Die Musik spielt gerade anderswo

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Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf ist zum zweiten Mal in Folge nach der EURO 2017 im Viertelfinale eines großen Turniers gegen ein skandinavisches Team ausgeschieden. Ein Abwärtstrend mit Gründen, dem es in den kommenden Jahren Einhalt zu gebieten gilt.

Enttäuschte DFB-Spielerinnen nach dem WM-Aus in Frankreich
Ernüchterung: Wie bei der EM 2017 war auch bei der WM 2019 im Viertelfinale Endstation © imago/HMB-Media

Als Carolin Simon die Gefahr erkannte, war es bereits zu spät: Schwedens Innenverteidigerin Linda Sembrant hatte, in einer Mischung aus Befreiungsschlag und Kalkül, einen 50-Meter-Ball nach vorne gedroschen und während Stürmerin Sofia Jakobsson die sich anbahnende Chance blitzschnell erfasste und frühzeitig zum Sprint ansetzte, reagierte die deutsche Außenverteidigerin erst mit Verzögerung und verschaffte ihrer Gegenspielerin damit die entscheidenden Meter Vorsprung. Marina Hegering misslang zudem noch der Versuch, den Ball per Kopf zu klären und auch Sara Doorsoun war zu weit aufgerückt, um die in den vergangenen fünf Jahren im französischen Montpellier gereifte schlaksige schwedische Offensivkraft noch zu stoppen und am Ausgleich zu hindern.

Gegentor als Wendepunkt

Der erste Gegentreffer für die DFB-Frauen in der ersten Halbzeit eines WM-Spiels seit Schwedens Führungstreffer im WM-Finale 2003 durch Hanna Ljungberg, verfehlte seine Wirkung nicht und war der Wendepunkt. Bis dahin hatte die DFB-Elf mit der spielfreudigsten Leistung des Turniers und der taktischen Entscheidung, Kapitänin Alex Popp statt in der Offensive auf der Doppel-Sechs einzusetzen und auf Dzsenifer Marozsán in der Startformation zu verzichten, den Gegner überraschen können.

Mal wieder kein Plan B

Der Rest des Spiels ist schnell erzählt: Deutschland verlor nach dem Wirkungstreffer komplett die Linie und spätestens nach Schwedens frühem Führungstor durch Stina Blackstenius anfangs der zweiten Halbzeit war die Leistung der DFB-Frauen ähnlich desillusionierend, wie in der zweiten Halbzeit des verlorenen EM-Viertelfinales gegen Dänemark zwei Jahre zuvor in Rotterdam. Und auch die eine Viertelstunde vor Schluss zur Coaching Break umfunktionierte Cooling Break konnte in der Hitze von Rennes in Ermangelung eines Plan B für keine Impulse mehr sorgen.

Marozsán-Einsatz: Gezockt, aber verloren

Sicherlich lassen sich einige taktische Entscheidungen von Trainerin Martina Voss-Tecklenburg und Co-Trainerin Britta Carlson hinterfragen: War es sinnvoll, in der zweiten Halbzeit Dzsenifer Marozsán einzusetzen? Der an einem Zehenbruch laborierenden deutschen Spielführerin hatte Voss-Tecklenburg am Vortag noch Spielfähigkeit attestiert. Doch Marozsáns Körpersprache war schon in den ersten Minuten ihres Einsatzes anzusehen, dass hier eine Spielerin auf dem Platz stand, die weder physisch noch mental für die Anforderungen eines K.-o.-Spiels bei einer WM hundertprozentig bereit war. Doch offenbar überwog im Trainerinnenteam die Hoffnung auf den einen Geniestreich. Der wäre bei einem Freistoß in der Schlussphase auch fast gelungen, als Alex Popp zum Kopfball hochstieg, aber von Schwedens Torhüterin Hedvig Lindahl weggecheckt wurde. Ein elfmeterwürdiges Vergehen, hätten nicht die Hüter des heiligen VAR in Paris dank millimetergenauer Kalibrierungslinien vor dem Foul eine Abseitsstellung von Lina Magull ausgemacht.

Zu wenig Erfahrung

Ausgerechnet der erst 17-jährigen Lena Oberdorf trug man im Verlauf der zweiten Halbzeit die Bürde auf, das Ruder noch herumzureißen. Eine ähnliche Entscheidung von Silvia Neid, im WM-Viertelfinale 2011 gegen Japan die junge Alex Popp ins Getümmel zu werfen, hatte schon damals seine Wirkung verfehlt. Erfahrene Spielerinnen, wie Lena Goeßling und Melanie Leupolz, mussten auf der Bank schmoren oder wurden, wie im Falle von Babett Peter oder Simone Laudehr erst gar nicht mit zur WM genommen. Dabei hätte dem Team ein wenig mehr Erfahrung gegen einen kompakten und effizienten, aber keineswegs überragenden und unbezwingbaren Gegner sicherlich gutgetan. Allen voran in der Defensive, die gleich am ersten torgefährlichen Gegner im Turnier zerbrach.

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Doch unabhängig von einzelnen spieltaktischen und personellen Entscheidungen hat die deutsche Mannschaft in den vergangenen Jahren den Kontakt zur absoluten Weltspitze verloren, auch wenn Weltrangliste, die teils glücklichen Siege der Vorrunde ohne Gegentreffer und einzelne erfolgreiche Testspiele im Vorfeld der WM dies zu kaschieren vermögen. Wer tags zuvor das rasante Duell zwischen Gastgeber Frankreich und den USA verfolgt hat, den Kombinationsfußball Japans gegen die Niederlande bewundern durfte und auch sah, wie England mit überfallartigen Tempovorstößen ein keineswegs schwaches Norwegen aus dem Turnier warf, muss konstatieren, dass Deutschland von diesem Niveau derzeit ein ganzes Stück weit entfernt ist und auf Voss-Tecklenburg in den kommenden Jahren viel Arbeit wartet.

Glückliche Erfolge kaschieren Defizite

Denn gegenüber den Top-Nationen gilt es Defizite in Technik, Taktik und Athletik gleichermaßen wett zu machen. Zu oft waren leichte Abspielfehler, ein ungenaues Passspiel, aber auch läuferische Defizite, mangelndes Zweikampfverhalten und fehlende Gedankenschnelligkeit zu beobachten. Defizite, die sich bereits seit mehreren Jahren angehäuft haben, aber durch die eher glücklichen Titelgewinne wie den EM-Titel 2013 in Schweden und dem Olympia-Gold 2016 in Rio überdeckt wurden. Zudem treiben andere Länder, wie England oder Spanien, die Entwicklung des Frauenfußballs inzwischen mit Entschlossenheit und Ernsthaftigkeit voran. Der Einstieg großer, finanzkräftiger Sponsoren sowie das Engagement von Real Madrid werden die Frauenfußball-Landschaft der kommenden Jahre verändern.

Strategien entwickeln, individuelle Klasse fördern

Hier gilt es, Defizite zu bekämpfen und zu beheben und auch in Deutschland von Seiten des DFB Strategien und Konzepte zu entwickeln, um nicht weiter ins Hintertreffen zu geraten. So hat etwa der spanische Fußballverband unlängst angekündigt, 20 Milionen Euro in den Frauenfußball zu investieren. Aber nicht nur der DFB, sondern auch die Vereine sind gefragt, Strukturen zu optimieren und die Rahmenbedingungen für die Spielerinnen weiter zu verbessern. Zudem sollte in der Ausbildung der Spielerinnen wieder mehr Wert auf individuelle Klasse statt auf Flexibilität gelegt werden. Eine Weltklassespielerin auf einer Position bringt mehr als eine Spielerin, die auf vielen Positionen gut, aber nicht herausragend ist. Es ist kein Zufall, dass in den kommenden Tagen Spielerinnen wie Megan Rapinoe, Vivianne Miedema oder Lucy Bronze die Schlagzeilen bestimmen werden.

Mein Leben als Hope Solo
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  • 340 Seiten - 01.07.2013 (Veröffentlichungsdatum) - Edel Books - Ein Verlag der Edel Germany GmbH (Herausgeber)

Letzte Aktualisierung am 24.01.2020 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

60 KOMMENTARE

  1. Zitat: „Zudem sollte in der Ausbildung der Spielerinnen wieder mehr Wert auf individuelle Klasse statt auf Flexibilität gelegt werden. Eine Weltklassespielerin auf einer Position bringt mehr als eine Spielerin, die auf vielen Positionen gut, aber nicht herausragend ist.“

    Dafür muss aber erst einmal genug Nachwuchs vorhanden sein. Meinen Informationen zufolge nimmt die Zahl der spielenden Mädchen seit längerer Zeit ab. Diverse Vereine mussten schon ihre Frauenabteilungen mangels Spielerinnen aufgeben.

    Der DFB wird wohl so richtig viel Geld in die Hand nehmen und dieses in die Nachwuchsarbeit investieren müssen, einschliesslich passender Werbung um Nachwuchs.

  2. Herr Juchem ,Gratulation zu diesem Kommentar.
    Sie sprechen genau das an ,was auch ich schon vor Jahren geschrieben habe. Wenn uns erstmal die Färöer Inseln 6:1 schlagen ,ist es zu spät.

  3. MVT… mit der schweiz die Quali nicht geschafft. in DU seinerzeit eine demission erlebt. es hat sich nicht viel verändert, sie hat eigene vorstellungen, die man teilweise nicht nachvollziehen kann. eine j.M. einzusetzen, wo ärmelhochkrempeln gefragt ist, eine fehleinschätzung.

  4. Zum Thema Marozsan: Hinterher ist man immer schlauer. Wäre sie nicht eingewechselt worden und man hätte das Spiel nicht gewonnen, wäre genau umgekehrt argumentiert worden. Wie kann man eine solche Schlüsselspielerin nicht einsetzen ?

    Das Erreichen des Viertelfinales entspricht ungefähr den bis dahin gezeigten Leistungen. Man war keineswegs Favorit, Martina Voss-Tecklenburg sprach vor dem Schweden Spiel zurecht von einer 50:50 Angelegenheit. Man ist weit davon weg, zu sagen, diese Truppe ist so talentiert, damit muß man auf jeden Fall ins Halbfinale oder gar ins Finale einziehen

    Wenn man zur Einzelkritik übergeht, muß man feststellen, dass man aus diesem Team leider nur wenige Gewinner benennen kann. Almuth Schult kann man wenig Schuld geben, auch Alexandra Popp darf man wenig vorwerfen. Sie mußte aber auch darunter leiden, dass sie desöfteren als Notnagel entweder als Stürmerin oder als 6 mißbraucht wurde. Besonders trifft dieser Punkt aber auf Giulia Gwinn zu, die wohl als Außenverteidigern egal ob links oder rechts unverzichtbar war, obwohl sie gerade offensiv ihre Stärken hat und defensiv noch sehr weit von weltmeisterlich entfernt ist. Dass sie trotz dieser Defizite noch zu den positiveren Akteurinnen zählt, ist für einige Mitspielerinnen kein Ruhmesblatt.

    Ansonsten tat sich MVT mit der Besetzung der Außenbahnen sowohl defensiv als auch offensiv sehr schwer. Sowohl Leonie Maier als auch Hendrich waren über das gesamte Turnier kein entscheidender Faktor. Auf der linken Seite gelang es weder Schweers noch Caro Simon sich festzuspielen.

    Positiv aufgefallen ist auch Sara Däbritz, die dann doch einige lichte Momente zu bieten hatte, ebenso auch Lina Magull. Bei Swenja Huth lagen die Erwartungen einfach sehr hoch, um ihr eine gute Turnierleistung zu bescheinigen.

    Wie schon richtig beschrieben liegt eine große Verantwortung für die Weiterentwickung neben der Bundestrainerin auch und vor allem bei den Vereinstrainern der maßgeblichen Vereinen.

    Wenn sich der FC Bayern schon auf die Fahne schreibt, möglichst viele Nationalspielerinnen in München zu sammeln, sollten sie sich auch dazu verpflichtet fühlen, diese Spielerinnen so weiterzuentwickeln, damit sie dann die Nationalmannschaft auch weiter bringen. Da ich, mein Nickname lässt es schon vermuten, vor allem die Spielerinnen bzw. Ex-Spielerinnen des SC Freiburg verfolge, muß ich sagen, daß doch einige von den vielen Spielerinnen nach ihrem Wechsel nach München eher stagnierten. Hier wartet auf den neuen Trainer Jens Scheuer eine wichtige Aufgabe und er kann hoffentlich wieder an die ersten 3 Jahre beim SC Freiburg anknüpfen und das letzte Jahr ausblenden. Gerade eine Mandy Islacker in ihrer Bestform hätte diesem Team sehr gut getan

    Ansonsten fällt es sehr schwer, deutsche Spielerinnen zu benennen, denen man das Prädikat „Weltklasse“ zukommen lassen kann. Der Unterschied zu den besten Spielerinnen ist dann doch recht deutlich.

    Gestern abend wurde dann mit 7,90 Mio Zuschauern und 43,2 % der Rekord bei dieser Frauen WM bei den Fernsehzuschauern erreicht. Das entspricht genau dem Wert für das Männer-Quali-Spiel Deutschland gegen Weißrussland, das ebenso 7,90 Mio Zuschauer vor die Endgeräte lockte.

  5. @Markus,
    Gratulation für ihren konstruktiven Beitrag, er trifft den Nagel auf den Kopf! Bin aber gespannt ob sich was ändert in Fußballdeutschland in Bezug auf die Nationalelf. Um den Vereinsfußball, vor Allem den VfL Wolfsburg, mache ich mir wenig sorgen. Um die Bundesliga insgesamt aber schon ein bißchen mehr. Nicht nur in und für der Natio, sondern auch der Bundesliga müsste viel mehr, vor Allem Geld, investiert werden. Vielleicht wäre die Überlegung nicht schlecht die Frauenbundesliga in DFL mit zu integrieren und damit fördern. Bessere Sendepräsenz im TV wie Sportschau oder Sportstudio und einheitliche Anstoßzeiten, wie Almuth Schult gefordert hat. Bei den nächsten Verhandlungen über die Gelder für TV-Übertragungen einfach TV-Rechte und Gelder für die Frauen von den TV-Anstalten mit verhandeln und einfordern. Warum soll es Deutschland nicht gelingen, was England bezüglich auf ihre Liga vorgemacht hat? Von einer sportlich und finanziell starken Bundesliga der Frauen profitiert letztendlich doch die Nationalelf.Wenn es in Deutschland, so wie in England und den USA Profifußball bei den Frauen gibt dann werden vielleicht wieder mehr Mädchen den Weg zum Frauenfußball finden. Momentan geht ja die Anzahl der Mädchen eher zurück.

  6. Die Frage stellt sich will das der DFB überhaupt(Geld in die Hand nehmen). Ich habe da meine Zweifel!
    Die Spielerinnen werden nicht in der Bundesliga gemacht sondern in den kleinen Vereinen am Rande der Zentren. Dort muß investiert werden(bei Sportstetten, Betreung und Finazierung der Mannschaften, Trainerausbildung und Bezahlung der selbigen) von da kommen die Talente für die Bundesliga. Was spassiert z. B. in Wolfsburg die U17 wird Deutschermeister, haben demzufolge gute Talente in ihren Reihen. Die Spielerinnen gehen zu anderen Vereinen damit sie einen Schritt nach vorne machen. In der 1. Mannschaft ist kein Platz für sie da. Was soll das? Bayern bedient sich in Freiburg, usw. Andere BL-Vereine nagen am Hungertuch müssen jeden cent um drehen damit sie über die Runden kommen. Noch weiter unten finazieren die Spielerinnen ihren eigenen Sport (Fahrkosten Verpflegung Übernachtungen).
    Wenn das so weiter geht fällt die Basis wenn und die Vereine leben nur noch von Ausländerinnen, oder höhren ganz auf.

  7. quo vadis frauenfussball, und das sei jahren.im prinzip gibt es in der bfbl nur zwei vereine die ein bisschen inernational mithalten können. die anderen sind nur füllmaterial. ich habe vor jahren schon gesagt die vereine sind nur da damit wir eine natio stellen können.die 2.bl wurde neu konzipiert.man wollte die leistung verbessern, hataber übersehen,dass dort viele 2. mannschaften spielen. eine farce, dass dort zb der fünftplazierte aufsteigen kann oder muß. gespielt wird teilw. vor 50 -80 zuschauern. wo soll das geld herkommen? in engl. spielt eine überdurchnittliche spielerin für 300.000€, von diesen ges. budget träumen hier ganze vereine. wo sind denn die früheren fbl…rheine, duisburg. hsv,brauweiler, bad neuenahr,herford das ist leider der lauf der dinge. ich bin jedenfalls froh, dass ich mir nicht mehr den Bernd Schmelzer antun muß. wie herzerfrischend waren da die beiden Damnen in der ard und zdf

  8. @Schwarzwaldmarie,
    ich bin mit den meisten deiner Einschätzungen einverstanden. Nur beim Thema Maro bin ich nicht deiner Meinung. Wenn Maro fit gewesen wäre dann hätte sie sowieso gespielt, aber eine der Maßen verletzte Spielerin einzuwechseln ist m.E. nicht richtig, Hier hätte mit Lena Gößling die beste Mittelfeldspielerin der Rückrunde in der Bundesliga mit ihrer Erfahrung dem Team mehr helfen könne als eine angeschlagene, nicht gesunde Maro.Auch bei Magull bin ich nicht deiner Meinung. Sie ist eine technisch sehr gute Spielerin, übertreibt aber oft das Dribbling und hat dann keinen Blick für ihre Nebenleute.

  9. Der Vergleich mit Rotterdam vor zwei Jahren stimmt in einer Hinsicht besonders, das warten auf Schiedsrichter Entscheidungen! Ansonsten ist der Artikel des Herrn Juchem genau das was auch in der Presse berichtet wird. Der Kicker erklärt den Ausgleichstreffer für irregulär und liefert zudem den „Videobeweis“. Bei anderen Frauschaften hatte das hier zu Entrüstung`s Stürmen geführt. Nur bei der Eigenen halt nicht. Schon Arg Merkwürdig dieses womensoccer und seine User.

  10. hi, tut mir leid, dass ich die holländischen fans gelobt habe. hätte ich gewusst, dass das hier nicht erwünscht ist, hätte ich mir nicht die mühe gemacht.
    bitte auch meine sonstigen daten löschen.

    danke

  11. Wie der große DFB die Frauenfußballvereine unterstützt kann man auch dem folgendem Artikel ansatzweise entnehmen.

    https://www.swp.de/sport/fussball-lokal/hohenlohe/viel-mehr-als-nur-der-nichtabstieg-31326184.html

    Da sind andere Nationen deutlich weiter mittlerweile. Wenn man wieder an die Weltspitze zurück will muss da deutlich mehr kommen.
    Auch die Medien müssn hierzu ihren Teil beitragen und mehr berichten damit der Frauenfußball präsent bleibt nicht nur zu großen Turnieren.

  12. Ja guter Artikel, aber was mich stört „dann spielen hier nur noch Ausländeriinen“ !!!
    In England (kenne,Miedena ,wälti,Ericsson, Mjelde)
    Frankreich (Jakobsson ,Bronze,kumagai,van der Sanden etc)
    Spanien (duggan, Martens ,hamraoui)
    Schadet nicht den Vereinen im Gegenteil!!!!!
    Meine Meinung

  13. Die Kritik von Herrn Juchem ist ja noch sehr zurückhaltend und höflich formuliert. Im Grunde offenbart sich jetzt aber eine Folge der Fehlentwicklungen, die hier schon länger im Zusammenhang mit dem Ligabetrieb kritisiert wird: Die meisten Vereine geben sicher ihr Bestes, aber sind von der wachsenden Schere schlicht überfordert. WOB und Bayern schöpfen den Rahm ab – tun das aber allein unter dem Primat der Eigen(marken)vermarktung und der Ligabetrieb geht damit zunehmend vor die Hunde. Einfach Dortmund aufzufordern, noch so einen künstlichen Elefanten aufzubauen würde langfristig gar nichts nützen. Die Breite des Nachwuchses hat davon nichts. Es ist in erster Linie tatsächlich der DFB, der ein auskömmliches Minimum für die jeweiligen Ligen/Vereine im allgemeinen Konsens festlegen muss und dafür Sorge tragen muss. Viele weitere Massnahmen wie Ablösen etc wurden auch schon erwähnt.

    Aber bei dieser WM hat man auch mal wieder gemerkt, wie total verpeilt die meisten Medien mit dem Frauenfussball umgehen: dabei ist es ja grundsätzlich ein Witz, dass der FF bloss in seiner Existenz als N11 zur Kenntnis genommen wird und die Reporter dann die Heldinnengeschichten von einem Turnier zum nächsten erzählen (müssen) – ohne Rücksicht, dass dazwischen vielleicht auch eine ganze Menge passiert. Und so bekommen die Zuschauer, die sich nicht näher interessieren, vollkommen schiefe Eindrücke und wundern sich, warum „Geschichte“ und „auf dem Platz“ so wenig miteinander zu tun haben. Allein die taz ist mir diesmal mit einer recht realistischen Berichterstattung aufgefallen.

    Und einfach alles den Männern nachzumachen, was Geld, Konzepte etc angeht halte ich auch für falsch. Dort sieht man ja auch, in was für Fehlentwicklungen sich die Verbände hineinentwickeln. Es bräuchte wirklich eine kompetente, einflussreiche und engagierte Task Force zum Frauenfussball (Amateur, Profi und N11), die sich zusammensetzen und sich die Fragen vorlegen: Was wollen wir eigentlich mit dem FF, wie können wir das erreichen und was benötigen wir dafür um das ganze nachhaltig aufzubauen und am leben zu halten? Einfach 20 oder 40 Mio drüber zu kippen wird auch nicht helfen.

  14. @Egidi,
    was kritisierst du hier Herrn Juchem für einen Artikel welcher den Finger richtiger Weise in die Wunde legt? Soll er hier die Spiele der Deutschen Elf vielleicht noch loben? Leg doch mal deine fußballnationale Brille ab dann wirst du sehen wie es zur Zeit um die Deutsche Elf bestellt ist. Nur rum jammern weil die Schiedsrichterin und der VAR mal ein Foul im Mittelfeld!!! übersehen oder es nicht als Foul gewertet haben, was soll das bringen? Dieses Spiel wurde von unserer Trainerin mit taktischen Fehlleistungen verloren.
    In einem anderen Beitrag schreibst du dass wir 2 Vereine in der Bundesliga haben, welche international erfolglos sind. Ja hast du da überhaupt eine Ahnung von dass du so einen Blödsinn hier verzapfst?
    Wolfsburg war immerhin in den letzen Jahren immer im Halbfinale und Finale der CL, mit Ausnahme 2019, immerhin im Viertelfinale. Die Bayerndamen haben es diese Saison bis hin ins Halbfinale CL geschafft. So und jetzt sage mir welcher Verein in Europa war in den letzten Jahren erfolgreicher als WOB, mit Ausnahme von Lyon? Also bevor du hier irgendwas Falsches behauptest, dann informiere dich bitte zuerst.

  15. @HFVFAN Sorry, ja das war eigentlich auch nicht auf diesen Kommentar bezogen. Aber schoen, dass es bei euch im Dorfclub noch gute Leute gibt. Das waren ja frueher, immer sowas wie die Keihmzellen.
    Nur leider wurden die guten Leute da auch im Zuge der ueppigen Komerzialisierung durch das Eventpublikum, immer seltener.
    Dass befeuert dann auch widerum solches Millionengekluengel wie beim dfb. Weil solange Erfolg da ist wird, voellig unkritisch beigejubelt (erinnere dich bloss an die ersten Spiele von Jones). Wenn nicht, wird voellig unkritisch draufgedroschen. nicht kritisch sondern beleidigt und gut oder schlecht wird in keinem Fall beruecksichtigt.
    Sieh nur die Kommentare hier. Je nach Emotionsgemengegelage fuehlt sich jeder nun zum Nationaltrainer berufen der, sich beim Elfmeterschuss nicht dass eigene Bein bricht bzw schon als Kind in DFB-Bettwaesche geschlafen hat, bevohrzugt noch mit Nummer 10. Das meiste, was sie von einem Fussballspiel verstehen, ist wer die meisten Tore geschossen hat und, wer schneller rennen kan.
    Und dann wudern sie sich auch noch, warum fachlich nix rumkommt, und Neid jetzt unsere Talente befoerdert.

  16. Guten Morgen fufbal van >Das erlebe ich bei mir in meiner Fußball Umgebung auch, das die vorne sind die rennen können aber den Ball nicht stoppen.
    Das stimmt mich traurig. Gestern habe ich mal reingeschaut beim Spiel U21 Männer Finale. Da wurde von Spanien Fußball zelebriert nicht gebolzt das Rennen kommt dann von alleine. War schön anzuschauen.
    Ich gebe die Hoffnung nicht auf das sich die Zeiten ändern. Schlimmer kann es fast nicht mehr werden.
    Wenn ich die DFB Bosse höhre „wir haben viel Arbeit gehabt um MVT zu verpflichten“ dann bekommt ihr hoffentlich noch mehr Arbeit den Karren aus den Dreck zu ziehen, wenn das überhaupt gewollt ist.
    Ich hatte nach Horst R für mich Bedenken angemeldet, ob das gut geht mit Frau Martina VT.
    Schaut man sich den Frauen Sport in D an neigt man dazu zu sagen, FF in eine Randsportart der bei uns gespielt werden darf, aber Geld darf er nicht kosten.

  17. Unnötige Niederlage gegen biedere,opportunistische Schwedinnen. Irgendwannmusste man mal verlieren gegen Allsvenskan, aber dass es gegen das uninspierinste Schwedens eit Ewigkeiten passiert,darf sich jede Spielerin persönlich hinter die Ohren schreiben. Wie zerstöre ich den Nimbus einer deutschen Nationalmannschaft. Die Generation Maro, Huth, Magull & Co hat Ihren Stempel in den letzten Jahren wirklich aufgedrückt – Nicht als Rumpelfußballerinnen, wie einst die Herren Anno 2000, sondern als Verlierer Natio!

    Die besseren Spielanlagen waren auf deutscher Seite. Torhüterinnen sind schlechtestenfalls pari und verlä#ssliche Torschützinnen haben die Schwedinnen sogar noch weniger … man ist ausgetrickst worden und vor allem über die eigenen Füße gestolpert.

    Bitte keine zweite Peter/Bartusiak (Hegering – langsam und NICHT wie gerne verkauft mit Übersicht/gutem Stellungsspiel) mehr. Maro als das einsetzen, was Sie ist – eine kongeniale Mitläuferin. Ist nichtmal Kritik an Maro. Aber die Männer hatten mit Ballack seinerzeit dasselbe Problem. Furchtbar talentiert und torgefä#hrlich, jedoch kein Spielmacher/Leader. Als hängende Spitze wahrscheinlich der torgefährlichste Fuß im Frauen-Weltfußball.

    Der Jahrzehnte andauernde Mangel an souveränen, abgeklärten, deutschen Innenverteiderinnen ist unverständlich – und muss strukturell sein. Diese Position ist geradezu „urdeutsch“ (und langweilig, aber effektiv).

    Für mich ist MVT die richtige Trainerin, die sich jetzt jedoch Ihren „Meisterschein“ verdienen muss als Konstrukteurin von Spielstrategie/Mannschaftsevolution/Ergebnissen. Genügend Material, um zu etwas Erfolgreichem zu kommen hat Sie. Aauch jetzt noch – wenngleich der Überschüss/Vorpsprung gegenüber anderen Ländern deutlich geschwunden ist. Der zurecht misbeliebten Neid muss man zugestehen, dass Sie sich zumindest in letzterem (relativ)verstand. Ergebnisse zählen nunmal immer.

  18. Gut das Kind ist in den Brunnen gefallen, aber wer soll es da wieder heraus holen? MVT? In der Öffentlichkeit wird nichts über falsche Strategie und falsche Austellung gesprochen, da heist es nur die Fußballerinnen haben versagt sie sind noch nicht gefestigt. Horst R hat eine funktionierende Mannschaft mit einen sehr guten System hinterlassen. Was hat MVT innerhalb eines halben Jahres daraus gemacht ein Hühnerhaufen. Wiso muste sie das Rad neu erfrinden es war garnicht notwendig sie hätte genügend Möglichkeiten gehabt junge Spieleinnen einzubauen wiso in der kurzen Zeit die ganze Mannschaft bis und währent der WM umkrempeln.
    Was kriegen die Spielerinnen vom DFB für den 8. Platz? Kaffeeservice?

  19. Mosan sagt: „Unnötige Niederlage gegen biedere, opportunistische Schwedinnen.“

    Dem stimme ich zwar zu, aber nicht der Kritik an den Spielerinnen. Meines Erachtens hat das Trainerteam sich völlig vertan und hätte durch eine ganz einfache Änderung, spätestens zur Halbzeit, wieder für Stabilität sorgen können.

    Statt Marozsán für Dallmann sofort Leupolz und gleichzeitig den sehr spät vollzogenen Wechsel Oberdorf für Schüller.

    Eine Doppelsechs mit Leupolz und Oberdorf hätte einmal deutliche Stabilität hinten gebracht und der Aufbau nach vorne hätte dann auch aus mehr, als hohen Bällen in die Spitze bestanden. Ausserdem wäre Popp dann sofort dort gewesen, wo sie dem Gegner richtig weh getan hätte.

    Am Anfang lief ja alles recht vernünftig, aber nach dem Gegentor war es völlig vorbei. Bis auf das Trainerteam hat doch wohl jeder gesehen, dass hinten geschwommen wurde und statt Aufbauspiel nur noch lange hohe Bälle ins Nirvana gespielt wurden, deren einzige potentielle Abnehmerin hinten eingesetzt war.

    Man hat an der Seitenlinie also genug Zeit gehabt. Diese Niederlage geht ganz eindeutig auf die Kappe des Trainerteams, welches ja die Spielvorgaben macht.

    PS: Statt Leupolz wäre auch Goeßling möglich gewesen, weil Oberdorf allein schon kampfstark genug ist und Goeßling ein sehr gutes Passspiel hat.

  20. Dem Meinungsbeitrag von Herrn Juchem wird jeder, der über die vergangenen Jahre hier oder anderswo am Schicksal der FF in D. Anteil genommen hat, ohne weiteres zustimmen können. Wie schon angemerkt wurde, hätte man sogar durchaus kritischer formuliern können.

    Am Istzustand ist nun nichts zu ändern, die Situation ist wie sie ist. Und hinsichtlich der diversen Probleme der N11 ist das alles auch nichts Neues – alle Probleme ziehen sich seit 2011 wie eine gerade rote Linie durch alle Turniere, auch wenn leider 2013 und 2016 das Neid-Team wider Erwarten und Mannschaftsleistung erfolgreich war.

    Sorgen macht mir persönlich nur das Wort „gerade“ im Titel „Die Musik spielt gerade anderswo“. Damit klingt an, dass die Lage sich in der Zukunft wieder zum Besseren wenden könne.

    Nicht, dass das nicht geschehen könnte – die Frage ist, wie die Wahrscheinlichkeiten dafür stehen. Und da bleibt – für mich – das sehr große und massive Fragezeichen ohne Veränderung gegenüber der Zeit vor der WM bestehen. Gehofft hatte ich durch die schmerzliche Negativerfahrung der letzten EM, die „Hrubesch“-Phase und die MVT-Übernahme auf eine stabilere, souveräner auftretende Mannschaft (unabhängig vom Ergebnis). Ich konnte da leider keine hoffungsstiftenden Änderungen erkennen.

    Also muss man sich schon wieder mit einer langen Warteschleife abfinden bis zum nächsten echten Turnier. Und man muss sich aufgrund der gegebenen Entwicklungen in Liga und Umfeld möglicherweise damit abfinden, dass bis zur nächsten qualitativen Aufschwungphase des dt. Frauenfußballs durchaus sehr, sehr lange Zeiträume zu „durchleiden“ sind. Oder eben einfach der FF in D. im europäischen Vergleich in die zweite oder dritte Linie zurückfällt. (Das ist *kein* Pessimismus, sondern es gibt ja eine ganze Reihe durchaus guter Gründe dafür – die hier auch alle in den Diskussionen oftmals angesprochen wurden)

    • @ajki: Ich befürchte, ein Ausscheiden im Viertelfinale eines großen Turnieres ist nicht schmerzlich genug. Vermutlich werden die DFB-Frauen einmal in der Vorrunde eines großen Turniers (WM, EM) scheitern bzw. sich gar nicht erst dafür qualifizieren müssen, bevor Entwicklungen ernsthaft hinterfragt werden.

  21. @ollerRentner,@Mosan,

    lieber Rentnerkollege ( bin auch Rentner ) stimme deinen Ausführungen hier voll zu. Mich stört nur der Satz von @Mosan „Unnötige Niederlage gegen biedere,opportunistische Schwedinnen“. Was soll bei den Schwedinnen bieder und opportunistisch gewesen sein. Bist du vielleicht ein schlechter Verlierer? Das schwedische Trainerteam hat anscheinend die Spielweise und davon vor Allem die Anfälligkeiten der deutschen Abwehr sehr genau analysiert und ihre Elf ausgezeichnet darauf eingestellt. Wenn man so will, muss man sagen eine taktische Meisterleistung im Bezug auf dieses Viertelfinalspiel. Unser Team war ja den Chancen nach mit dem 1:2 noch gut bedient! Es hätte durchaus noch schlimmer kommen können wenn die Schwedinnen ihre Chancen besser genutzt hätten und Almuth Schult nicht so gut gehalten hätte. Deutschland hatte doch im ganzen Spiel keine einzige klar herausgespielte, zwingende Torchance. Nur in den letzten Minuten des Spiel, als es schon fast zu spät war zwei, drei Kopfbälle nach Flanken. Sonst war da nichts.

  22. @Markus,
    ist es richtig dass für das Frauenfußball-Turnier bei Olympia nur 12 Teams zugelassen sind? Bei den Männern aber 16 Teams? Wenn das stimmen sollte dann frage ich mich was der Grund dafür für diese Ungleichbehandlung ist?

    • @Rudi: Ja, richtig. Fing mal mit acht Teams an, seit 2008 mit 12 Teams. Eine Aufstockung für 2024 wäre sicherlich wünschenswert, auch wenn für die europäischen Teams das Grundproblem bestehen bleibt, dass es bei dem jetzigen Quali-Modus sehr schwierig ist, sich zu qualifizieren. Das ließe sich womöglich optimieren und ist ein Fall für die entsprechenden UEFA-Gremien.

  23. Ich glaube das einige der aktuellen Spielerinnen überschätzt sind.
    Meiner Einschätzung nach wird dies aber auch vom dfb stark beeinflusst.Aus jedem Jahrgang werden Spielerinnen medial herausgepickt die dann in der Öffentlichkeit hochgelobt werden.
    Aufgefallen ist mir dies extrem bei Sarah Däbritz aber auch bei anderen Jahrgängen wie, Maroczan, Gwinn, etc…
    Ihre tatsächliche Leistungen auf dem Platz werden dann sehr häufig, gerade von den Kommentatoren fehlinterpretiert, da sie auch häufig auf das zurückgreifen müssen was Ihnen vom dfb oder vom Verein vorgegeben wurde aber eben nicht auf dem Platz aktiv zu sehen ist.
    So werden dann Spielerinnen die „ etwas“ über dem Durchschnitt liegen geradezu zu Superstars hervorgehoben obwohl die Leistung nicht stimmt.

    Und wenn man schon über mangelnden Nachwuchs klagt dann sollte man bei der Förderung des Frauenfußball auch den Mädels mal Möglichkeiten der staatliche Förderung anbieten wenn sie nicht gerade in den u-Natio Mannschaften spielen.
    Denn einige entwickeln sich unter Umständen erst danach.

    So ist mir ein Beispiel bekannt wo eine hochtalentierte (u-Natio nach Verletzung im Wiederaufbau ) Spielerin ihren Traum vom Profi (Halbprofitum) begraben musste weil sie sich, aus Mangel an Perspektiven nach der Karriere, ein berufliches Standbein bei der Polizei aufbauen wollte.
    Dies scheiterte wohl daran, dass es ihrem Verein bzw. dem Management und Trainer des Vereins nicht gelang die Spielerin von der Polizei für Trainings und Einsatzzeiten freigestellt zu bekommen.
    Hier muss doch der DFB bei dem Kontakt zu den „deutschen“ Behörden unterstützend tätig sein damit sich in Zukunft auch junge Spielerinnen auch ohne Vertrags- Millionen im Jahr, abgesichert fühlen können.

    Ansonsten wird der Fussball für Frauen in Deutschland eben nur eine Randsportart bleiben wenn die guten Resultate ausbleiben.

  24. Bei allem Streben nach Vielseitigkeit hat es mich schon gewundert, wie MVT Spielerinnen teilweise auf ungewohnten Positionen eingesetzt hat. Alex Popp zentral-defensiv ist da nur das plakativste Beispiel. Svenja Huth spielte die ganze Saison bei Potsdam über Mittelstürmerin (Entsprechend glaube ich, sie fühlt sich wohler als Zielspielerin denn als jemand, der auf dem Flügel oder im Halbraum Kombinationen gestalten muss), Marina Hegering in Essen im zentralen oder rechten Mittelfeld.

    Ich hoffe, dass Kristin Demann wieder zur Topform zurückfindet. Beim letzten Turnier war sie sehr wichtig für die defensive Stabilität und die Struktur im Aufbauspiel. In der Topform vergangener Jahre wären Tabea Kemme und Leonie Maier mit ihrer Erfahrung auch super für das Flügelspiel gewesen (dann hätte Giulia Gwinn auch statt Svenja Huth rechtsaußen spielen können).

  25. Schweden hat sich älteres Video Material genau angesehen,wenn da Spiele der SGS Essen dabei waren aus der Zeit in der Doorsoun und Hegering die Innenverteidigung in Essen organisierten konnten sie das zu hohe Aufrücken 1-2x pro Spiel studieren. Der lange Pass zum Ausgleich war kein schwedisches Zufallsprodukt.Die wussten wie es gehen kann.
    Das deutsche Spiel ist vorhersehbar und wenig variabel,das liegt aber kaum am Spielermaterial.

  26. @HFVFAN
    Sieh, das ist was ich meine. Wenn eine Organisation wie der dfb vom Kopf her nicht ganz klar ist dann, kann das mal kurz dumm laufen aber so langfristig ist es eben, weil die Basis morscht.
    Schau nur hier bei den Kommentarleuten.
    Da wissen manche nicht das, ein Dorfamateurtrainer, und zwar selbst ein 5t klassiger, haette eben vorher ueberlegt ob, er Maroszan bringt oder nicht und nicht ein WM-Viertelfinale mal so zum Testlauf dekradiert.
    Und die meisten waeren dann geistig auch dazu bereit gewesen die Idee zu sehen, dass vorher im Training einfach mal anzuschauen.
    Und geistig bereit gewesen Fusball so zu analysieren, und das real in 20 Minuten geistig umzusetzen, das das so kein Wert hat.
    Das ist ja schon dem blindesten Event-Zuschauer nach spaetestens 10 Minuten aufgefallen und, die werden fuers Zusehen nicht so gut bezahlt wie, ein ganzer anscheinend manchmal etwas blinderer Trainerstab einer Nationalmanschaft beim dfb.
    Aber die hardcore-Eventfans werden sich vielleicht es damit erklaehren das, das ein urplotzlich aufgetretender Samstagsfantom-Schmerz war und am Freitag noch alles bestens, wer weis. Vieleicht wollen sie aber auch blos im Leben immer wieder die gleiche Erfahrung, machen das ein verletzte Spielerin auf Teufel komm raus durchziehen immer in die Hosen endet.

  27. In den Artikeln im Spiegel wie in der taz steht eine Menge, was ich voll unterstützen konnte. Ich gehe mal davon aus, dass die Forderungen solcher Artikel auch den DFB-Oberen zu Ohren kommen. Warum tun die nichts? Fehlt ihnen im Grunde das Interesse am Frauenfußball, und ist denen gar nicht klar, dass unsere Nationalelf derzeit nicht auf höchstem Niveau konkurrenzfähig ist?
    In den großen Ländern schreitet die Professionalisierung auf allen Ebenen voran … Und bei uns passiert gar nichts.
    Ich sehe jetzt seit Jahrzehnten, dass die Amis uns weit, weit voraus sind. In all der Zeit scheint niemand daraus seine Lehren gezogen zu haben. Alexandra Krieger ist ja der Meinung, selbst die US-Ersatzbank sei noch besser als alle anderen WM-Teilnehmer. Das Schlimme ist: Womöglich hat sie Recht. Aber warum ist das seit Ewigkeiten so? Wann gibt es endlich bei uns eine Profiliga, die die Mädchen in Scharen anlockt? Wann werden der BVB, S04 und Co. endlich gezwungen, Frauenabteilungen aufzumachen? Und wann werden unsere Mädchen und Frauen endlich technisch besser ausgebildet? Bei den Männern – einst Rumpelfussballer par excellence – hat es doch irgendwann auch geklappt!

  28. NaviDrH sagt: „Wer das kommende Länderspiel in der WM-Qualifikation gegen Montenegro am 31. August um 12.30 Uhr ansetzt, hat an ernsthafter Vermarktung aber wohl kein Interesse.“

    Das könnte, bei richtiger Werbung für das Spiel, sogar einen Zweck erfüllen. Die Zuschauerzahlen sind ja nur ein Problem. Das weit grössere besteht in der abnehmenden Zahl von Spielerinnen.

    Man muss sich etwas einfallen lassen um Kinder und natürlich deren Eltern anzusprechen, sonst haben wir bald keine Spielerinnen mehr für die Mannschaften.

  29. Die Artikel von Spiegel und taz gehen in die richtige Richtung.
    Das müssen jetzt bitte weitere Medien auch noch aufgreifen und dran bleiben.
    Wie Markus schon erwähnt hat ändert sich wohl beim DFB in der Sichtweise nur etwas wenn man früh ausscheidet oder der Druck (Medien) hoch bleibt.

  30. Hallo Neuling!

    Deine Wahrnehmung ist vollkommen richtig.
    Es gibt immer wieder „Ausgeguckte“, die haben dann auch Narrenfreiheit. Da zählt keine Leistung mehr, da kann man auch angeschlagen sein und/oder keine Spielpraxis besitzen!
    Stammplatzgarantie !!!
    Das ist der Klüngel den ich in meinem letzten Beitrag angesprochen habe.
    Der hat, nach dem er kurzzeitig unter Hrubesch ausgesetzt war, nun wieder Hochkonjunktur.
    War unter MVT beim damaligen FCR übrigens auch schon Programm.

  31. @DusselDuck

    Ich stimme auch sehr vielen Vorschlägen im Spiegel – Artikel zu. Besonders hinweisen möchte ich auf den Hinweis dort, dass FF andere Charakteristika als der MF hat und es deswegen nicht nur unrealistisch, sondern auch falsch ist, den FF allein am MF orientieren zu wollen. Deswegen habe ich zwar grundsätzlich nichts dagegen, wenn sich ein MF Verein entschliesst eine FF Abteilung aufzumachen – aber es ist grundfalsch, allein darin den Weg zum Erfolg zu sehen. Für den FF haben am meisten die reinen FF Vereine geleistet: Frankfurt, Potsdam, Duisburg, Bad Neuenahr, Crailsheim, Jena, Meppen, Cloppenburg usw usf – haben die alle keine Existenzberechtigung mehr, bloss weil die grossen MF Vereine von ihren Etats mal 3 % für eine neu zu gründende Elite FF Abteilung abzugeben haben?? In meinen Augen wäre DAS die Bankrotterklärung des FF.

  32. @ollerRentner
    So wie, du angefangen hast hatte, ich schon gedacht du, begruest das man die Termihne so legt, damit alle Nationalspielerinen da auch Zeit haben mitzuspielen weil, sie villeicht am Nachmittag noch was besseres vorhaben und, man da keine Manschaft mehr zusammen bekommen koennte.

  33. balea,
    der SV Meppen und der BV Cloppenburg sind keineswegs reine Frauenfußballvereine, sondern haben nur Abteilungen für die Frauen. Beim SV Meppen wie auch beim BVC ist der Frauenfußball bei kleinen Vereinen der Umgebung gestartet worden, um später dann in die größeren Nachbarvereine eingegliedert zu werden.

    Bei beiden Vereinen gab es außerdem äußeren Druck, insbesondere aus der Politik der beiden Landkreise, die Frauen zu übernehmen. Bei beiden Vereinen steht der Männerfußball im Vordergrund.

    Ich sehe allerdings beim SVM durchaus den Wunsch, die Frauen zu unterstützen, insbesondere mit lokalem Bezug und Nachwuchsförderung.

    Beim BVC stand zwischenzeitlich der Frauenfußball sogar vor dem Aus, was sich aber nun wohl glücklicherweise positiv geklärt hat.

    Beide Vereine sind aber nicht willens oder auch nur in der Lage, die Frauen an die Spitze zu führen. Der SVM würde aber sicher gerne erste Liga spielen, der BVC hat dort ja schon mal kurz gespielt, aber die Ressourcen reichen nicht.

    Dazu kommt, dass beide Vereine aus kleinen Städten mit 35000 Einwohnern kommen, es keine Universitäten oder Fachhochschulen gibt und sie so viele Nachwuchsspielerinnen nicht halten können. Arbeit finden oder eine Lehre machen geht allerdings sehr gut. Echte Profiteams sind wohl ausgeschlossen.

  34. @balea
    Ich glaube, auch im Frauenfußball gilt die alte Regel „Geld schießt Tore“ . Natürlich haben all die alten Vereine eine Existenzberechtigung, aber wenn sie keine Sponsorengelder in Millionenhöhe einsammeln können, werden sie den Bundesliga-Fußball nicht weiterbringen. Dann müssen sie mMn – wie Bad Neuenahr und Crailsheim heute schon – womoeglich in unteren Ligen rumkrebsen. Ich sehe, ehrlich gesagt, lieber einen Retortenklub wie RB Leipzig in der 1. Liga, solange der einige Zuschauer anzieht und das Liganiveau hebt. Ich fürchte, die Zeiten, wo man als kleiner Verein viel bewirken konnte, sind vorbei, und Nostalgie hilft uns nicht wirklich.
    (Ich sehe schon, was Vereine wie Essen mit begrenzten Mitteln leisten, aber das wird den langsamen Abstieg der Liga nicht aufhalten.)

  35. Habe mal etwas darüber nachgedacht, wie die Beiträge hier wohl ausgefallen wären, wenn Hegering und Doorsoun aus vorangegangen Fehlern etwas gelernt hätten. Das gefährliche schwedische Umschaltspiel war bekannt und wurde auch von MVT mehrfach angesprochen. Was kann die Trainerin dafür, wenn die Innenverteidigerinnen wiederholt zu weit aufrücken. Doorsoun habe ich im Turnierverlauf ein paar mal gegnerischen Stürmerinnen hinterherlaufen sehen. Dank Schult und Glück war das zuvor nicht bestraft worden. Der Einbruch nach dem Gegentor durch die Schweden war vor allem ein mentales Problem. Besser spielen kann das deutsche Team, dass hatte es auch in dem Spiel zuvor gezeigt. Warum jegliches Selbstvertrauen durch den ersten Gegentreffer bei der WM verloren ging, dazu hätte ich gerne mal Birgit Prinz gehört. Angenommen Doorsoun und/oder Hegering wären bei dem Konter rechtzeitig zur Stelle gewesen und das Gegentor daher nicht gefallen, wäre für mich ein anderer Spielverlauf wahrscheinlich gewesen. Mit dem Einzug ins Halbfinale und der damit verbundenen Olympiaqualifikation, wäre die Berichterstattung sicherlich eine ganz andere. Mir ist es im Fussball tatsächlich oft etwas zu schwarz/weiß, das Denken. Wir sind sicherlich nicht Weltklasse, aber wir sind auch nicht Klassen von mehreren Teams entfernt.
    Noch kann ich kein Spiel nennen, wo ein Gegner uns um Klassen überlegen war. Letztes Jahr wurde Spanien von vielen hochgelobt und nach ihren Erfolgen in den U-Mannschaften schon als das Team der Zukunft gehandelt. Bei den Männern hatte Deutschland auch den Confed-Cup gewonnen und was war ein Jahr später? Im Fussball können sich Dinge schnell ändern. Ich hätte vor der WM Schweden sicherlich nicht als Olympia-Teilnehmer gesehen. Es wäre natürlich einfach so etwas jetzt im Nachhinein zu behaupten, aber ich hätte vor der WM eher mit Frankreich und Spanien gerechnet. Wie Schwarzwaldmarie in puncto Maroszan schon sagte, bei einem Sieg hat man meistens alles richtig gemacht. Bei einer Niederlage meckern die Einen, wenn man Maro nicht gebracht hätte, die Anderen weil man Maro gebracht hat. Es ist nicht einfach als Bundestrainer / Bundestrainerin, da bei Mißerfolg es viele besser wussten. Dabei gibt es soviele Spiele wo ein einziger Patzer des eigenen Teams, oder des Gegners spieltentscheidend sein können. Manchmal ist es sogar nur die Interpretation des VAR, die über Sieger und Verlierer bestimmt. Beinahe wären die Niederländerinnen bereits ausgeschieden, nun haben sie gute Finalchancen. Wieviele Trainer haben in einer Saison Erfolg und dann plötzlich nicht mehr.
    Ich finde es gerade gut, dass beim Fussball nicht alles plan- und berechenbar ist! In diesem Sinne freue ich mich auf die beiden Halbfinals. In vier Stunden geht`s los nach Lyon. Stimmungsbericht folgt später!

  36. @NaviDrH ,
    Danke für den Link zu diesem interessanten Artikel!!!
    Da werden endlich einmal Roß und Reiter genannt, und sogar ein Schuß Selbstkritik von Seiten eines Medienvertreters gibts gratis dazu!!!

    So etwas habe ich bisher noch nirgends gehört oder gelesen!!!
    Andeutungen zum Thema „minimales Medieninteresse am FF“…..in ARD und ZDF blieben sie sehr zaghaft……natürlich, wer hat nochmal die Rechte an der Bundesliga, und zeigt aber so gut wie nix davon???

    Die Hauptschuld an der momentanen Situation des FF in diesem Land liegt aber eindeutig beim Dachverband!!!
    Darüber rede und schreibe ich schon seit 15 Jahren, und es ist kaum besser geworden, eher noch schlechter!!!
    Da will man doch angeblich seit ein paar Jahren die höchste Spielklasse der Frauen, an die 3. Liga der Herren koppeln!!!
    Und…warum gibts für die Frauen dann nicht die selbe Medienpräsenz……und warum gibts nicht die selben TV-Gelder…..die selben Zuschüsse wie die drittklassigen Herren???

    Wo ist die Hilfe des DFB , gerade für die Klubs ohne Profiabteilung??? (die anderen haben ja zumindest theoretisch mehrere Plattformen im eigenen Klub)
    Oder achso, naja, die will man ja wahrscheinlich sowieso nicht mehr haben!!!
    Obwohl, naja, der Hotte Hrubesch hat doch tatsächlich mal beim Besuch in Potsdam geschwärmt, daß man solche Vereine wie TURBINE schon brauchen kann……..naja wenigstens zum Talente ausbilden!!!
    Aber welche Argumente sollen denn Teams wie Essen, Sand, Jena oder Potsdam bei den Sponsorengesprächen vorbringen, gerade wenn es zum Thema Öffentlichkeitswirksamkeit geht???
    TV….nee, gibts nicht, naja manchmal,….Internetstream vom DFB…wie, kennt Ihr nicht…naja,meist in schlechter Qualität und mit schlechten Kommentatoren!!!
    Das sind SUPER-Argumente, um alte Sponsoren zu halten, bzw neue zu gewinnen!!!

    Aber der letzte Satz ist tatsächlich der deutlichste Beweis dafür, wie stark das Interesse des DFB an seinem „Flaggschiff des FF“ wirklich ist!!!
    Man könnte ihn noch ergänzen……und wer Bundesligaspiele am Mittwoch-, oder am 3. Advent ansetzt, obwohl es in den allermeisten Stadien keine Rasenheizung (deren Betrieb sich auch kaum ein Verein leisten könnte), und oft auch kein Flutlicht gibt, der will auch keine Zuschauer im Stadion haben!!!
    FF unter Ausschluß der Öffentlichkeit….ein probates Mittel des DFB seit sehr vielen Jahren!!!

    PS;
    Hoffentlich setzt sich der Schreiber dieses Artikels auch persönlich dafür ein, daß der FF (und besonders der ungeliebte Buli-Alltag) in seiner Redaktion in Zukunft öfter thematisiert wird, und so hoffentlich auch in Print- oder Onlineausgabe auftauchen!!!

  37. @ Balea

    Was einmal war, hat für die Zukunft leider nur noch geringe Bedeutung. Früher gab es überall Tante EMMA-Läden, überall eine Post und einen Bahnhof. Leider gibt es in unserem Ort kein Tante Emma-Laden mehr, weil sie nicht mehr konkurrenzfähig waren.
    An dem blöden Spruch, „Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit“!, ist viel Wahres dran. Schau mal in welchen Vereinen, die hier so gelobte Entwicklung im Ausland vonstatten geht. Reine Frauenfussballvereine, Fehlanzeige! Bei allen Verdiensten, wird das Überleben für reine Frauenfussballteams immer schwerer.
    Da helfen keine nostalgischen Gedanken, sondern nur klare Überlegungen zu Zukunftsperspektiven!

  38. @fufbal van: Ich halte das Problem des Nachwuchsmangels für deutlich gravierender, als das der Zuschauerzahlen.

    Die Öffentlichkeitsarbeit bezüglich Zuschauergewinn ist ja schön und gut. Wenn man aber stattdessen alles daran setzen würde, dass der Sport im Schulbereich mehr Fuss fasst, und dass die Eltern und Kinder angesprochen und unterstützt werden, hätte man nach einiger Zeit nicht nur eine breitere Basis, sondern wohl als Nebeneffekt auch mehr Zuschauer.

    In Anbetracht der offensichtlichen Tatsache, dass immer mehr Vereine ihre Mädchenbereiche mangels Spielerinnen schliessen müssen, muss so etwas höchste Priorität haben.

    Ob wir Zuschauer kurzfristig darüber glücklich sind, sollte erst einmal unwichtig sein.

  39. @Bernd,
    kleiner Widerspruch von mir. Ich gebe der Trainerin schon die Mitschuld an der Niederlage gegen Schweden. Das zu weite Aufrücken der Innenverteidiger war ja nicht zum ersten Mal gegen Schweden sichtbar, sondern in fast jedem Spiel vorher auch. Da hat MVT genügend Zeit gehabt dies abzustellen. Was du unter mentalem Problem verstehst, das musst du mir erklären. Ja, und das Spiel gegen Nigeria soll besser gewesen sein? Also, für mich waren die ersten 20 Minuten gegen Schweden das Beste was unsere Elf spielerisch bei dieser WM gezeigt hat. Was die Berichterstattung betrifft, es ist doch positiv wenn ein Markus Juchem mit seinem Hauptkommentar die Finger in die Wunden legt. Jetzt stell dir mal vor unsere Natio wäre vielleicht noch mit diesen gezeigten spielerischen Leistungen zumindest ins Halbfinale gekommen. Dann würden sich vielleicht nur ein paar einzelne Kritiker hier finden.Denen würde hier im Forum von mehreren sogenannten „Experten“ vorgeworfen, „was wollt ihr eigentlich das Minimalziel wurde doch erreicht“. Exakt wie nach OLympia 2016, da hat auch der Dusel-Finalsieg gegen Schweden die Probleme ausgeblendet.Diese Niederlage hat vielleicht auch was Positives und zwar wird mal durch die Medien mal Druck auf den DFB ausgeübt und der Frauenfußball in Deutschland wird viel stärker vom DFB gefördert. Deutschland hat bei dieser WM von Anfang an schon Einiges an Glück gehabt und irgendwann ist es damit halt vorbei. Man hat bis zum Achtelfinale eigentlich von der Weltrangliste her nur gegen Zweit- und drittklassige Gegner gespielt, auch Spanien wird m. E. weit überschätzt, und da schon große Mühe gehabt die Spiele zu gewinnen. Ich war da schon überzeugt dass es gegen den ersten schwereren Gegner zu großen Problemen kommt,auch zum Ausscheiden aus dem Turnier.

  40. So wenig tut der DFB ja nicht für den weiblichen Nachwuchs: in den für die Nachwuchsförderung so wichtigen DFB-Stützpunkten werden gleich viele Jungs wie Mädchen trainiert, obwohl die Zahl der kickenden Mädchen im Verhältnis zu den Jungs deutlich geringer ist. Das lässt sich der DFB schon etwas kosten. Ein Riesenfehler war allerdings die Abschaffung der eingleisigen 2. Bundesliga, denn 15-17-jährige Schülerinnen müssen jetzt extrem weite Fahrten zu Auswärtsspielen in Kauf nehmen. Hier wurde auch viel zu viel Rücksicht auf die zweiten Mannschaften der großen Vereine genommen, die diese Reisetätigkeit finanziell leicht stemmen können. Die Krux ist einfach: Eine hochveranlagte junge Spielerin überlegt es sich dreimal, sich auf den Fussball zu konzentrieren, denn die Summen, die Vereine im mittleren Tabellendrittel zahlen können, sind lächerlich gering und bei den mit internationalen Stars gespickten Mannschaften wie WOB etc. haben sie sowieso keine Chance. Es wird sich also auf absehbare Zeit nichts ändern. Der Markt ist einfach nicht da und der DFB kann auch nicht alles stemmen.

  41. Es ist tatsächlich ein Grundsatzproblem was wir hier in Deutschland haben. Ich bin selbst aktive Spielerin und zugleich Spielausschuss für den Bereich Frauen in unserem Verein und dabei im erweiterten Vorstand. Während unserer Herrenmannschaft das Geld „in den Rachen gestopft“ wird müssen wir sogar um einen neuen Trikotsatz verhandeln (und das obwohl ein Sponsor den Löwenteil übernimmt). Grundsätzlich sind wir zwar geduldet, aber wirklich gefördert werden wir auch nicht. Wir sind halt da. Das Übel beginnt also leider schon hier und nur durch engagierte Eltern und Ehrenamtliche läuft der Bereich Frauen- und Mädchenfussball im Amateurbereich doch überhaupt noch. Aber wenn es keine starke Basis gibt – wie soll sich da eine Spitzengruppe formen? Im Frauenbereich muss man sich alles durch harte Arbeit erkämpfen, wir spielen nicht für Geld, wir spielen weil wir den Sport lieben, aber müssen trotzdem den Aufwand wie jeder männliche Fussballer betreiben um erfolgreich zu sein. Die bekommen aber teilweise in den untersten Ligen schon Summen die einfach nicht gerechtfertigt sind. Für einen Tag des Mädchenfussballs muss man sich erst bewerben damit man einen Zuschuss erhält. Es gibt so viele Punkte die man jetzt aufzählen könnte wo Verbände und Vereine einfach die Hände in den Schoß legen und sagen: Macht mal selbst! Erst wenn hier vom Grundsatz ein Umdenken erfolgt und die Basis gestärkt wird und dadurch mehr Spielermaterial entsteht (das man dann auch professionell ausbilden kann), wird die sinkende Tendenz gestoppt. Oder wie viele Mädchen kennt ihr (noch) die als Berufswunsch Fussballprofi angeben?

  42. Rudi sagt: Ich gebe der Trainerin schon die Mitschuld an der Niederlage gegen Schweden.

    Es gab meines Erachtens genau einen kleinen Fehler, der fatale Auswirkung hatte: Sie wollte die Defizite der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit durch ein Krativelement für die Offensive (Dzsenifer Marozsán) ausgleichen.

    Dabei übersah sie offensichtlich, dass eine defensiv kampfstarke und offensiv passfähige Doppelsechs völlig ausgereicht hätte, samt der Massnahme, dass Alexandra Popp in die Sturmspitze geht.

    Vielleicht hat sie einfach den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen.

    Eine derartige Änderung zur Pause hätte wohl für dieses Spiel ausgereicht. Wäre es in die Verlängerung gegangen hätte sie immer noch eine Kreativspielerin ersetzen können. Diese halbe Stunde hätte Dzsenifer Marozsán dann mit Sicherheit durchgehalten, zumal sie eine kampfstarke Absicherung durch die Doppelsechs gehabt hätte. Sie müsste in solch einem Fall nicht in riskante Zweikämpfe gehen, was mit der Verletzung problematisch gewesen wären.

    Eine kleine Fehleinschätzung mit grosser Wirkung.

  43. Danke @Karina für den Bericht aus der Praxis. Im Grunde zielte ich darauf mit meinem Einwand, dass es eben entscheidend sei wird, eigene FF – Iniatitiven zu fördern und stärken, und nicht alles vom bereits vorhandenen MF – Geld abhängig zu machen. Vergleiche mit Tante Emma Läden etc sind absolut nicht zielführend. Die Gefahr, dass FF – Abteilungen bei den grossen MF – Abteilungen letztendlich nur geduldet und je nach Kassenlage gefördert wird ist einfach zu gross.
    Wen es interessiert: Die taz hat Bernd Schröder interviewt. Ich finde zwar nicht alles richtig, was er sagt, aber sein Statement zum DFB finde ich schon ganz gut:
    https://taz.de/Ex-Fussballtrainer-ueber-Fussball-WM/!5609167/

    „Wenn es hierzulande also einen fußballerischen Burn-out gibt, warum stellt dann der Deutsche Fußball-Bund nicht eine Task Force zur Entwicklung des Frauenfußballs auf, sondern sagt, es sei schon alles irgendwie in Ordnung?

    Ich habe sechs DFB-Präsidenten erlebt, und derzeit gibt es nun mal keine richtige Führung. Der Verband ist mit sich selbst beschäftigt. Die haben in ihren Führungsgremien andere Probleme, als auf den Frauenfußball zu gucken. Deswegen sagen sie: Passt schon, alles gut, es gibt keine Probleme. Das ist völlig oberflächlich.“

  44. @balea

    natürlich ist nicht alles schwarz und weis. Dein Einwand hat auch seine Berechtigung und es gibt sicherlich kein Kochrezept mit dem man schnell eine Wende bringen kann! Dafür läuft einfach schon zu lange vieles verkehrt. Es ist eine Mischung aus vielen Missständen und Problemen, die den gesamten Bereich einfach ausbremst. Man fühlt sich manchmal als würde man gegen Windmühlen kämpfen.

    Den Punkt mit der Task Force unterschreibe ich so, der Bereich Frauenfussball gehört einfach gründlich entstaubt und gefördert wie das andere Nationen schon längst tun. Die Strukturen stimmen überhaupt nicht und deswegen kann das auch in Zukunft einfach keinen wirklichen Aufschwung geben. Die Zukunft wird so aussehen – immer mehr Frauenmannschaften werden sich in Spielgemeinschaften organisieren müssen um zu überleben. Gleiches gilt für den Mädchenbereich. Wird in diesen Spielgemeinschaften dann nicht strategisch gut gearbeitet (und das ist sehr sehr viel Arbeit) dann werden sich immer mehr Mannschaften vom Spielbetrieb abmelden.

  45. @bundle:
    „Der Markt ist einfach nicht da und der DFB kann auch nicht alles stemmen.“

    Also wenn ich sowas immer bei SPON, ZEIT, Welt oder Tagesspiegel lese, da reagier ich schon nicht mehr drauf, weil das sinnlose Zeitverschwendung ist.
    Aber wenn dann hier bei womensoccer Argumente aus dem kommerziell orientierten Männerfußball – der viel professioneller aufgestellt ist – aufgeführt werden, um die Frauen kleinzuhalten, dann muss ich doch dagegen anschreiben. Der DFB ist ein gemeinnütziger Verein. Das heisst, er bekommt auch Steuererleichterungen. Dieser Verein kann querfinanzieren, weil er an gesellschaftlichen Entwicklungen beteiligt ist.
    Und wenn ich dann sehe, dass andere Länder viel Geld in die Hand nehmen, um den FF zu fördern, dann wird doch der größte Sportverband der Welt in der Lage sein, das auch zu tun, oder etwa nicht? Will er nicht oder kann er nicht? Das ist hier die Frage. Will der DFB Lokomotive sein oder Bremser? Solange es kein Geld kostete, im FF mit den USA mitzuhalten, war das ja Friede, Freude, Eierkuchen. Aber jetzt, finanzielle Mittel bereitzustellen, um Veränderungen einzuleiten, dafür soll kein Geld da sein?

  46. Alles, was ich hier höre, ist der Schrei nach mehr Geld und „Der DFB müsste mal“. So einfach ist es aber nicht, liebe Leute!

    Den DFB hier herbeizurufen, macht die Sache nicht besser, sondern eher schlimmer. Der DFB hat nämlich keine Ahnung, wie Vereinsfußball funktioniert. Und das ist es, wo wir in Deutschland ansetzen müssen. Denn dort verbringen die Spielerinnen den Großteil der Zeit. Dort muss es laufen, dann läuft es auch in der N11.

    Im Vereinsfußball läuft es aber nur, wenn der DFB so wenig wie möglich damit zu tun hat und der Vereinsfußball so unabhängig wie möglich arbeiten kann.
    Deshalb sind hier zuallererst die Vereine in der Pflicht: Sie müssen eigene Strukturen aufbauen und die Geschäfte in Liga 1 selbst in die Hand nehmen. DFL, Ligarat etc. braucht es auch im FF.

    Dazu kommst ein weiteres: Die Vereine müssen – darauf hat Karina ganz richtig hingewiesen – nicht nur von DFB unabhängig sein, sondern auch von den Männern. Denn genauso wenig wie der DFB sind Männerclubs in der Lage, Frauenclubs vernünftig zu betreiben. Männerclubs arbeiten in ganz anderen Dimensionen, haben einen ganz anderen Stellenwert in der Gesellschaft, eine ganz andere Fanbasis, die sie voraussetzen können. MF ist viel weiter und auch managementtechnisch viel schneller. All das muss sich der FF selbst noch hart erarbeiten. Es geht nicht, all die Entwicklungsstufen, die der MF selbständig gegangen ist, einfach zu überspringen oder gewaltsam von außen voranzutreiben. Dafür braucht es Zeit, Geduld und Strategie – und vor allem Leute, die den FF verstehen. Leute, die dazu im Stande sind, den FF nachhaltig zu managen. Die sehe ich im FF aber nicht. Ich sehe im FF keine eigenständige Identität, sondern lauter fremde Interessen, die diesen bestimmen. Es gibt keine Marke FF in Deutschland, es gibt keine Idole, es gibt keine Strategie, es gibt keine Fanbasis, und es gibt kaum noch Tradition. Einer der letzten Klubs, die diese noch annähernd hatte, wird nun aufgelöst (Frankfurt). Überhaupt: Von den Klubs, die 1997/98 in die Bundesliga gestartet sind, spielen überhaupt nur noch vier heute 1. Liga, alles schon jetzt unter anderem Namen, wovon ab nächste Saison nur noch einer selbständiger FF-Verein ist.

    All das will hart erarbeitet sein. Das geht aber gerade nicht, wenn man im Fahr was der der Männerclubs und des DFB rumdümpelt, sondern nur als eigene Marke!

  47. @Fan2

    Bei den Männern gibt es die DFL für den Ligabetrieb, die ja scheinbar auch mit dem DFB mal Konflikte austragen und innerhalb des Landes (siehe zB Streit um Polizeikosten) und genauso international die Interessen vertritt – wenn es auch meist die von Bayern und Dortmund sind..
    Wer hat denn eigentlich in der Frauenliga den Hut auf? Organisieren sich die Vereine allein unter dem Dach des DFB? Und wofür ist Hannelore Ratzeburg zuständig?

  48. @Fan2,
    was soll eine eigenständige DFL für die Frauen bringen? Wo soll das Geld herkommen welches an alle Ecken fehlt? Ohne Geld geht es einfach nicht. Alles Andere ist nostalgische Träumerei.
    International in Europa gibt es keinen einzigen reinen Frauenfußballverein mehr in der CL ab dem Viertelfinale. Alle Spitzenteams in Europa sind in sogenannte „Männervereine“, schon diese Bezeichnung ist eigentlich ein Witz, integriert. Die Frauenbundesliga muss meiner Meinung nach unter den Dach der „Männer-DFL“. Um mehr Aufmerksamkeit und TV-Zeiten, bei den ÖR-Sendern zu bekommen und somit mehr Sponsoren, TV-Gelder usw. Dort wird der Fußball professionell vermarktet.Der DFB soll sich wie beim Männerfußball auch um die Amateurclubs und der Nachwuchsförderung kümmern. Um die Nationalteams muss sich ein externes Team mit Kompetenz an der Spitze wie z.B. Bierhoff für die Männer, kümmern. Nur wenn der Frauenfußball in Deutschland in der Spitze ( Bundesliga ) so mehr Unterstützung erfährt geht es auch mit der Natio wieder, vor Allem spielerisch, voran. Zur Zeit gibt es leider nur zwei Vereine in der FBL wo professionell gearbeitet wird, WOB und mit leichten Abstrichen der FC Bayern.

    @balea,
    voll deiner Meinung. Das mit der DFL hab ich gerade beschrieben nur mit dem Unterschied dass wahrscheinlich eine reine DFL nur für die Frauen zu schwach als Gegenpart zum DFB ist. Was Frau Ratzeburg betrifft, da hab ich mich schon vor längerer Zeit hier im Forum geäußert und gefragt was diese Dame beim DFB eigentlich macht.

  49. „Wer hat denn …? Organisieren sich die Vereine…? Und wofür … zuständig?“

    Ganz ehrlich: ich wundere mich oft über solche Fragen und die Vorstellungen, die anscheinend dahinter stehen.

    Jede/r, die/der sich solche Fragen stellt, sollte sich die Sache doch einfach mal ansehen:

    https://www.dfb.de/verbandsservice/verbandsrecht/satzung-und-ordnungen/

    In Verbindung mit z.B. den Veröffentlichungen zu den Bundestagen des DFB mit den kilometerlangen Ausschuß- und Gremienprotokollen kann man dann durchaus lernen, was in DFB, den Landesverbänden und/oder den tausenden von Vereinen läuft und was die Leutchen dort auf Trab hält.

    Es würde auch wohl helfen, in einem völlig beliebigen Verein (es muss noch nicht mal ein FF-Verein sein 😉 ) einfach mal tätig zu werden. Ehrenamtliches Engagement zahlt sich häufig durch Erkenntnisgewinn aus 😉

  50. Der FAZ-Artikel vom 3.7. beleuchtet nochmal weitere interessante Aspekte (Siegeswillen und Professionalität), ist aber leider nicht frei lesbar. Zusammenfassung: Nach der Niederlage machte das englische Trainerteam sofort eine Kampfansage für das nächste Turnier (und das wäre bei einer Niederlage auch vom USNWT gekommen). In Deutschland wird erstmal analysiert. Klar wird in England jetzt auch analysiert, aber gleich mit einem ambitionierten Ziel. Die zweite Beobachtung war, dass Amerikanerinnen und Engländerinnen in Interviews häufiger die individuelle Fähigkeit an den Tag legten, Stärken und Schwächen gegnerischer Teams und sogar einzelner Spielerinnen im voraus zu beschreiben und daraus Schlüsse für das eigene Spiel zu ziehen und auf dem Feld entsprechende Entscheidungen zu treffen. In Deutschland scheinen die Spielerinnen (mit einigen Ausnahmen) das eher ganz dem Trainerteam zu überlassen. Eine individuelle Auseinandersetzung mit dem Gegner findet eher weniger statt. Bei den wirklichen Spitzenteams kommen also individuelles Können, Spielverständnis, Siegermentalität und professionelle Vorbereitung zusammen. Das Trainerteam kann dann wahrscheinlich mehr wertvolle Zeit darauf verwenden, das alles produktiv zusammen zu führen.

  51. Dem Frauenfussball wäre am besten geholfen, wenn er sich aus dem DFB löst und einen eigenen Verband gründet.

  52. @Rudi: Nur weil Wolfsburg und Bayern oben stehen, bedeutet das nicht, dass da professionell gearbeitet wird. Da wird bloß das abgeschöpft, was andere erarbeitet haben. Ich würde massiv bestreiten, dass in Wolfsburg und Bayern professionell gearbeitet wird. Dazu gehört es nämlich, für Nachhaltigkeit zu sorgen. Das passiert da aber ganz und gar nicht.

    Im Gegenteil: Ich würde mal behaupten, dass Pernille Harder mit ihrer Jugendakademie in Dänemark in den letzten Jahren alleine mehr für den FF getan hat als Wolfsburg und Bayern zusammen.
    Denn dort werden tatsächlich junge Frauen ausgebildet, was in Wolfsburg und Bayern noch nie passiert ist.

    Zudem: Am Geld liegt es kaum. Ich glaube kaum, dass in Nationen wie Spanien, Holland oder Italien mehr Geld für den FF bereitsteht als in Deutschland. Und dennoch überholen die uns.

    Was deine Idee mit dem Männerfußball betrifft, so lässt sich dazu nur eines sagen: Jahrelang hat der FF versucht, sich von den übermächtigen Männern zu emanzipieren, nicht mit ihnen verglichen zu werden. Jetzt kommen sie angekrochen, weil ein bisschen mehr Geld winkt. Damit werden sie sich auch die letzten Fans noch vergraulen!!! Charakterloser geht es kaum!!!

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