Hope Powell: „Sind zufrieden mit einem Punkt“

Von am 28. Juni 2011 – 11.40 Uhr 10 Kommentare

Nach der Frauen-WM 2007 in China und der EURO 2009 in Finnland konnte England auch bei der Frauenfußball-WM in Deutschland sein Auftaktspiel nicht gewinnen. Womensoccer fragte nach bei Trainerin Hope Powell.

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Womensoccer: Frau Powell, das 1:1 gegen Mexiko ist sicherlich kein Wunschergebnis, oder?

Hope Powell: Haben Sie je bei einer WM mitgespielt? Das ist ein harter Wettbewerb, das Spielniveau ist sehr, sehr hoch, die Anforderungen an das Spiel sind höher als je zuvor, es ist kein leichtes Spiel. Wir sind zufrieden, dass wir einen Punkt geholt haben, es ist schwierig, internationale Spiele zu gewinnen.

Womensoccer: Sie sind also gar kein bisschen unzufrieden?

Powell: Natürlich will man jedes Spiel gewinnen und wir sind enttäuscht, dass uns das nicht gelungen ist. Das Lob geht aber auch an Mexiko, das mit einem wunderschönen Tor zurück ins Spiel gekommen ist, das hat ihnen eine Menge Selbstvertrauen gegeben und uns ein wenig an unseren eigenen Fähigkeiten zweifeln lassen. Trotzdem hatten wir genug Möglichkeiten, das Spiel zu gewinnen. Wir haben sie aber nicht verwertet, in dieser Hinsicht ist es enttäuschend, aber wir haben ja noch zwei andere Spiele.

Womensoccer: Gefällt Ihnen denn das Turnier trotzdem ein bisschen bisher?

Powell: Wir haben zwar erst zwei Spieltage hinter uns, aber man kann wohl schon jetzt sagen, dass es das beste Turnier ist, das es je gab. Ganz einfach, weil sich die Qualität des Spiels weltweit verbessert hat. Die WM mit ihren tollen Zuschauerzahlen ist ein echtes Spektakel, sie hebt den Frauenfußball auf ein neues Niveau. Für uns ist es toll, dass wir zum zweiten Mal hintereinander bei einer WM dabei sind. Wir stecken noch im Lernprozess, wir wollen uns weiterentwickeln und eines Tages zu einer der führenden Nationen im Frauenfußball gehören. Uns ist bewusst, dass wir noch eine Menge Arbeit vor uns haben.

Erneut kein Sieg für Hope Powell und ihr Team zum Auftakt © Nora Kruse, ff-archiv.de

Womensoccer: Was hat sich denn seit der EURO 2009 verändert?

Powell: Ich versuche, den damals eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Wir versuchen uns, mit jedem Spiel ein Stück weit zu verbessern. Insgesamt würde ich sagen, dass die Länder weltweit in den Frauenfußball inzwischen mehr Geld investieren. Ohne Investitionen über einen langen Zeitraum, kann man das Spiel nicht weiterentwickeln. Es geht darum, mehr Mädchen zu ermuntern, Fußball zu spielen, um den Pool an Talenten größer werden zu lassen, denn das wird den Standard erhöhen.

Powell: Wir arbeiten wirklich hart daran, die Wertschätzung für den Frauenfußball in der Öffentlichkeit zu erhöhen und zu vermitteln, dass es attraktiv ist, ein Spiel anzuschauen. Wir haben unsere Liga vom Winter- aufs Sommerformat umgestellt, das ist noch eine ganz neue Sache. Ich denke, dass sich die öffentliche Wahrnehmung verändert und Turniere wie die WM können dabei nur helfen.

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Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

10 Kommentare »

  • waiiy sagt:

    Das klingt schon ein wenig bockig, wenn Hope Powell sagt, sie sei zufrieden mit dem Unentschieden iher Mannschaft.

    Das sehen Buchmacher und Medien ein wenig anders. Und auch die Körpersprache sowohl der mexikanischen als auch der englischen Spielerinnen nach dem Spiel sagt etwas anderes.

    waiiy

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  • fribu sagt:

    Die Mannschaft scheint doch seeehr verunsichert zu sein, wenn sich Hope Powell so demonstrativ vor ihre Spielerinnen stellt. Normalerweise habe ich sie in Interviews eigentlich immer als eine Trainerin erlebt, die klar Leistung einfordert und auch mit Kritik nicht spart. Sie scheint also auch eine gute Psychologin zu sein, wenn sie sich jetzt mit öffentlicher Kritik zurückhält…

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  • berggruen1 sagt:

    Ja, und dabei ist bockig noch euphemistisch… Wenn Silvia Neid nach einem Unentschieden antworten würde „Haben Sie schon einmal eine WM gespielt…“, da würden die Wellen hier aber hochschlagen, das hat schon etwas Arrogantes. Man hätte sich ja gewünscht, dass sie benennt, was denn falsch gelaufen ist, denn England galt ja durchaus als Favorit in diesem Spiel.

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  • Freddy sagt:

    Eine gute Psychologin ist Hope Powell meines Erachtens nicht.

    Denn ich verstehe einfach nicht wieso gerade die Engländer immer auf ihren Torhütern rumhacken. Ein Torwart braucht das volle Vertrauen des Trainers und der Mannschaft – wenn Powell dann nach dem Spiel die Torhüterin als die Schuldige darstellt, hilft der das nicht weiter.

    Aber das scheint mir ein allgemein englisches Problem zu sein. Die Schuld bei einer Person zu suchen – der Torwart bietet sich da als Zielscheibe wunderbar an.

    Alex Scott, die den Begleitschutz für Ocampo machte und die Mexikanerin hat schiessen lassen, musste jedenfalls keine Kritik einstecken. Auch die schwache Mannschaftsleistung in der zweiten Halbzeit wurde nicht weiter thematisiert.

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  • laasee sagt:

    Mexico have proved against USA that they are a good team and difficult to beat.
    Japan will also find Mexico a tough nut to crack.

    England had the chances to win but did not take their opportunities.
    Aluko did not have a good game but Powell did not substitute her.
    Strikers need the confidence and support of their coach.

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  • Jan sagt:

    Immerhin trafen 2 Vizekontinentalmeister aufeinander, die beide die USA besiegten. Die Partie der beiden entsprechenden Kontinentalmeister konnte Deutschland vom Ergebnis auch nur knapp für sich entscheiden.

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  • berggruen1 sagt:

    @Jan: Die Kritik geht ja gar nicht an die Mannschaft, die unentschieden gespielt hat, sondern an die erstaunliche Antwort von Frau Powell. Stell Dir vor, Deutschland hätte gegen Kanada unentschieden gespielt und Frau Neid hätte auf die erste Frage das Gleiche geantwortet. Wärst Du da auch so gelassen? Ohne Frage ist Mexiko nicht zu unterschätzen und selbst eine angeblich schlechte Mannschaft muß (Phrasenschwein) erst einmal besiegt werden, dennoch ist diese Antwort schon ziemlich arrogant oder zumindest ignorant.

    @fribu: Es gibt aber doch einen Unterschied zwischen sich vor die Mannschaft stellen und klaren Worten! Hätte sie einfach nur gesagt: „Ja, wir sind sehr enttäuscht, wir hatten uns mehr ausgerechnet und waren Mexiko in weiten Teilen überlegen, aber gerade vor dem Tor haben wir xyz nicht beachtet und damit zugelassen, dass Mexiko wieder ins Spiel kommt, danach haben sie uns das Leben schwer gemacht.“ Das mag zwar fast schon eine Standardantwort sein, aber mir persönlich hätte diese Antwort besser gefallen als gegenzufragen, ob man selber schon einmal eine WM gespielt hat und wie man sich (indirekt) eigentlich erdreisten kann überhaupt so etwas zu fragen. Ich gehe mal davon aus, dass keiner der Interviewer von Womensoccer ein WM-Spiel unterschätzt. Man hat die Mannschaft ja nicht kritisiert, sie musste sich nicht vor ihre Spielerinnen stellen. Die einfachste Antwort wäre sogar gewesen: Nein, kein Wunschergebnis, aber leider haben wir es verpaßt, den Sack mit unseren guten Möglichkeiten zuzumachen. – Das wäre sogar positiv formuliert!

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  • WalesGER sagt:

    erstaunlich, dass heute sowohl hier als auch auf FA.com ( offizielle Englische Seite) Powell ganz anders spricht als gestern direkt nach dem Spiel….und klar Bardsley hat den Bock geschossen aber Brown hätte den Ball noch weniger gehalten und die Mexikanische Torfrau ist beim 1-0 erst garnicht hochgesprungen etc.
    ENGLAND war einfach enttäuscht schlecht, Kelly Smith habe ich das letzte Mal so knfus und schlecht in Arande de Duero beim Wm-Qualifikationsspiel gegen Spanien soooo schlecht gesehen, Anfängerfehler sind ihr passiert..Fay White nach Ihrer Verletzung da hinten spielen zu lassen ohne SPielpraxis -absurd, ALex Scott mit angeschlagenen Knöchel 90min -wieso? ALuko die keinen Ball stoppen kannn und wenn dann jeden zweiten davon vertändelt oder neben,über das Tor semmelt als STURMSPITZE ?? und dann erst in der knapp 70min die erste Auswechselung und ausgerechnet carney statt aluko???? fragen über fragen nicht nur für einen Englandfan!!
    ach ja und die Torhüterinnen haben sich alle einschließlich Angerer beim gegentreffer mit Ansage nicht mit Ruhm bekleckert bisher bei dieser WM 🙁

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  • WalesGER sagt:

    oops..da fehlte der Rest..
    Fazit: Powell’s Aussage kann nur als Schadensbegrenzung angesehen werden und um die eigenen Ansprüche und die von aller Welt ( offensichtlich) als „geheimfavorit“ zu gelten runterzuschrauben.
    Und wenn nicht ne riesensteigerung und ein Wiedergutmachungs-Motivationsspiel gegen die Kiwis, die ebenfalls nicht zu unterschätzen sind und gegen die England beim Queens Peace Cup ziemlich Probleme hatte, dann wars das mit den Englischen Träumen! 🙁

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  • laasee sagt:

    On the FA web-site, Powell says :

    „The goal flew in. You would have expected Bardsley to save that and she is bitterly disappointed.“

    That is an honest appraisal by the coach. Everyone knows that Bardsley should have done better – especially Bardsley herself.

    With regard to the PK, then again we see Powell deflecting the pressure from the team onto herself.

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