Deutschland zittert sich zum WM-Auftaktsieg

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Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat ihr Auftaktspiel bei der WM in Frankreich mit viel Mühe gegen China gewonnen. Dabei half eine Leistungssteigerung in Halbzeit zwei und auch der Einsatz der jüngsten deutschen WM-Spielerin aller Zeiten.

Die Erlösung: Giulia Gwinn (Mi.) erzielt den Siegtreffer gegen China © imago / HMB-Media

Vor 15.283 Zuschauern im Roazhon Park von Rennes gewann die Elf von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg gegen China zum Auftakt der Gruppe B mit 1:0 (0:0). Den einzigen Treffer der Partie erzielte Giulia Gwinn mit einem 18-Meter-Schuss nach einer Ecke von Dzsenifer Marozsán (66.).

Lea Schüller muss auf die Bank, Gwinn im Mittelfeld

Voss-Tecklenburg nahm gegenüber der WM-Generalprobe gegen Chile eine Änderung in der Startformation vor: Stürmerin Lea Schüller musste mit der Bank Vorlieb nehmen, Kathy Hendrich nahm den Platz als rechte Außenverteidigerin ein, Giulia Gwinn wechselte auf die rechte Mittelfeldseite, Svenja Huth wich deswegen auf den linken Flügel aus.

Gute Chancen zu Beginn

Die DFB-Frauen erwischten einen guten Start, bei einer Flanke von DFB-Kapitänin Alex Popp kam Chinas Torhüterin Shimeng Peng gerade noch mit den Fingerspitzen vor der einschussbereiten Svenja Huth an den Ball (2.), kurz darauf strich ein Schuss von Sara Däbritz nur knapp am Pfosten vorbei (3.). Mit rustikaler Spielweise und internationaler Härte bissen sich die Chinesinnen in die Partie, ein hartes Foul von Shanshan Wang an Marozsán beeindruckte die DFB-Frauen sichtlich (11.).

Rustikale Chinesinnen

Nur Minuten später hatte China die Großchance auf die Führung. Nach einem Querschläger der zunächst nervösen Sara Doorsoun hätte Yang Li fast die Führung erzielt, doch Doorsoun bügelte ihren Fehler aus und fälschte den Schuss der Chinesin entscheidend ab (14.). Die DFB-Elf agierte jetzt zunehmend überhastet, auch wenn Carolin Simon fast ein ähnlicher Kunstschuss gelungen wäre wie neun Tage zuvor gegen Chile, doch der Ball tropfte auf die Latte (17.). Und Alex Popp setzte einen Kopfball übers Tor, bei der Landung verletzte sie sich am Knöchel, konnte aber weiterspielen (20.).

DFB-Elf lässt sich Schneid abkaufen

Nach einer halben Stunde wurde das Spiel der DFB-Spielerinnen immer zerfahrener, die Chinesinnen verdichteten das Zentrum gut und zu oft versuchten die Deutschen ihr Glück mit hohen Bällen. Kurz vor der Pause dann die nächste Schrecksekunde. Yang Li zirkelte den Ball an den Pfosten (44.) und sah anschließend für ein zu hartes Einsteigen an Almuth Schult die Gelbe Karte. Und in der Nachspielzeit hatte Gu Yasha die nächste gute Chance (45.+2).

Oberdorf jüngste deutsche WM-Spielerin, Erlösung durch Gwinn

Die DFB-Frauen kamen gestärkt aus der Kabine, Lena Oberdorf ersetzte die angeschlagene Simon und wurde mit 17 Jahren und 171 Tagen zur jüngsten deutschen WM-Spielerin aller Zeiten. Deutschland tat sich weiter schwer, ließ sich aber nun den Schneid nicht mehr abkaufen und unterband die Konter der Chinesinnen nun besser. Kathy Hendrich kam einem Treffer nah, doch Peng konnte parieren (57.). Nach einer Ecke von Marozsán landete der Ball vor den Füßen von Gwinn, die mit einem platzierten Schuss für die Führung sorgte (66.).

Gwinn: „Wichtig, mit Sieg zu starten“

Auch nach der Führung blieb es jedoch ein enges Duell, Rui Shang versuchte es mit einem Schuss (83.), doch die DFB-Elf behielt am Ende knapp, aber verdient die Oberhand. Gwinn wurde bei ihrem WM-Debüt als Spielerin des Spiels ausgezeichnet. Diese Ehre war ihr schon bei ihrem Debüt bei der U17-WM 2016 gegen Venezuela und bei der U20-WM 2018 gegen Nigeria zuteil geworden. Die 19-Jährige erklärte nach dem Spiel: „Es ist schön, beim WM-Auftakt ein Tor zu schießen, das tut dem Selbstvertrauen gut. Aber es war vor allem wichtig, mit einem Sieg zu starten. Wir hatten Höhen und Tiefen, aber was am Ende zählt, ist der Sieg.“

Voss-Tecklenburg. „Hartes Stück Arbeit“

Voss-Tecklenburg erklärte: „Das war heute harte Arbeit. Wir haben uns durch verschiedene Dinge aus dem Rhythmus bringen lassen, uns aber durchgebissen, dafür gebührt uns Respekt. Wir schauen auf die positiven Dinge, müssen uns jetzt erst einmal sammeln und hoffen dann, dass alle spielfähig sind. Bei einigen sieht es nicht gut aus, da müssen wir mal abwarten.“

Am Mittwoch gegen Spanien

In ihrem zweiten WM-Gruppenspiel trifft die DFB-Elf am kommenden Mittwoch, 12. Juni, 18 Uhr (ZDF/DAZN live), in Valenciennes auf Spanien.

Mein Leben als Hope Solo
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Mein Leben als Hope Solo
  • 340 Seiten - 01.07.2013 (Veröffentlichungsdatum) - Edel Books - Ein Verlag der Edel Germany GmbH (Herausgeber)

Letzte Aktualisierung am 18.01.2020 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

48 KOMMENTARE

  1. Simon kaputt getreten,
    Popp kaputt getreten,
    Marozsan kaputt getreten,
    Schuldt angeschlagen

    Also ehrlich,mit Fußball hat das nichts zu tun was die Chinesinnen gezeigt haben.Das waren eher gezielte Attentate auf unsere Spielerinnen.Da hätte auch ich keine Lust mehr mehr meine Knochen hinzuhalten.China kann froh sein dass sie das Spiel mit elf Spielerinnen beenden konnten.Aus meiner Sicht wären zwei Platzverweise für sie ohne weiteres vertretbar gewesen.

  2. Puhhh…

    Das war hart, aber vor allen Dingen verstehe ich die Schiedsrichterleistung nicht, respektive den Sinn der Videoschiedsrichter, die ja bei wichtigen Fehlentscheidungen eingreifen sollten.

    Als die Wiederholung der Szene gezeigt wurde, nach der sich Alex Popp so aufregte, traute ich meinen Augen kaum: Die Chinesin schoss mit Absicht die liegende Alex Popp an und zielte dabei offensichtlich Richtung Gesicht.

    So etwas ist eine glatte Rote Karte.

    Wollen wir mal hoffen, dass nicht alle angeschlagenen Spielerinnen ausfallen und gegen Spanien fit sind.

    Bei einer Sache bin ich mir aber inzwischen noch sicherer, als ich es schon vorher war: Lena Oberdorf gehört in die Startelf, unabhängig vom Alter.

  3. Starker engagierter Beginn der N-11 mit gutem Pressingverhalten gegen ein anfangs sehr in die Defensive gedrängtes chinesisches Team und man konnte auf ein doch rasches Tor hoffen.

    Doch die anfängliche Dominanz wurde von einer gewissen Hektik begleitet, da die Zuspiele wieder einmal zu ungenau waren und auch die von der Schiri nicht immer konsequent geahndeten Foulspiele der immer heftiger attackierenden Chinesinnen unseren Spielerinnen in zunehmendem Maße den Mut u. die Selbstsicherheit nahmen.

    Hinzu kamen die eigentlich „fatalen“ Abspiele ins Zentrum von S.Doorsoun, die von den Chinesinnen glücklicherweise nicht genutzt werden konnten, auch weil Sara ihre Fehler selbst wieder ausbügeln konnte.
    Es wurde jedoch mit zunehmender Spieldauer wieder deutlich, daß das MF wieder keine Ordnung und sicheren Spielaufbau hinbekam, die beiden Aussenspielerinnen hinten wie vorn auf beiden Seiten kaum , Stabilität bzw. Torgefahr erzielen konnten u. auch die Abstände zwischen Offensive u. MF viel zu groß waren u. Maro keine Akzente setzen oder Kreatives entwickeln konnte, da ihr d. Chinesinnen durch die heftigen Attacken das auch nehmen konnten.

    Ich muß gestehen, ich hätte neben C.Simon auch G.Gwinn ausgewechselt, was glücklicherweise nicht von MVT gemacht worden ist und sie stattdessen L.Oberdorf einwechselte, was neben der deutlich besseren Performance v. S.Doorsoun u. Hegering, Ausschlag für die zunehmende Stabilität in der Defensive sorgte.

    Ich hoffe das L.Oberdorf wieder im defensiven MF beim nächsten Spiel eingesetzt werden wird, denn für mich war sie die Spielerin des Spieles, denn alle anderen haben maximal e. gewisse Normalform, aber nichts Herausragendes, gezeigt.

    Da das hier ja meist ein Reizthema ist, werde ich auf A.Schult nicht eingehen.

    Ansonsten hätte das hier doch auch ein Fehlstart werden können und so war uns diesmal das Spielglück hold.

  4. @ Altwolf
    Wenn Du das „Reizthema“ 😉 schon ansprichst, Schult zeigte eine solide Leistung. Der Pfosten hat einmal geholfen und eine Faustabwehr nach vorne war nicht ganz optimal. Jedoch ist sie bei den vielen Rückspielen kein Risiko eingegangen, wofür ich dankbar bin. Evtl. ein paar lange Abschläge weniger, aber wie gesagt eine solide Leistung. Simon und Gwinn habe ich nicht so schlecht gesehen. Wurde Simon ausgewechselt, weil sie angeschlagen war? Gwinn wurde in der ersten Halbzeit ein paar Mal leider nicht angespielt, als sie in guter Position starten wollte. Ansonsten nicht schlechter als Andere! Huth hingegen mit vielen unpräzisen Schüssen und Abspielen. Doorsoun hatte viel Glück, dass es überhaupt noch was zum ausbügeln gab. Da sind die Chinesinnen sehr schlampig mit ihren Chancen umgegangen. Nach einem 0:2 glaube ich nicht, dass für die deutsche Elf noch etwas drin gewesen wäre. Mutig von der Trainerin die 17jährige Oberdorf bereits so früh zu bringen. Bin sehr froh, dass Oberdorf und Bühl dabei sind. Beide sind so stark, zuverlässig und positiv, dass ihre Teilnahme dem Team sicherlich gut tut.
    Gegen Spanien wir es ein ganz anderes Spiel, hoffentlich ohne die krassen individuellen Fehler in der Abwehr. Solange wir vorne nicht effektiv sind, müssen wir zumindest defensiv sicherer stehen.

  5. Ich bin mit der deutschen Mannschaft zufrieden. Gerade wenn man das harte Einsteigen der Chinesinnen bedenkt und die für mich nicht dazu passende Leistung der Schiedsrichterin.

  6. Es wäre grausam gewesen, gegen eine solche „Kloppertruppe“ auch nur einen Punkt abzugeben.
    Es ist ja eine altbekannte Taktik, wenn man sich spielerisch unterlegen erachtet, durch Härte dem Gegner den Schneid zu nehmen.
    Dies war nach der durchaus ansprechenden ersten halben Stunde deutlich zu merken. Zumindest in einer Szene war ein Platzverweis fällig – auch um das ewige Foulspiel zu unterbinden und die deutschen Spielerinnen vor Verletzungen zu schützen.
    Glücklicher Weise konnten die Chinesinnen dann ihre klaren Chancen nicht nutzen.
    Anfangs habe ich nur Gwinn als sehr schwach empfunden, die nach dem Positionswechsel zur Pause dann besser aussah.
    Warum Marozsan später derart untertauchte mag an ihrer Verletzung gelegen haben, aber auch in der Vergangenheit war sie niemand, an der sich in schwierigen Lagen die anderen aufrichten konnten.

    Leider verfügen wir über keine Renard, die sicherlich bei den vielen Ecken eine größere Bedrohung gegen kleine Asiatinnen gewesen wäre. Eine Popp allein scheint zu wenig und Elsig ist zu langsam für die Abwehr.
    Der Sieg sollte aber Sicherheit geben. Das Spanienspiel muss dies zeigen und gewonnen werden, weil ansonsten die USA drohen.

    Lobenswert finde ich, dass Schult konsequent den Ball nach vorne schlägt und sich nicht im Passspiel versucht.
    Also dieses Mal keine Herzanfälle! Da hat die Trainerin offensichtlich Einfluss genommen.

    Unverständlich ist mir das Lob des Reporters für Däbritz.
    Statt die die Abwehr hinterlaufende Spielerin außen einzusetzen, fummelte sie mehrfach herum. Da sollte mal die Trainerin eingreifen oder sie auf die Bank setzen.
    Oberdorf gefällt mir auch viel besser als Leupolz, die allenfalls eine Zerstörerin bzw. Mitläuferin ist, aber nichts für ein konstruktives oder gar überraschendes Spiel bringt und von der auch keine echte Torgefahr – trotz eines Schussversuches – ausgeht.

    Ein Urteil über die Stärke der Truppe sollte und kann man nach diesem Spiel nicht geben. Der Sieg sollte Sicherheit geben und mutmaßlich schon ein Unentschieden für das Weiterkommen reichen.
    Ich hoffe nur, dass nicht zu viele ernsthaft verletzt wurden.
    Allerdings ist die Bank gut besetzt und da sind noch mehrere Spielerinnen, auf die man setzen kann.

  7. Der Härtetest ist überstanden und meiner Meinung nach ist der Sieg verdient. Unsere Frauschaft kann ein deutliches Chancen Plus für sich verbuchen was mir aber fehlt ist ein wenig mehr aggressivität und Standfestigkeit. In so einem Turnier muss man auch auf so eine […] eingestellt sein. Die Suche nach spielerischer Lösung funtionierte hier nicht die „Brechstange“ war gefragt das heißt z.b. mehr Abschlüsse aus der zweiten Reihe. Giulia hat gezeigt wie es geht!!Klasse. Was die Chinesinnen aus ihren Chanzen machen, sorry aber das darf man lächerlich nennen! Trotzdem könnten die mit ihrer schmutzigen Spielweise in dieser Gruppe weiter kommen.
    Da sehe ich Südafrika eher als Spanien als Gegner, das ist mein ernst. Spanien wird uns mit all ihrer Ballsicherheit,Passgenauigkeit gegen China den „sterbenden Schwan“ geben.Sollte sich da nichts ändern. 11Meter Glück ist keine Konstante!
    Nochmal zu China, die andern Teams sind gewarnt und es wird nur eine Frage der Zeit sein bis das die unter die Räder kommen. Man darf mich gehässig nennen, aber das ist auch GUT SO.
    Ich hoffe das wir aus diesem Spiel keine Verletzungen und Ausfälle zu beklagen haben.Alles Gute an die Spielerinnen.

    Dieser Beitrag wurde den Womensoccer-Leitlinien entsprechend editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] versehen

  8. Glück gehabt. Stark angefangen und dann stark nachgelassen. In der 2. Hälfte dann wieder berappelt. Die große Flatter in der Abwehr diesmal bei Doosoun statt bei Schult, die in zwei brenzligen Sitautionen ohne Schonung ihrer Gesundheit klären konnte. Einmal half auch der Pfosten. Glück eben.

    Nach einigen Umstellungen u.a. Gwinn hinten links stand die Abwehr wieder halbwegs sicher. Auch Doosoun hat sich in der 2. Hz. wieder gefangen.
    Entäuscht hat mich aber vor allem das MF. Da habe ich mir doch erheblich mehr erwartet. Maroszan – vielleicht verletzungsbedingt – war nach einer halben Stunde außer bei Eckbällen und Freistößen nicht mehr zu sehen. Dann verstehe ich aber nicht, warum MVT Magull nicht die erfahrene Goeßling bringt. Mit einigen anderen Auswechslungen und Umstellungen hatte die BT mehr Erfolg, so z.B. mit der Hereinnahme von Oberdorf.

    Huth hat in der 1. Hälfte ein gutes Spiel gemacht, dannach kam auf der anderen Seite leider nicht mehr viel von ihr. Umgekehrt hat Gwinn erst mit dem Postionstausch aufgedreht, während in der 1. Hz das Spiel an ihr vorbeilief. Hat denn auch den Mut für den entscheidenden Torabschluss gehabt.

    Insgesamt das erwartet harte und zähe Auftaktspiel mit einem am Ende verdienten Sieg gegen überharte Chinesinnen. Die Schiedsricherin hätte schon viel früher eingreifen müssen. Gegen mitspielende und stürmende Spanierinnen wird es vielleicht nicht einfacher aber hoffentlich besser.

  9. ollerRentner sagt:
    8. Juni 2019 um 18.59 Uhr Uhr

    Vielen Dank fd sehr phantasievolle Interpretation. Auf so eine Idee muss man erst mal kommen.
    Und der hohe Anteil der Zustimmung zeigt auch, dass ein grosser Anteil der absoluten Fussball-Laien hier da sehr dankbar ist.

  10. Ich hoffe sehr, daß MVT und ihr Trainerteam aus diesem mitteleuropäisch „ungewohnt“ aber gegen asiatische, afrikanische u. amerikanische Teams übliche körperlich betonte „rauhe“ und eher einer Kampfsportart entsprechende Gangart, die richtigen Schlüsse zieht.
    Auf die Korrekturen der bei diesen Spielen eingesetzten Schiris kann man sich, wie gesehen, nicht verlassen, insbes. wenn sie nicht aus den Ligen Mitteleuropas kommen, denn deren Wahrnehmung von „Foulspielen“ ist doch eine andere und in sofern ist die Video-Kontrolle doch auch ein gewisser Schutz für die Spielerinnen
    Es war auch auffällig, wie oft bei den Zweikämpfen die Chinesinnen, insbes. mit zunehmender Spielzeit, den Ball für sich behaupten konnten, selbst wenn man im Doppel auf deutscher Seite attackierte.

    Wie die Chinesinnen zeigten und auch in den vergangenen Spielen meist zu sehen war, verdichten alle nicht sehr offensiv ausgerichtete Teams ihr Zentrum und versuchen die gegnerischen Angriffe auf die Aussen zu drängen, wo sie dann die ballführende Angreiferin im Doppel attackieren können.
    Und genau das passiert der deutschen N-11 auch, da sie bei der bisherigen Spielweise mit M.Leupolz u. S.Däbritz im MF immer erst versuchen durch das Zentrum nach vorne zu spielen, was eben beiden von T.Wöhrle beim FC Bayern so eingeimpft worden ist. Das Spiel über die Aussen ist dann eher eine Verlegenheitslösung, falls man nicht schon im Zentrum den Ball verloren hat.
    Das schnelle Spiel aus der Abwehr oder Balleroberung heraus über die Aussen und Pass in die vielleicht noch freien Räume ist nicht das Spiel dieses MFs.
    Deshalb kommen die Aussenbahnspielerinnen auch nicht zu Möglichkeiten in den 16er zu flanken, sondern ziehen mit Ball dann auch noch oft mittig in den 16er , wo sowieso schon reichlich Gedränge herrscht.

    Auch wenn das Spiel gegen Spanien nicht die jetzt erlebte Härte zeigen wird, so wird es sich vom Prinzip der Verdichtung im Zentrum nicht groß unterscheiden, nur das die Spanierinnen auch überwiegend versuchen mit ihrem „Tiki-Taka“ über das Zentrum in den 16er zu kommen, da auch sie die Aussenbahnen nicht bevorzugen, zumal sie in der Box keine wirkliche „Knippserin“ haben.

    Wenn bei unserer N-11 im MF weiterhin keine Spielerin eingesetzt wird, die die Aussen schneller und mit hohem Tempo ins Spiel bringt, wird es wieder eine sehr „zähe“ Angelegenheit werden.

    Auch wenn ich mich wiederhole, S.Däbritz gehört nicht auf die 6, denn sie ist keine „strategische“ Spielerin, die in erster Linie die Mitspielerinnen o. die zu bespielenden Räume sieht bzw. mit Pässen bedient, sondern die, die zunächst ihre eigenen Möglichkeiten sucht, was sich meist in längerer Ballführung und Dribblings zeigt.

    Ohne entsprechende Flanken und Zuspiele ist auch eine sich aufreibende u. mühende A.Popp, ausser bei Standards, wirkungslos.

    Auch für Maro ist dieses Spiel immer durch das Zentrum eher hinderlich, da sie zunehmend auf die Seiten ausweichen muss und somit nur durch Flanken aus dem Halbfeld helfen kann, sie selbst aber nicht torgefährlich wird.

    Ich bin gespannt ob sich da etwas ändert.

  11. fufbal van, Wir sind echt froh mal einen echten Experten hier in der Runde begrüssen zu können.
    Bitte sei so nett und erkläre mir was an ollerRentner`s Kommentar denn so phantasievoll ist. Dieses nachtreten habe ich auch gesehen und das kann man als Tätlichkeit bezeichnen,Oder? Im Männerbereich würde sich der Betroffene so lang schreiend herumwälzen bis das der Videobeweis Klarheit schafft. Entschuldige bitte meine Laienhafte Darstellung. Erkläre es mir bitte, will ja was lernen.

  12. @fufbal van: Was ist denn bezüglich der Tätlichkeit eine phantasievolle Interpretation?

    In der Zeitlupenwiederholung konnte man das eindeutig erkennen. Solch Verhalten führt in allen Ligen in Deutschland sofort zu einer Roten Karte wegen Unsportlichkeit oder wegen einer Tätlichkeit.

    Ich habe sicherheitshalber noch mal eben bei den ehemaligen Kollegen nachgefragt, die nebenbei auch gelegentlich als Schiedsrichter im Jugendbereich eingesetzt werden. Die haben das bestätigt.

  13. Aus meiner Sicht fielen nach dem Spiel von Akteurinnen, Stab und Funktionären ein paar wichtige Begriffe, im wesentlichen „kämpferisch“, „durchbeissen“ und damit verbunden: „Kardinaltugenden des dt. Fußballs“. Viele werden das als übliche Phraseologie empfinden – m.M.n. ist das aber eine Wahrheit, die sich über Jahrzehnte auch zu einer Phrase entwickelt hat (aber eben doch wahr bleibt). Es waren allerdings keineswegs alle „durchbeißend kämpferisch“, was einen zur Hoffnung auf die zweite „Kardinaltugend“ bringt: „Turniermannschaft“. Es waren so viele Fehler und durchaus unnötige Mängel zu sehen, dass ein lernendes Team hier wirklich sehr gut eine deutliche Steigerung produzieren kann (was dem Team Spirit wiederum zugute käme).

    Allerdings wird speziell gegen Spanierinnen und deren fußballerische Qualitäten auch eine Steigerung *nötig* sein.

  14. @Volker: Mit „rustikal“ verbindet man aber auch grob Geschnitztes oder grob Gehauenes, wobei die letztere Interpretation als Bezeichnung der chinesischen Spielweise nicht ganz falsch ist.

    Was ich allerdings überhaupt nicht verstehe ist die Rolle der Videoschiedsrichter in diesem Turnier. In der Männerbundesliga gab es diverse Situationen, in denen die Videoschiedsrichter nach Fouls intervenierten, woraufhin nachträglich auch Gelbe oder Rote Karten verteilt wurden.

    Das hätte ich bei diesem Spiel mehrfach erwartet, aber es geschah nichts.

    Ein Frage habe ich noch, wobei wahrscheinlich Altwolf der richtige Ansprechpartner ist.

    Sara Doorsoun spielte ja zweimal(?) diese gefährlichen Querpässe in der letzten Verteidigungslinie, offensichtlich aus Nervosität.

    Mir ist in der Vergangenheit öfter mal aufgefallen, dass ihre spieleröffnenden Pässe nicht unbedingt das Gelbe vom Ei waren. In Wolfsburg hatte sie ja fast immer in solchen Situatione die Möglichkeit quer auf Nilla Fischer zu spielen. Kann es sein, dass dieser Reflex noch so stark ist, dass sie sich diese Art Querpässe erst richtig abgewöhnen muss?

  15. @ollerRentner

    Es ist für S. Doorsoun sicherlich noch eine relativ ungewohnte Rolle den Spielaufbau verantwortlich mit gestalten zu müssen, denn in WOB hat sie bisher immer N.Fischer o. L.Gößling an ihrer Seite gehabt, denen sie diese Aufgabe überwiegend überlässt in dem sie entweder auf A. Schult zurückspielt oder den Querpaß zur Mitspielerin tätigt.

    Sie ist aber auch als Spielerin-Typ e. Tempospielerin u. langes Ballhalten, erst einmal Schauen, wo Mitspielerinnen sind, ist nicht ihre Art Fußball zu spielen.
    Es geht bei ihr sofort weiter und hier bei diesem Spiel war sicherlich auch eine Menge Nervosität u. Anspannung in ihr, was diese „Fehlreaktionen“ auslöste.

    Ich gehe aber davon aus, daß sich das nach dem nun erfolgten 1. Spiel nicht wiederholt, denn keine andere deutsche Spielerin hat ihre Fähigkeit in der Defensive so reaktionsschnell zu agieren und insbes. gegnerische u. vor allem auch schnelle Stürmerinnen ablaufen zu können und das fast immer ohne Foulspiel.

    Was den erforderlichen Spielaufbau betrifft, insbes. das Spiel dabei nach vorne u. über die Aussen schnell zu machen, ist L.Gößling in ihrer zuletzt gezeigten Form aus meiner Sicht ohne Alternative, aber möglicherweise liegt das nicht in der Spielvorstellung von MVT, da sie biher am MF d. FC Bayern festhält u. sich nicht auf die Spielweise WOBs einläßt, was allerdings gegen Spanien ( man erinnere sich an die Ergebnisse gegen Atletico Madrid u. den FC Barca) durchaus Erfolg versprechen könnte.

  16. ollerRentner : Danke, aber mir ist schon klar was „rustikal“ als Adjektiv genutzt bedeutet. Allerdings ist mir das Wort im gegebenen Verhältnis nicht Zutreffend. Ich möchte nicht das Spielerinnen auf Grund solcher Spielweisen verletzt werden selbstverständlich gilt das auch Chinesinnen. Da werde ich in meiner Wortwahl schon deutlicher.Fouls sind im Fußball ganz normal hier aber unterstelle ich taktisches Kalkül und das darf nicht sein.
    Zu Sara Doorsoun , für die meisten unserer Mädels ist das die erste WM und in dem ersten Spiel sollte eine Nervosität normal sein. Sara soll beim VFL die ausscheidene Fischer ersetzen das hat schon seinen Grund. Zudem hat Sie in den Testspielen der Nati. sehr Solide Leistung gezeigt.
    Ich bin überzeugt das diese Fehler eine Ausnahme bleiben.

  17. Ich wiederhole mich (ungern):
    Poppi zurück auf die „Doppel-6“ vor die Abwehr, Däbritz Linksaußen, Lea Schüller Sturmzentrum.
    In der IV Hendrich und Doorsoun, C. Simon links. Da Leo Maier offenbar nicht konkurrenzfähig ist … mit Lena Oberdorf hat die deutsche N11 die wohl talentierteste Allrounderin weltweit in ihren Reihen.
    Gesucht wird ein Ersatz für Maro ? Linda Dallmann ist auch im Kader; und solange es nicht gegen die Wölfinnen geht, ….

  18. Ich kann mich den Ausführungen von @Altwolf und @Volker hier nur anschließen. Für mich gehört eine Lena Gößling in ihrer jetzigen Form in die Startformation. Dagegen war Maro, wie in vielen Spielen der Natio wieder mal eine Enttäuschung. Was oder wie sie bei Lyon spielt weis ich nicht da ich diese Spiele nicht im TV sehe, aber anscheinend spielt sie dort viel stärker als in der Natio? Wenn sie sich im Spiel gegen China verletzt hat, dann verstehe ich die Bundestrainerin nicht warum sie eine verletzte Spielerin weiter spielen lässt? Was soll das bringen? Möglicher Weise fällt sie deshalb sogar für das Spiel gegen Spanien aus?!

  19. Ich kenn da noch so ein uralten Spruch aus der Zeit als noch Fachpublikum bei den Events gestort hat: So langweilig war das Spiel gar nicht. Schade dass es der Kommentator nicht gesehen hat. Wenn jemand noch nie Fussball gespielt hat weiss, der naturlich noch gar nicht, das bei einem Fehlpass nicht unbedingt die den Fehler macht, die abspielt. Kann auch die sein, die da wegrennt, wo der Ball hinkommt. Da die weggerannt ist, sieht es aber eben nur der, der mit- oder vorausdenken kann. Man muss aber auch schon verstehen, wenn Eventpublikum oder Kommentatoren sowas nicht so gern sehen.

  20. fufbal van sagt: „…das bei einem Fehlpass nicht unbedingt die den Fehler macht, die abspielt. Kann auch die sein, die da wegrennt, wo der Ball hinkommt.“

    Das ist natürlich vollkommen richtig, aber im Fall des Doorsoun-Passes war klar zu sehen, dass es nicht gutgehen kann. Der Abstand zur nächsten Spielerin war sehr gross und es waren Gegenspielerinnen in der Nähe.

    Die Irritation der beiden deutschen Spielerinnen in der Mitte und auf der rechten Seite kam aber wohl auch daher, dass die Trainerin solche Pässe explizit verboten hatte (wie erstaunlicherweise der Reporter wusste und wie die Trainerin hinterher bestätigte). Die haben seitens ihrer Laufwege deshalb überhaupt nicht mit einem solche Pass gerechnet.

    Das war natürlich ein Extremfall, aber fehlerhafte Passstafetten kamen öfter vor. Meines Erachtens dürfte das aber an der kurzen Vorbereitungszeit liegen und sich hoffentlich legen. Es tut halt weh, wenn so etwas in der Vorwärtsbewegung der ganzen Mannschaft passiert und gegen einen konterstarken Gegner kann das übel ausgehen.

    Im Laufe eines Turniers kann man da aber an den Stellschrauben drehen, sofern man lange genug dabei ist (kenne ich persönlich nur aus der Theorie, weil wir bei Turnieren meiner Erinnerung nach immer recht früh draussen waren 😉 ).

  21. Ich möchte mal die Problematik mit Maro in der N-11 und ihre doch überragenden Leistungen (soweit man das aus Frankreich wahrnimmt) bei OL näher beleuchten, denn ich sehe da durchaus Parallelen zum Austritt e. A.Hegerberg aus ihrer norwegischen N-11.

    Für mich ist das Spielsystem und die Art des Fußballspielens in der N-11, wie auch im Verein dabei ausschlaggebend.

    Es gibt nach meiner Einschätzung, zumindest in Europa, nur 2 Clubs, die einen dominanten u. insbes. schnellen Fußball über die Aussen spielen, da so gut wie alle übrigen Teams gegen diese beiden das Zentrum dicht machen um defensiv möglichst kompakt agieren zu können.

    Wie schon zuvor an anderer Stelle prinzipiell bemerkt, können diese beiden Clubs durch ihr Tempo, verbunden auch mit der individuellen Qualität der einzelnen Spielerinnen, die Räume schaffen in denen sich z. B. eine Maro so bewegen kann, wie sie es für ihre Spielweise benötigt, nämlich Platz u. Zeit zu bekommen, sich zu positionieren und auch zu agieren. Genau das findet in den meisten Fällen in der deutschen N-11 nicht statt.

    Ähnlich sehe ich es bei A.Hegerberg, die nach N-11-Einsätzen von Albträumen spricht und deshalb nicht nur wegen der fehlenden Gleichstellung der Frauen ihre Teilnahme an der N-11 verweigert.
    Fehlende Gleichstellung macht keine Schlafstörungen bzw. Albträume, sondern es ist ihr Selbstverständnis vom Fußballspiel was sie bewegt, denn während sie ähnlich wie Maro, bei OL inzwischen voller Selbstbewußtsein, persönlich erfolgreich spielen kann und insbes. große Anerkennung genießt, findet sie aufgrund der Spielweise der norwegischen N-11 dort keine vergleichbare Bestätigung ihrer Leistung, da sie sich dort nicht so zeigen kann, wie sie es im Verein inzwischen gewohnt ist. Ich denke das das Fehlen dieses Erfolges in der N-11, sie als sehr ehrgeizige Persönlichkeit, in Selbstzweifel bringt und sie deshalb diese Konsequenz zieht, auch um sich öffentlich diesem Ungleichgewicht der gezeigten Leistungen nicht mehr aussetzen zu müssen.

    Maro dagegen versucht es zumindest immer wieder sich für die N-11 einbringen zu können.
    Da nun, wie wohl auch bei unserer N-11, aufgrund der Spielidee der Trainer, wie auch die entsprechenden Spielerinnen in der N-11 nicht vorhanden sind, ist mit einer Änderung des Spielsystemes nicht zu rechnen und sicherlich auch nicht nur um einer Spielerin entgegen zu kommen.
    So wird es auch weiterhin Diskussionen um die Leistungen von Maro in der N-11 geben.

  22. @ Altwolf
    „Fehlende Gleichstellung macht keine Schlafstörungen bzw. Albträume, sondern es ist ihr Selbstverständnis vom Fußballspiel was sie bewegt…“

    Sorry, aber da bin ich wirklich ganz anderer Meinung. Menschen die polarisieren, haben oft viele Gegner, besonders wenn sie in der Öffentlichkeit stehen. Sehr viele empfinden diesen Druck als immens. Wenn man selbst umstritten ist, kann das unglaublich belastend sein. Beim deutschen Männerteam konnten vor der WM einige ein Lied davon singen. Leider kann der empfundene Druck, wenn jemand umstritten ist, noch weit mehr verursachen als Schlafstörungen.

    Auch bin ich nicht der Meinung, dass nur zwei Clubs in Europa einen „dominanten und insbes. schnellen Fussball spielen“.
    Viele Clubs spielen so einen Fussball und das nicht nur in bestimmten Ligen. Auch die Mädels vom SC Freiburg spielen einen dominanten und schnellen Fussball, allerdings nicht immer und gegen jedes Team. Es ist doch klar, dass man z.B. gegen Gladbach einen anderen Fussball spielen kann, als z.B. gegen Wolfsburg. Das Spiel muss man natürlich immer ein Stück weit dem Gegner anpassen. Während Gladbach in der zweiten Liga nun wieder einen dominanteren Fussball spielen kann, wäre das gegen Wolfsburg Harakiri!
    Du siehst das sehr aus Wolfsburger Sicht und natürlich spielen gegen Euch kaum dominante Gegner. Dies kannst Du aber deshalb nicht verallgemeinern.

  23. @Bernd

    Um es deutlich klarzustellen, es geht bei meinem Versuch der Erklärung allein um die von mir „vermuteten“ Beweggründe A.Hegerbergs die N-11 zu verlassen und nicht um Menschen, die sich z.B. in ihrem Berufsalltag gegenüber Anderen „ungerecht“ behandelt bzw. in der Wertschätzung bei gleicher Leistung zurückgesetzt u. benachteiligt fühlen bzw. auch werden.
    Ist das ein anhaltender Zustand können auch psychische Störungen und körperliche Folgen daraus entstehen, wenn man es selbst nicht ändern will oder kann.

    Auch Menschen, die polarisieren und in der Öffentlichkeit stehen, können unter den Diskussionen in den Medien und im Umfeld darunter leiden und auch erheblichen gesundheitlichen Schaden nehmen, wenn sie sich dem gewollt oder ungewollt auch öffentlich aussetzen. Da sind wir zweifellos einer Meinung.

    Doch hier sehe ich diesen von dir verallgemeinernden Bezug nicht.

    A.Hegerberg ist erst im Sommer 2017 aus d. N-11 ausgetreten, nachdem sie 2014 von Turbine zu OL wechselte, dort ausschließlich Erfolge feierte, zur Spielerin Europas 2016 gekürt wurde und inzwischen ein kolportiertes Gehalt von 50.000 €/Monat bei OL bekommt, im Sommer 2017 angeblich noch 400.000 €/Jahr und damit die wohl bestbezahlteste Spielerin OLs ist. Maro angeblich 300.000 €/Jahr.

    Das sie sich für die Gleichstellung der Frauen einsetzt, nehme ich ihr auch ab, jedoch ihre Konfliktsituation mit der N-11 sehe ich einzig und allein in der sportlichen Seite, denn die Diskrepanz ihrer sportlichen Erfolge in Verein und in d. N-11 ist zu groß, um sie nur mit der Auseinandersetzung mit dem Verband zu erklären.

    Der dabei möglicherweise herrschende Umgangston miteinander, trotz des nachträglichen Einlenkens der Verbandsbosse, könnte sicherlich ein weiterer Grund für das Festhalten am Austritt sein.

    Auch wenn sie deiner Meinung nach inzwischen in der Öffentlichkeit „polarisiert“, hat sie doch schon vor ihrem Austritt aus der N-11 von Albträumen nach Aufenthalten bei der N-11 gesprochen und diese als sehr belastend empfunden und da war von ihren Austrittabsichten ja noch nicht die Rede.

    Ich zitiere mal aus einem Interview des „Sokrates“ Ausgabe #31 vom 07.06.19:
    „Man muß mutige Entscheidungen wie diese fällen, wenn man dauerhaft gute Leistungen auf dem höchsten Niveau bringen will. Ich habe lange darüber nachgedacht und die Entscheidung noch keine Sekunde bereut.“
    Ferner auch:
    „Ich habe sehr wohl Verständnis dafür, daß der Unterschied zwischen Mann u. Frau (beim Fußball) in der Bezahlung relativ groß ist und auch bleiben wird. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind eben völlig andere. Ich sehe aber auch das der Unterschied etwas kleiner geworden ist.“

    Für mich lässt das nur den Schluss zu, das rein „sportliche und persönliche Gründe“ diesen Rücktritt verursacht haben und ihre gesundheitliche Problematik, wie schon ausgeführt, aus der Diskrepanz im sportlichen Bereich resultierte.

    Bezüglich der Spielweise der beiden Clubs, hatte ich eigentlich mehr OL im Sinn, da sowohl A.Hegerberg, als auch Maro dort spielen und bei beiden es in den N-11-Teams anders als im Club läuft bzw gelaufen ist.

    Ich hätte natürlich darauf hinweisen müssen, das diese beiden so gut wie gegen jeden Gegner so spielen, während das in den N-11-Teams zumindest bei D und N in dieser Konsequenz nicht stattfindet.

  24. @ Altwolf
    Schlafstörungen und damit verbundene Erkrankungen sind meistens nicht monokausal zu sehen. Die von Dir genannten Gründe sind sicherlich relevant. Wir unterscheiden uns nur in der Bewertung der verschiedenen Faktoren. Dies könnte ich auch begründen, würde aber in diesem Rahmen zu weit führen. Es ist auch nicht so wichtig, denn einig sind wir uns sicher darin, dass wir allen Spielerinnen wünschen gesund zu bleiben.

  25. @ Altwolf , @ Bernd

    Mag sein das ich etwas falsch verstanden habe,aber wenn das so ist dass Frau Hegerberg wegen Alpträumen aus der N11 zurückgetreten ist dann sollte sie sich schleunigst untersuchen lassen.[…]

    Die geschätzten 400.000,- € Jahresgehalt seien ihr gegönnt,von mir aus kann sie auch noch wesentlich mehr verdienen.Aber mit der Begründung wegen Alpträumen von der N11 fern zu bleiben ist ein brutaler Faustschlag mitten ins Gesicht ihrer norwegischen Mitspielerinnen die wohl mit Freude für ihr Land spielen und immer das Beste geben.Wäre ich Verbandspräsident würde ich Frau Hegerberg verbandsintern zur persona non grata erklären und sie nicht noch weiter hofieren.

    Wo käme der Fußball dann hin,wenn z.B. ein Messi,CR7,Mbappe und wie die Weltklassespieler alle heissen ihre N11 boykottiren nur weil sie auf Verbandsebene nicht so erfolgreich sind wie im Verein.

    Auch einer Frau Hegerberg sollte bekannt sein,dass es in einer N11 immer schwieriger ist um Titel zu spielen als in einer Vereinsmannschaft,da diese wesentlich besser aufeinander eingespielt sind weil man täglich zusammen trainiert und auch die Spiele in einer geissen Stammformation bestreitet.Dies ist bei einer N11 nun mal nicht gegeben .

    Dieser Beitrag wurde den Womensoccer-Leitlinien entsprechend editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] versehen

  26. Zitat aus der bei mir noch nicht als Fussball Fachblatt aufgefallenen taz: „…Die schweren Patzer einzelner Spielerinnen, vor allem der übernervösen Sara Doorsoun-Khajeh, und das Defensivverhalten lassen noch reichlich Raum für Verbesserungen. Gegen Spanien nächsten Mittwoch wird die Abwehr noch mehr gefordert sein…“

  27. @Bernd,

    du hast vielleicht Probleme. Was willst du denn damit andeuten? Was ist an diesen Artikeln der BILD, die ich nicht lese, so schlimm? Giulia ist nun mal eine hübsche junge Dame und eine ausgezeichnete Fußballspielerin.

  28. @ Rudi

    Nein, nicht ich hab die Probleme, sondern der Frauenfussball und oft genug einzelne Personen, wenn sich später mal das Ganze ins Gegenteil verkehrt!
    Der Frauenfussball möchte wie man oft von Spielerinnen erfährt, eben nicht auf Äusserlichkeiten reduziert werden. Da ist gerade die Bl.d-Zeitung eines von den besonders schlechten Beispielen!
    Wie zu erwarten versteckt sich dieses Boulevardblatt nun hinter der Äußerung von Popp.
    Zitat:
    „Die Bezeichnung „Hübscheste“ für die Spielerin Giulia Gwinn sei keine Bewertung der „Bild“-Redaktion, sondern stamme aus dem Zitat der Kapitänin Alexandra Popp, die in einem früheren Beitrag für die Zeitung alle ihre Mitspielerinnen vorgestellt hatte: „Ihre Beschreibung haben wir aufgegriffen.“

    Hier Beispiele für die Schlagzeilen aus anderen Medien:
    Frauen-WM 2019: Talentiert & schön – So sexy sind die deutschen Spielerinnen
    Giulia Gwinn: So heiß zeigt sich das DFB-Hottie bei Instagram

    Als nächstes kommt dann wahrscheinlich die Nachfrage, ob der Playboy schon angerufen hat, usw.

    Dann muss man sich wirklich nicht wundern, wie Frauenfussball gesehen wird. Wenn die Medien solche Sichtweisen befeuern, kann ich Dir sagen was in den Pausenräumen der Fabriken abgeht! Wenn dann einer versucht über das Spiel zu sprechen, wird er nur noch ausgelacht.
    Jetzt schreibt Bl.d:
    Im Team heißt sie „die Hübscheste“

    Soviel ich weiß sagen alle im Team Giuli zu ihr, aber damit läßt sich halt keine Schlagzeile machen.

    Das Boulevardblatt lese ich übrigens auch nicht, aber im Moment findet man derartige Schlagzeilen im Internet sehr oft.
    Schade Rudi, dass Du nicht merkst, wie perfide die Abwertung des Frauenfussballs genau auf diese Art und Weise geschieht.
    Als nächstes fragt der Reporter Gwinn dann, ob „die Hübscheste“ nicht ein tolles Kompliment ist. Und was soll Gwinn dann sagen? Soll sie es sich als 19jährige mit dem Boulevardblatt verscherzen?
    Was dann folgen würde, da können viele Menschen von berichten!
    Manchen Medien geht es skrupellos nur um die Absatzzahlen, wer dabei auf der Strecke bleibt ist interessiert die nicht! Die Förderung des Frauenfussballs ist denen herzlich egal. Wer von so einem Blatt gehypt wird, muss damit rechnen, dass in schlechteren Zeiten dann noch zusätzlich medial auf einen „eingeprügelt“ wird.
    So Rudi, jetzt weißt Du was ich „andeuten“ will! Du kannst das gerne verharmlosen, aber genügend Menschen mussten das Hochjubeln und das spätere Gegenteil bereits bitter erfahren.

  29. Die Beiträge vom 10.06. um 22:27 Uhr und um 23:02 Uhr:
    Eine Reduzierung auf das Äußerliche wird eben pauschal gesagt nicht gerne gesehen. Gerade Frauen (nach meiner Erfahrung) reagieren da empfindlich. Wenn A.Popp als Kapitänin solche Sprüche im Interview macht…, kann sie nicht jemand ablösen?
    Es war zumindestens gedankenlos.

  30. @Bernd,
    also, in der Tat hab ich das am Anfang nicht so gesehen. Auch ich hatte schon mit einer Journalistin schlechte Erfahrung gemacht. Deine Antwort finde ich richtig und bin deshalb ganz bei dir. Man sollte gewissen Medien mit viel Misstrauen gegenüber über stehen. Ich hab mich halt nur darauf bezogen dass Giuli Gwinn ein hübsches Mädchen ist, was du sicher nicht bezweifeln wirst. An den möglichen, anderen Hintergedanken welches dieses Blatt mit den 4 großen Buchstaben hat, habe ich tatsächlich im ersten Augenblick nicht gedacht und vielleicht auch meinen Kommentar zu voreilig geschrieben. Ich bin also im vollen Umfang deiner Meinung und hoffe damit ist wieder alles beim Besten?!

  31. Ich finde nicht, dass man Alex Popp einen Vorwurf machen sollte.

    1. gehe ich davon aus, dass es scherzhaft gemeint war. Gwinn macht jedenfalls auf dem Platz nicht den Eindruck, dass sie zunächst mal an ihre Frisur denkt, und das dürfte auch Popp nicht entgangen sein.
    2. ist es völlig egal, was jemand sagt. Diese Zeitung wird schon eine Möglichkeit finden, es so zu drehen, wie sie es gern hat.
    3. und am wichtigsten: Warum soll man bei jeder Äußerung im Hinterkopf haben, was diese Zeitung daraus machen könnte? Das kann schon wegen 2. nicht funktionieren. Und man setzt sich damit das Messer in den eigenen Kopf. Es war die Zeitung, die das verzapft hat, nicht Popp. Niemand zwingt diese Journalisten zu ihrer Qualitätsarbeit. Sie tun es aus eigenem Antrieb. Da können Interviewte machen, was sie wollen. Das einzige, was man tun kann, ist, sich soweit wie möglich von diesen Menschen fern zu halten. Aber selbst daraus werden sie einem noch einen Strick drehen.

  32. @ Rudi
    Danke für Deine Worte. Dann sind wir uns vollkommen einig. Bin davon ausgegangen, dass die Spielerinnen im Umgang mit Medien geschult werden, insbesondere die Kapitänin. Mediadays gibt es ja in jeder Saison. Die Interviewer der Boulevard-Medien lauern nur auf solche Aussagen. Im Mißerfolg heißt es dann über Gwinn: „Sie hat die Haare schön, sonst hat man von ihr nichts gesehen“.
    Hauptsache irgendwelche dummen, populistischen Schlagzeilen raushauen um Auflage zu machen.

    Rudi, stell Dir nur mal vor, wir zwei hätten hier im Forum paar Photos hochgeladen. Ein anderer Forist bezeichnet einen als „Hübscher“ und den anderen als „Dickerchen“(eher mich). Danach würden viele Foristen einen immer so bezeichnen. Auch das fände ich total daneben und keine der „Bezeichnungen“ würde mir gefallen. Und hier geht es nur um paar Leute ohne Wirkung für uns nach aussen. Wenn solche Zeitungen oder Online-Medien sowas bringen geht es um Millionen die das lesen. Passiert Gwinn bei einer Grätsche versehentlich später irgendwann ein folgenreiches Foul, darfst Du lesen:
    „Die Schöne wird zum Biest!“ Damit sich news besser verkaufen wird halt mit den Extremen gearbeitet.

    Wenn Kapitänin Alexandra Popp zu allen Spielerinnen befragt wurde, kann sie bei Gwinn z.B. gerne sagen. Sie ist schnell, auf verschiedenen Positionen einsetzbar, schlägt gute Flanken und ist zugleich torgefährlich und hat mit den U-Teams bereits viele Erfolge gefeiert. Wenn Popp dann zu privaten Dingen oder Äußerlichkeiten anderer im Team befragt wird, wäre eine Antwort: „Da dürfen Sie die Spielerin gerne selber fragen.“ Somit hätte Popp den Focus auf das Sportliche gelenkt, was den Spielerinnen selbst auch wichtig ist. Der Frauemfussball wird nicht dadurch aufgewertet, dass ich erfahre wie lange eine Spielerin für Ihre Haare braucht.
    Denke das A. Popp gerne Interviews gibt(auch schon bevor sie Kapitänin wurde), ob sie dabei reflektiert und clever ist steht auf einem anderen Blatt. Boulevardmedien können Sportlerinnen sehr schmeicheln, genauso können sie leider aber auch z.B. private Probleme öffentlich machen. Wünsche dem deutschen Team, dass sie sich von solchen Medien nicht in die Richtung bringen lassen, „Sexy Girls“ und kicken können sie sogar auch. In dem Sinne hoffe ich auf viele gute sportliche Nachrichten vom deutschen Team. Würde mich freuen, wenn nach der WM mehr Leute in die Stadien kommen um die Spiele zu sehen.

  33. @ Ludwig
    Natürlich muss man immer überlegen was man wem sagt. Das gilt für jeden Menschen. Man muss nicht jedem erzählen was man z.B. über seine Nachbarn oder Freunde weiß. Seinem Chef erzählt man andere Dinge als seiner Freundin. Eine Spielerin darf natürlich nichts über die Taktik oder Aufstellung vom nächsten Spiel erzählen. Aktuell durften sie nichts zur Verletzung von Marozsan sagen.
    Selbstverständlich muss man immer überlegen was man der Presse mitteilt und was besser nicht. Alles andere wäre völlig naiv.
    Wer z.B. über persönliche Probleme von sich oder Anderen mit der Presse redet, darf sich nicht wundern, wenn die eine Story daraus machen. Schaue nur mal z.B. beim HSV oder H 96, wo Probleme, Internas und Meinungen über die Presse ausgetragen wurden, was dies für Auswirkungen auf den sportlichen Bereich hatte und hat.
    Sich unüberlegt mit bestimmten Presseleuten zu unterhalten ist mit das Dümmste was man machen kann. Deine Punkte von 1-3 halte ich alle für falsch. Zu Punkt 1: Es wurde von niemanden gesagt, dass Gwinn „auf dem Platz zunächst mal an ihre Frisur denkt“.
    Zu Punkt 2: Dinge die man bestimmten Presseleuten erst gar nicht erzählt können auch nicht verdreht werden.
    Zu Punkt 3: Nicht im Hinterkopf zu haben was die Presse mit bestimmten Äußerungen macht, wäre fahrlässig und naiv! Werde mich z.B. vor einem Spiel doch selbst mit einer Freundin im gegnerischen Team nicht über die Teamtaktik unterhalten. Das ich auch mit der Presse über dieses und vieles andere nicht rede ist eine Selbstverständlichkeit. Denk mal drüber nach!

  34. @Bernd Das ändert alles nichts daran, dass die Täter die Täter sind. Man darf sich sehr wohl darüber wundern, dass andere Leute eine Story aus allem machen, was ihnen in die Quere kommt. Verantwortlich für die Veröffentlichung von was auch immer sind die Schreiberlinge – und niemand sonst.

  35. @ Ludwig Mich wundert das Verhalten mancher Medien schon lange nicht mehr, schließlich verdienen die damit ihr Geld. Z.B. bei den Mediadays müssen sich die Spielerinnen den Medien stellen. Da macht es schon Sinn sich vorher mal Gedanken darüber zu machen, was man erzählen will und was nicht. Das manche „Vorlage“ von Journalisten gerne verwandelt wird ist nichts Neues. Natürlich hat z.B. ein „Maulwurf“ im Team, ebenfalls Verantwortung für das was der Presse gesteckt wird. Das nur der Schreiberling Verantwortung trägt ist mir viel zu einfach. Die Informanten müssen sich schon überlegen was sie tun!

  36. Man sollte aus einer Mücke keinen Elefanten machen. Die Kapitänin hat ihre Mannschaftskolleginnen eben für die Bild-Zeitung mit Attributen versehen, „die Coolste“, „die Lauteste“, „die Kreativste“, „die Älteste“, „die Jüngste“, „die Fitteste“ usw. „Die Hübscheste“, die auf ihre Haare achte, war da sicher auch mit Augenzwinkern gemeint, wie das bei solchen Porträts vorkommt.
    Das Team selbst geht damit unverkrampfter um als viele, die sich jetzt aufregen. Siehe ein Instagram-Video bei den DFB-Frauen(„Wo ist ‚die Hübscheste‘?“).

  37. Solange Männer in den Sportredaktionen das Sagen haben und evtl. auch nur gezwungenermassen über den „Frauenfußball“ berichten, wird sich auch kurz- bzw. mittelfristig nichts an solchen „Schlagzeilen“ ändern, es sei denn, es gibt was wirklich medial Bedeutenderes oder Sensationelleres zu verkaufen.

    Und nur mal zur Erinnerung, auch zu früheren Zeiten wurden insbes. L.Bajmaraj o. auch L.Gößling mit „Glamour-Girl“ „Shopping-Queen“ und ähnlichen Attributen charakterisiert ( auch von ihren Mitspielerinnen) und wenn man die Frauen in etwas persönlicherer Umgebung z. B. in Trainingslagern, da auch gerne durch „Selfies“ der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, dann kommen auch solche „Charakterisierungen“ heraus, die eher schwerzhaft, aber auch nicht ganz unzutreffend sind.
    Es ist also letztendlich nicht ausschlaggebend, ob dies nun A.Popp bei dem Versuch ihre Teamkolleginnen den Journalisten vorzustellen, etwas „unbedarft“ herausgerutscht ist, denn wenn G.Gwinn dieses Tor nicht gelungen wäre,gäbe es diese „Schlagzeile“ nicht und wir würden nicht diese „Diskussion“ hier haben.

    Und haben sich nicht auch schon viele Journalisten bei den Männern, wie z. B. C.Ronaldo, nicht auch schon über die „Äusserlichkeiten“ hergemacht und sich entsprechend in ihren Kommentaren ausgelassen.

    Wir sollten diesen „Nebengeräuschen“ auch wenn sie uns mißfallen nicht noch mehr Bedeutung zukommen lassen und hoffen, daß der FF durch Leistungen auf dem Platz immer mehr zu überzeugen weiß.

  38. @ Altwolf
    Kann dem was Du schreibst insgesamt zustimmen. Aber der Grundtenor ist bei manchen Medien gegenüber Frauen ein ganz anderer als gegenüber den Männern. Bei den Männern wird eher über die sexy Spielerfrauen berichtet. Du wirst mir wohl kaum einen Bericht über die Sexy-Freunde der Spielerinnen zeigen können. Umgekehrt ist das Alltag.
    Früher im Pausenraum, habe ich oft genug mitbekommen was solche Schlagzeilen bei den Express- und Bildzeitungslesern bewirkten.
    Finde viele Äußerungen zu erniedrigend um sie hier wiederzugeben, bewirkt durch solche „Mücken“!
    Das war für den Frauenfussball keineswegs hilfreich und zum Teil einfach frauenfeindlich. Ob Rassismus, Homophobie oder Sexismus, auf all das kann ich beim Fussball gerne verzichten. Leider ist so manches davon immer noch Alltag, wie ich von Betroffenen weiß.
    Manche versuchen leider aus so etwas eine Mücke zu machen.
    Solange es nach wie vor, zahlreiche Übergriffe aus den genannten Gründen gibt, sollte man weder dazu schweigen noch die Dinge verharmlosen.
    Wenn es anders wäre bräuchte es z.B. die Regenbogenbinde der Kapitänin in Wolfsburg nicht.

    Mir gehen Schlagzeilen wie in der TZ:
    „Giulia Gwinn: So heiß zeigt sich das DFB-Hottie bei Instagram“
    einfach zu weit! Mit sowas wertet man den Fussball der Frauen meines Erachtens ab. Das gehört nicht in die Berichterstattung über ein Fussballspiel, sondern in ganz andere Hefte.
    Gerne nehme ich auch 100 Daumen runter dafür in Kauf, aber ich schäme mich für Alle, insbesondere in einem Forum in dem es um FrauenFUSSBALL geht, die aus so etwas eine Mücke machen möchten.
    Dies trägt meines Erachtens sehr dazu bei, dass der FrauenFUSSBALL bei uns wenig Ansehen genießt.
    Wünsche dem ein oder anderen Foristen, dass er nur mal zeitweise mehr nach seinem Aussehen beurteilt wird und weniger nach seiner Arbeit!
    Evtl. würde so manchem dann mal ein kleines Licht aufgehen.

  39. Da hab ich wohl nicht allein die Berichterstattung teilweise als ziemlich daneben empfunden. Am meisten hat mich an dem Ganzen eigentlich gewundert, dass soviele ausgerechnet in einem FrauenFUSSBALLforum so etwas relativ gleichgültig hinnehmen oder verharmlosen! Wenn das früher schon so war, ist es mehr als traurig, das es immer noch so ist! Zum Glück gibt es ja auch kein Kaffeeservice mehr als WM-Prämie!

    „Gwinn probierte es also beinahe überall auf dem Platz. Und überall mit eher mäßigem Erfolg. Bis sie in der 66. Minute die Entscheidung getroffen hat, einfach mal Richtung Tor zu schießen.
    Doch ihre Geschichte wurde anders erzählt. „Hässlicher Auftaktsieg dank unserer Hübschesten“, titelte die Bild-Zeitung. Gar nicht mal so interessant, möchte man meinen. Doch Bild hat recherchiert und Kapitänin Alexandra Popp gefragt. „Giuli ist die Hübscheste. Sie achtet sehr auf ihr Äußeres. Vor allem darauf, wie ihre Haare liegen“, wird Popp zitiert.

    Schauen wir doch mal auf Gwinns Instagram-Account, mag Mann sich dann in so mancher Sportredaktion gedacht haben. Herausgekommen ist bei der Münchner Boulevardpostille tz die Schlagzeile: „Giulia Gwinn: So heiß zeigt sich das DFB-Hottie bei Instagram.“ Da ist an Pfingsten wohl eine Portion geiler Geist auf die Redaktion niedergegangen.

    Nach einem Shitstorm unter anderem auf Twitter ist der Ausdruck „DFB-Hottie“ am Montagmorgen ersetzt worden. Ein paar Stunden danach wurde auch die URL geändert. Bis dahin konnte man den Ausdruck in der Link-Zeile noch finden. Immerhin. Schön wäre, wenn die tz auch noch den Rest ihrer Homepage umbauen würde. Unter der Rubrik „Stars“ kann man etwa auf diese Geschichte klicken: „Heißeste Oma der Welt zeigt sich freizügig wie nie, Brüste lugen raus, Slip zu knapp.“ Oh weh! Und jetzt – zurück zum Sport!“

  40. @ Bernd

    Ernst gemeinte Frage,würdest Du an solch einem Spruch genauso heftig Kritik üben wenn er z.B. von Bühl oder Benkarth gesagt worden wäre oder machst Du das jetzt nur weil er von Alexandra Popp kam ?

    Seit ihrem Auftritt im ASS lässt Du kein gutes Haar mehr an ihr und kritisierst alles was sie tut und sagt.Du machst damit im Grunde genau das was Du im Fall Gwinn den Medien unterstellst,sollte es bei ihr mal nicht so gut laufen.

    Und wenn Du schon am kritisieren bist musst Du den DFB genau so mit einbeziehen,da dieser in letzter Zeit Gwinn ins Schaufenster der Medien stellt.Dabei wäre es seine Aufgabe gerade die jungen,unerfahrenen Spielerinnen vor den Medien zu schützen bzw etwas zurück zu nehmen.

  41. @ Klausi,
    Ich glaube die Kritik von Bernd richtete sich gegen die BLÖD, und nicht gegen Popp!!!
    @Bernd,
    […]
    Eine seriöse Berichterstattung findest Du dort eh nicht!!!
    Nicht mal den Wetterbericht würde ich dort ernst nehmen!!! 🙂

    Dieser Beitrag wurde den Womensoccer-Leitlinien entsprechend editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] versehen

  42. @SCF Klausi: Ich glaube, ich war hier einer der ersten der die Worte von A.Popp angesprochen hat und mich dabei auch auf ihre Rolle als Kapitänin bezogen. @Bernd hat es hier eher oder nur richtig dargestellt.

  43. @SCF Klausi

    Sehr gerne gehe ich auf Deine Frage vom 12. Juni 2019 um 0.41 Uhr Uhr ein.

    Schade, aber ich glaube Du hast mich gleich in mehrfacher Hinsicht falsch bzw. nicht verstanden! Selbstverständlich würde ich an Benkarth, Bühl und jeder Anderen genau die gleiche Kritik üben, wenn sie als Kapitänin der Natio gegenüber Journalisten der Springerpresse die Mitspielerinnen nach solchen Äusserlichkeiten beschreiben würden! Aber meine Hauptkritik galt den diversen Boulevardmedien. Was die Blöd-Zeitung aus solchen „Vorlagen“ macht, sollte auch bei den erfahrenen Nationalspielerinnen hinlänglich bekannt sein. Deshalb meine ich nach wie vor, dass solche Beschreibungen der Kolleginnen gegenüber der Blöd nicht clever sind. Bei rassistischen Äußerungen wurden mittlerweilen bereits Spiele abgebrochen. Richtig so! Sexismus wird dagegen noch sehr oft verharmlost und bagatellisiert. Leider! Fussballerinnen nach Äusserlichkeiten zu beschreiben und nicht nach sportlichen Gesichtspunkten ist leider bereits schlechte Tradition. Bei einer WM berichten ausnahmsweise auch mal Medien die sonst mit Frauenfussball nichts am Hut haben. Einige jedoch in einer Art und Weise, die der Anerkennung des Frauenfussballs als Leistungssport sehr schadet. Im Gegenteil, es werden Klischees gefördert die meines Erachtens der Würdigung der sportlichen Leistungen im Wege stehen. Leider ist vielen die Tragweite des Problems nicht klar. Mir wäre lieber es wird darüber berichtet wer in dem Spiel die Beste war und das war Gwinn trotz des Tores eher nicht. Aber Dank Ihres Tores konnte das Klatschblatt ihren vorgefertigten über Gwinn zu diesem Zeitpunkt gut bringen. Bin froh, dass sich anscheinend doch viele WM-Zuschauer über diese Berichte u.a. in shitstorms beschwert haben. Hoffe es bewirkt etwas und der Frauenfussball wird mehr und mehr als Sport wahrgenommen!

    Etwas sehr überrascht bin ich allerdings über Deine Unterstellung, dass ich alles! kritisiere was sie tut und sagt.
    Demnach müsste ich mich dann wohl täglich zu A. Popp äußern.
    Sehr schade, aber ich empfinde das von Dir als einen ganz billigen Versuch einer Retourkutsche bezgl. Deiner übertriebenen Kritik an Gwinn und Scheuer! Dabei habe ich Dich noch ausdrücklich in Schutz genommen, als Dir persönlich Hass in dieser Angelegenheit von dritter Seite unterstellt wurde!!!
    Scheinbar konntest Du aber auch mit der sachlichen Kritik von mir und Anderen auch nicht umgehen. Kann es nach wie vor nicht nachvollziehen, warum Du so gegen Gwinn „geschossen“ hast. Sie hat ihren Vierjahresvertrag bis zum letzten Tag erfüllt und für den SC Freiburg alles gegeben. Nicht nur sie, sondern auch ihre Eltern, die sie nicht nur bei der Nationalmannschaft, sondern auch bei jedem Spiel des SC Freiburg unterstützten, sogar bei den Auswärtsspielen! Ich wünschte Du hättest erlebt, wie lautstark ihr Vater und ihre Brüder den SC Freiburg in Köln angefeuert haben und wie emotional sie selbst nach dem Spiel war. G. Gwinn und ihre Familie haben in den Jahren für den SC alles gegeben. Deshalb habe ich mich für Deine nicht gerechtfertigte Kritik an ihr tatsächlich geschämt und Dich dennoch von den Hassvorwürfen in Schutz genommen! Das Du Gwinn wiederholt als undankbar bezeichnet hast nehme ich Dir allerdings tatsächlich etwas übel! Das tut man einfach nicht gegenüber jemanden, die bis zum letzten Tag ihren Vertrag erfüllt, die alles gibt, die maßgeblich an den Erfolgen und der Entwicklung des SC beteiligt war und sich nicht nur in ihrem socialmedia-account, sehr dankbar und respektvoll gegenüber dem SC Freiburg äußert. Bevor ich mich nochmal differenziert zu A. Popp in einem neuen Beitrag äußere, hier extra für Dich SCF Klausi, zum Schluss ihre Abschiedsworte auf Instagram.
    So wie ich mir eine Entschuldigung zu den Hassorwürfen gegen Dich von dritter Seite gewünscht habe, wünsche ich mir auch eine Entschuldigung von Dir zu Deinen Behauptungen bezgl. der Undankbarkeit von Giulia Gwinn. Ich kann das nach wie vor nicht verstehen, zumal Du Dich z.B. gegenüber Caro Simon die sich in den nur zwei Jahren in Freiburg auch sehr weiterentwickelt hat, nicht so geäußert hast. Auch ihr Wechsel nach Ende des Vertrags war für mich absolut legitim.

    Giulia Gwinn:
    „Es ist an der Zeit Abschied zu nehmen und danke zu sagen! Abschied von einem Verein, von einer Stadt und einem Team, die für mich zur Heimat geworden ist. Ich bin meiner Mannschaft, dem Trainerteam, den Fans und allen Menschen rund um den Sportclub extrem dankbar für 4 schöne und vor allem sportlich herausragende Jahre.
    Hier bin ich mit knapp 16 Jahren Bundesligaspielerin geworden und durfte meine ersten Schritte im Profibereich machen. Als Freiburgerin bin ich mit 18 Jahren zur Nationalspielerin geworden und habe international meine ersten Erfahrungen im A-Team machen dürfen. Wir haben als Mannschaft erreicht, was zuvor noch keine Freiburger-Frauenmannschaft erreichen konnte. Wir haben unseren persönlichen Punkterekord gebrochen, mit dem 3. Platz die beste Platzierung erreicht und mit dem Einzug ins Pokalfinale Vereinsgeschichte geschrieben. Ohne eure Unterstützung wäre all das niemals möglich gewesen Ich bedanke mich für all das Vertrauen, das mir hier geschenkt wurde, den Glauben an mich und die Wertschätzung, die mir hier über die Jahre entgegengebracht wurde. So viel Liebe, Spaß, Leidenschaft und Freundschaft – Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr ! Ihr seid für mich zur Familie geworden!
    Ich werde immer mit einem riesen großen Lächeln an die Zeit in Freiburg zurückdenken und sie wird für mich immer eine ganz besondere bleiben, die ich niemals vergessen werde!
    Bleibt so wie ihr seid! Danke für ALLES!“

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