Teamporträt Mexiko

Von am 12. Juni 2011 – 12.01 Uhr

Bislang ist die mexikanische Frauenfußball-Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften ein recht unbeschriebenes Blatt. Nur einmal konnte sich das Team qualifizieren, schied 1999 aber sang- und klanglos aus. Das soll diesmal anders sein, und die Entwicklung der vergangenen Jahre stimmt optimistisch.

Als die Weltrangliste 2003 eingeführt wurde, startete Mexiko auf dem 30. Rang, mittlerweile haben sich die Amerikanerinnen auf Platz 22 verbessert – Resultat guter Ergebnisse in den vergangenen Jahren; an der Spitze der Sieg gegen die Vereinigten Staaten bei der CONCACAF-Meisterschaft.

Playoffs aus dem Weg gegangen
Für viele war Mexiko der heiße Kandidat auf die interkontinentalen Playoff-Spiele gegen Italien um den letzten WM-Startplatz. Doch die Mexikanerinnen brauchten diesen Umweg nicht. Mit einem 2:1-Sieg gegen die USA im Halbfinale der CONCACAF-Meisterschaft qualifizierte sich Mexiko direkt und schickte stattdessen überraschend den Weltranglistenersten in die Extra-Runde.

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Vier Jahre zuvor war Mexiko dies nicht gelungen, in den Playoffs traf die Mannschaft auf Japan – und verlor. Bis auf 1999 verpassten die Mexikanerinnen bisher jede Weltmeisterschaft, und bei den damaligen Titelkämpfen schied Mexiko in der Gruppenphase mit drei Niederlagen und einem Torverhältnis von 1:15 aus. Unter anderem unterlag man Deutschland mit 0:6.

Sieg gegen die USA gibt Selbstvertrauen
Doch mittlerweile sind zwölf Jahre vergangen, und der bisher einzige WM-Auftritt ist vergessen. Stattdessen denkt Star-Spielerin Maribel Dominguez, dass die letzten Ergebnisse ihrem Team Auftrieb gegeben haben. „Der Sieg gegen die USA in der WM-Qualifikation war sehr wichtig. Wir haben sehr gut gespielt, und es ist uns gelungen, ihr direktes, technisch und taktisch hochwertiges Spiel zu unterbinden. Dass uns das gegen einen so starken Gegner wie die USA gelungen ist, gibt uns Zuversicht, auch bei der WM weit kommen zu können.“

Mexiko

Die Frauen wollen es der U20 gleich tun und mindestens das Viertelfinale erreichen. © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Zum Auftakt gegen England
In Gruppe B treffen die Mexikanerinnen dabei zum Auftakt am 27. Juni in Wolfsburg auf England. „England kennen wir nicht so gut, ich habe noch nie gegen sie gespielt, aber ich denke, dass ist auch eine ziemlich starke Mannschaft, die einen schnellen, geradlinigen Fußball spielt.“ In der Tat gab es bislang erst ein Duell mit den Engländerinnen – damals gewannen die „Three Lions“ mit 5:0. Doch auch dieses Duell im Rahmen des Algarve Cups 2005 ist lange her und erlaubt kaum Aufschlüsse.

Wiedergutmachung gegen Japan?
Vier Tage später spielen die Mexikanerinnen in Leverkusen gegen Japan, „eine ziemlich starke und schnelle Mannschaft, die sehr gut Fußball spielen kann. Das haben wir damals leider schmerzlich am eigenen Leibe erfahren müssen“, sagt Dominguez und meint die Playoff-Niederlagen vor vier Jahren. Zum Abschluss der Gruppenphase am 5. Juli stehen sich schließlich Mexiko und Neuseeland, „eine sehr disziplinierte Mannschaft“, gegenüber. Das einzige Duell mit den Kiwis entschied Mexiko mit 5:0 für sich

„Wir sind auf einem guten Weg in Mexiko“, denkt Dominguez, und bezieht dabei vor allem die Jugend mit ein. „Wir haben heute verschiedene Auswahlmannschaften; die U20 war bei der WM in Deutschland sehr erfolgreich.“ Vor einem Jahr kam die Mannschaft bis ins Viertelfinale.

Dominguez will Karriere krönen
„Wie jedes andere Team bei der WM auch wollen wir natürlich so weit wie möglich kommen. Erst einmal heißt es natürlich die Vorrunde zu überstehen“, sagt Dominguez, und bereits das ist gegen Japan und England keine leichte Aufgabe. Aber die Mexikanerinnen haben durchaus das Potenzial, eine der Überraschungs-Mannschaften bei dieser WM zu werden.“Natürlich träumen wir von Viertelfinale, Halbfinale und auch Finale und wollen mit harter Arbeit und Leidenschaft dahin kommen. Ich denke schon, dass eine gute WM die Krönung meiner Karriere und wohl auch eine schöne Erinnerung wäre.“

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