US-Profiliga WPS verliert nächstes Team

Von am 28. Mai 2010 – 9.46 Uhr 14 Kommentare

Die US-Profiliga WPS schreibt einmal mehr negative Schlagzeilen. Nach dem Rückzug von Vizemeister Los Angeles Sol Anfang des Jahres schließt jetzt ein weiterer Verein seine Pforten. Zahlreiche Topspielerinnen müssen sich nun einen neuen Verein suchen.

Die Betreibergesellschaft St. Louis Soccer United, unter deren Fittichen auch WPS-Team Saint Louis Athletica betrieben wird, kann das Team aus finanziellen Gründen nicht aufrechterhalten. Die WPS-Saison wird mit nur sieben Teams zu Ende gespielt werden. Der neue Spielplan soll in der kommenden Woche veröffentlicht werden.

WPS-Chefin Antonucci: „Unglückliche Realität des Profisports“
„Es ist unglaublich schwierig, ein Team auf diese Art und Weise mitten in der Saison zu verlieren“, so WPS-Chefin Tonya Antonucci. „Wir haben als Liga zusammen mit unserer Geschäftsführung und dem Verband einige Optionen geprüft, aber die logistischen und finanziellen Hürden waren einfach zu hoch. Das ist ein Rückschlag, aber der Verlust eines Teams gehört zur unglücklichen Realität des Profisports.“

Topstars auf Vereinssuche
Die Verträge der Spielerinnen laufen zum 1. Juni aus, so dass sie sich neuen Vereinen anschließen können. Betroffen sind so bekannte Spielerinnen wie Nationaltorhüterin Hope Solo, die US-Nationalspielerinnen Shannon Boxx, Lori Chalupny und Lindsay Tarpley, aber auch international bekannte Spielerinnen wie die Brasilianerin Daniela, die Schwedin Madelaine Edlund, die Japanerin Aya Miyama oder auch die Engländerinnen Eniola Aluko und Anita Asante.

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Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

14 Kommentare »

  • WalesGER sagt:

    Das traurigste von Allem ist (bzw eigentlich sher viel mehr traurige Aspekte..) aber
    1) dass Die Betreibergesellschaft auf das FRAUEN Team verzichtet, obwohl dies in der WPS und somit der Weltweit einzigen Profiliga spielt.. auf einem guten Mittelfeldplatz steht, die Stürmerin (Aluko) die Torschützinnenliste anführt etc.pp. und das Männerteam, dass noch nicht mal in der MLS (also MajorLeague) spielt und die ganzen Finanziellen Problem im Grunde ausgelöst hat weiterhin behält!! Zeigt doch mal wieder eindeutig wo selbst in den USA die Prioritäten liegen…. und das weiterhin traurige ist, dass die WPS Liga Betreiber jetzt so tun als ob das nunmal die „traurige Realität im Profigeschäft ist“ und selbst keinerlei Alternativen anbieten.
    Und da dachte der Frauenfussballfan, die hätten aus der WUSA Pleite was gelernt???

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  • Markus Juchem sagt:

    Für mich ist das schon eine Art Bankrotterklärung der WPS. Offenbar hat man es nicht geschafft, Mechanismen zu finden, die derartige Kollapse verhindern (dabei wollte man genau das aus der WUSA-Pleite lernen). Für mich ist es mehr als ein bedauerlicher Betriebsunfall, die Glaubwürdigkeit der Liga ist dahin, die Fans werden sich nach und nach zurückziehen, und auch TV-Rechteinhaber werden sich das sicherlich gut überlegen. Hinzu kommt, dass in den USA die Vereine als seelenlose Wirtschaftsgebilde betrachtet werden. Ich wage zu bezweifeln, ob das auf Dauer erfolgsversprechend ist.

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  • laasee sagt:

    Markus I agree with your assessment.

    It was always going to be a problem in trying to manufacture a league based primarily on financial considerations. The organic development of the leagues in Germany and Sweden is the best model of developing FF. In England they have adopted the USA idea of franchise football for the new Summer League and that also will have problems. In Germany the development of the independent clubs (Potsdam, Duisburg, Frankkfurt, Bad Neuenahr etc) illustrates the only sustainable way of FF evolving.

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  • moya sagt:

    Ich finde diese „Ups, kann ja immer mal passieren“-Erklärung auch unmöglich. Das wirkt so unglaublich naiv. Eine Ligaleitung, die sich in Lala-Land rumtreibt, will kein Mensch sehen. Im Moment ziehen sie sich ja darauf zurück, dass die Liga modular aufgebaut ist und der Kollaps eines Vereins keine Kettenreaktion verursacht. Und ich will eigentlich nicht zu dieser self-fulfilling prophecy beitragen, dass damit das ganze Unternehmen vor dem Abgrund steht. Trotzdem ist es unbestreitbar, dass das Ende von Athletica Auswirkungen auf die ganze Liga hat. Jetzt sind wieder 20 Spielerinnen zu vergeben, was dazu führen wird, dass in den anderen Vereinen Leute rausfliegen. Spieltermine fallen aus, Sponsoren weg und die Fans distanzieren sich schonmal, damit die nächste schlechte Nachricht nicht so ans Herz geht.
    Wirklich erbärmlich wird das Bild für die ganze Liga, wenn man sich klar macht, dass das unterklassige Männerteam mit weniger Zuschauer_innen und teureren Spielern weiterexistiert, während der Frauen-Top-Club gekillt wird. Das zeigt die relative Bedeutung der WPS. Und wenn die WPS als Unternehmen so einen Bullshit dann noch nichtmal beim Namen nennt und offensiv dagegen angeht, ist es kein Wunder, wenn der Respekt auch in Zukunft ausbleibt.
    „Defend Your Turf“ sollten sich die Ligaverantwortlichen mal auf die Fahnen schreiben.

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  • SCW sagt:

    Ich hingegen stimme da Markus schon zu mit seiner Vermutung. Meiner Ansicht nach mehr als schade… habe mir in meinem Jahr drüben die ein oder andere Partie (meistens Gold Pride) angesehen und muss sagen, die Stadien waren gut gefüllt und die Spiele jedesmal ein Highlight (im Gegensatz zu den Männerpartien die Beachtung in sämtlichen Sportsendungen erhielten!).
    Aber schon allein die horren den Gehälter (Bsp Marta) haben mich damals zum Nachdenken veranlasst (wie tragbar etc., Sponsorendichte usw)..
    Traurig dass nun alles wohl so langsam aber sicher wieder im ‚Untergrund‘ verschwinden wird (alles andere würde mich überraschen, aber ich lasse mich gern eines besseren belehren).

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  • moya sagt:

    @laasee It may well be that the organic development is the only sustainable one. (Doesn’t the Damallsvenskan have massive financial problems quite regularly though?) Nevertheless, I think the US models has indisputable merits: The WPS has attendance numbers the rest of the women soccer leagues can only dream of and the actual soccer played is far better because resources are more evenly divided. [As an aside, I was very interested to see how the duel USA vs. Germany was going to develop until the World Cup. In my view, a competitive home league could be the key for international success by now and that’s not what we have in Europe.]
    Just speaking for myself as a fan, I am much more invested in the WPS than I am in the Bundesliga even though I live in Germany. I have no connection to the German clubs whatsoever, they don’t even try to create potential for identification. Ridiculous photo shoots in high heels, watching Bajramaj and Mittag on the umpteenth shopping tour, what is that? Compare that to the „Defend Your Turf“ campaign in the WPS. So what if it doesn’t work instantly, at least they realized one good idea.
    And I’m not saying that every WPS match I see is a fantastic performance, but most of the time they are not boring. Out of all the Bundesliga matches I’ve seen the result was clear beforehand in 90% percent of them. If there is no excitement there is no reason to become a fan.

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  • labrys sagt:

    naja gut für die Buli, die Wahrscheinlichkeit, das eine Spielerin in eine Liga wechselt, indem jedes Jahr ein Verein bankrott geht, ist sehr klein 😉

    Aber im ernst. Ich verfolge die WPS, schaue mir jeden Sonntag ein Spiel via Stream an, die Stadien sind immer gut gefüllt. Z.B hat gerade Atlanta, der Neuling in der Liga, ein Stadion für 17 Mio Dollar gebaut (!!!) nur für die WPS und das College Team. Platz haben mehr als 8’000 doch es ist fast immer zu 90% ausgefüllt. Da ist auch die Stimmung gut und die Fans machen Lärm (vorallem ist der Rasen nicht so farbig wie die andern). Da hat man sich was überlegt, leider ist das Team am Schluss der Tabelle….

    Bei Athletica hätte man vielleicht den einen oder anderen „ausländischen“ Star weniger holen sollen, dafür einige junge einsetzten. Das gibts halt in der WPS nicht, was sie von der Buli unterscheidet. Die zweite Mannschaft. Wenn in der Buli einige Spielerinnen verletzt sind oder nicht spielen können, dann kann immer 1-2 aus der zweiten aushelfen. Warum müssen die sich mit so teuren SPielerinne zu decken? Zu verlieren gibt es ja bei der WPS nicht viel. In Deutschland braucht man eine solide Mannschaft, denn sonst gehört man schnell zu den Absteigern, doch das gibt es in der WPS nicht. und was machen nun die Spielerinnen von Athletica? Wohnsitz wechseln, neuen Verein finden (wenn sie noch irgendwo platz haben) umziehen, sich an die neue Umgebung gewöhnen, das neue Team kennen lernen….das alles in 1-2 Wochen.

    Irgendwie erbärmlich, das der Vize und der 2.Platzierte von letzter Saison nicht mehr in der Liga sind… man stelle sich vor, der 1-FFC Frankfurt und der FCR Duisburg würden nicht mehr existieren…. da würde Frauenfussballgeschichte verloren gehen…..

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  • laasee sagt:

    @moya

    I think we are both wanting the same. Damallsvenkan is a good example of how a league should develop. Sure they occassionly have financial problems but they manage to overcome them. They have the best attendance crowds of any league in relation to the population of the country. Most importantly the club structure is solid and has its own roots. WPS was largely based on the financial aspect and their problems originate from that. The Americans have a very good college system and maybe would be better in developing pro soccer from that sporting base.

    The biggest problem that the Bundesliga has is the DFB. The development of the Buli would be far better if the clubs controlled the league and determined their own future. Just one example – the DFB schedule FF games for 11:00 on a Sunday and that quite clearly is not helpful for a professional league. If the DFB were genuinely committed to the success of the Buli then games would be on a Saturday afternoon at the same time as the men. That would show a true committment to equality in football. It is now generally accepted that the mens Bundesliga is overall the best in Europe. So, copying that for FF would be logical and have real benefits.

    As for England?……………….still living behind the moon!!

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  • WalesGER sagt:

    Ich stimme Moya da absolut zu in vielem zumindest 🙂
    Es ist wirklich eine Schande , dass die Erklärung des Obermufti OWNERS also Besitzers einfach so..“ich musste mich entscheiden, welches Team wir weiter behalten und es ist mir schwer gefallen, aber bei dem AC St.Louis ( Männerverein) sehe ich mehr potential!..“ Ja wie… der Männerverein in der Unterliga mit horrenden Gehältern für zweitklassiche Spieler hat doch erst die ganzen Probleme hevorgerufen.Was eine Hope Solo, eine Aluko und eine Miyama zusammen bei Athletica im Jahr verdienen, hat wahrscheinlich eine Männerspieler im Jahr!??
    Wie peinlich ist dass denn???..noch peinlicher ist, dass die WPS Orga also die Liga“macher“ nicht überprüfen, an wen sie denn da die Clubs „verkaufen“ bzw. Lizenzen vergeben..nach dem Kollaps der WUSA wollte man sich Zeit lassen und alles besser machen, jeder Verein musst eine Konzept erstellen, ein 2 Jahres Finanzplan , da ging es auch um Mechandise etc…. und dann, erst LA SOL…(wegen der Finanzkrise hat der Eigentümer Verluste gefahren und um zu sparen, hat man das Team geschrottet…..) und nu Athletica!
    Jetzt schon das Ende der WPS heraufzubeschwören ist zwar etwas zu sehr schwarzseherei, da die Stadien immer noch gut gefüllt sind und die Fans aus der ganzen Welt ihr Geld und ihre Hingabe ( weil eben auch viele Internationale Spielerinnen dort sind) in die WPS stecken…aber ich glaube auch..je nachdem wie die weitere Saison so laufen wird, mit der geänderten Situation, dass insbesondere auch im Hinblick darauf, dass die Macher der WPS nächstes Jahr durch dei FrauenfussballWM ein Immenses Terminproblem haben, und viele Spielerinnen auch nur jeweils Jahresverträge bzw. Zu Beginn der WPS (2009) 2 Jahres (Saisonverträge) abgeschlossen hatten, dass nächste Saison spätestens die WPS durchaus „Geschichte“ sein kann und wird..viele Spielerinnen werden sich es sich sehr gut überlegen, ob SIe nochmal zurück gehen werden!

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  • WalesGER sagt:

    @lassee you really think that would be a good idea playing at the same time as the Mens BL on saturday evening???
    What about TV Broadcast..if the FF League in Germany would be held at the same time…no TV Broadcast ever would be possible…
    Althought I dont like the fact that people are still comparing Womens and Mens Football it is a fact, that most are doing ( unfortunately) so if you try to compete with the Mens Football FF will loose!
    Sunday 11am is actually not a good time- I agree, well all games could be held at 2pm as already done (at some game days)….

    As for England…the FA is the real Problem when it comes to Women’s Football!We’ll see if the superleague will bring the success they are hoping…the problem I see there is that the Procedures to go into the SuperLeague and the prospects theFA has on every club going into that are just a bunch of…….
    They really want the clubs to pay the players and have financial backgrounds but theFA itself is not willing to increase the money for the same clubs on the other hand…

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  • laasee sagt:

    @WalesGER

    I was suggesting the 15:30 time on a Saturday afternoon as a same time schedule for men and FF. There is not a live tv problem with 15:30 games and consequently that time slot is a solely zuschauer. It has the big psychological benefit of placing FF at the same level as the men in the mind of the general public. So, there could be 4 FF Buli games on Saturday at 15:30 and the other 2 could be on Sunday evening and Tuesday evening (Thursday is also an option) for live tv coverage. That would not conflict with the mens live tv coverage. Live tv for FF will happen in due couse – the biggest obstacle at the moment is the ‚cosy attitude‘ of the tv companies and mens football. It is the same in England – their attitude is greed driven and they fear that FF will take a slice of their cash cake. They fail to understand that FF is more than capable of baking its own cake.

    Regarding England……….the English FA are the biggest shits in world football. English football is the cash richest in the entire world but virtually 100% of all the money goes to the men!! The irony of their greed culture is that football in England has the biggest debt problem which they are unable to control. The English FA has historically been hostile to FF. They banned FF even before the DFB did. The new Summer League is franchise based (similar to the WPS) and that in itself suggests that it is doomed to fail.

    The advantage that Germany has is that of the independent clubs. It is the independent clubs that will lead the way for FF.

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  • Winter sagt:

    Die ganze Liga ist ein kommerzieller Witz ohne Substanz. Europa, vielleicht auch Asien und Südamerika werden es dauerhaft besser können. Vereine und Ligen ohne gewachsenes Potential werden dauerhaft keine Chance haben.

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  • Rainer sagt:

    Mich hat es wirklich schockiert, als ich am Freitagmorgen hörte, dass St. Louis schon heute (Sonntag) nicht mehr antreten wird. Es ist nicht nur für die amerikanische WPS ein derber Rückschlag, sondern leider für den Frauenfussball weltweit an sich.
    Wie nun die Einzelheiten ausschauen, weiss ich nicht. In Deutschland wie in Schweden wird viel über den Zusammenhang mit dem teuren Männerteam von St. Louis spekuliert und sicher ist da auch etwas dran.
    Ich glaube, es war Thomas Dennerby, Schwedens Nationaltrainer, der schon letztes Jahr sagte, dass Spielerinnen die Sicherheit, dass eine Liga auch noch nächstes oder übernächstes Jahr existieren werde, nur in Europa hätten.
    Was geschieht jetzt mit den Weltklassespielerinnen bei St. Louis Athletica? Hope Solo, Anita Asante, Eniola Aluoko? Letztere ist Torschützenkönigin der WPS und war schon vergangenes jahr im All-Star-Team. Auf der Webseite heisst es, dass alle Spielerinnen jetzt Free Agents seien und Verträge mit jedem Club abschliessen dürften. Wenn nun stars in bestehende Kader hinzukommen, dann werden sie den Etat der sicher nicht viel besser aufgestellten Franchises (so werden Sportvereine im Jargon genannt) belasten, bestenfalls andere Spielerinnen verdrängen.
    Nach Los Angeles nun St. Louis und Unkenrufe sagen, dass ein drittes Team der Liga in sehr ernsten finanziellen Schwierigkeiten wäre. Die beste Liga der Welt steht vor dem Zusammenbruch.
    Bedeutet für den FF letztlich, dass wohl doch der langsammere europäische Weg gegangen werden muss. Schweden kränkelt ebenfalls ökonomisch, wenngleich man mit Malmö und Göteborg zwei neue Topclubs hat, die sich sportlich sehen lassen können.
    Rein sportlich hat die WPS sehr hohes Niveau, davon könnte man sich heute um Mitternacht wieder überzeugen, wenn via Webcast die Begegnung Washington Freedom – Philadelphia Independence gezeigt wird. Aber was nützt das, wenn die Kassen leer sind.

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  • Mosan sagt:

    Ich denke nicht, dass das Franchise/Vereins Prinzip hier entscheidend ist. Letztlich geht es in allen Fällen (auch hier in D), um die Finanzierung und ausreichendes Marketing. Ich bin nicht davon überzeugt, dass man dem Frauenfußball von Seiten der Medien und Sponsoren richtig einschätzt. Zumindest auf nationaler Ebene ist es schwer vorstellbar, dass 4. Liga Vereine mehr Potential/Anreize erzeugen können. Auch in punkto Zielgruppen scheint man mir noch sehr oberflächliche/altherrgebrachte Schlussfolgerungen zu ziehen. Die Vereine und Verbände selber haben jedoch noch einiges an Arbeit zu leisten, um ihr Produkt auch „bekömmlicher“ zu machen. Dennoch …

    Bzgl. Athletica sieht`s so aus, als ob der gute Jeff Cooper (ehemaliger Besitzer) sich klammheimlich seiner Anteile am dem Gesamtkonstrukt in St. Louis entledigt hat – und zwar scheinbar gegen Ende der letzten Saison. Das kommt erst jetzt ans Tageslicht. Nun stehen die mysteriösen Vaid Brüder (engl. Finanzinvestoren, Fast-Food Fanchisees) im schlechten Licht, obwohl der Zug schon früher abgefahren zu sein scheint. Farce dabei ist, dass Jeff Cooper, angeblich 100-200 Mio$ schwer und Funktionär der NASL, sich trotz der schweren Startbedingungen bei Athletica/WPS ein weiters Team aufgebürdet hat. Cooper hat sich, in der Hoffnung auf ein MLS Team, als grosse Galionsfigur der „fußballverrückten St. Louis Gegend“ dargestellt, nur um mitten in der Aufbauphase (nach einem Jahr!) alle im Regen stehen zu lassen.
    Hinzu kommt ein undurchsichtiges Geschäft mit den Sportanlagen, die zunächst als exellente Einnahmequelle angepriesen wurden und nun ein signifikanter Grund für die finanziellen Belastungen sein sollen. Klingt ein wenig nach zwielichten Immobiliengeschäften für mich.

    Der Männerclub AC St Louis (nicht mal zweitklassig – jeder Regionalligist würde die platt machen) überlebt ja auch nur, weil die Liga (Nasl) einen Bond zur Absicherung hat. Die WPS nicht – zumindest nicht in der Größenordnung. Wahrscheinlich auch besser solange die Liga finanziell derart klamm ist. AC St Louis scheint auch deutlich mehr Personalressourcen bekommen zu haben (Marketing soll bei Athletica auf Minimum gefahren worden sein).

    In sportlicher Hinsicht sind mit L.A. Sol und St. Louis Athletica die dominantesten Teams schon nach einer Saison futsch. Mit L.A. der wohl medienwirksamste Markt und St.Louis gilt zumindest im Jugend- und Amateurbereich als die Fußballregion schlechthin. Schlechte Vorraussetzungen, wenn man in die Zukunft schaut.

    Bisher hat mir die Liga `ne Menge Spass gemacht und ich bin auch überzeugt, dass den Frauenfußball vorranbringt, sollte die WPS sich doch durch diese Hürden durchkämpfen können.

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