Fünf Erkenntnisse vom ersten Bundesliga-Spieltag

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Gleich der erste Spieltag der Saison 2019/20 in der Frauen-Bundesliga sorgte für reichlich Gesprächsstoff: Eine fantastische Torhüterinnenleistung, eine kuriose Namensänderung, aber auch bittere Niederlagen.

Zweikampf zwischen Jenas Vanessa Fudalla (re.) und Hoffenheims Sarai Lindner © Holger Peterlein

Manon Klett feiert überragendes Debüt

„Die beste Wolfsburgerin stand bei Sand im Tor“, titelte die Wolfsburger Allgemeine süffisant. Und in der Tat: Die gebürtige Wolfsburgerin, die im Sommer zum SC Sand und somit zu ihrem früheren U20-Trainer beim VfL Wolfsburg, Sascha Glass, wechselte, brachte in ihrem ersten Bundesligaspiel die Topstars des VfL Wolfsburg schier zur Verzweiflung. „Gefühlt war das Tor verbarrikadiert“, zollte Wolfsburgs Kapitänin Alex Popp der 22-Jährigen Respekt.  Nur einmal musste Klett bei der 0:1-Niederlage hinter sich greifen – beim verwandelten Foulelfmeter von Pernille Harder. Und selbst dort erahnte sie die richtige Ecke und wäre fast noch an den Ball gekommen.

 „Worst Case“ für den MSV Duisburg

Der MSV Duisburg ist mir einer 1:2-Niederlage bei Aufsteiger 1. FC Köln in die neue Saison gestartet – vermeintlich einer der direkten Gegner im Kampf um den Klassenerhalt. „Der Worst Case ist eingetreten“, nahm Duisburgs Trainer Thomas Gerstner kein Blatt vor den Mund. Und warf seinen Spielerinnen vor: „Wenn man sich nicht an die Vorgaben und vorgegebene Marschroute hält und dann noch völlig unnötig nach so kurzer Zeit 0:2 zurück liegt, wird’s doppelt schwer.“ Ob die öffentlich geäußerte Kritik zur Motivationssteigerung der Spielerinnen beitragen wird, wird sich erst zeigen müssen. Zumal es gleich am kommenden Sonntag, 25. August, 14 Uhr (Magenta Sport live) gegen Meister und Pokalsieger VfL Wolfsburg gehen wird.

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Alles Janssen, oder was?

Die Zuschauer im Stadion und vor den TV-Geräten rieben sich bei der Partie VfL Wolfsburg gegen den SC Sand verwundert die Augen. Dominique Bloodworth bestritt ihr Bundesligadebüt im Trikot der Wolfsburgerinnen, doch auf dem stand ihr Mädchenname „Janssen“, obwohl sie seit ihrer Hochzeit im Jahr 2018 den Nachnamen „Bloodworth“ trägt. Hintergrund: Da die Namensänderung bis heute noch nicht in den Ausweisdokumenten erfasst ist, muss die Vize-Weltmeisterin bis auf Weiteres wieder unter ihrem Geburtsnamen auflaufen. Den Verantwortlichen des englischen Fußballverbands FA und des Weltverbands FIFA war das offenbar nicht aufgefallen. Denn sowohl in der englischen Liga FA WSL als auch bei der Frauenfußball-WM in Frankreich spielte Janssen unter ihrem neuen Namen Bloodworth.

Jena zahlt Lehrgeld

Einen bittereren Saisonstart als die 1:6-Heimniederlage gegen die TSG 1899 Hoffenheim hätte sich Aufsteiger FF USV Jena wohl kaum vorstellen können. In den ersten sieben Minuten erzielten die Gäste mit zwei Sonntagsschüssen zwei Tore, die Gastgeberinnen erholten sich nicht mehr von dem frühen Schock. „Das Ankommen in der Liga ist ein Prozess. Wir müssen das Tempo und die Zweikämpfe erst verinnerlichen“, so Trainer Chris Heck. Das junge Team, in dem gleich fünf Spielerinnen ihr Bundesligadebüt gaben, wird sich schnell an das hohe Tempo und die Intensität der Zweikämpfe in der Bundesliga gewöhnen müssen. Doch die Art und Weise, wie Karla Görlitz trotz 0:6-Rückstand nach einem Alleingang über 70 Meter den Ehrentreffer erzielte, zeigt, dass die Moral intakt ist und Potenzial im Team steckt.

Bester Zuschauerschnitt seit sechs Jahren

Das lässt hoffen: Am ersten Spieltag der Saison 2019/20 kamen zu den sechs Spielen insgesamt 9.225 Zuschauerin die Stadien. Das entspricht einem Schnitt von 1.538, fast doppelt so hoch wie der gesamte Zuschauerschnitt der Saison 2018/19 von 833 Besuchern pro Spiel. Mehr Zuschauer kamen zu einem Saisonauftakt letztmals vor sechs Jahren in der Saison 2013/14, damals trieb allerdings das Saisoneröffnungsfest des VfL Wolfsburg den Schnitt etwas verzerrend in die Höhe. Die Übertragung des Saisonauftaktspiels 1. FFC Frankfurt gegen Turbine Potsdam brachte es am Freitagabend auch bei Eurosport auf eine gute Quote. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Auftakt in die Frauen-Bundesliga. Im Schnitt haben 141.000 Zuschauer bei Eurosport 1 das Spiel live verfolgt – kurz vor Spielende waren es zwischen 20:15 und 20:20 Uhr sogar 244.000 Zuschauer in der Spitze“, so ein Eurosport-Sprecher auf Womensoccer-Anfrage. Die Zusammenfassung des Spiels zwischen dem SC Freiburg und dem Bayern München in der ARD-Sportschau sahen 3,11 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer.

Letzte Aktualisierung am 18.11.2019 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Witzfigur

Janssen oder Bloodworth – kann man gute Verkaufserlöse bei den Trikots einfahren. Daher meine Tipp, auch noch ein Drittes mit Doppelnamen beflocken lassen. 😀