Schweden und USA im WM-Achtelfinale

Von am 16. Juni 2019 – 20.36 Uhr 27 Kommentare

Schweden und die USA haben sich wie erwartet vorzeitig für das Achtelfinale der Frauenfußball-WM in Frankreich qualifiziert. US-Stürmerin Carli Lloyd und Chiles Torhüterin Christiane Endler standen dabei im Rampenlicht.

US-Spielerin Carli Lloyd (re.) bejubelt ihren Treffer zum 3:0

US-Spielerin Carli Lloyd (re.) bejubelt ihren Treffer zum 3:0 © imago / foto2press

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Schweden kam vor der bisherigen WM-Minuskulisse von 9.354 Zuschauer im Stade de Nice von Nizza zu einem 5:1 (3:0)-Sieg.

Schweden sorgt früh für klare Verhältnisse

Linda Sembrant per Kopf (6.), Kosovare Asllani mit einem Bauerntrick (19.) und ein satter Schuss von Fridolina Rolfö (42.) sorgten für eine komfortable Pausenführung der Schwedinnen. In der zweiten Halbzeit ließen es die Schwedinnen bei sommerlichen Temperaturen ruhiger angehen. Es dauerte bis zur 81. Minute, ehe Lina Hurtig per Kopf erhöhte (81.).

Thailand jubelt

Thailands Kapitänin Kanjana Sung-Ngoen sorgte dann für Jubel, als sie in der Nachspielzeit mit einem Schuss ins kurze Eck gegen die falsch positionierte schwedische Torhüterin Hedvig Lindahl für den Ehrentreffer der Thailänderinnen sorgte (90.+1). Für den Schlusspunkt der Partie sorgte Elen Rubensson, die einen nach VAR-Entscheid gegebenen Handelfmeter zum Endstand für insgesamt wenig überzeugende Schwedinnen ins Netz setzte (90.+6).

Lloyd trifft doppelt und sorgt für Rekord

Die USA kamen im Prinzenparkstadion von Paris zu einem 3:0 (3:0)-Erfolg gegen Chile. US-Trainerin Jill Ellis änderte ihre Startformation gegenüber dem 13:0-Rekorderfolg gegen Thailand gleich auf sieben Positionen. Dem US-Spiel tat das aber nur wenig Abbruch, Carli Lloyd sorgte mit einem Drehschuss früh für die Führung (11.) und stellte damit einen neuen Rekord auf, im sechsten WM-Spiel in Folge ein Tor erzielt zu haben. Julie Ertz erhöhte per Kopf auf 2:0 (26.), dem Treffer ging allerdings ein irregulärer Eckball voraus. Noch vor der Pause war Lloyd noch einmal zur Stelle, als sie sich in die Höhe schraubte und die Führung ausbaute (35.).

Endler bringt US-Spielerinnen zur Verzweiflung

In der zweiten Halbzeit hatten die Amerikanerinnen zahlreiche weitere Chancen, doch Chiles Torhüterin Christiane Endler erwies sich einmal mehr als Meisterin ihres Fachs und parierte gleich dreimal glänzend gegen Christen Press. Carli Lloyd leistete sich sogar noch den Luxus eines Lattentreffers und eines verschossenen zweifelhaften, per VAR-Entscheids gegebenen Foulelfmeters. Endler wurde bemerkenswerterweise trotz der 0:3-Niederlage ihres Teams zur Spielerin des Spiels gekürt.

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Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

27 Kommentare »

  • Bernd sagt:

    @ Schicke
    Habe gerade nochmal Deine posts durchgelesen. Stimme mit Dir in vielen Dingen überein. Bin evtl. etwas empfindlich, wenn man Deutschland benachteiligt sieht. Das mag in Einzefällen so sein, aber meistens haben wir auch viele Vorteile gegenüber anderen Nationen. Wie Du selbst schreibst, lieber die Bundesliga, als der Fokus nur auf die Natio! Für manche Länder ist es ein Erfolg ein Punkt zu holen, für andere sogar ein Tor bei einer WM zu schießen, oder sich zu qualifizieren. Für mich ist die Olympia-Quali, wenn sie denn geschafft wird, ein großer Erfolg für GER. Hoffe auf das Halbfinale, denn dann fahre ich nach Lyon. Mal schauen, wie sich das Team entwickelt, evtl. ist bald auch wieder mehr möglich! Hoffe auf das Halbfinale, denn dann fahre ich nach Lyon.

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  • Rudi sagt:

    @Bernd,

    Na, so klar war der Gruppensieg ja nur nach Punkten. Aber die Spiele gegen China und Spanien hätten auch in die Hose gehen können, da war schon etwas Glück und Unvermögen der beiden Gegner im Tote schiessen dabei.

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  • Uncle Jack sagt:

    @Ingrid Novosad:

    Hoffentlich bleiben Sie uns – trotz aller verständlicher Frustration – als Kommentatorin erhalten. Ich jedenfalls finde, daß Ihre Kommentare diesem Forum extrem gut tun und habe selbst schon viel von ihnen gelernt. Vielen Dank dafür. Und, bei dieser Gelegenheit, auch an Herrn Juchem für diese(s) Webseite und Forum und alle damit verbundene Arbeit.

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  • Zaunreiter sagt:

    Mein Hinweis auf ein „Januar-Trainingslager“ diente dazu, die subjektive Meinung des Users „Schicke“ zu berichtigen und zu relativieren, als er behauptete, das USWNT sei „monatelang“ zusammen. Das stimmt halt so nicht.
    Er kann natürlich seine „alternative Facts“ gerne weiter raushauen, aber ich werde dann hier als Korrektiv auftreten.
    Ich fände das sogar gut, wenn es mehrmals im Jahr so ein-bis zweiwöchige Trainingslager auch in Deutschland gäbe.

    Soo…dann noch eine Meinung von „Schicke“, die ich berichtigen möchte. Er schrieb, dass die USWNT-Spielerinnen „im gesamten Winterhalbjahr keine ‚Vereinsverpflichtungen‘ hätten und der Focus auf die jeweilige Meisterschaftsvorbereitung (WM, Gold-Cup und/oder Olympische Qualifikation) liegen würde.
    Das liegt daran, dass die Qualifikationen für die jeweiligen Turniere halt im Winterhalbjahr stattfinden, wenn der reguläre Spielbetrieb ruht. Und die Qualis finden als Turnier statt. Dafür spielen dann etliche US-amerikanische Spielerinnen in der australischen Liga. Da war die Quali für diese WM letztes Jahr im Oktober oder die Quali für Rio war dann im Februar 16 – auch als Turnier.
    Zeit genug für die jeweiligen Teams zum Einspielen für die nächste NWSL-Saison bleibt da noch genug, zumal der erste Spieltag meistens Mitte April ist.
    Und dann gibt’s ja auch noch den NWSL-Draft im Januar, wo immer neue talentierte Spielerinnen frisch vom College oder der Uni beim jeweiligen Team landen.
    Das ist halt ein anderes System – nicht so wie bei uns. Muss man nicht unbedingt mögen, ist halt so.

    Aber ich möchte dem User „Der Zuschauer“ noch einen weiteren kulturellen Unterschied zwischen Nordamerika und Deutschland näher bringen: Der Umgang mit werdenden und schon Müttern. Da müssen in Deutschland Spielerinnen wie Sasic und Alushi aufhören, weil das mit den „alten weißen Männern“ des DFB nicht vereinbar scheint, während „Soccer Moms“ wie A. Rod, Sydney Leroux, Shannon Boxx, Christie Pearce weiterspielen können und auch noch Platz für eine Kinderbetreuung da ist. Jessica McDonald ist glaub ich auch schon Mutter.
    In der Hinsicht liegt in Deutschland so einiges im Argen.

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  • Altwolf sagt:

    Interessantes „Gerücht“: Alex Morgan soll angeblich geäußert haben, das sie es aufregend finden würde in der Frauen-BL zu spielen, eine der stärksten Ligen der Welt.

    Ob es da einen Zusammenhang geben könnte ist nun „reine Spekulation“, aber die Wölfinnen haben gerade den ersten US-Sponsor, die Firma doTERRA aus Ohio, exclusiv gewinnen können, die ätherische Öle für Nährstoff-, Wellness- u. Kosmetikprodukte in Europa anbieten wollen.
    Wenn sie tatsächlich auch mal in D spielen wollte, kämen wohl nur Bayern o. WOB in Frage.

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  • Schicke sagt:

    @Zaunreiter,

    Auch wenn ich dieses Kindergarten Verhalten nicht mag. Aber wenn hier jemand fake news verbreitest, dann bist Du das. Und wenn man mir fake news Verbreitung unterstellt, muss ich wohl antworten. Auch wenn es Dir scheinbar aus ideologischen Gründen nicht um Fakten geht.

    Bitte nenne mir ein Vereinsspiel, in welchem die Spielerinnen Morgan, Heath, Rapinoe, Horan, O Hara, Krieger, Sauerbrunn und Co zwischen Mitte Oktober und März gespielt haben.

    Die US Nationalspielerinnen haben in diesem Winter nicht in Australien gespielt. Wieso versuchst Du diesen Eindruck zu erwecken? Dort haben nur nicht-Nationalmannschaftspielerinnen gespielt. Wieso wohl?

    Weil die Nationalspielerinnen sich gemeinsam auf die WM vorbereitet haben. Das ist auch der Grund, weshalb keine US Nationspielerin vor einer WM in Europa spielt. Zwischen Oktober und März gab es eine Vielzahl von Länderspielen und Traingscamps. Der Fokus war ausschließlich auf der Nationalmannschaft.

    Keine Ahnung wieso Du das leugnest? Passt Dir das nicht?

    Bernd hat natürlich Recht damit, dass das monatelange Einspielen noch keine Garantie für den Erfolg ist.

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  • SCF Klausi sagt:

    @ Altwolf

    Ergänzend zu deinem letzten Beitrag :

    https://www.vfl-wolfsburg.de/newsdetails/news-detail/detail/news/doterra-foerdert-double-gewinner/

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