England und Olympia – ab wann?

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Die drei besten UEFA-Teams bei der Weltmeisterschaft in China werden sich für die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in Peking qualifizieren. Doch ganz so einfach ist es nicht.

Nur vier der fünf UEFA-Teilnehmer an der WM können überhaupt an Olympischen Spielen teilnehmen. Denn Großbritannien, für das die englische Nationalmannschaft einen Startplatz erkämpfen könnte, nimmt seit 1960 nicht mehr an Olympischen Fußballturnieren teil.

Kelly Smith: „WM und Olympia, das wär’s!“ 

Das könnte sich jetzt ändern, geht es nach dem Willen von Kapitänin Kelly Smith und ihren Kolleginnen. „Es wäre doch fantastisch sagen zu können, dass man an Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen teilgenommen hat. Es wäre ein weiteres Zeichen für den Fortschritt im Frauenfußball“, erklärte die 28-Jährige gegenüber der BBC.

Kommen jetzt schon neun Spielerinnen des englischen WM-Aufgebots von Meister, Pokalsieger und UEFA-Cup-Champion Arsenal LFC, dürften sich Smith und Co. in einem britischen Team gemeinsam mit der schottischen Torjägerin Julie Fleeting auf Olympia freuen.

Britisches Olympisches Komitee bringt vor Olympia in London Bewegung in die Sache 

Was ein verdienter Lohn für eine sportlich erarbeitete Olympia-Teilnahme wäre. So hofft auch Smith, dass der englische Fußballverband auf Grund dieser neuen Situation seinen Widerstand aufgibt, hat doch das Britische Olympische Komitee schon angeregt, für die Olympischen Spiele 2012 in London eigene Fußballmannschaften aufstellen zu wollen.

Dafür bräuchten sie sich nicht qualifizieren, wohl aber für Peking 2008. „Wir fahren nicht nach China, um uns abfrühstücken zu lassen. Wir haben immer gesagt, wir wollen die Gruppenphase überstehen, und dann ist alles möglich. Unsere Spielerinnen sind hungrig auf Erfolg“, zeigt sich die Spielführerin optimistisch.

Realistische Chancen auf die Olympia-Qualifikation 

Tatsächlich sind Smith‘ Gedankenspiele keinesfalls abwegig. Dänemark präsentierte sich zuletzt in Magdeburg gegen die deutsche Mannschaft alles andere als WM-reif und muss in seiner Gruppe von Brasilien, China und Neuseeland zwei Teams auf die Plätze verweisen, um in die KO-Runde vorzustoßen.

Norwegen und Deutschland sollten den Einzug ins Viertelfinale schaffen. Doch Schweden steht in Anbetracht der großen Verletztenmisere vor einer kniffligen Aufgabe, will es Nordkorea und Nigeria – die USA dürften uneinholbar sein – hinter sich lassen.

Mindestens das Viertelfinale ist drin für die Engländerinnen (siehe Analyse Gruppe A). Dann wäre die Situation eingetreten, dass ein sportlich gesicherter Startplatz nicht wahrgenommen werden könnte. Zumindest hoffen, dass der englische Fußballverband sich dann schon früher erweichen lässt, werden Smith und Co. bestimmt.

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Letzte Aktualisierung am 11.12.2019 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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ChristianDetlefRainerMarkus Juchem Neueste Kommentartoren
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Christian
Christian

Emma Byrne in diesem Zusammenhang zu nennen ist wohl etwas unpassend, gehört doch die Republik Irland nicht zum Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland. 😉

Markus Juchem
Markus Juchem

Vielen Dank für den Hinweis, hab’s korrigiert.

Rainer
Rainer

Schon als Jugendlicher wunderte ich mich darüber, dass Grossbritannien mit vier Nationalmannschaften bei Fussballturnieren auftreten durfte, bei Olympia hingegen nur mit einem Team in allen Sportarten. Sicher haben Schottland, Nordirland, Wales und England eigene Ligen, aber sie repräsentieren letztlich doch einen Staat. Das ist natürlich ein heisses Eisen und würde auf der Insel zu Stürmen der Entrüstung führen, wenn man ernsthaft versuchen würde, dieses überkommene, jahrzehntelang ausgeübte Privileg abzuschaffen. Aber ich fände es nur folgerichtig, wenn das diskutiert würde. Also gerne eine „gemischte“ Mannschaft bei Olympia, aber dann auch eine ebensolche bei EM- und WM-Qualifikation und in den europäischen Vereinswettbewerben.… Weiterlesen »

Detlef
Detlef

Die Sache mit den Mannschaften aus UK, macht auch mir bis heute Kopfzerbrechen!!! Es zeigt, dass sowohl in der UEFA, als auch in der FIFA, die alten Zöpfe noch nicht abgeschnitten sind!!!
Deutschland könnte hier als gutes Beispiel gelten!!!
Früher waren es zwei Staaten, und auch zwei Nationalmannschaften!!!
Nach der Wiedervereinigung gab es nur noch einen Staat!!!
Damit gab es auch nur noch eine Nationalmannschaft!!!
Zur Abwechslung kann man also auch mal was von Deutschland lernen!!!

Christian
Christian

Du nennst es alte Zöpfe, Detlef, ich nenne es Tradition. Als der englische und der schottische Fußballverband gegründet wurden, da gab es übrigens auch schon ein Vereinigtes Königreich. Man muß nicht alles gleichmachen! Insbesondere die Länderkämpfe zwischen Schottland und England sind bei den Männern etwas ganz besonderes! Ich habe jedenfalls kein Problem damit, daß es vier britische Fußballverbände gibt, die an den UEFA- und FIFA-Wettbewerben teilnehmen. Umgekehrt ist freilich auch nichts dagegen einzuwenden, wenn sich alle vier für Olympia zu einem britischen Team zusammentun – und sei es nur bei den Frauen. Die beiden deutschen Staaten sind früher übrigens auch… Weiterlesen »