DFB-Frauen spielen remis gegen Japan

Von am 9. April 2019 – 18.18 Uhr 41 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf trennte sich in einem Testspiel gegen Japan mit einem Unentschieden – trotz zweimaligen Rückstands und zweier individueller Patzer.

Niederlage verhindert: Svenja Huth (2. v. li.) erzielte den Ausgleich © imago / Nordphoto

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Beim 2:2 (0:1) vor 4.804 Zuschauern in Paderborn brachten sich die DFB-Frauen durch eine schwache erste Halbzeit und zwei individuelle Fehler von Torhüterin Almuth Schult um einen möglichen Erfolg.

Japan geht in Führung

Yui Hasegawa nutzte eine Abspielfehler von Schult zur nicht unverdienten Führung (35.). In der zweiten Halbzeit gelang der verbesserten DFB-Elf durch Alex Popp per Kopf der Ausgleich (53.).

Schult patzt erneut

Einen weiteren Fehler von Schult nutzten die Japanerinnen kaltblütig aus, die Ex-Frankfurterin Kumi Yokoyama erzielte die neuerliche japanische Führung (69.). Svenja Huth nutzte einen Fehler der japanischen Torhüterin Chika Hirao zum Ausgleich (72.).

Siegchancen auf beiden Seiten

In der turbulenten Schlussphase hatten beide Teams Chancen zum Sieg. Pauline Bremer rettete auf der Linie (90.), Dzsenifer Marozsán hatte in der Nachspielzeit die letzte gute Torchance beim insgesamt leistungsgerechten Unentschieden.

Jetzt lesen
Deutschland bezwingt Spanien, Frankreich siegt dank VAR
Deutschland – Japan 2:2 (0:1)
Deutschland: Schult – Hendrich (75. Dallmann), Hegering, Elsig (46. Doorsoun), Schweers (46. Knaak) – Oberdorf (46. Goeßling), Magull – Huth, Maroszan, Gwinn – Popp (81. Bremer)
Japan: Hirao – Shimizu (72. Miyagawa), Kumagai, Minami, Sameshima – Miura (83. Naomoto), Sugita – Nakajima (83. Ueki), Hasegawa – Endo (55. Kobayashi), Sugasawa (55. Yokoyama)
Tore: 0:1 Hasegawa (35.), 1:1 Popp (53.), 1:2 Yokoyama (69.), 2:2 Huth (73.)
Schiedsrichterin: Esther Staubli (Schweiz)
Gelbe Karten: Keine
Zuschauer: 4.804

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

41 Kommentare »

  • Fan2 sagt:

    @Altwolf: Zum Thema Pressing: Pressing ist immer auch eine Kraftfrage. Dementsprechend wird jede Mannschaft genau abwiegen, wieviel Kraft sie darein investiert und in welcher Weise sie presst, um nicht Gefahr zu laufen, am Ende dafür die Quittung zu bekommen.
    Wenn ein Team aber weiß, dass hinten im Tor eine unsichere Keeperin steht, die gerade beim Mitspielen Probleme hat, dann wird sie gerade versuchen, Anspielstationen zuzustellen und die Torhüterin möglichst häufig anzulaufen und auf Fehler zu spekulieren. Ein gutes Team wird immer versuchen, die Schwachstelle in der Defensive eines anderen Teams zu ermitteln und gut für sich auszunutzen. Ob sie eine Person in der Abwehr bewusst frei nicht anläuft und so provoziert, dass diese viel häufiger angespielt wird als sie normalerweise angespielt würde, oder ob sie ihre schnellen Konterangriffe bewusst über die Seite aufzieht, auf der eine nicht ganz so schnelle Außenverteidigerin mit Vorliebe sehr hochsteht – all das sind taktische Elemente, die schon in der D- und C-Jugend auf dem großen Feld trainiert worden sind, selbst bei uns in der Kreisklasse, und zwar durchaus mit ordentlichem Erfolg.

    Und natürlich werden Frankreich, USA, aber auch so Teams wie Spanien Deutschland versuchen, eben immer wieder über die Torhüterin spielen zu lassen. Oder eben, wie Marozsan bewiesen hat – wenn ich weiß, dass die Torhüterin gerne weit vorne steht, es dann mit dem Freistoß mal direkt versuchen (übrigens, die japanische Torhüterin hat sich diese Szene wohl genau angesehen ;)).

    Im Übrigen war ich selbst mal Torwart und weiß natürlich um diese Situationen. Ich selbst habe sie allerdings nie wirklich als so schwierig erlebt in der Entscheidung, solange man zwei Dinge beherzigt: 1. Niemals flach zu einer Abwehrspielerin spielen, in deren Nähe sich auch nur annähernd eine Gegenspielerin befindet. 2. Sobald eine Gegenspielerin näher als 5 Meter herangekommen ist, wird nicht mehr lang überlegt, sondern der Ball nur noch möglichst hoch und weit nach vorne geschlagen und im Zweifel auch auf die Tribüne. Hoch und weit bringt Sicherheit.

    Aber genau das ist das Problem bei Schult, was von MVT ja auch schon angesprochen wurde. Sie neigt zur Perfektion und denkt zuviel, anstatt einfach mal das einfache Programm abzuspulen. Und damit bringt sie sich eben selbst in die Probleme, weil sie zu lang wartet und zu risikoreich spielt. Und dann häufen sich eben auch solche Aktionen.

    Btw: Niemand verlangt es von Schult, einen „perfekten“ Pass zu spielen oder die Hauptverantwortliche für den Spielaufbau zu sein. Zumindest nicht die Fans. Einfach das Basic Programm. Und die Mannschaft weiß dann: Im Zweifel kommt der Ball entweder hoch auf die offensiven Außen oder lang ins Zentrum auf Popp. Da brauchst du auch gar nicht viel zu entscheiden.

    Und das, was du beschreibst, sind dabei ja wohl Basics. Die Gegenspielerin sollte man sowieso immer einigermaßen im Blick haben und gar nicht erst zu dicht rankommen lassen im Normalfall. Dann den Ball stoppen und vorher schon mal überlegt haben, wohin der Ball im Zweifel geht. Dann nur noch so weit und hoch wie möglich.
    Das sind Ballannahme und ein langer Pass, Dinge, die mittlerweile jede Torhüterin nun wirklich beherrschen sollte. Und wenn sie sich darauf beschränkt, dann mag sie nicht die Kunststückchen machen, die manch einen begeistern, aber eben auch nicht die riskanten Dinger machen, die nach hinten losgehen. Ein klein bisschen fußballerische Grundlagen darf man sicher auch von einer Torhüterin auf dem Niveau erwarten.

    Und auch wenn andere schon mal gepatzt haben: Es ist ihnen bei weitem nicht in der Häufigkeit passiert, wie es Schult allein in den letzten Wochen passiert ist. Das muss man auch zur Fairness den anderen Torhüterinnen gegenüber sagen.

    (6) 10 Gesamt – 8 hoch – 2 runter

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