Brasilien deklassiert DFB-Elf

Von am 18. August 2008 – 10.27 Uhr 124 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft hat sich mit einer deutlichen 1:4 (1:1)-Niederlage gegen Brasilien sang- und klanglos aus dem Kampf um die olympische Goldmedaille verabschiedet. Dabei hatte Birgit Prinz mit ihrem Treffer zum 1:0 nach zehn Minuten für einen Auftakt nach Maß gesorgt, doch mit fortlaufender Spieldauer mussten die Deutschen die Überlegenheit der Brasilianerinnen anerkennen, die auch in der Höhe verdient gewannen und die Deutschen nach allen Regeln der Kunst auskonterten. Im Liveblogging könnt Ihr noch einmal nachlesen, wie es zur Klatsche kam.

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

124 Kommentare »

  • Max Diderot sagt:

    Bernhard, das habe ich jetzt nicht verstanden. Welche Zügel wird der DFB anziehen? Und ist es nicht ein Widerspruch für sich, strukturell gut aufgestellt zu sein und inhaltlich bestenfalls Magerkost zu bieten?

    Schauen wir uns den heutigen Olympiatag etwas genauer an. Die FAZ benannte ihn als schwarzen Montag. Kaskadenweise sind die deutschen Teams gescheitert. Zweifelsohne stehen die DFB-Damen noch gut da. Aber, noch einmal ein Schwenk zur Kulinaristik, der Volksmund sagt, das Auge esse mit. Übertragen auf die aktuellen Olympia-Darbietungen unserer Damen bedeutet dies, man sollte ein Freund der biederen Hausmannskost sein, um delikates daran zu finden. Raffinesse, Kreation, Würze, Sensibilität, alles nicht vorhanden bei Olympia 2008. Kurz, es war … Maggi!

    Wie gesagt, natürlich wäre ein Medaillengewinn als Erfolg zu bezeichnen. Aber es geht doch um mehr. Pathetisch ausgedrückt: mit dieser summa summarum fußballerischen Biedermeier-Hommage lassen sich doch keine Emotionen wecken. Das erschien mir bestenfalls wie Dienst nach Vorschrift!

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  • Steffen sagt:

    Es tut mir wirklich Leid für die Spielerinnen, nicht nur, dass sie das Finale nicht erreicht haben, sondern vor allem deswegen, weil sie bis jetzt das Olympiagefühl gar nicht kennen gelernt haben.

    Was hat dieses Fußballturnier überhaupt mit Olympia zu tun, wenn nur 4 von 12 Mannschaften das olympische Dorf zu Gesicht bekommen, und dann nur für einen kurzen Augenblick im Gegensatz zu den anderen Sportarten!

    Also warum Sylvia Neid Conny Pohlers nach dem 3:1 nicht eingewechselt hat, versteht kein fußballinteressierter Mensch! Offensichtlich hat sie ein Problem mit Conny Pohlers und das nicht erst seit den Olympischen Spielen. Also hätte sie Conny Pohlers nicht mit nach China nehmen dürfen, um sie erstens nicht noch zu demütigen und was noch wichtiger ist, Deutschland hätte nach dem 3:1 noch eine Stürmerin gehabt, um vielleicht nochmal den Anschlußtreffer zu schaffen, z.B. durch Martina Müller oder Inka Grings, ach nein, Inka Grings geht ja auch nicht, die kann sie auch nicht auf 10 Meter riechen!

    Diesen Fehler kann man und darf man ihr eigentlich nicht verzeihen, wenn man es überhaupt als Fehler sehen kann. Ich würde es eher als Dickköpfigkeit auf Kosten der deutschen Nationalmannschaft sehen! Die anderen Spielerinnen bekommen das ja auch mit. Soll das der richtige Weg sein? Für die Integration von neuen bzw. jüngeren Spielerinnen ist sie keine gute Trainerin! Das es wesentlich besser funktioniert, zeigt uns Pia Sundhage bei US!

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  • Jochen sagt:

    Es kann ja nicht immer und alles klappen, immerhin sind wir die beste europäische Mannschaft!
    Nichtsdestotrotz wäre es schade gewesen, wenn wir mit diesem Rumpelfussball – vergleichbar mit dem der Griechen bei der EM 2006
    noch Olympiasieger geworden wären- auch wenn die Griechen es damals geschafft haben Europameister zu werden.
    Dauernd wurde das ungenaue Passspiel bemängelt: Dann müssen die angespielten Spielerinnen aber auch mal dem Ball ein paar Schritte entgegengehen und nicht darauf warten, das er ihnen „vor
    oder auf die Füsse“ fällt.
    Wenn ich Renate Lingor beobachtet habe-wenn sie den mal im Bild war- befiel mich die Wut. Sobald sie angespielt wurde, war der Ball weg. Sie hat aber wohl keinen Gedanken daran verschwendet nachzusetzen und ihn zurückzuerobern. Kerstin Garefrekes dagegen grätschte im eigenen Strafraum ab!
    Zur Bundestrainerin : Warum wurde nicht zur Halbzeit schon gewechselt? Dann hätten die Einwechselspielerinnen wenigstens noch ins Spiel finden können. Zur Ignoranz gegenüber Conny Pohlers die für Anja Mittag hätte spielen müssen, erübrigt sich jeder Kommentar!

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  • Spocky sagt:

    @ Bernhard

    Hier muss ich Dir voll und ganz zustimmen! Dass nach so einem Spiel auf Mannschaft u. Trainierin „draufgehauen“ wird = ok.
    Aber als erstes sollten wir ja wohl Brasilien zu diesem sehr eindrucksvollen Sieg gratulieren. Das sie nach dem 0:1 noch mal ins Spiel zurückgekommen sind = das verdient den größten Respekt!
    Und in der zweiten Hälfte haben die Mädels vom Zuckerhut voll aufgedreht und doch wunderschöne Tore geschossen!!!
    Klar dazu gehört auch ein Gegner, der das zulässt …! Aber die deutschen Mädels hatten in der zweiten Hälfte überhaupt keine Kraft mehr – und das hat mich ein bißchen „verwundert“?! Klar beim Spielstand von 1:2 wäre ja noch alles drin gewesen – und ich bin doch auch hier sehr verwundert, warum Frau Neid nicht noch eine Stürmerin gebracht hat …? Aber das wird wohl ihr persönliches eheimnis bleiben!
    Also ich wäre mit der Bronze-Medaille hoch zufrieden – aber gegen die wuseligen Japanierinnen müssen wir auch erst einmal bestehen …!
    Eigentlich war mir doch klar, dass das WM-Märchen von 2007 nicht so schnell wieder kommt. Aber ich mache mir keine großen Sorgen um den deutschen Frauenfußball – bei den super Talenten, die wir haben – jetzt ist es nur wichtig ein radikalen „Verjüngungsprozess einzuleiten …!

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