aber auch ein Riesenspaß. Wir wissen, dass wir in einem Spiel jedes Team schlagen können, auch wenn sie natürlich schon eine gute Mannschaft haben“, so die Abwehrspielerin.
WPS-Erfahrung Abily und Bompastor sind auch die beiden französischen Spielerinnen, die in den vergangenen Jahren in der US-Profiliga WPS Erfahrung gesammelt haben. Abily bestritt 18 Spiele für Los Angeles Sol, es folgten 17 Partien für den FC Gold Pride, Bompastor brachte es auf 19 Spiele für Washington Freedom. „Das war für uns eine wichtige Erfahrung“, so Abily. „Vor allem, gegen andere Spielerinnentypen spielen zu müssen.“ Seitdem sieht sie den Fußball mit anderen Augen.
Bompastor: “Kein Geheimfavorit” „Vorher hatten wir immer ein bisschen Angst, aber die Zeiten sind vorbei und der Sieg in der Champions League hat uns zusätzliches Selbstvertrauen gegeben.“ In der WM-Saison zogen es die beiden vor, in der französischen Heimat zu spielen. „Da hat man keine Reisestrapazen und ist jederzeit für Trainingslager verfügbar“, so Abily. Als Geheimfavorit auf den Titel sieht Bompastor ihre Elf nicht.
Kein Druck aus der Heimat „Wir wollen einfach unser Bestes geben, dann werden wir sehen. Aber wir sind sicherlich in einer guten Position, denn von uns erwartet niemand besonders viel.“ Allerdings kann das Team auch nicht gerade auf reichlich WM-Erfahrung bauen. Nur einmal, im Jahr 2003 in den USA, nahm Frankreich bisher an einer Weltmeisterschaft teil, nur noch vier Spielerinnen von damals stehen im aktuellen Kader. „Wir haben aber eine Menge Herz und das werden wir auf dem Platz auch zeigen“, verspricht Bompastor.
Frauenfußball in Frankreich im Aufschwung Mit einem guten Ergebnis gegen Deutschland würde der Frauenfußball im eigenen Land neuen Schwung erhalten. „Es sind schon jetzt mehr Journalisten da, das Sponsoring wird besser und der Frauenfußball gewinnt langsam an Popularität. Ich hoffe, wir können das ganze mit einem Sieg gegen Deutschland noch pushen“, sagt Abily. Dass gleich zehn Spielerinnen von Champions-League-Sieger Olympique Lyonnais im WM-Kader stehen, hält Bompastor für einen Vorteil.
Chemie im Team stimmt „Das ist gut für die Chemie im Team und nach so einer guten Saison kann das nur gut für die Psyche sein.“ Abily sieht in Trainer Bruno Bini den Erfolgsfaktor in ihrem Team. „Ich bin mit ihm schon U19-Europameister geworden. Er ist schon eine Type, ein guter Teammanager und er schafft eine gute Atmosphäre. Und offensiven Spielerinnen lässt er auf dem Rasen alle Freiheiten, die sie brauchen.“
Respekt vor der DFB-Elf Auch Laura Georges freut sich auf das Duell mit den Deutschen. „Das wird schwierig, denn sie haben auf allen Positionen gute Spielerinnen.“ Ein Erfolg gegen Deutschland wäre etwas ganz Besonderes. „Wenn wir Deutschland schlagen, bin in durch. Dann können wir auch die WM verlieren“, erklärt sie im Scherz. „Spaß beiseite, es ist nicht unser Hauptziel, Deutschland zu schlagen, sie sind kein Feind für uns, aber es wäre schon toll, wenn wir gewinnen.“
Deutschland gegen Frankreich, wer gewinnt?