Verena Hagedorn verlässt Bayer 04 Leverkusen

Von am 12. April 2019 – 16.33 Uhr 28 Kommentare

Frauenfußball-Bundesligist Bayer 04 Leverkusen und seine Trainerin Verena Hagedorn werden nach der Saison getrennter Wege gehen.

Verlässt Bayer 04 Leverkusen zum Saisonende: Verena Hagedorn © imago / pmk

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Die 36-Jährige wird auf eigenen Wunsch in ihre Position als Verbandssport-Lehrerin beim Fußball-Verband Mittelrhein zurückkehren, die sie bereits von 2007 bis 2016 bekleidete.

Klassenerhalt als Ziel

Verena Hagedorn erklärt: „Für die Zukunft wünsche ich dem Verein und der Mannschaft alles Gute. Aber Vorrang hat die Gegenwart. In den kommenden Wochen werden wir gemeinsam weiterhin alles dafür geben, die Klasse zu halten.“

Entscheidung schweren Herzens akzeptiert

Leverkusens Sportdirektor Simon Rolfes meint: „Verena Hagedorn hat in den vergangenen zwei Jahren tolle Arbeit geleistet und wir sind sicher, dass sie die laufende Saison mit unserem Frauen-Team zu einem erfolgreichen Abschluss bringen wird. Dass sich Verena danach wieder der Nachwuchsarbeit widmen möchte, haben wir schweren Herzens akzeptiert. Diesem leidenschaftlichen Wunsch wollten wir uns letztlich nicht verschließen.“

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

28 Kommentare »

  • Fan2 sagt:

    @balea: Es lohnt sich, mit der Thematik zu beschäftigen. Mir ist bewusst, dass Bayer und VW nicht die einzige sind, die dieses Thema in ihrer Geschichte haben. Aber es ist für mich schon immer die Frage, 1. Wie sehr ein Konzern involviert war, 2. in was er involviert war und 3. wie er damit umgeht. Und gerade bei den ersten beiden sind VW (ein Konzern, ja, eine Stadt, die es so sonst gar nicht gäbe, und ein Konzern, der auf der Liste der zu zerschlagenden stand) und Bayer (der Nachfolgekonzern der IG Farben) ganz weit vorn.
    Ich persönlich finde es halt befremdlich, dass gerade solche Konzerne es sind, die eine Ausnahme von 50+1 erhalten und für die Bundesliga-Clubs werben…

    Ich als Spielerin würde mir schon darüber Gedanken machen, ob ich wirklich diese Firmenlogos auf der Brust tragen möchte, Wissens, worin konkret diese Firmen mal involviert waren und wie sie überhaupt ihren Aufstieg realisiert haben. Sich darüber wenigstens Gedanken zu machen, gehört meines Erachtens als geschichtsbewusster Mensch einfach dazu.
    Und wie gesagt, wenn Monsanto und Wiesenhof die Leute schon auf die Palme bringt, dann sollte sie auch das aufregen.

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  • Altwolf sagt:

    @balea

    Den besten Beitrag bzw. Anmerkungen, die ich je von dir gelesen habe.
    Richtig gut.

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  • Altwolf sagt:

    @Sheldon/Fan2

    Nun „krieg“ dich mal wieder ein.

    Du betreibst über einen Konzern-Namen eine Art „Sippenhaft“ von Menschen, die mit den Geschehnissen der Vergangenheit zwar konfrontiert, aber überwiegend in dieser Zeit noch gar nicht gelebt haben.

    Die Entscheidungen, sich dem Regime vor 1945, anzupassen oder es zu unterstützen, ob freiwillig oder unter Zwang, so wie sich die Menschen auch zum DDR-Regime einstellten oder anpassten, sind immer von den damaligen Personen getroffen worden und nicht von einem Konzern-Namen.

    Der VFL WOB ist aus einer Interessengruppe von Fabrikarbeitern entstanden, so wie zufällig auch die Farben grün und weiß, da keine anders gefärbten Textilien vorhanden waren und diese dann sogar von der Stadt als Stadtfarben übernommen wurden.

    Als größter Arbeitgeber der Stadt hatte VW im Rahmen seiner sozialen Verpflichtung gegenüber seinen Mitarbeitern alle Sportvereine der Stadt und der Umgebung (Einzugsgebiet der im Werk Arbeitenden)mit Fördermitteln versehen und das eben schon seit den Gründungsjahren dieser Vereine.

    Was du daraus versuchst abzuleiten, würde in der Konsequez dann auch erfordern, daß sich jede deutsche N-11-Spielerin genauso überlegen sollte dann auch den Bundesadler auf der Brust zu tragen.

    Vielleicht hast oder hattest du ja auch einen Arbeitgeber, der sich noch aus der entsprechenden Zeit entwickelt hat und du dir sehr intensiv darüber Gedanken gemacht hast, ob du in dessen Dienste eintreten solltest.

    Da kann man nur konstatieren: „Irrungen und Wirrungen“.

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  • Fan2 sagt:

    @Altwolf: Das bleibt jeder Spielerin überlassen, sich darüber Gedanken zu machen. Sie kann sich auch in einer anderen Nation einbürgern lassen und für diese antreten, wenn sie damit ein Problem hat.

    Mir ist durchaus bewusst, dass es viele Unternehmen gibt, die in irgendeiner Form involviert waren oder profitiert haben. Das ist unbestritten.
    Doch es gibt für mich drei Grenzen: 1. Unternehmen, die ihre heutige Stellung ohne diese Zeit niemals haben würden. 2. Unternehmen, die an bestimmten Verbrechen gegen die Menschlichkeit direkt oder indirekt involviert waren. 3. Unternehmen, die ihre eigene Vergangenheit nicht adäquat aufgearbeitet haben.

    Ich nehme mal ein Beispiel: Ich glaube, dass hier einige Personen doch große Probleme hätten, wenn Heckler und Koch auf ihren Trikots werben würde. Wenn es schon bei Wiesenhof so ist.

    Ich nehme hier niemanden in Sippenhaft. Ich würde mir nur wünschen, dass Fans und Spielerinnen wissen, was sie tun und was der Konzern, den sie effektiv unterstützen getan hat. Jede der Spielerinnen geht freiwillig zu einem bestimmten Verein, jeder Fan wählt freiwillig, wen er unterstützt. Und wie gesagt, ich persönlich kann nicht verstehen, wieso man sich da ausgerechnet einen Arbeitgeber oder einen Verein sucht und unterstützt, der mit diesen Dingen assoziiert ist.

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  • Altwolf sagt:

    @Sheldon/Fan2

    So kommst du aber nicht aus der Nummer heraus.

    Die Ebene mit der Überlegung das Logo einer Firma zu tragen ist nicht die Ebene auf der man entscheidet, in welchem Land man leben bzw. welcher Staatsangehörigkeit man angehören will.

    Die von dir vorgegebene Ebene ist die, die bei jeder Berufung einer Spielerin in die N-11 besteht und jede von denen müsste sich zuvor, zumindest nach deinen Kriterien, sich im Klaren sein, welchen Schritt sie dabei geht und mit welcher Vergangenheit sie dabei zurecht kommen muß.
    Eine völlig überzogener und überfrachteter moralischer Anspruch.

    Abgesehen davon hat sich Volkswagen zu der Verantwortung aus dieser Zeit bekannt, diese Zeit auch aufgearbeitet und führt dies auch in der Thematik noch fort.

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  • Fan2 sagt:

    @Altwolf: Das stimmt so nicht. Jede Spielerin muss sich einmal entscheiden, wenn sie die erste Berufung annimmt, ob sie dies grundsätzlich tun kann. Denn normalerweise passieren die Dinge, die ich meine, nicht tagtäglich, so dass man sich nicht tagtäglich wieder die Frage stellen muss. Durchaus sehe ich bei den Spielerinnen als öffentlichen Personen die moralische Pflicht, darüber zu reflektieren, ob sie dieses Land international vertreten können und möchten.

    Noch viel mehr sehe ich diese Pflicht, wenn es um den Verein geht, bei dem ich nicht durch meine Staatsbürgerschaft gebunden bin, sondern frei wählen kann.

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  • balea sagt:

    Ich muss Fan2 da auch eher widersprechen: Das klingt durchaus ein wenig nach Sippenhaft, was Du da über die Stadt, bzw den Unternehmen den Vereinen und dann den Spielerinnen aufbürdest. Meiner Ansicht wird da kein Schuh draus. Das führt am Ende lediglich zu Stigmatisierungen: Habe ich zB im Karli erlebt, als ich von einem Bayern München Fan als Stasi tituliert wurde – nach der Logik: Ossi Verein, Ossi Fan, muss Ossi sein, also Stasi. Wo soll man da anfangen, bei derlei Logik?

    Für mich bleibt die aktuelle und glaubhafte Auseinandersetzung mit den eigenen „Fehlleistungen“ ein wichtiger Maßstab, inwieweit ich mich mit so dominanten Zuwendungen wie im Fall WOB „wohlfühlen“ kann oder nicht.
    Einen gewissen Werbeeffekt will ich gern zugestehen, das ist statthaft – aber sehr schnell ist die Grenze zum whitewashing überschritten und das Ganze grenzt an … naja ich verkneif mir die Begriffe.

    VW ist leider nicht glaubwürdig, eindeutig nicht. Und das nicht nur was ihr Verhalten beim Dieselgate betrifft, sondern auch auch im „wolkigen Umfeld“ ihrer gesellschaftlichen Aktivitäten. Man nehme nur mal die Entlassung des Direktors des Kunstmuseums WOB, Ralf Beil.
    „Die von Beil für 2019/2020 geplante Ausstellung Oil – Schönheit und Schrecken des Erdölzeitalters führte vermutlich neben anderen automobilkritischen Exponaten zur Entlassung Beils.“
    Das schreibt relativ neutral Wikipedia. Wer mag findet in den Kulturkommentaren der Presse deutlicheres.

    Kunst, Kultur, Sport…. Events, Erfolge und Gefühle.
    So schwierig sind die Zusammenhänge nicht. Für VW steht der Marketingzweck derart klar im Vordergrund, dass ich ihnen jeglichen philantropischen Impetus leider nicht abkaufe. Und damit bleibe ich bei meinen Bauchschmerzen, was ihre Aktivität beim FF angeht.

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  • bale sagt:

    wenn ich die Schwedinnen spielen sehe in ihrer Liga, sind die vollgeklebt mit Werbung die Ladies, die habe ganz viele Sponsoren,ist mir immer schon aufgefallen und in England und Schottland gibt es bei natio sowie Liga neue Sponsoren auch bei Irland meine ich gelesen zu haben.

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