Hope Powell: „Sind zufrieden mit einem Punkt“
Nach der Frauen-WM 2007 in China und der EURO 2009 in Finnland konnte England auch bei der Frauenfußball-WM in Deutschland sein Auftaktspiel nicht gewinnen. Womensoccer fragte nach bei Trainerin Hope Powell.
Womensoccer: Frau Powell, das 1:1 gegen Mexiko ist sicherlich kein Wunschergebnis, oder?
Hope Powell: Haben Sie je bei einer WM mitgespielt? Das ist ein harter Wettbewerb, das Spielniveau ist sehr, sehr hoch, die Anforderungen an das Spiel sind höher als je zuvor, es ist kein leichtes Spiel. Wir sind zufrieden, dass wir einen Punkt geholt haben, es ist schwierig, internationale Spiele zu gewinnen.
Womensoccer: Sie sind also gar kein bisschen unzufrieden?
Powell: Natürlich will man jedes Spiel gewinnen und wir sind enttäuscht, dass uns das nicht gelungen ist. Das Lob geht aber auch an Mexiko, das mit einem wunderschönen Tor zurück ins Spiel gekommen ist, das hat ihnen eine Menge Selbstvertrauen gegeben und uns ein wenig an unseren eigenen Fähigkeiten zweifeln lassen. Trotzdem hatten wir genug Möglichkeiten, das Spiel zu gewinnen. Wir haben sie aber nicht verwertet, in dieser Hinsicht ist es enttäuschend, aber wir haben ja noch zwei andere Spiele.
Womensoccer: Gefällt Ihnen denn das Turnier trotzdem ein bisschen bisher?
Powell: Wir haben zwar erst zwei Spieltage hinter uns, aber man kann wohl schon jetzt sagen, dass es das beste Turnier ist, das es je gab. Ganz einfach, weil sich die Qualität des Spiels weltweit verbessert hat. Die WM mit ihren tollen Zuschauerzahlen ist ein echtes Spektakel, sie hebt den Frauenfußball auf ein neues Niveau. Für uns ist es toll, dass wir zum zweiten Mal hintereinander bei einer WM dabei sind. Wir stecken noch im Lernprozess, wir wollen uns weiterentwickeln und eines Tages zu einer der führenden Nationen im Frauenfußball gehören. Uns ist bewusst, dass wir noch eine Menge Arbeit vor uns haben.
Womensoccer: Was hat sich denn seit der EURO 2009 verändert?
Powell: Ich versuche, den damals eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Wir versuchen uns, mit jedem Spiel ein Stück weit zu verbessern. Insgesamt würde ich sagen, dass die Länder weltweit in den Frauenfußball inzwischen mehr Geld investieren. Ohne Investitionen über einen langen Zeitraum, kann man das Spiel nicht weiterentwickeln. Es geht darum, mehr Mädchen zu ermuntern, Fußball zu spielen, um den Pool an Talenten größer werden zu lassen, denn das wird den Standard erhöhen.
Powell: Wir arbeiten wirklich hart daran, die Wertschätzung für den Frauenfußball in der Öffentlichkeit zu erhöhen und zu vermitteln, dass es attraktiv ist, ein Spiel anzuschauen. Wir haben unsere Liga vom Winter- aufs Sommerformat umgestellt, das ist noch eine ganz neue Sache. Ich denke, dass sich die öffentliche Wahrnehmung verändert und Turniere wie die WM können dabei nur helfen.