TuS Wörrstadt würdigt seine Pionierinnen

Von am 12. August 2019 – 18.19 Uhr 2 Kommentare

Im Rahmen seiner Feier zum 100-jährigen Bestehen der Männer- und 50-jährigen Bestehen der Frauenabteilung würdigte der TuS Wörrstadt am Samstagabend seine Frauenfußball-Pionierinnen, die bereits 1969 noch vor der Aufhebung des sogenannten Frauenfußballverbots durch den DFB mit organisiertem Training begannen.

Schöne Erinnerungen: Auf der Bühne waren (von links nach rechts) Birgit Mayer, Fips Scheidt, Heidi Ellmer, Uschi Demmler, Hans-Erwin Hartmann und Bärbel Petzold

Das Team rund um Legenden wie Bärbel Wohlleben oder Anne Harbach setzte Maßstäbe und gewann 1974 die erste offizielle deutsche Meisterschaft. Anlass der Feier am Samstagabend war, dass die TuS vor genau 50 Jahren und somit ein Jahr vor der Aufhebung des DFB-Verbots bezüglich organisierten Frauenfußballs eine eigene Abteilung gründete. Sie waren deshalb schon Pionierinnen, bevor sie Anfang der siebziger im ständigen Duell mit Bad Neuenahr zum stärksten deutschen Team wurden und 1974 die Meisterschaft gewannnen, die auch auf Druck ihres Machers Fips Scheidt ausgetragen wurde.

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Erster Frauenfußball-Meister 1974

Der damals bei der Bahn beschäftigte Wörrstädter nutzte die tägliche Heimfahrt vom Arbeitsplatz in Frankfurt ins heimische Rheinhessen, um immer wieder beim DFB Zwischenstation und beim damaligen Generalsekretär Horst Schmidt Druck zu machen. „Ich hatte gute Kontakte zur Bild und sagte dem DFB, dass dort über die Weigerung des DFB berichtet würde, wenn uns nicht eine Meisterschaftsendrunde genehmigt würde“ erzählt Scheidt. 1973 einigte man sich noch auf eine inofizielle Meisterschaft um den Goldpokal, den die Wörrstädterinnen in einem Endturnier gegen alle regionalen Meisterteams bereits gewannen. 1974 war es dann mit der offiziellen Meisterschaft soweit.

Schöne Erinnerungen

„Wenn Herr Scheidt und Wörrstadt nicht diesen Druck erzeugt hätten, dann hätte es vermutlich noch ein paar Jahre länger gedauert, bis der DFB den Frauenfußball gefördert hättte“, sagte F.A.Z.-Sportjournalist Daniel Meuren als Gast in der Runde. Meuren erinnerte dabei auch daran, dass Anne Trabant schließlich auch von Wörrstadt aus ins Rheinland zog, wo sie mit der SSG Bergisch-Gladbach als Spielertrainerin ein neues Kapitel im Frauenfußball aufgeschlagen und die Basis für ein erstes Nationalteam gelegt hat. Am Ende feierten die Generationen miteinander auf der Bühne.

Denkwürdiges Finale

Nachdem sich die deutschen Meisterinnen von 1974 mit ihrem damaligen Trainer Hans-Erwin Hartmann und dem Macher Scheidt für ein gemeinsames Foto samt eines Bildes von damals auf der Bühne posiert hatten, gesellte sich die aktuell in der Regionalliga spielende Erste Frauen-Mannschaft hinzu, die im Rahmen der Feierlichkeit am Nachmittag ein Testspiel gegen den MSV Duisburg respektabel mit 0:3 verloren hatte. Und so feierten Alt und Jung den größten Erfolg in der Geschichte des Klubs: TuS Wörrstadt bleibt für immer der erste deutsche Meister im Frauenfußball. 4:0 endete damals vor 3.800 Zuschauern im Mainzer Bruchwegstadion das Endspiel gegen die DJK Eintracht Erle aus Gelsenkirchen.

Grußbotschaft von Nia Künzer

„Ihr seid die wahren Pionierinnen gewesen. Ihr habt vieles für uns in die Wege geleitet. Ihr seid legendär und Idole des Frauenfußballs. Ich hoffe, Ihr könnt noch genauso feiern wie damals!“, ließ Weltmeisterin Nia Künzer in einer Grußbotschaft wissen. In einer Talkrunde berichteten Bärbel Petzold und Trainer Hartmann auch noch von dem Ehrgeiz, den die Spielerinnen damals in den Anfangsjahren gegen manche Widerstände entwickelten, was später bei oft über 2000 Zuschauern bei den Spielen in Wörrstadt belohnt wurde.

Ein ganzer Ort feiert seine Meisterinnen

Die Meisterfeier am 8. September 1974 brachte dann fast den ganzen Ort auf die Beine. „Es wurde bis in die Nacht gefeiert“, sagte Scheidt. Ein gutes Omen? Am 8. September dieses Jahres spielt TuS Wörrstadt nun auf den Tag genau 45 Jahre nach dem Meisterschafts-Endspiel in Runde zwei des DFB-Pokals beim 1. FC Nürnberg. Ein Drittrundeneinzug wäre der größte Erfolg seit vielen Jahren für den Klub, der zuletzt in den neunziger Jahren drei Jahre erstklassig war.

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Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

2 Kommentare »

  • bale sagt:

    habe grossen Respekt vor diesen Frauen und immer noch im jahre 2019, gibt es Länder
    wo Frauen nicht Fussball spielen dürfen!!!!!!!!!!!!!!!!!
    herr infantino/fifa bewegt mal in diesem Bereich etwas

    (8) 8 Gesamt – 8 hoch – 0 runter
  • Daniel Meuren sagt:

    Toll, dass womensoccer diese Frauen und diesen Klub würdigt, der einst sehr Großes geleistet hat und der trotz eines vergleichbar kleinen Vereins immerhin immer noch Frauenfußball auf höherem Niveau fördert, während manche Konkurrenz von einst gar nicht mehr existiert…

    (9) 9 Gesamt – 9 hoch – 0 runter

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FFC Frankfurt 13.10.19 14.00 Uhr FF USV Jena SGS Essen 13.10.19 14.00 Uhr MSV Duisburg Bayer Leverkusen 13.10.19 14.00 Uhr Turbine Potsdam SC Freiburg 18.10.19 19.15 Uhr Bayer Leverkusen TSG Hoffenheim 20.10.19 14.00 Uhr SC Sand MSV Duisburg 20.10.19 14.00 Uhr 1. FFC Frankfurt VfL Wolfsburg 20.10.19 14.00 Uhr SC Freiburg FF USV Jena 20.10.19 14.00 Uhr SGS Essen 1. FC Köln 20.10.19 14.00 Uhr Bayern München Turbine Potsdam 27.10.19 14.00 Uhr FF USV Jena Bayern München 27.10.19 14.00 Uhr MSV Duisburg 1. FFC Frankfurt 27.10.19 14.00 Uhr VfL Wolfsburg SGS Essen 27.10.19 14.00 Uhr TSG Hoffenheim SC Sand 27.10.19 14.00 Uhr Turbine Potsdam Bayer Leverkusen 27.10.19 14.00 Uhr 1. FC Köln SC Freiburg 03.11.19 14.00 Uhr Bayern München 1. FC Köln 03.11.19 14.00 Uhr 1. 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