USA verteidigen WM-Titel

Von am 7. Juli 2019 – 19.04 Uhr 15 Kommentare

Zum zweiten Mal nach Deutschland 2003 und 2007 hat ein Team seinen Weltmeistertitel verteidigt. Die USA setzten sich im WM-Finale gegen die Niederlande durch. Doch erst der Videobeweis brachte die Amerikanerinnen in der zweiten Halbzeit auf die Siegerstraße.

Megan Rapinoe und Alex Morgan jubeln

Megan Rapinoe (re.) brachte mit dem ersten in einem WM-Finale verwandelten Elfmeter ihr Team auf Kurs © imago / PA Images

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Vor 57.900 Zuschauern im Parc Olympique Lyonnais in Décines-Charpieu östlich von Lyon gewannen die USA mit 2:0 (0:0) gegen den Europameister von 2017. Megan Rapinoe sorgte nach Videobeweis mit einem verwandelten Foulelfmeter für die Führung (61.), Rose Lavelle krönte ihr starkes Turnier mit dem Treffer zum 2:0 (69.).

Bloodworth als Außenverteidigerin

Wie im bisherigen Turnierverlauf versuchten die USA auch in ihrem dritten WM-Finale in Folge wieder von der ersten Minute an ihren Gegner mit Tempofußball zu beeindrucken, doch das Team von Trainerin Jill Ellis tat sich anfangs schwer, die umgebaute Viererkette der Niederländerinnen mit der zurückgekehrten Anouk Dekker und erstmals im Turnier auf die linke Außenverteidiger-Position gewechselte Dominique Bloodworth ernsthaft in Gefahr zu bringen.

Kein schneller US-Führungstreffer

Die französische Schiedsrichterin Stéphanie Frappart verfolgte unter den Augen ihres Staatspräsidenten Emmanuel Macron eine strenge Linie und zeigte Sherida Spitse bereits in der 10. Minute eine harte Gelbe Karte. Nach einer Ecke von Megan Rapinoe prüfte Rose Lavelle erstmals Sari van Veenendaal (16.), anders als in den bisherigen Spielen gelang den Amerikanerinnen diesmal kein schneller Führungstreffer. In den bisherigen WM-Spielen war den Amerikanerinnen jeweils ein Treffer in den ersten zwölf Minuten gelungen.

Niederlande lauern auf Konter

Auf der Gegenseite nutzte Vivianne Miedema für die in ihrem ersten WM-Finale vorsichtig agierenden Niederländerinnen einen Fehler von Lavelle zu einem schnellen Pass auf Lineth Beerensteyn, doch Alyssa Naeher kam vor der von Bayern München zu Arsenal wechselnden Stürmerin an den Ball (26.). Nach einer Ecke von Rapinoe fiel der Ball glücklich vor die Füße von Julie Ertz, van Veenendaal parierte den aus dem Getümmel zentral heranfliegenden Ball glänzend (28.).

Van Veenendaal hält die Null

Doch die Amerikanerinnen erhöhten jetzt nach und nach den Druck, nach Flanke von Rapinoe kam Alex Morgan an den Ball, die starke van Veenendaal klärte per Fußabwehr an den Pfosten und sicherte den Rebound (38.). Nur kurz darauf konnte sich die niederländische Torhüterin bei einem strammen Morgan-Schuss von der Strafraumgrenze erneut auszeichnen (40.). Kurz vor der Pause stießen Lieke Martens und Kelly O´Hara mit den Köpfen zusammen, die Amerikanerin blieb in der Kabine und wurde für die zweite Halbzeit durch Ali Krieger ersetzt.

Rapinoe trifft per Elfmeter

Dort tat sich zunächst nicht viel, ehe Stefanie van der Gragt bei einer Abwehraktion Morgan an der rechten Schulter traf, nach Videobeweis entschied Frappart zurecht auf Foulelfmeter, Rapinoe lief an und verwandelte ihren dritten Elfmeter im Turnier zur Führung (61.). Es war das erste Mal, dass in einem WM-Finale ein Elfmeter verwandelt wurde, nachdem 2007 DFB-Torhüterin Nadine Angerer den Elfmeter der Brasilianer Marta gehalten hatte. Das Spiel stand nun unter anderen Vorzeichen, die Niederlande mussten ihre Abwehr lockern und nun selbst versuchen, spielerische Akzente zu setzen. Das verschaffte dem US-Spiel nun mehr Platz und Lavelle schloss bei einem Konter einen sehenswerten Alleingang mit einem Linksschuss zum 2:0 ab (69.).

Wechsel auf beiden Seiten

Mit Jill Roord für Lieke Martens (70.) und Shanice van de Sanden für Anouk Dekker (75.) versuchte Wiegman noch einmal offensive Akzente zu setzen. Doch die Amerikanerinnen waren einem dritten Treffer näher als die Niederländerinnen dem Anschlusstreffer. Crystal Dunn scheiterte aber an van Veenendaal (76.). Beerensteyn setzte sich auf der Gegenseite gegen Krieger durch, doch Naeher hielt sicher (77.). Unter dem Jubel der US-Fans verließ Rapinoe das Spielfeld und machte Platz für Christen Press (78.). Spitse scheiterte nur knapp mit einem direkten Freistoß (80.). In der Schlussphase bekam dann auch noch Carli Lloyd einige Minuten Spielzeit, am jetzt souverän zum Ende gebrachten US-Sieg änderte sich nichts mehr.

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Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

15 Kommentare »

  • balea sagt:

    Ein verdienter Sieg der US Frauen um 3fach Gewinnerin Rapinoe. Sie hat neben goldenem Ball, goldenem Schuh, dem WM Titel übrigens auch als einzige Spielerin 3mal Spielerin des Spiels abgeräumt.

    Ich denke, dass die Schwedinnen es im Finale vielleicht noch etwas schwerer für die USA gemacht hätten – wenn man bedenkt, wie die gestern aufgetreten sind.
    Mir kam es vor, als ob sich die VARs im Laufe des Turniers immer mehr zurückgehalten haben. In meinen Augen war bereits die erste Aktion gegen Morgan im Strafraum zumindest einer genauen Überprüfung würdig.

    D ist mit seiner Leistung zum richtigen Zeitpunkt ausgeschieden – jetzt sollten auch die richtigen Schlüsse daraus gezogen werden. Die USA Hälfte war eindeutig stärker und Frankreich, Australien und erstaunlicherweise Brasilien hätten eigentlich mehr verdient gehabt. Genauso wie Japan, die aus der anderen Hälfte unter Wert abgeschnitten haben. Japan ist für mich ein Topfavorit bei Olympia im eigenen Land. Das müsste jetzt eines der jüngsten Teams sein und werden sich ab sofort voll darauf konzentrieren. Wenn man bedenkt, dass auch Kanada gute Leistungen abgeliefert hat, muten die 7 von 8 VF Teams aus Europa doch als eine gewisse geographische Verzerrung an.

    (-2) 14 Gesamt – 6 hoch – 8 runter
  • Ingrid Novosad sagt:

    Leider muss ich zum Ende der WM die Frauenfußballfans bei womensoccer nochmals mit meiner Kritik am Videobeweis-Verfahren belästigen. Aber es ist dies das letzte Mal, denn ich werde mir ganz sicher keine Spiele mehr anschauen, in denen das VAR zum Einsatz kommt. Ich möchte nämlich eines natürlichen Todes sterben und nicht vor Ärger mit dem Kopf in der Zimmerdecke stecken bleiben.

    Es wurde das erhoffte, interessante, abwechslungsreiche Spiel. Schließlich wollten die Engländerinnen ihre 3. Platz von 2015 verteidigen und die Schweden wollten auch endlich mal wieder auf dem Treppchen stehen.

    In dem besonders in der ersten Spielhälfte offenen Schlagabtausch fielen die 4 Tore nach teils krassen Abwehrfehlern, wobei der zweite Treffer der Schwedinnen und der Anschlusstreffer der Engländerinnen mit viel Ballgefühl erzielt wurden. Aber, wie schon erwähnt, wenn niemand Fehler macht, fallen auch keine Tore.

    Dass der Ausgleichstreffer nicht anerkannt wurde, lag mal wieder am VAR-Team, das ein Handspiel der englischen Torjägerin erkannt haben wollte. Meiner Ansicht nach hatte sie sich den Ball mit der Brust vorgelegt, der sich dann natürlich an dem angewinkelten, etwas abgespreizten Unterarm vorbei bewegte. Leider gab es nur seitliche Videobilder zu sehen, die meiner Ansicht nach nicht belegen konnten, dass der Ball mit dem Arm geführt worden war (was aber die Kommentatorinnen im deutschen, wie auch österreichischen Fernsehen erkannt haben wollten – ich habe von da an bei beiden den Ton abgewürgt). Wenn man etwas bekritteln könnte, dann den Umstand, dass sich die Engländerinnen bei der Balleroberung mit dem abgespreizten Arm die schwedische Abwehrspielerin vom Leib gehalten hat.

    Während die Schwedinnen von Beginn an Druck auf ihre Gegnerinnen ausübten, frönten sie nach dem Seitenwechsel wieder der altgewohnten Spielweise, indem sie versuchten aus der Abwehr heraus mit langen Bällen ihre Konter zu fahren. Allerdings kamen dann, wie auch bei den Engländerinnen, kaum mehr Bälle bei ihren Stürmerinnen an. So hätten eigentlich nur noch die Torhüterinnen bei ein paar nicht ganz astreinen Aktionen für Gefahr vor ihrem eigenen Kasten sorgen können.

    Die US-Amerikanerinnen konnten sich also gegen alle europäischen Mannschaften behaupten, wobei das Finale nicht einmal zu den schwersten Aufgaben zählte, auch wenn es erst eines Elfmeters bedurft hat, um die Zeichen auf Sieg zu stellen.

    Die Niederländerinnen erbrachten zwar in der ersten Spielhälfte ihre wohl beste Abwehrleistung des Turniers, mussten sich aber doch bei ihrer starken Torhüterin bedanken, nicht in Rückstand zu geraten. Und beim VAR-Team; dazu später.

    Gerade mal drei gute Zuspiele in die Spitze und eine kurze Drangperiode zum Ende der Spielhälfte sind einfach zu wenig, wenn man Weltmeister werden will.

    Nach dem Seitenwechsel machten die Amerikanerinnen weiterhin Druck. Dass es allerdings wieder ein VAR-Entscheid war, der nach einem unnötigen Foul zum ihrem ersten Torerfolg führte, wär meiner Ansicht nach zu verhindern gewesen. Die Schiedsrichterin hätte aus ihrer Sichtlinie mindestens auf „gefährliches Spiel„ erkennen müssen. Ich frage mich allerdings, wieso sie dabei von der Linienrichterin keinen Hinweis bekommen hat, denn auf deren Seite Fand die Körperberührung durch das extrem hohe Bein der Niederländerin statt – und Körperberührung bedeutet direkten Freistoß – im Strafraum also Elfmeter.

    Ähnliches hätte aber schon in der ersten Spielhälfte bei dem Stoß der Niederländerin in den Rücken der Amerikanerin geschehen müssen. Haben die Linienrichterinnen da keine Entscheidungsgewalt mehr und müssen auf das VAR-Verfahren warten?

    Aber von der Seite war da nichts gekommen.

    Wenn dann Frau Künzer im Kommentar nach dem Spiel meint, dass es nicht elfmeterwürdig wäre, wenn sich die gefoulte Spielerin vom Tor weg bewegt, so befindet sie sich auf dem Holzweg. Dazu gleich am Schluss noch etwas.

    Aber der schnell folgende zweite Treffer, ein sehr schön platzierter Schuss, zeigte, wer „Herr im Ring“ war. Auch das Aufbäumen der Niederländerinnen erbrachte kaum Gefahr für die Amerikanerinnen, war zu sehr auf ihre erfolgreichste Torschützin ausgerichtet. Das verschaffte den US-Girls sogar die besten Möglichkeiten, alles klar zu machen. Allerdings gingen die damit äußerst fahrlässig um und hätte uns zum Spielende die wieder unschönen Szenen an der Eckfahne ersparen können.

    Ich möchte zum Ende der WM einmal alle Diejenigen aufrufen, die ständig die Leistungen der SchiedsrichterInnen bekritteln, selbst Spiele zu leiten. Es besteht ein sehr großer Bedarf daran und es ist sehr schade, dass gerade im Jugendbereich sehr oft ein „geeigneter Sportkamerad“ die Spiele leiten muss.

    Damit will ich nicht deren Leistung herabsetzen, aber ich bin der Ansicht, dass alle SpielerInnen ein Anrecht auf ausgebildete SchiedsrichterInnen haben. Und wie sollen gerade Jugendliche die Regeln lernen, wenn sie es nicht klar und deutlich erklärt bekommen. Aber auch die Erwachsenen kennen die sehr oft nicht wirklich.

    Da ich ja auch SR war, musste ich als Trainerin meiner Jugendmannschaften oft genug deren Spiele selbst pfeifen, statt an der Linie zu stehen.

    Frau Künzer bemängelt, dass es ausreichend gute Schiedsrichter(innen?) gibt. Schauen Sie sich doch bitte einmal an, was sich da auf den Spielfeldern tut, wie SchiedsrichterInnen von SpielerInnen und Zuschauern angegangen werden! Wie kann man denn da erwarten, dass sich da noch jemand zur Verfügung stellt.

    Die Spielerinnen schreien lauthals nach mehr Geld, möglichst auch so viel, wie die Männer. Schauen Sie sich aber doch mal an, was SchiedsrichterInnen da für ihre Tätigkeiten bekommen, in welchem Verhältnis das steht.

    Ja, wir machen das als Spaß an der Freude (jedenfalls hatte ich das getan), und so soll es auch sein. Aber dann dürfen wir auch auf etwas mehr Toleranz hoffen. Wir machen natürlich Fehler, aber sicherlich nicht mit Absicht!

    Ich habe glücklicherweise in den Jahren, in denen ich mit der Pfeife auf den Spielfeldern unterwegs war, nur ein Spiel gehabt, nach dem ich mich gefragt hatte, warum ich eigentlich so blöd bin und meine Zeit opfere (weil zwei AH-Mannschaften geglaubt haben, sich bekriegen zu müssen). Ich hatte ansonsten viel Freude dabei, aber man braucht schon ein dickes Fell, um all das abschütteln zu können, was einem da an den Kopf geworfen wird. „Bleib doch an Deinem Herd“ ist da das Harmloseste. Und immer öfter liest man, dass Schiedsrichter tätlich angegangen werden – von Spielern und Zuschauern. Bei den Frauen ist es noch nicht so schlimm, aber schauen Sie doch auch da einmal genauer hin; das Zeichen, blind zu sein, kommt schon sehr häufig vor und gehört auch noch zu den harmlosen Äußerungen.

    Und was das noch schlimmer macht, sind die Auswirkungen auf den Jugendbereich. Die Jugendlichen unterscheiden da nicht zwischen gut und schlecht, sondern orientieren sich am Verhalten der Erwachsenen. Da könnte ich auch einige Geschichten dazu erzählen.

    Wie aber sollen da, wo allgemein eh schon ein Rückgang bei den ehrenamtlichen Tätigkeiten zu beobachten ist, Leute animiert werden, sich noch als SchiedsrichterIn zur Verfügung zu stellen? Das gilt leider auch im Bereich der Betreuung und Trainertätigkeiten. Das sind auch Auswirkungen, welche die Überbezahlung von Sportlern, speziell von Fußballern, mit sich bringt.

    Und so wollen immer mehr Menschen nur noch etwas für die Gesellschaft tun, wenn sie auch möglichst viel Geld dafür bekommen.

    Jetzt kann ich nur hoffen, dass mein Apell doch bei einigen Frauenfußballfans ankommt und weiter getragen wird. Ich wünsche allen noch viele schöne Spiele, auch auf den unteren Ebenen.

    (2) 20 Gesamt – 11 hoch – 9 runter
  • Pauline Leon sagt:

    they never gave up!

    herzlichen glückwunsch dem uswnt zum gewinn des titels.

    Und auch glückwunsch an die oranje leeuwinnen, die zumindest in den ersten 30 minuten gegen halten konnten und auch wollten.
    schade, das sie dann irgendwie die motivation suchen mussten und aber nicht mehr fanden.

    egal,
    die besten haben gewonnen!!
    da wird sich der dfb ordentlich strecken müssen, um den nächsten titel der frauen zu feiern. aber vielleicht wollen sie ja garnicht.

    und NATÜRLICH ist der fussball der frauen so politisch wie megan rapinoe ihn darstellt.
    die wahrheit ist zwar zumutbar, aber auch hier gibt es viele user, die immer auf den „markt“ hinweisen der alles regelt.
    genau deswegen ist die welt so, wie zumindest das uswnt sie wahrnimmt und sie zu verändern sucht.

    viel erfolg dabei!!!

    (4) 16 Gesamt – 10 hoch – 6 runter
  • Fan2 sagt:

    Die mit Abstand vorhersehbarste WM aller Zeiten. Wenn mich jemand vor dem Turnier gefragt hätte, hätte ich 95% so vorher sagen können. Was sagt uns das? Dass es im FF keine Typen für Überraschungen gibt, dass alles mittlerweile nach Schema F läuft…

    (-13) 21 Gesamt – 4 hoch – 17 runter
  • bale. sagt:

    Rapinoe 1-Trump0

    (3) 23 Gesamt – 13 hoch – 10 runter
  • ajki sagt:

    „Verdiente Sieger“ – so nennt man wohl solche Mannschaften wie das USWNT.

    In diesem Fall trifft das wohl in einem besonders deutlichen Ausmaß zu. Nicht, weil es schon das zweite Mal ist (bei einigen Änderungen im Kader). Nicht nur, weil sie halt das Endspiel gewonnen haben. Nicht deshalb, weil sie das Endspiel mit insgesamt gesehen deutlicher Überlegenheit gewonnen haben (und somit „verdient“).

    Es sind deshalb sehr „verdiente“ Weltmeister, weil sie bei diesem Turnier auf der „starken“ Seite des Turnierbaums im Prinzip *alle* stärksten europäischen Mannschaften jeweils spielüberlegen geschlagen haben:

    – Schweden in der Gruppenphase
    – Spanien im Achtel
    – Frankreich im Viertel
    – England im Halbfinale
    – Niederlande im Finale

    Auch in den Spielen gg. F und Engl., die meiner persönlichen Meinung nach die fußballerisch „besten“ Spiele der WM waren, war das US-Team aufs je gesamte Spiel hin gesehen die überlegene Mannschaft.

    Da D. seit geraumer Zeit bei den WM eine bestenfalls „mittlere“ Mannschaft stellen kann, hat die USA damit die gesamte europäische „Elite“ überzeugend geschlagen. Von der anderen Seite des Turnierbaums wäre also nur Japan als relevanter Gegner übergeblieben – aber die waren ja (mit im Grunde qualitativ besserem Kader) schon 2015 völlig untergegangen.

    Es werden also acht Jahre „verdiente“ Weltmeisterschaft werden. Das zeigt nicht nur der dt. Nationalmannschaft der Frauen auf, wohin der Weg zu gehen hat. Und wenn es nicht 12 Jahre Weltmeisterschaft werden sollen, dann müssen sich die Europäer in den nächsten vier Jahren schon ganz intensiv anstrengen – und eben nicht „nur“ die Deutschen.

    (12) 18 Gesamt – 15 hoch – 3 runter
  • Egidi sagt:

    Sicher, das Ergebnis entspricht den meisten Erwartungen. USA ist Weltmeister, zu Recht! Doch meine Anerkennung geht auch an die Europäischen Team`s die es den Amerikanern sehr schwer gemacht haben. So war der Faktor „Glück“ sehr oft auf der amerikanischen Seite. Diese WM wird wohl als eine der 11 meter Entscheidungen in die Geschichte eingehen.
    So habe ich gestern sehr oft den Atem angehalten wenn eine Amerikanerin im Strafraum von Holland zu Boden ging. Nur zeigte der viel umstrittene VAR dieses Mal eine positive Wirkung zudem die Größe einer Schiedsrichterin die ihre Entscheidung zurück nahm.
    Holland,Frankreich,Spanien,England und auch Schweden haben uns bewiesen was möglich ist. Aber nicht nur auf dem Platz zeigten sich mutige Kämpferinnen wie eine Megan Rapinoe die keine Angst hatte sich mit den Mächtigen an zu legen. Solche Kämpferinnen wie Rapinoe ,Ada Hegerberg, Pernille Harder u.s.w die sich bedingungslos für ihren Sport einsetzen sind in Deutschland leider Selten. Ein Oliver Bierhoff würdigt das sympathische Auftreten der deutschen Frauschaft. Eine 19 jährige wird als „Unsere Hübscheste“ Star in den Netzwerken. Der Dachverband brüstet sich wie alle Jahre wieder mit dem was alles getan werden muss, bislang leider nur Lippenbekenntnisse. Gianni Infantilo preist die WM als die beste aller Zeiten und spricht von Nations League und Klub WM der Frauen. Medien und Werbe einnahmen sowie Menschenhandel in zwei oder dreistelliger Millionen Höhe sind dabei die wohl einzige Motivation. Für mich ist diese WM nicht nur der Kampf um den Titel sondern auch Ausdruck eines „Geschlechterkampfes“ aus dem die Frauen als Sieger vom Platz gehen. Frauenfußball ist weit mehr als nur Fußball !

    (1) 15 Gesamt – 8 hoch – 7 runter
  • Schneevonmorgen sagt:

    Der entscheidende Grund für die Überlegenheit der USA ist aus meiner Sicht, dass die Flanken und Pässe im vorderen Drittel ankommen. Selbst die langen Diagonalpässe waren gestern bis auf wenige Ausnahmen äußerst präzise. Das Passspiel der Niederländerinnen war vorne einfach zu schlecht. Gestern hatte ich zusätzlich den Eindruck, dass die Amerikanerinnen trotz 32 Grad und höherem Altersdurchschnitt körperlich fitter waren als die Niederländerinnen, die nach dem Halbfinale immerhin auch vier Tage Pause hatten. Die Spiele der USA gegen Frankreich, England und die Niederlande sind auf jeden Fall gut als Schulungsvideo für die deutsche Bundestrainerin geeignet.

    (16) 18 Gesamt – 17 hoch – 1 runter
  • fach fufbal van sagt:

    Da sind die Amis uns eben ganz enorm holiwud-event-technisch weit voraus. Jetzt werden die Spielerinnen wol, erst mal wieder 4-6 Wochen auf anfassen zur US Tour gehen obwohl da eigentlich ihre Teams noch in der Liga spielen.
    Bei uns waere da 1-2 Mal was los in dem Frankfurter Balkon hoechstens zB. Das ist doch kein Fusball.
    Aber dieses Event-Puplikum ist eben auch erste Sane da. Wenn man die Cowboys zb sieht wie zum Country-Folklohre-Festival rausgeputzt. Die sehen aus meine Meinung wie haben sie so was von null Interesse und Ahnung, an Fusball und kommen nur fuers Event.
    Nur Schade das, die gute Rapinoe, Morgan, Krieger und andere nicht ins Haus mit gehen und, da auch ein Event draus machen, waere bhsser als, daheim zu sitzenbleiben.

    (-6) 10 Gesamt – 2 hoch – 8 runter
  • Andi sagt:

    Herzlichen Glückwunsch an die US-Mädels, die nach unserer NT diejenigen sind mit denen ich aktuell am meisten mitfiebre…

    Bin gespannt wie es bei uns, aber auch im US-Sport weitergeht. Ich denke das vielleicht noch die nächsten olympischen Spiele mit einem ähnlichen Team der USA aufwarten können, aber spätestens danach wird es eine Zäsur geben und dann wird man sehen… Wie man hört, überlegt Jill Ellis auch aufzuhören? Wobei ich mir vorstellen könnte, das auch Sie nochmal einen Angriff auf Olympia nimmt.

    (2) 10 Gesamt – 6 hoch – 4 runter
  • holly sagt:

    acuch wenn die Niederlande Vizeweltmeister geworden sind haben sie eine ganz miserable WM gespielt. Das sie überhaupt so weit gekommen sind haben sie nur ihrer Torhüterin zu verdanken. Die vor zwei Jahren bei der EM überzeugenden Offensive war diesmal garnicht zu sehen. Die waren komplett außer Form aus welchen Gründen auch immer.
    Wer so einen Angsthasenfussball wie holland gestern spielt verliert fast immer auch verdient.
    Das ist mit ein 4:2 von USA gegen Japan lieber wo beide Mannschaften offensiv spielen.

    (-1) 13 Gesamt – 6 hoch – 7 runter
  • enthusio sagt:

    „Die Kompetenz der Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg zweifelt niemand an, aber eine gründliche Aufarbeitung ist ratsam, weil es zu erheblichen Spannungen im Trainerteam unter den charakterlich so unterschiedlichen Assistenten Patrick Grolimund, Thomas Nörenberg und Britta Carlson gekommen sein soll.“

    So liest man es in einem von @Zaunreiter geposteten Artikel von Frank Hellmann in der „Frankfurter Rundschau“.

    Meine Frage: Hat jemand dazu nähere Infos ?

    (5) 7 Gesamt – 6 hoch – 1 runter
  • Zaunreiter sagt:

    Wer hatte denn vor der WM die Niederlande als Vizeweltmeister gesehen? Also ich nicht!
    Und wenn ich mir die van Veenendaal von der EM anschaue und sie mit der van Veenendaal von der WM vergleiche, da muss ich sagen, dass sie sich enorm weiterentwickelt hat. Trotzdem sie zuletzt nicht mehr bei den „Gunners“ zum Zuge kam. Bei der EM stolperte sie desöfteren durch den Strafraum so wie Almut Schult früher in Bad Neuenahr. Aber auch die hat sich ja weiterentwickelt.
    Und bei der WM war van Veenendaal der Rückhalt der Elftal.

    (5) 7 Gesamt – 6 hoch – 1 runter
  • Uncle Jack sagt:

    Ziemlich interessante und relativ ausführliche Bewertung der jetzt abgelaufenen WM bei “Ballverliebt”:

    https://ballverliebt.eu/2019/07/08/us-triumph-mit-ansage-das-war-die-frauen-wm-2019/#more-16296

    (3) 3 Gesamt – 3 hoch – 0 runter

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