Daniel Kraus wird Trainer beim SC Freiburg

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Frauenfußball-Bundesligist SGS Essen und Trainer Daniel Kraus gehen nach der Saison getrennter Wege. Der 34-Jährige wechselt zum SC Freiburg.

Essens Trainer Daniel Kraus gibt Anweisungen
Wechselt von Essen nach Freiburg: Daniel Kraus © imago /Hartenfelser

Nach drei Jahren an der Seitenlinie hat sich Kraus für eine neue Herausforderung entschieden und wechselt von Essen in den Breisgau. Dies gab die SGS Essen in einer Pressemitteilung bekannt.

Nachfolge noch ungeklärt

Über die Nachfolgeregelung wird die SGS Essen zu einem späteren Zeitpunkt informieren. In seiner Zeit bei der SGS Essen erreichte Kraus einen sechsten und einen fünften Tabellenplatz sowie in der vergangenen Spielzeit das DFB-Pokal-Halbfinale.

Wechselt Scheuer nach München?

Der Wechsel von Kraus nach Freiburg dürfte die Spekulationen anheizen, dass SC Freiburgs aktueller Trainer Jens Scheuer zum FC Bayern München wechselt, wo Thomas Wörle nach der Saison sein Amt niederlegen wird. Inzwischen hat auch der SC Freiburg den Wechsel bestätigt.

Freiburg bestätigt Scheuer-Abgang

Freiburgs Managerin Birgit Bauer erklärt: „Es war unser Ziel, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Jens Scheuer auch in den kommenden Jahren fortzusetzen. Die Pläne von Jens Scheuer sind andere, das ist zu akzeptieren. Wir danken Jens Scheuer für seine gute Arbeit in den vergangenen drei Jahren und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.“

Kraus soll Team weiterentwickeln

Über den neuen Trainer Daniel Kraus meint sie: „Mit Daniel Kraus haben wir einen jungen und ambitionierten Trainer für den Sport-Club begeistern können. Ich freue mich, dass er sich entschieden hat nach Freiburg zu wechseln und bin sicher, dass wir unsere junge Mannschaft in den nächsten Jahren gemeinsam weiterentwickeln werden.“

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29 KOMMENTARE

  1. Diese Nachricht ausgerechnet vor dem Bayernspiel. Es war zu leider nach dem Weggang von Thomas Wörle zu erwarten. Die Bayern-Ladies bedienen sich leider immer wieder gern beim SC. Giulia Gwinn wird sicherlich mitgehen und ich befürchte sie wird nicht die Einzige sein. Andere Nachrichten würden mich jetzt sehr überraschen. Sehr schade! Weiß jemand etwas über die Vertragsdauer von Verena Wieder?

  2. Ich wünsche mir Markus Högner als Trainer in Essen zurück, könnte mie aber auch Inka Grings sehr gut vorstellen.
    Daniel Kraus hat wohl gemerkt, dass bei den limitierten finanziellen Mitteln Essens eine zukünftige Champions League-Teilnahme ziemlich unrealistisch ist.

    Leider befürchte ich auch, dass Linda Dallmann spätestens nach dieser Saison weg ist. Der Verein kommuniziert unabhängig davon weiterhin nicht, um welche Art von Muskelverletzung es sich bei ihr handelt.
    Man kann sie ja schon langsam als Langzeitverletzte bezeichnen.
    Nicht dass sie schon in der Winterpause Tschüss sagt und Essen dafür eine Ablöse kassiert …

  3. Daniel Kraus übernimmt in der neuen Saison die SC Freiburg Frauen,Jens Scheuer wechselt zu den FCB Frauen und Thomas Wörle wird neuer Trainer in Essen.Und schon sind alle Trainerposten wieder besetzt.

    Nein,Spaß beiseite.

    Bei dieser Meldung musste ich erst mal tief Luft holen und ich frage mich,ob es auch im jetzt bestehenden Kader wieder einen großen Umbruch gibt und das halbe Team wieder ausgetauscht wird.

    Der Stammverein des SC Freiburg erwirtschaftet jährlich Gewinne in Millionenhöhe,da sollte es doch möglich sein den Frauen finanziell ein bisschen mehr unter die Arme zu greifen das auch mal wichtige Spielerinnen und gute Trainer gehalten werden können.Ich würde mich zwar ärgern,falls Scheuer tatsächlich nach München wechselt,aber verstehen könnte ich ihn schon.Welcher ehrgeizige und erfolgsorientierte Trainer hat schon Lust,jedes Jahr eine neue Mannschaft zu formen weil die wichtigen Spielerinnen nicht gehalten werden können .

    Die nachfolgende Frage ist nicht nur,welche der aktuellen Spielerinnen den SC Freiburg nach der Saison verlassen.Desiree van Lunteren hat nur einen Einjahresvertrag,Naomotos Vertrag läuft über zwei Jahre,bei Sandra Starke hat man auch nur um ein Jahr verlängert.

    Die Frage ist auch,welche Spielerinnen verlassen am Ende der Saison die SGS Essen,bzw welche SGS Spielerinnen Kraus nach Freiburg folgen.Bringt er vielleicht Knaak mit,oder Dallmann oder Feldkamp oder sogar Lea Schüller ?

    Ich hoffe,das durch die anstehenden Trainerwechsel nicht auch in den Teams eine allzu große Rotation entsteht und Freiburg sowohl als auch Essen den Kern der Mannschaft halten kann.

  4. Nachtrag :

    Ich verstehe nicht,warum man sich bei solchen Meldungen nicht abspricht und beide Vereine gleichzeitig oder zumindest zeitnah eine Meldung heraus geben.

    So entstehen doch nur unnötig Unruhe und Spekulationen was man schon im Vorfeld vermeiden könnte wenn man sich betreffs der Veröffentlichung abstimmt.

  5. Also ich wäre ja für einen ‚Ringtausch‘: Kraus nach Freiburg, Scheuer nach München und Wörle nach Essen! 😀

    Nebenbei bemerkt finde ich es ziemlich unprofessionell von der SGS Essen, den neuen Arbeitgeber ihres Noch-Trainers bekanntzugeben. Das wäre Sache des SC Freiburg gewesen!

  6. @ Markus Juchem
    Danke für die Info! Dann wird zumindest Verena Wieder noch ein Jahr bleiben.

    @ SCF Klausi
    Lea Schüller hat bis 2020 Vertrag.
    Und klar geht es bei den Männern um Millionen.
    Die Frage ist letztendlich, ob der SC die Finanzspirale ankurbeln sollte. Ich glaube gegen Wolfsburg und Bayern kann Freiburg dabei leider nur verlieren. Wenn der SC mehr zahlt halten die beiden „Großen“ bestimmt dagegen und für die reinen Frauenfussballvereine wird es noch schwerer mitzuhalten.

    @ FFFan
    Sehe ich ganz genauso wie Du. Über den Weggang des Trainers kann Essen gerne berichten, jedoch die Bekanntgabe wohin, wäre Sache von Freiburg gewesen. So läuft es „normalerweise“ ansonsten auch ab. Ausgerechnet vor dem Bayernspiel damit für Spekulationen über Jens Scheuer zu Sorgen ist nicht die feine Art.

  7. Inka Grings in Essen wäre ich auch schwer begeistert von. die fussballgöttin schlechthin weiß wie das spiel läuft…
    leider ist sie für den job sicher nicht zu haben. schade.

    und die idee mit tom wörle in essen ist sehr witzig.
    als ob süddeutsche im norden fuß fassen könnten…

  8. @enthusio: „Leider befürchte ich auch, dass Linda Dallmann spätestens nach dieser Saison weg ist. Der Verein kommuniziert unabhängig davon weiterhin nicht, um welche Art von Muskelverletzung es sich bei ihr handelt. Man kann sie ja schon langsam als Langzeitverletzte bezeichnen.“

    Also ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass sich Linda beim BuLi-Spiel in Frankfurt einen Muskelfaserriss zugezogen hat.

    Zum Trainerwechsel: Ich bedaure, dass Daniel Kraus seine „Zelte“ im Ruhrgebiet wieder abbricht, aber: „Lebbe geht weider“ (Zitat: Dragoslav Stepanović (ehemaliger Trainer von Eintracht Frankfurt)).

  9. vielleicht geht Herr Scheuer nach Potsdam. kann mir da einen Trainerwechsel auch gut vorstellen.
    Vermute aber auch das es München sein wird.

  10. @holly
    Bei den (wenigen) Partien, die ich diese Saison sehen konnte, fand ich gerade „junge“ wie Gaspar, Dieckmann, Prasnikar sehr verbessert. Auch Rauch blüht wieder auf. Andere sind etwas aus dem Fokus gerückt, zT aber auch einfach verletzt.
    Der Saisonstart war nicht optimal – aber der jetzige Platz 3 ist mehr, als ich nach dem Weggang von Wälti und Kemme erwartet hatte. Insofern bin ich nicht unzufrieden mit der Entwicklung.

  11. Nun hat auch der SC Freiburg den Trainerwechsel offiziell bestätigt :

    https://www.scfreiburg.com/node/23356

    Viel interessanter ist aber ein Kommentar aus der Badischen Zeitung,der was Scheuer betrifft einige Fragen aufwirft.

    […]

    Dieser Beitrag wurde wegen rechtlicher Bedenken auf Wunsch des Autors editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] versehen

    Ergänzen dazu der im Kommentar angesprochene Bericht :

    http://www.badische-zeitung.de/ausgerechnet-vor-dem-bayern-spiel-kommt-raus-trainer-der-sc-frauen-wechselt-wohl-nach-muenchen

    Ich weiss nicht,ob zwischen Scheuer und der Vereinsführung bzw Abteilungsleiterin etwas vorgefallen ist was Scheuer zu diesem Schritt veranlasst.Aber wenn das so stimmt dass Scheuer von sich aus an den FCB herangetreten ist,obwohl er zuvor zusicherte den Vertrag in Freiburg zu verlängern,halte ich es für besser wenn er jetzt sein Amt als SC Trainer niederlegt und nicht erst am Ende der Saison.

  12. @balea
    2 der von Dir genannten 3 Turbinen, die Du als so stark verbessert siehst, machen unverändert in jedem Spiel identische, wiederkehrende Fehler, teilweise auch schon in der Vorsaison bzw. der Vorbereitung! Gasper und Prasnikar müssen endlich mal ihre überhastete Spielweise ablegen und ruhiger und abgeklärter im Spielaufbau und im Abschluß werden – die sind schließlich nicht mehr U17!
    Eine Spielerin wie Laura Lindner ist zurück in der 2. und Viktoria Schwalm mit ihrem Potenzial ist mehr auf der Bank als dem Spielfeld. 2 Situationen, die ich dem Trainer anlaste, weil gerade dort eher Stagnation und Rückschritt eine Rolle spielen.

  13. @ SCF Klausi

    Könnte mir vorstellen, dass Scheuer tatsächlich in Freiburg bleiben wollte. Nach der Bekanntgabe der Trennung von Wörle bei den Bayern, ergab sich dann die Chance zu einem der beiden Vereine in Deutschland zu wechseln, die keine Spielerinnen abgeben müssen und mit denen Titelgewinne wahrscheinlich sind. Weniger verdienen wird er dort mit Sicherheit auch nicht.
    Kann Jens Scheuer irgendwie schon verstehen, auch wenn ich den Wechsel sehr bedaure. Die Enttäuschung beim SC Freiburg verstehe ich aber auch absolut, da die Vertragsverlängerung wohl in Aussicht gestellt wurde. Besser man hätte den Vertrag dann auch frühzeitig verlängert.
    Ob eine vorzeitige Trennung notwendig ist, hängt davon ab, ob nach wie vor ein gutes Miteinander der handelnden Personen möglich ist. Letztendlich können das nur die Beteiligten selbst entscheiden.

  14. @Witzfigur

    jaja, endlich die Überhastung ablegen, hopphopp, vorwärts marsch….
    Ich war auch anfangs von der völlig überforderten Frau Wälti frustriert.
    Vielleicht sehen die Trainer – die die Spielerinnen mehr als einmal die Woche beobachten – etwas mehr?
    Ich weiss nicht, worauf Du Dein Urteil stützt.

  15. @ SCF Klausi
    Zur Info: Verlinken ist erlaubt, umgehen von Zahlschranken, bzw. veröffentlichen der verborgenen Artikel nicht. Da dieses Forum öffentlich frei zugänglich ist, ist das Einstellen des Textes auf jeden Fall verboten. Würde dies deshalb nicht häufiger machen.

  16. in dem bericht der Zeitung gibt es andauernd die Formoilierungen. „angeblich, anscheinend und wahrscheinlich usw.

    Ich nenne das mal einfach Meinungsmache oder Fake News. Warum spricht der Verfasser des Beitrags nicht vorher einfach mal mit den Vereinsverantwortlichen oder Herrn Scheuer.
    Hat er dazu nicht den Mumm bei den Pressegesprächen die es vor den Spieltagen gibt die Fragen zu stellen. Oder ist diesr Journalist einfach nur zu faul?
    Wenn die sich nicht äußern wollten muss man halt mal selbst recherschieren und nicht Artikel nach hören sagen schreiben.
    Es ist ja einfacher irgendwas zu behaupten und es dann mit den oben genannten Worten aus zu schmücken.

  17. @SCF Klausi

    Laß den Text sicherheitshalber von @M.Juchem löschen und gib demnächst nur den Inhalt sinngemäß mit eigenen Worten wieder.

  18. Was man hier vor allen Dingen wahrnimmt, ist die völlige moralische Verwahrlosung und Desorientierung der FF-Fans. Jeder Skandal, der eigentlich im normalen Menschenverstand einen Aufschrei verursachen sollte, wird hier einfach hingenommen und „verstanden“. Dass es schon einer Zeitung bedarf (normalerweise nicht die Instanz, die jetzt gerade für moralische Geradlinigkeit in unserer Zeit bekannt ist), darauf hinzuweisen, dass Scheuers Wechsel möglicherweise doch etwas Verwerfliches an sich hat, ist schon Aussage genug.
    Interessant ist, dass so ein Wechsel beim MF einen nationalen Aufschrei verursacht hätte, ja allein die Möglichkeit, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen ist, wäre schon Anlass genug dafür gewesen.

    Aber wie funktioniert die FF-Rechtfertigungslogik? Geld allein regiert die Welt und nichts anderes zählt. Alles rein materialistisch orientiert. Anstatt Trainer und Spielerinnen, die so ein Ding abziehen, gesellschaftlich geächtet würden, damit so etwas, was leider nicht immer zu verhindern ist, zumindest nicht so häufig vorkommt und nicht in der Kettenreaktion endet, die wir beim FF nun schon zum wiederholten Male erleben, wird es hier einfach hingenommen und sogar noch beklatscht. Geld ist ja auch schließlich alles im Leben.

    Magull und Benkarth sollten für jeden Freiburg-Fan gestorben sein, genauso wie Popp für jeden Duisburg-Fan. Bestimmte Dinge, wie nach Wolfsburg oder München zu wechseln, und damit zum direkten Kontrahenten, tut man einfach nicht! Und schon gar nicht, wenn es ausschließlich um Geld dabei geht. Und wenn es doch jemand tut, dann schaut man diese Person eben mit dem ***** nicht mehr an. So wie es kein Fan der deutschen N11 mehr mit Özil tut und so wie Timo Werner über Jahre hinweg ausgepfiffen wurde und mE noch heute nicht in die N11 gehört. Es gibt Dinge, die sich einfach nicht gehören und für die man auch die Konsequenzen aufzeigen muss! Dauerhaft, ohne Gnade! Gnade kann man dann walten lassen, wenn sie ihren Fehler eingesehen haben und öffentlich Abbitte geleistet haben, wie bei Gündogan.

  19. @Fan2 aka Sheldon:

    Du vermengst hier wieder Dinge, die alle nicht zusammengehören.

    1. Ja, „Geld regiert die Welt“ und ich bin der Meinung, wenn der Kapitalismus gewonnen hat, dann soll er dies auch gründlich tun. Die Männerfußball-Fans leben alle in einer eigenen Blase, wenn sie mit ihrem Gefasel von „Tradition“ oder „50+1“ faseln. Ich muss dann immer über die Ultras lachen, die sich in ihren jeweiligen Kurven selber feiern. Ich meine, wenn dann richtig im Kapitalismus leben. Sie könnten alle täglich auf die Straße gehen und gegen das gegenwärtige Wirtschaftsmodell protestieren, in dem sie leben und arbeiten. Nur beim Fußball soll dann am Wochenende eine Ausnahme gemacht werden. – Nein, so funktioniert das nicht.

    2. Dein „Aufschrei“: Früher, wo es noch „eine richtige Rivalität“ zwischen Frankfurt und Potsdam und den jeweiligen Philosophien gab, wäre einem Bernd Schröder nie in den Sinn gekommen, nach Frankfurt zu wechseln, richtig?

    Was ist aber, wenn es diese philosophischen Gegensätze zwischen Freiburg, München oder Wolfsburg gar nicht gibt?
    Ein Daniel Kraus kann ja auch mehrfach in der Liga den Verein wechseln, ohne dass jemand aufschreit.
    Und wenn jetzt Jens Scheuer nach München geht…so what?

    3. „Der Herbst des Patriarchen“:
    Früher wurden die erfolgreichen FF-Vereine von einzelnen wohlwollenden Unternehmern geführt, die sich dann aber auch zu jeweiliger Zeit aus dem Fußball zurückgezogen haben.
    Die Zeit von Uli Hoeness im MF in München läuft langsam ab.
    Bernd Schröder hat sich aus Potsdam zurückgezogen.
    Sigi Dietrich muss in Frankfurt einen Paradigmenwechsel vornehmen.

  20. @ Markus Juchem,

    sollte das einkopieren meines Kommentars aus der BZ rechtlich bedenklich sein bitte ich darum den entsprechenden Beitrag zu editieren.

  21. @Zaunreiter: Ein mutiger Kommentar. Das kann man von mir aus so sehen. Die Frage ist, ob du dann auch bereit bist, mit allen, wirklich allen Konsequenzen zu leben, die sich aus deinem marktradikalen Ansatz ergeben?

    Denn die finale Konsequenz wird sein, dass es irgendwann keinen, wenigstens keinen professionellen FF mehr in Deutschland geben wird. Wieso? Der professionelle FF hat keinerlei intrinsischen Wert, sondern nur einen Wert, der ihm von außen zugeschrieben wird. Das ist aktuell ein Gemisch aus dem gesellschaftlichen Wertes des Fußballs und der Gleichberechtigungsagenda, beides ebenfalls keine kapitalistischen Modelle, sondern antikapitalistische Motive, regulierende Modelle. Dann dürftest du dafür ebenso wenig sein. Diese beiden Werte allein reichen aber noch lange nicht, um den FF langfristig am Leben zu erhalten, denn sie sind schlicht und ergreifend ersetzbar.

    Das einzige, was den FF langfristig am Leben erhält, sind gerade diejenigen, die dem FF mehr zuschreiben, z.B. einen ästhetischen oder emotionalen Wert. Auf diese Klubs sind Mannschaften wie Wolfsburg etc. angewiesen, denn nur in diesen Klubs werden tatsächlich die Talente geschmiedet, die dann irgendwann gut genug für die Bundesliga sind. Solche Klubs, in denen Leidenschaft und Emotion für den FF noch lebt, werden in dem beschriebenen kapitalistischen System mehr und mehr zurückgedrängt. Ergo nimmt man sich den Boden unter den Füßen.

    Das ist eben auch der Grund, wieso diese ganze 50+1-Logik Sinn macht. Klar, sie mag vielleicht dazu führen, dass der deutsche Fußball immer etwas hinterher hinkt, aber sie führt auch dazu, dass der MF in Deutschland ein nahezu unsinkbares Schiff ist. Der deutsche MF ist mit 400000 Fans jede Woche in den Stadien systemrelevant. Die Begeisterung wird für ihn auch in einer mehrere Jahre anhaltenden Dürrezeit international nicht abreißen. Und die Jugend wird in Deutschland immer boomen und all die Lücken füllen, die Abgänge hinterlassen haben. Und das als selbsttragendes Geschäft. Selbst ein Klub in der 3. Liga nimmt im Jahr mehrere Millionen allein durch den Ticketverkauf ein, von Merchandising überhaupt nicht zu sprechen. In welchem Land gibt es finanziell so viele gesunde Klubs wie in Deutschland?

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