Bayern macht Boden auf Wolfsburg gut

Von am 16. Dezember 2018 – 16.26 Uhr 17 Kommentare

Neue Spannung im Titelkampf: Am 13. Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga musste sich der VfL Wolfsburg mit einem Remis gegen die SGS Essen begnügen. Der FC Bayern München gewann beim MSV Duisburg und liegt nur noch drei Punkte hinter der Tabellenspitze.

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Der VfL Wolfsburg kam gegen die SGS Essen vor 1.428 Zuschauern im AOK-Stadion nur zu einem torlosen 0:0 und blieb damit erstmals in dieser Saison ohne Torerfolg. Wolfsburgs Trainer Stephan Lerch meinte: „Fakt ist, dass wir jetzt nicht über die Feiertage Trübsal blasen werden, weil wir diese Partie nicht gewonnen haben. Solche Spiele zeigen uns aber, dass es nicht von alleine geht, dass wir auch Fußball arbeiten müssen. Das nehmen wir auf alle Fälle mit für den weiteren Saisonverlauf!

Bayern holt auf

Der FC Bayern München kam beim MSV Duisburg vor 404 Zuschauern im PCC-Stadion von Homberg zu einem 4:0 (0:0)-Erfolg. Auf dem holprigen Rasen taten sich die Müchenerinnen eine Halbzeit lang schwer, ein geordnetes Spiel aufzuziehen. Doch kurz nach Wiederanpfiff brach Lina Magull mit einem direkt verwandelten Freistoß den Bann (46.). Mandy Islacker (62.) und Sara Däbritz (63.) sorgten dann binnen 60 Sekunden für die Entscheidung, ehe erneut Islacker zur Stelle war (68.). Somit hat die Elf von Trainer Thomas Wörle den Rückstand auf Spitzenreiter VfL Wolfsburg auf drei Punkte verkürzt.

Arbeitssieg für Freiburg

Der SC Freiburg gewann beim Borussia Mönchengladbach vor 150 Zuschauern im Grenzlandstadion mit 2:0 (1:0). Giulia Gwinn brachte die Gäste früh in Führung (5.), dann dauerte es fast eine Stunde, ehe die nach der Pause eingewechselte Marie Müller (63.) den Erfolg perfekt machte. Freiburgs Trainer Jens Scheuer fand trotz des Erfolgs kritische Worte: „Mit dem Sieg und den drei Punkten bin ich zufrieden. Ob es ansonsten heute genug war und ob das so reicht, müssen die Mädels mit sich vereinbaren. Wenn das unser Anspruch ist, dann müssen wir uns davon verabschieden, um einen Platz unter den ersten fünf mitspielen zu wollen. Dann stehen wir dort wo wir stehen zurecht und sind nicht besser. Es liegt alleine an uns.“

Leverkusen verlässt Abstiegsränge

Bayer 04 Leverkusen gewann das Duell im Tabellenkeller gegen den SV Werder Bremen mit 1:0 (1:0). Ivana Rudelic sorgte vor 185 Zuschauern im Jugendfußballzentrum Kurtekotten in Köln mit ihrem Treffer in der 12. Minute dafür, dass die Werkself die Hanseatinnen in der Tabelle überholte und somit einen Nicht-Abstiegsplatz einnimmt.

Zwei Spiele abgesagt

Die Partien zwischen dem SC Sand und dem 1. FFC Turbine Potsdam sowie zwischen der TSG 1899 Hoffenheim und dem 1. FFC Frankfurt wurden wegen winterlicher Platzverhältnisse abgesagt, die Nachholtermine werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

17 Kommentare »

  • Altwolf sagt:

    Temperaturen um den Gefrierpunkt,jedoch trocken und ohne Schnee waren bei Platzverhältnissen, für die man in WOB nur dankbar sein kann, der Rahmen, der ein richtig gutes Fußballspiel ermöglichte.

    Eine SGS Essen, die aggressiv, immer präsent und mit hoher Laufarbeit und auch spielerischem Vermögen den Wölfinnen Paroli bieten konnten und eigentlich über ca. 70 Minuten auch auf Augenhöhe agierten.
    Gutes gemeinsames Pressing, hoch verteidigend und oft auch immer eine Idee schneller vor Ort als die VFLer-innen, die dadurch Probleme hatten das Spiel geordnet aufzubauen, zumal erkennbar die sonst gezeigte Bissigkeit fehlte.
    Durch die hoch stehende Defensivreihe der SGS fehlten die Räume für P.Harder u. C.Neto zwischen den Linien, so daß immer wieder Bälle in die freien Räume auf E.Pajor gespielt werden mußten, weshalb wohl auch L.Gößling den Vorzug vor S.Doorsoun in der Startelf erhielt, da sie diese Pässe auch spielen kann.

    Hier zeigte sich bei Essen in der Defensive eine überragende M.Hegering neben e. ebenfalls gut agierenden N.Brüggemann. Auch das MF konnte immer wieder Pässe unterbinden u. auch viele 2.Bälle erobern u.d. ein u. andere Mal e. gutes Umschaltspiel eröffnen, wobei die beiden Spitzen L.Oberdorf u. L.Schüller unterstützt durch T.Knaak den Ball gut halten u. auch immer wieder für Gefahr für das Tor v. A.Schult sorgen konnten.

    Es waren zu viele Ungenauigkeiten im Wölfinnenspiel, da sie von d. Essenerinnen nie in Ruhe gelassen wurden und auch durch ein körperbetontes Spiel immer wieder stören konnten. So kam es erst in der 32. Spielminute zu einem wirklich gelungenen Spielzug der Wölfinnen, deren Abschluß jedoch von e. Essenerin in höchster Not noch verhindert werden konnte.
    Doch so war die 1.HZ ausgeglichen und auch die SGS zeigte, wie schon Potsdam zuvor,das auch die Wölfinnen für e. Sieg auch immer ihre volle Leistung abrufen müssen und heute fehlte ihnen erkennbar die Entschlossenheit u. nötige Spritzigkeit dafür, die auf Essener Seite deutlich zu spüren war. Die hatten e. richtig guten Tag erwischt und liessen den Ball in vielen Phasen des Spieles richtig gut laufen. Zum perfekten Spiel fehlte ihnen nur das Tor. Eigentlich spielten heute alle Wölfinnen unter ihren Möglichkeiten ohne wirklich schlecht gespielt zu haben, deshalb fielen mir die Spielerinnen bei der SGS mehr auf, als sich bei den Wölfinnen irgend jemand auszeichnen konnte.

    Erst in den letzten ca. 15 Minuten konnten die Grün-Weissen mehr Dominanz ausüben und da stand Essen auch ein wenig das Glück zur Seite. Aber wenn man deren Leistung gesehen hat, dann haben sie diesen Punkt auch wirkklich verdient.
    Die SGS Essen war hier im AOK-Stadion das absolut beste Team, was sich hier in dieser Saison vorgestellt hatte. Nochmals Respekt dafür, wie dies auch dem Trainer für diese mutige taktische Einstellung seines Teams gebührt.

    (20)
  • SCF Klausi sagt:

    20:0 Ecken,eben so viele Torschüsse aus dem Spiel heraus und am Ende steht ein mageres 2:0 für Freiburg.

    Unser scheidender Startrainer mag mit seiner Kritik zum Spielverlauf zwar recht haben,aber auch er sollte sich mal hinterfragen ob die magere Torausbeute nicht auch an seiner favorisierten Spielanlage liegt.

    Es ist schon bezeichnend,dass ausgerechnet unsere Jüngste Spielerin Marie Müller sich ein Herz fasst und aus der Distanz abzieht und mit einem Tor belohnt wird.Erst danach hat man es mit weiteren Distanzschüssen probiert,aber weitere Torerfolge blieben auch Dank einer sehr guten Gladbacher Torhüterin aus.

    Freiburg hatte im bisherigen Saisonverlauf viele Probleme zu bewältigen,Angefangen mit dem großen Umbruch,über Verletzungssorgen und vielen Abstellungen was ein einspielen der neu formierten Mannschaft erheblich erschwerte.Aber eines sind wir ganz sicher nicht,qualitativ schlechter aufgestellt als Essen,Hoffenheim oder Frankfurt.

    Diese drei Teams spielen ein ähnliches System wie Freiburg,Essen und Frankfurt hatten zudem auch viele neue Spielerinnen zu integrieren,aber ihr Spiel ist wesentlich direkter und sie scheuen keinen Zweikampf,während Scheuer seine Mädels den Ball am liebsten ohne Körperkontakt ins Tor tragen lassen will.

    Wenn ich Spiele mit Essener Beteiligung verfolge,oder jetzt @ Altwolfs Spielbericht lese freue ich mich direkt auf Daniel Kraus als neuen Trainer.

    (8)
  • ollerRentner sagt:

    @SCF Klausi: Ich habe das Spiel nur bei Telekom-Sport verfolgt und habe deshalb nur einen Scheuklappenblick auf das Ganze, aber ein paar Sachen sind mir trotz allem aufgefallen.

    Gladbach spielte eigentlich durchgängig mit einer 10-0-0-Taktik und das Spiel fand auch fast ausschliesslich in der Hälfte der Gladbacherinnen statt, eher sogar im letzten Viertel vor dem Tor. Es hätte wahrscheinlich zu deutlich mehr Toren geführt, wenn die Freiburgerinnen aus diesem Raum einfach laufend direkt auf das Tor geschossen hätten, weil die Chance, dass ein Ball irgendwie abgelenkt im Tor landet, doch sehr gross gewesen wäre. Insofern wäre das wohl eine gute taktische Anweisung an die Spielerinnen gewesen.

    Ansonsten hörte ich seitens des Reporters das erste Mal von der aktuellen Vorgeschichte des Gladbacher Teams, nämlich dass der alte Trainer zurückgetreten ist, weil der Verein die seines Erachtens notwendige spielerische Verstärkung nicht unterstützte. Er vermutete, dass Gladbach in der ersten Liga wieder genau so unter die Räder kommen würde, wie das letzte Mal. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass er richtig vermutet hat.

    Offensichtlich hat der Frauenfussball bei dem Männerfussball-Traditionsverein keinen so grossen Stellenwert, sonst würde man ähnlich Wolfsburg, Bayern, Freiburg diesen etwas mehr unterstützen.

    Allerdings scheint es den Gladbacherinnen immer noch Spass zu machen, jedenfalls grösstenteils (einzig Vanessa Fürst ärgerte sich ersichtlich über schlechte Angriffsversuche).

    Mehr als das Spiel fiel mir der öfter gezeigte Adventskranz am Spielfeldrand auf und natürlich die beiden Freiburger Fans, die einsam auf der der Kamera gegenüberliegenden Seite mit dem Plakat „You never walk alone“ standen.

    (16)
  • Strike sagt:

    Der Star ist die Mannschaft und nicht der Trainer. Im Lande der Weißwurst wird das sicher anders, da kann man den Star raushängen. Drücke Wöhrle die Daumen, dass er noch Titel gewinnt um die Latte für den kommenden Startrainer (wer immer es wird, ha, ha) richtig hoch zu legen.

    (-6)
  • SC fan sagt:

    Ich @SCFKlausi

    Genau, anstatt seinen Spielerinnen den Vorwurf zu machen : ……..Ob es ansonsten heute genug war und ob das so reicht, müssen die Mädels mit sich vereinbaren. Wenn das unser Anspruch ist, dann müssen wir uns davon verabschieden, um einen Platz unter den ersten fünf mitspielen zu wollen. Dann stehen wir dort wo wir stehen zurecht und sind nicht besser. Es liegt alleine an uns.
    Alleine an uns? Wie sieht es den mit dem Trainer aus?
    Er ist für die Kaderzusammenstellung verantwortlich und für das Spielsystem …
    Beides funktioniert nicht …also Trainer?

    (-2)
  • Bernd sagt:

    @ SC fan
    Wenn der Trainer von wir spricht und sagt, es liegt alleine an uns.
    Warum meinst du, dass er sich dann nicht miteinbezieht?
    Die Worte „Wir“ und „uns“ benutze ich zumindest, wenn ich auch mich selbst meine.
    Weiß eigentlich jemand was mir Rachel Rinast ist? Meines Wissens ist Sie nicht verletzt, tauchte aber auch nicht mehr im Kader auf, oder habe ich etwas verpasst?
    Ansonsten Allen schöne Weihnachtstage und ein gesundes,glückliches und verletzungsfreies Jahr 2019!

    (14)
  • rotesfuechsle sagt:

    @ SCF Klausi

    lieber Klausi, oder Klausine .. (ein Schelm wer böses denkt..)
    Ich verfolge die SC Frauen schon sehr, sehr lange und habe das Gefühl dass du irgendetwas persönliches mit unserem derzeitigen Trainer ausfechten möchtest.
    Deine Spielberichte sind des Öfteren sehr treffend formuliert, so lange die Mannschaft gut spielt.. Aber du schreibst auch des Öfteren völlig unsachlich und versuchst hier Stimmung zu machen. Klar, finde ich auch nicht jede Aufstellung überragend und kann manche Dinge nicht einordnen (ich denke es geht jedem so beim Fußball), aber deinen „momentanen Hass“ halte ich schon für bedenklich. Dass ist nicht der SC Freiburg den wir wollen, wir sind eigentlich anders. Kaderzusammenstellung oblig niemals alleine dem Trainer… sollte das so sein, hätten wir eine Fehlkonstellation in der Zusammensetzung des Managements und Scheuer hätte dann 3 Jahre überragende Arbeit in diesem Bereich geleistet…! Körperloses Spiel…. ich muss schmunzeln… Die Ergebnisse stimmen momentan nicht, da stimme ich dir voll zu, jedoch wer die Spiele anschaut (ich hoffe du bist live dabei so wie wir) der sieht Spiele wie gegen Frankfurt, Bayern, Essen 2x, Hoffenheim, Sand.. wo die Mannschaft absolut überzeugend auftritt sich jedoch öfters selbst nicht belohnt! Ich glaube wir sollten alle mal die Ruhe bewahren und unseren SC weiterhin unterstützen, persönliche Eitelkeiten und Stimmungsmache hinten anstellen. Komm doch mal in unseren neuen Fanclub, da können wir konstruktiv miteinander diskutieren!

    (6)
  • Nur der SCF sagt:

    Ich möchte nur einmal betonen und ich denke das können wir alle hier unterschreiben, dass wir unter dem Trainer Scheuer die besten bzw. erfolgreichsten 3 Spielzeiten beim SCF hatten! Das scheint wohl auch unserer Konkurrenz nicht entgangen zu sein 😉

    Und dass es nach dem großen Umbruch, den wir im Sommer hatten, schwer wird und die (neu formierte) Mannschaft nicht unbedingt so konstant spielen wird wie im letzten Jahr (oder in den letzten Jahren) das war zu erwarten und wurde auch vom Trainer und dem Management so vorhergesagt. Dennoch haben wir gerade gegen Essen im Pokal und gegen den FC Bayern eine grandiose Mannschaftsleistung gesehen. Ich denke im Moment fehlt uns einfach in den ein oder anderen Situationen auch ein wenig das notwendige Spielglück, dafür kann aber weder der Trainer noch die Mannschaft etwas.

    Ansonsten bleibt mir nur zu sagen „Nur der SCF!“

    (9)
  • ollerRentner sagt:

    rotesfuechsle schrieb: „…Die Ergebnisse stimmen momentan nicht…“.

    Diesbezüglich möchte ich als neutraler Beobachter zumindest im Zusammenhang mit dem Gladbach-Spiel widersprechen.

    Gladbach spielte ja wirklich mit einer Art 10-0-0-Taktik und folgte ganz offensichtlich dem Leitmotiv: Tore verhindern ist das wichtigste Gebot der Stunde. Praktisch standen also 10 Körper mit 20 Beinen plus Torwart bei jedem Versuch der Freiburger Kreisläuferinnen im Weg.

    Da Gladbach das auch über die 90 Minuten eigermassen durchgehalten hat, sind die 3 erzielten Tore, von denen eines zu Unrecht aberkannt wurde, ein völlig akzeptables Ergebnis. Man sollte sich nicht von den Ergebnissen der letzten Wochen blenden lassen, die andere Vereine gegen Gladbach erzielten, da zu der Zeit die Mannschaft noch versuchte kompletten Fussball zu spielen, also ein Mittelfeld aufzustellen und auch Angriffe zu initiieren.

    Gladbach hat sich jetzt offensichtlich die Tatsache akzeptiert, dass sie spielerisch im Vergleich zu den 6 bis 8 Mannschaften der 1. Bundesliga um mehrere Klassen schlechter sind. Als Konsequenz wird jetzt halt begonnen Beton anzurühren. Das ist zwar für (neutrale) Zuschauer nicht gerade schön anzusehen, aber oft wirkungsvoll.

    Ich habe, wie schon gesagt, bei Freiburg in diesem Spiel nur einen taktischen Fehler gesehen: Man hätte einfach aus allen Lagen andauernd aufs Tor schiessen müssen, um durch die zu erwartenden zufälligen Abfälschungen der Flugrichtung Tore zu erzielen. So etwas dürfte aber wohl jedem echten Fussballer (weiblich und männlich) widerstreben, weil das dann ein reines Glücksspiel wird.

    Mein Fazit: Freiburg hat bei diesem Spiel letztendlich alles richtig gemacht, weil sie 3 Tore erzielt haben, und Gladbach hat auch alles richtig gemacht, weil sie weniger als 5 oder 6 Tore bekommen haben. Es klingt vielleicht seltsam, aber das ist eine win-win-Situation. Für mich als neutralen Zuschauer war es natürlich waaaahhhhnsinnig spannend, weshalb mir auch die wackeren Freiburg-Fans mit ihrem Plakat und der Adventskranz mehr auffielen, als das Spiel an und für sich.

    (5)
  • SCF Klausi sagt:

    @ rotesfuechsle

    Du bist ja lustig. Unterstellst mir in manchen Punkten Unsachlichkeit,verunglimpfst aber schon im ersten Satz meinen Nick.

    Nur mal zur Klarstellung. Ich bin Mitglied des SC Freiburg und Inhaber einer Dauerkarte für die Spiele der Frauenbundesliga.Desweiteren habe ich auch gelegentlich beruflich mit dem SC Freiburg zu tun.Du kannst also davon ausgehen,dass ich zumindest die Heimspiele vor Ort im Stadion verfolge.Selbst für das Nachmittagsspiel gegen Hoffenheim habe ich meine Termine so gelegt,dass ich dieses Spiel im Stadion verfolgen kann.

    Wenn Du hier regelmäßig mitliest,dann nenne mir Kommentare wo ich Freiburger Spielerinnen nach schlechten Leistungen unsachlich angegangen bin.Du wirst keine finden.Ausser dass ich nach dem Spiel gegen Duisburg Guilia Gwinn und Sharon Beck kritisiert habe,das war aber alles in normalem Rahmen ohne den Spielerinnen gegenüber despektierlich zu werden.In diesem Spiel war aber die ganze Mannschaft schlecht,nur sind mir die genannten Spielerinnen besonders aufgefallen.Mittlerweile bewerte ich aber auch Sharon positiver und über Gwinn in Normalform brauchen wir nicht diskutieren.

    Und nun Tacheles zu Scheuer.

    Wir sind uns darin einig,dass Scheuer die SC Frauen in den letzten 3,5 Jahren spielerisch wie auch taktisch zu einem Spitzenteam geformt hat,dass er vorhandene Strukturen verbessert und neue Strukturen eingeführt hat.Und auch,dass er die einst graue Maus vor allem in der Außendarstellung in ein positives Licht gerückt hat.

    Man muss aber auch sehen,dass sich Scheuer nur durch den SC Freiburg den Namen als Trainer machen konnte den er jetzt in der AFBL hat.Ohne die Freiburger Frauen würde er vielleicht jetzt noch irgendwo in Südbaden eine Oberliga- oder Regionalligamannschaft trainieren und sich mit den Problemen im Amateurbereich rumschlagen.

    Scheuer hat sich aber auch vor allem in diesem Jahr gewisse Starallüren zugelegt und sich in Dinge eingemischt,die ihn im Grunde nichts angehen bzw er keine näheren Kenntnisse hatte und die ich in solch einer Form noch nicht mal von gestandenen Bundesligatrainern bei den Herren vernommen habe.

    Auf Anhieb fällt mir dazu Scheuers völlig deplazierte und abfällige Bemerkung gegenüber Turbine Potsdam auf der PK nach dem Spiel in Essen ein,wo er Potsdam wegen der Spielabsage auf Grund von schlechten Platzverhältnissen anging.

    Als nächstes ging er Wolfsburg wegen ihrer Aufstellung gegen München an ohne die genauen Hintergründe zu kennen.Selbst wenn wir vor diesem Spiel noch eine theoretische Chance auf die CL Teilnahme hatten,hätten zu viele Zufälle gleichzeitig eintreten müssen das wir München abfangen und die CL erreichen.Dieses Ziel,sofern es eines war,hat sich die Mannschaft durch die unnötigen Niederlagen und vielleicht auch Scheuer selbst durch falsches Coaching selbst vermasselt.

    Die Art und Weise,wie er die Mannschaft nach dem Heimspiel gegen Gladbach noch auf dem Spielfeld angegangen ist war auch völlig daneben.Er kann seine Mädchen für dieses Spiel kritisieren,aber dann bitte im Training hinter verschlossenen Türen,aber nicht vor Publikum.Zu dieser Art passt aber auch die Art,wie er sich zum Spiel in Gladbach äußert.

    Was auch in diese Reihe passt,wenn es denn stimmt,ist die Art und Weise,wie er sich aus Freiburg verabschiedet.

    Es ist durchaus legitim und auch nicht verwerflich,wenn man sich als Arbeitnehmer und Führungskraft nach besseren Bedingungen und besserer Bezahlung umsieht und dies auch bei anderen Arbeitgebern findet.

    Immer voraus gesetzt,dass die Pressemitteilungen stimmen wird das ganze in Bezug auf Scheuer in so fern pikant,weil er dem SC Freiburg zuerst mündlich eine Vertragsverlängerung zugesagt hat und nach bekannt werden das Thomas Wörle und der FC Bayern München nach Saisonende getrennte Wege gehen,sich Scheuer sich hinterücks als Trainer beim FCB beworben hat.

    Damit tritt er nicht nur den SC Freiburg in den Allerwertesten sondern lässt auch die von ihm selbst aufgebaute Mannschaft im Stich.

    Abschließend noch.Wir können uns gerne mal im Stadion treffen und gemütlich zusammen plauschen.Aber ich werde weder an einen Fanclubtreffen teilnehmen noch einem Fanclub beitreten da ich solche Aktivitäten zeitlich nicht vereinbaren kann und ich mir trotz Vereinsmitgliedschaft eine gewisse Neutralität und Distanz zum Verein erhalten will.

    (9)
  • Zaunreiter sagt:

    Als einigermaßen „neutraler“ Fan finde ich es gut, dass hier jetzt auch vermehrt Freiburg-Fans mitdiskutieren!

    (8)
  • Altwolf sagt:

    @rotesfuechsle

    Wie @Zaunreiter kann ich eine zunehmende User-Beteiligung auch der SCF-Gemeinde nur begrüssen und würde mich über eine regelmäßigere Beteiligung im Sinne des FF freuen.

    Als „nicht ganz neutraler“ Fan habe ich nun schon über einen langen Zeitraum Berichte und Kommentare von @SCF Klausi zu den Spielen und insbes zu denen des SCF gelesen und z.T. auch mit ihm diskutiert.
    Aber ich kann mich nicht erinnern irgendwann einmal einen „momentanen Hass“ gegenüber eurem Team, einzelnen Spielerinnen oder dem Trainer von ihm wahrgenommen zu haben. Wenn von ihm kritisiert, dann doch eher in einer konstruktiven Art u. Weise, so wie ich es mir mit meinen Wölfinnen auch vorbehalte dies so zu tun.
    Vielleicht überprüfst Du deine Wahrnehmung diesbezüglich noch einmal, denn diese Eigenart des „Hasses“ hat hier nichts zu suchen, ist hier im Forum bisher auch nur einem speziellen „User“ zu eigen.

    (6)
  • pinkpanther sagt:

    @SCF Klausi: Super Beitrag, vielen Dank! Mehr davon …
    Vor allem den sehr sachlichen Stil mit Würdigung der Verdienste von Scheuer verbunden mit der fundierten – und so gar nicht polemischen (soll hier im Forum ab und zu vorkommen 😉 – Kritik am Gebaren des SC-Trainers fand ich erste Sahne!
    Ehrlich gesagt war ich über Inhalt und Form von Scheuers Kritik an der Mannschaft nach dem Gladbach-Spiel gelinde gesagt doch reichlich irritiert und fand das – gerade so kurz vor der Winterpause – auch einigermaßen unangemessen!
    Wie ich bereits an anderer Stelle geschrieben habe, falls der Beitrag nicht in den tiefen des Internets verschollen ist, kann der bislang von den Ergebnissen her suboptimale Saisonverlauf der SC-Frauen vielleicht noch sein Gutes haben, denn dann wird die Messlatte für Daniel Kraus nächste Saison nicht gleich zu hoch gehängt. Außerdem ist ja noch der Rest der Rückrunde zu spielen und ich bin überzeugt, dass da auch ergebnistechnisch noch etwas geht.

    (5)
  • SCF Klausi sagt:

    @ Altwolf, @ pinkpanther

    Danke für euer Feedback.

    Als nächstes möchte ich aus meiner Sicht einen kleinen Einblick in die personelle Situation der Mannschaft geben.Was im nach hinein auch die stagnierenden Leistungen der Mannschaft in Teilen erklärt.

    Freiburg startete wie die meisten Bundesligisten am 16. Juli in die Vorbereitung.Von 10 Neuzugängen waren acht zum Trainingsstart anwesend. Es fehlten Verena Wieder die wegen der U19 EM freigestellt war und Stefanie Sanders die sich erst im Januar dem Team anschließt.

    Soweit mir bekannt galten zu der Zeit nur Kim Fellhauer und Lena Lotzen als verletzt,wobei Lotzen schon in München leichtes Mannschaftstraining absolvierte.

    Gleich zu Beginn der zweiten Trainingswoche verletzte sich Hikaru Naomoto am Sprunggelenk und fiel für drei Monate aus.In der selben Woche zog sich Hasret Kayikci in einem Testspiel gegen Hoffenheim eine schwere Knieverletzung zu und fiel für den Rest der Vorrunde aus.Auch Clara Schöne erwischte es zeitgleich am Knie und fiel ebenfalls für drei Monate aus.

    Somit fielen gleich zu der Vorbereitung vier Spielerinnen aus die unter normalen Umständen Ambitionen auf einen Startplatz hatten.Hinzu kamen die Abstellungen für die U19 und U20 so das die neue Mannschaft bis auf die Woche im Trainingslager nie komplett zusammen war und trainieren konnte.

    Ins Trainingslager konnte man aber auch nur deshalb komplett reisen weil die U20 schon im VF der WM ausschied und die Spielerinnen rechtzeitig zurück in Freiburg waren.

    Direkt nach dem Trainingslager mussten die Nationalspielerinnen wegen der anstehenden WM Quali zu ihren Nationalmannschaften reisen und standen somit für mehr als eine Woche dem Team nicht zur Verfügung.Als die Nationalspielerinnen dann endlich zum Glück gesund und verletzungsfrei zurück in Freiburg waren startete auch gleich mit der zweiten Pokalrunde die Pflichtspielsaison.

    Wie ich erst kürzlich durch Zufall erfahren habe musste sich Kirchberger kurz vor Saisonbeginn einer Blinddarmoperation unterziehen und hatte danach Komplikationen während des Heilungsverlaufs.Ebenso hatte Sharon Beck Knieprobleme was teilweise zu Ausfällen führte.

    Betrachtet man all diese Umstände blieb dem Team nichts anderes übrig als sich während der Pflichtspiele kennen zu lernen und einzuspielen.

    Es mag vielleicht noch weitere Gründe für die Stagnation des Teams geben aber die schwierige Vorbereitung wo nie alle Spielerinnen über einen längeren Zeitraum zusammen trainieren konnten ist für mich der Hauptgrund.

    An diesem Punkt setzte ich eine weitere Kritik an Jens Scheuer an.

    Im Abschlussinterview zum Trainingslager sagte er,gefragt nach der Leistungsfähigkeit des Teams,dass es sehr talentiert sei und über hohes Potential verfüge.Es braucht aber noch Zeit bis das Team richtig zusammengewachsen ist und die volle Leistungsfähigkeit abrufen kann.Es wird gute,aber auch schlechte Spiele geben und wir alle,sowohl die Fans als auch die Abteilung und vor allem er als Trainer braucht dazu viel Geduld.

    Spielerisch konnte das Team schon das ein und andere mal überzeugen.Die verletzten Spielerinnen die im Verlauf der Vorrunde nach und nach auf das Feld zurück kamen wurden von Spiel zu Spiel stärker,auch bei Lotzen sah man bis zu ihren muskulären Problemen deutliche Fortschritte.Beck,die mir zu Beginn noch nicht so gefiel weiss auch immer mehr zu überzeugen.Naomoto zeigt immer mehr das was auf ihrem Best Off Video zu sehen ist und Schönes Leistungen wurden in den letzten Wochen auch immer besser.

    Was bleibt ist die grausame Chancenverwertung.Und hier finde ich ist es Aufgabe des Trainers dem Team eine Spielform zu vermitteln und so die Torausbeute falls möglich zu steigern damit die Spielerinnen wieder mehr Sicherheit und Selbstvertrauen bekommen.

    (3)
  • Rudi sagt:

    @SCF Klausi,@Bernd und @Altwolf,

    da ich ja auch als Wölfinnenfan und-mitglied auch nicht immer neutral bin möchte ich euch ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute für 2019 wünschen. Ich lese eure Beiträge sehr gerne hier im Forum und ich nicht oft meine Wölfinnen Live vor Ort ( ich wohne im schönen Bayer. Wald) sehen kann, bewundere ich wie ihr in sachliche und auch kritischer aber immer fairer eure Berichte hier reinstellt.

    (5)
  • Bernd sagt:

    Danke Markus Juchem!

    (0)

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