Übersteht das DFB-Bollwerk Brasiliens Angriffswirbel?
Zum zweiten Mal innerhalb von 12 Tagen trifft die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft am Montag (live ab 12 Uhr im Olympiaprogramm des ZDF und im Womensoccer-Liveblogging) auf Brasilien. Zum Auftakt des Turniers gab es für die DFB-Elf gegen Weltfußballerin Marta und ihre Teamkolleginnen ein torloses Remis, doch vor dem Halbfinale in Shanghai werden die Karten neu gemischt.
So muss das Team von Bundestrainerin Silvia Neid auf Linda Bresonik verzichten, eine der besten deutschen Spielerinnen im bisherigen Turnierverlauf. Die Duisburgerin fällt mit einem Außenbandriss im linken Sprunggelenk für mehrere Wochen aus. Für sie wird Babett Peter die verantwortungsvolle Rolle in der linken Innenverteidigung übernehmen.
Peter hoch motiviert „Ich will die Dinge umsetzen, die die Trainerin vorgibt“, so Peter, die im Spiel gegen Schweden ab der 71. Minute ihr Debüt bei einem großen internationalen Turnier gab. „Ich will, dass kein Qualitätsunterschied entsteht“, so die motivierte Spielerin von Turbine Potsdam.
Bei der WM im Vorjahr blieb die DFB-Elf sechs Spiele in Folge ohne Gegentreffer, und auch bei den Olympischen Spielen ist man seit vier Spielen mit der starken Torhüterin Nadine Angerer und viel Glück ohne Gegentreffer geblieben. Doch gegen die Brasilianerinnen dürfte im Halbfinale eine Prüfung der besonderen Art warten. Im ersten Duell machte Marta der deutschen Verteidigung mit ihrer Schnelligkeit bereits schwer zu schaffen, doch Angerer verhinderte mit ihren Paraden das Schlimmste.
Spielerische Steigerung notwendig Durch die gesamte Elf wird noch einmal ein Ruck gehen müssen, denn ohne eine spielerische Steigerung dürfte es schwer werden, gegen die Brasilianerinnen zu bestehen, die sich im Laufe des Turniers immer besser in Form gespielt haben und zuletzt beim 2:1-Sieg gegen Norwegen im Viertelfinale überzeugten. Kerstin Garefrekes und Simone Laudehr, die Torschützinnen aus dem Spiel gegen Schweden, werden sich genauso steigern müssen wie Spielführerin Birgit Prinz, die im bisherigen Turnierverlauf zwar viel Arbeit leistete, in ihren Aktionen aber die frühere Effizienz vermissen lässt.
„Wir sind fit“, glaubt Prinz an einen Vorteil gegenüber den Brasilianerinnen. Große Überraschungen sind nicht zu erwarten. „Beide Mannschaft kennen sich inzwischen sehr gut und wissen, was die jeweils anderen Spielerinnen planen“, so Prinz.
Wo bleibt Pohlers? „Wir müssen die Spielerinnen in Watte packen, damit niemandem mehr etwas passiert“, erklärt Neid, die erneut betonte, für so ein langes Turnier „viel zu wenig“ Spielerinnen im Kader zu haben. Doch Neid leistete sich bisher den Luxus, Topstürmerin Conny Pohlers auf der Bank schmoren zu lassen. Vielleicht kommt die Frankfurterin ja gegen Brasilien zu ihrem ersten Einsatz.
Sieben Tore haben die Brasilianerinnen im bisherigen Turnierverlauf erzielt, gegenüber vier auf deutscher Seite. Brasiliens Topspielerin Marta, die viel Lob für ihre bisherige Vorstellung erntete, verweist auf die Leistung des gesamten Teams. „Alle Stürmerinnen sind schussstark, ich tue einfach, was ich kann. Ohne die Unterstützung meiner Teamkolleginnen könnte ich keine Treffer erzielen.“
An Selbstvertrauen mangelt es den deutschen Spielerinnen trotz der bisher durchwachsenen Leistungen nicht. „Hinten standen wir bisher gut, so müssen wir das beibehalten und nach vorne können wir noch ein bisschen mehr machen“, meint Bayern Münchens Melanie Behringer. „Wenn wir das umsetzen, was wir uns vornehmen, dann denke ich, haben wir gute Chancen, um das Finale zu erreichen.“
Halbfinale Brasilien gegen Deutschland - wie geht es aus?