Deutschland scheitert im WM-Viertelfinale

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Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf ist bei der WM in Frankreich im Viertelfinale ausgeschieden. Trotz Führung verloren die DFB-Frauen erstmals seit 1995 wieder in einem großen Turnier gegen Schweden. Und verpassten damit auch die Teilnahme an den Olympischen Spielen.

Alex Popp wird von Hedvig Lindahl gefoult
Kein Elfmeter – Hedvig Lindahl kurz vor dem Foul an Alex Popp, doch zuvor gab es eine Abseitsposition von Lina Magull © imago/Jan Hübner

Vor 25.301 Zuschauern im Roazhon Park von Rennes unterlag die DFB-Elf trotz Führung am Ende mit 1:2 (1:1). Lina Magull brachte Deutschland in Führung (16.), doch Sofia Jakobsson (22.) und Stina Blackstenius (48.) drehten die Partie zugunsten der Skandinavierinnen.

Zwei Wechsel in der Startformation

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg veränderte ihre Startformation gegenüber dem Nigeria-Spiel auf zwei Positionen: Carolin Simon und Linda Dallmann kamen für Verena Schweers und Melanie Leupolz in die Partie. In der 4-2-3-1-Formation rückte Alex Popp ins defensive Mittelfeld und bildete zusammen mit Sara Däbritz die Doppelsechs, vorne agierte Lea Schüller als einzige Sturmspitze.

Starker Beginn

Die deutsche Elf begann mit viel Spielfreunde, Lina Magull prüfte mit einem Freistoß erstmals Schwedens Torhüterin Hedvig Lindahl (6.). Wenige Minuten später deutete sich erstmals an, dass die Viererkette ins Wackeln geraten könnte. Eine Hereingabe von Kosovare Asllani klärten Almuth Schult und Sara Doorsoun mit vereinten Kräften (10.). Kurz darauf lief Sofia Jakobsson Doorsoun davon, Schult verhinderte per Fußabwehr einen Rückstand (12.).

Magull sorgt für Führung

Eine gute Viertelstunde war gespielt, als Sara Däbritz einen Pass von Magdalena Eriksson abfing, einen präzisen Pass auf Magull spielte, die aus der Drehung für die deutsche Führung sorgte (16.). Nach einem weiten Schlag von Linda Sembrant ließ Carolin Simon Jakobsson enteilen, die eiskalt zum Ausgleich verwertete (22.).

Gegentreffer kippt Partie

Der Gegentreffer brachte das Spiel der DFB-Frauen sichtlich aus dem Konzept, Schweden hatte in der Folge die klareren Aktionen und das direktere Spiel. Zwei Chancen von Stina Blackstenius (36., 43.) waren Beleg für das zunehmende Chancenplus der Schwedinnen. Noch vor der Pause musste Simon verletzt vom Platz, für sie kam Leonie Maier in die Partie, die mit Giulia Gwinn die Außenverteidiger-Position tauschte.

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Einwechslung von Marozsán

Zur zweiten Halbzeit kam Dzsenifer Marozsán, doch deren Einsatz sorgte nicht für den erhofften Effekt. Nach einer Flanke von Jakobsson konnte Schult den Kopfball von Fridolina Rolfö zwar noch klären, doch Blackstenius staubte zur Führung ab (48.). Obwohl die schwedische Mannschaft verletzungsbedingt Nilla Fischer gegen Amanda Ilestedt auswechseln musste (66.), schaffte es die DFB-Elf nicht, Druck auf die Schwedinnen auszuüben und sich Torchancen zu erarbeiten.

Abseits verhindert Elfmeterpfiff

Nach Einwechslung von Lena Oberdorf für die wirkungslose Lea Schüller wechselte Alex Popp in die Spitze. Jakobsson hatte die Entscheidung auf dem Fuß, doch Schult hielt Deutschland voererst noch im Turnier (78.). Nach einer Flanke von Marozsán traf Lindahl statt des Balles Alex Popp, ein Elfmeterpfiff blieb jedoch aus, da Lina Magull zuvor wenige Zentimeter im Abseits stand (82.). In den Schlussminuten stemmte sich die deutsche Mannschaft noch einmal gegen die Niederlage, doch Kopfbälle von Oberdorf (88.) und Marina Hegering (90.+3) führten genauso wenig zum Erfolg wie ein Schuss von Däbritz (90.+1).

Voss-Tecklenburg: „Durchschlagskraft hat gefehlt“

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg meinte nach der Partie: „Das Gegentor hat uns aus dem Spiel gebracht. Wir sind in einem Prozess, der noch nicht ganz gefestigt ist, der Gegner hat mit seiner Qualität dann die Tore gemacht. Das zweite Gegentor hätten wir besser verteidigen müssen. Man kann der Mannschaft nicht vorwerfen, dass sie nicht bis zum Schluss alles probiert hat, aber wir hatten vorne nicht die Durchschlagskraft, die wir uns erhofft hatten.“

Letzte Aktualisierung am 22.11.2019 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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rockpommel
rockpommel

Bravo Frau Voss-Tecklenburg !!! Selten so eine taktische Fehlleistung bestaunen dürfen!!! Dem Team kann man wahrlich nichts vorwerfen, diese Ehre gebührt der Trainerin allein. Es ist schon eine geniale Meisterleistung, ohne Aussenbahnspielerinnen in ein solches Viertelfinale zu gehen. Das wäre wohl keinem x-beliebigen Kreisligatrainer passiert. Huth , als Vizekapitänin ja wohl leider gesetzt, läuft seid Beginn der WM ihrer Normalform hinterher, konnte die Aussenbahn nie adäquat besetzen. Eine Bühl oder Knaak dürfen nicht auf die Wiese, Gwinn wird als rechte Verteidigerin verschenkt! Stattdessen wird eine Dallmann, die fast keine Spielpraxis besitzt, auf die Bahn gesetzt! Krönung der ganzen Angelegenheit: Man… Weiterlesen »

bale.
bale.

Nun ja Schweden war besser hatte mehr biss
Von Maroszan nix. Gesehen
Glaube die Schwedinnen wurden komplett nicht ernst genommen und unterschätzt
Vorhe
Analysieren und nächstes Ziel EM
Ja Hrubesch war klasse als Trainer schade

ollerRentner
ollerRentner

Mir fiel in erster Linie auf, dass es keinen vernünftigen Aufbau aus der Abwehr heraus gab. Nach einigem hin und her wurde der Ball meist hoch in den Sturm gespielt, wo aber die potentielle Abnehmerin fehlte, weil sie hinten eingesetzt war. Statt mit Dzsenifer Marozsán eine verletzte Spielerin zu bringen, hätten schon Anfang der zweiten Halbzeit eine Doppelsechs mit Leupolz und Oberdorf eingewechselt werden können. Beide zusammen haben sowohl genug zerstörerisches Potential, als auch die Fähigkeit Aufbau zu leisten. Die Trainerin sagte nach dem Spiel, dass sich wohl einige Spielerinnen aus der Nationalmannschaft verabschieden werden. Da das nächste Turnier die… Weiterlesen »

Dussel Duck
Dussel Duck

Kaum haben sie verloren, schon beginnt wieder das Rausschmeißgeschrei. Wird das nicht langsam langweilig? Andere Länder können halt auch Fußball spielen.

Der Zuschauer
Der Zuschauer

Ja Es ist schade,aber Schweden war nur heute einmal besser,vorher immer schlechter . Der Sieg geht komplett in Ordnung. Und wie oben schon gesagt, den Mund abwischen und nach vorne schauen.Das es diesesmal mit dem Titel nicht klappen würde war uns alten FF-Fans doch die ganze Zeit klar.Oder? Viele jung neue Spielerinnen,eine Trainerin,die kaum Zeit hatte sich auf die Frauschaft einzustellen. Ich appelliere jetzt an alle,bleibt ruhig und hackt nicht auf das Team herum,sondern gebt der Frauschaft Zeit aus diesem Tunier zu lernen und positive Schlüsse zu ziehen. Ich finde im Gegensatz zu uns hat es die Französinnen viel schlimmer… Weiterlesen »

fufbal van
fufbal van

Tja. Schon schade was aus der Komentarsektion hier geworden ist, ab dem so 90% rechtes Eventpublikum wie erwartet mit dem Daumen immer ohne fachlichen Durchblick rueckwaerts unterwegs ist. Und am Ende wenn das Ergebnis der Heldinnen dann, mal nicht mehr mit den Erwahrtungen schrittgehalten hat wird, der richtige pferdedieb eben erst mal virtunell aufgenuepft, was im Fussball immer der Trainer ist. Ausser der haengt schon. Dann kommt eben der Sportvorstand als naechstes dran. Das ist eben Eventtechnisch auch am kurzweiligsten wenn das Becks schlechter schmeckt als Ertz zuzuschauen. Deutschland war gegen den Ball eben diesmal nicht ganz gut genug weil,die… Weiterlesen »

Joe Waschl
Joe Waschl

Die Frage ist nun: Wie schaffen wir es, herausragende Spielerinnen zu entwickeln. Da gibt es hoffnungsvolle junge Spielerinnen, aber insgesamt scheint mir im Junorinnen-Bereich der Wurm drin zu sein. Z. B. bringt die B-Juniorinnen Bundesliga nichts, wenn die besten Spielerinnen dort gar nicht spielen sollen. Die sollen laut Fussballverbänden bei den Jungs spielen.
Und bei den Topbundesligisten Wolfsburg und Bayern Ausländerinnen die wesentlichen Positionen besetzen.

jochen-or
jochen-or

Die Mannschaft hat mit dem Gruppensieg und dem Viertelfinale das gebracht, was man erhoffen und nicht zwingend erwarten konnte. Nur eine günstige Auslosung hätte mehr erlaubt, weil sie objektiv nicht das Niveau der USA, Frankreichs, Englands und auch – mit Abstrichen – Japans jetzt und vorher hatte. Danach kommt eine Gruppe etwa gleichstarker Mannschaften, zu der wir gehören. Dort kann jeder jeden schlagen. Heute war Schweden taktisch besser eingestellt. Eine gesunde Maroszan hätte nichts an dieser Einordnung geändert. Dass die Abwehr nur Durchschnitt ist, war schon vorher klar. Heute wurde es schlicht aufgedeckt, aber im Spiel gegen China und Spanien… Weiterlesen »

ollerRentner
ollerRentner

@Joe Waschl: Meines Wissens nimmt die Zahl der jugendlichen Fussballspielerinnen seit mehreren Jahren in Deutschland stetig ab.

Vor über einem Jahr sagte mir ein alter Freund und ehemaliger Kollege, dass sie die Mädchenmannschaften schliessen müssen, weil einfach nicht mehr genügend Spielerinnen vorhanden sind.

Solange sich das nicht ändert wird es bezüglich Nachwuchs zukünftig eher duster aussehen.

never-rest
never-rest

Endstation mal wieder im Viertelfinale. Und das völlig zu Recht. Ausgerechnet gegen Schweden. Bis auf die ersten 20 Minuten wieder ein biederer und planloser Auftritt der N11. Die Erkenntnis ist bitter, aber unser FF-Aushängeschild steckt endgültig im Mittelmaß fest. Dieses Gerede, dass die Mannschaft von Spiel zu Spiel besser wird, war nur eine Selbsttäuschung. Kein Wunder wenn noch nicht einmal die Basics am Ball und im Passpiel funktionieren, erst recht nicht anpruchsvollere Aufgaben wie Stellungsspiel und Raumaufteilung, geschweige denn eine erkennbare Spielidee zu erkennen ist. Es gibt im Verband, in der Liga und zu aller erst in den Vereinen nach… Weiterlesen »

Bernd
Bernd

Zu häufig hat mir bei der WM die Absicherung des deutschen Teams nach hinten nicht funktioniert. Doorsoun sagte selbst, dass sie dafür zuständig ist, weil Hegering in die Kopballduelle gehen soll. Erinnere mich an deutlich zuviele Szenen bei der WM wo dann einer gegnerischen Angreiferin nur noch hinterher gelaufen wurde. Schade!
Freue mich trotzdem auf die Halbfinals in Lyon. Das die Olympia-Quali auch verpasst wurde tut aber schon weh!

balea
balea

Ich bin ganz froh, dass es nun ein Ende hat. Sowohl diese ewige komische Heilsbringerlegende von Frau Maroszan, als auch Mär von den unglaublichen deutschen Fähigkeiten. Wenigstens in der ARD wurde hin und wieder mal zart drauf hingewiesen, dass woanders inzwischen sehr viel mehr getan wird, allerdings war die Berichterstattung im ZDF kaum noch zumutbar. Zweifelsohne waren Schult und Doorsun Lichtblicke, aber viel war Mittelmaß und manchmal schlicht überfordert, dazu gehören auch die „Newcomer“ Gwinn, Schüller etc. Etablierten Kräften wie Huth und Simon wurden einfach international ihre Grenzen aufgezeigt. Hegerings Stammplatz bleibt mir ein absolutes Rätsel und als Gewinnerin der… Weiterlesen »

Zaunreiter
Zaunreiter

So…jetzt ist mal Ruhe vor duckfaces und Instagramschönheiten. Diese jungen Mädels haben die Schwedinnen scheinbar nicht ernst genommen. Und ich finde, auch wenn Fräulein Magull ein Tor geschossen hat, ist sie overrated. In WOB hat sie sich nicht durchsetzen können, bei Bayern nicht in der Stammelf und dann fordert sie auch noch, dass der BVB sich doch auch dem FF widmen solle. In Dortmund werden vermutlich einige lachen. Dann fand ich es als einen Fehler, Dzenifer Marozsan zur Halbzeit zu bringen. In einigen Zweikämpfen empfand ich sie als zaghaft. Und wie man bei der vorherigen PK wohl ahnen konnte haben… Weiterlesen »

Pauline Leon
Pauline Leon

ich bin absoult sprachlos! das spiel hat mich stark an das viertelfinale der em 2017 erinnert, nur da waren sie etwas besser, in allem. warum linda dallmann erst heute aufs feld kam und dann gegen dm10 ausgewechselt wurde bleibt ein rätsel. dzenifer hat ja garnichts gebracht. und frau magull zeigt gefühlt seit 2014, das sie sich lieber klagend auf der wiese wälzt, statt sich produktiv am spiel zu beteiligen. das (trotzdem sehr schöne) 1:0 hat ja heute nicht gereicht. eigentlich kann ich jetzt sagen, vor der wm habe ich behauptet, wenn pauli bremer (eine spielerinnen-type, die den deutschen sicher geholfen… Weiterlesen »

Der Zuschauer
Der Zuschauer

Liebe Pauline Leon,

ich weiß nicht, in welchem Verhältnis du zu P. Bremer stehst,aber sie ist auch nur eine zu überbewertete Spielerin.Nach Frankreich gegangen,nichts gebracht,raus geschmissen.Jetzt in England tätig,auch nichts gebracht.Sie wäre nur noch mehr Ballast für unsere N 11 gewesen.Sie hatte ihren Höhepunkt auch nur in der U 20.Aber dann folgte nicht mehr viel.

Uncle Jack
Uncle Jack

Zwei Zitate von zwei Usern bzgl. des The Guardian-Artikel zum Spiel Deutschland vs Schweden (beide User sind mir in der Vergangenheit schon durch zumindest scheinbar vernünftige, fachkundige Kommentare aufgefallen): USfan: “There were spells where I thought Germany were playing some of the most confident football of the tournament, but it was alarming that all Sweden needed to do to create a good chance was play a high ball over the slow German back line.“ thebigfeller: “I thought Germany were brilliant early on, passing amazingly. Then the equaliser just took all the wind completely out of their sails. It was like… Weiterlesen »

Christo
Christo

Ich habe mich über den deutschen Auftritt bei der WM sehr gefreut. Die Spielqualität wurde von Match zu Match besser und nach dem 1:0 durch Lina dachte ich „Wow, die spielen heute einen geilen Ball“. Gedankenschnell, super durchkombiniert und ein tolles Tor. Richtig, sie sind noch nicht so gefestigt, daß sie solche Rückschläge wie die beiden Gegentore beantworten können. Aber für die kurze Zeit, die Frau Voss-Tecklenburg am Ruder ist, haben sie unterm Strich schon sehr viel in richtige Richtungen entwickeln können. Dzeni zu bringen war ein Risiko und es ging nicht auf. Caro Simon hat in ihrer Freiburger Zeit… Weiterlesen »

HFVFAN
HFVFAN

Wenn es Medallien für Naivität bei der WM gäbe würde MVT auch eine bekommen. Ich würde sagen etwas besser wie Steffi J. Nicht die Taktik war wichtig nein ob DM spielt, das bestimmte Spielerinnen aufhören, die Hitze, der nächste Gegner und wie schneiden wir wohl im Endspiel gegen der USA ab. Dabei hat der Trainerstab total die Defensive vernachlässigt vergessen, nach dem Motto uns kann doch keiner. Dieses ganze Gerangel um DM hat die Mannschaft nicht gestärkt sondern geschwächt, das Gegenteil ist eingetroffen. Für mich ist die WM vorbei, schade es war mehr drinn, wiedermal hat man die einmalige Gelegenheit… Weiterlesen »

Pauline
Pauline

Der Ruf immer mehr junge Spielerinnen geht nicht auf.
USA macht es richtig, da spielt eine Frauenmannschaft (keine U23 oder U20).
Da ist Reife, Erfahrung und der damit verbundene Siegeswille vorhanden.
Jung ja, aber ein Gerüst Erfahrung an denen sich die Jugend orientieren und lernen kann.

holly
holly

komisch das die leute die so von MVT geschwärmt haben sie nun ans kreuz nageln.
was hat k.hendrich verbrochen das sie nicht spielen durfte?
warum durfte auf einmal L.maier spielen? G.Gwinn total verschenkt in der defensive.
schweden war nun nicht wirklich die übermannschaft, wenigstens bleibt uns so eine ordentlich klatsche gegen die usa erspart.