Bayern siegt, Hoffenheim stürmt an die Spitze

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Bayern-Trainer Jens Scheuer hat am 1. Spieltag der Frauen-Bundesliga mit dem FC Bayern München an seiner alten Wirkungsstätte beim SC Freiburg gewonnen. Die Tabellenführung übernahm die TSG 1899 Hoffenheim durch einen fulminanten Auswärtssieg beim FF USV Jena.

Bayern-Jubel: Lina Magull (2. v. li.) beglückwünscht Linda Dallmann zu ihrem zweiten Treffer © imago/foto2press

Titelanwärter FC Bayern München gewann beim SC Freiburg vor der starken Kulisse von 2.412 Zuschauern mit 3:1 (1:1). Jovana Damnjanović brachte die Münchenerinnen per Kopf in Führung (18.), Janina Minge glich noch vor der Pause aus (37.). Für die Entscheidung sorgten dann Bayern-Neuzugang Linda Dallmann, die mit zwei Treffern (48., 54.) für einen gelungenen Auftakt der Bayern sorgte.

Zweikampf zwischen Vanessa Fudalla (re.) und Sarai Linder © Holger Peterlein

Hoffenheim schockt Jena

Neuer Tabellenführer ist die TSG 1899 Hoffenheim nach einem 6:1 (3:0)-Kantersieg bei Aufsteiger FF USV Jena. Isabella Hartig (3.) und Kapitänin Leonie Pankratz (7.) schockten die Gastgeberinnen vor 487 Zuschauern im Ernst-Abbe-Sportfeld mit Toren aus der Distanz schon in den Anfangsminuten.

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Nicole Billa baute die Führung mit einem trockenen Flachschuss aus (21.), der Gastgeber zahlte weiter Lehrgeld. In der zweiten Halbzeit schraubten erneut Billa (63.), Fabienne Dongus per Kopf am kurzen Pfosten (70.) und die eingewechselte Franziska Harsch mit einem platzierten Schuss (82.) das Ergebnis in die Höhe, ehe für Jena der ebenfalls eingewechselten Karla Görlitz der Ehrentreffer gelang (87.).

Trainerstimmen

„Wir waren die bessere Mannschaft. Jena hat dennoch gut verteidigt“, so das Fazit von Hoffenheims Trainer Jürgen Ehrmann. Jenas trainer Chris Heck meinte: „Wir haben heute gesehen, wie Bundesliga funktioniert. Das Ankommen in der Liga ist ein Prozess. Wir müssen das Tempo und die Zweikämpfe erst verinnerlichen. Heute sind wir gleich von Beginn an kalt erwischt worden, aber wir haben uns nicht aufgegeben und trotzdem versucht, unser Spiel durchzuziehen. In der Mannschaft steckt viel Potential, das sich bald auch in Punkten zeigen wird.“

Drei Spiele am Sonntag

Bereits am Freitagabend hat der 1. FFC Frankfurt das Saisonauftaktspiel gegen Turbine Potsdam mit 3:2 (2:1) gewonnen. Der erste Spieltag wird am Sonntag komplettiert. Dann kommt es ab 14 Uhr zu den Spielen 1. FC Köln gegen MSV Duisburg, VfL Wolfsburg gegen SC Sand (live auf Magenta Sport) und SGS Essen gegen Bayer 04 Leverkusen.

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16 KOMMENTARE

  1. linda, das tier!!
    hätte bei der wm weitaus mehr spielzeit verdient gehabt.

    so, wie ich den bericht aus jena lese, scheint es sich natürlich zu lohnen, aus der distanz draufzuhalten und nicht dieses ewige „ich such die bessere mitspielerin“ zu zelebrieren.

    gut gemacht hoffe.
    und das ohne externe neuzugänge…

  2. Spielzusammenfassung von ca. 5 Minuten vom Spiel SCF gegen Bayern in der ARD „Fußballshow“ zwischen 3. Liga Männer, einem Werbeblock und englischer Liga Männer. Dafür wird so ein Spiel auf Samstag Nachmittag verlegt. Das verstehe wer will. Wie schön wäre es gewesen wenn es eine Live-Übertragung am Sonntag Nachmittag von Eurosport, DFB-TV oder wegen mir aus auch vom Bezahlsender Magenta Sport gegeben hätte. 5 Minuten Zusammenfassung von einem Spiel sagt einfach wenig bis gar nichts über ein Spiel aus. Da sieht man was der ARD der Frauenfußball wert ist. Wenigstens waren über 2000 Leute im Möslestadion.

  3. @Rudi: Das ist sogar noch sehr gutwillig zusammengefasst.

    Es waren wenige Minuten Fussball zwischen die Fahrradanfahrt des wohl zukünftigen DFB-Präsidenten und seine Fahrradweiterfahrt zu den Männern nach der Halbzeit eingefügt worden. Mit dem anschliessenden Hinweis, dass man die anderen Ergebnisse auf sportschau.de oder über eine App erhalten kann.

    Man hatte definitiv den Eindruck, dass es dem Sportschausprecher peinlich war über Frauenfussball zu sprechen. Er machte den Eindruck, als ob er dem Publikum mitteilen wollte, dass er nicht an diesen störenden Minuten Schuld habe, bevor wieder „richtiger Fussball“ das Thema ist.

    Das war eine richtig peinliche Veranstaltung der Sportschau.

    Es gab keine inhaltlichen Informationen zum Spieltag, keine Nennung anderer Ergebnisse, nichts…

  4. Ja, @ollerRentner, genau das Gefühl hatte ich auch…
    Der ehemalige Handballer Bommes muss jetzt über „Frauenfußball“ berichten. Und am Besten wird das erzählt, wenn man Fritz Keller mit dem Fahrrad einfahren lässt und wieder wegfahren lässt.

    Fragen wir noch einmal Herrn Frank Hellmann von der taz:

    https://taz.de/Fussball-Bundesliga-der-Frauen/!5615536/

    oder auch, die „Sportsfreundin“. Die ehemalige Leichtathletin Christiane Schwalm darf bei meinem Heimatsender, der die Eintracht von vorne bis hinten durchnudelt, und wo man sich dann fragt: „Gibt es in Hessen eigentlich noch anderen Sport außer den Fußballern von der Frankfurter Eintracht?“ einen Bericht über die Situation des Frauenfußballs machen.

    Ich hab den Eindruck, unsere ÖR-Medien stecken so in einem Dilemma. Sie sind stolz auf die bisherige Vergangenheit, wo Deutschland 2x Weltmeister und so oft Europameister wurde, hat ja auch wenig gekostet. Und jetzt sehen sie, was im Ausland passiert und sie wissen ja auch um Marketing, Berichterstattung und öffentliche Anerkennung, aber sie sträuben sich noch, weil sie zur Primetime nur von den Männern erzählen wollen.

    Und da wünsche ich mir doch, dass deutsche Spielerinnen „auch mal außerhalb des Platzes laut“ werden würden.

  5. Ich habe mir das Video in aller Ruhe angesehen und fand ein paar Bemerkungen äusserst interessant, weil sie das spezielle deutsche Problem des Frauenfussballs deutlich zeigen: Richtiger Fussball wird von Männern gespielt – PUNKT

    Almuth Schult beschrieb diesbezüglich auch sehr deutlich, dass die Mehrzahl der Wolfsburg-Fans nur die Männer unterstützen, weil der Frauenfussball „nichts ist“. Das geschieht mit einem Verein, bei dem die Frauen deutlich erfolgreicher sind, als die Männer. Die Fans sind also nicht welche ihres Vereins, sondern nur die eines Teils desselben.

    Dann die Sponsorfrage. Der DFB hatte ja offensichtlich grosse Probleme überhaupt Sponsoren zu finden.

    In einem Land, in dem auch viele Männer sogenanntes südländisches Machoverhalten ablehnen, sehen diese offenbar nicht, dass ihre Identifikation mit „den deutschen Tugenden“ im Fussball überhaupt nichts anderes ist (…richtige Männer, wie wir…). Das zeigt Züge einer Religion, in der nur Männer eine tragende Rolle spielen.

    Jeder etablierte Sponsor riskiert bei einem Engagement für den Frauenfussball, dass sich Teile ihrer Zielgruppe verächtlich abwenden. Ähnliches dürfte auch für Medien,speziell die Sportschau am Sonnabend gelten, jedenfalls lassen einige Kommentare bei SPON und an anderen Stellen im Web darauf schliessen.

    Ich glaube angesichts dieser Tatsachen auch nicht daran, dass man noch viele bisherige Fussball-Fans auch zum Frauenfussball bewegen können wird, weil diejenigen, die es interessiert, schon da sind. Insofern ist die Bemerkung von Heike Ullrich bezüglich der Herangehensweise nachvollziehbar: Man setzt auf die Jugend und will deren Kommunikationsarten nutzen. Inwieweit das nun vernünftig umgesetzt wird, weiss ich nicht, aber inhaltlich ist das wohl richtig.

    So etwas, wie gestern in der Sportschau, ist definitiv kontraproduktiv. Auf so etwas sollte man lieber verzichten und Zeit, Geld und Kreativität dann lieber anders investieren.

    Die Frauenfussballablehner aus Prinzip wird man nicht ans TV oder in die Stadien bewegen können.

  6. Rudi sagt:
    „Spielzusammenfassung von ca. 5 Minuten vom Spiel SCF gegen Bayern in der ARD „Fußballshow“ zwischen 3. Liga Männer, einem Werbeblock und englischer Liga Männer. Dafür wird so ein Spiel auf Samstag Nachmittag verlegt.“

    Ich glaube, 5 Minuten ist so die ungefähre Länge aller Zusammenfassungen in der Sportschau, auch derer aus der BuLi der Männer. Ich bleibe aber dabei: Die Strahlkraft einer Zusammenfassung in der Samstags-Sportschau ist größer, als die einer Live-Übertragung im Stream oder auf dem Bezahlsender am Sonntag, wo dann nur Leute zusehen, die ohnehin schon Frauenfußball-Enthusiasten sind.

  7. @Aldur: Die Sonnabend-Sportschau sehen seit Generationen diejenigen, die Männerfussball sehen wollen. Niemand sonst schaltet diese Sportschau ein.

    Unter diesen Zuschauern findet man nur wenige, die ihre Abneigung gegen Frauenfussball nicht verbergen. Wenn dort nicht ein grösserer Block mit Infos über die Spiele der 1. und 2. Liga und zumindest zwei Spielberichten angeboten wird, führt das zu überhaupt nichts.

    Ich werde zwar noch einmal in die Sportschau hineinschauen und sehen, ob in der zweiten Woche inhaltlich mehr kommt. Sollte das jedoch nicht der Fall sein, werde ich die Sportschau zukünftig wieder ignorieren.

    Wenn der DFB wirklich auf die Jugend setzt, dann soll er über seinen frei verfügbaren Streaming-Dienst zeitnah Zusammenfassungen und inhaltliche Info geben, die man sich auf dem Smartphone ansehen kann.

    Auf diese Art und Weise lässt sich die angestrebte Zielgruppe mit Sicherheit besser erreichen, als durch die altbackene Sportschau.

  8. Tolle Atmosphäre in Freiburg, wo trotz des Männerspiels direkt im Anschluss noch knapp 2.500 Zuschauer kamen.
    Das Spiel hat mit seinen Anzeichen im Vorfeld mit den ganzen Ex-Freiburgern und Jens Scheuer bei den Bayern doch ziemlich angezogen.
    Leider konnte das Spiel nicht ganz das bieten, was man sich erhofft hatte. Beide Mannschaften konnten ihr Potenzial nicht abrufen und machten viele leichte Fehler. Auf beiden Seiten hätte es bei besserer Chancenverwertung auch einige Tore mehr geben können.
    In Freiburg scheint man unter dem neuen Trainer Kraus doch auf anderes Personal zu setzen als unter Scheuer. Die Doppelspitze mit Naomoto und Sanders war für dieses Spiel einfach komplett verschenkt, man wird mangels Alternativen aber auch keine andere Möglichkeiten gehabt haben, da Kayikci und Beck noch nicht fit zu sein scheinen.

  9. Ich habe mir auch am Samstg die Zusammenfassung von Freiburg gegen Ulis Girls angeschaut.
    Habe nicht mit der Stoppuhr vorm Fernseher gesessen, aber die Berichte aus 2.+ 3. Liga waren auch nicht länger. Klar hätte es mehr sein können, aber wenigstens mal ein Anfang. Das natürlich auch auf den diese Woche neuen designierten DFB-Chef eingegangen wird scheint mir nur natürlich, wurde auch nachher nochmal bei den Herren thematisiert.
    Ich kenne nicht das Publikumspektrum der Sportschau aber durch solche Berichte wird auch bei diesen Leuten für den FF geworben.
    Die Idee vor dem Buli Spiel der Männer die Frauen spielen lassen finde ich gut. Scheuer und 6 Ex-Freiburgerinnen sind m.M.n. kein Grund für 2500 Zuschauer. Wobei die meisten bestimmt zum „Eventpublikum“ gehören, die ja hier im Forum eigentlich keiner will.
    P.S. Ich weiß immer noch nicht wer dazu zählt.

  10. Wolle sagt: „Wobei die meisten bestimmt zum „Eventpublikum“ gehören, die ja hier im Forum eigentlich keiner will.
    P.S. Ich weiß immer noch nicht wer dazu zählt.“

    Das ist ein absolut herabsetzender Begriff, der hier nichts zu suchen hat. Damit werden wohl die jenigen Zuschauer bezeichnet, die wegen des Spielereignisses vor Ort oder über Medien der Unterhaltung halber zuschauen, ohne eingefleischter Fan eines Vereins oder Fussballfachfrau/mann zu sein (was immer das auch im Detail bedeuten soll).

    Selbstverständlich will man auch diese Zuschauer haben, die Spiele einfach unterhaltend finden und sie deshalb anderen passiven(!) Freizeitgestaltungen vorziehen.

    Was man nicht will, ist Krawalleventpublikum, welches den Rahmen nur zur Selbstdarstellung nutzt.

    Bezüglich dr Medien hat meines Erachtens Heike Ullrich recht. Die Jugend soll als neues Publikum gewonnen werden, und für die spielt das TV lange nicht mehr die Rolle, wie früher.

    Die Sportschau mit (beispielsweise) einer halben Stunde Informationen zum Frauenfussball könnte dort ein paar potentielle Zuschauer finden, aber diejenigen aus der Jugend herausgewachsenen, die sich für Frauenfussball interessieren, werden den schon jetzt schauen.

    Als ich einmal im Rahmen einer grösseren Familienversammlung gefragt wurde, ob ich auch Fan eines bestimmten Vereins bin, antwortete ich, dass ich das nicht wäre, aber den schon seit vielen Jahren den Frauenfussball verfolge.

    Es folgte betretene Stille und nach einer Weile die vorsichtige Frage, was ich am langsamen Langweilerspiel der Frauen so interessant finden würde. Es waren dort Leute zwischen 40 und 75 anwesend, Frauen und Männer. Keiner konnte mein Interesse irgendwie nachvollziehen. Ähnliches habe ich schon öfter erlebt.

    Wenn schon die Fans der Wolfsburger sagen, dass sie der deutlich erfolgreichere Fussball der Wolfsburgerinnen nicht interessiert, dann sagt das meines Erachtens viel aus.

    Sollte eines Tages Uli Hoeness äussern, dass er aus Interesse in Zukunft alle Spiele der Bayerinnen ansehen will, würde das bei der Masse der Bayern-Fans wohl auch keinen interessieren und einer gewissen Alterssenilität zugeschrieben werden.

    Man muss neue Fans suchen – bei den existierenden Fans des Männerfussballs in Deutschland wird man diese nur sehr vereinzelt finden.

  11. Wie lange die Zusammenfassungen der einzelnen Spiele der 1.Männer-bundesliga ab 18:30 Uhr dauern weis ich nicht, da ich mir das aus guten Gründen nicht anschaue. Aber der Unterschied ist dass man die Spiele der Männer und zwar egal ob 1.,2. oder 3.Liga am Samstag Nachmittag alle auf irgendeinem Sender, egal ob 3. Programme oder irgend einem Bezahlsender in voller Länge anschauen konnte. Das Frauenspiel am Samstag wurde jedoch nicht mal auf dem Bezahlsender Magenta Sport live ausgestrahlt und das obwohl dieses Magenta Sport der Telekom einem Sponsor des FC Bayern gehört. Von der Strahlkraft, wie hier manche meinen, bin ich nicht überzeugt. Ich abonniere dieses Magenta Sport manchmal für 1 Monat je nach dem welche Spiele der Frauenbundesliga sie live übertragen. Schade ist nur dass es keine Live-Übertragunge mehr von DFB-TV zu geben scheint, welche kostenfrei bis letzte Saison waren.

  12. @ollerRentner “ – bei den existierenden Fans des Männerfussballs in Deutschland wird man diese nur sehr vereinzelt finden.“

    Wenn in Spanien Atletico Madrid – CF Barcelona spielt und 60739 Zuschauer erscheinen, sind dies alles nur Zuschauer des FF und vielleicht noch ein paar vom Eventpublikum (ich find den Begriff so geil)? Keine Fans der Clubs die auch mal bei Messi & Co. reinschauen? Gibts bei uns mehr Machos wie in Spanien?

    Wenn man bei uns irgendwann mal im FF ähnliche Bezahl- und Zuschauerverhältnisse wie im Männerfussball erreichen will, muss man zwangsläufig auch deren Fans gewinnen. Mit den reinen Fans des FF wird das nicht funktionieren, auch nicht mit dem so schlimmen Eventpublikum.

  13. Wolle sagt: „Wenn in Spanien Atletico Madrid – CF Barcelona spielt und 60739 Zuschauer erscheinen, sind dies alles nur Zuschauer des FF und vielleicht noch ein paar vom Eventpublikum (ich find den Begriff so geil)? Keine Fans der Clubs die auch mal bei Messi & Co. reinschauen? Gibts bei uns mehr Machos wie in Spanien?“

    Ich weiss nicht welches Wort man dafür am besten benutzen kann, aber meiner Erfahrung nach spielt Fussball in Deutschland eine ganz besondere Rolle bei vielen Männern bezüglich ihres Selbstverständnisses.

    Meine privaten Erlebnisse mit Franzosen, Spaniern und Griechen, wenn ich mal beim Südländischen bleibe, sind diesbezüglich ganz anders. Man muss sich nur die Leserkommentare in den Web-Foren deutscher Magazine ansehen, sobald es um Frauenfussball geht.

    Das Beispiel mit Madrid gegen Barcelona ist diesbezüglich besonders interessant, wenn man sich das Interview mit Almuth Schult (Im Video https://www.hessenschau.de/sport/heimspiel-videos/sportsfreundin—wie-steht-es-um-die-frauenbundesliga,video-99636.html) ansieht. Sie fragte die Fans der Männermannschaft warum sie nicht als Fans des Vereins auch die Frauen unterstützen. Die Antwort zeigte, dass diese Fans offensichtlich den Frauenfussball nicht ernst nehmen oder sogar ablehnen.

    Wenn man die Zuschauerzahlen in der Frauenbundesliga erhöhen will, dann wird man diese an anderer Stelle suchen müssen. Es wäre ja schon ein grosser Erfolg, wenn die durchschnittliche Zuschauerzahl um 1000 bis 2000 ansteigt.

    Warum sollte man Energie, Zeit und Geld in potentielle Zielgruppen investieren, die ja offensichtlich keine sein wollen.

    Die Töchter muss man ansprechen, die dann auch leichter Papa und Mama dazu kriegen, mit ins Stadion zu gehen. Das halte ich für wesentlich erfolgversprechender.

    Bezüglich der Denkwelt offensichtlich vieler Fans der Männermannschaften und den vergeblichen Überzeugungsversuchen fällt mir ein alter Spruch ein: Wenn man ein Problem nicht lösen kann, sollte man sich von ihm lösen.

  14. Nachtrag: Man sollte sich davon verabschieden in Deutschland Zuschauerzahlen anzustreben, die man vom Männerfussball der Profiligen kennt.

    Keine andere wöchentlich regelmässig stattfindende Sportart hat in Deutschland auch nur annähernd so viele Zuschauer. Diesbezüglich sind faktisch alle anderen Sportarten sogenannte Randsportarten.

    Das kenne ich aus Frankreich und Grossbritannien allein schon bezüglich Rugby ganz anders. Dieser Sport zieht dort ebenso die Massen an und in Bistros und Pubs sind die Spiele jeweils auch ein Hauptthema.

  15. Ich muss da nochmal auf die sozialen Medien wie Twitter oder Instagram zurückkommen…
    Ich kann schon einen Unterschied feststellen, wenn eine Kosovare Asllani verkündet, dass sie zu CD Tacon wechselt und mit „Hala Madrid“ schliesst, und männliche Fußballfans davon begeistert sind. Und sich dann evtl. noch eine Marta oder eine Lucy Bronze dazu wünschen. Gleiches gilt z.b. für Lieke Martens, wenn die die Verlängerung ihres Vertrages verkündet. Davon sind männliche Fußballfans auch begeistert. Und zwar weltweit!

    Und wer das hier geschenkt bekommt:

    https://www.instagram.com/p/B0ZHzj7oHa1/

    Das ist ja fast schon ein Ritterschlag!

    Und um das hier nicht zu vergessen:

    https://www.instagram.com/p/Bzt8xbzHjuT/

    Und dann muss man sich mal twitter-hashtags zu div. deutschen WM-Spielen oder Instagram-Beiträge zu deutschen Spielerinnen anschauen. Da kann man schon leicht ins grübeln kommen, wenn da gestandene Männer oder auch pickelige Jungs schreiben, dass sie das ablehnen oder vom Esel-Pferd-Vergleich erzählen oder unbedingt div. Spiele von C-Jugendlichen gegen unterschiedliche Nationalteams in Dauerschleife widergeben.

    Da kommt auch mir die Vermutung, dass Fans deutscher männlicher Profi-Vereine (oder auch Amateurvereine) in erster Linie nur ihr männliches A-Team sehen und die Frauen ihnen egal sind.

    Ein Barca-Fan wird möglicherweise auch stolz auf Martens, Losada oder Mapi Leon sein.
    Ein „Madridista“ stolz auf Jakobsson und Asllani.

    Aber ob ein eingefleischter WOB- oder Bayern-Fan des männlichen Profi-Teams auch stolz auf Schult, Goeßling, Magull oder Laudehr ist?

    Und hier hat sich jemand mal was richtig gutes ausgedacht:

    https://www.instagram.com/p/BzyOemhD9pi/

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