Deutschland und Norwegen im Viertelfinale

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Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf ist mit einem klaren Sieg gegen Nigeria ins Viertelfinale der WM in Frankreich eingezogen. Kapitänin Alex Popp ebnete in ihrem 100. Länderspiel früh den Weg zum Erfolg. Am Abend setzte sich Norwegen in einer dramatischen Partie gegen Australien durch.

Alex Popp bejubelt ihren Treffer zum 1:0 gegen Nigeria
DFB-Kapitänin Alex Popp brachte ihr Team in ihrem 100. Länderspiel auf Kurs © imago / HMB-Media

Beim 3:0 (2:0)-Sieg vor 17.988 Zuschauern im Stade des Alpes von Grenoble sorgte Alex Popp per Kopf für die frühe Führung (20.). Nach einem Foul an Lina Magull erhöhte Sara Däbritz vom Elfmeterpunkt (27.). Bei sommerlichen Temperaturen war es dann Lea Schüller, die einen Fehler der Nigerianerinnen zum Endstand nutzte (82.).

Eine Änderung in der Startformation

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg veränderte ihr Team gegenüber dem Sieg gegen Südafrika auf einer Position: Für Klara Bühl kam Lea Schüller in die Mannschaft. Nigerias Trainer Thomas Dennerby musste wegen einer Muskelverletzung auf seine Topstürmerin Asisat Oshoala verzichten und brachte die frühere Kapitänin Evelyn Nwabuoku in die Mannschaft, verhalf Uchenna Kanu zum WM-Debüt und auch noch Stürmerin Chinwendu, so dass Nigeria erstmals in diesem Turnier in einer 4-4-2-Formation spielte.

Doppelschlag durch Popp und Däbritz

Nigeria fand gut in die Partie und verschaffte sich einem schnellen Eckball Respekt. Doch die DFB-Frauen kamen schnell besser ins Spiel und Lina Magull hat mit einem Drehschuss die erste gute Chance, doch der Ball wurde von Osinachi Ohale geblockt (6.). Nach einem Eckball ging die DFB-Elf dann schnell in Führung, Popp fand in ihrem Jubiläumsspiel die Lücke zwischen zwei Nigerianerinnen, schraubte sich in die Höhe und köpfte zum 1:0 ein (20.). Das Tor wurde zwar noch einmal wegen einer möglichen Abseitsstellung von Svenja Huth überprüft, fand aber Anerkennung. Nach einem Foul an Lina Magull entschied Schiedsrichterin Yoshimi Yamashita nach Ansicht der Videobilder auf Elfmeter, Däbritz baute die Führung auf 2:0 aus (27.).

Zwei Wechsel in der Pause

Zur zweiten Halbzeit kamen Carolin Simon für Verena Schweers und Klara Bühl für Melanie Leupolz, in der Folge verlor die deutsche Mannschaft zunehmend ihren Spielfluss. Die Nigerianerinnen waren in den Zweikämpfen nicht so bissig wie in den Partien zuvor und erspielten sich trotz ausgeglichenem Spiel keine Torchancen. In der Schlussphase machte dann Lea Schüller den Deckel auf die Partie, als sie einen Fehler der Hintermannschaft zu 3:0 verwertete (82.). In der Nachspielzeit hatte Nigerias Kapitänin Desire Oparanozie per Freistoß die Chancen zum Ehrentreffer, doch es blieb beim klaren Erfolg der DFB-Frauen.

Popp: „Tor aus Standard hat geholfen“

Alex Popp meinte nach der Partie: „Nigeria hat uns alles abverlangt, aber wir waren aggressiv in den Zweikämpfen und haben nach vorne Druck gemacht. Das Tor aus einem Standard hat natürlich geholfen. Voss-Tecklenburg meinte: „Schön, dass wir unser Ziel erreicht haben, wir sind alle happy. Zu Beginn hatten wir nicht die Spielruhe und der Gegner hat uns Respekt eingeflößt. Wir wissen, dass wir bei den Standards eine Stärke haben und wollen daraus in jedem Spiel ein Tor machen.“

Viertelfinale gegen Schweden oder Kanada

Im Viertelfinale geht es nun in einer Woche am Samstag, 29. Juni, 18.30 Uhr, in Rennes gegen den Sieger des Achtelfinales Schweden gegen Kanada, das am Montag, 24. Juni, 21 Uhr, in Paris ausgetragen wird.

Norwegen gewinnt Krimi gegen Australien

Norwegen setzte sich vor 12.229 Zuschauern im Stade de Nice von Nizza nach einem packenden Spiel im Elfmeterschießen gegen Australien mit 5:2 (1:1, 1:1) durch. Isabell Herlovsen brachte die Norwegerinnen in Führung (31.), Elisa Kellond-Knight glich mit einer direkt verwandelten Ecke aus (83.). In einer einigen zweifelhaften Entscheidungen geprägten Partie, in der Australien zwei und Norwegen ein Elfmeter verweigert wurde, entwickelte sich die Verlängerung zu einem wahren Krimi, in dem Norwegen einem zweiten Treffer näher war als Australien.

Hansen und Teamkolleginnen im Elferschießen ganz cool

Die Australierinnen mussten nach einer Roten Karte gegen Alanna Kennedy wegen einer Notbremse gegen Lisa-Marie Utland (104.) die letzte Viertelstunde in Unterzahl spielen und verteidigten leidenschaftlich, so dass es ins Elfmeterschießen ging. Dort verwandelten Caroline Graham Hansen, Guro Reiten, Maren Mjelde und Ingrid Engen jeweils souverän ihre Elfmeter, für Australien verschossen Sam Kerr und Emily Gielnik, nur Steph Catley traf.

Viertelfinale gegen England oder Kamerun

Im Viertelfinale trifft England am kommenden Donnerstag, 27. Juni, 21 Uhr, in Le Havre auf den Sieger des Achtelfinales England gegen Kamerun.

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25 KOMMENTARE

  1. Das Glück trägt z. Zt. schwarz-rot-gold! Dummerweise ist Glück ein sehr flüchtiger Faktor.

    Wenn dem Team mit 2:0 im Rücken dennoch die Düse flattert und im Ergebnis dann per Passunsicherheit kein angemessenes Aufbauspiel gelingt, scheint das Problem eher im Gebiet zwischen den Ohren zu liegen. Irgendwie das Gegenteil der US-Girls. Viel Arbeit für Frau Prinz.

    Schweden oder Kanada im Viertelfinale? Besser Schweden. Die sind ähnlich schwach.

  2. Doc sagt: Schweden oder Kanada im Viertelfinale? Besser Schweden. Die sind ähnlich schwach.

    Ich bin mir diesbezüglich wegen Schweden nicht so sicher. Beim Spiel gegen die USA taten selbige sich insgesamt deutlich schwerer, als erwartet. Schweden könnte durchaus ein sehr unangenehmer Gegner werden.

    Wenn allerdings die Pässe im Mittelfeld nicht genauer werden, dürfte das Team ab jetzt wirklich Probleme bekommen.

    Mich wundert allerdings auch, dass Lena Oberdorf nicht sofort eingesetzt wurde. Allein die eine Situation, als sie sich links nahe am gegnerischen Strafraum gegen drei Gegenspielerinnen behauptete und anschliessend einen sehr guten Pass auf die dann freie Sara Däbritz spielte, zeigte doch deutlich, welche Rolle sie beim Aufbauspiel sehr gut einnehmen könnte.

    Jetzt haben sie aber erst mal eine Woche Zeit für die Vorbereitung.

    Da ich davon ausgehe, dass die USA ins Halbfinale kommen, müssen sie noch einmal gewinnen, um die Qualifikation für die Olympischen Spiele zu schaffen. Damit wäre auf jeden Fall schon alles erreicht, was man ernsthaft erhoffen konnte.

    Wann wird eigentlich nach Rennes umgezogen?

  3. @Ritchie,

    ein verdienter Sieg ja, aber überzeugend war auch dieses Spiel nicht gerade. Wenn man bedenkt dass keines der 3 Tore aus dem Spiel heraus, sondern durch Standardsituationen und einem verheerenden Fehlpass der sehr schwachen Nigerianerinnen, erzielt wurden. Und das ist es was mir im Spiel unserer Elf Sorgen bereitet.Abgesehen davon war für mich das Tor von Popp sehr fragwürdig, da Huth direkt vor der Torhüterin im Abseits stand. Aber das kann hier gerne diskutiert werden.

  4. Frau Kerr – komplett ueberbewertet. So ein Elfmeter zu schiessen kann nur eine Spielerinnen aus der Kreisliga. Und ihr Verhalten auf dem Spielplatz, wo sie jede Entscheidung in Frage stellt – das sind wirklich Dorfmanieren! Frau Kerr ist eindeutig der Flop der WM 2019.

  5. Glückwunsch an A.Popp zum hundertsten Länderspiel, gekrönt mit einem Tor und der Ernennung zur Spielerin des Spiels. Wäre schade, wenn der Treffer nicht gezählt hätte, aber es war wohl eine Ermessensentscheidung.
    Schüller war bisher nicht in Bestform, die dauernde Kritik des Reporters ging mir aber etwas zu weit.Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass sie der Kritik mit dem tollen Tor ein Ende setzte. Ansonsten bin ich mit dem 3:0 gegen Nigeria sehr zufrieden!
    Wie hat nochmal Frankreich gegen Nigeria gespielt?
    Für mich muss nicht jeder Sieg überzeugend und glanzvoll sein. Ein „gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss“. Warum Kräfte vergeuden? Wenn das Team weiter mit den Aufgaben wächst ist alles o.k.!
    Bisher kein Gegentor, echt klasse auch wenn etwas Glück immer dazu gehört. A. Schult die -nicht zu Unrecht- vor der WM in der Kritik stand, behält nun die weiße Weste. Toll! Die jungen Spielerinnen, deren Einsatz so manchem Foristen zu früh kam, sind für mich eine absolute Bereicherung. Jetzt drücke ich ganz fest die Daumen für den nächsten Sieg, damit ich das Team auch noch live sehen darf.

  6. Vier Siege,null Gegentore,trotzdem bin ich mit dem sportlichen Auftreten des deutschen Teams nicht zu Frieden .

    Ich erwarte von einer deutschen Mannschaft keinen Zauberfußball.Aber Basics wie Ballannahme,Verarbeitung und Passspiel sollte zu Mindest eine Nationalspielerin beherrschen.Von der Gänzlich fehlenden Technik bei den meisten Spielerinnen will ich erst gar nicht reden.Gefühlt jeder Pass landet in den Füßen einer Gegnerin oder im Aus weil er zu unpräzise gespielt wird.Die Tore fallen Mehrheitlich nach Standards,weniger aus dem Spiel heraus.

    Bisher hatten die deutschen Frauen Glück dass ihre Gegnerinnen selbst zu dämlich waren um die Schwächen Deutschlands nicht auszunutzen.

    Egal wer nun im VF auf Deutschland trifft,der Gegner wird jedenfalls um einiges schwieriger zu bespielen sein und wird wissen wo Deutschland verwundbar ist.Von daher hoffe ich auf eine deutliche Leistungssteigerung und darauf,dass auch mal Tore aus dem Spiel heraus fallen.

  7. das spiel norwegen gegen australien war der absolute hammer!
    das war werbung für den fussball an sich.
    glücklich die wenigen, die im stadion sitzen wollten und durften..

    und es wurde immer besser, was auch immer für unzulänglichkeiten mit den dutzenden von var-sichtungen dabei waren.
    sam kerr hätte niemals den ersten elfmeter schiessen dürfen. aber, was solls.
    norwegen waren die verdienten siegerinnen. caro hansen hätte sicher zwei, drei tore verdient gehabt.

    dieses spiel ist jetzt ganz vorne in der liste der besten spiele der wm.

    alex´ kopfball und leas one-touch-tor waren auch super. canada oder schweden sollten keine schwierigkeiten bereiten, schätze ich.

    viel erfolg im viertelfinale an die dfb elf!!

  8. zu JolaFan:
    Lass diese hämischen Kreisliga-Bemerkungen, bitte! Kreisliga – Trolle gibt es schon genug auf Spiegel.de und Zeit.de. Wirklich viel zu viele Leute, die nur meckern wollen, sollten ihr Leben hinterfragen und nicht Diskussionsforen zur Kompensation benutzen. Kerr hat eine ordentliche Leistung gebracht, nicht überragend, sicher, aber doch ordentlich. Jetzt kam auf, dass sie bei Chelsea Einkommensmillionärin wird, was ich durchaus erschreckend fände, falls es sich bestätigen sollte, aber sie so nieder zu machen, ist krass unfair. Einen Elfmeter so zu verschießen, ist beinhart, aber keineswegs Kreisliga, sondern schlicht der Anstrengung und Anspannung geschuldet. Und ich bitte auch gleich um Entschuldigung für diese reichlich persönliche Attacke…

  9. also als die Weltklasse Spielerin die S.Kerr sein soll sehe ich sie auch nicht. (sicher wäre ich froh wenn wir eine Spielerrin ihres Formates in unseren Reihen hätten)
    Das ist ihre dritte WM und sie hat bei diesem Turnier ihr erstes WM Tor geschossen.
    Wenn das den so stimmt das sie zu Chelsea geht wo stösst sie da in neue Einkommensdimensionnen vor?

    Eine Abby Wambach, Mia Hamm usw haben ihrerseit damals schon viel mehr verdient.

    Ich finde die Überprüfung von jedem 11Meter schon sehr fragwürdig. Da steht die Schützin eine gefühlte Stunde und soll sich auf den Strafstoss konzentrieren. Wer schonmal einen Strafstoß in einem wichtigen Spiel geschossen hat wird das nach vollziehen können was das jetzt für eine Belastung ist wenn man vor der Ausführung so lange warten muss.

  10. Sehr schade, ich hätte den Australierinnen den Sieg gegönnt. Kerr war zweifelsohne übermotiviert und fühlte sich als Captain vermtl noch zusätzlich aufgefordert zu kritisieren. Da war sie schlecht beraten. Insgesamt aber ein tolles Spiel, bei der schon mal eine Frauschaft ausgeschieden ist, denen zuzuschauen 5mal mehr Spass macht als der lahmen deutschen Truppe. Ich kann mich nicht erinnern, dass in einem Spiel die N11 Spielerinnen wie Gwinn, Huth, Hegering etc immer wieder in Sprints schlicht und einfach von ihren Gegnerinnen stehen gelassen werden. Wenn ich schon Schult als beste dt Spielerinnen loben muss, kann da etwas nur schieflaufen. Nun also hoffentlich Kanada im VF und dann vermtl heimwärts.

  11. Glückwünsche an unsere N11 und insbesondere A. Popp, die immer voran geht und sich in jedes Zweikampfgetümmel mit vollem Körpereinsatz wirft. Neben Renard wohl eine der besten Kopfballspielerinnen weltweit. Leider lässt die Qualität der Flankenbälle doch sehr zu wünschen übrig, um es milde auszudrücken, sonst könnte sie noch viel öfter treffen. Das war`s aber auch schon, was ich an Positiven über das Spiel gegen Nigeria sagen kann.

    Das andere KO-Spiel zwischen Norwegen und Australi9en war nicht nur viel ansehnlicher, sondern auch spannender. Ein Superauftritt von Caro Graham Hansen, die mir reif scheint für eine ganz große Karriere. Sehr schade für die ganze AFBL, dass sie nächste Saison in Barcelona ihr Können zeigen wird. Habe meine Zweifel, dass Huth sie bei WOB gleichwertig ersetzen kann.

  12. Hallo Balea

    Also die Frauschaft als “ lahme deutsche Truppe “ zu beschreiben ist meiner Meinung nach
    zu hart. Also ich habe gesehen,dass einige Spielerinnen sich bewegt haben.
    So jetzt Spaß bei Seite. Glückwunsch zum Sieg und weiterkommen.
    Es wird nicht der Weltmeister,der am schönsten spielt, das schönste Trikot hat oder die Haare modisch trägt,sondern der, der seine Chancen eiskalt nutzt und in Tore verwandelte und im richtigen Moment einfach das Glück hat,das es umsonst als Zugabe gibt.

  13. Ich hätte mich so gefreut, wenn die Tonstörung das ganze Spiel angedaurt hätte. So musste ich Norbert Galeskes monotonen, emotionslosen Singsang ertragagen. Und wie bei jedem deutschen Kommentator üblich, wie zum Teil auch in diesem Forum, wird so lange nach Haaren in der Suppe gesucht bis sie kalt und abgestanden ist.

    Am Ende eines Spieles zählen nicht die Worte „falls““hätte““wäre““wenn“und“wie“, sondern nur das Wort „ist“

    „Ist“= vier Spiele zu null gewonnen und Viertelvinale

    Das sich hier und in den Medien sich über die Schwächen der N11 beschweren ist für mich nicht ganz verständlich und zeigt mir wie wenig genau die Spiele der Bundesliga betrachtet werden. Denn dort sieht man doch die gleichen Fehler und Schwächen.

  14. @Zuschauer und andere

    Ich schaue mir die Spiele nicht an, um einen etwaigen Patriotismus oder schlimmeres zu befriedigen, sondern weil ich schönen, spannenden und engagierten Sport sehen will. Da kann ich die Pfiffe gegen D im Stadion gut verstehen. Für Glück, Effektivität oä deutsche Tugenden gibts bessere Orte als Fussballstadien.

  15. Zunächst möchte ich den Frauen/Mädchen zugute halten, dass es äußerst unangenehm ist, in einer derartigen Hitze spielen zu müssen.
    Leupolz sah ja bereits in der ersten Halbzeit vollkommen fertig aus und ich bin mir nicht sicher, ob sie deshalb nicht mehr zur 2. Hz. auflaufen musste.

    Auch war gestern der Aufbau/Passspiel aus der IV nicht so schlecht wie in den Spielen zuvor.

    Allerdings spielt die Mannschaft weiterhin unter dem Niveau der letzten Qualifikationsspiele. Für einen neutralen Betrachter muss dies gestern eine grausam unästhetische und langweilige Sache gewesen sein.Vergleicht man nur unser Passspiel mit dem der Norwegerinnen im Abendspiel, so ist dies einer eher mittelmäßigen Mannschaft wie Norwegen wesentlich besser als unseres. So recht weiß ich auch nicht, wieso wir uns bisher kein Tor gefangen und stets gewonnen haben.
    Klar: Schult spielt gut und sicher. Nur 2x musste ich gestern abschwitzen, als sie wieder anfing, sich mit der Ballannahme mit dem Fuß und dem Pass zu versuchen. Offensichtlich hatte man ihr wieder erlaubt, sich am Spielaufbau zu beteiligen. Das mag sinnvoll und wichtig sein; viel gebracht hat es hierfür aber auch nicht. Spielerisch ist Deutschland bisher eine Enttäuschung, kämpferisch ist sie jedoch top.
    Wie stark die Nigerianerinnen waren, konnte man übrigens auch daran sehen, dass Svenja Huth ( gestern sehr schwach) stets von ihrer Gegenspielerin abgelaufen wurde.

    Das Spiel lief einfach nur gutfür uns.
    Ich selbst hatte sofort die Abseitsposition von Huth gesehen und meine auch, dass sie der Torhüterin ganz kurz die Sicht genommen hat. Deshalb nahm ich – als eine Überprüfung angeordnet war – an, dass es annuliert würde.
    Ohne VAR wäre es auch nicht zu dem Elfmeter gekommen, der allerdings berechtigt war.

    Also freuen wir uns über den Sieg und warten weiter ab, wie weit es auf der schwächeren Seite ohne USA, Frankreich und England, den sicherlich stärksten Mannschaften, geht.
    Bis zum Finale ist weiterhin alles offen – und dort steigern sich dann sogar die Außenseiter, weil es sich frei von der Leber weg spielen lässt, weil schon der Einzug ins Finale ein Riesenerfolg ist. Dies würde auch für unsere neuformierte Mannschaft gelten.

    Das Achtelfinale ist immer ein schwieriges Spiel für eine hoch eingeschätzte Mannschaft, weil bei einem Ausscheiden vom Versagen die Rede ist. Mit dem Viertelfinale hat man eigentlich die Norm mit einer derart unerfahrenen Mannschaft erfüllt.

    Im Übrigen erhoffe ich mir nichts von einem Einsatz von Maroszan.
    Zwar fehlt sie bei den Standardsituationen. Aber eine verletzte Spielerin kann in einem WM-Spiel, bei dem die Mannschaft von ihrem kämpferischen Einsatz und ihrem unermüdlichen Pressing lebt, schnell eine Schwächung bedeuten.

    Toll war dann das Abendspiel. Schön, dass sich hieran auch die neutralen Zuschauer erfreuen konnten.

  16. Die gestrige Leistung von Sam Kerr kann man sicherlich differenziert sehen. Dabei sollte man aber m.E. die tolle Abwehrarbeit von Maren Mjelde nicht übersehen. Sie hat Kerr immer wieder aus dem Spiel genommen, und das so unaufgeregt und fair. Eine Ex-Turbine! Und die anderee Ex-Turbine trifft vom Eckpunkt! Ich hatte viel Freude an diesem Spiel.

  17. Wer hatte noch gleich mal nach Eventpublikum gefragt?
    Guggschdu Helmut. Perfekter Kommentar.
    So muss das Event gestaltet sein!
    Wie ist doch dem Event egal. Hauptsache ist am Ende Sieg.
    Welche Fachqualitaet ein Kommentator hat noch mehr egal. Kritik absolut unerwuenscht. Hauptsache er macht ein Event-Geplarre Spektakel aus seiner Stimme. Wofuer bezale ich schlieslich Kommantar?
    Und auch die angewandte Logik ist immer ein Event. Siehe letzter Absatz.
    Fussball-Circus braucht heutzutage diese Dimension.
    Mit Fachpublikum laesst sich kein Klopapier mehr verdienen.

  18. Helmut sagt:
    23. Juni 2019 um 11.30 Uhr Uhr
    „Ich hätte mich so gefreut, wenn die Tonstörung das ganze Spiel angedaurt hätte. So musste ich Norbert Galeskes monotonen, emotionslosen Singsang ertragagen.“

    @Helmut
    An meinem TV/Laptop kann ich den Ton ausstellen, wenn ich es möchte.
    Probier das doch am mal, ob es an Deinem Gerät nicht auch funktioniert.

  19. Es gibt viele wahre Aussagen über den Fußball. Manchmal widersprechen sie sich sogar ein bisschen oder schränken sich gegenseitig ein, aber „wahr“ sind sie trotzdem. In diesem Sinne:

    „Fußball ist ein Ergebnissport“

    Das stimmt eben. Am Ende steht derjenige als Sieger da, der mehr Pillen im gegnerischen Netz versenkt hat. So ist das nun mal – auch auf eine Liga-Saison oder ein Turnier gerechnet („Die Tabelle lügt nicht“).

    Neben den reinen Fußball-Wahrheiten gibt es auch Sprüche, die zwar nicht „wahr“ sind, aber eben auch durchaus bezeichnend für eine bestimmte Situation. Zum Beispiel: „Das Glück ist mit den Tüchtigen“. Und Eines ist eben auch wahr im Wortsinne: tüchtig sind sie absolut, die *weiblichen* DFB-A-Kader.

  20. Sowohl Nigeria als auch Australien waren durchaus tüchtig.
    Fussball ist aber auch ein Publikumssport – und das möchte meistens attraktiven Sport sehen, insbesondere bei einem internationalen Turnier, was zugleich Werbung für eine „Nischensportart“ sein will und soll. Und wenn es danach ginge, hätte D im VF nichts zu suchen. Die Verbände, die gerade stark oder neu in das Thema FF investieren, spielen zuerst einmal mutig, engagiert und attraktiv: Italien, Spanien, England, Australien uam. Die „Effektivität“ wird schon noch kommen.
    Und was: „Die Tabelle lügt nicht“ angeht: Bei dem, was in Chelsea, Spanien etc gerade passiert (von Lyon ganz zu schweigen) braucht sich WOB und Bayern ganz sicher keine langfristigen Hoffnungen in der CL mehr zu machen.

  21. Es ist menschlich den negativen Ereignissen mehr Aufmerksamkeit zu widmen bzw. in Erinnerung zu behalten als den positiven. Hier wird mehrfach die Passquote der N11-Mädels kritisiert. Zweifellos wünscht man/frau sie sich bei den deutschen Frauen noch verbessert. Allerdings fällt der statistisch erfasste Vergleich „Norwegen – Deutschland“ gemäß „Kicker“ mit 73% zu 80% eindeutig zugunsten unserer N11 aus. Das ist übrigens sogar einen Ticken besser als bei der Begegnung England gegen Japan die beide auf 79% kamen.

  22. Ein wirklich glanzvoller Auftritt war es sicher wieder nicht. Das war gegen einen Gegner der zwar weitgehend diszipliniert verteidigte, aber offensiv kaum stattfand, auch nicht notwendig, zumal die frühe deutliche Führung sicher ihr Übriges tat. Außerdem war die kleinliche Linie der japanischen Unpateiischen auch nicht dazu angetan, einen Spielfluss aufkommen zu lassen.

    Man könnte monieren, dass nur ein Treffer aus dem Spiel heraus fiel, der auch noch vom Gegner aufgelegt wurde, aber ich sehe es durchaus auch als Qualität an, die Möglichkeiten zu besitzen, Spiele über Standards zu entscheiden. Dennoch bin ich gespannt, wie es aussehen wird, wenn die deutsche Mannschaft mal von einem Gegner auch defensiv mehr als nur sporadisch gefordert wird.

    Die VAR-Entscheidungen waren übrigens nicht alle so unumstritten. Ich schaue die Spiele ja wann immer möglich auf DAZN, und in der dortigen Übertragung waren sich Kommentator Jan Platte und Co.-Kommentatorin Tabea Kemme auf Anhieb einig, dass der Elfer zum 2:0 nicht berechtigt war, und wurden auch von keiner Zeitlupe umgestimmt. Ich war da ehrlich gesagt eher bei der Schiedsrichterin. Im Grunde ja eine identische Situation zum siegbringenden Elfer der Französinnen gegen Norwegen. Man erkennt zwar in beiden Fällen die Absicht der Verteidigerin den Ball zu spielen, dieser wird jeweils aber nur minimal, und ohne entscheidende Richtungsänderung getroffen, die Gegenspielerin dafür umso härter. Von daher wäre für mich höchstens diskutabel, ob die usprüngliche Entscheidung ‚kein Elfer‘ so klar falsch war, dass der Eingriff des VAR gerechtfertigt war. Ansonsten gingen die Elfer für mich in beiden genannten Fällen in Ordnung.

    Ich hätte eher damit gerechnet, dass das 1:0 der deutschen Mannschaft kassiert wird, weil es in der abgelaufenen Saison im Männerbereich unzählige vergleichbare Situationen gab, wo ein Treffer zurückgenommen wurde, weil eine passive Absseitsstellung als sichtbehindernd für den Torhüter, und somit aktiv gewertet wurden. Womit wir wieder beim Thema Vergleichbarkeit von Entscheidungen wären.

  23. @ Rudi 14.57 Uhr

    Das tut mir sehr leid für Dich, dass Du dann gar nix mehr hörst!
    Auch bei einer Tonstörung im Fernsehen kann ich immer noch hören ohne etwas zu machen, z.B. die Vögel im Garten! Kann aber auch Musik anstellen usw., bin ja nicht taub!
    Da Helmut sich so gefreut hätte, wenn die Tonstörung das ganze Spiel angedauert hätte, verstehe ich nicht was Du meinst. Was war bei der Tonstörung denn anders, als beim Ton runterstellen?

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