Die Musik spielt gerade anderswo
Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf ist zum zweiten Mal in Folge nach der EURO 2017 im Viertelfinale eines großen Turniers gegen ein skandinavisches Team ausgeschieden. Ein Abwärtstrend mit Gründen, dem es in den kommenden Jahren Einhalt zu gebieten gilt.
Als Carolin Simon die Gefahr erkannte, war es bereits zu spät: Schwedens Innenverteidigerin Linda Sembrant hatte, in einer Mischung aus Befreiungsschlag und Kalkül, einen 50-Meter-Ball nach vorne gedroschen und während Stürmerin Sofia Jakobsson die sich anbahnende Chance blitzschnell erfasste und frühzeitig zum Sprint ansetzte, reagierte die deutsche Außenverteidigerin erst mit Verzögerung und verschaffte ihrer Gegenspielerin damit die entscheidenden Meter Vorsprung. Marina Hegering misslang zudem noch der Versuch, den Ball per Kopf zu klären und auch Sara Doorsoun war zu weit aufgerückt, um die in den vergangenen fünf Jahren im französischen Montpellier gereifte schlaksige schwedische Offensivkraft noch zu stoppen und am Ausgleich zu hindern.