Hoffenheim stürmt mit Rekordsieg an Tabellenspitze

6

Zum Auftakt des 4. Spieltags der Frauenfußball-Bundesliga hat die TSG 1899 Hoffenheim der SGS Essen eine Lehrstunde erteilt und mit dem höchsten Sieg seiner Bundesligageschichte für ein Debakel der Gäste gesorgt und sich zumindest für eine Nacht an die Tabellenspitze gesetzt.

Torjübel der Hoffenheimer Spielerinnen
Torgala: Die Hoffenheimer Spielerinnen bejubeln einen ihrer sieben Treffer © imago/foto2press

Im Dietmar-Hopp-Stadion gewann die TSG 1899 Hoffenheim vor 640 Zuschauern mit 7:0 (4:0) und übernahm damit zumindest vorläufig dank des besseren Torverhältnisses die Tabellenführung vom VfL Wolfsburg.

Wie schon bei den beiden anderen Siegen zuvor legten die Gastgeberinnen einen Blitzstart hin. Nicole Billa sorgte für die frühe Führung gegen desolate Gäste (4.), die auf Marina Hegering (muskuläre Probleme), Lena Oberdorf (Klassenfahrt) und Jil Strüngmann (Daumenbruch) verzichten mussten.

Zur Match-Seite Hoffenheim – Essen

Plehn patzt bei Debüt
Essen war dem schnellen Umschaltspiel Hoffenheims von Beginn an nicht gewachsen. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Treffer fiel. Isabella Hartig überraschte aus 20 Metern die bemitleidenswerte Essener Torhüterin Josephine Plehn bei ihrem Bundesligadebüt mit einem Heber zum 2:0 (14.).

Überforderte Gäste
Gegen die unsortierten Gäste ging dann Anne Fühner auf und davon und erzielte kaltschnäuzig den dritten Hoffenheimer Treffer (18.). Hartig war dann nach einem Eckball per Kopf zur Stelle (23.) und sorgte somit frühzeitig für die Entscheidung.

Lattwein trifft beim Comeback
Anfangs der zweiten Halbzeit gelang Hartig ein dritter Treffer (50.), Billa machte dann mit dem rechten Knie das halbe Dutzend voll (66.). Und die Gastgeberinnen ließen auch in der Folge nicht locker, Fabienne Dongus traf den Außenpfosten (79.). Der eingewechselten Lena Lattwein gelang bei ihrem Comeback in der Schlussphase mit einem abgefälschten Schuss der siebte Treffer (85.).

Ein Tag wie kein anderer
Die dreifache Torschützin Hartig meinte nach der Partie am Eurosport-Mikrofon: „So ein Ergebnis hätten wir niemals erwartet. Dass es so gelaufen ist, ist ein Traum. Es gibt solche Tage, wo jeder Ball reingeht, wir sind sehr froh.“

Högner: „Bin froh, dass wir schon sechs Punkte haben“
Essens Trainer Markus Högner meinte: „Ich bin froh, dass wir schon sechs Punkte haben. Es wird eine ganz schwere Saison für uns.“

Tabelle Frauen-Bundesliga 2019/20

Pos.VereinSp.SUN+-Diff.Pkt.
11312105845437
21311114193234
313101235102531
4137152926322
5137063329421
6135352428-418
7135171424-1016
8134362034-1415
9134181627-1113
10122191533-187
1112219928-197
121302111052-422
Mein Leben als Hope Solo
7 Bewertungen
Mein Leben als Hope Solo
  • 340 Seiten - 01.07.2013 (Veröffentlichungsdatum) - Edel Books - Ein Verlag der Edel Germany GmbH (Herausgeber)

Letzte Aktualisierung am 19.01.2020 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

6 KOMMENTARE

  1. Kompliment an die TSG Hoffenheim zu einem tollen Spiel! Das bezieht sich nicht nur auf das Ergebnis, sondern auch auf die attraktive Spielweise der Mannschaft. Die Saison ist zwar noch jung, aber im Kraichgau scheint sich was zu entwickeln. Dieser Abend macht Lust auf mehr!

  2. WOW, das war ein Spiel. Noch 20 Minuten habe ich an das legendäre 7:1 Deutschlands gegen Brasilien gedacht. Für mich war Essen vorher mindestens auf Augenhöhe.
    Hut ab, Hoffenheim, das macht Spaß.

  3. Ein mitreissendes Spiel was Hoffe da abgeliefert hat! 2 Drittel des Teams können mit dieser Leistung gut und gern N11 spielen. Was sich vergangene Saison bereits andeutete, scheint nochmal verbessert, diese Saison erfolgreicher weiterzugehen. Technisch, taktisch und spielerisch kann ich nur Bestnoten verteilen. Besonders die positionsgeänderte Hagel hat es mir in diesem Spiel angetan, vorallem weil auch da noch Potenzial sichtbar ist!
    Bei der SGS ragte für mich Senß heraus, die noch weiter von sich reden machen dürfte und auch N11-Reife erreichen kann!

  4. Die Situation bei der SGS Essen bereitet mir langsam Sorgen.
    Gegen harmlose Duisburgerinnen, die sich im wesentlichen nur hinten reingestellt hatten, konnte vor einer Woche das Bollwerk kurz vor Spielende dank einer starken Turid Knaak noch geknackt werden. Allerdings sorgten die wenigen Schnellangriffe über den linken Flügel durch Duisburgs Makas regelmäßig für Chaos in der Essener Abwehr.

    Gegen Hoffenheims gedankenschnelle und technisch herausragende Spielzüge über die Flügel brach die Mannschaft dann regelrecht zusammen. Die unerfahrene Torhüterin Plehn konnte einem nur leid tun, weil die aufgerückten Klasen (nach langer Verletzungspause erstmals in der Startelf) und Ostermeier auf den Außenverteidigerpositionen ständig überspielt oder überlaufen wurden und Brüggemann und Feldkamp in der IV keine Sicherheit verbreiteten, Wilde und Petzelberger im Mittelfeld Totalausfälle waren und Anyomi und Senß offensiv nichts Verwertbares zustande brachten. Schüller hing völlig in der Luft und einzig Knaak versuchte mit einigen vielversprechenden Einzelaktionen, über den rechten Flügel Lücken zu reißen.

    In der letzten Saison hat Essen absolut am Limit gespielt und trotz der vielen Verletzten fast noch Platz 3 belegt, was eigentlich an ein Wunder grenzt, zumal Linda Dallmann verletzungsbedingt bei den meisten Spielen nicht zum Einsatz gekommen war.

    Gegen Hoffenheim war aber auf dem Platz keine Führungsspielerin erkennbar. Kapitänin Wilde wurde zurecht schon zur Halbzeit ausgewechselt, obwohl mit Nesse, Grutkamp und Lange nur noch unerfahrene Spielerinnen auf der Bank saßen.

    Markus Högner wird im Training viel Grundlagenarbeit – vor allem in der Defensive – vornehmen müssen, andererseits seine Mannschaft aber weiterhin so offensiv ausrichten müssen, weil dort eigentlich die Stärke seiner Mannschaft liegt.
    Gegen Potsdam wird man nur eine Chance haben, wenn man auf seine offensiven Qualitäten vertraut.

    Ich hoffe, dass die Mannschaft ihr Vertrauen in die eigene Stärke zurückfindet.
    Und dass einige Spielerinnen zur alten Form zurückfinden.
    Mit der Rückkehr der verletzten Spielerinnen wird es leider noch eine Weile dauern.

    https://www.waz.de/sport/lokalsport/essen/sgs-essen-von-torlawine-im-kraichgau-verschuettet-id227161475.html

  5. Nun, das haben Wolfsburg und Bayern ja mal wieder ordentlich hinbekommen. Nachdem sie Frankfurt und Potsdam platt gemacht haben, jetzt also endgültig auch Freiburg und Essen. Als nächstes wird dann wohl Hoffenheim kommen.

    Man kann bei all dem froh sein, dass es noch schlechtere Klubs gibt, grundsätzlich aber wird man hoffentlich auch in Essen jetzt kapiert haben, was die aktuelle Regelung zugunsten der Männerclubs für die traditionellen Klubs bedeutet.

    Anstatt dass hier alle für sich den Helden spielen, hätte man mal beizeiten sich hier als Traditionsklubs zusammen tun sollen…

    Spätestens im kommenden Jahr wird Essen komplett auseinander fallen. Nur 9 Spielerinnen haben laut Soccerdonna einen Vertrag über die Saison hinaus. Schüller, Knaak, Hegering, Anyomi, Petzelberger, Ioannidou und Co. sind alle nach der Saison frei zu gehen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie nach einer sich anbahnenden Katastrophensaison diese Möglichkeit nicht nutzen.

    Von enger bzw. Weltklasseliga kann jedenfalls mittlerweile endgültig keine Rede mehr sein. Vielmehr vorkommt die Bundesliga wie prophezeit immer mehr zum Ramschladen.

  6. @Markus:
    Noch eine kleine Korrektur zu Deinem Artikel:
    Jil Struengmann war nicht beruflich verhindert – ich meine sogar sie im Essener Spielerkreis vor dem Anpfiff ausgemacht zu haben – sondern hat sich gemäß dem von @enthusio verlinkten WAZ-Artikel beim Training einen Daumen gebrochen.

Comments are closed.